
Nach dem überraschenden Ableben der Alta glaubt die Bevölkerung an einen Selbstmord der für ihre erotischen Filme bekannten Schauspielerin, die in Wirklichkeit jedoch Opfer ihres Produzenten Max geworden ist, der seine Gespielin bei einem seiner perversen Macht- und Sexspielen ermordete. Als ihre ehemalige Agentin Camilla einen Ersatz für Alta sucht um einen bereits fast abgedrehten Film zu vollenden, entdeckt sie bei einem Casting die schüchterne Julie, die Alta zum Verwechseln ähnlich sieht. Camilla nutzt die Gunst der Stunde und nimmt das Mädchen vom Lande unter ihre Fittiche und drängt sie immer mehr in die Rolle von Alta, bis auch Julie um ihr Leben fürchten muss…
Ein doch sehr seltsamer Film, den Regisseur Theodore Gershunny („Blutnacht – Das Haus des Todes“) hier abgeliefert hat. Irgendwo im Spannungsfeld von Psychothriller und Drama mit jeder Menge Sleaze präsentiert er seine mit Lloyd Kaufmann verfasste Geschichte und einer der ersten Troma-Produktionen in einem schicken und stylischen Umfeld in New York mit wunderbaren Space-Age-Interior und hübschen Menschen, die nackt und angezogen stets eine gute Figur abgeben. „Sugar Cookies“ ist dabei zwar nicht sonderlich spannend, aber auf Blu-Ray so derart hübsch anzusehen, dass ich der Geschichte kleinere Defizite gerne verzeihen kann. Da eine Panton-Lampe, da ein Space-Egg-Sessel und leuchtende Möbel, dazu fiepsige Moog-Musik und Carmilla darf wohl einmal die gesamte Herbst-Collection von Yves Saint Laurent austragen. Aber auch wer sich weniger für Möbel und Klamotten interessiert, kommt hier auf seine Kosten und Lynn Lowry und Mary Woronov waren wohl nie hübscher anzusehen. Für Fans von Siebzigerjahre-Filmen mit Lokal- und Zeitkolorit und einer etwas abseitigen Story eigentlich unverzichtbar und ein eigentlich wunderbarer Film, wie geschaffen für die aufgeschlossenen User dieses Boards.
Der Werwolf von Tarker Mills

Der beschauliche Ort Tarker's Mills wird von einer schrecklichen Mordserie heimgesucht in der die bemitleidenswerten Opfer auf grauenvolle Weise verstümmelt werden. Die Polizei ist hilflos, die Bevölkerung in Angst und Schrecken und auch eine eigens gegründete Bürgerwehr auf verlorenen Posten. Nur der elfjährige, aufgeweckte und an den Rollstuhl gefesselte Marty ahnt, dass ein Werwolf hinter der ganzen Sache stecken könnte und obwohl ihm Vorerst niemand glaubt, schafft er es gemeinsam mit den Erfindungen seines versoffenen Onkels und jeder Menge Mut den Werwolf in einer Nacht zu verletzten. Doch damit fangen die Probleme erst so richtig an, denn der Werwolf ist ein prominentes Mitglied der Gemeinde, der es nun auch auf den Jungen und seine Familie abgesehen hat.
Eigentlich ziemlich doofe, trashige und dennoch ungemein unterhaltsame Stephen King-Verfilmung, die zwar auf der einen Seite hübsch blutig und mit gelungenen Effekten um die Ecke biegt – auf der anderen Seite mit seiner „Kinder-retten-die-Welt“-Familienfilm-Thematik fast schon Steven Spielberg’sche Ausmaße annimmt. Wenn die Erwachsenen keinen Plan haben, müssen halt die Kiddies ans Werk und irgendwie erinnert „Der Werwolf von Tarker Mills“ mit seinen Kleinstadt-Setting, überzeichneten Charakteren und lustigen Wendungen auch eher an eine Parodie, als einen erstgemeinten Werwolf-Film. Dennoch ist "Silver Bullet" dabei so spaßig, dass man es dem Streifen gerne verzeiht, wenn am laufenden Band gar sonderliche Wendungen aus dem dramaturgischen Hut gezaubert werden. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Stars aus der zweiten Reihe und ein paar hübsche Effekte, die teils auch sehr blutig ausgefallen sind. Alles in allem sicher nicht die beste King-Verfilmung, aber eine von den Unterhaltsameren, die auch ideal zu Chips, Bier und einem lustigen Tierhorror-Abend passt.












