More than Honey
Teils schöne, teils erschreckende Doku über das drohende Aussterben der Honigbiene, die durch Überzüchtung, industrialisierter Honiggewinnung und Einsatz von Pestiziden vom Aussterben bedroht ist. Die interessante Doku zeigt dabei das Leben der Bienen auf vier Kontinenten vom traditionellen Imker in den Schweizer Bergen, über Honig-Industrie in Kalifornien bis zu Monokulturen in China, in der die Blüten mangels Bienen bereits von Hand bestäubt werden müssen. Zum Glück scheint man sich jetzt aber wieder mehr der Wichtigkeit dieser Bienenvölker zu widmen und ein Umdenken stattzufinden. Abgerundet wird die Doku mit wunderbaren Bildern dann noch durch Einblicke in die Welt der "Mörderbienen" bzw. "afrikanisierte Honigbiene", die mit ihrer Widerstandsfähigkeit und Unzähmbarkeit den Schlüssel zum Überleben der Bienen sichern wird. Wunderbare Bilder in Kombination mit erschreckenden Fakten machen den mehrfach preisgekrönten "More than Honey" dann auch zur empfehlenswerten Doku für alle, die sich für Bienen interessieren.
Workingman's Death
Michael Glawoggers "5 Bilder zur Arbeit im 21. Jahrhundert" ist eine Mischung aus neorealistischer Dokumentation über körperliche Arbeit unserer Zeit und Mondo-Spielfilm, die sich ja seit den Sechzigern beim wissbegierigen Publikum großer Beliebtheit erfreuen. Ohne Kommentar lässt Glawogger seine eindrucksvollen Bilder sprechen, die den Zuschauer von illegalen Kohle-Minen in der Ukraine, über Schwefelträger in Indonesien bis hin zu den Leuten eines Open-Air-Schlachthofes in Nigeria, Schweißern in Pakistan und - etwas zu kurz - Eisenarbeitern in China präsentiert. Vor allem die Nigeria-Episode ist für unbedarfte Zuschauer wohl sehr hartes Brot und bringt das etwas zu lang-ausgefallene Werk etwas zu nahe in Richtung Shockumentary, wobei man im Falle von Glawogger nicht das Gefühl hat, diese herben Szenen "allzu" selbstzweckhaft zu präsentieren. Die FSK 6-Freigabe ist aber Anbetracht aufgeschnittener Kehlen und ausblutenden und zuckenden Tieren wohl ein Witz. Dennoch zeigt Glawogger auch die Lebensfreude der Arbeiter, die sich mit ihrer für westliche Augen unpackbaren und gefährlichen Situation arrangieren und beschließt sein Werk mit Bildern eines stillgelegten Stahlwerk im Ruhrpott, dass eindrucksvoll beweist, dass diese Form der körperlichen Schwerstarbeit auch im westliche Raum bis vor einigen Jahrzehnten noch durchaus üblich war.
Di Di Hollywood
Die junge Diana ist Kellnerin in einem Madrider Club und träumt davon in den Staaten als Schauspielerin erfolgreich zu sein. Nach einem anstrengenden Abend beschließt sie spontan nach Miami zu fliegen um dort jedes erdenkliche Casting zu besuchen. Doch die Konkurrenz ist groß und als Diana das Geld ausgeht landet sie als Putzkraft in einem Lokal. Als sie eines Tages bei einem Casting einen aufstrebenden Regisseur Robert kennen und lieben lernt, scheint sich das Blatt zu wenden und sie geht mit ihm und ihrer Freundin nach Los Angeles. Dort lernt sie nach weiteren Rückschlägen den Agenten Stein kennen, der mit der jungen Frau große Pläne im Sinn hat. Neben ihrem Künstlernamen "Di Di" kreiert er auch ein glamouröses Image und eine Beziehung mit dem Schauspieler Steve, der die junge Frau schon bald auf die Titelblätter von Klatschspalten bringt.
Etwas soapiges Drama von Regisseur Bigas Luna, der in seinem letzten Streifen den turbulenten Weg einer spanischen Nachwuchsschauspielerin von einer Madrider Disco bis zur erfolgreichen Schauspielerin in Hollywood nachzeichnet. Der schön fotografierte Streifen spart dabei nicht mit Kritik am Business und zeigt auch, dass Talent und ein hübsches Gesicht zu wenig ist, wenn man ganz nach oben will. Während Di Di durch ihren Agenten schon bald ganz nach oben kommt, hat der Erfolg auch seine Schattenseiten und mangelnde Privatsphäre, Erfolgsdruck und inszeniertes Leben setzen der jungen Frau ebenfalls zu. Der etwas märchenhafte "Di Di Hollywood" ist dabei durchaus interessant ausgefallen und erinnert an eine erwachsenere, glamöurösere und weniger rebellische Version von "Y soy Juani", der ja eine ähnliche Thematik hat. Hauptdarstellerin Elsa Pataky macht ihre Sache jedenfalls ganz gut und ist auch stets hübsch anzusehen und auch der Rest des Casts inklusive Peter Coyote macht seine Sache sehr gut und auch wenn der Streifen für meinen Geschmack durchaus etwas dramatischer daherkommen könnte, ist Bigas Lunas finales Werk durchaus gelungen.