Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Mad Circus

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Jetzt auch in der deutschen Fassung und auf Blu Ray gesehen! Toller Film, der zwar nicht mehr den Überraschungseffekt der Erstsichtung hat, aber mir trotzdem gefällt. Ziemlich over-the-top und hübsch abgedreht. I like!

School Killer

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Uui... der taugt ja mal gar nicht. Langweilige und ziemlich uninspirierte Mischung aus Slasher und Okkult-Irgendwas im Fahrwasser von "Scream", "Ich weiß was du..." und "Blair Witch Projekt", in dem halt auch mein geschätzter Paul Naschy vorkommt. Der Rest ist aber ziemlich doof und den Dialogen der nervigen und austauschbaren Kids würde man am liebsten mit der FF-Taste ein Ende setzten. Die Geschichte über Jugendliche, die in einer aufgelassenen Schule einem Blutbad aus vergangenen Tagen auf die Spur ist jedenfalls ziemlich dröge in Szene gesetzt und wie der Streifen ausgeht, hab ich auch schon wieder vergessen... Doof, aber unlustig!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Don´t be afraid in the Dark

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Eigentlich recht gruseliger Streifen über seltsame Wesen in einem Haus, dass die erste Halbzeit ziemlich creepy daherkommt, dann jedoch für meinen persönlichen Geschmack etwas zu sehr CGI-lastig ausgefallen ist und an die seligen Gremlins erinnert. Troy Nixeys Streifen hat aber gerade dann seine Momente, wenn man die Wesen gar nicht sieht und deswegen finde ich es schade, dass der Streifen letztendlich zu sehr auf Geisterbahn gebürstet ist. Trotzdem ist "Don't be afraid of the Dark" eigentlich richtig gut und der Regisseur berweist auch, dass man heutzutage gar nicht die Gore-Keule aufdrehen muss, um ein paar sehr fiese Szenen zu bringen. Die kleine Bailee Madison spielt ihre erwachsenen Kollegen jedenfalls an die Wand und auch sonst wird vieles richtig gemacht. Hat mir dann auch gut gefallen, auch wenn sicher noch mehr möglich gewesen wäre: 8/10

The Abandoned

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Toller, atmosphärischer und eher ruhiger Grusler von Nacho Cerda ("Aftermath") irgendwo im Spannungsfeld von Mystery und Haunted-House, der auch nur eine Handvoll Personen und ein heruntergekommenes Haus in Russland benötigt um den Zuschauer zu überzeugen. Die vielseitig interpretierbare Geschichte ist zwar recht simpel gehalten, bleibt aber mit mehreren Zeitebenen bis zum Schluss spannend und auch die visuellen Effekte und die trostlosen Settings fand ich sehr gelungen. Darstellerisch gibts ebenfalls nix zu meckern und auch wenn der Streifen sicherlich Geschmackssache ist, bleibt "The Abendoned" Euro-Horror wie ich ihn mag!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

The Dark Side of Tapas - Spanisches Terror-Double-Feature

Terrorgang

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Herrlich niederträchtiger Film über jugendliche Drogensüchtige, denen Begriffe wie Moral und Anstand gänzlich abhanden gekommen sind. Bei "Terrorgang" ist der Name Programm und wenn nicht gemordet wird, vertreibt man sich die Zeit mit Kirchenschändungen, Psychoterror bei etwaigen Geiseln und allerlei sonstiges Zeugs. Als jedoch bei einem Überfall eine alte Frau und deren Enkel bei lebendigen Leib verbrannt wird, spricht die Frau vor ihrem Tod einen Fluch aus, der nach der Reihe die Verursacher treffen wird. Auch dabei wird nicht zimperlich zur Sache gegangen und die derbe Synchro unterstützt das wilde Treiben, bei dem am Ende dann auch David Cronenberg zitiert wird.

