Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Contact High

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untot hat geschrieben:
Die österreichische Antwort auf "Enter The Void", natürlich um Längen besser als diese olle Gurke!!
Schon eine sehr spaßige und unterhaltsame Angelegenheit, die uns Herr Glawogger mit seinem Drogen-geschwängerten Road-Trip zweier draufgängerischer Steirer serviert, die in Polen eine Tasche mit ominösen Inhalt abholen sollen. Irgendwie klappt es ja nicht so recht mit dem Auftrag und ein hübsches Mädel, Ösi-Englisch und ein paar schlechte Trips sorgen ja dafür, dass am Ende alles irgendwie... ach, was weiß ich. Es wird heftig halluziniert und dank unkonventioneller Einfälle bleibt ohnehin kein Auge trocken. Schade, dass Herr Glawogger seine Trilogie mit Max und Johann nicht mehr abschließen kann. Ein lustiger Trip und Trip und untotschi hat es ja ohnehin schon auf den Punkt gebracht!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Blades - Klingen aus Stahl

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Was macht man, wenn das Thema "Der weisse Hai" bereits in mehrfachen Teilen durchgekaut ist und niemanden mehr so wirklich interessiert? Ganz einfach - man verlegt die Handlung einfach auf einen Golfplatz und lässt einen verrückten Rasenmäher im frischen Grün Amok laufen und die blutige Jagd auf unbedarfte Golfer eröffnen. Klingt gaga und ist es natürlich auch, wobei "Blades - Klingen aus Stahl" bestenfalls mäßig gelungen ist. Die unbekannten Darsteller geben sich zwar alle Mühe, aber zwischen biederer Beschaulichkeit und blutiger Bedrohung bleibt der Humor und die Spannung auf der Strecke und vor allem das lahme Ende, bei dem nicht mehr sonderlich viel passiert, zieht sich eher wie ein Strudelteig. Da helfen auch keine Kamerafahrten a la "Evil Dead", Genre-Zitate und ein paar nette Momente, wenn gegen Ende sukzessive hin immer mehr abgebaut wird. Insgesamt gesehen ist Thomas R. Rondinellas Streifen dann auch eher Höhepunkts-lose Ware aus der B-Kiste, dass außer den lustigen Ausgangsidee, eine Prise Gore und den üblichen Figuren, die diese Streifen bieten, auch nicht viel zu bieten hat und auch viel von seinem Potential einfach ungenutzt lässt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Jess Franco Dabbl-Fietscha:

Oase der Zombies

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"Oase der Zombies" ist schon etwas hartes Brot, obwohl ja mittlerweile wirklich jeder wissen sollte, mit was man sich da einlässt. Der Auftakt ist ja gar nicht so schlecht und die erste Halbzeit fand ich durchaus okay, aber danach bewegt sich der Streifen leider inhaltlich am Stand und auf Blu-Ray sind die zahlreichen Film- und Anschlussfehler und das verwendete Archivmaterial halt noch einen Ticken offensichtlicher. Das Zombie-Make-Up und die launige Synchro fand ich aber gar nicht mal so übel und manchmal blitzen auch Momente durch, die zeigen, was man vielleicht noch alles daraus hätte machen können, wäre das Drehbuch nicht so derart schludrig zusammengeschustert und der Streifen so derart lustlos abgedreht worden. Doch am Ende fehlt der Geschichte nicht nur der Pep, sondern auch sympathische Figuren und zwei, drei harmlose Angriffe und ein halbes Kilo Eingeweide sind auch ein wenig für einen Zombie-Film europäischer Machart. Schon nicht wirklich gut, aber auch nicht ganz so furchtbar wie erwartet. Die Blu-Ray gibts ja für kleines Geld, bietet zum Glück ein Wendecover und sogar noch ein ähm... extra angefertiges Interview mit Antonio Mayans, der in sehr knappen 2:19 Minuten (!) auch auch nur sehr wenig zum Film zu sagen hat.

