Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Bring her Back

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01.jpg (32.23 KiB) 226 mal betrachtet
Für mich persönlich war „Talk to me“ schon eine sehr positive Überraschung und auch „Bring her Back“ empfand ich auch als sehr gelungen, auch wen der Streifen teils sehr unangenehm und verstörend daherkommt. Die beiden Philippou-Brüder präsentieren nicht den üblichen Wohlfühl-Horror mit sicherer Distanz, sondern ein durchaus bedrückendes Szenario mit Figuren, die lebendig und sympathisch wirken. Wie schon bei „Talk to me“ richtet sich die Gewalt auch gegen junge Protagonisten, was bei diesem Streifen in ein paar sehr unschönen Szenen gipfeln, die man auch erst einmal verdauen muss. Auch das Böse kommt hier nicht in üblicher Form daher, sondern präsentiert sich zuerst in freundlicher, dann zunehmend in abgründiger Form. „Bring her Back“ ist dabei eher dramatisch gehalten und entwickelt von Beginn an eine bedrückende Atmosphäre, die auch bis zum bitteren Ende gesteigert wird. Schon alles sehr gelungen und ungemein effektiv, sodass man den beiden Machern abermals nur gratulieren kann. Sicher kein Film, der so rasch wieder im Player landet, aber auch das ist in diesem Fall durchaus positiv gemeint. Tipp!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Ghoul - Die Legende vom Leichenesser

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01.jpg (37.32 KiB) 214 mal betrachtet
jogiwan hat geschrieben: Sa 23. Nov 2019, 07:32 Found Footage die Drünfzigste, dieses Mal in Form einer tschechisch-ukrainischen Produktion mit amerikanischen Darstellern, die in einem abgelegenen Wald ungewollt den Geist eines sowjetischen Serienmörders beschwören. Was als Doku über dokumentierte Fälle von Kannibalismus ganz passabel beginnt, verkommt aber relativ rasch zur üblichen Geisterbahnfahrt mit Wackelkamera und billigen Jump-Scares, die leider so gar nicht begeistern kann. Die Geschichte ist doof, die Charaktere egal und statt Spannung und Atmosphäre gibt es nerviges Herumgeschreie und ein wildgewordenes Medium, dass die Augen verdreht. Also nichts, dass man in hundert anderen Filmen aus der Ecke nicht schon besser gesehen hätte. Als Found-Footage-Fan kann man sich das Teil schon geben, aber Innovationen oder gute Idee sollte man sich besser nicht erwarten. Demnächst wohl auch schon für ein paar Cent am Wühltisch oder mit neun anderen Filmen in der großen Kannibalen-Box.
Die Zweitsichtung hat dann eigentlich nur noch genervt und wer Freude daran hat, wie irgendwelche beliebigen Leutchen irgendwo im ukrainischen Hinterland in Panik geraten und sich anschließen völlig irrational verhalten, kann sich an dem Teil sicherlich erfreuen. Alle anderen werden sich eher mit Grausen abwenden. Nerviges Found-Footage-Filme, dass völlig innovationsfrei und lahm daherkommt - permanente Gekreische inklusive. Örks!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Advent Calendar

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01.png (126.54 KiB) 204 mal betrachtet
Nach einem Autounfall ist die ehemalige Tänzerin Eva querschnittgelähmt und hält ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränkt. Eines Tages bekommt sie von ihrer Freundin einen mysteriösen Adventkalender mit Mechanik aus Holz, den diese in Deutschland auf einem Weihnachtsmarkt gefunden hat. Dieser verspricht nicht nur ein Weihnachtswunder, sondern droht ganz offen mit dem Tode, sofern bestimmte Regeln nicht eingehalten werden. In jedem Türchen versteckt sich etwas Süßes, dass ausnahmslos konsumiert werden muss und als Eva diese nascht, verändert sich auch jedes Mal etwas in ihrem Leben. Sie gewinnt Geld, lernt neue Menschen kennen, die Demenz ihres Vaters bessert sich und alle sieht danach aus, als würde sich ihr Leben ins Positive verändern. Doch bald kippt die Szenerie und es geschehen merkwürdige Dinge und seltsame Unfälle und es sieht danach aus, dass der Kalender seinen Anteil und Einsatz verlangt und der ist weit höher als gedacht…

