horror's Reise durch die große Welt der Filme

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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Into the Sun - Kampf über den Wolken
(R2B: Ri-teon-too-be-i-seu)
mit Rain, Joon-sang Yoo, Seong-su Kim, Ha-na Lee, Kong-Suk Lee, Seok-won Jeong, Bong-gi Baek, Soo-ho Ha, Kyeong-hoon Jeong, Se-Kyung Shin, Jun-Sang Yu
Regie: Dong-won Kim
Drehbuch: Sang-hoon Ahn / Dong-won Kim
Kamera: Hyo-jin Kim
Musik: Jae-hak Lee
FSK 16
Südkorea / 2012

Diesmal hat es Tae-hun, Top-Pilot der berühmten "Black Eagles"-Eliteeinheit, zu weit getrieben: Wegen eines waghalsigen Manövers wird er in ein anderes Kampfgeschwader strafversetzt. Auch dort eckt er schnell mit seiner Disziplinlosigkeit an und flirtet lieber mit der hübschen Technikerin Se-young. Das alles ändert sich schlagartig, als während einer Routinemission ein Teamkollege von einem feindlichen Flieger abgeschossen wird! Schnell stellt sich heraus, dass eine nordkoreanische Splittergruppe eine Militärbasis besetzt hat, um Südkorea anzugreifen! Wird es Tae-hun und seinem Geschwader gelingen, die Kampfjets abzuwehren, die in Kampfposition unbarmherzig Richtung Grenze donnern?


Ein wenig Top Gun, ein bisschen Der stählerne Adler und noch einige andere Anlehnungen an diverse Genre-Vertreter, schon ist diese südkoreanische Produktion bestens beschrieben. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der manchmal etwas über die Stränge schlagende Kampf-Pilot Tae-hun, der sich im Prinzip an keinerlei Regeln halten will und sich somit immer wieder den Unmut seiner Vorgesetzten zuzieht. Erst als es zu einer kriegerischen Handlung einiger nordkoreanischer Offiziere kommt, vollzieht sich bei dem jungen Mann eine charakterliche Wandlung und er erlangt endlich die Ernsthaftigkeit, die für seinen Job erforderlich ist. Nun könnte man aufgrund der Inhaltsangabe annehmen, das es sich hier um einen Film handelt, der mit Action und herrlich Flug-Szenen nur so vollgestopft ist, doch in der ersten Stunde hält sich das Szenario vielmehr mit Belanglosigkeiten auf, wobei das ganze aber dennoch recht unterhaltsam gestaltet ist. So wird man ein wenig mit dem gewöhnungsbedürftigen asiatischen Humor konfrontiert der an einigen Stellen doch schon ein bisschen albern erscheint. Desweiteren bekommt man die etlichen Disziplinlosigkeiten des Hauptdarstellers präsentiert und wird gleichzeitig Zeuge einer langsam aufkommenden Liebesbeziehung.

Gerade in dieser Phase des Filmes sind die Ähnlichkeiten zu Top Gun absolut nicht zu leugnen und nachdem nun schon über die Hälfte des Szenarios vorbei ist, hält nun endlich auch die Action und eine Menge Spannung Einzug in die Geschichte. Fast schlagartig verändert sich auch die Grundstimmung des Geschehens, denn war die erste Stunde noch hauptsächlich von Unbeschwertheit und Humor geprägt, so lassen sich nun richtig bedrohliche Züge erkennen. Ein Atomkrieg steht kurz bevor und von südkoreanischer Seite aus versucht man mit einer mehr als heiklen Mission, das Schlimmste zu verhindern. Beschwert man sich als Betrachter zumeist immer über den arg patriotischen Anstrich der meisten US-Filme, so gestaltet sich auch "Into the Sun - Kampf über den Wolken" nicht unbedingt politisch neutral. Fast schon selbstverständlich wird Südkorea als die gute Seite und Nordkorea als die Macht des Bösen dargestellt. Fairerweise sollte man dabei jedoch anmerken, das es sich bei den nordkoreanischen Aggressoren um eine Splittergruppe handelt, die Offiziere aus den eigenen Reihen getötet hat, um eine Militär-basis zu besetzen, die mit Langstrecken-Raketen ausgestattet ist.

Die zweite Hälfte des Filmes bietet dann auch das, was man sich letztendlich von dieser Produktion erwartet, nämlich sehr gut ins Bild gesetzte Flug-Szenen und eine Menge Action. Nun geht es also richtig rund und es präsentiert sich der typische Stoff, aus dem Helden geboren werden. Einige im Netz zu findende Kritiken über diesen Film fallen ja eher schlecht aus was sicherlich auch darin begründet ist, das man in der ersten Stunde ein bisschen zu viel Belanglosigkeiten serviert bekommt, bevor es dann endlich ans Eingemachte geht. Dennoch erscheint das Werk im Prinzip in einem relativ guten Licht und kann letztendlich auch als gutes Gesamtpaket bezeichnet werden. Allerdings hätte man die Einführungs-Phase der Geschichte auch durchaus etwas kürzer halten können, um die Kriegshandlungen ein wenig ausführlicher zu gestalten. Dafür bekommt man jedoch eine sehr gute-und intensive Charakter-Zeichnung der Hauptfigur geboten, die man auch von Beginn an in sein Herz schließt und mit etlichen Sympathie-Punkten versieht.

Im Endeffekt ist "Into the Sun - Kampf über den Wolken" ein durchaus sehenswerter Blockbuster, den man jedoch etwas ausgewogener hätte inszenieren können. Zwei vollkommen unterschiedliche Film-Hälften mögen manch einem eher störend erscheinen, doch insgesamt gesehen ergibt sich immer noch ein Werk, das sich etwas über dem üblichen Durchschnitt ansiedelt. Etwas weniger von dem manchmal albernen Humor und etwas mehr Ernsthaftigkeit hätten einen noch besseren Gesamteindruck entstehen lassen. Dennoch entschädigt insbesondere das letzte Drittel des Filmes für Vieles, auf das man in der ersten Stunde vergeblich gewartet hat, so das sich eine Sichtung dieses Werkes allemal lohnt.


Fazit:


Die offensichtlichen Anlehnungen an diverse Genre-Kollegen sollte man nicht unbedingt negativ auslegen, denn auch ohne die nötige Eigenständigkeit handelt es sich immer noch um ein kurzweiliges Film-Vergnügen, das einem Regisseur Dong-won Kim hier präsentiert. Kurzweilige Unterhaltung ist garantiert und auch wenn es sich bestimmt um kein filmisches Meisterwerk handelt, kann man jederzeit eine Sichtung wagen, ohne dabei Zeit zu verschwenden.


6,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Sons of Terror - Das Böse im Menschen
(Anytown)
mit Matt O'Leary, Marshall Allman, Jonathan Halyalkar, Sam Murphy, Ross Britz, Brooke Johnson, Meghan Stansfield, Paul Ben-Victor, Natasha Henstridge, Dan Wells, Sam Blan, John Savage
Regie: Dave Rodriguez
Drehbuch: Zak Meyers / Dave Rodriguez
Kamera: John Barr
Musik: Phil Symonds
keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Ein Tag, der normal beginnt, kann oftmals grausam enden. So auch jener Tag an dem der vom Irak-Krieg und Terroranschlägen faszinierte Teenager Brandon O‘Leary unter seinen Schulkameraden ein Internet-Video verbreitet, welches die Exekution eines Mannes durch eine Gruppe Terroristen zeigt. Als der Rektor der Schule per Zufall dieses Video zu Gesicht bekommt, suspendiert er Brandon mit sofortiger Wirkung vom Unterricht. Wutentbrannt fassen Brandon und seine Freunde den Vorsatz die Person mit aller Härte zu bestrafen, die das Video nach außen dringen ließ. Sie planen die Entführung und Hinrichtung des Schuldigen vor laufender Kamera und das noch an jenem Tag, der so normal begonnen hat und so grausam enden wird…


Manchmal ist es ein echtes Kreuz mit den Filmen, die auf irgendwelchen Film-Festivals bejubelt und mit diversen Preisen ausgezeichnet wurden. Geht man doch als Zuschauer fast immer mit einer gewissen Erwartungshaltung an diese Werke heran um dann letztendlich feststellen zu müssen, das sie die Ansprüche nicht erfüllen können. Ähnlich verhält es sich auch mit "Sons of Terror", dessen Original-Titel "Anytown" wohl eindeutig darauf hinweisen soll, das die hier dargestellten Ereignisse wirklich überall passieren könnten. Als eingehende-und tiefe Charakter-Studie deklariert, entpuppt sich der Film letztendlich doch eher als laues Lüftchen, das keinesfalls die intensive Wirkung erzielt, die man sich erwartet hat. Die Begründung dafür liegt dabei ganz eindeutig auf der Hand, denn Regisseur Dave Rodriguez lässt bei seiner zweiten Regie-Arbeit die ganzen guten-und erkennbaren Ansätze im Sand verlaufen, da er zu viele Banalitäten in den Mittelpunkt seiner Geschichte setzt und das Wesentliche zu sehr aus den Augen verliert.