Die Säge des Todes

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Unterhaltsam-schmieriges Slasher-Kuriosum aus deutsch-spanischer Co-Produktion mit Olivia Pascal, Christoph Moosbrugger und Otto Retzer und gar grausamen Morden in einer Sprachschule im Küstenort Alicante. Jess Franco bastelt aus der Geschichte über gierige Menschen ja einen kurzweiligen Streifen, der auch mit etwas herben Effekten nicht geizt, was dazu geführt hat, der der Streifen trotz Promo in der Bravo kurzerhand auf Video beschlagnahmt wurde. "Die Säge des Todes" bietet aber neben lustigen Dialogen und schmissigen Disco-Soundtrack auch so absolut furchtbare 80er-Klamotten, dass ich mich ohnehin wie üblich nur schwer auf die spärliche Handlung konzentrieren konnte. Ich mag den Streifen einfach und der macht trotz kleinerer Defizite ziemlichen Spass und bietet alles, was man sich von einem Film mit deutscher Beteiligung nicht erwarten würde. Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar hat einen Zusammenschnitt der brutalen Szenen (inkl. der berüchtigten Kopf-ab-Szene) für den Beginn seinen Streifens "Matador" verwendet, der wiederum eine FSK16-Freigabe hat und im Fernsehen gezeigt wird und ein weiteres Kuriosum ist übrigens die Tatsache, dass der mittlerweile zum angesehenen Charakterdarsteller mutierte Christoph Moosbrugger Jahrzehnte später übrigens selbst Opfer eines Messerstechers geworden, als ihn eine geistesgestörte Person unmotiviert in einer Wiener Straßenbahn ein Messer in die Schulter stach.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Verfluchtes Amsterdam

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jogiwan hat geschrieben:Temporeicher Thriller von Dick Maas ("Eine Familie zum Knutschen") über einen abgeklärten Ermittler auf der Jagd nach einem sadistischen Killer im Taucheranzug, der die Grachten von Amsterdam unsicher macht. Die blutig ins Szene gesetzten Morde und auch die finale Auflösung wirken dabei durchaus Giallo-esk und der Streifen bietet neben humoristischen Momenten auch noch jede Menge Action inklusive einer längeren Verfolgungsjagd mit Motorbooten, die gänzlich ohne CGI in Szene gesetzt wurden. Alles hübsch und kurzweilig in Szene gesetzt, punktet "Verfluchtes Amsterdam" auch mit sympathischen Darstellern, bösen Einfällen und jeder Menge Amsterdamer Schauplätze, die hier recht hübsch in Szene gesetzt werden. Bei meiner ersten Sichtung war ich zwar nicht ganz so begeistert, aber mittlerweile gefällt mir die bunte Mischung auch Thriller, Horror und Action doch sehr gut. Ik hou van de film!
Und wenn man frisch dort gewesen ist, kommt Maas' Streifen ja gleich noch eine Ecke besser. Ich hab ja bei der Grachtenrundfahrt bei jeder Brücke nach oben geguckt, nicht dass da etwa... ;) Zum Glück nimmt sich der Film ja auch selbst nicht allzu ernst. Spassig, böse, unterhaltsam!

Hanna D. - The Girl from Vondelpark

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Hanna ist sechzehn, lebt bei ihrer psychisch labilen und vor Selbstmitleid zerfressenen Alkoholiker-Mutter und verbessert sich ihr Taschengeld, in dem sie sich vor perversen Säcken entkleidet. Als sie wiederholt vom Freund ihrer Mutter angebaggert wird und von zuhause wegläuft, trifft sie in eine heruntergekommenen Gegend auf den zwielichtigen Miguel, der das naive Mädchen im Pornobusiness groß rausbringen möchte und sie mit Heroin gefügig macht. Für Hanna beginnt ein rasanter Abstieg in eine Welt der Drogen, Gewalt und Prostitution und als Hanna wenig später während einer Grachtenfahrt auf den jungen Axel trifft, verliebt sich dieser in das hübsche Mädchen, ohne zu ahnen, dass diese auf den Strich geht um sich Geld für den nächsten Schuss zu verdienen...