War mir bei der ersten Sichtung vor Jahren noch etwas zu krude, aber mittlerweile mag ich die Mischung aus Jugenddrama, Terrorstreifen und Okkultgrusel recht gern. Die Inszenierung ist zwar eher kostengünstig und auch die Bildqualität der deutschen VHS ist nicht wirklich gut, aber für Eurohorror-Fans ist das Teil eigentlich unverzichtbar. Tomas Aznar hat ja zwischendurch auch ein paar beeindruckende Szenen geschaffen und auch die nihilistische Atmosphäre ist sehr gelungen. Eine schönere DVD-Auswertung des 1980 entstandenen Streifens wäre jedenfalls wünschenswert, jedoch wohl eher unwahrscheinlich...

Crimson

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Safeknacker und Gangsterboss Surnett (Paul Naschy) wird bei einem mißglückten Einbruch in ein Juweliergeschäft von der Polizei am Kopf angeschossen und von seinen verzweifelten Kollegen zu einem versoffenen Arzt gebracht. Der besinnt sich in seiner Not an einen Jugendfreund, der sich in jungen Jahren durch besondere Erfolge in der Gehirnchirurgie einen Namen gemacht hat. Als sich dieser samt Gattin jedoch weigert, wird flugs deren Tochter entführt um dem Ganzen etwas Nachdruck zu verleihen. Als Spenderhirn wird jedoch ausgerechnet Surnetts Todfeind "der Sadist" erkoren, der sich auch bald in Surnetts Körper in Form von unkontrollierten Mordgedanken bemerkbar macht. Als sich auch noch die Kollegen vom "Sadisten" auf den Weg machen um ihren Boss zu rächen, scheint ein Blutbad unvermeidbar...

Hui... was soll denn das? Vollkommen strange Mischung aus Gangsterfilm, Frankenstein und Mad-Scientist, bei dem man sich ständig fragt, wer sich um Himmels Willen so einen Mumpitz ausdenkt. Trotzdem macht "Crimson" aber ziemlichen Spass, auch wenn sich die Rolle von Paul Naschy (hier als Paul Nash angekündigt) eher in Grenzen hält und der werte Herr erst am Ende in Fahrt kommt. Die Qualität der US-Scheibe ist aber sehr gut und bietet im Bonus-Material auch noch ein paar Pimper-Szenen mit fast allen Akteuren, wobei im Falle von Paul Naschy ein doch etwas unpassendes Body-Double zum Einsatz kommt. Doof, aber irgendwie unterhaltsam und die Operationsszene ist zumindest hübsch psychedelisch. Die werte Silvia Solar ("Labyrinth des Schreckens") ist ja auch eine Gute und Naschy rockt sowieso!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

11-11-11

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Der amerikanische Regisseur Darren Lynn Bousman hat mit "Saw IV" ja einen unrühmlichen Höhepunkt im Genre des Torture-Porn geschaffen und mit "Mother's Day" auch eines der schlechtesten Remakes aller Zeiten abgeliefert. Nun nimmt er ein paar Gänge zurück und versucht sich in Sachen Mystery-Thriller, was ebenfalls gründlich in die Hose geht. Die Geschichte über den ungläubigen und vom Schicksal gebeutelten Autors ging mir mit seiner aufdringlichen Symbolik gleich einmal gehörig auf den Zeiger. Während der Anfang ja noch durchaus okay ist, spottet das Ende dann jeglicher Beschreibung und der Streifen verkommt zu einer Art Geisterbahnfahrt durch 100 Jahre Gruselfilmgeschichte. So wird das aber nix, Herr Bousman! 3,5/10
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Bullhead

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Viehzüchter Jacky ist mit einem Tierarzt in dubiose Machenschaften verstrickt, in denen illegale Hormone verkauft werden. Auch sich selbst spritzt der junge Mann Testosteron und hat eine Figur, die von anderen Leuten Respekt abverlangt. Als er eines Tages auf einen dubiosen Hormonhändler trifft, mit dem Geschäfte gemacht werden sollen, bedeutet dass auch das überraschende Wiedersehen mit Diederick, einem Jugendfreund und Polizei-Spitzel, mit dem der Mann ein trauriges Geheimnis teilt. Als Jacky daraufhin versucht, sein verpfuschtes Leben auf seine Art zu regeln und dabei auch ins Visier der Polizei gerät, löst das ungeahnte Reaktionen aus, die letzten Ende in einem Akt der Gewalt enden...

