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Darsteller(innen): Gael García Bernal, Diego Luna, Guillermo Francella, Dolores Heredia, Adriana Paz, Jessica Mas, Salvador Zerboni, Tania Esmeralda Aguilar, Joaquín Cosio, Alfredo Alfonso, Fermín Martínez, Eduardo Von u. A.
Beto (Diego Luna) und Tato (Gael García Bernal) sind ein fußballbegeistertes Brüderpaar aus der mexikanischen Unterschicht, das tagsüber auf einer Bananenplantage schuftet, jedoch regelmäßig nach Feierabend den örtlichen Bolzplatz aufsucht, um mit einer Hobbymannschaft zu kicken – Beto im Tor, Tato als Stürmer. Als Talentsucher Batuta (Guillermo Francella) auf die Brüder aufmerksam wird, lädt er zunächst Tato, später aber auch Beto zu einem Probetraining in Mexico-Stadt ein, das den Startpunkt für die Profikarriere beider bedeutet: Sowohl Tato als auch Beto kommen in rivalisierenden Vereinen der ersten mexikanischen Liga unter und avancieren zu umjubelten Fußballstars. Tato arbeitet nebenbei an seiner Gesangskarriere und kann die sexy Gameshow-Moderatorin Maya (Jessica Mas) für sich gewinnen, von der er immer geschwärmt hat. Doch trotz des Ruhms ist nicht alles eitel Sonnenschein: Maya betrügt Tato und während des Bruderduells, beim Spiel ihrer Mannschaften gegeneinander, werden sie in einen Wettbetrug verwickelt…
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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
Alejandro González Iñárritu, Guillermo del Toro und Alfonso Cuarón produzierten Regisseur und Drehbuchautor (und Bruder Alfonsos) Carlos Cuaróns ersten abendfüllenden Spielfilm „Kick it – Zwei wie Feuer und Wasser“, eine mexikanische Sportkomödie aus dem Jahre 2008, die damit genau zwischen den Fußballweltmeisterschaften in Deutschland und Südafrika veröffentlicht wurde. Fünf Jahre später folgte ein weitere Spielfilm Cuaróns, bis heute blieb „Kick it“ jedoch sein einziger deutsch synchronisierter.
Beto (Diego Luna, „John Carpenter's Vampires: Los Muertos“) und Tato (Gael García Bernal, „The Past“) sind ein fußballbegeistertes Brüderpaar aus der mexikanischen Unterschicht, das tagsüber auf einer Bananenplantage schuftet, jedoch regelmäßig nach Feierabend den örtlichen Bolzplatz aufsucht, um mit einer Hobbymannschaft zu kicken – Beto im Tor, Tato als Stürmer. Als Talentsucher Batuta (Guillermo Francella, „Hillside Cannibals“) auf die Brüder aufmerksam wird, lädt er zunächst Tato, später aber auch Beto zu einem Probetraining in Mexico-Stadt ein, das den Startpunkt für die Profikarriere beider bedeutet: Sowohl Tato als auch Beto kommen in rivalisierenden Vereinen der ersten mexikanischen Liga unter und avancieren zu umjubelten Fußballstars. Tato arbeitet nebenbei an seiner Gesangskarriere und kann die sexy Gameshow-Moderatorin Maya (Jessica Mas, „Schon wieder Flitterwochen…“) für sich gewinnen, von der er immer geschwärmt hat. Doch trotz des Ruhms ist nicht alles eitel Sonnenschein: Maya betrügt Tato und während des Bruderduells, beim Spiel ihrer Mannschaften gegeneinander, werden sie in einen Wettbetrug verwickelt…
Talentsucher Batuta eröffnet den mexikanischen Fußballreigen als Sprecher aus dem Off; der Prolog stellt die Unterschichtsfamilie, der Beto und Tato entstammen, vor. Batuta tritt schließlich auch vor der Kamera in Erscheinung, bleibt aber als Off-Sprecher mit fußballphilosophischen Kommentaren erhalten. Torwart Beto ist spielsüchtig, Stürmer Tato träumt eigentlich mehr von einer Karriere im Showbiz denn vom Profisport – und doch ist es ausgerechnet Tato, der zuerst von einem Profiverein rekrutiert wird. Der eifersüchtige Beto muss sich noch etwas in Geduld üben, bis auch seine Stunde schlägt. Bis dahin gönnt er seinem Bruder kaum die Butter aufs Brot, was das Konkurrenzverhältnis zwischen beiden verdeutlicht. Tatos Durchbruch als Sänger scheint mit einer spanischen Coverversion des Cheap-Trick-Hits „I Want You To Want Me“ zu gelingen. Diese erste Filmhälfte wirkt noch etwas langatmig und zerfasert und irritiert mit dem quasi vollständigen Verzicht auf Fußballspielszenen.
Zum bevorstehenden Bruderduell auf dem Rasen entwickelt „Kick it“ jedoch tatsächlich Spannung und integriert nun auch gut inszenierte Spielszenen, bevor die Schattenseiten des Erfolgs allesamt anschaulich durchexerziert wurden und das Ende mit so etwas wie einer „Wie gewonnen, so zerronnen“-Moral aufwartet, um die Vergänglichkeit des Ruhms zu unterstreichen. Der Weg dorthin ist gepflastert mit viel derber Sprache und Kraftausdrücken, vor allem aber – und das ist neben dem leichtfüßigen, auch mal bitteren Humor des Films sein größter Trumpf – muy mucho mexikanisches Temperament. Cuarón vermittelt mexikanisches Lebensgefühl, die überbordende Fußballbegeisterung des mittelamerikanischen Staats mit ihren Höhen und Tiefen und unterhält nicht zuletzt dank eines entfesselten, aber nie albern chargierenden Ensembles (aus dem sich Jessica Mas auch einmal oben ohne zeigt) nicht nur ein fußballaffines Publikum kurzweilig, in Bezug auf seine sozialen Aspekte und die Seitenhiebe aufs Sport- und Showgeschäft durchaus auch hintersinnig.
Im Abspann läuft dann noch einmal „I Want You To Want Me“, diesmal in einer englischsprachigen Coverversion – als wolle man erneut daran erinnern, dass Fußball nicht alles ist.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)