Ziemlich sleaziges und augenscheinlich sehr von "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" inspiriertes Drama über ein junges Mädchen, dass in Amsterdam durch dramatische Umstände als drogensüchtige Prostituierte am Straßenstrich landet. Rino Di Silvestro hat dabei ein zweifelsfrei sehr beeindruckendes Werk geschaffen, das zwar wie schon sein nicht minder ungewöhnlicher Mondo-Report-Giallo "Die Liebesengel" nicht unbedingt die Aufklärung im Sinn kommt, aber den Zuschauer mit Details und einer Geschichte konfrontiert, die man sonst wohl nicht in derartiger Form vor die Linse bekommen würde. Die arg sprunghafte Handlung über den Abstieg eines jungen Mädchens mutet dem Zuschauer ja so einiges zu und zeigt echte Junkies, viel nackte Haut bis hin zu kalten Entzügen und ungewöhnlichen Drogenschmuggel. "Hanna D." ist dabei zwar nicht immer logisch und auch nicht immer schön anzuschauen, aber ungemein flott inszeniert und ein herrlich schmieriges Vergnügen, dass Fans von etwas zweifelhaften und abseitigen Werken auch mühelos begeistern sollte. Neben viel Amsterdamer Lokal-Kolorit und solider Inszenierung wissen auch die Darsteller - insbesondere die damals zwanzigjährige Ann-Gisel Glass - zu gefallen und auch der (eigentlich viel zu gute) Soundtrack ist ebenfalls sehr stimmig ausgefallen. Ergo ein Werk, dass in keiner Italo-Sammlung fehlen sollte.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Alyce

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Zwar erinnert "Alyce" wirklich etwas an Werke aus den Achtzigern, aber richtig begeistern konnte mich das teils dramatische, teils brutale Werk von Jay Lee leider nicht. Die bereits erwähnte holprige Erzählweise und der Look würden ja noch gehen, aber inhaltlich fand ich den eher unterkühlten Horrorstreifen doch sehr, sehr, sehr unglaubwürdig und das Gelaber der Darsteller auf Dauer auch ziemlich nervig. Die "Muschifotzeficken"-Dialoge sind ja leider wieder einmal komplett daneben und die Charaktere inklusive dem Mauerblümchen, dem Drogendealer, dem bösen Vermieter und der noch böseren Chefin sind allesamt so gestaltet, als wären sie gerade einer Kiste mit schlechten Klischees entsprungen. Lustig auch die Darstellung des öden Bürojobs von jemandem, der wohl von der Materie so gar keine Ahnung hat. Ich nehm Jay Lee sämtliche Figuren und seine Geschichte aus aufgestauter Wut, Schuldkomplex, Identitäts-Neid und drogenbedingten Amoklauf ja einfach so gar nicht ab und da hilft es dann auch nichts, dass der Rest auf technischer Seite durchaus passabel ausgefallen ist.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Ein Abend ohne Grenzen:

The Room

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Banker Johny lebt seit sieben Jahren in einer Beziehung mit seiner Verlobten Lisa und plant die hübsche Frau zu ehelichen. Doch Lisa ist von dem spendablen Johny gelangweilt und stürzt sich entgegen dem Rat ihrer materialistischen Mutter in eine Affäre mit dessen besten Freund Mark, der wie der minderjährige Danny und scheinbar auch der Rest des gemeinsamen Freundeskreises im selben Appartmentkomplex wohnt. Obwohl bald das gesamte Umfeld von Lisa über die Seitensprünge Bescheid wissen, bringt es die junge Frau nicht übers Herz, ihren angehenden Ehemann von ihren erloschenen Gefühlen zu berichten. Als sich die junge Frau im Rausch der neuen Leidenschaft immer unvorsichtiger verhält, wird Johny jedoch skeptisch und bei einer Überraschungs-Geburtstagsparty für den Banker kommt letzten Endes die ganze Wahrheit ans Licht...

