Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Meg

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01.jpg (65.88 KiB) 119 mal betrachtet
Der Taucher Jonas, der bei einer Tiefsee-Rettungsmission vor Jahren zwei Crew-Mitglieder zurücklassen musste, hat er seinen Job eigentlich an den Nagel gehängt, als er eines Tages von dem Freund eines Forscherteams kontaktiert wird. Diese haben ein U-Boot in den Marianengraben geschickt und nun manövrierunfähig am Meeresboden liegt. Beim Versuch die Crew zu befreien, ist Jonas zwar erfolgreich, doch durch dir Rettungsaktion wird dummerweise auch ein urzeitlicher Riesenhai befreit, der nun übellaunig die Gegend unsicher macht und alles verschlingt, was ihm vor die Kiemen kommt…

Blockbuster-Mumpitz der sich als völlig desaströses Pseudo-Tierhorror-Filmchen für ein breites Publikum präsentiert, bei dem der Schwerpunkt auf Jason Statham, Action und nochmals Jason Statham gelegt wird und sich der völlig beliebige Rest gefälligst dem unterzuordnen hat. Die Geschichte ist totaler Mist, die Figuren frisch aus dem Klischee-Kabinett und statt Spannung oder Atmosphäre wird hier eine große Action-Sequenz an die nächste gereiht. Jason Statham ist immer zur Stelle, wenn ein tapferer Held gebraucht wird und jeglicher Gefahrenmoment wird stets im letzten Moment und in der letzten Sekunde positiv aufgelöst. Zum Testosteron-strotzenden Titelhelden kommen eine Liebesgeschichte, ein nerviges Kind und ein Konflikt aus der Vergangenheit, der natürlich ebenfalls gütlich gelöst wird. Dazu ein CGI-Riesenhai, der nur Nebendarsteller und Komparsen fressen darf, sowie natürlich Figuren, die sich hier laufend voller Pathos für andere opfern. Die Liste könnte ich ja jetzt noch beliebt erweitern und noch hundert Dinge aufzählen, die ich furchtbar fand. Seelenlose Unterhaltung für große Multiplexe, die völlig uninteressant daherkommt und zu dem ich auch keine positiven Worte finden kann. Der völlig grottige „Meg“ beinhaltet dann wohl alles, was ich an Filmen aus der Kiste nicht mag.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Kadaver

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01.png (133.29 KiB) 109 mal betrachtet
Nach einer nuklearen Katastrophe ist Norwegen nahezu ausgelöscht und die wenigen Überlebenden irren hungernd durch zerstörte Ruinen. Auch die ehemaligen Theaterschauspielerin Leonora, ihr Mann Jacob und ihre Tochter Alice habe nichts zu essen und auch wenig Perspektiven, als die Familie eines Tages ein überraschend ein völlig unerwartetes Angebot bekommt. Ein Theater agiert in einem großen Hotel, wo es auch ausreichend zu Essen geben soll, während im ganzen Haus eine Art interaktives Theaterstück stattfindet, dass die Besucher in das Geschehen integriert. Klingt zu schön um wahr zu sein und ist es natürlich auch, als nach dem Essen auf einmal ein Großteil der Menschen verschwunden ist und auch Leonora ihr Tochter aus den Augen verliert. Doch Leonora kämpft sich durch die luxuriösen Gänge und kommt so auch einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur.

