Ich persönlich denke, dass das prinzipielle Konzept wahrscheinlich schon vor Deodato und Joey erfunden wurde (eine Fakedoku ist ja auch schon ein erster Schritt in die Richtung und die gabs schon früher), "The Blair Witch Project" hat es allerdings in die Öffentlichkeit gerückt. Sicher, den Regisseuren wird viel mehr Originalität nachgesagt als sie eigentlich hatten, aber vergleiche mal wie viele Menschen von diesem Film gehört haben und wie viele von "Emanuelle in Amerika".purgatorio hat geschrieben:Medientheoretisch wäre es doch aber mal interessant zu hinterfragen, woher denn die derzeitige Annahme bei Studios und Produzenten rührt, dass Found-Footage total hipp und angesagt istIst das wirklich die einzige derzeit bekannte Form um Authentizität zu suggerieren? Und vor allem und viel wichtiger: ist die Ursache wirklich erst bei THE BLAIR WITCH PROJECT zu suchen oder doch eher - das würde ich persönlich viel vehementer verteidigen - bei den Italienern, speziell bei Deodatos CANNIBAL HOLOCAUST oder unwesentlich eher bei D'Amatos EMANUELLE IN AMERICA?
Allerdings hat meines Wissens nach "Blair Witch Project" noch nicht jeder versucht diesen Stil nachzuahmen. Es war mehr ein Mittel um mit wenig Geld einen Film zu zaubern und weniger DAS Horrorstilelement schlechthin, das wurde es, soweit ichs aufgefasst habe, erst durch "Rec" und "Paranormal Activity". Die waren beide kommerzielle Erfolge, Leute aus dem Publikum denken, das sieht kacke aus, also ist es super real und plötzlich machen es alle und das wird solange weitergehen, bis die Mehrheit des Publikums auch genervt ist und nur noch feststellt: Das sieht kacke aus, also ist es kacke. So geht es meist mit Stilelementen die so deutlich sind (denke an 3D in den 80ern).