Sensationell grottiger Streifen von Tommy Wiseau, der hier ein Drama abgeliefert hat, das man schon mit eigenen Augen gesehen haben sollte, um an die Existenz eines derartigen Werkes überhaupt glauben zu können. Ein nuschelnder Langhaar-Frankenstein liebt Britney Spears, die ihrerseits jedoch ein Auge auf Ray Lovelock geworden hat und dazwischen tauchen Figuren auf und ab, seltsame Dialoge werden gesprochen und immer wieder mal wird Football gespielt. Bei "The Room" von einem "bizarren Handlungsverlauf" zu sprechen ist ja noch stark untertrieben und irgendwie weiß man ja gar nicht, wo man anfangen soll, wenn man darüber berichten soll, was hier wohl alles schiefgelaufen ist. Irgendwie erinnert Wiseaus Streifen an eine schlechte Soap aus den Achtzigern die von Ferialpraktikanten auf 99 Minuten zusammengeschnitten wurde und dennoch kann ich gut verstehen, dass "The Room" über die Jahre zu einem Kultfilm geworden ist, selbst wenn Wiseau die zu jeder Zeit hoffnungslos ernstgemeinte und vollends missglückte Beziehungskiste mittlerweile als schwarze Komödie vermarktet. Wer daher die Möglichkeit hat, den Streifen morgen in Nürnberg auf großer Leinwand zu sehen, sollte wohl diese einmalige Gelegenheit ergreifen denn so etwas wie "The Room" bekommt man wohl so schnell nicht mehr zu Gesicht und auch mein Leben wird nach der Sichtung des Teils wohl nie mehr so unbekümmert sein, wie zuvor...

The Opening of Misty Beethoven

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"The Opening of Misty Beethoven" ist dann tatsächlich ein Fleischfilm mit Handlung, der nicht nur erotisch, sondern vor allem augenzwinkernd und ungemein unterhaltsam daherkommt. Anstatt eine Ferkelei nach der anderen episodenhaft aneinanderzureihen, gibt es in Radley Metzgers Streifen eine originelle Handlung die an "My Fair Lady" angelehnt ist, unterschiedliche und schöne Handlungsorte auf zwei Kontinenten, einen flotter Soundtrack und Darsteller, die nicht nur schauspielern können, sondern auch sonst mit vollen Körpereinsatz dabei sind. "The Opening of Misty Beethoven" wirkt zu jeder Sekunde erfrischend unverkrampft und bietet für den Zuschauer einen Einblick, was in der kurzen Zeit des sogenannten "Porn Chics" so alles möglich gewesen ist, als derartige und von künstlerisch begabten Menschen produzierten Filme in Mainstream-Kinos gezeigt und auch von der breiten Masse gesichtet wurden. Die Blu-Ray-Disc von Distripix bietet den Streifen in wunderbarer Qualität, wahlweise auch in einer Softcore-Fassung, mehrsprachigen und auch deutschen (!) Untertiteln und jeder Menge Bonusmaterial.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fahrstuhl des Grauens

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Sympathischer Film mit ein paar guten Szenen, aber ehrlich gesagt schon auch nicht der große Wurf. Erinnert irgendwie mit seiner "Angst-vor-der-Technik"-Thematik etwas an frühe Monsterfilme, nur dass es sich hier um doch eine etwas ungewöhnliche Bedrohung handelt. Wenn der Fahrstuhl aber in die Gänge kommt, bleibt natürlich kein Auge trocken und auch die unterkühlte 80er-Neon-Industrie-Atmosphäre tut dem Streifen ebenfalls durchaus gut. Allerdings gibt es auch etwas Leerlauf und einige Szene wirken heute wohl auch etwas unfreiwillig komisch, wenn z.B. das Eintippen in einen ultramodernen Computer mit Musikgedudel unterlegt ist. Huub Stapel als Sympathieträger bzw. Fahrstuhl-Techniker ist aber wie üblich eine Bank und irgendwie macht der Film trotz mieser DVD dann ja auch wieder großen Spass, selbst wenn mir Dick Maas das weitere Benützen eines Fahrstuhls wohl nicht verleiden konnte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mold!