So werden einem die einzelnen Charaktere zwar näher gebracht, doch die Beleuchtung der Figuren bezieht sich hauptsächlich auf Alkohol-und Drogen Konsum. Die vorhandene Abneigung gegen Ausländer wird zwar in etlichen Dialogen zum Ausdruck gebracht, doch das Ganze erscheint wenig glaubwürdig und seltsam künstlich aufgesetzt. Das liegt in erster Linie wohl an den jugendlichen Darstellern, die nur selten wirklich überzeugend agieren. Zwar sichtlich bemüht, das Ganze relistisch umzusetzen, wirken die Akteure doch sichtlich überfordert, was für den Gesamteindruck des Filmes nicht unbedingt positiv zu bewerten ist. Lediglich die Abneigung und die damit verbundene Angst vor haoptsächlich arabischen Terroristen kommt phasenweise gut zur Geltung, gleichzeitig kommt auch der Aspekt ein wenig zum Ausdruck, das man hier alle Personen über einen Kamm schert und sich dabei auch noch im recht fühlt. Dennoch kann man die jugendlichen Fanatiker und vor allem ihren Rädelsführer Brandon nicht wirklich ernst nehmen, wodurch auch nie die nötige Bedrohlichkeit des Geschehens aufkommen will, damit man sich intensiv mit dem Szenario auseinandersetzen kann.

Unlogische Verhaltensweisen der Darsteller und die maximal mäßige Autenzithät ihrer Handlungen verhindern, das man sich wirklich mit der Thematik auseinandersetzen kann. Zu sehr auf Belanglosigkeiten konzentriert, kann die Geschichte den Betrachter nicht für sich gewinnen, die ansonsten vorhandene verstörende Wirkung in Filmen mit ähnlicher Thematik bleibt fast gänzlich aus und man schaut sich das Szenario eher unbeteiligt an. Eigene Emotionen bleiben dabei fast völlig aus, zwar empfindet man durchaus Mitleid mit dem Opfer der Jugendlichen, doch ansonsten bekommt man eigentlich zu keiner zeit einen wirklich emotionalen Zugang zu den Geschehnissen, die einen seltsam unberührt lassen. Selbst das gewählte Ende ändert kaum etwas daran, was einerseits sicherlich an der Vorhersehbarkeit des Ganzen liegt und auf der anderen Seite durch die mangelnde Glaubwürdigkeit begründet ist, die vom ganzen ausgeht.

Am meisten hat es mich persönlich gestört, das die in der Inhaltsangabe angegebene Faszination für den Irak-Krieg bei der Hauptfigur kaum festzustellen ist. Es gibt zwar immer wieder diverse verbale Andeutungen dazu, doch in der Hauptsache kommt hier lediglich der fehlgeleitete Fanatismus gegen Ausländer zum Ausdruck, der viel zu pauschal gehalten wird. Es ist sehr schade, das Dave Rodriguez hier nicht tiefer auf die Kern-Thematik eingegangen ist und sich stattdessen vielmehr mit typischem jugendlichen Verhalten aufgehalten hat, denn so erscheint das Ganze doch größtenteils viel zu belanglos und spiegelt lediglich Teenager-Fehlverhalten im Bezug auf Drogen und Alkohol dar. Und so bekommt man im Endeffekt viel eher ein Jugend-Drama der normalen Art zu Gesicht, als das es sich um eine ausführliche Charakter-Studie handeln würde, in dem man mit dem Bösen im Menschen konfrontiert wird. Hier liegt auch der größte Kritikpunkt begraben, denn eigentlich erscheinen die einzelnen Akteure gar nicht einmal bösartig, sondern vielmehr als typische Teenager, die nicht wissen was sie eigentlich tun. Man hat hier eine ganze Menge an Potential verschenkt, denn "Sons of Terror" hätte ein richtig guter Film werden können, wenn man sich mehr auf das Wesentliche konzentriert hätte, anstatt das Szenario auf Nebensächlichkeiten zu fokussieren, die einen besseren gesamteindruck verhindern. Trotzdem kann man sich das Werk durchaus einmal anschauen, sollte aber schon im Vorfeld die eigenen Erwartungen massiv herunterschrauben, um keine zu große Enttäuschung zu erleben.


Fazit:


Was hätte hier für ein wirklich guter Film entstehen können, doch leider wurde es einmal mehr versäumt, aus einer interessanten Thematik mehr herauszuholen. Mit besseren Darstellern und einer glaubwürdigeren Inszenierung wäre mehr drin gewesen, so aber siedelt sich der Film maximal im Durchschnitts-Bereich an und hinterlässt keinen sehr nachhaltigen Eindruck.


5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Wu Dang - Auf der Jagd nach dem magischen Schwert
(Da Wu Dang)
mit Vincent Zhao, Mini Yang, Siu-Wong Fan,Yu-Hang To, Jiao Xu, Hee Ching Paw
Regie: Patrick Leung
Drehbuch: keine Information
Kamera: Tony Cheung
Musik: Kin Law
FSK 16
Hongkong / 2012

Seit einem halben Jahrtausend findet in den Wu-Dang Bergen ein legendäres Kampfturnier statt. Die besten Kämpfer der Republik messen sich vor einer atemberaubenden Naturkulisse. Während die Kämpfe ihre ersten Opfer fordern, ist Tian Xin nicht nur auf den Turniersieg aus. Das Geheimnis des sagenumwobenen, mächtigen Schatzes der Wu-Dang Berge ist das eigentliche Ziel. Doch auch Tang Yunlong ist mit einer kryptischen Schatzkarte auf der Jagd nach den „Elementen der Macht“. Sie müssen jedoch nicht nur die Wächter des Schatzes sondern auch einen skrupellosen Kunsthändler in die Irre führen.


Einmal mehr präsentiert sich hier ein asiatischer Mix aus Abenteuerfilm-und überzogenem Martial Arts Spektakel, das zudem noch mit etlichen Fantasy-Elementen angereichert wurde. "Wu Dang" dürfte dabei hauptsächlich für Zuschauer interessant sein, die ein Faible für die vollkommen unrealistischen Kampfszenen haben, denn was sich hier an Kämpfen offenbart, ist jenseits jeglicher Realität angesiedelt. Fast typisch für Filme dieser Art fliegen die Fighter fast spielerisch meterweit durch die Luft und vollführen dabei Kunststücke, die man einfach nicht für ernst nehmen kann. Verpackt ist das Ganze in eine nicht unbedingt sensationelle Story, die im Prinzip nur mäßig unterhaltsam daherkommt. Zugegebenermaßen ist das Werk von Regisseur Patrick Leung phasenweise recht bildgewaltig ausgestattet und präsentiert gerade zum Ende hin einige sehenswerte Effekte, doch insgesamt gesehen entsteht kein wirklich überzeugendes Gesamtbild, da das Geschehen in etlichen Passagen zu sehr vor sich hin plätschert.

Man hält sich zu sehr mit Belanglosigkeiten auf und auch der teilweise alberne humoristische Einschlag trägt nicht unbedingt dazu bei, das Szenario sonderlich aufzuwerten. Auch die romantischen Züge einer aufkeimenden Liebesgeschichte erscheinen in diesem Fall äußerst kitschig und überzogen, doch den absoluten Höhepunkt bildet dann das abschließende Finale der Ereignisse, das so dermaßen schnulzig in Szene gesetzt wurde, das es auf keine Kuhhaut mehr geht. Eine dezentere Inszenierung wäre hier sicherlich besser gewesen, so jedoch ist alles viel zu überladen. Selbst für Liebhaber dieser Film-Gattung dürfte die Geschichte etwas zu schwülstig erscheinen, hat man doch bei allen Zutaten ein wenig zu dick aufgetragen.