Etwas seltsame, aber nicht uninteressantes Mischung aus Sozialstudie, Drama und Thriller, dass 2011 auch bei den Oscars für den besten, fremdsprachigen Film nominiert war. Die Geschichte über den introvertierten Muskelprotz, der lediglich Gewalt als Problemlöser kennt, ist zwar recht interessant, allerdings verzettelt sich Regisseur Roskam in seinem zweistündigen Film etwas zu sehr in Nebensächlichkeiten und auch die Tarantino-esken Nebendarsteller sind nicht immer gelungen. Für ein Drama zu wenig dramatisch und für einen spannenden Film-Noir wird das tragische Geheimnis und gemeinsame Schicksal zu früh aufgelöst. Irgendwann laufen die Handlungsfäden zusammen und am Ende kommt es dann zu einem unerwarteten Gewaltausbruch, der wie in europäischen Filmen üblich die Falschen trifft. Unterm Strich bleibt ein optisch gelungener Streifen mit einem beeindruckenden Matthias Schoenaerts, der zwar gut zu gucken ist - mich inhaltlich aber nicht gänzlich überzeugen konnte. Ach ja - die DVD ist übrigens OmU!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

The People who own the Dark

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Eine Gruppe von renommierten Wissenschaftler, Militäroffizieren, Politikern und ein Regierungsmann treffen sich im Haus eines extravaganten Pärchens, um gemeinsam mit fünf Mädchen im tiefen Keller seltsamen Lüsten im Stile von Marquis de Sade zu fröhnen. Als die Orgie startet, wird die Runde jedoch unsanft durch ein Erdbeben gestört, dass sich wenig später als nukleare Explosion entpuppt. Diese ist an der Oberfläche auch nicht ohne Folgen geblieben und hat die Menschen blind werden lassen. Obwohl die Gruppe zuerst noch zusammenhält, gibt es bald Spannungen und als einer der Männer durchdreht und beim Abtransport von Lebensmitteln einen blinden Dorfbewohner ermordet, macht sich der aufgebrachte Mob auf den Weg, um ihrerseits Jagd auf die Sehenden zu machen...

Den spanischen Filmemacher León Klimovsky kennt man ja vor allem durch seine zahlreichen Filme mit Paul Naschy, die mitunter ja durchaus etwas trashig ausgefallen sind. Auch "Ultimo Deseo" beginnt eher etwas krude und recht harmlos, entwickelt sich aber im Verlauf des unvorhersehbaren Streifens zunehmend zu einer düsteren und sehr ernsten Angelegenheit, die schlußendlich in einem zutiefst zynischen Finale gipfelt. Die Abschlussszene erklärt dann vermutlich auch, warum der Streifen bislang nur in den Staaten in einer - offensichtlich Dialog-gestutzten Version - auf VHS erschienen ist und als Rarität gilt. "The People who own the Dark" ist dann auch eine interessante Variation von "Night of the Living Dead" mit ungewöhnlicher Geschichte, tollem Cast und einem pessimistischen Ende, dass seinesgleichen sucht und ich kann mir gut vorstellen, dass der seinerzeit nicht gut angekommen ist... Hammer!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Sex, Demons and Death

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Micaela kann keine Kinder bekommen und daher befindet sich ihre Ehe mit dem Architekten Marcello in einer schweren Krise. Um diese zu überwinden, nimmt das Paar Letizia, die Tochter von Monicas verstorbener Schwester bei sich auf,um die sich Micaela wie eine Mutter kümmern möchte. Doch das junge Fräulein ist darüber alles andere als dankbar und wirbelt mit ihren telekinetischen Fähigkeiten den biederen Haushalt ordentlich durcheinander. Sie beginnt sich allen Bewohnern auf eindeutige Weise zu nähern und dank ihrer Kräfte sind auch bald alle Hausbewohner ganz wild aufeinander. Micaela erleidet vor den Augen ihres hilflosen Mannes einem Nervenzusammenbruch nach dem anderen während dieser von Letizia bedrängt wird und als auch noch die ersten Leichen folgen, steuert alles einem tragischen Höhepunkt entgegen.

