Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Car Cemetery

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Der charismatische Emanou ist der neue Messias ist einer postapokalyptischen Welt nach der großen Katastrophe und versammelt die verbliebenen Menschen, die ungehemmt ihren Lastern nachgehen auf dem Schrottplatz von Milos, der allen als Unterkunft dient. Er heilt die Kranken und Schwachen, vollbringt Wunder und verkündet seine friedliche Botschaft mit Punk- und New Wave-Songs, ehe er von einem Gefährten an die Polizei verraten und auf einem Wrack gekreuzigt wird.

Eine moderne Jesus-Geschichte von Regisseur Fernando Arrabal nach einem Theaterstück aus seiner Feder, die hier auch sehr theatralisch und mit eher beschränktem Handlungsort inszeniert wird. Ich bin ja zugegeben kein großer Fan der originalen Vorlage, aber der Messias von Arrabal hat mir eigentlich gut gefallen und auch das punkige und postapokalyptische Schrottplatz-Setting inklusive punkiger New-Wave-Musikuntermalung bekommt ihm ganz gut. Die bekannten Ereignisse wie über das Wasser gehen, letztes Abendmahl, Dornenkrone etc. werden auf skurrile, ironische und bisweilen bizarre Weise nacherzählt und Arrabal präsentiert neben seinem Mad-Max-Jesus die Menschen als moralisch derangierten Haufen, der ungehemmt Lastern frönt. Eine rabiate Abrechnung mit dem christlichen Glauben ist „Car Cemetary“ aber wider Erwarten nicht geworden und es muss sich wohl kein gläubiger Mensch zu sehr ans Bein gepinkelt fühlen, auch wenn sich das Werk natürlich insgesamt schon eher an ein dahingehend und künstlerisch aufgeschlossenes Publikum richtet.

Dschungelcamp 2016 - Tag wasweißich

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Langsam wird es Zeit, dass das heurige Camp zum Ende kommt und für harmoniebedürftige Menschen war auch die gestrige Folge nix. Bei den Mädels wird mittlerweile nur noch gezickt und jede will das letzte Wort haben, was sich für den Zuschauer als Geduldsprobe herausstellt. Sophia präsentiert sich ja mittlerweile auch eher von einer sehr seltsamen Seite und Helena ist in ihrer Rolle als konfrontationsbereite Einzelgängerin so festgefahren, dass auch hier keine Besserung zu erwarten ist. Auch Thorsten laboriert immer noch an seiner falschen Sicht auf sich selbst und dürfte nach dem Auszug doch ein kleines Wunder erleben, da er sich ja sowieso immer und überall als großer Gewinner sieht. Ansonsten gab es noch eine fiese Prüfung, bei der sich Menderes, Jürgen und Thorsten ganz ordentlich zum Affen machten und bei der es am Ende auch keine Sterne gab und dem kämpferischen Ex-Fußballer auch die Enttäuschung anzusehen war. Danach gab es noch die obligatorische Abwahl – dieses Mal zwischen Helena und Jürgen, wobei der Ex-Big-Brother-Bewohner mit Sack und Pack das Camp verlassen musste.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Story of a Junkie

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Ernüchternde Mischung aus Dokumentation und Underground-Kino über das Leben des heroinsüchtigen Spaceley, der sich im New York der frühen Achtziger in dem heruntergekommenen Künstlerviertel Soho über Wasser hält. Er berichtet von seinem Leben auf der Straße und in Abbruchhäusern, besucht Dealer und Freunde, die ebenfalls an der Nadel hängen und versucht trotz seiner Lage nicht seine Würde und Mut zu verlieren. Zwischen zwei Schüssen und dem Entzug fährt er mit dem Skateboard durch eine pulsierende und aufstrebende Stadt, die den innerlich sensiblen Punker längst abgeworfen und vergessen hat.