Obwohl ich persönlich von Haus aus kein riesiger Fan dieser asiatischen Genre Mixes bin versuche ich immer objektiv an die Filme heranzugehen, doch in vorliegendem Fall fällt das gar nicht einmal so leicht. Der dramaturgische Spannungsaufbau ist nicht wirklich gut, denn teils gute Ansätze verlaufen im Sand und werden ständig durch unnötigen Humor regelrecht zerstört. Dieses Manko kann auch nicht durch die streckenweise tollen Bilder ausgeglichen werden, die durchaus vorhanden sind. Zu den Kampf-Choreografien muss man nicht viel sagen, die Fights sind extrem unrealistisch und bieten auch nur einen mittelmäßigen Unterhaltungswert, so das selbst bei diesem Aspekt keine sonderliche Aufwertung des Ganzen erfolgt. Weniger wäre hier wirklich mehr gewesen, doch "Wu Dang" entpuppt sich im Prinzip in allen Belangen als vollkommen überladenes Filmchen, in dem von allen Zutaten zu viel eingefügt wurde.

Dadurch erscheint die Geschichte sehr unrund und kann keinen befriedigenden Gesamteindruck hinterlassen. Nicht selten ertappt man sich dabei, das man am liebsten die Vorlauf-Taste des heimischen DVD-Players betätigen möchte, da sich die Ereignisse auch künstlich in die Länge ziehen. Es fehlt ganz einfach an allen Ecken und Enden an der nötigen Substanz, um hier zu einem überdurchschnittlichen Eindruck zu gelangen, der sich beim besten Willen nicht einstellen will. Und so ist man letztendlich auch ganz froh darüber, wenn das Ganze nach etwas über 90 Minuten endlich ein Ende findet, denn viel länger hätte man diesen überflüssigen Kitsch auch nicht ausgehalten.


Fazit:


Es gibt immer wieder diese Filme zu denen man einfach keinen Zugang findet. Vorliegendes Werk zählt meiner Meinung nach ganz eindeutig dazu, dennoch bin ich mir sicher, das auch "Wu Dang" seine Fan-Gemeinde finden wird. Gibt es doch genügend Leute, die ihre Freude an solch überzogenen Action-Spektakeln haben und das ist auch gut so, nur mir selbst hat dieser Genre-Mix überhaupt nicht zugesagt.


4/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Blood Beach - Horror am Strand
(Blood Beach)
mit David Huffman, Marianna Hill, Burt Young, Otis Young, Lena Pousette, John Saxon, Darrell Fetty, Stefan Gierasch, Eleanor Zee, Pamela McMyler, Harriet Medin, Mickey Fox, Laura Burkett
Regie: Jeffrey Bloom
Drehbuch: Jeffrey Bloom / Steven Nalevansky
Kamera: Steven Poster
Musik: Gil Melle
FSK 16
USA / 1980

Ein heißer Sommertag im kalifornischen Santa Monica. Der Strand ist voller Menschen. Da verschwindet ein Junge. Die Mutter ist entsetzt. Als kurz darauf auch noch eine Frau spurlos im Sand verschwindet, ist die Panik perfekt. Der Strand wird geschlossen. Ein geheimnisvolles Monster zieht seine Opfer erbarmungslos in den Sand. Zurück bleibt nur ein Loch, in dem es geheimnisvoll pulsiert. Die Polizei beginnt, den Strand systematisch abzusuchen, um das Monster zu fassen. Zunächst mit Erfolg, wie man glaubt. Aber das Schreckliche passiert immer wieder und der Strand pulsiert jetzt an vielen Stellen...


Im Normalfall ist es wohl der Traum vieler Menschen, wenn man ein Haus genau am Strand besitzt. Für die Bewohner von Santa Monica stellt sich dieser Umstand jedoch als echte Bedrohung dar, verschwinden doch auf einmal etliche Menschen auf ungeklärte Weise am Strand des malerischen Küsten-Städtchens. Der Sand scheint sie verschlungen zu haben und der Grund dafür bleibt sehr lange im Verborgenen, was einige Leute auch als Manko dieses Filmes ansehen. Dabei bezieht die leicht trashig angehauchte Geschichte doch gerade aus diesem Aspekt einen dramaturgisch gelungenen Spannungsaufbau, da man fast während des gesamten Geschehens mit dieser unsichtbaren Bedrohung konfrontiert wird, die sich erst wenige Minuten vor dem Ende auch dem Auge des Zuschauers präsentiert. Was man dann zu sehen bekommt, ist aus heutiger Sicht ganz bestimmt nicht das Gelbe vom Ei und auch jeine wirkliche Überraschung, trägt aber ungemein zum insgesamt hohen Unterhaltungswert des Filmes bei.

Kenner dieser Art von Film können sich sicherlich schon frühzeitig denken, das es sich um eine Art monsterartiges Wesen handelt, das seine Opfer durch den Sand unbarmherzig in die Tiefe zieht um sie zu töten, was jedoch keinesfalls das atmosphärische Szenario auch nur im Geringsten negativ beeinflusst. "Blood Beach" zählt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu den Meilensteinen des Horror-Genres, ist aber immerhin eine kleine Perle der 80er Jahre, die von etlichen Menschen vollkommen zu Unrecht unterbewertet wird. Die Story ist nicht unbedingt sensationell und geht schon gar nicht in die Tiefe, aber sie ist absolut ausreichend für gut 90 Minuten erstklassige Unterhaltung, an der man seine helle Freude haben kann.

Der leicht skurrile Anstrich der Ereignisse ergibt sich hauptsächlich durch die Art des Verschwindens diverser Leute, denn nicht jeden Tag bekommt man Werke präsentiert, in denen die Opfer einfach im Sand einsinken und daraufhin nie wieder gesehen werden. Zudem finde ich persönlich das es sogar ein richtig guter Schachzug von Regisseur Jeffrey Bloom war, die Ursache für die Todesfälle so lange im Dunkeln zu halten, auch wenn viele Leute das anders sehen und "Blood Beach" insbesondere wegen dieses Aspektes niedrig bewerten. So aber befindet man sich als Betrachter auf dem genau gleichen Wissensstand wie die ermittelnden Kriminal-Beamten und kann seiner Fantasie im Bezug auf die Identität des "Mörders" freien Lauf lassen. Und auch wenn man ahnt auf was die Geschichte letztendlich hinausläuft, macht es doch einen ungemeinen Spaß, sich die Ursache für das Morden in sämtlichen Fawcetten vorzustellen. So erscheint es für mich auch absolut ausreichend, das man erst kurz vor dem Ende vor Augen geführt bekommt, wer denn letztendlich die ganzen Menschen getötet hat

Letztendlich ist "Blood Beach - Horror am Strand" ein extrem kurzweiliges-und unterhaltsames Horror-Filmchen, das man sich auch nach nunmehr über 3 Jahrzehnten immer noch gut anschauen kann. Leicht skurrile Züge, eine nette Story und ein spannend-atmosphärisches Gesamtergebnis sorgen dafür, das man hier jederzeit eine ganz klare Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Jeffrey Bloom hat hier einen zeitlosen Horrorfilm geschaffen, der zwar keinerlei sonderliche Härten aufweist, dafür jedoch als gut unterhaltendes Gesamtpaket daherkommt und dem Zuschauer durchgehend gute Laune bereitet.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Ufos zerstören die Erde
(Yôsei Gorasu)
mit Ryô Ikebe, Akira Kubo, Yumi Shirakawa, Takashi Shimura, Kumi Mizuno, Ken Uehara, Patrick Allen, Eisei Amamoto, Yasuo Araki, Ross Benette, George Furness, Toshihiko Furuta
Regie: Ishiro Honda
Drehbuch: Jojiro Okami / Takeshi Kimura
Kamera: Hajime Kozumi
Musik: Kan Ishii
FSK 12
Japan / 1962

Ein riesiger Meteorit mit einer hohen Gravitation rast auf die Erde zu. Um den Aufprall mit dem Meteoriten zu verhindern, verändern Wissenschaftler die Erdumlaufbahn. Doch dies hat gewaltige Naturkatastrophen zur Folge.


