Furious
Nach dem gewaltvollen Tod seiner Schwester Kim Lee verfällt Martial Arts-Kämpfer und -Lehrer Simon der Sinnkrise und schwört wenig später auf bittere Rache um so auch der Seele seiner Schwester die entsprechende Ruhe zu verschaffen. Von seinem ehemaligen Mentor Master Chan erhält der erfahrene Kämpfer einem Tipp, wer hinter dem Mord stecken könnten und gerät mit seinen Freunden prompt an eine Truppe von gewaltbereiten Gastronomen. Doch das ist erst der Anfang einer sehr seltsamen Reise, in dessen Verlauf Simon mit seiner unvergleichlichen Kampfkunst auch die ganze Welt vor feindseligen Invasoren aus dem Weltall, bösen Zauberern mit eindrucksvollen Mächten und weiteren, zwielichtigen Gesellen befreien muss...
Simon und Phillip Rhee sind ja anscheinend im Business sehr bekannte Martial-Arts-Helden, Regisseure und Stunt-Koordinatoren und gemeinsam mit „Special-Effect“-Künstler Tim Everitt entstand im Jahr 1984 der wohl schrägste Martial-Arts-Streifen aller Zeiten, der den Zuschauer einer 73minütigen Gehirn-Verweichung unterzieht. Die Geschichte in dem Dialog-armen Streifen kann man ohnehin nur erahnen und irgendwie geht es um außerirdische Mächte, flüsternde Buddha-Statuen, Hühner-Zauberei und Größenwahn, sowie einem gutherzigen Kämpfer, der sich dem ganzen Gesocks in den Weg stellt. Dazu düdelt unbarmherzig klassische Musik und es wird im Minutentakt gekämpft, ehe der Streifen im letzten Drittel dann auch effekttechnisch in die Vollen greift. Zwar hat man die Verwandlung von einem Menschen in ein Schwein, auch schon in einem Barry Prima-Streifen gesehen, aber die unbedarften Macher haben das in „Furious“ ja ähm… fast genauso gut hinbekommen. 73 Minuten ungläubiges Staunen, bizarre Einfälle und jede Menge Karate-Fights ohne Rücksicht auf Verluste sind dann wohl auch dafür verantwortlich, dass um das Low-Budget-Werk in den Staaten auch der absolute Kult entstanden ist und auch wenn das normalerweise so gar nicht meine Baustelle ist, muss man doch neidlos zugestehen, dass „Furious“ zwar nicht wirklich gut, aber sich dank haarsträubendem Verlauf doch gut gucken lässt.
Curse of the Queerwolf
Obwohl Larry eigentlich glücklich mit seiner Freundin zusammenlebt, lässt sich der Mann eines Tages von seinem besten Freund Richard dazu breitschlagen, in einer Bar auf Aufriss zu gehen. Tatsächlich finden sich zwei hübsche und willige Frauen, doch im Gegensatz zu Richard verläuft Larry Schäferstündchen nicht als Plan, als sich dessen Aufriss als vermeintlicher Transvestit entpuppt und den hoffnungslos überforderten Mann in den Hintern beißt. Als auch noch vier Männer mit Fackeln und silbernen Dildo vor der Türe stehen, die sich auf der Suche nach dem sogenannten „Queerwolf“ befinden, ist die Stimmung endgültig im Keller und Larry kehrt reumütig zu seiner Freundin zurück. Doch der Fluch des „Queerwolfs“ hat sich bereits auf den jungen Mann übertragen, was in den kommenden Vollmondnächten auch ungeahnte Auswirkungen auf dessen Körper und sexuelles Verlangen hat…
Herrlich überdrehte und liebenswert originelle Horror-Komödie von Mark „Nudist Colony of the Dead“ Pirro, der hier auf lustige Weise Werwolf-Mythen und große Genre-Vorbilder persifliert. Der Start des Low-Budget-Werks ist ja eher etwas mau, aber nach ein paar Minuten entwickelt sich „Curse of the Queerwolf“ zu einer überraschend unverklemmten Angelegenheit, mit einem erfrischend bösartigen Humor, das auch stets die Lacher auf seiner Seite hat. Nach dem Biss des „Queerwolfs“ kommt der sympathische und sehr „straighte“ Larry ja in Teufels Küche und als er das erste Mal ohne Erinnerung mit schmerzenden Hintern in der Herrensauna aufwacht, ist auch bei dem besonnenen Mann ordentlich Feuer am Dach. Alles hübsch augenzwinkernd und ohne Vorurteile in Szene gesetzt überzeugt auch die erste große Verwandlung, die in bester „American Werewolf“-Manier daherkommt und am Ende gibt es sogar ein richtiges Werwolf-Massaker mit Schenkelklopfer-Garantie. Schade nur, dass die Qualität des Low-Budget-Streifens so bescheiden daherkommt, denn mit etwas mehr Budget wäre der Streifen wohl der ganz große Partykracher geworden. Aber auch so ist „Curse of the Queerwolf“ eine überraschend kurzweilige und witzige Angelegenheit, der wohl auch als Inspiration für die Chillerama-Episode „I was a Teenage Werbear“ herhalten musste.