Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Altes Geld [TV-Serie]

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„Altes Geld“ ist natürlich ganz großes Kino in Form einer achtteiligen Serie und ich habe schon lange nichts derart Bösartiges vor die Linse bekommen. Die Geschichte des milliardenschweren Patriarchen, der dringend eine Lebertransplantation benötigt und seiner moralisch total verkommene Familie, die sich daraufhin einen Kampf ums verlockende Erbe und die Nachfolge liefert. In acht Folgen bekommt auch nahezu jede Fraktion ihr Fett ab und selbst vor sehr drastischen Entwicklungen macht „Altes Geld“ nicht halt. Das Lachen kann einem schon durchaus im Halse stecken bleiben und dennoch hat die ganze Sache natürlich auch eine tiefere Moral, die sicher keine Schöne ist. „Altes Geld“ ist dann auch sehr hochkarätig besetzt und neben Udo Kier und Sunnyi Melles spielt alles was Rang und Namen in der österreichischen Fernseh-, Theater- und Kinolandschaft hat und auch die Optik hat eher Kino- als TV-Niveau. Wie man eine derartige Serie mit eindeutigem Bezug zu realen Personen, Politikern, Parteien und Institutionen in Österreich drehen kann ist mir zwar schleierhaft, aber der ORF hat mit der Serie eindeutig ein glückliches Händchen bewiesen. Viel besser geht es wohl kaum.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Aufschneider

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Dr. Fuhrmann ist zwar ein brillanter Arzt, aber kann nicht gut mit Menschen und landet so als ewig mies gelaunter Misanthrop in der Pathologie. Ganz im Gegenteil zu seinem Widersacher Dr. Böck, der als Chirurg und Aushängeschild des Margarethenspitals im Licht der Öffentlichkeit steht und dem Fuhrmann seit Jahren einen Kunstfehler nachweisen möchte . Als dieser auch noch mit seiner Ex-Frau Karin zusammenkommt, die rebellische Tochter mit dem Assistenzarzt anbandelt, sich die Angestellten in zwielichtige Organ-Geschäfte verwickeln und auch noch der kürzlich verstorbene Vater der hübschen Kollegin am Seziertisch landet, spitzen sich die Geschehnisse in dem Krankenhaus dramatisch zu.

David Schalkos Zusammenarbeit mit Josef Hader ist ja eine bitterböse Satire über den Krankenhaus-Alltag und war mit seinem (doch auch etwas überraschenden) Erfolg beim großen Publikum der Auftakt für weitere Arbeiten wie „Braunschlag“ oder die kürzlich veröffentlichte Serie „Altes Geld“. Auch „Aufschneider“ ist natürlich herrlich böse und die Figur von Josef Hader erinnert mit seiner grantelnden Art wohl auch nicht zufällig an den Brenner aus den bislang vier Wolf Haas-Verfilmungen. Die Story über zwei konkurrierende Ärzte und die schrägen Begebenheiten an einem Krankenhaus und dem Leben des Menschenfeinds bietet tiefschwarzen Ösi-Humor und dennoch ist auch noch Platz für eine aufkeimende Love-Story der etwas anderen Art. Wie üblich sind alle Rollen sehr hochkarätig besetzt und auch inhaltlich ist alles recht gelungen, selbst wenn die ein- oder andere Begebenheit etwas episodenhaft daherkommt. „Aufschneider“ ist unterm Strich eine Art „Ösi-Aftermath“ der schwarzhumorigen Sorte, das eigentlich dann auch eher ins Kino und nicht ins TV gehört und man sich als Fan derartiger Werke aus der Alpenrepublik keinesfalls entgehen lassen sollte.
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untot
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von untot »

Jaaaa! Aufschneider ist klasse, hab ich schon mal erwähnt das ich den Ösi Humor genial finde? Bestimmt noch nie?!
Aufschneider findet sogar meine Mom prima und das will was heißen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Camp Evil