So kurz und knapp wie die Inhaltsangabe präsentiert sich auch ganz generell die Geschichte an sich, zudem hat es der Zuschauer hier einmal mehr mit einem Film zu tun, dessen deutscher Titel absolut irreführend daherkommt. Mit Ufos hat das Geschehen nämlich überhaupt nichts zu tun, so das man ohne vorher eingeholte Informationen einem absoluten Trugschluss aufsitzen kann. Also kein SCI/FI-Klassiker in dem der Menschheit eine Invasion aus dem All droht, sondern ein eher trashig angehauchter Film, in dem unsere Welt von einem gigantischen Meteoriten bedroht wird. An sich ist das ja eine gute Ausgangslage für ein spannendes-und interessantes Szenario, doch Regisseur Ishiro Honda hat vielmehr versucht, durch dialoglastige Passagen einen intellektuellen Eindruck entstehen zu lassen, der seinem Werk anscheinend eine gewisse Intelligenz verleihen soll. Aber gerade bei diesem Aspekt versagt die Story fast gänzlich, kommt doch das gesamte Geschehen eher hanebüchen daher, was sich insbesondere in der Art und Weise ausdrückt, wie man die Erde vor der Zerstörung bewahren will. Dabei ist dies noch gar nicht einmal das Schlimmste, denn die größtenteils fehlende Spannung und die oft künstlich in die Länge gezogenen Dialoge sind die größten Kritikpunkte, die das Seh-Vergnügen doch sichtlich beeinträchtigen.

Doch im Grunde genommen sind es alle Zutaten die irgenwie nie so richtig miteinander harmonieren wollen, angefangen bei der wenig schlüssigen Geschichte, über die hölzern-und ungelenk agierenden Schauspieler, bis hin zu den vollkommen unspektakulären Effekten. Dabei sollte man jedoch fairerweise nicht vergessen, das dieser Film aus dem Jahr 1962 stammt und Nostalgiker ihre wahre Freude an der aus heutiger Sicht kindlich-naiven Tricktechnik haben könnten, die einem doch so manches Mal das Gefühl verleiht, das man sich in der Augsburger Puppenkiste befindet. Dies ist dann aber auch schon der einzige Punkt, den man dem ansonsten oft schon langweiligen Geschehen positiv ankreiden kann, verbreitet sich doch ein gewisser Charme, der aber die anderen Mankos keinesfalls ausgleichen kann. An diversen Stellen wird es dann sogar regelrecht albern, wobei ich mich explizit auf den Einsatz von einem Walross beziehen möchte, der dem Ganzen die groteske Krone aufsetzt.

An dieser Stelle kann man sich das Lachen definitiv nicht verkneifen und die damit verbundenen Ereignisse verkommen zu einem wahren Sammelsurium an Absurditäten, die sich im Prinzip wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte ziehen. Echte-und kurzweilige Unterhaltung kommt so nicht wirklich auf und selbst in atmosphärischer Hinsicht kann "Ufos zerstören die Erde" so gut wie gar nicht überzeugen. Für einen Katastrophenfilm fehlt es allein schon an der bedrohlichen Grundstimmung, die sich so gar nicht zu erkennen geben will. So erscheint dann auch die musikalische Untermalung äußerst unpassend, denn zu vollkommen unspektakulären Szenen wird man mit bedrohlich anschwellender Orchestermusik konfrontiert, die einem absolut befremdlich erscheint.

Letztendlich muss man leider feststellen, das diese japanische Produktion lediglich bedingt zu empfehlen ist und wohl lediglich Nostalgiker und Trash-Liebhaber ansprechen dürfte. Zu unrund und eckig erscheint die Geschichte, mangelnde Spannung und fehlende Atmosphäre sowie äußerst naive Effekte tragen nicht unbedingt dazu bei, ein besseres Gesamtbild zu gewinnen. Und so kann man sich diesen Film zwar durchaus einmal anschauen, sollte dabei jedoch mit keiner großen Erwartungshaltung an die Geschehnisse herangehen, die sich einem hier offenbaren.


Fazit:


"Ufos zerstören die Erde" führt den Betrachter nicht nur aufgrund des deutschen Titels vollkommen in die Irre, der Film lässt auch alle die Zutaten vermissen, die einen guten Katastrophenfilm auszeichnen. Und dafür sollte man keinesfalls das Alter dieses Werkes als Entschuldigung anführen, denn das gerade in der damaligen Zeit so manch guter Genre-Kollege entstanden ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Es wurden schlicht und ergreifend zu viele Fehler gemacht und durchaus vorhandenes Potential wurde nicht einmal annähernd ausgeschöpft. Übrig bleibt eine unausgegorene Geschichte mit wenig Unterhaltungswert und keinerlei visuellen Highlights, die man sich zwar einmal anschauen kann, die aber sicherlich keinen allzu nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


4,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Lost
(Lost)
mit Matthew Fox, Evangeline Lilly, Korge Garcia, Naveen Andrews, Josh Holloway, Daniel Dae Kim, Junjin Kim, Terry O'Quinn, Emilie de Ravin, Michael Emerson, Henry Ian Cusick, Dominic Monaghan, uvm.
Regie: J.J. Abrams / Jack Bender u.a
Buch: J.J. Abrams / Jeffrey Lieber u.a
Kamera: John S. Bartley / Cort Fey u.a
Musik: Michael Giacchino
keine Jugendfreigabe
USA / 2004

Nach einem Flugzeugabsturz finden sich die 48 Überlebenden auf einer einsamen Insel wieder. Rettung ist nicht zu erwarten und so müssen sich die verschiedenen Charaktere zusammenraufen und sich ein neues Leben fernab der zivilisierten Welt aufbauen. Die Überlebenden haben dabei nicht nur mit Spannungen untereinander zu kämpfen. Auf der Insel gehen nämlich obendrein noch mysteriöse Dinge vor sich, die ihr Leben bedrohen.


Von nicht wenigen Leuten wird "Lost" als die genialste Serie aller Zeiten bezeichnet, wobei das ganz bestimmt im Auge des Betrachters liegt. Eines dürfte jedoch auf jeden Fall feststehen, hier bekommt es der Zuschauer mit einer der besten Serien zu tun, die je das Licht der TV-Welt erblickt haben. Die eingefügte Inhaltsangabe sollte ganz bewusst so knapp gehalten werden, denn die Komplexität des Geschehens lässt sich keinesfalls in einigen Sätzen beschreiben. Zudem sind die wenigen Worte vollkommen ausreichend dafür das man den Einstieg in das Szenario problemlos schafft und alles darauf folgende muss man ganz einfach selbst gesehen haben, um die Brillanz dieses Formates zu erkennen, das sich mit jeder Staffel neu erfindet und dabei immer beste Unterhaltung bietet. Der Einstieg in die Serie gestaltet sich noch recht einfach und man bekommt das Gefühl vermittelt, das es sich definitiv um ein ziemlich normales Abenteuer-Format handelt, das mit äußerst charismatischen Darstellern besetzt ist. Doch schon ziemlich schnell bekommt man die ersten übernatürlichen Elemente serviert und kann so erahnen, das "Lost" weitaus mehr zu bieten hat als normale Abenteuer-Kost. Die große Stärke ist dabei darin begründet, das sämtliche Staffeln von einer extrem mysteriösen-und geheimnisvollen Atmosphäre umgeben sind, die beim Betrachter schon sehr schnell einen gewissen Sucht-Faktor auslösen, dem man sich beim besten Willen nicht entziehen kann.

Die Macher haben es vortrefflich verstanden einen dramaturgisch erstklassigen Spannungsbogen aufzubauen, um so die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen. Dabei taucht man immer tiefer in das komplexe Universum der geheimnisvollen Insel ein, die ein scheinbar unergründliches Sammelsurium an unerklärlichen Phänomenen darstellt und die Überlebenden des Flugzeug-Absturzes vor immer neue Rätsel stellt, die alles andere als leicht zu lösen sind. Es ist in erster Linie die außergewöhnliche Mischung aus Abenteuer-und Mystery, die hier einen ganz besonderen Reiz ausübt, zudem sind die Charaktere eine weitere Stärke, die den großen Erfolg von "Lost" ausmachen. Und unterschiedlicher könnten diese kaum sein, man bekommt es mit Ärzten, Betrügern und ganz normalen Gut-Menschen zu tun, so das die Bandbreite der einzelnen Figuren kaum stärker ausgeprägt sein könnte. Häppchenweise werden dabei in immer wieder eingefügten Flashbacks die einzelnen Personen skizziert, wobei man von den unzähligen Haupt-Figuren eine mehr als tiefgehende Beleuchtung erhält. Und so kann man äußerst schnell eine starke Beziehung zu den einzelnen Menschen herstellen und entwickelt auch sehr große Sympathien für den Großteil der Darsteller. Selbst eher als böse eingestufte Charaktere können einen dabei für sich einnehmen, erfährt man doch im Laufe der Zeit im Prinzip alles über sämtliche Vorgeschichten und kann so manche Handlungen ganz anders betrachten-und nachvollziehen.

