Foxes
Das junge Paar Ellen und James lebt in einer fast schon entrückt erscheinenden Siedlung an fast durchgehend unbewohnten Eigentumshäusern und während James irgendwo in der Stadt einen Job hat, versucht die Ellen mit wenig Erfolg von zuhause aus als Fotografin zu arbeiten. Ellens zunehmende Isolation von der Gesellschaft bewirkt eine Veränderung und die junge Frau beginnt zunehmend ein manisches Interesse an den Füchsen und deren Verhalten zu entwickeln, die nachts in den Mülltonnen des Hauses nach Essbarem durchwühlen. Eines Nachts ist Ellen verschwunden und bleibt trotz intensiver Suche auch für längere Zeit verschwunden, bis James eines Tages von Geräuschen im Hinterhof geweckt wird...
Schön gemachter Kurzfilm aus irischer Produktion, der vor allem durch seine (vermutlich am Computer getricksten) Locations an scheinbar endlosen und leer stehenden Reihenhäusern überzeugt, der hier als Kulisse für seine Geschichte an Entfremdung innerhalb einer Beziehung und der Suche nach Veränderung dient, die im Fall von Ellen durchaus ungewöhnliche Konsequenzen hat. „Foxes“ ist von dem Label Marctopolis ja als Kurz- und Eröffnungsfilm für Lorenzo Bianchinis „Across the River“ auf die entsprechende Scheibe gepresst und die beiden Filme passen mit ihren isolierten Charakteren und unheilvoller Stimmungen auch ganz hervorragend zueinander. Wer Kurzfilme mag, macht mit „Foxes“ sicher nicht viel falsch und bekommt hier sicher einen der interessanteren Vertreter aus der Kiste präsentiert, der wie mein Haupthaar etwas „fuchselt“ und mir naturgemäß gut gefallen hat.
Across the River
Der Naturforscher ist mit seinem klapprigen Wohnmobil an der italienischen Grenze zu Slowenien unterwegs um dort mit neuesten, technischen Mitteln den Wildtierbestand zu bestimmen. Er wertet das Material aus Wildtierfallen aus und verpasst einem gefangenen Fuchs einen Peilsender, dessen Kamera wenig später wenig Erfreuliches zeigt. Grauenvoll zugerichtet Tierkadaver in einem verlassen Dorf machen Marco stutzig und der Forscher macht sich auf dem Weg um diese eher ungewöhnlichen Vorfälle genauer zu kontrollieren. In dem Dorf angekommen findet er weitere Kadaver und weitere Hinweise, dass das Dorf überraschend von seinen Bewohnern verlassen wurde. Als auch sein Wohnmobil verschwindet und der Regen nicht mehr aufhört, sieht es so aus, als würde ihn eine Macht gefangen halten wollen und Marco macht sich auf die Suche nach den Ursachen…
Atmosphärischer Low-Budget-Horror aus Italien, dessen Verweis zu „Evil Dead“ auf der Hülle der DVD natürlich totaler Quatsch ist. Vielmehr steht „Across the River“ in der Tradition von „Blair Witch Projekt“ und J-Horror-Werken wie „Dark Water“ und Regisseur Lorenzo Bianchinis unaufgeregt erzählter Streifen überzeugt eher durch eine von Beginn an unheilvolle Stimmung die sich bis zum Finale verstärkt und von den winterlichen und farbarmen Naturbildern und dem verlassen Dorf entsprechend unterstützt wird. Zwar könnte man den Streifen schon auch unterstellen, dass er inhaltlich eher auf Sparflamme fährt, zu kräftig die Farbfilter in Richtung S/W dreht und die Sache mit den Fluch ist jetzt auch nicht gerade voller Innovationen, aber ansonsten holt der Regisseur wirklich das Bestmöglichste aus seiner Darstellern, Budget und Locations heraus. Insgesamt ein ruhiger Horrorstreifen mit stetig steigender Spannungskurve und ganz wenig Gewaltspitzen, der auch durchaus gelungen und empfehlenswert ist und sich selbst durch die stets etwas unpassend erscheinende und deutsche Billig-Synchro nicht ruinieren lässt.
Sex Wish
Das Leben des Angestellten Ken gerät völlig aus den Fugen als eines Tages seine Verlobte Faye in der Wohnung von einem Psychopathen überfallen, vergewaltig und mit durchschnittener Kehle zurückgelassen wird. Obwohl Ken den Mörder sogar kurz gesehen hat und einen Hinweis darauf hat, dass sich der Killer in einem ominösen Schwulen-Club aufhalten könnte, bleiben die Ermittlungen der Polizei erfolglos. Ken nimmt daraufhin das Schicksal selbst in die Hand und besorgt sich auf dem Schwarzmarkt eine Waffe um sich auf die Fersen des Frauen-hassenden Killers zu heften. Wenig später geschehen weitere Morde im näheren Umfeld von Ken und obwohl Ken keine Ahnung hat, wer der Killer sein könnte, scheint dieser in besonderer Verbindung mit ihm zu stehen…
Der berühmt-berüchtige HC-Roughie mit Harry Reems, der sich nach dem Tod seiner Verlobten selbst auf die Suche nach dem Mörder macht um die grausige Tat entsprechend zu rächen ist natürlich nicht nur aufgrund des Titels klar in der Tradition der „Death Wish“-Serie mit Charles Bronson. Vielleicht hat sich auch Gaspar Noe von Tim McCoy für dessen „Irreversible“ ein bisschen inspirieren lassen und neben der Suche nach dem Killer bietet vor allem das Ende bietet doch eine mittlere Überraschung für unseren Titelhelden und dem Zuschauer. Der Thriller-Anteil ist zwar klar in den Hintergrund gerückt und auch die Quälereien zumeist eher harmloser Natur und dennoch ist „Sex Wish“ auf der anderen Seite nicht nur auf Körperakrobatik reduziert, sondern bietet auch eine kleine Prise Dramatik und jede Menge Szenen auf den Straßen von New York. Alles in allem ein durchaus guckbarer Film und ein nicht ganz so nettes Kuriosum für aufgeschlossene Filmfreunde, der auch die Erkenntnis bringt, dass die Rolle des Helden auch eindeutig besser zu Harry Reems passt, als die des Psychopathen und Vietnam-Heimkehrer, den er in dem wesentlich öderen „Forced Entry“ verkörperte.