John Dies at the End - Don Coscarelli (2012)

Moderator: jogiwan

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Onkel Joe
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John Dies at the End - Don Coscarelli (2012)

Beitrag von Onkel Joe »

John Dies at the End

01.jpg
01.jpg (96.45 KiB) 341 mal betrachtet
Originaltitel: John Dies at the End
Herstellungsland: USA/2012
Regie: Don Coscarelli

Darsteller: Chase Williamson, Rob Mayes, Paul Giamatti, Clancy Brown, Glynn Turman, Doug Jones, Daniel Roebuck, Fabianne Therese und Jonny Weston.

Story: David Wong ist nicht sein richtiger Name und auch der seines besten Freundes John ist nicht echt. Das wäre zu gefährlich. Es gibt nämlich Mächte, die nicht wollen, dass wir wissen, was los ist. Und, Mann, es ist ganz schön viel los. Und ziemlich viel beschissenes auch noch! David und John können auch gar nichts dafür, sie sind da mehr oder weniger hineingeraten; als erster war da Bob Marley und dann der Hund Molly und dann der Polizist, dessen Schnurrbart David attackierte und das alles nur wegen der verdammten "Soy Sauce" - natürlich nicht wirklich Soja Sauce - einer Droge, die dich andere Welten sehen lässt, dude. Nur blöd, dass diese anderen Welten nicht so rosig aussehen und aus den Löchern und Türen dieser Welten tropft die Scheiße förmlich raus. Gut, dass die beiden Nobodys gerade nichts Besseres zu tun haben. Nun, es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig.
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purgatorio
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Re: John Dies at the End - Don Coscarelli

Beitrag von purgatorio »

:o

Der Onkel spoilert :kicher:

Der Film wird ja sehr polar aufgenommen. Hier mal Durchschnitt, dort mal Jubelstürme und bedingungsloser Beifall. Ich bin sehr neugierig :nick:
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
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Arkadin
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Re: John Dies at the End - Don Coscarelli

Beitrag von Arkadin »

Ein Journalist (Paul Giamatti) verabredet sich in einem schummrigen Restaurant mit einem jungen Mann (Chase Williamson), der sich als Dave Wong vorstellt und ihm eine wilde Geschichte erzählt. Gemeinsam mit seinem Freund John (Rob Mayes) sei er in einen Kampf gegen Invasoren aus einer anderen Dimension geraten. Dabei spielt die sogenannte „Soya-Sauce“ eine wichtige Rolle. Eine Droge, die es denjenigen, die sie einnehmen, ermöglicht, Dinge zu sehen, die normalen Menschen verborgen bleiben. Eine zweite Wirkung ist es, dass das Raum-Zeit-Kontinuum aufgelöst wird.

Don Coscarelli eroberte sich mit seiner vierteiligen “Phantasm”-Reihe (auf Deutsch “Das Böse“) eine kleine, aber treue Fangemeinde. Die Geschichte über den außerirdischen Totengräber, der die Körper der Verstorbenen stiehlt und diese in Zwerge verwandelt, um sie in einer anderen Dimension zu Arbeitssklaven zu machen, enthielt genug (Alb)Traumhaftes und Surreales, um sich in den Köpfen der Zuschauer dauerhaft festzusetzen. Unterstützt wurde Coscarelli dabei von einem festen Stamm von Schauspielern (der “Tall Man” Angus Scrimm hat übrigens in “John Dies at the End” einen Kurzauftritt) mit hohem Wiedererkennungswert und sympathischen Helden, die immer menschlich und verwundbar blieben. Im Laufe der Reihe wurden die Filme immer bizarrer, was aber auch den Reiz ausmachte.

Mit “John Dies at the End” schlägt Coscarelli 10 Jahre nach seinem letzten Spielfilm “Bubba Ho-Tep“, der es ebenfalls zu einem kleinen Kultfilm brachte, wieder ähnliche Wege ein. Wiederum stehen Menschen im Mittelpunkt, die ungewollt in eine Sache reinrutschen, und die zu ihrem Schicksal wird. Ähnlich wie Mike und Reggie in “Das Böse”, gerät auch Dave Wong eher zufällig in eine Verschwörung aus einer anderen Dimension. Und während Mike in den Fortsetzungen sein tatkräftiger Bruder, bzw. dessen Geist, zur Seite stand, ist es hier der tatendurstige und coole John. Es verwundert daher nicht, dass sich Coscarelli für seinen neuen Film David Wongs (ja, der Autor benutzt als Pseudonym den Namen seiner Hauptfigur) gleichnamigen Roman vorgenommen hat. Angeblich hat Coscarelli aber nur knapp die Hälfte der wahnwitzigen Begebenheiten verfilmt, die Wong in seinem Buch beschreibt. In Anbetracht der überbordenden Ideen, mit denen “John Dies at the End” vollgestopft ist, mag man das kaum glauben.