Natürlich lässt es sich bei einer solchen Serie nicht vermeiden, das im Laufe der Zeit auch diverse Sympathieträger ihr Leben lassen müssen, wobei es zumeist auch noch sehr emotional zugeht. Damit sind wir dann auch schon bei der nächsten Stärke angelangt, denn "Lost" bietet nicht nur extrem kurzweilige-und spannende Unterhaltung, das Format schafft es geradezu spielend, das man sich auch gefühlsmäßig in das Szenario involviert. Man freut sich mit seinen Helden über erfreuliche Ereignisse, versucht mit ihnen zusammen die mysteriösen Rätsel zu lösen, leidet aber auch gleichzeitig mit, wenn schmerzhafte Abschiede anstehen. Wenn man behauptet, das einen diese Serie sowohl psychisch wie auch physisch mitnimmt ist das keinesfalls übertrieben, denn eher selten fühlt man sich bei einem anderen Serien-Format so dermaßen in die Abläufe integriert, wie es hier der Fall ist. Und immer wenn man der Meinung ist das endlich einmal ein wenig Ruhe zum Entspannen einkehrt, belehrt einen das Geschehen eines Besseren. Kleinere Rätsel werden gelöst und ziehen aber sofort neue Fragen nach sich, die erst in der letzten Staffel endgültig aufgelöst werden. Fairerweise sollte man anmerken, das insbesondere die sechste-und letzte Staffel an einigen Stellen etwas arg konstruiert erscheint, obwohl die Grundgeschichte um die Insel bis zum Ende konsequent weitererzählt wird. Dennoch sind im finalen Teil kleinere Schwächen zu erkennen, die aber meiner Meinung nach das herausragende Gesamtbild nicht wirklich beeinträchtigen.

Letztendlich hat J.J. Abrams (Alias - Die Agentin) hier etwas auf den Weg gebracht, das eine ungeheure Faszination ausstrahlt und einen von der ersten bis zur letzten Episode wie magisch in seinen Bann zieht. Der mysteriöse Strudel in den man ganz unweigerlich hineingezogen wird, entfaltet fast schon eine hypnotische Wirkung und präsentiert eine Gesamt-Inszenierung, die man im Endeffekt nur als absolut grandios bezeichnen kann. Dabei bietet das "Lost-Universum" immer neue Überraschungen und Höhepunkte, die man kaum in Worte fassen kann sondern selbst gesehen haben muss, um die Genialität dieser einmaligen Serie auch wirklich zu erkennen.


FaziT:


"Lost" ist alles andere als eine stinknormale 08/15 Serie, hier verbinden sich auf eine hervorstechende Art Abenteuer, Mystery-und Fantasy-Elemente zu einem Gesamtbild, das einen mehr als nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Und selbst wenn man die endgültige Auflösung kennt, bietet sich hier auf jeden Fall ein Format mit Wieder-Schauwert, das man auf keinen Fall ungesehen an sich vorbeiziehen lassen sollte, da man ansonsten wirklich etwas verpasst hat.


9/10
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Vampire Girl vs. Frankenstein Girl
(Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken)
mit Yukie Kawamura, Takumi Saito, Eri Otuguro, Sayaka Kametani, Jiji Bu, EIHI Shiina, Kanji Tsuda, Yukihide Benny, Terri Doty, Erina, Cay Izumi, Maki Mizui, Honoka Nagai, Sayo
Regie: Yoshihiro Nishimura / Naoyuki Tomomatsu
Drehbuch: Naoyuki Tomomatsu / Shungiku Uchida
Kamera. Shu G. Momose
Musik: Kou Nakagawa
ungeprüft
Japan / 2009

Monami ist ein sehr hübscher Teenage-Vampir, die sich in den jungen Sterblichen Mitzushima verliebt hat. Doch selbstverständlich gibt es Probleme bei dieser Beziehung, denn nicht nur Monami ist scharf auf den jungen Mitschüler, sondern auch die arrogante Keiko, Tochter des Vizerektors der Schule. Selbstverständlich hat Keiko keine Chance gegen die übermenschlichen Kräfte Monamis und bezahlt den Kampf um Mitzushima mit ihrem Leben. Doch Keikos Vater erweckt seine Tochter wieder zum Leben, aufgepeppt mit vielen Leichenteilen und verstärkt mit übermenschlichen Kräften. Die Schlacht zwischen dem "Vampire Girl" und dem "Frankenstein Girl" geht in die letzte Runde und läutet den Beginn eines unglaublichen Blutbads ein.


Das insbesondere die Japaner eine ausgeprägte Vorliebe für skurrile Szenarien haben die zudem durch einen teilweise unglaublich hohen Blutgehalt verfügen weiß man nicht erst seit heute. Filme wie "The Machine Girl", "Helldriver" oder auch "Tokyo Gore Police" haben dem Zuschauer innerhalb der letzten Jahre genügend Beispiele dafür geliefert, das aus dem Land der aufgehenden Sonne ziemlich oft regelrechte Splatter-Granaten zu uns kommen, die durch ihren immensen Unterhaltungswert immer wieder beste Unterhaltung für Liebhaber des harten Trashs anbieten. Vorliegender Film ist jedoch selbst für den Einfallsreichtum der Asiaten mehr als nur eine Spur drüber, denn was einem die Macher hier anbieten, geht schon fast auf keine Kuhhaut mehr. Nun ist man bei dieser Art Film ja schon eine Menge gewöhnt, doch "Vampire Girl vs. Frankenstein Girl" setzt dem ganzen dann doch die absolute Krone auf. Und das ist jetzt keineswegs nur positiv gemeint, denn die hier erzählte Geschichte kann einem phasenweise schon so richtig auf die Nerven gehen. Die Geschehnisse nun überhaupt als Geschichte zu bezeichnen ist dabei schon äußerst weit hergeholt, handelt es sich doch größtenteils vielmehr um einen wahren Schwall von bizarren Bildern, die zumeist vollkommen sinnbefreit erscheinen. Lag den weiter oben genannten Titeln zum Teil wenigstens eine gewisse Story zugrunde, so hat man sich in vorliegendem Fall fast gänzlich davon verabschiedet und präsentiert dem Betrachter viel lieber ein Sammelbecken für skurrile-und vollkommen groteske Passagen, die man ganz einfach nur als absolut hanebüchen ansehen kann.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, im Normalfall liebe ich diese Art von Film, in der man einen extrem hohen Blutgehalt mit aberwitzigen Splatter-Sequenzen und dem asiatischen Hang zur Skurrilität vermengt, doch vorliegender Film hat von allen Zutaten ein wenig zuviel intus und wirkt dadurch in großen Teilen absolut überladen. Dabei sind es gar nicht einmal die harten Szenen der Geschichte, die im Grunde genommen gut über die gesamte Laufzeit verteilt sind und nur im furiosen Finale übermächtig erscheinen. Es sind vielmehr die Zeiten dazwischen, in denen man mit endlos erscheinenden-und vollkommen dämlichen Dialogen regelrecht belästigt wird. Nur selten bekommt man nämlich so viel verbalen Durchfall geboten, wie er hier zum Besten gegeben wird. Hinzu kommen die viel zu theatralisch agierenden Darsteller, an dieser Stelle möchte man am liebsten der gesamten Riege höchstpersönlich die Gurgel umdrehen, damit die akustische Umweltverschmutzung doch endlich ein Ende hat. Die eigenen Gehörgänge werden teilweise regelrecht vergewaltigt und selbst für einen ausgewiesenen Fan dieser Film-Gattung ist das Ganze nur sehr schwer auszuhalten.