Nachdem wir rund um Weihnachten schon alle Feiertage und kulturellen und regionalen Eigenheiten durch sind, hat nun auch der berühmte Advent-Kalender seinen eigenen Genre-Streifen bekommen. Dieser kommt durchaus interessant und dramatisch daher und erzählt von einer jungen Frau, der das Schicksal übel mitgespielt hat und die durch den Kalender die Aussicht auf ein besseres Leben bekommt. Doch wie so oft, gibt es im Leben nichts geschenkt und der dämonische Kalender fordert mit jeden Öffnen eines Türchens auch seinen Preis. Dabei legt der Streifen eher Wert auf seine Figuren und weniger auf die drastischen Dinge, die hier meist im Off geschehen. Die Sache mit dem Advent-Kalender ist auch eher mehr der lose Aufhänger für eine Geschichte, die an „In einer kleinen Stadt“ erinnert und die Aussicht auf eine positive Veränderung, die auch mit negativen Dingen behaftet ist. Gänzlich überzeugt hat mich „The Advent Calendar“ dann auch nicht und irgendwie wirkt der Film immer etwas zu verhalten und zu verbissen ernsthaft. Weniger Dramatik und etwas schwarzer Humor hätte „The Advent Calendar“ meines Erachtens ja nicht geschadet und so bleibt dieser belgische Streifen hinter meinen Erwartungen zurück und thematisch auch eher ein kleines Kuriosum, dass sich Anfang Dezember aber auch gut gucken lässt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Schneekönigin

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01.jpg (66.73 KiB) 189 mal betrachtet
Kai und Gerda haben in jungen Jahren jeweils ihre Eltern verloren und leben nun bei der Großmutter von Gerda, die sich auch rührend um ihre beiden Ziehkinder kümmert. Eines Abends steht jedoch die Schneekönigin im Wohnzimmer und begehrt Kai in ihre Obhut zu nehmen. Die Großmutter lehnt entrüstet ab, doch als die Schneekönigin zum Abschied Kai einen Kuss gibt, verwandelt sich dessen Herz in einen Eisklotz. In weiterer Folge ist der Junge nicht wiederzuerkennen und begibt sich wenig später auch in die Obhut der Königin. Als die Großmutter darauf der Traurigkeit verfällt, begibt sich die wagemutige Gerda auf eine abenteuerliche Reise durch das ganze Land zum Palast der Schneekönigin, um Kai wieder von seinem Fluch zu befreien…

"Schnipp, schnapp, schnorre... Pore... Baselore" - herrlich naiv gemachter, aber eigentlich gar nicht mal so harmlos ausgefallener Märchenfilm aus sowjetunionischer Produktion nach Motiven von Hans Christian Andersen über die feindliche Übernahme einer kindlichen Obhut und der darauffolgenden Reise einer mutigen jungen Frau gegen die Widrigkeiten der Aristokratie und Kriminalität. Die Adaption des Märchens wirkt hier etwas episodenhaft und nach dem winterlichen Auftakt und dem Besuch der Schneekönigin treibt es die junge Gerda auf ein Schloss, zu den Räubern und letzend Endes in Schloss der titelgebenen Figur. Die Effekte sind herzallerliebst und vor allem die von Menschenhand zum Leben gebrachten Tierfiguren sind hier besonders hervorzuheben. Einige Sequenzen wurden animiert, Matte-Paintngs gibt es allerorten und ab und an darf natürlich auch gesungen werden. Alles ein sympathischer Spaß für kleine und große Kinder, der sich auch mühelos auf aktuelle Gegebenheiten umlegen lässt und daher durchaus zeitlos daherkommt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