Norwegischer Netflix-Streifen mit interessanter Ausgangsidee und -szenario, der jedoch seine hohen Ansprüche, die er sich wohl selbst stellt nicht halten kann. „Kadaver“ möchte dramatisch, spannend, klaustrophobisch und als Metapher für die Ereignisse auf die falschen Entwicklungen unserer Welt angesehen werden und ist im Grunde aber ein Streifen, der stark beginnt und dann aber auch stark nachlässt und von Minute zu Minute unglaubwürdiger und theatralischer wird. Dabei fängt der Streifen gut an, hat tolle Darsteller, Wendungen und schicke Settings, aber irgendwann biegt „Kadaver“ falsch ab und alles verpufft zu einem etwas lauen Etwas, dass sich nie so wirklich zwischen den Genres entscheiden kann. Statt unbequemen Drama und Wahrheiten gibt es dann seltsame Entwicklungen am laufenden Band, eine Ausgangslage die nicht so recht zum Rest des Films passt und ein Finale, dass man sich irgendwie ebenfalls so erwarten kann. Andererseits ist er aber auch nicht schlecht und hier soll auch nicht der Eindruck entstehen, dass „Kadaver“ nicht auch seine Momente hat. Irgendwie hätte man das Drehbuch vielleicht noch um eine oder andere Idee entschlacken-, die Ausgangslage etwas ändern und den Verlauf weniger Horrorfan orientiert machen sollen – dann wäre „Kadaver“ vielleicht sogar der große Wurf geworden. So wirkt das alles etwas überladen, konstruiert und bei weitem nicht so stimmig, wie er vielleicht hätte sein können.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Candy Corn - Dr. Deaths Freakshow

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01.jpg (32.99 KiB) 98 mal betrachtet
Einen Tag vor Halloween beschließen vier Männer einem zurückgebliebenen Typen namens Bobby den jährlichen Streich zu spielen, der mittlerweile für den ominösen Dr. Death für dessen Freakshow arbeitet. Doch der Streich geht schief und am Ende gibt es am Rummel einen Toten zu beklagen. Als sein Arbeitgeber jedoch davon erfährt, wird Bobby von Dr. Death kurzerhand wieder ins Leben gerufen, worauf dieser maskiert und voller Wut grausam an seinen Peinigern Rache nimmt und das geruhsame Örtchen Grove Hill ins blutige Verderben stürzt.

„Candy Corn“ ist der nächste retro-eske Grindhouse-Voll-Flop von irgendwelchen Leuten, die zu viele Slasher und Horrorfilme aus den Achtzigern gesehen haben und glauben, sie müssen ihrem Idol Rob Zombie und seinen Fuckfuckfuck-Filmen nacheifern. Hier gibt es ehemalige B-Movie-Größen, die es günstig zu geben schien, ein paar mit lausigen CGI-Effekten aufgepimte Gewaltmomente und eine mehr oder minder völlig unspannend erzählte Geschichte über einen gemobbten Dorffreak, der an seinen Peinigern Rache nimmt. Hier gibt es aber generell über sehr wenig positive Dinge zu berichten und neben der uninteressanten Geschichte, katastrophalen Figuren gibt es auch noch ein paar sehr miese Darsteller-Leistungen auf allen Seiten, bei denen man teils nur noch den Kopf schütteln kann. Wo andere Filme dann wenigsten noch mit handgemachten Effekten glänzen können, gibt es hier computergenerierten Splatter, bei dem man nie so genau weiß, was gerade passiert. Am Ende möchte „Candy Corn“ dann noch etwas Gesellschaftskritik üben, was aber auch noch in die Hose geht. Dazu noch ein völlig überambitionierter Regisseur, der Regie, Drehbuch, Schnitt, Musik alles selbst gemacht hat und den Schmonz auch noch produziert hat. Hier passt nichts zusammen und so etwas wie „Candy Corn“ hat wohl nur als abschreckendes Beispiel wie man es besser nicht machen sollte, für angehende Nachwuchsfilmer eine Berechtigung.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Uzumaki

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01.jpg (15.5 KiB) 85 mal betrachtet
„Uzumaki“ ist auch einer dieser Filme, die einem irgendwie ständig im Kopf herumspuken und auf die man dann alle paar Jahre große Lust darauf hat. Gestern war es wieder mal soweit und auch wenn man den Streifen schon mehrfach gesehen hat, lässt man sich doch gerne neuerlich von seiner entrückten Stimmung gefangen nehmen. Was harmlos wie eine Teenie-Streifen beginnt, kippt ja relativ rasch in eine bedrohliche Stimmung, die sich aber nie so wirklich festmachen lässt. Geliebte Menschen verhalten sich auf einmal sonderbar und es geschehen Dinge, die sich nicht so richtig erklären lassen, aber gleichzeitig auch völlig abstrakt sind. Das Ende ist dann immer wieder völlig jenseitig und verwehrt dem Zuschauer auch etwaige Erklärungen, die es zu der bizarren Geschichte ja ohnehin nicht geben kann. Originell und völlig strange mit einer große Prise Gaga ergeben insgesamt einen Film, den man irgendwie nicht mehr los wird.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Stille des Todes