Zu allem Überfluss wird man dann auch noch mit einer ständig einsetzenden musikalischen Untermalung des haarsträubenden Szenarios konfrontiert, die einem das Ohrenschmalz zum Gären bringt und für anhaltende Hörschäden sorgen kann. Nicht selten ertappt man sich dabei, das man am liebsten die Taste für den schnellen Vorlauf betätigen möchte, malträtiert das unerträgliche Gedudel doch die eigenen Nerven ganz erheblich und baut zudem auch ungeahnte Aggressionen in einem auf. Der Hang zum Übertriebenen ist ja im Prinzip ein untrügliches Markenzeichen für solche Werke, doch hier hat man es ganz eindeutig zu weit getrieben und die erträgliche Schmerzgrenze eines normalen menschen überschritten. Eigentlich sehr schade, denn trotz der vollkommen absurden Rahmenhandlung kann das Werk insbesondere im Bezug auf die vorhandene Härte voll überzeugen. Es bietet sich dabei streckenweise eine regelrechte Schlachte-Platte vom Feinsten und die Freunde der härteren Gangart werden voll auf ihre Kosten kommen. Leider kann dieser Aspekt jedoch nicht die nervenden Mankos ausgleichen, die in "Vampire Girl vs. Frankenstein Girl" enthalten sind und sich in soweit summieren, das kein gänzlich überzeugender Gesamteindruck entsteht. Das Gesamtpaket ist viel zu überzogen dargestellt und sprengt selbst die japanischen Verhältnisse.

Im Endeffekt bleibt also ein Film, der im Bezug auf die Qualität keinesfalls an die weiter oben genannten Genre-Kollegen heranreichen kann, die als Gesamt-Inszenierung einfach eine Klasse besser sind. Zu albern erscheint das Werk von den Regisseuren Yoshihiro Nishimura und Naoyuki Tomomatsu, die beim Dreh des Filmes anscheinend ganz eindeutig unter Drogen gestanden haben, denn anders kann man sich dieses bizarre Stück Film nur schwer erklären. Sicherlich wird es genügend Leute geben die das ganz anders sehen und gerade die total übertriebenen Passagen am meisten lieben, doch für mein persönliches Empfinden wurde einfach viel zu dick aufgetragen, etwas weniger wäre in diesem Falle sicherlich mehr gewesen.


Fazit:


Man mag zu dieser Art Film stehen wie man will, doch selbst wenn man ein ausgeprägtes Faible für den japanischen Trash sein Eigen nennt, dürften viele hier an ihre Grenzen stoßen. Andere werden wiederum diesen bizarren Bilder-Trip in den höchsten Tönen loben und die obskure Geschichte mit Vorlieb hinnehmen, auch wenn etliche Defizite und zu viel Albernheit das Seh-Vergnügen merklich beeinträchtigen.


5,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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The Bunny Game
(The Bunny Game)
mit Rodleen Getsic, Norwood Fisher, Gregg Gilmore, Paul III, Loki, Drettie Page, Jeff F. Renfro, Curtis Reynolds, Jason Timms, Coriander Womack
Regie: Adam Rehmeier
Drehbuch: Rodleen Getsic / Adam Rehmeier
Kamera: Adam Rehmeier
Musik: Adam Rehmeier
ungeprüft
USA / 2010

Auf der Straße ist Sylvia Gray unter dem Namen "Bunny" bekannt. Sie liebt Kokain und jeden Mann, der sie für schöne Stunden bezahlt. Sie durchstreift die Straßen von Los Angeles auf der Suche nach ihrem nächsten Freier und ihrer nächsten Mahlzeit. Nachdem sie eines Nachts von einem Freier vergewaltigt und ausgeraubt wurde, trifft sie den harmlos wirkenden Trucker JR. Doch JR ist alles andere als harmlos. Er betäubt Sylvia, schleppt sie in einen entlegenen Teil der Wüste und setzt sie dort einer Reihe unerträglicher Qualen aus, die er allesamt mit seiner Kamera dokumentiert. Als Sylvia am nächsten Tag wieder erwacht, ist ihr Leiden alles andere als vorbei: JR zwingt sie dazu, sich Videos davon anzusehen, was er mit anderen Frauen bereits angestellt hat. Nach einigen Tagen ist Sylvias Kopf kahl rasiert, sie wurde wie ein Tier gebrandmarkt. Tage und Nächte haben keine Bedeutung mehr, wenn JR seinen Zwängen freien Lauf lässt und Sylvia eine unvorstellbare Reihe bizarrer Spiele mit ihrem Peiniger über sich ergehen lassen muss.


Im Grunde genommen ist es schon sehr erstaunlich das ein Film wie "The Bunny Game" eine relativ ausführliche Inhaltsangabe enthält, obwohl dem Szenario eigentlich gar keine Geschichte zugrunde liegt. Selbst der Begriff Rahmenhandlung ist nämlich schon als übertrieben anzusehen, erweckt das Ganze doch viel eher den Eindruck sinnlos aneinandergereihter Video-Clips. Das Spielfilm-Debüt von Adam Rehmeier, der übrigens auch für das Drehbuch, Kamera und Musik verantwortlich zeichnet ist extrem schwer einzuordnen und ehrlich gesagt fragt man sich nach gut 77 Minuten Laufzeit erst einmal, was man da gerade eben gesehen hat. Definitiv handelt es sich hier um einen Independentfilm, der ganz sicher mit einem äußerst niedrigen Budget auf die Beine gestellt wurde. Das muss nun nicht zwangsläufig bedeuten das der Film schlecht ist, doch wenn man Story, Charakter-Zeichnungen sowie auch Spannung gegen Null tendieren lässt fällt es dem Zuschauer relativ schwer, dem Geschehen irgendetwas Positives abzugewinnen. Als Horror-oder Folterfilm deklariert, lässt "The Bunny Game" im Prinzip jegliche Zutaten vermissen, die ein solches Werk beinhalten sollte. So fehlt es beispielsweise an jeglicher Spannung-und Atmosphäre, das Filmchen plätschert vollkommen belanglos vor sich hin und man sieht sich permanent der Versuchung ausgesetzt die Stop-Taste des heimischen DVD-Players zu betätigen, um dem Grauen ein Ende zu machen. Lediglich der Aspekt der Hoffnung hält einen davon ab, denn irgendwie erliegt man dem Irrglauben, das im Laufe der Zeit auch mal etwas passieren könnte. Nun ist es sicherlich nicht zwingend notwendig, durch explizite Gewaltdarstellungen das Interesse des Betrachters zu wecken. denn auch psychische Folter entwickelt durchaus einen gewissen Härtegrad, der in manchen Fällen sogar immense Ausmaße annehmen kann.

Leider ist das hier aber nicht der Fall, was in erster Linie an den nichtssagenden Charakteren liegt. Eine Beleuchtung ist im Prinzip überhaupt nicht vorhanden, so das man erst gar keine Beziehung zu den beiden Haupt-Figuren aufbauen kann. Das ist dann auch der absolute Todesstoß für das gesamte Geschehen, betrachtet man die Ereignisse doch prinzipiell absolut unbeteiligt. Es entsteht keinerlei Antipathie gegen den Folterer, aber auch keinerlei Sympathie für das Opfer. "Bunny" verscherzt sich nämlich die Pluspunkte schon am Beginn der sogenannten Geschichte, bei dem man in wenigen Minuten einen guten Eindruck über ihren exzessiven Lebenswandel bekommt. Prostitution und Drogen bestimmen das trostlose Dasein der jungen Frau, das durch das Stilmittel der s/w Optik noch deprimierender erscheint. Da man aber ansonsten keinerlei Information über die Vergangenheit bekommt und der Charakter schwammig bleibt, können zu keiner Zeit Sympathie-Werte entstehen, die in der Folgezeit so etwas wie Mitleid aufkommen lassen könnten. Ob das von Rehmeier gewollt ist vermag ich nicht zu sagen, doch dem Film schadet dieser Punkt in jedem Fall. Ich kann mich jedenfalls an kein anderes Werk erinnern, in dem mir persönlich das Schicksal eines Opfers so dermaßen egal war, wie es hier der Fall ist. Nicht anders verhält es sich mit dem Täter den man gedanklich gewähren lässt, ohne dabei irgendwelche Emotionen zu empfinden. Und so zieht das Szenario an einem vorbei ohne jegliche Spuren, geschweige denn einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