Lech Kowalski ist ja vor allem für seine Musikdokumentationen aus dem Punk-Umfeld bekannt und hat für seine realitätsnahe Mischung aus Spielfilm und Dokumentation einige Monate mit dem heroinsüchtigen Spaceley verbracht und erzählt dessen Leben und Lebensgeschichte in Form von ernüchternden Bildern. Spaceley hängt an der Nadel und erzählt zwischen der Musik von Grandmaster Flash und seinen Streifzügen durch das heruntergekommene (und mittlerweile hippe) Künstlerviertel Soho, Abbruchhäusern, versifften Wohnungen und zwei Schüssen von seinem verpfuschten Leben. In „Story of a Junkie“ ist dabei alles echt und der präsentierte Umgang mit Heroin und Nadeln lässt wohl alles weit hinter sich, was man bislang aus dieser Ecke und sonstigen Drogenfilmen sonst so gesehen hat. Kowalskis Streifen ist aber nicht nur wütendes Underground-Kino der ernüchternden Sorte, sondern auch ein Statement gegen die Gleichgültigkeit und präsentiert seinen auch als sensiblen Menschen, der von der Gesellschaft allein gelassen wurde und durch diverse Schicksalsschläge mit einem Schuss Heroin einer Realität entfliehen möchte, mit der er nicht mehr klar kommt. Wer sich für dieses Thema und das Genre des Junkie-/Drogenfilms interessiert, bekommt hier sicher den krassesten und schonungslosesten Vertreter seiner Zunft präsentiert, der auch gleich ziemlich brutal mit einem etwaig verklärten Blick auf das New York der frühen Achtziger aufräumt.

Dschungelcamp 2016 - Finale

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Die gestrige Finalfolge krankte ja leider etwas daran, dass sich bei den verbliebenen Kandidaten keiner so wirklich als würdiger Gewinner aufdrängen wollte. Nach dem Ausschlussprinzip blieb dann ja auch nur noch Menderes über, der sichtlich gerührt auch dankbar die Krone in Empfang nahm. Bis zum Mitte hatte ich ja echt die Sorge, dass Thorsten am Ende noch gewinnen könnte, dem für seine kruden Thesen zum Thema Ehrgeiz, Einsatz und Teamfähigkeit meines Erachtens etwas zu viel Platz eingeräumt wurde und am Ende auch noch berechnend die „Familienkarte“ zog. Sophia betonte gestern ständig ihre Ehrlichkeit und standhafte Meinung, die ja zuvor immer wieder in der Kritik stand und meines Erachtens ist bei Leuten, die derartiges ständig betonen auch nicht viel dahinter. Ansonsten gab es neben dem Auszug von Helena, der von Störfrequenzen begleitet war, noch eine fiese Essenprüfung für Sophia, eine sportliche Aufgabe für den Thorsten und eine etwas harmlos wirkende Prüfung für den Menderes, ehe das Ganze etwas unspektakulär zu Ende ging. Spannung geht ja anders und zwar in Form des heutigen Aufeinandertreffens aller Kandidaten, bei dem ich schon neugierig bin, wie das ausarten wird.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

We are Still here

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Ted Geoghegan hat mit seinem 2015 gedrehten „We are Still Here“ eine eigentlich sympathische Mischung aus atmosphärischen Geisterfilm, Haunted-House-Verschwörungs-Grusler und Besessenheitsstreifen mit Splatter-Einlagen geschaffen, der leider meines Erachtens etwas daran krankt, dass hier einfach zu viel auf einmal in einen Topf geworfen und schlecht umgerührt wurde. Zwar lässt sich der Streifen Genre-Veteranin Barbara Crampton im winterlichen Ambiente schon sehr gut gucken und hat eine nette Atmo, die an frühere Jahrzehnte erinnert, aber die Geschichte über ein abgelegenes Haus mit düsteren Geheimnis im Keller ist eine kunterbunte und nicht immer ganz stimmige Mixtur aus unterschiedlichsten Einflüssen, die auch etwas Wohlwollen vom Zuschauer erfordert. Die Geschichte hat mich jedenfalls nicht vom Hocker gerissen, aber zumindest gibt es hier statt inflationärer Jump-Scares auch eine durchaus solide Spannung und am Ende ein paar herbe Effekte, bei denen die 16er-Freigabe doch etwas verwundert. Insgesamt ein netter Grusler für Zwischendurch, dem ich persönlich aber das Gefühl nicht los werde, dass hier mit weniger Hui-Bui bzw. Splatter und mehr Charakterisierung auch weit mehr möglich gewesen wäre.