Coscarelli hält sich wahrlich nicht zurück, wenn es darum geht, eine Welt zu zeigen, die völlig auf dem Kopf steht. Da hängen riesige, spinnenähnliche Wesen von der Decke, es wird mit Hotdogs telefoniert, ein Schnurrbart verwandelt sich in eine Art Fledermaus und es gibt einen sprechenden und autofahrenden Hund! Schon bald besteht auch fast keine Chance mehr, durch die Geschichte durchzublicken. Handlungsfäden werden ebenso schnell angerissen, wie fallen gelassen. Alles ist in Bewegung, ständig passiert etwas, was die Geschichte urplötzlich in eine andere Richtung lenkt. Dabei ist es Coscarelli anzurechnen, dass der Film trotz allem niemals zu hektisch oder zu lächerlich wird. Zwar durchstreift ein absurder Humor das Werk, doch trotz des autofahrenden Hundes wird es nie vollends zum reinen Klamauk.

Tatsächlich erschafft Coscarelli eine merkwürdige, traumähnliche Stimmung, wie sie bereits „Das Böse“ auszeichnete. Allerdings verschwimmen Wahn und Wirklichkeit hier nie so sehr ineinander, dass man sie nicht mehr auseinanderhalten könnte. Damit wird die – nicht gerade unwahrscheinliche – Möglichkeit, dass sich es sich bei den bizarren Ereignissen allein um Fantasiebilder aus Davids Drogenwahn handeln könnte, nicht wirklich aufgegriffen. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen, um dem Film noch einen doppelten Boden zu verleihen. So bleibt „John Dies at the End“, trotz aller Haken und Absurditäten, leider doch nur eine relativ eindimensionale Genre-Geschichte.

Mit seinen beiden jungen, und bis dato unbekannten, Hauptdarstellern hat Coscarelli einen Volltreffer gelandet. Sowohl Chase Williamson als ständig besorgter und seine Verwirrung lakonisch hinnehmender Dave, als auch Rob Mayes als „Titelheld“ John, mit seiner unbändigen Energie und gleichzeitig selbstbewusster Abgeklärtheit, schließt man sofort ins Herz. Allerdings verblassen neben ihnen auch alle anderen Figuren, bzw. werden an die Seite gedrückt. Was schade ist, denn der von Clancy Brown leider etwas übertrieben gespielte Dr. Marconi und Doug Jones als mysteriöser Gestalt, hätten noch mehr Potential gehabt, als nur mal kurz durchs Bild zu huschen. Paul Giamatti, der den Film auch co-produzierte, spielt wieder einmal nur Paul Giamatti. Immerhin, Coscarelli wartet mit einer ganzen Armee skurriler und erinnerungswürdiger Typen auf. Vom Polizisten mit dem eingangs erwähnten, fliegenden Schnurrbart, über einen weißen College-Gangsta-Rapper und einen geheimnisvollen Rastafari, bis hin zu den bizarr maskierten Anhänger eines von Lovecraft inspirierten Kultes um ein Cthulhu-ähnliches Wesen. Gerade letztere bleiben dann auch nach dem Abspann noch lange im Gedächtnis. Doch leider ist auch diese Episode eigentlich viel zu kurz und schon vorüber, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.

Dass Coscarelli nur sehr wenig Budget zur Hand hatte, merkt man vor allem an den Effekten. So gibt es leider doch auch (zu) viel schlechtes CGI und nicht überzeugende Szenen vor einem deutlich erkennbaren Green-Screen. Allerdings werden diese durch liebevoll von Hand gestaltete, wenn auch preisgünstige, Effekte fast wieder aufgewogen. Der „Würstchen-Mann“ z.B., ist eine der originellsten und verrücktesten Schöpfungen, die ich in den letzten Jahren in einem Genrefilm gesehen habe. Eine aufwändige und extrem blutige, allerdings auch sehr selbstzweckhafte, Szene wird gar vollständig als kruder Cartoon präsentiert. Überhaupt weist der Film einige Härten auf, die einerseits nicht zu seinem Witz passen, ihn andererseits aber auch wieder so erden, so dass er nicht in reinen Klamauk ausartet.