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01.png (185.35 KiB) 76 mal betrachtet
Im Norden von Spanien kommt es in der Stadt Vitoria-Gasteiz zu bizarren Morden, die an Verbrechen erinnern, für die bereits seit zwanzig Jahren jemand im Gefängnis sitzt. Dazu werden jeweils eine Frau und ein Mann entführt, grausam zu Tode gequält und tot und ohne Kleidung wie ein Pärchen drapiert, deren intime Stellen mit einer getrockneten Distel abgedeckt werden. Als der Polizist Unai zu dem Fall gerufen wird um gemeinsam mit der örtlichen Kommissarin Alba zu ermitteln stehen die beiden vor einem Rätsel, da der Mörder immer einen Schritt voraus zu sein scheint und auch über das Privatleben des Ermittlers bestens Bescheid zu wissen scheint…

Düsterer Serienkiller-Thriller aus Spanien im Stil von „Sieben“ und „Das Schweigen der Lämmer“, der jedoch in seinem Verlauf gleich ein paar gröbere Schnitzer begeht. Der Streifen, der teils aussieht wie ein Tourismus-Video für die baskische Stadt Vitoria-Gasteiz beginnt ja recht spannend und mysteriös, um dann verhältnismäßig rasch den Täter zu enthüllen. Die Frage nach dem „wer“ weicht dem „warum“ was stark zu Lasten der eingangs aufgebauten Spannung geht. Dazu wirkt die Handlung völlig überfrachtet und jeder der Figuren hat einen völlig dramatischen Background der von der eigentlichen Kriminalhandlung auf völlig unnötige Weise ablenkt. Dazu gibt es noch dutzend anderer Handlungsstränge die angerissen aber irgendwann nicht weiterverfolgt werden und das Ganze ist auch noch größtmöglich verworren erzählt und über zahlreiche Logiklöcher und die leicht mystische Note will ich hier auch erst gar nicht schreiben. Fängt gut an, lässt stark nach und irgendwie wirkt „Die Stille des Todes“ stets sehr bemüht, aber auch arg konstruiert, überladen und zerfleddert. Hier werden einfach alle Zutaten in einen Topf geschmissen und so lange umgerührt bis man als Zuschauer gar nicht mehr weiß, wo hier eigentlich der rote Faden sein soll. Thriller Mittelfeld mit erhöhter Tendenz eher nach unten.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Dämonen / Demoni 2

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01.jpg (65.95 KiB) 62 mal betrachtet
Wer hätte das gedacht, dass sich Lamberto Bavas „Dämonen“ einmal auf Netflix tummeln würden. Noch dazu in der italienischen Originalfassung und ungekürzt, was dem italienischen Genre-Freund im deutschsprachigen Raum ja doch ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert. Verwirrung sorgt ja auch immer wieder die Tatsache, dass der zweite Teil mit dem Hochhaus als Teil 1 vermarktet wurde, während der eigentliche erste Teil mit dem Kino hierzulande als Nachfolger vermarktet wurde. Gut sind ja beide Filme nicht geworden, sondern dienen irgendwie lediglich als Promo-Video für Effektkünstler mit einer losen Rahmenhandlung, die irgendwie daran getackert wurde. Hier ist es ein modernes Hochhaus, dass sich nach Stromausfall als Todesfalle entpuppt. Warum sich der Dämon aus dem Fernseher befreien kann und sich in einem mehrstöckigen Hochhaus gerade mal vier Hausparteien und eine Fitnesstruppe tummeln bleibt ebenso offen, wie so vieles anderes, dass hier schon bei oberflächlicher Betrachtung keinen Sinn ergibt. „Dämonen“ ist auch sicher keine Glanzleistung des Genrekinos sondern ein schmoddriger Schnellschuss, der sich kommerziell offensichtlich ausgezahlt hat. Zurücklehnen und Hirnfunktion in dem Sparmodus, dann kann man auch gut unterhalten werden. Wer dem Streifen aber im Gegensatz zu uns kein Wohlwollen entgegenbringt, wird ihn natürlich ganz furchtbar finden. Die Kündigung des Netflix-Abos konnte aber gerade noch verhindert werden…
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Gone Girl - Das perfekte Opfer

