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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 15. Jul 2013, 16:35
von horror1966
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Ein Quantum Trost
(Quantum of Solace)
mit Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric, Judi Dench, Giancarlo Giannini, Gemma Arterton, Jeffrey Wright, David Harbour, Jesper Christensen, Anatole Taubman, Rory Kinnear, Tim Pigott-Smith
Regie: Marc Forster
Drehbuch: Paul Haggis / Neal Purvis / Robert Wade
Kamera: Roberto Schaefer
Musik: David Arnold
FSK 12
Großbritannien / USA / 2008

Nach dem Verrat und Tod von Vesper Lynd hat James Bond seine letzte Mission noch nicht abgeschlossen. Bei einem Verhör offenbart Mr. White, dass die Organisation Quantum, die hinter Vespers Tod steht, komplexer und größer ist als geahnt. Die Spuren eines Verräters aus eigenen Reihen führen Bond zu der geheimnisvollen Camille, die den Agenten wiederum zu dem Geschäftsmann Dominic Greene bringt. Der entpuppt sich als große Nummer bei Quantum und hat vor, mit Hilfe seiner Verbindungen das Regime eines lateinamerikanischen Landes zu entmachten.


Und wieder einmal eine Neuerung im Bond-Universum, denn mit "Ein Quantum Trost" ist man das erste Mal nach fast fünf Jahrzehnten ein gewisses Risioko eingegangen und hat ein waschechtes Sequel auf den Weg gebracht. Nahtlos knüpft der Film da an, wo der Vorgänger "Casino Royale" geendet hat und so kann man sich ziemlich schnell denken, das 007 dieses Mal hauptsächlich in eigener Sache unterwegs ist, um den Mord an Vesper Lynd zu rächen. Rein Äußerlich ist ihm dies kaum anzumerken und auch vor "M" versucht er jederzeit den Anschein zu wahren, als wenn die Sache für ihn längst vergessen ist. Nun finde ich es im Prinzip wirklich mutig und anerkennenswert, hier einmal eine echte Fortsetzung an den Start zu bringen, zeigt man so doch den ganz eindeutigen Willen, der Reihe wirklich neues Leben einzuhauchen. Vom technischen-und handwerklichen her gibt es auch nicht viel an vorliegendem Film auszusetzen, doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist doch rein inhaltlich ein kleiner Rückschritt zu erkennen. Während "Casino Royale" mich bei der zweiten Sichtung vollends überzeugen konnte, so fällt die erste Sichtung vorliegenden Werkes doch ein wenig nüchterner aus.

Und das ist keinesfalls an Daniel Craig festzumachen, der einmal mehr die neu eingeschlagene Richtung absolut überzeugend verkörpert. Der neue Bond ist trocken, ohne jeglichen Humor und zudem ein knallharter Hund, der weder sich selbst noch seine Gegner schont. Für diesen Stil ist Craig wirklich der ideale Mann, was selbst mir mittlerweile aufgefallen ist. Es ist vielmehr die Geschichte an sich, die an diversen Stellen ein wenig unrund erscheint und zudem mit einer Laufzeit von gut 100 Minuten wohl ganz eindeutig zu den Kürzesten überhaupt in der Reihe gehört. Hinzu kommt auch der Aspekt, das man hier leider bei den Action-Passagen teilweise viel zu hektische Bilder präsentiert, was insbesondere gleich zu Beginn sehr offensichtlich ins Auge fällt. Natürlich erscheint das Geschehen dadurch äußerst rasant, doch für den Zuschauer ist es phasenweise nicht gerade leicht, sämtliche Abläufe richtig nachzuvollziehen. Dieses Manko trübt ein wenig das Seh-Vergnügen und auch ansonsten hält sich die Begeisterung für "Ein Quantum Trost" im Gegensatz zum Vorgänger doch ein wenig in Grenzen. Zwar handelt es sich auf keinen Fall um eine schlechte Fortsetzung, doch irgendwie fehlt dem Ganzen der zündende Funke, um beim Betrachter auch echte Begeisterung auszulösen.

