Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Double-Feature: Deutsche Abgründe...

Sarah

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Sensationell mieser Streifen von Reginald Puhl, der hier den Weg einer verwitweten Frau von der Animier-Bardame zur Prostituierten und von der SM-Domina in die Klapse nachzeichnet. Das Ganze recht zusammenhangslos und ohne Gespür für Dramatik, dafür aber mit dem Höchstmaß an unästhethischen Bildern, denen man nur fassungslos folgen kann. Die Hauptdarstellerin und aufgedonnerte Janie Murray, die wohl aus Australien stammt quält sich nicht nur durch den Film, sondern meistens auch mit ihren Text, den sie mit englischen Akzent vorträgt. Ganz schlimm auch der furchtbare Achtziger-Look, der hier über den Zuschauer einbricht und der vermeintliche Lover mit Achim-Menzel-Bart, Mokassins und Rückenfell. Auf der Haben-Seite ist lediglich zu vermerken, dass "on location" und mit Leutchen aus dem Milieuu gedreht wurde, aber das reisst hier auch nichts mehr raus.

Die DVD von Lighthouse, die sich ja auch schon mit "Unter den Dächern von St. Pauli" nicht mit Ruhm bekleckert haben, liefern hier neuerlich keine Glanzleistung ab und der Ton ist zu Beginn eigentlich skandalös. Das wird zwar später besser, aber heutzutage müsste man so eine qualitativ schlechte DVD in der Preisklasse wohl nicht auf den Markt bringen. Lustig dafür das Bonusmaterial, dass Janie Murray in Ausschnitten bei ihrer Promo-Tour durch diverse Sende-Formate (NDR, RTLplus, etc.) zeigt, in der sie nicht nur als "Australischer Superstar" präsentiert wird und auch ständig betont, am Drehbuch mitgearbeitet zu haben und dafür auch vor Ort in der Herbertstrasse dafür recherchiert hat um dann festzustellen, das sie den fertigen Film gar nicht gesehen hat. Tja...

Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett

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Humorvoll-harmloser Spass von Franz Antel über eine Handvoll Leutchen auf einer einsamen Insel und allerlei Episoden, die für das finale Happy-End notwendig sind. Gleich zu Beginn gibts den titelgebenden Schlager von Bill Ramsey und auch danach wird mit bekannten Gesichtern fleissig weitergesungen. Gus Backus lehrt uns als "Bob Stuart" den "Geisterstundentango" während Trude Herr in einer witzigen Rolle als kriminelle Polizistengattin den "Tango d'Amore" bevorzugt. Karin Dor ist als resolute Barbara, die schnellstmöglich geheiratet werden möchte, natürlich die ideale Sympathieträgerin, während der eigentliche Hauptdarsteller Heinz Erhardt hier auch einen Sager nach dem anderen loslassen darf. Gedreht wurde wohl in Rovinj, aber auch den Wiener Flughafen, der im Jahre 1962 wohl noch etwas kleiner war, gibts ausgiebig zu sehen. Ingesamt ein musikalisches und sommerliches Vergnügen, das mir jedenfalls viel Freude bereitet hat.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Lair

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Staffel 1 - Folge 1 - 4: lustiger Schmarrn! ;)
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Weisse Lilien

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Ein interessanter, aber doch auch etwas anstregender Film, den Christian Frosch ("Die totale Therapie") hier gezaubert hat. Eine Geschichte, die auch Lynch nicht besser hinbekommen würde mit wunderbaren Bildern und hypnotischer Erzählweise, die vom Zuschauer aber auch volle Aufmerksamkeit fordert und dennoch nicht so einfach zu verstehen ist. Ein straighte Geschichte bekommt man ja nicht präsentiert, dafür aber eine Mischung aus zahlreichen Genres, bei der man am Ende dann nicht mehr weiß, was real, oder der Fantasie eines kranken oder gequälten oder doch verfolgten Geistes entsprungen ist. Zugegeben, die Bilder sind phänomenal und auch die Darsteller spitze, aber irgendwie ist "Weiße Lilien" kein Film für zwischendurch und bisweilen auch etwas langsam geraten. Gestern wars dann auch irgendwie nicht der richtige Tag für den Streifen, was jedoch niemanden von einer Sichtung abhalten sollte. DVD gibts auch günstig - also Tipp! :thup:
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Abwärts

