Satan's Blade
Als zwei Verbrecherinnen kurz nach einem erfolgreichen Bankraub in einem Ferien-Bungalow auf grausame Weise ermordet werden, geht die Polizei trotz seltsamer und mit dem Blut der Opfer gezeichneten Symbolen an der Wand von einem Mittäter aus. Zur gleichen Zeit erreichen auch zwei Pärchen und eine Gruppe von fünf Frauen den eher abgelegenen Ort um ein paar Tage in der winterlichen Gegend auszuspannen und lauschen eher amüsiert den Ausführungen der Vermieterin, dass es sich bei dem Mörder der Legende nach um einen Waldmenschen handeln könnte, der durch die Zivilisation und Tourismus verdrängt wurde und nun auf grausame Rache sinnt. Die turbulenten Ereignisse im Vorfeld trüben jedoch die sonnigen Urlaubstage der neun Leute und während es unter den Leuten zu ersten Konflikten kommt, geschehen bald auch weitere Morde…
Diskont-Slasher von Regisseur L. Scott Castillo Jr. Bzw. aus amerikanischer Produktion, der jedoch besser und sympathischer als sein Ruf ist. Die deutschen VHS-Fassungen scheinen ja nicht nur grob gekürzt und inhaltlich verändert, sondern auch stark abgedunkelt, während die Ami-Blu-Ray (leider nicht codefree) die ganze Sause in durchaus passabler Qualität präsentiert. Zwar gibt es nach den Auftaktmorden ein bissl Leerlauf und Beziehungs-Blabla, aber dafür entschädigt „Satan’s Blade“ gegen Ende mit blutigen Morden, einer nihilistischen Grundstimmung und der ein- oder anderen Überraschung. Lustig auch die Tatsache, dass die Leutchen im Film für ihre teils tief-winterliche Umgebung auch immer viel zu luftig angezogen sind und sich im Verlauf des eher kurz gehaltenen Streifens mehr als nur einmal das Mikrofon in das Bild drängt. Wer Backwood-Slasher mit einer Prise Mystery mag und auch nicht gegen eine eher kostengünstige Inszenierung hat, wird mit dem 1984 gedrehten Indie-Streifen jedenfalls durchaus gut bedient.
Ticked-off Trannies with Knives
Als die junge Drag-Queen Bubbles eines Tages mit einem blauen Auge zu ihrem Auftritt erscheint, verdächtigen ihre Kolleginnen ihren neuesten Lover der Tat und versuchen die Künstlerin aufzumuntern. In Wirklichkeit steckt jedoch ein psychopathischer und homophober One-Night-Stand Boner dahinter, der Bubbles mit ihren Freundinnen noch am selben Abend in ein Lagerhaus lockt, wo er mit Baseballschläger und gewaltbereiter Verstärkung noch eine Rechnung begleichen möchte. Wenig später sind zwei der Drag-Queens tot und Bubbles ins Koma geprügelt, während die Verbrecher trotz dem Eintreffen der Polizei fliehen können. Als Bubbles etwas später aus dem Koma erwacht ist sie fest entschlossen mit ihren Freundinnen an den Schlägern Rache zu üben, erlernt Selbstverteidigung und obwohl Boner neuerlich ihr Vorhaben kurzfristig durchkreuzt, lässt das Blutbad nicht lange auf sich warten...
Der Titel verspricht ja in diesem Falle nicht zu viel und Regisseur Israel Luna präsentiert uns hier wohl den bislang einzigen Rache-Thriller mit Drag-Queens, der noch dazu recht humorvoll daherkommt und dennoch durchaus brutal ausgefallen ist. Ganz in der Tradition neuerer Grindhouse-Werke geht es in „Ticked-off Trannies with Knives“ ja Genre-übergreifend durchaus herb zu Sache, sodass es kein Wunder ist, dass die amerikanische GLAAD mit dem Werk keine Freude hatte. Da werden mit Baseball-Schläger Köpfe eingeschlagen, High-Heels zu Waffen umfunktioniert und am Ende bekommen die Bösen von den Transen auch ordentlich einen vor den Latz geknallt. Wenn Liebe und Verständnis nicht mehr ausreichen, muss man halt ab und an auch mit dem Küchenmesser seine Standpunkte verteidigen. Toleranz geht zwar anders, aber das kann einem als Zuschauer dieses kurzweiligen und farbenfrohen Streifens ja auch herzlich egal sein, auch wenn für meinen Geschmack ruhig noch etwas heftiger zur Sache hätte gehen können. Trashig und unterhalb vom etwaigen Geschmacksgrenzen unterwegs ist Israel Luna jedenfalls ein richtiges Midnight-Movie mit sympathischen Darsteller(innen) in der Tradition von Genre-Werken vergangener Jahrzehnte gelungen, dass überraschend blutig, lustig und für konservative Gemüter auch sicherlich kontrovers ausgefallen ist.