Positiv ist aber auf jeden Fall zu erwähnen, das der eingeschlagene Weg konsequent weiter verfolgt wird und die Figur des James Bond mittlerweile so weit von der bisherigen Darstellung entfernt ist wie die Erde vom Mond. Mich wundert ehrlich gesagt, das ich mich mittlerweile sehr gut mit diesem Aspekt anfreunden kann, was mir bisher noch nie gelungen war. Auch die Tatsache, das man auch hier wieder auf jegliche technischen Spielereien verzichtet hat ist mittlerweile zu verschmerzen, erscheinen die Storys dadurch doch um Einiges glaubhafter. Ab und an vermisst man noch ein wenig den alten Bond-Charme, der allerdings in den neuen Filmen vollkommen fehl am Platz erscheinen würde. Das würde man auch Daniel Craig nicht abnehmen, der vielmehr der Typ für das Grobe ist und den neuen Filmen mit seiner kompromisslosen-und harten Gangart ganz eindeutig seinen eigenen Stempel aufdrückt.

Trotz einiger rasanter Verfolgungsjagden und deftigen Kämpfen erscheint "Ein Quantum Trost" in einem eher schlichten Gewand und wirkt ziemlich unspektakulär. Das könnte man durchaus noch verschmerzen, wenn die Geschichte an sich ein wenig ausgegorener und runder daher kommen würde. Hier aber liegt genau der Haupt-Kritikpunkt bei einem Film, den man dennoch als gut bezeichnen kann, auch wenn er nicht an die Qualität des Vorgängers heranreicht. Lobenswert erscheint hingegen der Fakt, das der neu eingeschlagene Weg der Bond-Reihe konsequent weiter verfolgt wird, was in der Zwischenzeit sogar mir sehr gut gefällt. Hätte mir jemand noch vor kurzer Zeit erzählt das ich Daniel craig einmal als James Bond ansehen würde, hätte ich ihn einweisen lassen. Doch der neue Stil ist dem Mann wie auf den Leib geschneidert, so das seine extrem harte-und trockene Art hier auch wunderbar zur Geltung kommen kann. Für viele Leute immer noch etwas gewöhnungsbedürftig, ist der neue James Bond aber auf jeden Fall zeitgemäß und hinterlässt einen äußerst glaubwürdigen Eindruck, was bei den vorherigen Filmen ja eher selten der Fall war.


Fazit:


"Ein Quantum Trost" ist zwar keinesfalls so gut gelungen wie "Casino Royale", präsentiert aber immer noch eine durchaus gelungene Fortsetzung, bei der man jedoch auch qualitative Einbußen in Kauf nehmen muss, die man durchaus hätte vermeiden können. Trotzdem lohnt es sich allemal einen Blick zu riskieren, denn kurzweilige Unterhaltung bekommt man auf jeden Fall zu sehen.


6,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 17. Jul 2013, 10:28
von horror1966
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Malone
(Malone)
mit Burt Reynolds, Cliff Robertson, Kenneth McMillan, Cynthia Gibb, Scott Wilson, Lauren Hutton, Philip Anglim, Tracey Walter, Dennis Burkley, Alex Diakun, Brooks Gardner, Mike Kirton, Duncan Fraser
Regie: Harley Cokeliss
Drehbuch: Christopher Frank
Kamera: Gerald Hirschfeld
Musik: David Newman
FSK 18
USA / 1987

CIA-Killer Malone hat genug von seinem blutigen Handwerk. Er weigert sich seinen letzten Auftrag auszuführen und steigt aus! Auf der Suche nach Frieden reist er quer durch die USA. Als sein Wagen am Rande des verschlafenen Dorfes Comstock liegen bleibt, nehmen sich der dortige Mechaniker und dessen Tochter seiner an. Bald merkt Malone, dass der Ort in ernsten Schwierigkeiten steckt: der skrupellose Grundbesitzer Delaney und seine Söldnertruppe haben das Städtchen in ihrer Gewalt. Als Delaney versucht, Malone töten zu lassen, aus Angst dieser könnte seine Pläne durchkreuzen, schlägt der Agent zurück!


