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Braunschlag [TV-Serie] - David Schalko (2012 - )
Verfasst: Mo 8. Jun 2015, 07:28
von jogiwan
Braunschlag
Originaltitel: Braunschlag
Herstellungsland: Österreich / 2012
Regie: David Schalko
Darsteller: Robert Palfrader, Maria Hofstätter, Nicholas Ofczarek, Nina Proll, Manuel Rubey
Story:
Die Marktgemeinde Braunschlag an der tschechischen Grenze ist bankrott. Zwischen russischen Gläubigern und dem Druck aus St. Pölten scheint nur ein Wunder zu helfen. Und genau das ist der Plan von Bürgermeister Tschach (Robert Palfrader). Gemeinsam mit seinem Freund, dem erfolglosen Discobetreiber Pfeisinger (Nicholas Ofczarek), täuscht er eine Marienerscheinung vor, um massenweise Pilger nach Braunschlag zu lotsen. Zunächst deutet alles darauf hin, dass der Plan aufgeht. Doch zusehends beginnen sich die eigenwilligen Dorfbewohner gegenseitig im Wege zu stehen. (quelle: Cover)
Re: Braunschlag [TV-Serie] - David Schalko (2012)
Verfasst: Mo 8. Jun 2015, 07:55
von jogiwan
Der Name David Schalko bürgt natürlich für Qualität und auch „Braunschlag“ ist wieder einmal ein bitterböser Ausflug in tiefösterreichische Befindlichkeiten in Form einer achtteiligen Serie über einen bankrotten Grenzort, der versucht, sich mittels Marienwunder selbst zu sanieren. Was anfänglich ganz gut läuft, läuft aber zunehmend aus dem Ruder und bald geschehen gar sonderliche Dinge in dem kleinen Luftkurort. Dabei bekommen auch wieder alle ihr Fett ab und Gier, Korruption und Ehebruch sind da noch die harmlosesten Dinge, die im Verlauf der skurrilen Handlung auf die Zuschauer losgelassen werden. Dabei glänzt die Serie nicht nur durch tiefschwarzen Humor und seine Verweise an reale Begebenheiten, sondern vor allem durch seine bis in die kleinste Rolle passend besetzten Darsteller. „Braunschlag“ ist dann auch ein Glücksgriff auf der ganzen Linie bzw. höchsten Niveau, den man sich als Fan des bitterbösen und vielleicht nicht immer ganz geschmacksicheren Ösi-Humors keinesfalls entgehen lassen sollte, selbst wenn man normalerweise keine Serien guckt.
Re: Braunschlag [TV-Serie] - David Schalko (2012 - )
Verfasst: Mo 30. Mär 2026, 07:42
von jogiwan
Braunschlag 1986

- 02.jpg (31.22 KiB) 65 mal betrachtet
Vierzehn Jahre nach einem nuklearen Unfall leben nur noch Tschach und Pfeisinger in dem Ort Braunschlag, der von den Behörden wieder als bewohnbares Gebiet erklärt wird. Um die Bewohner zurückzubringen, hat Tschach die Idee, mittels Gemeindebeschluss das Jahr 1986 auszurufen, um so auch den Nostalgie-verklärten Menschen eine Art Sehnsuchtsort zu bieten, der nicht von aktuellen Schreckensnachrichten geprägt ist. Ohne Handy und Internet und viel Retro geht die Idee auch auf und bald finden sich alte und neue Gesichter in Braunschlag ein, wo ein unbeschwerter Lebensstil ohne Wokeness und Gendern betrieben wird. Doch auch wenn man es nicht wahrhaben will, auch in den Achtzigern war nicht alles eitel Wonne und wenig später häufen sich auch in Braunschlag 1986 die Probleme…
„Braunschlag“ war 2012 ja ein großer Erfolg und David Schalko hat mit seiner Serie auch den Nerv der damaligen Zeit getroffen. Die Ereignisse in dem kleinen Ort Braunschlag waren ja unschwer als Abhandlung auf österreichische Befindlichkeiten zu erkennen. Zwölf Jahre später war es wohl wieder an der Zeit ein kleines Update zu bieten und mit „Braunschlag 1986“ trifft Schalko ja auch wieder wunde Punkte und rechnet dabei auch mit all den Nostalgie-verklärten Menschen ab, die stets behaupten, dass früher alles besser war. Im Gegensatz zu der ersten Staffel sind es hier aber nur fünf Folgen mit knapp 200 Minuten Laufzeit, in denen auch wieder sehr viele bekannte Gesichter von der ersten Staffel am Start sind. Die Grundidee ist lustig und es passiert auch sehr viel, allerdings vermisste ich irgendwie etwas den roten Faden, wenn hier sehr viele Charaktere gleichberechtigt nebeneinander präsentiert werden. Statt einer Geschichte zu erzählen, wirkt „Braunschlag 1986“ auch eher wie eine Nummern-Revue mit Retro-Charme, dass zwar immer noch bitterböse daherkommt, aber nicht mehr ganz so bissig wirkt. Was im Jahre 2012 noch überzeichnet war, wurde ja mittlerweile längst von der Realität überholt und Korruption, Populisten und allerorts schlechte Menschen in der Politik mit fragwürdigen Moral-Empfinden sind ja nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Aber abseits davon ist „Braunschlag 1986“ lustig, flott erzählt und gut gemacht, sodass man nicht viel meckern möchte.