Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die letzten Amerikaner

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Walter Hill hat mit „Die letzten Amerikaner“ nicht nur einen packenden Backwood-Thriller, sondern wohl auch einen Film geschaffen, aus dem wohl jeder zum Teil das herauslesen kann was er möchte. Die einen sehen darin eine Vietnam-inspirierte Abrechnung mit der Arroganz der Amis in Hinblick auf ihr Verhalten als vermeintliche Retter der Welt, während wohl weniger aufgeschlossene Menschen darin die Bestätigung sehen, dass die Gefahr durch unterbelichtete Kräfte wohl wirklich hinter jeder Ecke wartet, der man auch nur mit Gewalt entgegentreten kann. Dabei zeichnet Hill in seinem „Anti-Warriors“ aber ein eher ernüchterndes Bild einer bunt zusammengewürfelten Truppe an Knallchargen, die sich ständig wie die Axt im Walde benehmen und auch untereinander so überhaupt nicht grün sind. So bleibt am Ende neben ständigen Konflikten und selbst verursachten Gefahrensituationen mit tödlichem Ausgang nur die Erkenntnis, dass Gewalt immer noch mehr Gewalt auslöst und es in solchen Fällen ohnehin keine Gewinner gibt. Doch auch unabhängig von der intendierten Aussage des Streifens ist „Die letzten Amerikaner“ wirklich ein sehr gelungener Action-Streifen mit hübscher Sumpf-Optik und ohne Sympathieträger, der dennoch bis zum herausragenenden Finale spannend und unvorhersehbar bleibt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Unknown User

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„Found-Footage“-inspirierter Horrorstreifen über ein Cybermobbing-Verbrechen und sechs Jugendlichen einer Clique, die während eines Chats von einer weiteren Person genötigt werden, die Wahrheit über einen im Vorfeld geschehenen Selbstmord einer ehemaligen Freundin zu gestehen. Für die Tatsache, dass man dabei 75 Minuten in Echtzeit einem Video-Chat beiwohnt, in dem Social-Media-Accounts und jugendliches Online- und Telefon-Verhalten eine große Rolle spielen, ist „Unknown User“ ja doch überraschend spannend ausgefallen und wer sich mit dem Format anfreunden kann, bekommt auch einen knackig inszenierten Streifen mit funktionalen Schreckmomenten serviert. Zwar ist die ganze Sache schon auch auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten, aber auch der etwas ältere Zuschauer wird dank passalber Erzählweise und „spektakulärer“ Teenie-Enthüllungen immer bei Laune gehalten. Als Zuschauer ist man sich ja anfänglich auch wirklich nicht sicher, ob jetzt ein Geist, oder doch ein irdisches Wesen seine Finger im grausamen Spiel hat und auch wenn das Ende in gewisser Form natürlich absehbar ist, kommt dieser "Online-Social-Media"-Horror doch recht originell daher und ist zum Einmalgucken daher auch eine durchaus kurzweilige Angelegenheit.

Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel

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Ich würde mit „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“ ja auch nicht so hart wie andere vor mir ins Gericht gehen und in Zeiten von inflationären „Jump-Scare-Insidious-Conjuring“-Klonen ist der Streifen ja angenehm ruhig und oldskoolig erzählt und verlässt sich eher auf unheimliche Geistererscheinungen, als irgendwelche Gore- oder Schreckmomente. Die Jugendlichen sind zwar etwas oberflächlich gezeichnet, aber dennoch recht sympathisch, die Optik gelungen und ob der Streifen jetzt einzig und allein als Werbung für ein Spielbrett eines Spielzeugherstellers konzipiert wurde, ist mir im Grunde auch ziemlich egal. Ich fand „Ouija“ jedenfalls weder langweilig, noch schnarchig, sondern durchaus passabel und als harmloser und durchschnittlicher Vertreter eines neuzeitlichen Gruselstreifens ebenfalls okay. Zwar wird dem Genre-erfahrenen Horrorfan nichts geboten, was man anderswo nicht schon besser gesehen hätte, aber für Leute, die sich einfach mal einen netten Grusler ansehen wollen, oder auch als Zweitfilm ist „Ouija“ schon okay.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Savage Weekend (Killer mit der Maske)