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Sehr gut in Szene gesetzter und auch recht gut funktionierender Fahrstuhl-Klaustrophobie-Thriller mit Götz George und Hannes Jaennicke, der wirklich an bessere Zeiten des deutschen Films erinnert, auch wenn die ganze Sause bei aller Liebe doch etwas konstruiert und auch sehr Achtziger-lastig daherkommt. Wie Bux dabei schon bemerkte sind in dem Kammerspiel-artigen Streifen die gegenpoligen Rollen teils etwas seltsam gehalten, sodass die Dramaturgie auch etwas holprig daherkommt und vor allem bei Pit weiß man wirklich nicht so genau, was der im Grunde repräsentieren soll. Statt auf Hilfe zu warten, versuchen die beiden Gockel ja vor der holden Weiblichkeit den Helden zu markieren, was jedoch gründlich in die Hose geht und dann in einem Gänsehaut-Finale mit Abschluss-Gag auch alle in Gefahr bringt. Trotz kleinerer, inhaltlicher Mängel aber insgesamt ein doch gelungener Streifen, den man sich als Liebhaber von deutschen Genre-Filmen auch nicht entgehen lassen sollte.

The Lair - Staffel 1

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Gestern mit der sexten Folge und Knoblauch-Chips das packende Staffel-Finale von "The Lair" durchlebt. Jedenfalls hab ich mich wieder herrlich amüsiert und da auch kein einziger der eingeführten Handlungsstränge aufgelöst wird, macht Fred Olen Ray ja auch ordentlich schon Appetit auf die zweite Staffel, die wohl auch etwas durchdachter daherkommen soll. Staffel 1 ist jedenfalls eindeutig aus der Abteilung "Guilty Pleasure" und bietet haarsträubenden Vampir-Nonsens aus der Diskont-Abteilung mit viel nackter Männerhaut, der recht wenig Rücksicht auf üblichen Konventionen nimmt. So ist es wenig verwunderlich, dass schwule Vampire selbstverständlich ein Spiegelbild besitzen, Bisswunden nach Belieben die Seite wechseln oder gleich auf der Brust platziert sind und Vampire offensichtilch einen Faible für Leder-Tanga und -Harness besitzen. Nix für Genre-Puristen und Konservative, aber alle anderen werden sich bei der Mischung aus Milchmädchen-Horror und Trash-Telenovela wohl zweifelsfrei amüsieren.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

La orgía nocturna de los vampiros

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Eine Gruppe von Jobanwärtern landet auf der Fahrt zum neuen Brötchengeber nach dem Herzinfarkt ihres Chauffeurs mit ihrem Bus in einem abgelegenen Gebirgsdorft und treffen dort auf einen weiteren Urlauber, der in den heruntergekommenen Ort gestrandet ist. Obwohl von der örtlichen Bevölkerung niemand zu sehen ist, machen sich die Männer, Frauen und Kinder in dem örtlichen Gasthaus gemütlich und treffen am nächsten Morgen auf die Einwohner, die sich von der gastfreundlichsten Sorte zeigen. Auch die ortsansässige Gräfin zeigt sich von der spendabelsten Sorte und so fällt es zuerst auch gar nicht auf, dass einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise verschwindet...

Durchwegs spannender und atmosphärischer Horrorstreifen, den uns hier León Klimovsky mit seiner Mischung aus "2000 Maniacs" bzw. Vampirstreifen präsentiert. Ein scheinbar gastfreundlicher Ort entpuppt sich für die gestrandeten Touristen als Todesfalle, da sich die Bewohner kurzerhand als kannibalistische Vampire und Psychopathen entpuppen, die von einer blutrünstigen Vampirgräfin geführt werden. Alles hübsch und auch durchaus effektiv in Szene gesetzt und mit Jack Taylor und der Dame mit dem unausprechlichen Namen gibt es auch noch ein sympathisches Gespann in den Titelrollen. Zwar ist die Ami-DVD qualitativ nicht das Gelbe vom Ei und auch das Geschmodder hält sich etwas zu sehr zurück, aber vor allem im Finale ist die ganze Vampir-Kannibalen-Sause richtig packend und zählt wie das restliche Output des spanischen Regisseurs eigentlich zum Pflichtprogramm für jeden Euro-Horrorfan!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Kalt wie Eis

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Düsteres Portrait eines kriminellen Jugendlichen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens mit viel Berliner Lokal- und Zeitkolorit, dass mit seinem Enstehungshintergrund sicherlich zu den ungewöhlichsten Filmen aus deutschen Landen zählt. Der Streifen von Carl Schenkel bietet neben Dave Schalko, der damals auch bei der Truppe "Tempo" aktiv war und viel Musik von NDW-Gruppen von Neonbabies, Malaria bis hin zu Blixa Bargeld (den ich persönlich nicht erkannt hätte) auch das Elfen-hafte Playmate Brigitte Wöllner in ihrem leider einmaligen Film-Gastspiel. Zwar hätte meines Erachtens weniger punkrotziger NDW und inflationärer Gebrauch von Saxophone und dafür mehr aufkeimende Elektronik besser zu den Neon-erleuchteten Locations und nihilistischen Stimmung des Filmes gepasst, aber auch so ist "Kalt wie Eis" ein eigentlich unverzichtbarer Beitrag für jeden Deutschploitation-Fan und neben Andrzej Zulawskis "Possession" wohl der 80er-Berlin-Film schlechthin. Toll!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