Vorstadtweiber

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Witzige und vor allem herrlich bösartige Serie aus österreichisch-deutscher Co-Produktion über eine Handvoll verwöhnter Vorstadtfrauen, deren Leben innerhalb kurzer Zeit in einer Verkettung unglücklicher Umstände vollkommen aus dem Haufen geworfen wird. Was sich in er Inhaltsangabe ja noch wie eine Kopie des US-Formats „Desperate Housewives“ anhört, ist in Wirklichkeit wieder einmal eine schwarzhumorige Abrechung mit österreichischen und deutschen Befindlichkeiten, deren Vorbilder natürlich durchaus im realen Leben zu suchen sind. Dabei ist „Vorstadtweiber“ herrlich überdreht und mit einem Fuß schon über der Glaubwürdigkeitsgrenze, aber das verzeiht man dem temporeichen Geschlechterkampf in der Wiener Vorschadt-Schickeria ja gerne. Was hier in 10 Folgen an Klischees abgefeuert wird, mag zwar den Gender-Beauftragten und Kritiker nicht gefallen, aber das Publikum liebt die Serie und Quotenhit augenscheinlich und Staffel 2 und 3 sind uns wohl so gut wie sicher. Für mich ist ja Maria Köstlinger und ihre Rolle der Waldtraud, sowie der putzige Georg die größte Überraschung in dem hochrangig besetzten Serie, aber auch der Rest hat mich mehr oder minder voll überzeugt und ich habe schon lange nicht mehr eine Serie so rasch durchgeguckt. Diese Vorstadtweiber machen wirklich großen Spaß!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Thundercrack!

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Während eines starken Gewitters finden sich aus unterschiedlichen Gründen mehrere Menschen Zuflucht in dem Haus der trinkfreudigen, wie exzentrischen Witwe Gert Hammond ein. In den darauffolgenden Stunden kommt man sich nicht nur in Gesprächen näher, sondern lässt sich von der lustvollen Umgebung und zahllos herumliegenden Sextoys inspirieren. Während draußen der Sturm weiter tobt offenbaren die Besucher ihre sexuellen Geheimnisse und verschaffen sich prompt Abhilfe in den unterschiedlichsten Varianten. Als mit dem Zirkusangestellten Bing plötzlich ein weiterer Besucher erscheint, kippt jedoch die Stimmung im Haus, da der vollkommen verängstigte Mann vor einer ausgebrochenen Gorilla-Dame Medusa auf der Flucht ist, mit der er ein Verhältnis hatte und das mörderische und liebestolle Tier nun auch hinter den restlichen Besuchern her ist.

Im Stil alter Schwarzweiß-Gruselfilme über finstere Häuser und bewusst billigen Effekten erzählt Regisseur Curt McDowell nach einem Drehbuch von George Kuchar eine 160minütige eine waghalsige Geschichte über eine bunt zusammengewürfelte Truppe an Menschen zwischen Drama und Komödie mit Hardcore-Szenen und einer liebestollen Gorilla-Dame. Die Produktion eines derartigen Streifens war wohl auch nur zu Zeiten des „Porn Chics“ möglich, als sich das Publikum abseits der Regenmäntel-Fraktion für Erwachsenenfilme interessierte und irgendwo zwischen Mitternachtsfilm, Low-Budget-Trash und Herausforderung kochen die Macher ein ganz eigenes Süppchen, für das sich auch kaum die richtigen Worte finden lässt. Zwischen Faszination und tiefster Ablehnung ist bei dem 1975 gedrehten Werk wohl dennoch nicht viel Platz und der Streifen richtet sich auch eher an ein sexuell und cineastisch aufgeschlossenes Publikum, das hier auch einen der ungewöhnlichsten Filme aller Zeiten vor die Linse bekommt, der vollkommen zu Unrecht ein Schattendasein fristet. Ich bin mir zwar noch immer nicht sicher, ob ich „Thundercrack!“ gestern tatsächlich in der Form gesehen habe, mir jemand irgendwelche bewusstseinserweiternden Substanzen in den Kakao gemixt hat, oder ich diese seltsamen Schwarzweiß-Bilder nur geträumt habe, aber irgendwie werde ich den gestrigen Filmabend wohl dennoch nie mehr vergessen können…

Loads

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Autobiografischer Kurzfilm des umtriebigen Underground-Filmemachers Curt McDowell, der im San Franscisco der Achtziger über seine Schwäche für heterosexuelle Männer erzählt, denen er immer wieder bei Castings zu seinen Filmen begegnet. Zum Glück sind die portraitierten Männer allerdings allesamt aufgeschlossen genug, vor seiner Kamera zu posieren und den Regisseur auch in sonstiger Weise gewähren zu lassen...