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Etwas zäh erzählte Mischung aus Slasher und Backwood-Drama mit sonderbar gezeichneten und sexuell frustriert erscheinenden Protagonisten, die sich redlich Mühe geben immer etwas unsympathisch zu erscheinen. Die Geschichte über arrogante Städter, die am Lande Urlaub machen um die Renovierungsfortschritte an einem Boot zu kontrollieren und ins Visier eines maskierten Killer geraten, wird niemanden vom Hocker reißen und krankt auch an der Tatsache, dass es keine richtigen Verdächtigen gibt und auch die Opfer stets sehr gleichgültig und gelangweilt erscheinen. Das wirkt sich natürlich auch auf die Spannung aus, die in „Savage Weekend“ nie so richtig aufkommt und bis der erste Mord geschieht und der Killer enttarnt wird, vergeht hier einfach viel zu viel Zeit mit seltsamen Dialogen, Beziehungs-Blabla und sonstigen Entwicklungen, die sich in ihrer Motivation dem Zuschauer nicht so wirklich schlüssig erklären wollen. Bemerkenswert an dem Streifen ist neben dem gelungenem Soundtrack und den chaotischen Produktionsumständen wohl eher die Tatsache, dass es hier um einen der ersten Slasher der Filmgeschichte handelt und hier keine jugendlichen Figuren, sondern Erwachsene ins Visier eines ominösen Killers geraten. Begeisterung sieht dennoch anders aus, selbst wenn man bei dem etwas unausgegorenen und daher leicht unterdurchschnittlichen Streifen als Slasher- und Obskuritäten-Fan durchaus ein Äuglein riskieren kann.

Bad Dreams (Vision der Dunkelheit)

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„Vision der Dunkelheit“ wollte ich ja schon immer mal sehen, seit mir in sehr jungen Jahren ein Bericht darüber in die Hände gefallen ist, auch wenn das nun doch ein paar Jahrzehnte gedauert hat. Damals dürfte es wohl ein Bericht in einem „Cinema“-Heft gewesen sein, der mit seinen Bildern und dem Plakat mein Interesse geweckt hat und Andrew Fleming ist auch ein sehr hübscher Horrorstreifen aus der Achtzigerkiste gelungen, der in seiner Ausgangslange natürlich an das Jonestown-Massaker erinnert. Die einzige Überlebende eines kollektiven Selbstmordes einer Sekte durch Verbrennen erwacht dreizehn Jahre später aus dem Koma und wird daraufhin in einem Krankenhaus von schrecklichen Visionen mit übel zugerichteten Leichen gequält, während rund um sie herum eine ominöse Selbstmordserie beginnt. Die Geschichte mit seiner düsteren und unheilvollen Ausgangslage ist dabei in einer Therapiegruppe für Patienten mit psychischen Erkrankungen angesiedelt und hat mir bis zum spannenden Finale auch sehr gut gefallen, auch wenn man zwischendurch nie so recht weiß, in welche Richtung die ganze Sache geht und man einigen unlogischen Entwicklungen auch aufgeschlossen sein sollte. „Bad Dreams“ zählt meines Erachtens aber dennoch und definitiv zu den besseren Werken aus den Achtzigern, der sich hinter vergleichbaren Werken nicht verstecken muss und auch hierzulande längst eine legale Veröffentlichung als Silberling verdient hätte. Die Ami-Blu-Ray-Disc bietet den Streifen in sehr hübscher Qualität und hat neben ein paar Interviews auch noch ein alternatives Ende, welches dann gleich ein paar Minuten länger geht. Das Warten hat sich also doch gelohnt! ;)
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Visiting Hours (Horror Hospital)