A Hyena in the Safe / Una iena in cassaforte

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01.jpg (27.13 KiB) 153 mal betrachtet
Ansprechend gefilmte Mischung aus Giallo, Gangsterdrama und europäischen Sittenbild mit Agatha-Christie-Touch, der unverständlicherweise scheinbar völlig durch den Rost gefallen ist. Die Geschichte über eine Handvoll Gangster, eine große Menge Diamanten und Habgier ist zwar jetzt nicht bahnbrechend neu und ab und an hat „Hyena in a Safe“ auch zu Beginn ein paar Längen, aber ansonsten gibt es an dem Werk von Cesare Canevari als großer Fan italienischer Filme eigentlich nicht viel zu meckern. Neben den interessanten Darstellern, die offensichtlich nur in wenigen oder nur dieser Produktion mitgewirkt haben, glänzt auch die noble Villa als Handlungsort und die beschwingte Musik und die schönen Kostüme, die das multi-linguale Treiben begleiten. Ich habe mir ja eher ein Filmchen aus der zweiten oder dritten Reihe erwartet, aber dafür ist „Una iena in cassaforte“ ja im Grunde technisch und darstellerisch viel zu gut gemacht und es liegt wohl an der bisher mangelnden Verfügbarkeit, dass dieser Streifen selbst in Fan-Kreisen nicht etwas bekannter ist. Die neue Blu-Ray von Celluloid Dreams aus den Staaten ist „Code A“, bietet den Streifen aber in schöner Qualität und mit jeder Menge Bonus. Zwar fehlt zum Highlight schon ein großes Stück, aber durchaus eine spannende Entdeckung mit ein paar schönen Momenten.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Krampus

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jogiwan hat geschrieben: So 18. Dez 2016, 09:51 Der „Krampus“ in der gleichnamigen Horrorkomödie aus den neuseeländischer und amerikanischer Co-Produktion hat zwar mit dem in Österreich und süddeutschen Raum bekannten und haarigen Begleiter von Nikolaus so gut wie gar nichts zu tun, ist aber eine durchaus unterhaltsame Fantasy-Horrorkomödie mit Weihnachtsthematik, der hübsch turbulent und etwas abseits der Spur ausgefallen ist. Als Gemeinsamkeit bleibt ein gewisser erzieherischer Effekt, aber wie man auf die Idee kommt, die Figur ausgerechnet für einen derartigen Film herzunehmen bleibt ja rätselhaft, genauso wie die Tatsache, dass man einen derart exquisiten Cast für diesen spaßigen Big-Budget-Nonsens vor der Kamera versammeln konnte. Aber „Krampus“ macht Laune und zeigt vor allem zu Beginn den eigentlichen Horror des Festes, wenn auf einmal die nörgelnde Verwandtschaft vor der Türe steht und statt weihnachtlichen Frieden eigentlich alle auf Krawall gebürstet sind. Nach der Hälfte und einer animierten (!) Sequenz steht dann aber winterliches „Drag me to Hell“ mit märchenhaften Elementen am Programm und Michael Doughertys augenzwinkernder Streifen verkommt zu einer Teufelskreatur-Geisterbahnfahrt, in dem kein Stein auf dem anderen bleibt. Das mag mit seinen bisweilen sehr kruden Einfällen ernsten Menschen zwar himmelschreiend doof erscheinen, aber ich fühlte mich bestens unterhalten und der Streifen kommt auch auf die Liste der gelungenen Genre-Weihnachtsfilme, die rocken und ordentlich Spaß machen.
In Österreich kommt der Krampus ja am 05.12. und auch wenn dieser kaum etwas mit dem Krampus in Michael Doughertys Streifen zu tun hat, so bleibt der Film doch ein lustig-turbulenter Streifen über das Grauen zu Weihnachten, dass hier gleich zweimal über eine beschauliche Familie hereinbricht. Als Österreichbezug gibt es die beliebte Schauspielerin Krista Stadler als Omi, die im Original Deutsch spricht und etwas über den Geist von Weihnachten erzählt. Der Krampus ist hier aber nicht der Begleiter des Nikolaus, sondern kommt mit dem Lebkuchenmann und dem Weihnachtsengel und hat ebenfalls Böses im Sinn. Zwar fällt bei der erneuten Sichtung der Überraschungseffekt weg, aber Spaß macht er immer noch. Gerne in ein paar Jahren wieder.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Verschwörung der Frauen