ParaNorman

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Spaßiger Stop-Motion-Animationsstreifen von den Machern von "Coraline" über einen jungen Schüler, Zombiefan und Außenseiter, der mit Geistern kommunzieren kann und deswegen von Gleichaltrigen geschnitten wird. Die Geschichte über Untote und Geister ist temporeich und bunt inszeniert und bietet für den erwachsenen Zuschauer immer wieder kleine Verweise auf bekannte Werke und Szenen, ohne dabei zu einem Zitatekino zu verkommen und/oder jüngeres Publikum mangels Kenntnis zu langweilen. Als Italo-Fan darf man sich außerdem an der Bava-esken Ausleuchtung erfreuen und auch der Soundtrack kommt dem Genre-Fans sicherlich sehr bekannt vor. Zwar ist "Paranorman" mit seiner Thematik eher düster und für kleine Kinder sicher nicht geeignet, aber alle anderen und vor allem erwachsene Zombie-Fans kommen schon beim "Grindhousigen" Autakt bei dem gelungenen, skurrilen, lustigen und liebevoll gestalteten Werk voll auf ihre Kosten. Tipp!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Black Forest

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Deutsche Genrefilme haben ja generell keinen guten Ruf und auch "Black Forest" fährt ja gemeinhin auch sehr schlechte Kritiken ein. Warum das so ist, kann ich nach meiner gestrigen Sichtung aber nicht ganz nachvollziehen. "Black Forest" ist zwar kein wirkliches Highlight, aber ein eigentlich recht solider Haunted-House-Klaustrophopbie-Backwood-Thriller im netten Schwarzwald-Ambiente, dem man zwischendurch auch gut gucken kann. Die Geschichte über gemeinsame Wahnvorstellungen, die durch einen Fernseher verursacht werden fand ich ja halbwegs originall und auch die darstellerischen Leistungen gehen für einen eher niedrig-budgetierten Film auch durchaus in Ordnung. Beim Ende hätte man zwar noch etwas nachbessern können, aber ansonsten fühlte ich mich bei dem Streifen mit recht kurzer Laufzeit systemerhaltend unterhalten.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das Wunder der Anden/Stranded: I´ve come from a plane, that crashed on the Mountains

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Ruhige und unaufgeregte, aber nicht minder effektive Doku über den Flugzeugabsturz in den Anden, bei dem 16 von 45 Insassen 72 Tage auf 4000 Meter Höhe überlebten, in dem sie u.a. das Fleisch ihrer toten Kameraden aßen. Was die verschollenen Überlebenden durchmachen mussten ist schlicht unglaublich und die Doku erzählt chronologisch und in den Worten der Betroffenen die furchtbaren Ereignisse und führt diese mit den Kindern zurück an den Schauplatz der Tragödie. Alles sehr stimmig, wahrheitsgetreu und dennoch zurückhaltend präsentiert, mit Bilder und Berichten der damaligen Zeit versehen und sowas von berührend, dass ich die ganze Zeit nur noch feuchte Augen hatte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Game of Werewolves

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Spassige und sehr gelungene Mischung aus Horror und Komödie aus Spanien, die die selige Erinnerung an Paul Naschy und seiner Rolle des Waldemar zu Teil wieder aufleben lassen. Ein erfolgloser Schriftsteller wird unter falschen Vorwand in ein kleines Dorf geladen und sieht sich dort auf einmal mit seinem kriminellen Verleger und ehemals besten Freund mit einem Werwolf konfrontiert. Das Ganze ist sehr flott und mit Schmackes inszeniert, hat stehts die Sympathien und Lacher auf seiner Seite und auch wenn nicht jeder Gag sitzt, so ist "Game of Werewolves" doch überraschend spannend und sogar gruselig gemacht. Die Darsteller sind gut besetzt, die Locations stimmig und auch wenn das Ende etwas abrupt erfolgt und wohl als Cliffhanger für eine etwaige Fortsetzung fungiert, kann ich diesen humorvoll-flockigen Streifen mit einigen grandiosen Momenten nur empfehlen.
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