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„Visiting Hours“ ist ein durchaus interessanter Slasher aus dem Jahr 1982, in dem selbstbewusste Frauen in das Visier eines psychopathischen Killers geraten. Als eine streitbare Journalistin eine Attacke überlebt und in ein Krankenhaus eingeliefert wird, verlegt der Stalker sein mörderisches Werk ebenfalls in selbiges und räumt dabei auch noch ein wenig unter den Angestellten auf. Jean Claude Lords Werk ist dabei durchaus passabel ausgefallen, krankt aber etwas an mangelnder Spannung und ist wohl auch ein paar Minütchen zu lange ausgefallen. Wie Sergio schon anmerkte geschehen im Verlauf des Streifen schon ein paar unglaubwürdige Ereignisse und obwohl der Killer über keine übernatürlichen Kräfte verfügt, scheint es für ihn kein Problem zu sein, an jeder gewünschten Stelle aufzutauchen, ohne dass irgendjemand Verdacht schöpft, während es wohl kein Problem zu sein scheint, in einem riesigen und von Journalisten belagerten Krankenhaus menschenleere Stockwerke zu finden, in denen im packenden Ende dann die finale Mörderhatz stattfinden kann. Aber das sind kleinere Schönheitsfehler in einem ansonsten durchaus passablen Slasher aus der Achtzigerkiste, in dem vor allem Michael Ironside in einer dankbaren Rolle und furchtbaren Trägerleibchen eine hübsche Darbietung abliefert und den Rest des Casts auch mühelos gegen die Wand spielt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Night Claws

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Der im August 2015 verstorbene Regisseur David A. Prior hat mit „Sledgehammer“, „Aerobicide“ und „Deadly Prey“ ja gleich ein paar schundige B-Movie-Knaller in seiner Filmografie, die Trashfans und aufgeschlossene Zuschauer aus Verzückung mit den Ohren schlackern lassen. Sein 2012 gedrehter Diskont-Horrorstreifen „Night Claws“ zählt ja jedoch eindeutig nicht dazu und obwohl der Regisseur für seinen Bigfoot-Blödsinn mit Reb Brown einen der beliebtesten Action-Darsteller aus der Schauspiel-Rente geholt hat und auch noch auf andere Genre-Veteranen setzt, ist der Streifen inhaltlich und handwerklich leider ein ziemliches Desaster geworden und selbst wohlwollende Personen und Optimisten ratlos zurücklässt. Dass Prior am Tag gedrehte Szenen so abdunkelt, dass der Zuschauer annehmen soll, es handle sich um Nachtszenen könnte man ja noch mit Müh und Not sympathisch finden, aber der Rest ist so derart doof, dass man aus tiefster Verzweiflung nur noch den Kopf schütteln und die Vorspultaste drücken möchte. Man weiß ja gar nicht, wo man anfangen soll, aber am meisten haben mich wohl die vollkommen unsympathischen Figuren gestört, die als Identifikationsfiguren denkbar ungeeignet erscheinen und auch bei der Story hat man einfach etwas aus diversen Versatzstücken etwas zusammengezimmert, dass so gar nicht zusammenpasst. Am Ende gibt es dann noch einen ebenfalls entbehrlichen Plot-Twist, ehe der Streifen vollkommen abrupt endet und so einem riesigen Haufen Müll dann noch die Krone aufsetzt. „Night Claws“ ist billig heruntergekurbelte Billigware ohne Herz, Seele und Verstand, den man eigentlich nicht einmal seinen ärgsten Feind in den Player wünschen würde.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das Kabinett des Professor Bondi

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Wunderbar oldskooliger Gruselstreifen mit Vincent Price, der sich als Wachsfigurenkünstler zuerst mit seinem habgierigen Geschäftspartner überwirft und anschließend bei einem gelegten Brand seine Fähigkeiten und Sammlung einbüßt und sich einer ungewöhnlichen Geschäftsidee bedienen muss um wieder zu neuen Figuren zu kommen. „Das Kabinett des Professor Bondi“ ist angesichts seines Entstehungsjahres ja überraschend kurzweilig und knackig inszeniert und vor allem die Szenen im Wachsfigurenkabinett haben auch heute noch einen ganz eigenen und hübsch morbiden Charme und üben eine Faszination aus, der man sich als Gruselfan auch nicht entziehen mag. Schon die Eröffnungssequenz in der kurzerhand das Museum des Professor Bondi abgefackelt wird, ist ganz großartig ausgefallen und auch der Rest des als 3D-Streifen konzipierten Gruselstreifens hat mir ausnehmend gut gefallen, selbst wenn das Gezeigte stets etwas harmlos bleibt und man Blut und Gore natürlich nicht erwarten darf. Vincent Price liefert ja gewohnt und wieder einmal eine grandiose Performance ab und als taubstummer Diener Igor gibt es auch noch Charles Bronson in einer wichtigen Nebenrolle in dem hübsch ausgestatteten Werk. Alles in allem ein wunderbarer Klassiker des fantastischen Films, der mit kleinem Nostalgie-Bonus auch 63 Jahre nach Erscheinen noch immer wunderbar funktioniert und der auch gleich ein Menge erinnerungswürdiger Momente sein Eigen nennen kann.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mimic 2