"The Bunny Game" ist leider nicht mehr als eine vollkommen seelenlose Produktion, die einem wild aneinandergereihte Bilder präsentiert, die größtenteils noch nicht einmal einen Sinn ergeben. Die teilweise äußerst hektischen Bildschnitte und das ständige abblenden in ein sekundenlanges Schwarzbild tragen nicht gerade dazu bei, das von Haus aus schlechte Gesamtbild in irgendeiner Form aufzuwerten. Das Gegenteil ist der Fall und streckenweise geht einem das schon ganz gehörig auf die Nerven, nach einer gewissen Zeit bauen sich dann schon fast einige Aggressionen auf, die aber in der mangelnden Qualität dieses obskuren Filmes begründet sind. So fällt es dann auch unglaublich schwer, dieses Werk richtig einzuordnen, meiner Meinung nach trifft der Begriff Experimentalfilm es am besten, wobei es sich doch um ein ziemlich misslungenes Experiment handelt. Dabei offenbart sich der Einstieg vielmehr als ein Porno, kann man die gute "Bunny" doch bei einem intensiven Blow Job beobachten, der keineswegs nur in Ansätzen zu erkennen ist. In diesen Szenen liegt dann wohl auch die Erklärung für die hohe Alters-Einstufung, denn im Bezug auf physische Härte gibt es rein gar nichts zu sehen. Die wenn überhaupt vorhandene Härte eröffnet sich einzig und allein im Umgang des Täters mit seinem Opfer, versucht er doch permanent es seelisch zu brechen, indem er es den unterschiedlichsten Demütigungen aussetzt. Aus den schon erwähnten gründen nimmt man das jedoch leider kaum wahr, da man das Geschehen wie gesagt eher emotionslos-und unbeteiligt an sich vorbeiziehen lässt. Hätte Rehmeier den Protagonisten zumindest menschliche Konturen verliehen, dann hätte hier trotz einiger anderer Mankos immer noch ein interessanter Beitrag entstehen können, doch in vorliegender Form tangiert einen das gesamte Szenario überhaupt nicht.

Eigentlich ist das sehr schade das der Zuschauer lediglich ein wirres-und ziemlich belangloses Filmchen präsentiert bekommt das wirklich jegliche Struktur vermissen lässt. Stattdessen wird man mit extrem harter musikalischer Untermalung malträtiert und sieht sich aufgrund der viel zu hektischen Bildschnitte fast schon Kopfschmerzen ausgesetzt. Auch an den kaum vorhandenen gesprochenen Worten (Dialoge kann man das beim besten Willen nicht nennen) hat man wenig Freude und das ständige Geschreie raubt einem zum Ende hin auch noch den letzten Nerv. So dumm-und sinnlos wie das gesamte Geschehen präsentiert sich dann auch das gewählte Ende das eigentlich gar nicht als solches bezeichnet werden kann. Für diesen filmischen Sondermüll erscheint es jedoch unglaublich passend und hebt nur noch einmal zusätzlich den äußerst schlechten Gesamteindruck hervor, den man von "The Bunny Game" bekommen hat.


Fazit:


Ich mag Independentfilme und oft genug verstecken sich in dieser Kategorie auch echte Perlen. Rehmeier's Produktion kann man aber beim besten Willen nicht dazuzählen, auch wenn manch einer das eventuell anders sehen mag. Nichtssagende Charaktere, teilweise bizarr erscheinende Bilder im Video-Clip Format und ein vollkommen sinnbefreites Handlungs-Gerüst sorgen dafür, das "The Bunny Game" zu der Art Film zählt, die man nicht wirklich gesehen haben muss.


2/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Das Haus der tausend Freuden
(La Casa de las mil munecas)
mit George Nader, Vincent Price, Martha Hyer, Ann Smymer, Wolfgang Kieling, Sancho Gracia, Maria Rohm, Kuis Rivera, Jose Jaspe, Herbert Fux, Juan Olaguivel, Diane Bond, Ursula Janis
Regie: Jeremy Summers
Drehbuch: Maria del Carmen Martinez Roman / Harry Alan Towers
Kamera: Manuel Merino
Musik: Charles Camilleri
ungeprüft
Deutschland / Spanien / 1967

In Tanger steht ein streng geheimer Edelpuff. "Das Haus der 1000 Freuden". Zugang hat nur, wer eine persönliche Empfehlung in Form einer kleinen Spielzeugpuppe vorweisen kann. Die Frauen, die dort arbeiten, tun dies nicht ganz freiwillig. Sie wurden mit Hilfe des Illusionisten Monderville und seiner Assistentin Rebecca, entführt. Der FBI-Agent Dr. Armstrong und seine dänische Kollegin Maria ermitteln gegen die Mädchenhändler. Als Ehepaar getarnt versuchen sie den unbekannten Boss des Syndikats zu enttarnen, den "Herzkönig". Der einheimische Polizeichef, Inspecteur Emile, scheint dabei keine große Hilfe zu sein. Während ihrer Ermittlungen stoßen sie dabei immer wieder auf neue Leichen.


Weit über 4 Jahrzehnte musste man warten, bis nun endlich auch einmal diese deutsch-spanische Co-Produktion eine DVD-Veröffentlichung spendiert bekommen hat, doch ehrlich gesagt hat sich das Warten durchaus gelohnt. Die 2-Disc Edition von Cine Club beinhaltet gleich 3 Versionen des Filmes, denn neben der Kombi-Fassung auf der ersten DVD bekommt man gleichzeitig auch die deutsche Kinoversion sowie auch die US-Kinoversion geboten. Dabei ist es jedoch vollkommen unerheblich in welcher Fassung man sich die vorliegende Geschichte zu Gemüte führt, denn in jedem Fall präsentiert sich eine absolut sehenswerte Mischung aus Krimi, Drama-und Thriller, die teilweise auch noch recht hochkarätig besetzt ist. Hervorstechend ist dabei sicherlich einmal mehr der großartige Mime Vincent Price, dessen brillante Mimik allein schon die Sichtung dieses Werkes wert ist. Nicht weniger überzeugend agiert jedoch ein George Nader, der den meisten noch als Agent Jerry Cotton bekannt sein dürfte. Was also liegt näher, als dem guten mann auch hier die Rolle eines FBI-Agenten zu verleihen, der mit einer dänischen Kollegin die Identität des sogenannten Herz Königs lüften will, der als Hintermann eines gefährlichen Mädchenhändlerrings gilt.

"Das Haus der tausend Freuden" besticht in erster Linie durch seine sorgfältig ausgewählten Schauplätze und eine erstklassige Grundstimmung, denn das orientalische Ambiente des Szenarios versetzt einen doch phasenweise in die Welt von tausend und eine Nacht, die man noch aus Kindheitstagen von den orientalischen Märchen her kennt. Auch der dramaturgische Spannungsbogen kann sich sehen lassen, auch wenn man gerade bei diesem Aspekt noch einiges mehr hätte herausholen können. So wird die Thematik des ominösen Hintermannes streckenweise etwas stiefmütterlich vernachlässigt und erhält erst zum Ende hin die Bedeutung, die man eigentlich schon viel früher erwartet hatte. Um dies auszugleichen, wartet die Geschichte am Ende dann zumindest mit einem kleinen Überraschungsmoment auf, der den Zuschauer weitesgehend zufrieden stellt und mit einem befriedigendem Gefühl entlässt. Ganz generell sollte man auf keinen Fall einen Film erwarten der mit Höhepunkten nur so gespickt ist, vielmehr offenbart sich ein für sein Alter sehr solides Krimi-Drama, das mit einigen netten Thrill-Momenten angereichert wurde.

Vor allem für Nostalgiker dürfte "Das Haus der tausend Freuden" ein wahrer Leckerbissen sein, wohingegen die jüngere Generation wohl nicht unbedingt in Begeisterungsstürme ausbrechen dürfte. Das Geschehen erscheint nämlich aus heutiger Sicht ganz bestimmt etwas angestaubt, was man insbesondere auch bei den vorhandenen Nahkämpfen deutlich erkennen kann. Mit heutiger Action hat das herzlich wenig zu tun, aber gerade dadurch entfaltet sich der ganz eigene Charme, den Filme aus dieser Zeit inne haben. Schusswaffen kommen eher selten zum Einsatz und die enthaltenen Kämpfe diverser Gegner werden noch mit ordentlichen Faust-und Handkanten Schlägen ausgetragen, so wie es damals zumeist der Fall war. Das mag für viele eventuell antquiert erscheinen, ist jedoch ein absolut passendes Stilmittel einer Ära, in der die Protagonisten in den meisten Fällen noch wie ein Gentleman agiert haben.