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Wer sich bei „Camp Evil“ einen astreinen Slasher erwartet, wird wohl enttäuscht werden und meinen Geschmack hat Jonas Govaerts mit seiner 2014 gedrehter Mischung aus Pfadfindercamp-Drama und Backwood-Horror ja so überhaupt nicht getroffen. Dabei krankt es neben der fragwürdigen Kombination Gewalt und Kinder vor allem der mühsam konstruierten Geschichte und den unsympathischen Figuren, die es mir auch recht schwer machen, an „Camp Evil“ in irgendeiner Form etwas positives abzugewinnen. Mittlerweile scheinen den Machern derartiger Filme auch endgültig die spannenden Ideen ausgegangen zu sein, sodass man einfach irgendwelche Versatzstücke des Genres ohne näheren Erklärungen neu zusammenfügt, ohne darauf zu achten, ob das alles am Ende überhaupt noch rund und stimmig erscheint. Im Falle von „Camp Evil“ gab es zwar ein paar Szenen bzw. Fallen, die die Macher im Kopf hatten, aber wie letztendlich alles völlig ironiefrei zusammengebracht wurde, scheint am psychologischen Reißbrett für blutige Anfänger entstanden und mag auch als ansonsten recht schön in Szene gesetztes Genre-Werk so überhaupt nicht funzen. Schade!

Das Alien aus der Tiefe

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Solides Plagiat-Filmchen aus der Italo-Schmiede von Antonio Margheriti, der hier nach großen US-Vorbildern Urwald-Abenteuer, Sci-Fi-Action und Öko-Thriller auf liebenswerte Weise miteinander vermixt und es gegen Ende auch ganz ordentlich in der Kiste rappeln lässt. Zwar kommt „Das Alien aus der Tiefe“ erst relativ spät zum Einsatz und sieht lediglich aus wie eine wildgewordene Hummer- Schere, aber das mag man dem 1989 gedrehten Streifen mit seinen durchschaubaren Tricks auch gerne verzeihen. Das Drehbuch ist ja hübsch haarsträubend, scheut sich nicht Sympathieträger zu opfern und lässt auch keine Gelegenheit aus, seine Figuren von einer fragwürdigen Situation in die nächste zu schicken. Filme, in denen einem die Miniaturen um die Ohren fliegen, haben aber sowieso ein Stein bei mir im Brett und auch sonst gibt es in dem temporeich inszenierten Streifen mit hübschen Handlungsorten und einer Prise Schmodder nicht viel zu meckern. Bekannte Gesichter wie Charles Napier und Luciano Pigozzi wechseln mit bekannten Handlungselementen und jedes Mal, wenn man meint, den Handlungsverlauf vorausahnen zu können, biegt Margheriti wieder mit eine unerwarteten Idee um die Ecke um sich positiv von der B-Movie-Konkurrenz abzuheben. Auf den ersten Blick möglicherweise doof, auf dem Zweiten aber schwer sympathisch!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Braunschlag [TV-Serie]

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Der Name David Schalko bürgt natürlich für Qualität und auch „Braunschlag“ ist wieder einmal ein bitterböser Ausflug in tiefösterreichische Befindlichkeiten in Form einer achtteiligen Serie über einen bankrotten Grenzort, der versucht, sich mittels Marienwunder selbst zu sanieren. Was anfänglich ganz gut läuft, läuft aber zunehmend aus dem Ruder und bald geschehen gar sonderliche Dinge in dem kleinen Luftkurort. Dabei bekommen auch wieder alle ihr Fett ab und Gier, Korruption und Ehebruch sind da noch die harmlosesten Dinge, die im Verlauf der skurrilen Handlung auf die Zuschauer losgelassen werden. Dabei glänzt die Serie nicht nur durch tiefschwarzen Humor und seine Verweise an reale Begebenheiten, sondern vor allem durch seine bis in die kleinste Rolle passend besetzten Darsteller. „Braunschlag“ ist dann auch ein Glücksgriff auf der ganzen Linie bzw. höchsten Niveau, den man sich als Fan des bitterbösen und vielleicht nicht immer ganz geschmacksicheren Ösi-Humors keinesfalls entgehen lassen sollte, selbst wenn man normalerweise keine Serien guckt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Sleepless