Durchaus interessanter und expliziter Kurzfilm von Underground-Filmemacher Curt McDowell über seine sorglosen sexuellen Erlebnisse im San Francisco der Frühachtziger, anscheinend kurz bevor Ausbruch der Immunschwächeerkrankung Aids. Dabei beschreibt McDowell zuerst als Sprecher aus dem Off seine Schwäche für heterosexuelle Männer und liebt es ihre Körper hübsch in Szene zu setzen, während diese sich an heterosexuellem Bildmaterial stimulieren und bereitwillig filmen lassen. Später wird auch er aktiv und mischt sich eifrig ins Geschehen und dennoch zeugt „Loads“ in jeder von seinen zwanzig Minuten und in jedem Schwarz-Weiß-Bild von einem offenen und künstlerischen Zugang zu dem Thema – etwas das (homosexuellen) Pornoproduktionen nach dem „Schneller-Höher-Weiter-Prinzip“ und einer zunehmend verklemmten Gesellschaft mittlerweile ja anscheinend vollkommen abhanden gekommen ist.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Visit

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M. Night Shyamalans „The Visit“ hätte ja gleich eine ganze Reihe von Auszeichnungen verdient. Und zwar den Preis für das „unlogischste Drehbuch“, den „größtmöglich angekündigten Plot-Twist“ und „die entbehrlichsten Rap-Einlagen“ des Jahres. Ja, „The Visit“ ist wirklich ein ziemlicher Käse in Home-Video/Found-Footage-Stil und präsentiert zwei pubertierende „Trennungskinder“ auf Besuch bei Oma und Opa, die sich jedoch sehr seltsam verhalten. Spätestens nach 20 Minuten sollte es jedoch klar sein, wohin die Sache geht und dennoch dauert es dann noch über eine Stunde, bis zum Ende und zur obligatorischen moralischen Botschaft, die Herr Shyamalan dem Zuschauer am Ende seines Streifens dann noch mit auf den Weg gibt. Bis dahin gibt es auch fragwürdige Entwicklungen am laufenden Band, ein paar Schreckmomente und Rap-Einlagen, die Shyamalans Geschichte wohl cool rüber bringen sollen und im Grunde genau das Gegenteil bewirken. Bemüht konstruierte Mischung aus Grusel und „Coming-of-Age“, dass man so wirklich nur Leutchen vorsetzen kann, die entweder das Alter der Protagonisten haben, oder noch nie einen Streifen aus der Ecke gesehen haben. Für alle anderen hat „The Visit“ ungefähr den Reiz, den Charme und die Spannung eines Sonntag-Nachmittags-Pflichtbesuch bei nervigen Verwandten, bei dem man sich ebenfalls sehnlichst das Ende herbeiwünscht.

Der MC Jogi hat kein Tau,
dieser Film ist einfach wow
zwei coole Kids mit toller Cam
machen ein' auf Spukhaus-Jam
Oma, Opa auch recht wack
nehmen rasch den Superswag
sind ausgewechselt wie nur was
und rauchen dabei nicht mal Gras
am Ende weiß man auch warum
Der Shyamalan verkauft euch bloß für dumm
Die Message, die ist auch recht gay,
Wut im Bauch ist scheiße, hey!