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Drei Frauen in Norfolk einer jeweils anderen Generation teilen sich nicht nur denselben Namen Cissie Colpitts, sondern auch die Tatsache, dass sie ihrer Männer überdrüssig geworden sind. Und so beginnt die Großmutter des Dreiergespanns ihren untreuen Ehemann in der Badewanne zu ertränken. Dank der Hilfe des loyalen Leichenbeschauers bleibt der Mord jedoch ohne Konsequenzen, sodass auch bald Mutter und Tochter das Spiel auf ähnliche Weise wiederholen, während die Hinterbliebenen beweisen wollen, dass die bizarren Tode doch keine Unfälle gewesen sind…

Peter Greenaway mag man ja oder eben nicht und ich gehöre zu der Seite, die mit seinen sperrigen Filmen durchaus etwas anfangen kann. „Drowning by Numbers“ wirkt zwar aufgrund seiner ländlichen und landwirtschaftlichen Settings bodenständig, ist inhaltlich aber durchaus extravagant, wenn die Protagonisten gar seltsame Dinge tun. Und dabei meine ich nicht einmal die Morde, sondern den ganzen Rest, der sich hier vor dem Auge des verwunderten Zuschauers präsentiert. Dabei ist der Ton eher leicht, die Damen schnippisch, intelligent, selbstbewusst, während die Männer hier eher weniger zu melden haben. Dazu gibt es viel nackte Haut, tote Tiere und die schönen Streicher-Klänge von Michael Nyman, der hier den Soundtrack zu verantworten hat. Was uns der Film eigentlich sagen möchte, ist mir zwar nach Sichtung nicht klar, aber dieses Zahlrenrätsel ist zumindest schön anzuschauen und langweilt auch zu keiner Sekunde seiner knapp zweistündigen Laufzeit und auch wenn man am Ende irgendwie ratlos zurückbleibt.

Vampira

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02.png (50.53 KiB) 131 mal betrachtet
Der Wissenschaftler Manfred Jester erklärt die Ursprünge des Vampirismus, die sich auf die Ursprünge der Menschheit zurückführen lassen und sich nun in diversen regionalen Ausprägungen finden. Dabei zitiert Jester Baudelaire und Satre und präsentiert nicht nur den klassischen Vampir, sondern auch dessen metaphorischen Ausprägungen. Dazu sehen wir als Ergänzung episodenhafte Momente aus dem untoten Leben einer Vampirfrau, die diese Erläuterungen begleiten, ohne Dialoge auskommen und an expressionistische Stummfilme erinnern.

Gestern noch die Gunst der späten Stunde genutzt um diesen knapp 44minütigen Streifen von Regisseur George Moorse zu sehen, der 1971 für die Ausstrahlung im ARD geschaffen wurde. Ich weiß leider nicht mehr, wer oder wie mir das im Netz empfohlen wurde, aber „Vampira“ ist einer dieser Filme, die man - so oder so gesehen - nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Irgendwo zwischen Video-Essay, wissenschaftlichem Beitrag, Vampirfilm und Mitternachtskino mit Stummfilm-Ästhetik präsentiert sich dieses Werk mit den Klängen von Tangerine Dream als völlig obskures wie schönes Werk, dass im Entstehungsland wieder einmal so gut wie nicht bekannt ist. Das möge sich doch bitte ändern, da „Vampira“ zwar schräg und sperrig, aber im Grunde doch ziemlich gelungen ist und als Genre-Produktion für die breite Massen im TV ebenfalls Neuland beschritten hat.. Als Rahmenhandlung agiert hier ein wissenschaftlicher Kommentar, der von dialoglosen Bildern begleitet wird, die unterschiedliche Episoden präsentieren. Mal trifft die Vamprifrau auf einen Landvermesser, dann auf Widersacher und Verbündete und auch ein androgynes Wesen und ein verrückter Arzt spielen eine große Rolle. Dabei wirkt alles entrückt, surreal, theatralisch und benötigt auch gar keine drastischen Bilder um atmosphärisch zu sein. Toll!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Augen der Angst / Peeping Tom