Es gibt ja immer noch Filme, die schaffen es scheinbar mühelos den Zuschauer in den Zustand des fassungslosen Erstauens zu bringen. "Sex, Demons and Death" des Regisseurs Salvatore Bugnatelli wird am Cover als psychotronische Mischung aus "Das Omen" und Ed Wood angekündigt und irgendwie stimmt das dann auch. Zwar ist der Film nicht wirklich gut, aber telekinetische Geilheitsstrahlen, eine für ihre Rolle viel zu alte Letizia und eine mehr als krude Geschichte täuschen recht gut darüber hinweg, dass jede Pimperei unsanft beendet wird und es außer ein paar Titten und einer Duschszene nicht viel zu sehen gibt. Die Inszenierung irgendwo zwischen Softsex-Drama und Horror ist ebenfalls sehr sonderbar und auch das Ende spottet jeder Beschreibung. Mit der richtigen deutschen Synchro wäre "Diabolicamente... Letizia" wohl der absolute Kracher geworden, so reichts zumindest für eine kleine Empfehlung für Leutchen, die von obskuren Filmchen aus der Italo-Kiste nicht genug bekommen können...
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Eurovision Song Contest

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Heuer relativ modern mit viel Effekten und gar nicht mal so schlechten Gesangsleistungen - erinnerte bisweilen aber irgendwie an einen Bewerb für Boden-Turnen und Akrobatik. Viel Disco-Pop und weniger Folklore/Ethno als die Jahre zuvor und die meisten Teilnehmer boten auch was fürs Auge. Highlight war sicherlich Schweden und das kreischende Alien aus Albanien. Totalausfälle hielten sich aber im Rahmen - von den irischen Zwillingen sind man sie ja mittlerweile gewohnt. Ansonsten biedere Show und etwas viel Werbung für ein Land, dass es aus Menschenrechts-Sicht nicht verdient hat und der auch dank dem bissigen Kommentar von Grissemann und Stermann fürs österreichische Fernsehen erträglicher wurde. Die Titel sind ja ohnehin schon wieder vergessen und ich freu mich daher schon aufs nächste Jahr!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Night of the heavy stuff!

Belladonna:

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Das frisch vermählte Paar Jean und Jeanne besucht den strengen Herrscher ihres Landes um für die Legatimation ihrer Ehe zu bezahlen. Als Jean die geforderte Summe nicht vorweisen kann, vergewaltigt der Despot die junge Jean, was deren Beziehung daraufhin erschüttert. Während Jean an dem tragischen Ereignis zu verzweifeln droht, erscheint der wütendenden Jeanne der Teufel und schlägt der verbitterten Frau ein Geschäft vor. Sie nutzt den Wunsch um Jean vor der Depression zu wahren und für eine Weile läuft es bei den Beiden gut, als das Schicksal den beiden neuerlich einen harten Schlag verpasst...

Mit Superlativen soll man immer vorsichtig sein, aber was Eiichi Yamamoto mit "Belladonna" geschaffen hat, ist schlichtweg sensationell. Ein experimentieller Anime aus dem Jahr 1973 mit einer sperrigen und brutalen Geschichte, die sich an der Figur der Jeanne d'Arc orientiert und einen sexualisierten Bilderreigen, der mehr Gustav Klimt als an herkömmliche Anime erinnert. Die ungewöhnlichen Bilder samt Soundtrack sind dann auch der absolute Hammer und von minimalen Zeichenstil mit wenigen Strichen und vielen statischen Bildern bis hin zu animierten Sequenzen, die einem den Mund offenstehen lassen (Stichwort finale Liebesszene) ist alles dabei. Sicherlich bleibt "Belladonna" dabei kein Werk für die breite Masse und wird aufgrund der Inszenierung und sexuellen Geschichte nicht jedem gefallen, aber aufgeschlossenen Filmfreuden sei das Werk von Yamamoto hiermit dringenst empfohlen! Ich bin jedenfalls noch immer geplättet! Wow!