Johnny Handsome

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Klassische Außenseiter-Story von Regisseur Walter Hill über den entstellten Kleinganoven Johnny, der nach einem missglückten Coup die Chance auf Bewährung, ein neues Gesicht und somit ein neues Leben bekommt. Als Zuschauer würde man Johnny eigentlich auch von Herzen ein besseres Leben wünschen, doch dieses rückt in weite Ferne, als er trotz neuer Freundin nicht mit der Vergangenheit abschließen kann. „Johnny Handsome“ ist dabei mehr Drama als Actionfilm, obwohl Action-Spezi-Hill es natürlich nicht lassen konnte, auch zwei knackige Überfälle in den Film zu packen. Ansonsten dominieren eher ruhigere Töne und der Streifen konzentriert sich auf die Figur eines Mannes, der nach einer Operation die Chance auf ein „normales“ Leben bekommt, das ihm vorher aufgrund seines Aussehens verwehrt geblieben ist und dadurch auf der schiefen Bahn gelandet ist. Mickey Rourke war ja tatsächlich mal ein richtig guter Schauspieler und überrascht mit leisen Zwischentönen in seinem Spiel, während er sich mittlerweile dank Botox und sonstigen Operationen optisch wieder mehr in Richtung Johnny bewegt. Der Rest des Streifens ist ebenfalls sehr schön ausgefallen und wer nichts gegen die teils furchtbare Achtziger-Bösewicht-Optik mit Lack und Leder hat, bekommt mit „Johnny Handsome“ auch ein sehr empfehlenswertes Drama mit etwas Action präsentiert.
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Onkel Joe
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von Onkel Joe »

jogiwan hat geschrieben:The Visit

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Der MC Jogi hat kein Tau,
dieser Film ist einfach wow
zwei coole Kids mit toller Cam
machen ein' auf Spukhaus-Jam
Oma, Opa auch recht wack
nehmen rasch den Superswag
sind ausgewechselt wie nur was
und rauchen dabei nicht mal Gras
am Ende weiß man auch warum
Der Shyamalan verkauft euch bloß für dumm
Die Message, die ist auch recht gay,
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Hahaha...ein geiler Flow!
Wer tanzen will, muss die Musik bezahlen!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

10 Year Plan

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romantische Gay-Komödie - so seicht, wie vorhersehbar und dennoch nett!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Memories of Matsuko

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Tetsuya Nakashimas knallbunte Dramödie über das aufregende Leben von Matsuko, die mit 53 Jahren auf einer Wiese an einem Fluss einen gewaltvollen Tod erleidet ist eigentlich schon eine herrlich schräge Angelegenheit, die gespickt mit popkulturellen Zitaten und Musical-Nummer gut davon ablenken kann, dass hier eigentlich eine sehr traurige Geschichte erzählt wird. Dabei schreckt der Regisseur auch vor Kitsch, epischen Bildern, Blumen-Dekor WIP-Einlangen und Animationen nicht zurück und lässt das Leben in teil schönen, teils brutalen Bildern in einem subversiven „Anti-Feelgood-Movie“ nochmals Revue passieren. Die optischen und inhaltlichen Vorbilder des 2006 entstandenen Streifens sind dabei ganz klar bei „Die fabelhafte Welt der Amelie“, „Dancer in the Dark“ und „Moulin Rouge“ zu suchen und für meinen Geschmack ist „Memories of Matsuko“ auch nicht ganz eigenständig genug um für die Dauer von 130 Minuten voll zu überzeugen. Am Ende geht dem knallbunten und rasanten Trip durch alle Genres auch etwas die Puste aus und mein persönliches Empfinden landet die Hand einer ihrer gewalttätigen Männer zu oft im Gesicht von Matsuka. Wer schräge, außergewöhnliche und asiatische Filme mag, kommt an „Memories of Matsuka“ aber nicht vorbei und trotz teilweise etwas fragwürdigen Inhalts ist der auch etwas zu lange Streifen für den Fan dann doch eine durchaus lohnende Angelegenheit.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Intruders

