King Kelly
Die junge Kelly lebt im Haus ihrer Eltern in einer Vorstadt und auf den ersten Blick führt die hoffnungslos egozentrische und störrische Zicke führt ein ganz normales Teenager-Leben zwischen besorgten Eltern, kleinen Mops, Internetsucht und ihren verhassten Ex-Freund Ryan, mit dem sie um ein gemeinsam gekauftes Auto zankt. Doch nebenher strippt der attraktive und schlampinöse Teenager auf einer Internetplattform, bessert sich mit pornografischen Einlagen das Taschengeld auf und plant außerdem den Relaunch ihrer eigenen Homepage, der dann endgültig das große Geld bringen soll. Doch an einem sonnigen 4. Juli scheint sich die gesamte Welt gegen die junge Dame verschworen zu haben und als der Ex am Morgen das Auto zurückholt ist das erst der Beginn eines turbulenten Tages, der für die Internet-Berühmtheit katastrophal verläuft...
Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis der sogenannte "Found-Footage"-Stil auch auf andere Genres übergreift und mit "King Kelly" steht uns - je nach Sichtweise - eine Komödie oder Drama über einen oberflächlichen Teenager ins Haus, der unsympathischer eigentlich nicht sein könnte und 24 Stunden lang ihre persönliche Karthasis durchleben darf. Das Ganze ist mit Handkamera gedreht und entwickelt sich nach dem freizügigen Auftakt in Richtung Road-Movie und erinnert in seiner zügellosen Darstellung einer hoffnunglos egozentrischen Generation etwas an Larry Clark und dessen unsäglichen "Ken Park". Nach 10 Minuten dachte ich auch, dass ich das Werk über zweifelhafte Internet-Berühmtheiten nicht bis zum Ende durchstehen kann, aber dann wurde es ja doch noch recht unterhaltsam. Ein turbulenter Film über Sex, Drugs und Internet-P.orn für die Youtube-Generation.
Let's Scare Jessica to Death
Die junge Jessica ist gerade aus einer Nervenheilanstalt entlassen und ist mit ihrem Mann Duncan und dem gemeinsamen Freund Woody unterwegs zu einem abgelegenen Haus an einem ruhigen See, in dem die junge Frau wieder zu Kräften kommen soll. Dort angekommen entdecken die drei die rothaarige Emily, die sich zwischenzeitlich in dem Haus eingenistet hat und beschließen, dass die junge Tramperin ein paar Tage bleiben soll. Gemeinsam wird gegessen und gefeiert, doch schon bald hört Jessica neuerlich Stimmen, erfährt von einem düsteren Geheimnis, das das frisch bezogene Haus umgibt und fürchtet schon bald, neuerlich den Verstand zu verlieren...
"Let's scare Jessica to death" ist ein kleines spannendes Genre-Juwel, das als Mischung aus Psychodrama, Haunted-House und surrealem Grusel zwar recht unspektakulär daherkommt, aber trotzdem seine Wirkung nicht verfehlt. Ob Jessica in dem abgelegenen Haus den Verstand verliert oder sich tatsächlich das ganze und sehr seltsam erscheinende Dorf gegen die Hippies verschworen hat, wird ja an dieser Stelle nicht verraten und John D. Hancock überlässt es ohnehin größtenteils dem Zuschauer, wie dieser die Geschichte deutet. Wer auf Gruselfilme der ruhigeren Art steht, wird hier aber bestens bedient und bekommt hier auch ein kleines Lehrstück präsentiert, wie man mit einfachen MItteln das Maximum rausholt. Hier eine Stimme, da ein Schatten und ein Fiepsen, ab und an ein blutiger Effekt und fertig ist der atmosphärische Grusler, der in einer guten Welt auch wesentlich bekannter wäre.