So kann man also feststellen, das dieser Film im Prinzip jegliche Zutaten für ein gelungenes Film-Erlebnis beinhaltet und Liebhaber dieser "alten Schinken" dürften voll auf ihre Kosten kommen. Da fällt es auch nicht negativ ins Gewicht das gewisse Handlungsabläufe nicht immer vollkommen logisch erscheinen und diverse Dinge mit einer Leichtigkeit aufgeklärt werden, die nicht gerade extrem authentisch erscheint. Man sollte dabei nicht vergessen, wie viele Jahre dieses Werk nun schon auf dem Buckel hat und keinesfalls einen Vergleich mit heutigen Filmen heranziehen. Meiner persönlichen Meinung nach bekommt man es hier mit einem herrlichen Klassiker zu tun, der im Laufe der Zeit nichts von seinem Reiz verloren hat und immer wieder eine Sichtung wert ist. Hier steht noch mehr gelungenes Schauspiel der Akteure im Vordergrund, unter denen mit Wolfgang Kieling und Herbert Fux auch der deutsche Anteil hoch gehalten wird, als das man die Geschichte mit überzogenem Aktionismus vollgestopft hätte, wie es in der heutigen zeit leider viel zu oft der Fall ist.


Fazit:


"Das Haus der tausend Freuden" ist ganz sicher kein Meisterwerk, aber ein herrliches Relikt der späten 60er Jahre, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Eine solide Story, wunderbar stimmige Schauplätze, sehr gut agierende Darsteller und eine erstklassige Atmosphäre sorgen für ein äußerst rundes-und stimmiges Gesamtbild, so das man auf jeden Fall eine Empfehlung für diesen Film aussprechen kann.


7,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Die drei Musketiere
(The Three Musketeers)
mit Gene Kelly, Lana Turner, Vincent Price, June Allyson, Van Heflin, Angela Lansbury, Frank Morgan, Keenan Wynn, John Sutton, Gig Young, Robert Coote, Reginald Owen, Ian Keith, Richard Wyler
Regie: George Sidney
Drehbuch: Alexandre Dumas (Roman) / Robert Ardrey
Kamera: Robert H. Planck
Musik: Herbert Stothart
FSK 12
USA / 1948

Im Frankreich des 17. Jahrhunderts macht sich der junge D'Artagnan, ein Bauernsohn aus der Provinz, auf den Weg nach Paris, um sich der königlichen Garde - den Musketieren - anzuschließen. Am Hof gelingt es ihm und seinen Mitstreitern mit knapper Not, die Intrigen des Kardinals Richelieu zu durchkreuzen und die Ehre der Königin zu retten.


Nicht selten stellt man sich als Zuschauer die Frage, wie ein perfekter Mantel-und Degenfilm aussehen sollte, wobei man sich doch lediglich vorliegende Verfilmung des Romans von Alexandre Dumas anschauen müsste, um diese Frage zu beantworten. Die berühmte literarische Vorlage diente nun schon zu etlichen Verfilmungen des Stoffes um die drei Musketiere und den draufgängerischen Gascogner D'Artagnan, der in die Reihen der Musketiere aufgenommen werden will. Sicherlich mögen die Meinungen über die beste Adaption des Stoffes auseinander gehen, doch bei vorliegendem Film handelt es sich ganz bestimmt um die berühmteste Variante. Regisseur George Sidney ist es gelungen, mit diesem Werk den absolut perfekten Abenteuerfilm zu kreieren, der wirklich sämtliche Zutaten beinhaltet, die dieses Genre so außergewöhnlich sehenswert machen. Da ist zuerst schon einmal die unglaubliche Bildgewalt des Szenarios, das durch sein extrem kräftiges Spiel mit den Farben eine sehr starke Faszination auf den Betrachter ausübt. Die wundervollen Kostüme und sorgsam ausgewählte Schauplätze verleihen dem Ganzen eine hohe Glaubwürdigkeit und nicht selten entsteht dabei das Gefühl, sich in einer Zeitreise in das 17. Jahrhundert zu befinden.

Natürlich ist die Geschichte auf Hochglanz poliert, was aber keinesfalls als negativer Kritikpunkt anzusehen ist. Ist dies doch viel eher ein absolut typisches Stilmittel der damaligen Zeit, in der man ganz einfach einen strahlenden Helden erwartet. Das damit nicht unbedingt die wirklichen Verhältnisse der Zeitepoche dargestellt werden liegt ziemlich offensichtlich auf der Hand, ist jedoch keinesfalls ein Aspekt, der den Gesamteindruck beeinträchtigen würde. Man möchte eine Geschichte präsentiert bekommen in der sich Helden heraus kristallisieren, das Gute soll das Böse besiegen und das Alles soll tunlichst in einer Art und Weise geschehen, die einen absolut blendend unterhält. Wenn man sein Hauptaugenmerk auf diese Dinge richtet, dann ist Sidneys Film die allerbeste Empfehlung, die man sich nur vorstellen kann, verbindet sich doch eine grandiose Story mit wunderbar in Szene gesetzter Fechtkämpfe und eine ordentliche Prise Humor sorgt dafür, das man das gesamte Geschehen auch des Öfteren mit einem Augenzwinkern betrachten kann.

Für diesen Punkt sind hauptsächlich die vier Helden verantwortlich, von denen D'Artagnan ganz eindeutig im Vordergrund steht. Gene Kelly verleiht dem Charakter eine unglaublich charmante-und sympathische Note, so das man von der ersten Minute an von der brillanten Performance des Schauspielers begeistert ist. Dagegen wirken seine 3 Kameraden fast schon etwas blass, was allerdings auch ein wenig in der Verteilung der jeweiligen Spielanteile begründet ist, denn bis auf die Figur des Athos (Van Heflin) kommen die anderen Musketiere eher selten zur Geltung. Dafür wartet jedoch die Kehrseite der Medaille mit einem überragend auftrumpfenden Vincent Price auf, denn die Rolle des Kardinal Richelieu hätte man keinesfalls besser besetzen können. Einmal mehr stellt der großartige Mime sein schauspielerisches Können unter Beweis und verleiht dem von ihm dargestellten Charakter schon fast etwas Diabolisches. Die intrigante Natur der Figur wird absolut grandios herausgearbeitet und erhält durch die brillante Mimik-und Gestik von Price ein äußerst hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Hinzu kommt dann auch noch eine vortreffliche Darstellung der Begriffe Gut und Böse, der sich hier durch 2 weibliche Darstellerinnen zu erkennen gibt. Während nämlich mit June Allyson als Constance ein wahrer Engel in Menschengestalt erscheint, mimt die große Lana Turner die berühmte Lady de Winter, die an Boshaftigkeit kaum zu überbieten ist. Man merkt also, das in diesem Film nichts dem Zufall überlassen wurde und man die jeweiligen Charaktere absolut perfekt besetzt hat. Überraschenderweise ist die für die damalige Zeit oft übliche Theatralik beim Schauspiel sehr dezent gehalten, lediglich einige Passagen in denen sich Lana Turner in Gefangenheit befindet, erinnern stellenweise an ein dezentes Overacting, das man diesem herausragendem Film jedoch nicht zum Vorwurf machen sollte, da es den gewonnenen Gesamteindruck auch in keinster Weise trübt.

Letztendlich mag nicht jeder diese Verfilmung bevorzugen und vielleicht eher zu den neueren Adaptionen der Romanvorlage greifen. Wer jedoch einen perfekt in Szene gesetzten Abenteuerfilm sehen möchte, kommt an diesem Werk aus dem Jahr 1948 auf keinen Fall vorbei. Selbst nach über 6 Jahrzehnten weiß der Film einen immer noch in seinen Bann zu ziehen und hat rein gar nichts von seiner einzigartigen Faszination eingebüßt. Die Beschreibung zeitloser Klassiker ist hier definitiv nicht übertrieben, handelt es sich doch um eine Hollywood-Produktion, die man sich immer wieder gern anschaut. Eine grandiose Darsteller-Riege, wunderbar umgesetzte Kämpfe, jede Menge Humor und eine unglaubliche Bildgewalt sind die hervorstechenden Merkmale eines Werkes, das man ohne Übertreibung als Meisterwerk der Filmgeschichte einordnen kann.


Fazit:


Die alten Mantel-und Degenfilme sind halt immer noch die Besten und "Die Drei Musketiere" macht hier keine Ausnahme. So stellt man sich die perfekte Unterhaltung vor, die zudem auch noch familien-tauglich ist. Da schaut man auch nur zu gern einmal über die Tatsache hinweg, das in den damaligen Hollywood-Filmen nicht unbedingt die raue Note vergangener Jahrhunderte zum Vorschein kommt und stattdessen ein eher sauberes Bild einer Zeit präsentiert wird, in der es hart-und brutal zur Sache ging.


10/10
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