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Durchaus würdige Fortsetzung des atmosphärischen Kakerlaken-Monsterhorrors „Mimic“ von Guillermo del Toro aus dem Jahr 2001, welche die Mutations-Geschichte aus dem Vorgänger auch passable Weise mittels eines Nebencharakters weiterspinnt und die Handlung in eine abbruchreife Schule in die New Yorker Bronx verlegt. Dabei schadet es wohl nicht, wenn man den Vorgänger noch etwas im Kopf hat, aber auch ohne – wie es bei mir der Fall war – großartige Erinnerung an „Mimic“ ist die Fortsetzung für einen schleimigen Tierhorror-Mutationsabend durchaus okay. Die bunt zusammengewürfelten Charaktere inklusive Alix Koromzay sind sympathisch, die Effekte teils eklig und die ganze Sache dauert mit Abspann auch nur knapp 80 Minuten, sodass im temporeichen Verlauf dank netter Großstadt-Regennachts-Atmosphäre und jeder Menge Monsterattacken auch kaum Langeweile aufkommt. Klar kann man über die Notwendigkeit von Jean de Segonzacs Streifen generell diskutieren und die Welt geht sicher auch nicht unter, wenn man das Werk an sich vorrüberziehen lässt, aber bei Fortsetzungen hat man schon weit üblere Werke gesehen, als dieses durchaus passable und funktional inszenierte Werk aus der Mutations- und Direct-to-Video-Ecke.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mimic 3 - Sentinel

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„Mimic 3“ eilt ja der Ruf voraus, kein besonders guter Film zu sein und umso größer war die Überraschung, dass der gar nicht mal so übel, sondern durchaus unterhaltsam und okay ausgefallen ist. Statt die ausgetretenen Pfade seiner beiden Vorgänger zu beschreiten, geht der dritte Teil in eine andere Richtung und erinnert mit seinem fotografierenden Protagonisten mit Handicap auch eher an „Das Fenster zum Hof“ als die beiden Teile davor und kippt erst am Ende in Richtung Kakerlaken-Mutationshorror. Dabei ist der Streifen wie schon sein Vorgänger zwar sicher kein Highlight, aber durchaus solide gemachte Genre-Ware mit ein paar Gewaltspitzen, die man dank kurzer Laufzeit auch gut gucken kann, ohne großartig gelangweilt zu werden. Bei den durchaus sympathischen Darstellern inklusive Alien-Veteran Lance Henricksen gibt es ja ebenfalls keine gröberen Ausfälle und auch die Effekte und Atmosphäre sind wie auch die routinierte Inszenierung vergleichsweise okay ausgefallen und dass der Streifen mit New Yorker Handlungsort in Wirklichkeit kostengünstig in Rumänien gedreht wurde, sieht man dem Streifen auch nicht unbedingt an. Wer „Mimic 3“ schon für den Bodensatz des Genres hält, hat dann auch wohl noch einen steinigen und langen Weg vor sich.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Dschungelcamp 2016 - Einzug #Tag 1

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Nachdem das vergangene Jahr so langweilig war, setzt RTL wieder mehr auf Konflikte und macht dieses Jahr gleich zwei Camps mit den üblichen Figuren, die Zoff & Zunder versprechen. Statt abenteuerlichen Camp-Bezug gab es jede Menge Gebrülle und gleich einmal eine Ekelprüfung, an der alle teilnehmen mussten. Zwei Camps bietet die Möglichkeit gewisse Rollen gleich doppelt zu besetzten und für mehr Psychospielchen und so wurde Menderez und dem Wollersheim-Mädchen gleich mal mit Dschungelprüfungsteilnahme charmant ausgerichtet, dass sie von den anderen für das jeweils schwächste Teammitglied gehalten werden. Auffällig war auch, dass sich Jürgen gleich wieder in bester „Bromance“-Manier an diesen ehrgeizigen Fussball-Psycho rangeschmissen hat – mit der Masche der Verbrüderung ist er ja schon seinerzeit bei Big Brother gut gefahren und dieser Legat ist wohl das Paradebeispiel für fanatisch-verpeiltes Pseudo-Alpha-Tier-Gehabe, dass hier neben den seltsamen David Ortega mit seinen abstrusen Gedanken noch für viel Kopfschütteln sorgen wird. Genauso wie der fragwürdige Look von Ricky und der unglaublichen Tatsache, dass diese sozial absolut unverträgliche erscheinende Helena Fürst irgendwann einmal schlechter gestellten Menschen geholfen haben soll? Eines wurde aber gestern schon klar – dieses Jahr scheut man mit polarisierenden Figuren im Script keine Konfliktsituation und dieses Jahr wird es auch richtig krachen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Spuren auf dem Mond