Don Coscarellis Rückkehr nach 10 Jahren ist durchaus gelungen. Im Vergleich zu Cosarellis bekannteren Filmen besitzt „John Dies at the End“ sehr viel mehr Tempo und abstrusen Witz. Allerdings ist er auch hoffnungslos überladen und sprunghaft. Auch wird die Chance zu einer bösen und doppelbödigen Komödie leider vergeben. Es ist aber beachtlich, dass der Humor, trotz einiger wirklich absurder und alberner Szenen, nie vollständig ins Lächerliche kippt, sondern eine traumähnliche und latent bedrohliche Atmosphäre sogar noch unterstreicht.

Das Bild der Pandastorm/Acot-DVD ist wie gewohnt sehr gut. Die Farben kräftig und die Schärfe ganz hervorragend. Allerdings vermisst man in der DVD-Version leider – bis auf einen Trailer – jegliche Extras. Auf einer limitierten BluRay sind diese dann aber zu finden.

Screenshots: http://www.filmforum-bremen.de/2013/05/ ... t-the-end/
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horror1966
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Re: John Dies at the End - Don Coscarelli

Beitrag von horror1966 »

John Dies at the End
(John Dies at the End)
mit Chase Williamson, Rob Mayes, Paul Giamatti, Clancy Brown, Glynn Turman, Doug Jones, Daniel Roebuck, Fabianne Therese, Jonny Weston, Jimmy Wong, Tai Bennett, Allison Weissman, Ethan Erickson
Regie: Don Coscarelli
Drehbuch: Don Coscarelli / David Wong
Kamera: Mike Gioulakis
Musik: Brian Tyler
FSK 16
USA / 2012

Eine der wenigen Dinge, die zwischen der Menschheit, wie wir sie kennen, und totaler dämonischer Versklavung steht, ist der freundliche Gelegenheitskiffer David. Der hat bei seinem Kumpel John eine neue Superdroge namens Sojasauce gekostet und sieht seither Dinge, die er lieber nicht sehen würde. Und er steht in vorderster Front beim Kampf gegen den Dämonenfürsten Korrok. Zum Glück hat er potente Mitstreiter aus allen Zeiten und Dimensionen. Ein Journalist, der sich die Sache mal ansieht, kommt aus dem Staunen nicht heraus.


Don Coscarelli zählt definitiv nicht zu den Viel-Filmern unter den Regisseuren, hat der gute Mann doch gerade einmal bei 11 Filmen auf dem Stuhl des Regisseurs gesessen. Dennoch befinden sich mit der "Phantasm-Quadrilogie" und "Bubba Ho-tep" Werke in seiner Filmografie, die es längst zu einem Kultstatus in Fan-Kreisen gebracht haben. Sieben Jahre nach seinem Beitrag zur Masters of Horror Reihe kam nun mit "John Dies at the End" sein neuester Film auf den Markt und wieder einmal hat der gute Don einen absoluten Volltreffer gelandet. Dabei handelt es sich um eine Geschichte die so unglaublich und skurril erscheint, das man sie kaum in Worte fassen kann und auch die knappe Inhaltsangabe drückt noch nicht einmal ansatzweise das hochklassige Film-Vergnügen aus, mit dem der Zuschauer hier konfrontiert wird. Es entwickelt sich von der ersten Minute an eine Story-Line in der sich mehrere Genres miteinander verbinden, so bekommt man Elemente des Horrors, Fantasy-und SCI/FI Filmes geboten, die eine explosive Mischung darstellen und Anleihen an mehrere Filme aus den diversen Genres offenbaren. Ein wenig "Donnie Darko, eine Prise "Das Böse" oder auch Ähnlichkeiten mit "Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit" sind nur einige Beispiele dafür, das man sich hier auf eine extrem außergewöhnliche-und gleichzeitig skurrile Kombination freuen kann, bei der man allerdings auch konzentriert bei der Sache bleiben sollte, um die Gesamt-Zusammenhänge zu erkennen.