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Dario Argentos 2001er-Rückbesinnung auf seine Werke aus vergangenen Jahrzehnten ist ein sehr gelungener Thriller mit brutalen Morden nach einem Kinderreim mit zahlreichen Trademarks des Regisseurs, ohne auch nur im Geringsten altbacken, nostalgisch oder überholt zu wirken. Zwar holpert es wie üblich etwas bei der Geschichte, aber schon allein die Sequenz im Zug zeigt, dass sein Gespür für Spannung und tolle Bilder noch nicht zur Gänze verloren hatte und auch danach findet „Sleepless“ eine scheinbar ideale Linie um Horror-, Thriller- und Argento-Fans mühelos für knapp zwei Stunden an den Bildschirm zu fesseln. Wie auch im Film die moderne Ermittlungsarbeit der Polizei auf die Oldskool-Spürnase des pensionierten Kommissars trifft, serviert Argento Altbewährtes auf Neues und präsentiert Giallo-Flair mit der düsteren Atmosphäre amerikanischer Thriller-Produktionen und auch die von Stelvio Stivaletti inszenierten Schmodder-Morde erinnern ebenfalls an bessere Tage des italienischen Genre-Kinos. Insgesamt ergibt alles ein modernes Update mit Wohlfühl-Charakter, tollen Darstellern und krassen Morden, das bis zum unvorhersehbaren Ende auch den Zuschauer zum Miträtseln einlädt und alte und neue Fans gleichermaßen unterhalten sollte.

Behind the Green Door

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Zwei Männer erzählen in einem Diner dem Koch von einem seltsamen und ritualhaften Sex-Akt, welcher sich in einem geheimen Ort in einem Hotel vor geschlossener Gesellschaft zugetragen hat. Eine junge Frau, die zuvor von der Straße entführt wurde, erlebt dort vor erlesener Zuschauerschaft auf einer spärlich beleuchteten Bühne mit grüner Tür höchste Lust, in dem sie zuerst von einer Reihe von Frauen und danach von einem Afroamerikaner sexuell stimuliert wird. Später kommt es zu einem weiteren Akt mit mehreren Männern und das Geschehen wirkt so inspirierend, dass sich auch die männlichen und weiblichen Zuschauer ihrer Masken und Klamotten entledigen, um ebenfalls mitzumischen.

Fleischfilm-Klassiker der goldenen Ära von den Mitchell Brothers, der sich auch tatsächlich von den üblichen Filmen abhebt. So lässt sich der Streifen auch relativ lange Zeit bis es erstmals explizit wird und auch dann wirkt der Dialog-arme „Behind the Green Door“ mit seiner psychedelischen Ejakulations-Sequenz zu schrägen Tönen wie ein experimenteller Kunstfilm und fällt damit auch eher aus der Reihe. Marilyn Chambers ist auch eine ganz Hübsche, lässt jegliche sexuellen Handlungen mit graziler Anmut über sich ergehen und es ist wenig verwunderlich, dass sich die Männer allesamt so ein Mädel an die jeweilige Seite gewünscht haben. Interessant ist neben der filmhistorischen Komponente und dem enormen Gewinn, den der Streifen eingefahren hat, aber auch noch die Tatsache, dass es sich wohl um einen, oder sogar den ersten Spielfilm der Fleischfilmgeschichte handelt, in dem eine gemischtrassiger Geschlechtsakt gezeigt wird, was wohl seinerzeit zusätzlich zu einem Skandal geführt haben soll. Alles in allem ein durchaus ansprechend inszenierter und durchaus erotischer Film mit einer wunderbaren Hauptdarstellerin, der auch in keiner gepflegten Schweinkram-Sammlung fehlen darf.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Empusa

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Zu gerne würde ich an dieser Stelle schreiben, dass „Empusa“ ein würdiger Abschluss der über viele Jahrzehnte andauernden Karriere von Paul Naschy a.k.a. Jacinto Molina als sympathische Genre-Ikone ist, aber selbst mit viel Wohlwollen ist der 2010 gedrehte Streifen noch immer totaler Quark und funzt trotz Gewalt und nackter Haut so überhaupt nicht. Die von Carlos Aured und Naschy erdachte Geschichte über einen pensionierten Schauspieler mit Hang für das Okkulte, der durch am Strand gefundene Körperteile und andere mysteriöse Begebenheiten auf die Spur eines uralten Vampir-Kultes kommt ist dröge und haarsträubend zusammengeschustert und kommt dank unlogischer Momente am laufenden Band und sehr plumpe Verweise auf andere Genre-Klassiker auch nie so richtig in Fahrt. Die Produktion stand wohl von Anfang an unter einem schlechten Stern, Paul Naschy selbst stapft lustlos durch den Streifen mit seiner Billig-Optik und am Ende gibt es dann auch noch billiges CGI. Also im Grunde alles auf das man als Eurokult-Fan gut und gerne verzichten kann und so behalte ich Paul Naschy auch lieber aus seinen anderen Filmen als sympathischen Schauspieler, Regisseur und Genre-Fan in Erinnerung und hülle über „Empusa“ dann auch gerne den Mantel des Schweigens… für immer!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Wicker Man