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Anstatt seiner Frau findet der Schriftsteller Nick am fünften Hochzeitstag ein leeres Haus, eine offene Haustür und einen zerstörten Couch-Tisch. Da die Ehe mit Amy jedoch in letzter Zeit nicht die Beste war, macht er sich erst einmal keine größeren Sorgen, obwohl die Polizei an Ort und Stelle mehrere Hinweise findet, die auf ein Verbrechen deuten könnten. Eher gelassen sieht er auch das Medieninteresse, dass aufgrund des Bekanntheitsgrades seiner Frau jedoch rasch größere Dimensionen annimmt. Wenig später finden sich jedoch Hinweise, dass der vordergründig besorgte und allzu gelassene Ehemann aber in Wahrheit der Täter sein könnte und Nick gerät in eine Welle aus Indizien, Gerüchten und Vorverurteilungen, die nicht nur ihn völlig unerwartet überrollt…

Klasse Thriller von David Fincher über den man sich im Vorfeld wohl am besten so wenig wie möglich bis gar nicht informiert. Die Geschichte über das Verschwinden einer Frau ist ja unheimlich spannend erzählt und als Zuschauer kann man ja nie so wirklich sicher sein, in welche Richtung sich die Handlung des Films entwickelt und wer oder was hinter der ganzen Sache. Dabei lebt „Gone Girl“ von seinen spannenden Figuren, insbesondere von dem Schriftsteller in der Midlife-Crisis, der im Schatten seiner erfolgreicheren Frau steht, die aber dabei fast noch die interessantere Figur darstellt. Mehr wird an dieser Stelle dann auch nicht verraten. Trotz der langen Laufzeit hat „Gone Girl“ aber keinen Durchhänger, sondern zieht die Sache zum Ende sogar noch ziemlich an. Dabei geht es aber nicht nur um die Szenen einer Ehe in der Krise und menschliche Abgründe, sondern auch um ein Medieninteresse, dass sensationslüstern und um Quote und Aufmerksamkeit bemüht auch keine Rücksicht auf Opfer und den Verlauf der Ermittlungen nimmt. Herausgekommen ist ein absolut sehenswerter, sauspannender und unvorhersehbarer Streifen mit tollen Darstellern, der 150 Minuten wie im Flug vergehen lässt und dabei auch die Frage aufwirft, wie ambivalent Begriffe wie "Opfer" und "Täter" sein können und auch wie gut man seinen Partner wirklich kennt…
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Naked Girl murdered in the Park

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02.png (184.54 KiB) 41 mal betrachtet
Kurz nachdem er eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen hat, wir ein Mann erschossen in einem Freizeitpark aufgefunden. Da die Versicherungsgesellschaft einen Betrug vermutet, wird der smarte Chris auf den Fall angesetzt, der auch rasch das Vertrauen der herzkranken Tochter Catherine erlangt, die seit geraumer Zeit von mysteriösen Anrufen terrorisiert wird. Als diese Chris auf das Anwesen ihrer Familie einlädt, trifft er neben der Schwester Patrizia auch auf die Mutter von Catherine, die dem Alkohol etwas zu zugeneigt scheint. Doch obwohl alle recht seltsam agieren, scheint es kein Motiv zu geben und als ein weiterer Mord geschieht, werden die Dinge vor Ort erst recht mysteriös…