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Im Jahre 1984 wird in einer geheimen Forschungeinrichtung der Regierung mit hoch-aggressiven Schimmel-Sporen experimentiert, die dem amerikansichen Staat im Kampf gegen kolumbianische Drogen-Plantagen wirksam zur Seite stehen sollen. Dummerweise gelangen die Sporen bei der übereilt durchgeführten Präsentation durch eine Verkettung unglücklicher Umstände auch auf die Haut eines Politikers, der sich daraufhin sehr drastisch in seine Bestandteile auflöst. Der Komplex wird sofort unter Quarantäne gestellt und während draußen bereits die Scharfschützen lauern, beginnt in der Forschungseinrichtung bei den eingeschlossenen Wissenschaftlern und Leuten der Regierung ein eigentlich aussichtsloser Kampf gegen die Sporen...

Eigentlich recht unterhaltsames Indie-Horror-Filmchen aus den Staaten in der Tradition von sogenannten "Body Melt"-Movies, dass neben seiner nicht ganz ernstgemeinten Geschichte auch ein paar sehr drastische Effekte bietet, die hübsch eklig anzuschauen sind. Die im Jahr 1984 angesiedelte Geschichte über aggressive Sporen ist ja eher zu vernachlässigen und auch bei den handelsüblichen Figurenkabinett aus Forscher, Poliktiker und Militärmenschen wird bewusst wieder einmal auf bekannte Klischees gesetzt. Meschinos kleiner Reißer kann trotz limitierten Handlungsort mit ein paar lustigen Ideen und auch seinen Darsteller überzeugen und im Gegensatz zu sonstigen Filmen aus der Kiste stimmt auch das Tempo des eher kurz gehaltenen Streifens. Insgesamt sicher kein Genre-Highlight, aber doch ein spaßiges Menschenschmelzer-Teil, das Freunden von derartigen Filmchen trotz seiner stetigen Vorhersehbarkeit auch gut munden sollte.

Torture Chamber

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Der dreizehnjährige Jimmy ist durch einen Brandunfall entstellt, verfügt über dämonische Kräfte und wird von seinen ratlosen Eltern in seinem Zimmer wie ein Tier in einen Käfig gehalten. Nachdem sämtliche Versuche mit religiösem Exorzismus dem Jungen zu helfen scheitern und weitere, grausame Dinge geschehen wird Jimmy von seiner tiefreligiösen Mutter in eine Nervenheilanstalt und die Obhut ausgebildeter Psychologen und Pädagogen gebracht. Doch Jimmy will sich nicht integrieren und flieht eines Tages gemeinsam mit einer Gruppe von Jugendlichen, die der mysteriöse Junge um sich gescharrt hat um grausam Rache an jenen zu üben, die er für seine Lage verantwortlich macht...

