Her Name was Lisa - Roger Watkins (1979)

Moderator: jogiwan

Antworten
Benutzeravatar
jogiwan
Beiträge: 40740
Registriert: So 13. Dez 2009, 10:19
Wohnort: graz / austria

Her Name was Lisa - Roger Watkins (1979)

Beitrag von jogiwan »

Her Name was Lisa

01.jpg
01.jpg (52.21 KiB) 541 mal betrachtet
Originaltitel: Her Name was Lisa

Herstellungsland: USA / 1979

Regie: Roger Watkins (als Richard Mahler)

Darsteller: Samantha Fox, Vanessa del Rio, David Pierce, Rick Iverson, Bobby Astyr

Story:

Die junge Lisa stirbt mit nur 26 Jahren einen viel zu frühen Tod und bei ihrem Begräbnis erinnern sich ehemalige Weggefährten an das viel zu kurze Leben. Fotograf Paul, der die Prostituierte in einem Massageclub entdeckt hat, der zwielichtige Verleger Stephen, der sie zu seiner Geliebten machte und Carmen, bei der Lisa in ihrem zunehmend unsteten Leben kurz wieder etwas Halt finden konnte. In Rückblenden offenbart sich das tragische Schicksal einer selbstbewussten Frau, die an die falschen Leute geriet und deren Lebensfreude zunehmend unter die Räder kam…
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
Beiträge: 40740
Registriert: So 13. Dez 2009, 10:19
Wohnort: graz / austria

Re: Her Name was Lisa - Roger Watkins (1979)

Beitrag von jogiwan »

Erwachsenenfilm von Roger „House on Dead End Street“ Watkins, der hier unter seinem Pseudonym Richard Mahler einen doch recht ungewöhnlichen, aber für seine Verhältnisse nicht wirklich überraschenden Streifen geschaffen hat. Der Grundton ist hier ja eher düster und der Streifen beginnt mit dem Tod der jungen Lisa, während ihr Leben in Rückblenden erzählt wird. Dabei beginnt „Her Name was Lisa“ ja recht harmlos mit handelsüblichen Sexszenen und überschreitet dann in der Mitte auch die Grenze zum Roughie. Lisa wird in einem Massageclub von einem Fotografen entdeckt, macht Fotos und wird dann an einen Verleger weitergereicht, der immer wildere Dinge von ihr verlangt. In der Mitte des Streifens kippt die Szenerie und der Grundton von „Her Name was Lisa“ wechselt von erotisch auf bedrückend, ehe das Ende dem Zuschauer ebenfalls noch zusätzlich einen Dämpfer mitgibt. Ja, das kurze Leben von Lisa ist definitiv kein Zuckerschlecken, sondern ein stetiger Abstieg durch manipulative Menschen, die auch nichts Gutes im Schilde führen. Samantha Fox und Vanessa del Rio sind mit allem Eifer dabei, dazu gibt es die Bandbreite von Blümchen-Sex bis hin zur herben Vergewaltigung und auch sonst deckt der überraschend gut gemachte und gespielte Streifen auch eine weite Bandbreite ab. Schön oder angenehm ist er trotzdem nicht.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
CamperVan.Helsing
Beiträge: 10914
Registriert: Sa 26. Dez 2009, 12:40

Re: Her Name was Lisa - Roger Watkins (1979)

Beitrag von CamperVan.Helsing »

jogiwan hat geschrieben: Do 25. Mär 2021, 07:09 Schön oder angenehm ist er trotzdem ist.
Da soll wohl ein "nicht" stehen?

Klingt nun nicht nach einem angenehmen Handarbeitsvideo.
My conscience is clear

(Fred Olen Ray)
Benutzeravatar
Reinifilm
Beiträge: 6680
Registriert: Mo 8. Feb 2010, 10:57
Wohnort: Bembeltown
Kontaktdaten:

Re: Her Name was Lisa - Roger Watkins (1979)

Beitrag von Reinifilm »

ugo-piazza hat geschrieben: Do 25. Mär 2021, 15:03
jogiwan hat geschrieben: Do 25. Mär 2021, 07:09 Schön oder angenehm ist er trotzdem ist.
Da soll wohl ein "nicht" stehen?
Jogi spricht wie Yoda! :-o
_______________________________________________________
http://www.reinifilm.blogspot.com / https://bfilmbasterds.de/
Benutzeravatar
Maulwurf
Beiträge: 4019
Registriert: Mo 12. Okt 2020, 18:11
Wohnort: Im finsteren Tal

Re: Her Name was Lisa - Roger Watkins (1979)

Beitrag von Maulwurf »

jogiwan hat geschrieben: Do 25. Mär 2021, 07:09 Erwachsenenfilm [...] wechselt von erotisch auf bedrückend, ehe das Ende dem Zuschauer ebenfalls noch zusätzlich einen Dämpfer mitgibt. [...] ein stetiger Abstieg [...] Menschen, die auch nichts Gutes im Schilde führen.
Gleich ob Jogi oder Yoda, das klingt genau wie die Art Film die ich suche. Vielen Dank für dir Vorstellung! :verbeug:
Der Sieg des Kapitalismus ist die endgültige Niederlage des Lebens.
(Bert Rebhandl)
Benutzeravatar
Maulwurf
Beiträge: 4019
Registriert: Mo 12. Okt 2020, 18:11
Wohnort: Im finsteren Tal