Ein sehr blumiger Titel für einen ansonsten eher systemerhaltenden Streifen aus der Giallo-Ecke, der hierzulande auch mit niedrigen Bewertungen zu kämpfen hat. Ein Highlight ist Alfonso Brescias Streifen aus dem Jahr 1972 auch nicht geworden, aber neben einer völlig haarsträubenden Auflösung und kruden Finale bietet die italienisch-spanische Koproduktion auch immer noch genügend Schauwerte um den Zuschauer bei Laune zu halten. So ist die Spanierin Pilar Velázquez als Catherine wirklich sehr hübsch anzusehen und auch Ösi-Export Robert Hoffmann macht seine Sache wie üblich gut. Zudem schauen noch Adolfo Celi, Franco Ressel und Philippe Leroy vorbei und auch Howard Ross darf als zwielichtiger Günther mit Patrizia Adiutore ein Nümmerchen schieben. Die Charaktere sind wieder einmal hübsch überzeichnet, der Verlauf der Geschichte verwirrend und wer am Ende noch den Überblick hat, darf sich wirklich glücklich schätzen. Weniger glücklich sind wohl die Besitzer der neuen Blu-Ray aus dem Hause Full Moon, die zwar einen hübsches Bild, aber einen völlig versemmelten Ton besitzt. So gibt es nur eine englische Tonspur, die es dem Zuschauer zusätzlich erschwert der Handlung zu folgen und in der vorliegenden Form darf man eigentlich auch keinen Film veröffentlichen. Schade, da mich der trashige „Naked Girl murdered in the Park“ ansonsten wirklich unterhalten konnte und sicherlich auch besser ist, als die Kritiken der OFDB vermuten lassen.


Dämonen 2 / Demoni

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03.jpg (68.9 KiB) 41 mal betrachtet
Nachdem sich die „Dämonen“ ja mittlerweile auf Netflix tummeln, habe ich die Chance genutzt und auch den zweiten Teil gesehen, der ja bereits ein Jahr vor dem ersten Teil entstanden ist. So wie die deutsche Titelgebung und Verwertungspolitik auf ewig ein Mysterium bleiben wird, so bleibt auch der Inhalt wenig greifbar. Ein mysteriös maskierter Mann verteilt Karten für eine Kinovorstellung und wenig später tummeln sich Dämonen zwischen den Sitzreihen um die Zuschauer zu ermorden. Während diese nicht mehr aus dem Kino hinauskommen, haben anderer Leutchen aber keine Probleme hineinzukommen und irgendwann fliegt ein Hubschrauber durch die Decke und die Apokalypse wird eingeläutet. Insgesamt betrachtet geht es in „Dämonen 2“ auch eher wieder um splattrige Effekte, die hier auch ausgiebig zelebriert werden, während bei den Dialogen ordentlich gespart wurde. So dürfen die sympathischen Darsteller nur Blödsinn von sich geben, im Kino von A nach B rennen und ein paar Sitzreihen aus der Verankerung reißen. Die Effekte sind durchaus passabel, aber tragen den Film auch nicht über die gesamte Laufzeit und irgendwie geht dem Streifen nach dem ersten Dämonen-Angriff doch gehörig die Puste aus. Zwar überwiegt die Freude am Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, aber mit Ruhm hat sich hier abseits der Effektkünstler sicher niemand bekleckert. Alle paar Jahre geht so etwas wie „Dämonen 2“ aber dennoch.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Männer wie wir

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01.jpg (20.16 KiB) 31 mal betrachtet
Ecki ist Torhüter beim FC Boldrup und durch seinen Fehler klappt es beim wichtigsten Spiel der Saison auch nicht mit dem Aufstieg in die nächste Liga. Als seine Mannschaftskollegen auch noch herausfinden, dass er schwul ist, wird er einfach vor die Türe gesetzt und lässt sich im Zorn zu einer Wette hinreißen. In vier Wochen soll er mit einer schwulen Mannschaft gegen seine Ex-Kollegen spielen - doch schwul und Fußball passen doch nicht zusammen und als er Hals über Kopf zu seiner Schwester nach Dortmund flieht muss Ecki erkennen, dass auch er sich die schwule Welt wohl etwas anders vorgestellt hat. Doch in seiner Naivität lässt er sich nicht aufhalten und schafft es auch tatsächlich zehn weitere Homosexuelle für seine schwule Fußballmannschaft zu gewinnen. Die Probleme gehen da aber da erst so richtig los…