Nachdem mich Tomasellis uninspirierte Genre-Mix in "Satanic Playground" leider so gar nicht überzeugen konnte ist "Torture Chamber" schon wieder eher mein Fall und präsentiert eine etwas vertrackt erzähltes Familien- und Horrordrama über einen rachsüchtigen Jungen mit pyrokinesischen Fähigkeiten. "Torture Chamber" setzt dabei zwar weniger scheibchenweise erzählte Rachestory, sondern mehr auf seine düstere Atmosphäre, die Tomaselli auch sehr gut gelungen ist. Zwar ist "Torture Chamber" trotz der Mitwirkung von Genre-Legende Lynn Lowry sicher kein Film für den durchschnittlichen Horrorfan und wird aufgrund unkonventioneller Erzählweise auch nicht jedem gefallen, aber ich fand die Mischung aus Horror, Mystery und Drama trotz hässlichem Cover der US-DVD eigentlich recht gelungen. Zwar merkt man hie und da das schmale Budget, aber insgesamt ist Tomaselli schon ein interessanter Streifen gelungen, der sich mit seinem originellen Geschichte, Darstellern und zurückhaltender Härte und der Extraportion Atmosphäre wohltuend aus der Masse von zahllosen Indie-Horror-Streifen abhebt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Eurovision Song Contest 2014

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Was für ein Abend! Nach 48 Jahren Durststrecke und vielen erfolglosen Versuchen überhaupt ins Finale zu kommen, holt Conchita mit einer glamourösen Darbietung das Dingens doch tatsächlich nach Österreich. Die Show war auch sehr gelungen, die Qualität der Beiträge relativ hoch und doch ist Conchita mit ihrer dramatischen Bond-Titel, ihrer unmissverständlichen Botschaft und ihrer Erscheinung natürlich herausgestochen. Die Punktevergabe ist ja mittlerweile so gestaltet, dass es so lang wie möglich spannend war, aber nach zahlreichen 12 Punkten von dreizehn Ländern und sogar Punkten aus Russland, Aserbaidschan und Albanien war klar, dass dieses Mal alles möglich ist. Und dann gewinnt sie trotz aller Anfeindungen, Widrigkeiten und entbehrlichen Statements im Vorfeld doch tatsächlich und setzt ein Zeichen! Hier hat nicht nur ein Künstler mit einer Wahnsinnsstimme, sondern eine Botschaft gewonnen und das ausgerechnet aus dem biederen Österreich, in der sich sogar teils die Politik bemüßigt fühlte, gegen die Kunstfigur zu wettern. Kein Wunder, dass hierzulande noch immer alle komplett aus dem Häuschen sind. We love Wurst! :)
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Nurse

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Haha, was für ein Schmonz! "Nurse" sorgte ja bei unserer gestrigen Sichtung mehrfach für Erheiterung, aber nicht weil der Film so gut ist, sondern der ganze Karren so komplett und ohne Rücksicht auf Verluste an die Wand gefahren wird. Die Figur der Abbey, die von Paz de la Huerta zwar freizügig verkörpert wird, ist nicht nur komplett zur Groteske überzeichnet, sondern sie sieht auch ständig aus wie eine schlecht geschminkte Trümmer-Transe, die mit ihren seltsamen Perücken und hohen Absätzen immer einen Kopf größer wie ihre Mitstreiter erscheint, sich lasziv in Zeitlupe bewegt und im Original so spricht, als hätte sie sich rasch noch ein paar Valium eingeschmissen. Die Geschichte über die Krankenschwester und Racheengel, der es neben untreuen Ehemännern auch auf eine junge Kollegin abgesehen hat ist mit haarsträubend unlogisch und sinnfrei noch harmlos umschrieben und die ganze Big-Budget-Trash-Sause ergibt überhaupt keinen Sinn. Ich hatte ja als Trashfan vor allem beim übertriebenen Holterdiepolter-Finale noch so meinen Spaß, aber meine beiden Mitstreiter haben eher abgewunken. "Nurse" ist mit seinen künstlich wirkenden Settings, schlechten 3-D-Effekten und quietschbunter Ausleuchtung wirklich kompletter Nonsens, der zwar hinten und vorne keinen Sinn ergeben möchte, aber wenigstens auf eine besondere Art und Weise schon wieder schwer unterhaltsam ausgefallen ist. Aber was auch immer mit der Optik von Paz de la Huerta geschehen ist - du meine Güte - das ging wohl komplett daneben. Doof, aber ungemein lustig!
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