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Eigentlich schön gemachter und teils sehr atmosphärischer Gruselfilm von Juan Carlos Fresnadillo, der mich mit seinem Spiel von Urängsten persönlich eher an J-Horror-Filme als den üblichen Ibero-Grusel erinnert hat. Die Geschichte über eine Geschichte von einem Wesen namens „Schattengesicht“, die zwei Kindern nachts den Schlaf raubt und wenig später tatsächlich in der finsteren Ecke des Zimmer steht ist ja eigentlich recht packend gemacht und wäre „Schattenface“ nicht so offensichtlich aus dem Rechner, wären die Geistererscheinungen wohl noch gruseliger gewesen. Als Zuschauer kann man sich ja auch nie so richtig sicher sein, in welche Richtung der Streifen geht, in welchem Zusammenhang die beiden Erzählstränge miteinander stehen und erst nach einer Stunde nimmt der Streifen eine wichtige Wendung, die etwas mehr Licht in die bisweilen auch in visueller Hinsicht sehr dunkle Sache bringt. Das Ende ist dann zwar durchaus packend ausgefallen, aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass mit etwas mehr Mut zu unbequemen Themen auch wesentlich mehr möglich gewesen wäre. So bleibt ein Grusler für Zwischendurch mit einem etwas zu mainstreamigen Ende und ein Streifen, bei dem es zwar technisch und darstellerisch nichts zu meckern gibt, aber inhaltlich auch sicher mehr möglich gewesen wäre.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

How to catch a Monster

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Adam Greens „autobiografische“ Suche nach Monstern im Found-Footage-Stil bringt zwar das Wiedersehen mit jeder Menge Horror-Größen vor und hinter der Kamera, ist ansonsten wohl eher als Parodie auf das ganze Genre zu sehen und man wollte wohl zeigen, mit wie wenig Mitteln so ein Werk möglich ist. Die etwas verbissen wirkende Suche von Adam Green uns seinem Kameramann nach ominösen Monstern, die unter der Erdoberfläche hausen sollen, ist leider nur mäßig originell und wenn man dem Zuschauer schon so eine selbstbeweihräuchernde Geschichte als authentisch verkaufen möchte, sollte man vielleicht nicht einen so bekannten Darsteller wie Ray Wise die Rolle des Mannes mit unglaublicher Geschichte übertragen, den die Generation 35+ aus „Robocop“ und Vater von Laura Palmer in „Twin Peaks“ kennt. So funzt die Sache des „Aufdeckers“ natürlich überhaupt nicht und abgesehen von einen wirklich gelungenen Schreckmoment ist „How to catch a Monster“ leider eine sehr lahme und leidlich unterhaltsame Sache für seine Fans, die vor allem seinen Regisseur als Monsterjäger sehr Fan-nah präsentieren möchte und Werbung für seine Filme und Serien macht, aber den Rest der Zuschauer und Found-Footage-Freunde inklusive seiner sehr nervigen Musikuntermalung und abrupten Ende eher nicht überzeugen kann.

Sirene 1

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Ende der Achtziger scheint ja die große Zeit der Unterwasser-Horrorfilme gewesen zu sein und so ist es wenig verwunderlich, dass neben „Deep Star Six“, „The Abyss“, und „Leviathan“ auch die Europäer etwas von diesem erfolgreichen Kuchen naschen wollten. Mit „Sirene 1“ a.k.a. „The Rift“ drehte Juan Piquer Simón ja einen durchaus unterhaltsamen Streifen, der in seiner eher unbedarften Herangehensweise und dem munteren Mixen unterschiedlichster Genre-Zutaten auch eher an Italo-Plagiats-Filme vergangener Jahrzehnte erinnert. Der unterhaltsame Streifen hält sich ja nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf und schickt eine bunt zusammengewürfelte Crew aus Genre-Veteranen wie Jack Scalia, R. Lee Ermey und Frank Braña auf eine Rettungsmission unter Wasser, die schon wenig später auf seltsame Killeralgen, Mutationen und interne Verschwörungen treffen. Dabei ist „Sirene 1“ zweifelsfrei auch sehr trashig, aber dabei auch stets so turbulent und unterhaltsam, dass dem Zuschauer nicht langweilig wird und dieser auch nicht über die haarsträubenden Entwickluingen und eher billigen Effekte nachdenken muss. Diese sind in der ungekürzten Fassung auch sehr blutig ausgefallen und als Fans von derartigen Action-Werken bekommt man hier auch die gesamte Palette präsentiert. Klar handelt es sich dabei um eine eher um eine vergleichsweise kleine Produktion, aber was „Sirene 1“ an Budget und großen Namen fehlt, macht er mit Charme, Schmodder und lustigen Ideen wieder wett.
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