Burt Reynolds zählt zu den Schauspielern, die zwar eine ganze Menge an Filmen in ihrer Filmografie stehen haben, von denen jedoch nur eine geringe Anzahl einen wirklich nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Gerade in den 80er Jahren hatte der gute Mann mit seinem Bekanntheitsgrad zu kämpfen und war hauptsächlich in diversen B- Produktionen zu sehen. Eine davon ist "Malone", die erst jetzt durch Ascot Elite eine DVD-Veröffentlichung spendiert bekam und hier handelt es sich um einen Film, der durchaus mehr Beachtung verdient hätte, als ihm bisher zu teil wurde. Natürlich sollte man dabei eine Vorliebe für den Action-Film sowie auch für die 80er Jahre haben, denn ansonsten könnte das Werk des eher unbekannten Regisseurs Harley Cokeliss einen biederen-und leicht angestaubten Eindruck hinterlassen, ist die Geschichte doch keinesfalls mit den rasanten Genre-Filmen der heutigen Zeit zu vergleichen.

In seiner Grund-Struktur erinnert das Geschehen phasenweise an Van Damme's "Ohne Ausweg", denn beide Geschichten weisen doch unverkennbare Parallelen auf. Ein absoluter Einzelgänger legt sich mit einem schier übermächtigen Gegner an und selbstverständlich siegt am Ende das Gute, wobei es eigentlich Nebensache ist, ob das Ganze realistisch dargestellt wird. Doch gerade in diesem Punkt liefert Cokeliss im Prinzip recht ordentliche Arbeit ab, denn Reynolds mimt hier keineswegs den unbesiegbaren Draufgänger, sondern erscheint eher in sich zurückgezogen und ziemlich schweigsam. Das ändert sich erst im Laufe der Zeit, denn als das Szenario nach gut 30 Minuten Einführung so richtig in Schwung kommt, offenbaren sich auch die Qualitäten des Ex-CIA Killers, der ohne es zu wollen in die Geschichte hineingezogen wird.Dabei funktioniert die Gut gegen Böse Thematik einmal mehr sehr gut und es entwickelt sich ein unterhaltsames Szenario, das auch mit diversen sehenswerten Action-Passagen ausgestattet ist.

"Malone" artet jedoch in keiner Phase in ein überladenes Spektakel aus, die entsprechenden Passagen sind gut über den Film verteilt und zudem auch so in Szene gesetzt, das sie einen durchaus realistischen Eindruck hinterlassen. In darstellerischer Hinsicht sollte man keinerlei Wunderdinge erwarten, die Schauspieler liefern allesamt einen ordentlichen Job ab, ohne das sich dabei aber jemand sonderlich in den Vordergrund spielen würde. Bei Reynolds selbst ist man manchmal ein wenig unentschlossen, denn wirkt seine Performance stellenweise äußerst überzeugend, so nimmt man ihm aber auch teilweise die Rolle des Ex-Agenten nicht so ganz ab. Dennoch ergibt sich in seiner Gesamtheit ein wirklich sehenswerter Actioner, der aber komischerweise nicht gerade über einen erhöhten Bekanntheitsgrad verfügt, dabei hätte die Story durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient.

Vielleicht ändert sich das ja nun durch die deutsche DVD-Veröffentlichung, denn Freunde des 80er Jahre Actioners dürfen hier ohne zu zögern zugreifen, bekommt man doch beste Unterhaltung geboten, die zudem auch größtenteils sehr kurzweilig gestaltet ist. "Malone" ist ganz sicher nicht zu den Größen des Genres zu zählen, erzählt aber eine nette Geschichte, in der man allerdings keine sonderlichen Highlights erwarten sollte. Dafür gibt es aber auch keinerlei Rausreisser im negativen Sinn, so das sich der Film etwas über dem normalen Durchschnitt ansiedelt und allemal eine Sichtung wert ist.