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„Spuren auf dem Mond“ zählt ja schon seit langem zu meinen Lieblingsfilmen und Luigi Bazzoni hat ja abgesehen von seinem Ausflug ins Western-Gerne ohnehin nur ganz grandiose Streifen geschaffen, der jeder für sich visuell absolut einzigartig ist und immer auch eine melancholische Stimmung mitschwingt. „Spuren auf dem Mond“ ist nicht nur ein visueller Genuss, sondern auch inhaltlich wunderbar und erzählt mit einer vielschichtigen Darbietung von Florinda Bolkan eine eigentlich sehr traurige Geschichte über einen einsamen Menschen, der sich immer mehr in einer leistungsorientierten Welt verliert. Bei meiner ersten Sichtung war ich ja neben Form und Inhalt auch von dem orientalischen Ort „Garma“ sehr fasziniert, der sich jedoch als fiktiv herausstellte und auch IMDB brachte in diesem Zusammenhang keinen Aufschluss. Zu meiner Überraschung wurden neben den Strandszenen in einem Resort in Antalya ja große Teile des Streifens in Istanbul gedreht, obwohl sich der Regisseur immer große Mühe gab, dieses dezent zu verschleiern. Ob man den Streifen jetzt in der deutschen oder einen anderen Sprachfassung genießen möchte, ist Geschmackssache und „Spuren auf dem Mond“ funktioniert natürlich auch mit der geänderten Musik noch immer sehr gut, während die englische und italienische Fassung einen anderen Score hat, der dem Inhalt des Streifen angemessener erscheint. Ich kannte zuerst die deutsche Fassung und daher hab ich mit dieser Fassung auch überhaupt kein Problem, aber wer alles richtig machen möchte, kann sich das Intro ja in der italienischen Fassung ansehen und danach switchen. So oder so, sollte man sich diesen cineastischen Leckerbissen aber nicht entgehen lassen.

Dschungelcamp 2016 - #Tag 2

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Tag 2 im Camp: wer auffallen oder im Gespräch bleiben will, muss entweder eine interessante Geschichte vorweisen können und/oder ein pikantes Geständnis haben, oder sich wie die Axt im Walde benehmen. Die mir bislang gänzlich unbekannte Helena Fürst setzt auf letztere Masche und wurde auch wieder prompt für die nächste Dschungelprüfung gewählt. Der Plan scheint für sie jedenfalls aufzugehen und selbst wenn Anabolika-Bomber Thorsten Legat einen auf dicke Hose machen möchte – gegen die Fürstin und ihrem Amazonen-Kampflook kommt er nicht an. Der Rest war bis auf Menderes „Ich bin noch Jungfrau“ Menderes (hat der keinen zweiten Namen?) eher unauffällig und es hat sage und schreibe nicht einmal ein paar Stunden gedauert, bis auf Jenny Elvers Alkoholvergangenheit eingegangen wurde, die uns vermutlich auch noch länger begleiten wird. Die eher harmlos gehaltene Dschungelprüfung selbst wurde von Sophia Wollersheim und Helena Früst bestritten und bestand daraus, eine bestimmte Anzahl von Tieren (Flusskrabben, Ratten, etc.) und Dingen zu erfühlen, ertasten und zu erraten. Die Wollersheim hatte das Glück auf ihrer Seite und konnte die Sterne für ihr Camp erspielen, was erstmalig Essen für die Gruppe bedeutet und die Freude war dementsprechend groß und ungleich größer als beim Zuschauer, der gestern keine Highlight-Folge vorgesetzt bekam.
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