Die Teufel

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Holla die Nunploitation-Arthouse-Waldfee! Kein Wunder, dass "Die Teufel" von seiten der Kirche auf wenig Gegenliebe gestossen ist. Da steigt Jesus vom Kreuz und vergnügt sich mit einer durchgeknallten Nonne, während am Ende dann gleich der ganze Konvent an einem riesigen Kreuz zu schaffen macht. Die Geschichte des kirchlichen Querdenkers mit seinem ausschweifenden Lebensstil, der von den eigenen Reihen gefoltert und schlußendlich bei lebendigem Leib verbrannt wird, ist wild, brutal und steigert sich zu einem hysterischen Ereignis, dass den Zuschauer völlig in seinen Bann zieht. Das letzte Drittel nimmt eigentlich alles vorweg, was Jahrzehnte später unter dem Begriff "Terrorkino" so alles fabriziert wird und lässt dem Zuschauer keinerlei Zeit zum Durchatmen. Die Wucht der Bilder und die Optik ist sensationell und macht "Die Teufel" in der ungekürzten Variante zu einem intensiven Filmerlebnis, dass seinesgleichen sucht! Puh!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

The Bridge

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Seit dem Jahre 1937 gilt die Golden Gate Bridge als bautechnisches Wunder und überspannt die Meeresenge zur Bucht von San Francisco. Doch das Bauwerk zieht alljährlich nicht nur Millionen Touristen an, sondern auch zahlreiche Selbstmörder, die freiwillig aus dem Leben scheiden. Obwohl es keine offiziellen Angaben gibt, ist die Golden Gate Bridge über die Jahre so etwas wie der Hot Spot der Selbstmörder geworden und allein im Jahr 2004 starben 24 Leute aus ganz Amerika durch den Sprung in die Fluten. Eric Steel hat ein Jahr für seine kontroverse Doku gefilmt, interviewt Angehörige und montiert dieses zu wunderbaren Naturbildern und schockierenden Aufnahmen von Menschen, die ihrem Leben freiwillig ein vorzeitiges Ende setzen...

A: "Does this happens often?"
B: "It happens all the time!"

Hui... schwieriger Film. Eine Dokumentation über Selbstmörder, die Aufnahmen von der Brücke, Interviews mit Angehörigen und "Real Footage" von Selbstmorden aus der Ferne miteinander verknüpft und dabei erschreckend ehrlich über solche Taten reflektiert. Eric Steel hat für seinen Film über ein Jahr gefilmt und seine Drehgenehmigung auch unter Vorspieglung falscher Tatsachen erlangt. Außerdem soll er den Angehörigen im Vorfeld nicht gesagt haben, dass er auch Filmmaterial vom Tod der jeweiligen Menschen haben. Dennoch hat der sicherlich mutige Film über ein Tabu-Thema auch bewirkt, dass mittlerweile Vorkehrungen wie z.B. Fangnetze installiert wurden, die Lebensmüde davon abhalten sollen, von der Brücke zu springen.

Das Tempo des Streifens ist eher ruhig und der Inszenierungsstil ebenfall nicht reißerisch oder plakativ. Eric Steel zeigt die Dinge, wie sie sind und welche Auswirkungen solche Taten auf die Hinterbliebenen haben. Diese sind schockierend ehrlich und man sieht, auf welche unterschiedliche Weise Angehörige und Freunde versuchen, solche Taten zu verarbeiten und Erklärungen für unverständliche Taten zu finden. "The Bridge" ist ein Film, über den man sicherlich geteilter Meinung sein kann und der vom Zuschauer emotional auch einiges abverlangt. Die Kontroversen darum zeigen aber, wie sensibel das Tabu-Thema Selbstmord noch immer ist und der schockierende und eigentlich tieftraurige Streifen wird auch wohl nicht so schnell irgendwo zu sehen sein.

Sprich mit ihr

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Wunderbarer Film über zwei Männer und Koma-Patientinnen, der von der Liebe, dem Tod und der Einsamkeit handelt. Almodóvar verknüpft seine traurige Geschichte über einen Krankenpfleger und einem Schriftsteller auch mit Hommagen an Theater, Tanz und Stummfilm und lässt nahezu alle Stars des spanischen Films in großen und kleinen Rollen vor der Kamera agieren. Obwohl das Tempo eher gemächlich ist, bleibt der ästhetisch gefilmte Streifen stets unberechenbar und das angedeutete Ende entlässt den Zuschauer dennoch mit einem optimistischen Gefühl. Sehr schön!
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