Nette, aber auch recht harmlose Komödie aus dem Umfeld von RTL, der mit dem Thema Fußball und Homosexualität natürlich ein sehr heißes Eisen anfasst. Zu weit will man ja nicht ausholen, aber körperbetonter Mannschaftssport und schwul geht ja auch heutzutage noch immer nicht so wirklich miteinander und hier kommt noch die Outing-Thematik am Land und allerlei Klischees aus der Sicht von heterosexuellen Machern dazu. Bei der Komödie „Männer wie wir“ wird auch gar nicht versucht ein authentisches Bild zu vermitteln, sondern mit seiner optimistischen Geschichte greift man auch wieder ganz tief in die Klischeekiste der Vorurteile, was man dem Streifen aber irgendwie gerne verzeiht. Diversität, gesellschaftliche Ablehnung und dramatische Entwicklungen werden eher nur am Rande angeschnitten und alles Schwule auch nur so, wie es einem deutschen Fernsehpublikum Anfang der Nullerjahre zumutbar war. Gekratzt wird nicht an den Eiern, sondern eher an der Oberfläche und am Ende gibt es in dem kleinen Ort im Ruhrpott natürlich ein Happy End in Form einer großen Party. Progressiv geht definitiv anders, aber der Film soll aber hier nicht schlechter wegkommen als er ist und das Ansinnen ist ja auch recht lobenswert, auch wenn das Endergebnis eben nur nett geworden ist. Ein paar gute Lacher gibt es aber trotzdem.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Ein Mann namens Ove

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01.jpg (26.89 KiB) 22 mal betrachtet
Ove ist ein Pedant und übellauniger Mann, der in seiner Wohnhaussiedlung Angst und Schrecken verbreitet, in dem er bei seinen täglichen Rundgängen alles und jeden kontrolliert. Doch hinter Oves Verhalten steckt ein trauriges Schicksal und nach dem Tod seiner Frau hat er die Lebensfreude verloren. Als er auch noch in Pension geschickt werden soll, beschließt er seinem Leben ein Ende zu setzen. Der geplante Suizid aus Verzweiflung wird jedoch mit der Ankunft von neuen Nachbarn empfindlich gestört und ehe sich der eigenbrötlerische Mann versieht, ist er mitten drin in turbulenten Ereignissen, in denen seine Zeit, sein Fachwissen und handwerkliches Geschick benötigt wird und auch eindrucksvoll zeigen, dass auch hinter der kältesten Fassade ein gutes Herz lauern kann.

Schwedische Dramödie über einen Pedanten, den man sich eigentlich nicht als Nachbarn wünscht, aber der in Wirklichkeit ein guter Mensch ist, wenn es darauf ankommt. Die natürlich sehr tragische Lebensgeschichte von Ove wird in Rückblenden erzählt und zeigen, warum er die Lebensfreude verloren hat. Doch diese kommt mit der Ankunft der Mulitkulit-Nachbarsfamilie wieder langsam zurück, als Ove erkennt, dass er gebraucht und trotz seiner ablehnenden Fassade geschätzt wird. Die Ereignisse sind aber eher dramatisch als lustig und so richtig kommt die Story um Ove auch nie in Fahrt. Die Ereignisse wirken selbst auf Optimisten wie mich doch etwas arg bemüht und selbst wenn technisch und darstellerisch eigentlich alles passt, wirkt „Ein Mann namens Ove“ stets wie eine hoffnungslos konstruierte Geschichte, die tendenziös erzählt auf Teufel komm raus Verständnis für übellaunige Pedanten schaffen möchte. Anders gedeutet könnte man auch meinen, dass der arme alte Mann so lange von allen Seiten bedrängt wird, bis kein anderer Ausweg mehr bleibt, als Hilfsbereitschaft zu beweisen. So oder so hat mich „Ove“ leider nicht gepackt.
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