The Final Girls
Originelle Horrorfilm-Parodie bzw. Komödie mit einer Gruppe von Jugendlichen, die während einer Nerd-Kino-Veranstaltung unvermittelt in der Handlung eines Achtziger-Jahre-Slasher landen und denen nichts anderes übrig bleibt, sich mit den ihnen unbekannten Regeln des Genres zu arrangieren um in dem Streifen zu Überleben. Der in Anlehnung an Werke wie „Freitag der 13.“ und „Sleepaway Camp“ entstandene Streifen ist dabei überraschend unterhaltsam, auch wenn er auf ein (zu) jugendliches Publikum zugeschnitten ist neben dem Einsatz von CGI auch Titten und Gore leider gänzlich vermissen lässt. Abgesehen von diesem gravierenden Kardinalfehler macht „The Final Girls“ aber großen Spaß und bietet liebenswert-sympathische Figuren und lustige Ideen, so dass man sich fast wundert, dass da noch niemand früher draufgekommen ist, einen derartigen Film zu drehen. Wer Slasher mag, bekommt hier jedenfalls ein charmantes und augenzwinkerndes Werk mit viel Retro-Optik serviert, dass auf intelligente und erfrischende Weise das Achtzigerjahre-Slasher-Genre auseinandernimmt, ohne dabei respektlos zu sein und dieses einem jungen Publikum näherbringt und auch alte Hasen gefallen dürfte. Einen „Directors Cut“ mit Titten und Gore würde ich dennoch begrüßen. Spaßig!
The Farmer's Daughters
Die drei Mädchen Martha, Jane und Beth beobachten durchs Fenster ihre Eltern beim Sex und werden vom Knecht Fred dabei erwischt. Als er diese in weiterer Folge zur Rede stellt, nehmen die drei vorlauten Mädchen das Geschehen zum Anlass über den leicht tumben Fred herzufallen und ihn in einer Hütte sexuell ordentlich zu demütigen. Zur gleichen Zeit schleichen sich aber auch drei Gefängnisausbrecher auf das Anwesen und in das Haus der Eltern, die nichts Gutes im Schilde führen und als Erstes auch mächtig Druck ablassen möchten…
Berüchtigter Hardcore-Roughie im Stil von „Last House on the Left“ von Regisseur Zebedy Colt aus dem Jahr 1976, der hier auch in der Rolle des Landwirten Shep zu sehen ist. Was ja noch recht unbeschwert beginnt, läuft ja binnen weniger Minuten gänzlich aus dem Ruder und am Ende gibt es für den Zuschauer zwar jede Menge sexueller Akte, die aber allesamt fernab jeglicher Erotik inszeniert sind. Ganz so schlimm wie vielleicht erwartet wird es ja zum Glück nicht und die vielen Anschlussfehlern, die zu „alten“ Töchter und das Ende relativieren die eigentlich recht herbe und roh ins Szene gesetzte Geschichte fernab jeglicher ländlicher Idylle voller sexueller Gewalt, die durch die nachbearbeitete Tonspur verstärkt wird. Fleischfilm-Legende Gloria Leonard als Mutter ist hier ja in einer ihren ersten Rollen zu sehen und startete im gleichen Jahr mit Radley Metzgers „The Opening of Misty Beethoven“ erst so richtig durch und Spalding Gray als sadistischer Ausbrecher George schaffte es später auch als Schauspieler später sogar in seriösere Werke. „The Farmer’s Daughters“ ist aber sicher kein Streifen den man gut finden muss, aber ein weiterer HC-Schocker des umtriebigen Zebedy Colt, der hier dem sensationsgeilen Publikum mit einem sehr unangenehmen Werk wieder einmal ordentlich eins vor den Latz knallt.
Pledge Class
Mäßig gelungener Horror-Slasher über eine Studentenverbindung, die in einer sogenannten „Höllenwoche“ eine Handvoll Anwärter prüft und dabei auch mal etwas über das Ziel hinaus schießt. Gänzlich aus dem Ruder läuft die ganze Sache aber, als sich auch noch der Geist eines vor Jahrzehnten bei einem ähnlichen Treiben im Säurebad zu Tode gekommenen Studenten ins Geschehen mischt und einen nach dem anderen auf grausame Weise killt. Anthrax-Sänger Joey Belladonna darf den entstellten Killer spielen und seine Gruppe steuert auch ein paar Songs zum Soundtrack bei, aber dennoch ist „Pledge Class“ leider alles andere als gelungen und langweilt den Zuschauer in der ersten Hälfte mit dumm-dämlichen Aufnahme-Riten, unsympathischen Figuren und einer Geschichte, die auch nie richtig in Fahrt kommt. Zwar gibt es im Finale den ein oder anderen gorigen Effekt zu bestaunen, aber auch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass in dem B-Movie die Geschichte nix taugt und alles recht billig in Szene gesetzt wurde. So bleibt unterm Strich ein beliebiges, wie entbehrliches Werk, das wohl schon 1988 entstand, aber erst zwei Jahre später verwertet wurde und abgesehen von Anthrax-Fans, Horrorfilm-Masochisten und Allesguckern wohl kaum jemanden wirklich interessieren dürfte.