Re: Her Name was Lisa - Roger Watkins (1979)

Beitrag von Maulwurf »

 
Her name was Lisa
Her name was Lisa
USA 1979
Regie: Roger Watkins
Samantha Fox, Bobby Astyr, Karen Black, Yolanda Bonrea, Robin Byrd, Barbara Daniels, Vanessa del Rio, Ron Hudd, Rick Iverson, David Pierce, Uranus,
Randy West


Her name was Lisa.jpg
Her name was Lisa.jpg (100.6 KiB) 54 mal betrachtet
OFDB

Vier Personen stehen vor Lisas Sarg. Vier Personen die um Lisa trauern, aber wer von den vieren meint es ehrlich? Paul? Paul und Lisa lernen sich kennen, als Paul in das billige Bordell kommt wo Lisa anschafft. Er lässt sich von ihrer professionell-schroffen Art nicht abschrecken und lädt sie ein, in sein Studio zu kommen: Paul ist Fotograf und sieht in Lisa viel Schönheit. Lisa lässt sich fotografieren, aber der wichtigste Kunde Pauls ist Stephen Sweet, die zweite Person am Sarg. Hauptberuflich ein Oberarschloch und nebenberuflich reicher Verleger, holt er Lisa aus Pauls Einflusszone, steckt sie mit Reizwäsche angetan in eine Wohnung, und verlangt von ihr, absolut immer vor Ort zu sein, wenn er sie braucht. Da aber auch ein Oberarschloch so seine Abhängigkeiten an andere Arschlöcher hat, vermietet er sie eines Abends an zwei Gangster, die sie übel zurichten. Im Dampfbad am nächsten Tag lernt sie über ihre blauen Flecken Carmen kennen, die dritte Person am Sarg, die sich schon lange in Lisa verliebt hat, und ihr zeigt, wie schön Sex doch sein kann. Lisa verliebt sich auch in Carmen, aber Carmen ist eine erheblich miesere Kanaille als man zuerst denkt. Und die vierte Person am Sarg ist jemand, der sie nur ganz kurz vor ihrem Tod noch gevögelt hat …

Wir lernen Lisa also in einem üblen Bordell kennen. Normalerweise sind die Frauen die hier arbeiten bereits sehr weit unten, aber Lisas Fall beginnt erst hier, und geht direkt bis in die Hölle hinab. Sie erlebt dabei alles, was Männer Frauen antun können, und ahnt dabei nicht einmal wie abgefeimt Frauen sein können. In dieser Geschichte, vollgestopft mit Gewalt und Sex (und oft genug beidem in Kombination) verfolgen wir Lisas Weg in den Abgrund hautnah, und immer wieder denken wir, dass sie jetzt endlich Halt und Liebe findet, und dabei wissen wir von Anfang an, dass am Ende der Geschichte der Tod steht.

Nein, die Story ist nicht schön anzuschauen. Lisa wird übel zugesetzt, und es wird im Lauf der Zeit immer übler, immer härter, und immer schmuddeliger. Dabei greift Regisseur Roger Watkins zu dem Kunstgriff, Teile der Story über die Musik zu kommentieren. Wenn am Anfang die Fotomodelle zum Rhythmus der klickenden Kamera emotionslos und wie automatisch posieren, ertönt im Hintergrund Wir sind die Roboter von Kraftwerk. Und der letzte Akt, mit dem Mann, seiner Frau und jeder Menge harter Drogen im Blut, verstört den Zuschauer mit Led Zeppelins Dazed and confused nachhaltig – Ich habe noch nie eine so erotisch aufgeladene Szene so düster und abtörnend zugleich gesehen. Die Musik erzählt uns von Lisas geistigem Zustand, und der Sex rauscht vorbei und fühlt sich fremd an. Bei Lisa genauso wie beim Betrachter. Eine sehr nachdrückliche Szene, die in ihrer Ambivalenz zwischen Geilheit und endgültigem Absturz eine tiefe Wirkung hat.

HER NAME WAS LISA ist kein Lustig-70er-Jahre-alle haben Spaß-Porno aus einer filmischen Parallelwelt, sondern vielmehr eine äußerst unangenehm bebilderte Reise in die dunklen Herzen der Städte, wo Frauen als Handelsware und Fickobjekt angesehen werden. Damals genauso wie heute. Was den Film nicht schön macht, aber durchaus sehenswert, allein schon wegen der gelungenen Rache Lisas und Carmens an Stephen Sweet für die Vergewaltigung …

6/10
Der Sieg des Kapitalismus ist die endgültige Niederlage des Lebens.
(Bert Rebhandl)
Antworten