Fazit:


Auch wenn ich nicht unbedingt ein ausgewiesener Fan von Burt Reynolds bin, hat er mir in der hier verkörperten Rolle recht gut gefallen. Es handelt sich bei "Malone" um einen dieser Filme, die einen zwar nicht unbedingt vom Hocker hauen, die man sich aber auch gern mehrmals anschauen kann da sie über eine sehr gleichbleibende Qualität verfügen.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 21. Jul 2013, 14:37
von horror1966
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Rage of the Undead
[Zombideo)
mit Akari, Mai Hagiwara, Tomu Miyazaki, Yûji Morita, Saki Nakajima, Chisato Okai, Mayu Sugano, Jtarô Sugisaku, Airi Suzuki, Miyuki Torii, Maimi Yajima, Kôichi Ôhori
Regie: Kenji Murakami
Drehbuch: Katsuo Kawai
Kamera: Yasutaka Nagano
Musik: keine Informationen
keine Jugendfreigabe
Japan / 2011

Tokio sieht sich einer alles vernichtenden Zombie-Apokalypse gegenüber. Auch die Mitarbeiter einer Videofirma müssen sich den Horden von Untoten stellen. Die Lage scheint ganz und gar hoffnungslos, bis der süßen Aiko eine mysteriöse VHS-Kassette in die Hände fällt. Darauf befindet sich ein Lehrfilm, wie man sich am besten gegen Zombies zur Wehr setzt. Aiko und ihre Freunde machen sich daran, das Gesehene in die Tat umzusetzen. Sie ziehen in einen gnadenlosen blutigen Kampf gegen die Zombies…


Wer sich in den letzten Jahren schon den ein-oder anderen Genre-Beitrag aus Japan angesehen hat kann sich ganz bestimmt denken, in welche Richtung diese Zombie-Komödie tendiert. Weiß man doch nicht erst seit Filmen wie beispielsweise "The Machine Girl" oder auch "Tokyo Gore Police", das insbesondere die Japaner einen ausgeprägten Hang zu vollkommen überzogenen Szenarien haben, der sich in den meisten Fällen auch auf den ersten Blick erkennen lässt. Nicht anders verhält es sich bei vorliegendem Werk, das von Beginn an recht kurzweilig und temporeich daher kommt, so das man sich im Bezug auf den reinen Unterhaltungs-Faktor nun wirklich keinerlei Sorgen machen muss. Und dennoch weiß der Film nur phasenweise zu überzeugen, wobei man auch noch zwischen der gekürzten deutschen DVD und der ungeschnittenen Fassung unterscheiden muss, die knapp 6 Minuten mehr Laufzeit beinhaltet. Und diese zusätzliche Laufzeit beinhaltet natürlich die blutigen Passagen, die in der deutschen DVD so gut wie gar nicht vorhanden sind. Nun hat die vollkommen hanebüchene Geschichte auch sicherlich ihre starken Momente, aber insgesamt gesehen gestaltet sich das Geschehen doch so vollkommen an den Haaren herbeigezogen, das sich mit der Zeit eine gewisse Monotonie einstellt, die durchaus für dezente Ermüdungserscheinungen beim Zuschauer sorgen kann.

Bei mir war dies jedenfalls der Fall, wahrscheinlich habe ich ganz einfach zu viele dieser überzeichneten Storys gesehen, als das sie mich noch wirklich begeistern könnten. Zum anderen sollte man jedoch auch erwähnen, das "Rage of the Undead" in Sachen Qualität keinesfalls an die weiter oben genannten Werke heranreichen kann, denn dazu fehlt es im vorliegenden Fall an der dazu nötigen Klasse. Daran ändert auch der Aspekt nichts, das man einige recht nette Effekte geboten bekommt, denn insgesamt gesehen gestalten sich die Ereignisse keineswegs so hart-und blutig, wie manch einer es sich eventuell gewünscht hätte. Dafür erscheint das Ganze jedoch recht humorig ausgestattet, wobei man natürlich schon eine Vorliebe für den japanischen Humor sein Eigen nennen sollte, der sicherlich nicht jedermanns Sache ist. An dieser Stelle bietet sich dann auch die deutsche Synchronisation an, die etliche unfreiwillig komische Momente entstehen lässt und für so manchen Lacher Sorge trägt.

Regisseur Kenji Murakami hat hier wirklich sämtliche Zutaten für ein absolut abstruses Szenario eingefügt, so das sich die Geschichte auch jenseits jeglicher Logik-und Glaubwürdigkeit ansiedelt. Das erwartet die Fan-Gemeinde auch sicherlich von Filmen dieser Machart, so das "Rage of the Undead" auch ganz bestimmt den Geschmack seiner Zielgruppe ansprechen wird. Mir persönlich war es jedoch schon etwas zuviel des Guten und mehr als einmal kann ich mir diesen Film auf keinen Fall ansehen. Es hat ganz einfach eine gewisse Sättigung stattgefunden, da in den letzten Jahren einfach zu viele dieser hanebüchenen japanischen Trash-Produktionen den Weg zu uns gefunden haben, die man irgendwann einfach nicht mehr sehen kann. Irgendwie ähneln sich die Szenarien dabei auf eine gewisse Art und Weise und es offenbart sich nicht wirklich etwas Neues, an dem man seine Freude haben könnte.

