Underrated-Triple
Monster of Venice
Weithin unterschätzte Mischung aus Gothic-Horror und Früh-Giallo über einen mysteriösen Killer, der im Taucherkostüm junge Mädchen entführt und deren Leichen für seine Sammlung an hübschen Frauen einbalsamiert und einem jungen Journalisten, der dieser Bestie über eine Reisegruppe junger Mädchen auf die Spur kommt. Dino Tavellas Streifen ist dabei meines Erachtens auch sehr gelungen, selbst wenn der Streifen für heutige Verhältnisse natürlich weder sonderlich spektakulär, noch besonders grafisch daherkommt. Wer aber italienische S/W-Horror mag, bekommt mit „Monster of Venice“ aber einen schönen Streifen mit viel venezianischem Flair präsentiert, der vor allem in seinem atmosphärischen und spannenden Finale in den Katakomben eines Klosters punkten kann und auch ansonsten recht schön und bisweilen auch überraschend kompromisslos gemacht ist. Die schlechten Stimmen im Netz dürften dabei wohl auch von miesen DVD-Umsetzungen stammen, wobei die von mir gesichtete Scheibe von Retromedia wesentlich besser ausgefallen sein soll, als der Rest der sich im Umlauf befindet. Als delirierender Italo-Filmfan habe ich an Dino Tavellas Streifen wenig zu bemängeln und auch Dick Maas könnte den Streifen vielleicht gesehen haben, da dieser mit „Verfluchtes Amsterdam“ ja quasi ein Remake von „Il mostro di Venezia“ gedreht hat.
Assassination in Rome
Während eines Italien-Urlaubs verschwindet der Gatte der schwerreichen Amerikanerin Shelley spurlos auf den Straßen von Rom. Da die keine offizielle Vermisstenanzeige machen möchte, um einen Skandal zu vermeiden, hilft ihr Jugendfreund Dick bei der Suche nach ihren Mann, der als renommierter Journalist einer großen Zeitung auch die besten Kontakte zur römischen Polizei hat. Wenig später stellt sich heraus, dass der verschwundene Mann wohl auch mit dem Mord an einem Fotografen zu tun hat, der sich als Erpresser in Besitz einer wertvollen Information befand, die aber dummerweise unwissend von zwei Amateur-Dieben entwendet wurde. Als der Journalist seine Kontakte spielen lässt und weiter Nachforschungen betreibt, sticht er aber in ein Wespennest und wenig später sind er und Shelley bereits in größter Gefahr...
Eleganter Krimi aus italienisch-spanisch-französischer Co-Produktion von Regisseur Silvio Amadio, der für seinen interessanten Früh-Giallo aus dem Jahr 1965 über die Abgründe der römischen High-Society und amerikanische Urlauber nur die schönsten Kulissen der Stadt ausgewählt hat. Die erste Leiche wird natürlich am Trevi-Brunnen gefunden, auch ansonsten wird inklusive Cinecittá kaum ein touristischer Hotspot ausgelassen und selbst ein Ausflug nach Venedig wird genutzt um in der Lagunenstadt noch ein paar schöne Locations einzufangen. Auch die Geschichte über das ominöse Verschwinden eines amerikanischen Geschäftsmannes weiß zu gefallen und das Ende erinnert dann stark an Hitchcock. Alles in allem ein sehr schöner Streifen, der seine Darsteller und Drehorte auch immer in das beste Licht rückt und auch ansonsten alles richtig macht, auch wenn die Krimi-Geschichte mit touristischem Mehrwert durchaus etwas konstruiert daherkommt. Darüber sieht man angesichts der hübschen Bilder aber gern hinweg und „Il segreto del vestito rosso“ hat mit einem ermittelnden Journalisten, hübschen Frauen, maskierten Killer und die Abgründe von Reich & Schön auch schon fast alle Zutaten jener Filme, die ein paar Jahre später unter dem Begriff „Giallo“ den Fan begeistern sollten. Irgendwie ist es dann auch verwunderlich, dass der schöne Streifen hierzulande anscheinend keinen höheren Bekanntheitsgrad hat – verdient hätte er es allemal!
7 Murder for Scotland Yard
Spanischer Giallo mit Paul Naschy als Ex-Trapezkünstler und Saufbold Bruno, der nach dem Mord seiner Gattin in Verdacht gerät, unter dem Decknamen „Jack the Ripper“ gleich für eine ganze Mordserie an Prostituierten im Rotlichtbezirk Soho in den Siebzigern verantwortlich zu sein. Als Zuschauer ist man dabei ebenfalls nicht ganz sicher, ob Bruno jetzt dem Mörder seiner Gattin auf der Spur ist, oder selbst dafür verantwortlich ist und während ihm der hochgewachsene Renzo Marignano als Ermittler von Scotland Yard auf den Fersen ist und sich auch andere Persoen verdächtig verhalten, steigt die Anzahl der Morde immer munter weiter. „7 Murders for Scotland Yard“ ist dabei sicher kein allzu großes Genre-Highlight, aber ein sehr solider Giallo-Schmuddelfilm aus spanischer Produktion, der auch weitaus besser als sein Ruf daherkommt und alles bietet, was man sich als Fan eines derartigen Werkes erwartet. Regisseur José Luis Madrid macht seine Sache jedenfalls ganz passabel und setzt seine Geschichte mit Paul Naschy, hübschen Frauen und viel Zeit- und Lokalkolorit in Szene und reiht Mordszene an Mordszene, ehe am Ende der Killer enttarnt wird. Als großer Naschy-Fan und Giallo-Fan ist der erwartungsgemäß leicht trashige „Jack el destripador de Londres“ natürlich unverzichtbar, aber auch der Rest kommt mit entsprechender Aufgeschlossenheit sicher ebenfalls auf seine Kosten.