Braunschlag 1986

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Vierzehn Jahre nach einem nuklearen Unfall leben nur noch Tschach und Pfeisinger in dem Ort Braunschlag, der von den Behörden wieder als bewohnbares Gebiet erklärt wird. Um die Bewohner zurückzubringen, hat Tschach die Idee, mittels Gemeindebeschluss das Jahr 1986 auszurufen, um so auch den Nostalgie-verklärten Menschen eine Art Sehnsuchtsort zu bieten, der nicht von aktuellen Schreckensnachrichten geprägt ist. Ohne Handy und Internet und viel Retro geht die Idee auch auf und bald finden sich alte und neue Gesichter in Braunschlag ein, wo ein unbeschwerter Lebensstil ohne Wokeness und Gendern betrieben wird. Doch auch wenn man es nicht wahrhaben will, auch in den Achtzigern war nicht alles eitel Wonne und wenig später häufen sich auch in Braunschlag 1986 die Probleme…
„Braunschlag“ war 2012 ja ein großer Erfolg und David Schalko hat mit seiner Serie auch den Nerv der damaligen Zeit getroffen. Die Ereignisse in dem kleinen Ort Braunschlag waren ja unschwer als Abhandlung auf österreichische Befindlichkeiten zu erkennen. Zwölf Jahre später war es wohl wieder an der Zeit ein kleines Update zu bieten und mit „Braunschlag 1986“ trifft Schalko ja auch wieder wunde Punkte und rechnet dabei auch mit all den Nostalgie-verklärten Menschen ab, die stets behaupten, dass früher alles besser war. Im Gegensatz zu der ersten Staffel sind es hier aber nur fünf Folgen mit knapp 200 Minuten Laufzeit, in denen auch wieder sehr viele bekannte Gesichter von der ersten Staffel am Start sind. Die Grundidee ist lustig und es passiert auch sehr viel, allerdings vermisste ich irgendwie etwas den roten Faden, wenn hier sehr viele Charaktere gleichberechtigt nebeneinander präsentiert werden. Statt einer Geschichte zu erzählen, wirkt „Braunschlag 1986“ auch eher wie eine Nummern-Revue mit Retro-Charme, dass zwar immer noch bitterböse daherkommt, aber nicht mehr ganz so bissig wirkt. Was im Jahre 2012 noch überzeichnet war, wurde ja mittlerweile längst von der Realität überholt und Korruption, Populisten und allerorts schlechte Menschen in der Politik mit fragwürdigen Moral-Empfinden sind ja nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Aber abseits davon ist „Braunschlag 1986“ lustig, flott erzählt und gut gemacht, sodass man nicht viel meckern möchte.