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Gestern zu Ehren von Sir Christopher Lee neuerlich geguckt ist „The Wicker Man“ immer noch einer der originellsten und ungewöhnlichsten Filmen aus den Siebzigern und etwas Vergleichbares wird man in der Filmgeschichte auch nicht finden. Christopher Lee verkörpert die ambivalente Figur des Lord Sommerisle, der sich mit dieser Rolle auch vom Image des Draculas lösen wollte. Ganz ist es aufgrund der turbulenten VÖ-Geschichte des Streifens ja damals nicht gelungen und zur Zeit der Entstehung wusste man wohl nicht, wie und wo der Streifen mit seinem folkigen Soundtrack sein Publikum finden sollte. Mittlerweile ist das zum Glück anders und auch die Szenen mit Christopher Lee, die ursprünglich der Schere zum Opfer fielen, sind mittlerweile wieder in diversen Schnittfassungen in den Film integriert. Ein wunderbarer Film über das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Moral- und Wertevorstellungen und eine wunderbaren und charismatischen Christopher Lee, der dem vermeintlich Bösen auf einer abgelegenen Insel sein Gesicht verleiht und dem so auch die Sympathien des Publikums gewiss sind.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

SS Operation Wolf Cub

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Der Kriegs-erprobte Amerikaner Captain Bryant und der deutsche Militärexperte Müller werden von einem zwielichtigen, schwedischen Geschäftsmann angeworben um an einem abgelegenen Ort eine Truppe von jungen Männern und Frauen zu trainieren, damit diese dann als Attentäter mit nationalsozialistischer Gesinnung den Weltfrieden gefährden sollen. Als sich die Truppe jedoch bereits bestens ausgebildet befindet, keimt in Bryant der Verdacht, dass der wahre Grund seines Engagements anderer Natur sein könnte und tatsächlich nähren sich wenig später die Anzeichen, dass jemand im Camp seinen eigenen, ganz finsteren Plan verfolgt…

Regisseur Joe Sarno, der ja auch als „Ingmar Bergman of 42nd Street“ bekannt ist und zu den Pionieren des Soft- und Hardcore-Films gehört, hat im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere aber wie so viele andere Regisseure dieser Zeit natürlich auch andere Streifen gedreht. „SS Operation Wolf Cub“ ist ein Action-Drama aus 1980 und bietet Harry Reems in einer seiner wenigen Rollen außerhalb der HC-Branche als amerikanischer Kriegsspezialist, der in Schweden eine zweifelhafte Elitetruppe trainieren soll. Während sich die Frau seins Auftraggebers unverhohlen an in heranmacht gibt es aber bald auch andere Dinge, die den schnauzbärtigen Experten und seinen deutschen Kollegen stutzig machen. Leider fehlt es bei „SS Operation Wolf Cub“ aber insgesamt an Höhepunkten und nach dem durchaus passablen Auftakt erinnert der Streifen mit seinen Liebeleien und Intrigen eher an eine Soap und lässt richtige Schauwerte bis zum Finale auch eher vermissen. Wer sich aufgrund des Titels einen fragwürdigen Reißer erwartet, wird jedenfalls aufgrund der Harmlosigkeit ziemlich enttäuscht werden und obwohl Harry Reems seine Sache in dem obskuren Filmchen zweifelsfrei sehr gut macht, ist Joe Sarnos Streifen insgesamt doch eher sehr schnarchiger Natur.

