Dismorfo - Rodjara (1980)

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jogiwan
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Dismorfo - Rodjara (1980)

Beitrag von jogiwan »

Dismorfo

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Originaltitel: Dismorfo

Herstellungsland: Spanien / 1980

Regie: Rodjara

Darsteller:innen: Rodjara, J. Caracuel, Alex Fontsa, Akira Valer

Story:

Die Ruhe des Einsiedlers Salomon wird gestört, als Nazi-Schergen Juden weit in die Berge jagen um diese zu erschießen. Da er selbst jüdischen Glaubens ist, entkommt er nur durch Zufall seiner Exekution und flüchtet mit letzter Kraft auf einen abgeschiedenen Bauernhof, wo er auf das zerrüttetes Paar Ana und Alejo, sowie dessen Mutter Rebecca trifft. Obwohl die Stimmung zuerst feindselig ist und ihm auch die psychischen Probleme von Alejo nicht verborgen bleiben, hilft Salomon bei der täglichen Arbeit und sieht sich zunehmend den Annäherungen von Ana, so wie auch des Bauern Alejo ausgesetzt. Später ist Ana verschwunden, Rebecca verlangt die Heirat für ihr Schweigen und Salomon immer tiefer in familiäre Konflikte gezogen wird…
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jogiwan
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Re: Dismorfo - Rodjara (1980)

Beitrag von jogiwan »

Eigentlich unglaublich was Spanien in den Achtzigern so alles als Filmland hervorgebracht hat. „Dismorfo“ ist eine völlig irre Familiengeschichte mit Sex, Habgier und Gewalt mit psychosexueller Ausprägung und Nazis, die man heutzutage wohl auch nicht mehr bringen könnte. Hinter und vor der Kamera diese Low-Budget-Werkes agiert ein Mann namens Rodjara, ein hagerer Mann mit Prinz-Eisenherz-Frisur, der nicht nur für seine Rolle viel zu alt erscheint, sondern auch sonst die Geschichte ohne viel Rücksicht auf Zuschauerbefindlichkeiten erzählt. Dazu kommen ausnahmslos schräge Charaktere, die sich den abgelegenen Bauernhof als Rückzugsgebiet für ihre Befindlichkeiten gesucht haben und ohne Rücksicht auf Verluste agieren. Die Geschichte ist eigentlich völlig gaga, reiht Abgründe an Abgründe ist auch immer so erzählt, dass man eigentlich nur staunen kann, was man dem Zuschauer inklusive einem sehr offenen Umgang mit Homosexualität seinerzeit so alles zumuten konnte. Irgendwie geht es um Eigen- und Fremdwahrnehmung, sexuelle Abgründe, Einsamkeit und dem Verlagen, anderen und sich selbst gerecht zu werden. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht so wirklich, was ich von „Dismorfo“ halten soll, weil hier einfach so viel zusammenkommt, bei dem man nicht weiß, ob sich die Macher nicht ins Fäustchen lachen, dass man sich Jahrzehnte später noch immer so viele Gedanken zu einem rasch abgekurbelten Low-Budget-Werk macht, in dem inhaltlicher Anspruch und technische Leistungen doch auch recht weit auseinanderklaffen. Auf jeden Fall wieder ein sehr ungewöhnlicher, weil völlig jenseitiger Film, wie er eigentlich nur aus Spanien oder Italien kommen kann.
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