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01.jpg (47.4 KiB) 117 mal betrachtet
Heute kann man es ja nicht mehr nachvollziehen, warum „Augen der Angst“ seinerzeit von Kritik und Publikum gleichermaßen so harsch auf Ablehnung stieß. Mittlerweile gilt der Film ja rehabilitiert und auch ein Meilenstein des Genre-Films der die Lust am Schauen in den Vordergrund stellt und einen Mörder präsentiert, der eben nicht abgrundtief böse - sondern getrieben von seinen Befindlichkeiten ist. Powell und Böhm machen die Figur des Psychopathen zum „normalen Mensch“ von Nebenan, der beim nicht nur Ablehnung hervorruft und das Publikum so in Verlegenheit bringt. Auch ansonsten nimmt „Peeping Tom“ ja schon vieles vorweg, was in den nachfolgenden Jahrzehnten noch so alles im Genrefilm folgen sollte. Michael Powell hat ja einige sehr schöne und spannende Filme gemacht, aber „Peeping Tom“ ist schon in vielerlei Hinsicht herausragend und hat auch nach 65 Jahren noch wenig von seiner verstörenden Kraft verloren. Großartig!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Carnage for Christmas

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01.png (121.34 KiB) 106 mal betrachtet
Lola hat in jungen Jahren noch als Mann in einem verschlafenen Kaff zur Lösung eines Kriminalfalles beitragen und ist nun in Sidney erfolgreiche und transsexuelle True-Crime-Podcasterin erfolgreich. Als sie anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes ihre Schwester besucht, beginnt in deren Umfeld auch eine seltsame Mordserie, in dem jemand im Weihnachtsmannkostüm Personen aus ihrem Umfeld ermordet. Die Polizei ist nicht sonderlich hilfreich, sondern verdächtige sogar Lola, sodass diese mit ihrem Wissen über Kriminalfälle die Lösung des Falles selbst übernehmen muss. Und diese führt die junge Frau geradewegs in die dunklen Geheimnisse der Kleinstadt und einem Verbrechen, dass all die Jahre vertuscht worden ist.

Der nächste Slasher mit Weihnachts-Thematik bzw. einem Mörder im Weihnachtsmann-Kostüm und Hammer, der hier wie die transsexuelle Ermittlerin die Befindlichkeiten einer australischen Kleinstadt aufmischt. Trans ist ja mittlerweile zur großen Reibungsfläche – auch innerhalb der LGBTQ+Bewegung geworden und Regisseurin Alice Maio Mackay geht es natürlich auch um die Sichtbarmachung von Transsexualität. Aber bei einem Slasher ist das natürlich zweitrangig und die Frage ist, aber „Carnage for Christmas“ funktioniert oder nicht. Und das tut es eigentlich, auch wenn Weihnachten nur am Rande vorkommt und die Geschichte und ihre vielen Figuren teils etwas verworren daherkommt. Leider sind die Morde oft nur sehr kurz oder angedeutet, was ich persönlich schade finde, da diese ja das Herzstück eines Slashers darstellen. Hier merkt man einfach das schmale Budget, dass offensichtlich vorhanden war und den ansonsten durchaus positiven Gesamteindruck unnötig schmälern. Die Geschichte ist gut, die Figuren ebenfalls und auch sonst hat der australische Streifen alles, was es für einen Slasher benötigt. Kein Highlight, aber ein solider Beitrag mit Trans-Einschlag, der durchaus von Talent und Genre-Liebe zeugt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Black Christmas

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„Black Christmas“ geht im Advent ja eigentlich immer und auch die wiederholte Sichtung schmälert nicht die positiven Eindrücke, die der Film bereits zuvor hinterlassen hat. Schön vor allem die Figuren, die hier eben nicht den üblichen Horror-Klischees entsprechen, genauso wie das Bedrohungsszenario, dass hier weitgehend unbemerkt in den eigenen vier Wänden von Statten geht. Dazu kommen auch immer wieder humoristische Momente und dennoch ist Bob Clark ein Streifen gelungen, der auch mit zunehmender Laufzeit eine sehr bedrückende Atmosphäre entwickelt. Ganz toll auch der Cast mit Margot Kidder, Olivia Hussey und John Saxon, die hier ja auch schon erwähnt wurden. Tja, alles richtig gemacht mit der „Mutter“ aller Weihnachtsslasher, der für das Jahr 1974 auch seiner Zeit voraus war. Ich mag den Streifen einfach!
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