Das fällt nämlich phasenweise gar nicht einmal so leicht, denn obwohl es sich hier um eine aberwitzige Komödie handelt, werden auch Dinge wie Zeitreisen oder Zwischen-Dimensionen thematisiert, was gerade bei der ersten Sichtung des Filmes für kleinere Wirrungen sorgen könnte. Eine der großen Stärken von "John Dies at the End" sind ganz sicher die beiden Haupt-Charaktere David und John, die mit allen Mitteln versuchen, die Erde vor dem Untergang zu retten. Dabei ist es insbesondere David, der die Geschichte auch im Off erzählt, der am meisten im Mittelpunkt des bunten Treibens steht. Er und John sind zwei absolute Sympathie-Träger und können von Beginn an beim Zuschauer punkten, wobei ihnen ihre manchmal leicht trottelige Art ganz bestimmt sehr zu gute kommt. Die beiden Helden geraten dabei in phasenweise richtig grotesk anmutende Situationen, die man hier schwerlich in Worte fassen kann, sondern selbst gesehen haben muss, um auch deren genialen Witz zu erkennen. So sehen sie sich beispielsweise einem aus tiefgekühltem Fleisch und Würsten zusammengesetzten Monster gegenüber, oder ein Hot Dog dient mal kurz als Telefon, über das man miteinander kommuniziert. Diese Dinge einfach nur zu lesen reicht keinesfalls aus, um sich die teils brillante Situationskomik vorzustellen, die Coscarelli seiner Geschichte einverleibt hat. Ganz generell handelt es sich hier um absolut exzellenten Humor, eigentlich jeder einzelne Dialog des Filmes sprüht nur so vor Wortwitz, die kleinste zu erkennende Mimik und Gestik stellt sich im Gesamtgefüge als absolutes Highlight dar, so das "John Dies at the End" einen wirklich gezielten Angriff auf die Lachmuskeln des Betrachters darstellt.

Dabei erscheint der Humor aber zu keiner Zeit albern oder vollkommen überzogen, vielmehr handelt es sich um eine wunderbar selbst-ironische Note, die von der Story ausgeht. Der Film nimmt sich selbst nicht ernst, tut dies aber auf eine jederzeit charmante Art und Weise, wie man es eher selten zu sehen bekommt. Natürlich wird der teils tiefgründige Witz des Geschehens längst nicht jeden Geschmack treffen, doch wer ein Faible für bizarre Szenarien mit niveau sein Eigen nennt, wird an dieser Stelle mit einem absoluten Volltreffer belohnt. Gleichzeitig bekommt man aber auch einige nette-und blutige Effekte geboten und das Schöne an der Sache ist ganz einfach der Aspekt, das der Regisseur vollends auf künstlich erscheinende CGI-Effekte verzichtet. Das macht diesen Film noch sympathischer, als er von Haus aus schon erscheint und wertet ihn meiner Meinung nach noch einmal zusätzlich auf. Man könnte jetzt noch lange weiter irgendwelche positiven Aspekte aufzählen, doch viel lieber sollte sich ein jeder selbst ein Bild von diesem wunderbaren Film-Spaß machen, den Coscarelli auf die Menschheit losgelassen hat. Ein Werk wie dieses bekommt man leider viel zu selten zu Gesicht, denn leider fehlt den meisten Filme-Machern die Innovation, um ein solch hanebüchenes, aber gleichzeitig qualitativ hochwertiges Szenario ins Bild zu setzen, das den Zuschauer über die gesamte Laufzeit so glänzend unterhalten kann und dabei keinerlei Langeweile aufkommen lässt.

Don Coscarelli ist somit auch geradezu ein Paradebeispiel dafür, das ein Regisseur mit zunehmendem Alter noch längst nicht den Höhepunkt seines Schaffens überschritten haben muss, denn "John Dies at the End" ist in meinen Augen definitiv ein Film, der das Zeug zum Kultstatus hat. Die außergewöhnliche Mixtur, der mit der feinen Klinge geschwungene Humor und ein vollkommen abstruses Treiben ergeben ein Gesamtbild, das man eigentlich nur als höchst gelungen bezeichnen kann. Manch einer wird das eventuell anders sehen, doch ich bin mir ziemlich sicher, das ein Großteil der Zuschauer begeistert sein wird von einer Story, die man nun wirklich nicht jeden Tag serviert bekommt.


Fazit:


Abstrus, vollkommen durchgeknallt und gnadenlos witzig erzählt "John Dies at the Ende" eine Geschichte, die man wirklich nicht für ernst nehmen kann. Das sollte man aber auch gar nicht, legt das Werk doch keinerlei Wert darauf und nimmt sich selbst auch in keiner Phase ernst. Der Spaß steht ganz eindeutig im Vordergrund und der dadurch entstehende Unterhaltungswert siedelt sich äußerst weit oben an. Dieses Werk hat man sich ganz bestimmt nicht das letzte Mal angesehen, denn so schnell wird man das Interesse an dieser aberwitzigen Dämonenjagd bestimmt nicht verlieren.


