Kill Bill
Gestern beim Räumen und Ausmisten zufällig auf die japanische DVD mit der legendären Farbsequenz gestoßen und gleich Lust bekommen den wieder einmal zu gucken. "Kill Bill 1" ist ja auch irgendwie mein liebster Streifen von Quentin Tarantino, da zumindest der erste Teil ohne einschläfernde Laberattacken auskommt und sein Augenmerk auf sehr gelungene Action legt. Diese ist auch hübsch choreografiert und auch der Rest des Films überzeugt durchs einen bunten, teils sehr künstlich wirkenden Look und überraschenden Culture-Clash-Momenten: mexikanische Musik beim Schwertkampf in Japan - japanische Musik bei der Szene in Texas samt Manga-Sequenz zu einer Zeit, wo das auch noch halbwegs originell war. Auch Tarantinos mangelndes Talent eine halbwegs zusammenhängende Geschichte zu erzählen fällt in dem bewusst episodenhaft-gestalteten Zitate-Kino auch nicht sonderlich auf und so gelingt auf wundersame Weise ein Film, der auch gar nicht mehr sein möchte, als er letztendlich ist: kurzweilige Popcorn-Action-Unterhaltung vom Fan für Fans ohne viel Anspruch, dafür mit extra viel Schmackes!
Kill Bill 2
So sehr ich den überdrehten, brutalen und knallig bunten Erstling mag, so wenig gefällt mir der zweite Teil, mit seiner Western-artigen Atmosphäre, viel Laber-Laber und seltsam grotesken Momenten, in dem Quentin Tarantino versucht, seinen Figuren Tiefe zu verleihen, in dem er sie immer mehr der Lächerlichkeit preisgibt. Tarantino ist nun mal ein Blender und kein guter Geschichten-Erzähler und "Kill Bill 2" arbeitet sich dann auch fast schon etwas zu ziellos (Stichwort: Esteban) auf seinen finalen Abschlussgag hin, der dann ebenfalls nur mäßig originell ausgefallen ist. Außerdem ist mir das Ganze dann auch zu sehr auf verfilmte Macho-Männer-Fantasie gestrickt, als dass ich mich bei einer gefühlten Länge von drei Stunden auf Dauer an einer verfilmten Nerd-Stammtisch-Story mit schönen Bildern, tollen Darstellern und zahlreichen Cameos erfreuen könnte.
Zombies from outer Space
So nobel die Idee ist, in Eigenregie und mit wenig Budget einen bayrischen Heimatfilm mit Zombies und im Stil von 50er-Jahre Monsterfilme zu drehen - so schlecht ist im Falle von Herrn Faltermeier leider das Ergebnis ausgefallen. Man hört ja immer wieder, dass die Macher grundsympathischen Menschen sind, die den Kinosaal während des Films auch in einen Partysaal umfunktionieren, aber im heimischen Patschenkino funzt die Mischung aus Heimatfilm und Horror, 50er-Jahre Charme und Sci-Fi leider so überhaupt nicht. "Zombies from outer Space" wirkt nach einem guten Auftakt über weite Strecken mehr als bemüht und kommt auch so überhaupt, so überhaupt gar nicht in die Puschen. Wenn man als Sci-Fi-Fan schon Heimatfilme persiflieren will, sollte man vielleicht auch welche gesehen haben und auch die unterschiedlichen Dialekte der Hauptdarsteller und das Englisch der Besatzungskräfte entpuppten sich auf Dauer auch eher zu Geduldsprobe für den Zuschauer. Wenn man bedenkt, dass der Look des Streifens und das Creature-Design durchaus gelungen sind, ist es schade, dass das zweifelsfrei vorhandene Potential nicht besser genutzt wurde. Irgendwie hab ich auch fast ein schlechtes Gewissen, so negativ über ein Herzblut-Projekt zu urteilen, aber auch das macht diesen über weite Strecken einfach ziemlich langweiligen Film nicht besser...