House on Straw Hill
Irgendwie hab ich mir bei "House on Straw Hill" zwar was gänzlich anderes erwartet, aber der eher langsam erzählte Streifen ist schon im besten Sinne des Wortes schon sehr speziell. Die Story über einen erfolgreichen, aber doch auch sehr seltsamen Autor, der sich eine Sekretärin auf sein gemietetes Domizil kommen lässt, um ihn bei der Arbeit an seinem zweiten Buch zu unterstützen ist ja über die gesamte Laufzeit nicht so wirklich einzuordnen, zeigt den Mensch als triebhafte Bestie und statt Horror ist eher ein sleaziges Psychodrama mit blutigen Slasher-Anteil angesagt. Der Streifen wirkt trotz schön Drehorte inmitten von sommerlichen Kornfeldern relativ düster und dass "House on Straw Hill" bei den Zensoren seinerzeit nicht gut angekommen ist, wundert angesichts der Mischung aus Sex und Gewalt auch relativ wenig. Udo Kier ist natürlich eine Bank, aber Linda Hayden hat mir fast noch einen Ticken besser gefallen. Die Blu-Ray-Combo aus dem Hause Severin bringt den Streifen in guter Qualität, wobei das verfügbare Ausgangsmaterial wohl nicht das Beste war. Das äußert sich neben leichten Beschädigungen teilweise in Farbschwankungen, welche jedoch den Grindhouse-Flair verstärken und mich überhaupt nicht gestört hat. Schon sehr top!
Il Corpo
Der Amerikaner Antoine hat gemeinsam mit seiner Frau Madeleine in Trinidad ein kleines Touristengeschäft aufgebaut. Während Madeleine sich in der Stadt um eine Bar kümmert, wohnt Antoine jedoch von ihr getrennt mit einer Schwarzen, die er Prinzessin nennt, in einem abgelegenen Haus. Diese kümmert sich um den Haushalt und ist auch die Bett-Gefährtin des Trinkers, der immer wieder zu cholerischen Ausbrüchen neigt. Als Antoine eines Tages in eine Schägerei gelangt und von dem jungen Alan gerettet wird, der die Welt bereist, bietet er diesem einen Job in seinem Geschäft an, den dieser auch gerne annimmt. Nach anfänglichen Problemen mit der "Prinzessin" verlieben sich die Beiden Hals- über Kopf ineinander und planen eine gemeinsame Zukunft, bei der jedoch zuerst Antoine aus dem Weg geräumt werden muss...
Etwas lahmer Erotik-Thriller der mit einem tollen Cast, exotischen Locations und einer soliden Geschichte eigentlich alles bieten würde, was man sich bei einem Film aus der Kiste erwarten würde. Leider schafft es Regisseur Scattini jedoch nicht, die Erotik seiner Hauptdarstellerin und so etwas wie Leidenschaft auf den Bildschirm zu zaubern und auch die Locations in Trinidad werden abgesehen von ein paar Kameraschwenks über den Strand so gut wie gar nicht genutzt. So bleibt das übliche Spiel aus viel Alkohol, Leidenschaft, Eifersucht und böser Intrigen, dass auch erst im letzten Drittel etwas in Fahrt kommt. Das unerwartete und auch etwas böse Finale entschädigt zwar über manch langweilige Minuten zuvor, aber insgesamt hat sich hier schon niemand mit Ruhm bekleckert. Für einen Erotik-Streifen bietet "Il Corpo" zu wenig hübsch in Szene gesetzte nackte Haut, für einen Thriller viel zu wenig Spannung und für ein Auswanderer- und Gesellschafts-Drama zu wenig Tiefe. Da kann selbst der von mir sehr geschätzte Enrico Maria Salerno und der tolle Soundtrack nicht mehr viel retten. Schade eigentlich!
Barbara Broadcast
In dem schicken Restaurant "Olympia Ballroom" in New York, in dem etwas zu sehr den fleischlichen Gelüsten gefrönt wird, treffen sich die erfolgreiche Autorin Barbara Broadcast und die Reporterin Roberta mit einer Edelprostituierten um Ideen für ein neues Buch zu sammeln. Dabei wird die Leidenschaft von Barbara und Roberta durch das turbulente Geschehen im Restaurant und den erotischen Geschichten der Anwesenden so derart beflügelt, dass der angebrochene Nachmittag von den Beiden für weitere Recherchen genutzt wird, ehe sich die Autorin und die Journalistin abends in einem angesagten Club in Manhattan wieder begegnen und dort auch auf alte Bekannte treffen…
Der nächste große Klassiker von Henry Paris a.k.a Radley Metzger, der klar in der Tradition von "Misty Beethoven" daherkommt und augenzwinkernd die turbulenten Ereignisse eines eleganten Restaurants mit ungewöhnlichen Spezialitäten zeigt, in dem sich eine erfolgreiche Autorin und eine Reporterin treffen. Dabei kommt die Geschichte anfänglich abermals recht augenzwinkernd daher, auch wenn die Handlung im weiteren Verlauf zugunsten der körperlichen Vereinigungen ganz klar in den Hintergrund rückt. So ist "Barbara Broadcast" dann auch eher HC, als herkömmlicher Spielfilm, der jedoch wieder mit schicken Locations und ungewohnte Herangehensweise überrascht. So finden zahlreiche Akte (vermeintlich) in der Öffentlichkeit statt, was sich darin äußert, dass ständig irgendwie ins Bild huscht und die Herren und Damen bleiben dabei oftmals angezogen, während sich