9/10
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purgatorio
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Re: John Dies at the End - Don Coscarelli

Beitrag von purgatorio »

JOHN DIES AT THE END (USA 2012, Regie: Don Coscarelli)

Öhm… ja… verdammt, das ist ja mal ein schräger Film. Es geht wohl um eine Droge, die am ehesten mit „Sojasoße“ umschrieben wird. Wenn man „auf Soße“ ist, kann man plötzlich Hellsehen, Träume lesen, mit Freunden durch Hunde und Hot Dogs kommunizieren und in Zwischenwelten blicken, die die Invasion unserer Zeit planen. Es ist schwer, die abgefahrene und surreale Erfahrung zu beschreiben, die einem dieser Film verpasst. Der Irrsinn trieft hier aus jeder Pore, nichts ergibt Sinn, ständig entwickeln sich kurze Sinneinheiten, die kurz darauf kollabieren. Zudem fällt das alles auch noch recht witzig aus, sodass man völlig fasziniert in den Bann dieses Films gezogen wird, der eigentlich nur ein Flickenteppich des Wahnsinns ist und von David und John zusammengehalten wird. Wenn die Effekte nicht so unglaublich schlecht wären, wäre der Film wohl eine dicke 10/10! Hier sei für Freunde des völlig abwegigen Irrsinns bar jeder Logik eine Empfehlung ausgesprochen. Ein Film, der einem das Hirn püriert und den Kopf wie ein rohes Ei ausbläst. So in etwa!
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jogiwan
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Re: John Dies at the End - Don Coscarelli (2012)

Beitrag von jogiwan »

Lustig-unterhaltsamer Blödsinn von Don Coscarelli in Form einer völlig abgedrehten Geschichte, irgendwie zwischen Drogen-Paranoia, Alien-Invasion und Buddy-Komödie, die stets augenzwinkernd daherkommt, sich ständig widerspricht und der man auch gerne ihre völlig wirre Erzählweise verzeiht. Hier wird so viel in einen Topf geworfen und umgerührt, dass man sich teilweise in dem Zusammenschnitt einer Serie wähnt und die sprunghafte Erzählweise lässt dem Zuschauer auch wenig Zeit zum Durchatmen oder Nachdenken. „John dies in the End“ ist dabei zweifelsfrei temporeich und spaßig und funktioniert nach dem Prinzip der ständigen Steigerung, aber andererseits ist das Gezeigte weder sonderlich homogen, noch wirkt es sonderlich durchdacht oder irgendwie schlüssig. Hier wird einfach immer noch eins draufgesetzt und so vergeht die Zeit auch wie im Flug, während man entspannt die nächste schräge Idee über sich ergehen lassen kann. Was ist Traum, was ist Realität, was aus dem drogenvernebelten Geist eines völlig schrägen Typen entsprungen und ohnehin wieder gar nicht passiert? Am Ende ist man so schlau wie vorher, oder sitzt vor der Glotze und hat keine Ahnung. Im Grunde hat so etwas wie „John dies at the End“ das Herz schon am richtigen Fleck, aber mehr als ein Partyfilm für Zwischendurch ist er meines Erachtens aber auch nicht.
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karlAbundzu
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Re: John Dies at the End - Don Coscarelli (2012)

Beitrag von karlAbundzu »

BR
Abgedrehte Komödie, da passiert einiges, alles ist vorstellbar, nichts normal und man darf keinem Bild trauen.
Angefangen bei dem Köpfen eines Skinhead-Nazi-Zombies, dem Problem der kaputten Axt über Dimensionssprünge und Drogen namens Sojasauce.
Geschrieben wurde das von David Wong, so heißt auch der Hauptcharakter, eigentlich Jason Pargin, das Nachfolgewerk "Das infernalische Zombie‑Spinnen‑Massaker" las ich und das machte mir sehr viel Spaß. Es gibt noch ein drittes über die Buddies John und David.
Warum hier etwas wann passiert, wird nicht wirklich erklärt, es hat eben mit der Sojasauce zu tun, und die beiden sind irgendwie auserwählt. Ist aber auch nicht wichtig, schnell, abgefahren erzählt. Toll gespielt auch und es gibt ein Wiedersehen mit tollen Leuten: Paul Giamatti (der einen großen Afroamerikaner spielt ohne Blackfacing), Clancy "Kurgan" Brown, Glynn Turman, Doug Jones, Angus Scrimm. Und ein Coscarelli macht mit Musik. Die sind ja eine seit Generationen kreative Familie. Don Coscarelli führte Regie, komischerweise nach einer 10jährigen Pause nach dem brillanten Bubba Ho-Tep.
ANfangs droht der Humor noch ins typisch amerikanische Hihihaha-Humor abzurutschen, das wird dann aber konsequent und gut umschifft, und so macht es ein Riesenspaß!
Empfehlung!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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