The Nostril Picker

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Joe ist ein Loser wie er im Buche steht, trinkt, stinkt und lebt in einer heruntergekommenen Bude und obwohl er ständig versucht, dem weiblichen Geschlecht näher zu kommen, ist sein Unterfangen naturgemäß nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Als er eines Tages von einem Obdachlosen ein magisches Wissen zur Körpertransformation erhält, verwandelt sich Joe kurzerhand in das junge Mädchen Josephine und kommt in einer Schule auch endlich jungen Mädchen näher. Gemeinsam verbringt er Zeit mit ihnen, lauscht auf Mädchentoiletten ihren Klatsch und fühlt sich auch ansonsten wie im siebten Himmel. Leider ist Joe jedoch auch ein ziemlicher Psychopath mit unbändigen Frauenhass und kannibalistischen Neigungen und so nutzt er schon wenig später die Gunst der Stunde um mit Schulmädchen, Prostituierten und dem Rest der Welt so richtig abzurechnen...

Ziemlich seltsame Mischung aus Horror und Komödie, irgendwo zwischen Low-Budget und Amateur-Streifen über einen Loser, der auf eher fragwürdige Weise die Möglichkeit erhält, sich in eine junge Frau zu verwandeln und sich daraufhin allerlei Späßchen erlaubt. „The Nostril Picker“ vermeidet zwar gröbere Unappetitlichkeiten, ist dabei aber trotzdem nicht wirklich geschmackssicher und präsentiert dem Zuschauer neben dem Psychogramm eines Verlierers auch noch nackte Haut und etwas Gore. Die Handlung ist natürlich totaler Murks und während Joe für den Zuschauer die meiste Zeit auch als Joe erkennbar ist, agieren lediglich die anderen Akteure so, als handle es sich dabei um eine gleichaltrige Schulkameradin, was dem Ganzen wahlweise eine absurd-unterhaltsame Note oder den dramaturgischen Todesstoß gibt. Für sensible und humorlose Gemüter ist Patrick J. Matthews‘ Fun-Horror-Streifen aber ohnehin nicht gedacht und wer einen Hang zu Blödsinn hat und sich nicht an ein paar gorigen Momenten stört, kann das Diskont-Geschlechter-Switch-Filmchen ja mal antesten, ohne gröber enttäuscht zu werden. Kopfschütteln inklusive!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Cola, Candy, Chocolate

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Da sich Gabys Freund Carl nur für Motorräder interessiert, fährt diese kurzerhand nach einem Streit mit ihrer Freundin Carmela auf die Philippinen um erst einmal ausgiebig Urlaub zu machen und ihren Lover zu vergessen. Doch schon am Flughafen sorgen die beiden Mädchen mit ihrer frechen Art für jede Menge Turbulenzen und als Gaby auch noch auf Andreas trifft, der am Reiseziel in der Südsee eigentlich Christine heiraten möchte, verguckt sie sich in den smarten Mann und beschließt die Hochzeit der Beiden zu sabotieren um sich den guten Mann selbst unter den Nagel zu reißen.

Sommerliche Urlaubs- und Verwechslungskomödie von Siggi Götz, der hier in exotischer Kulisse hübsche Mädels, weniger hübsche Boys, Disco-Songs und jede Menge sinnfreie Gags aneinanderreiht und Olivia Pascal, Uschi Buchfellner und Christiane Zierl (ehemals auch bekannt unter Dolly Dollar) auf die Philippinen verfrachtet um dort in einem Ferien-Ressort für Wirbel zu sorgen. Die Story in dem episodenhaften Werk mit Herbert Fux als Priester einer Mission und einem dressierten Schimpansen mit dem Schalk im Nacken ist natürlich eher zu vernachlässigen und bei objektiver Betrachtung ist die ganze Sache, die auch unter dem treffenderen Titel „Drei kesse Bienen auf den Philippinen“ vermarkte wurde auch eher ein musikalisches Werbevideo, mit etwas nackter Haut, altbekannten Gags aus deutschen Nachkriegskomödien und einer gehörigen Prise Nonsens. Trotzdem lassen sich diese sommerlichen, sympathisch-beschwingten und irgendwie liebenswerten Berieselungs-Komödien trotz manchmal etwas fragwürdiger Figurenzeichnungen gut gucken und sind so wie gestern auch der ideale Abschluss eines hochsommerlichen Tages, an denen Körper und Geist bereits auf Tauchstation gegangen sind.
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