So ergibt sich letztendlich ein eher durchschnittlicher Gesamteindruck eines Filmes, der zwar einige durchaus nette Momente beinhaltet, insgesamt gesehen aber schon etwas ermüdend wirkt, da man alles schon einmal in dieser oder ähnlicher Form gesehen hat. Dennoch bin ich mir sicher, das "Rage of the Undead" seine Fan-Gemeinde finden wird, denn gibt es doch genügend Leute, die von diesen Filmen einfach nicht genug bekommen können.


Fazit:


Vielleicht werde ich langsam zu alt für solchen Nonsens, aber "Rage of the Undead" konnte mich nicht wirklich überzeugen. Zu oft hat man ähnliche Geschichten zu sehen bekommen, so das sich langsam aber sicher eine gewisse Eintönigkeit einstellt, die keine wahre Begeisterung aufkommen lässt.


5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 22. Jul 2013, 10:33
von horror1966
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Salvage - Die Epidemie
(Salvage)
mit Shahid Ahmed, Dean Andrews, Sufian Ashraf, Ben Batt, Linzey Cocker, Shaun Dooley, Trevor Hancock, Kevin Harvey, Paul Howell, Neve McIntosh, Ray Nicholas, Paul Opacic, Alan Pattison, Martin Pemberton
Regie: Lawrence Gough
Drehbuch: Lawrence Gough / Colin O'Donnell / Alan Pattison
Kamera: Simon Tindall
Musik: Stephen Hilton
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Es ist Weihnachten. Die Bewohner einer kleinen, ruhigen Straße in einer kleinen ruhigen britischen Stadt, freuen sich auf das Fest im Kreise ihrer Familien, als sie sich plötzlich in einer Welt aus Gewalt, Terror und Paranoia wiederfinden. Eine Gruppe schwer bewaffneter Soldaten stürmt die Straße und bedroht die Menschen mit vorgehaltenen Waffen in deren eigenen Häusern. Sind es wirklich Soldaten oder Terroristen - oder noch schlimmer, durch und durch von Paranoia getriebene Killer? Mit wachsender Furcht wird den Bewohnern klar, dass die Bedrohung weit größer ist als sie es je erahnen konnten. Der Kampf ums nackte Überleben hat begonnen.


Nicht selten kommt es vor, das sich gerade hinter eher unscheinbar wirkenden Produktionen die größten Überraschungen verbergen und auch bei dieser britischen Produktion tritt genau dieser Fall ein. Das Regie-Debüt von Regisseur Lawrence Gough präsentiert sich nämlich als gelungene Mischung aus Horrorfilm-und Thriller, der durch ihre äußerst gelungene Inszenierung zudem noch eine herrliche Endzeit-Stimmung beiwohnt. Dabei beginnt das Szenario viel eher wie ein kleines Familien-Drama, denn in den ersten Minuten bekommt man einen knappen Einblick in das angespannte Verhältnis von einer Mutter zu ihrer pubertierenden Tochter, was jedoch lediglich ein kleineres Intermezzo darstellt. Schon kurz darauf schlägt das Geschehen eine vollkommen andere Richtung ein und überrascht den Zuschauer dabei mit einer extrem dichten-und bedrohlichen Grundstimmung, die sich konsequent durch die gesamte Geschichte zieht. Lawrence Gough versteht es hier erstklassig, mit den Ur-Ängsten des Betrachters zu spielen, sieht man sich doch auf einmal einer Gefahr gegenüber, die zunächst überhaupt nicht greifbar ist. Gerade aus diesem Aspekt heraus bezieht "Salvage" dann auch seine Stärke, befindet man sich doch auf dem gleichen Wissensstand wie die Protagonisten und kann lediglich erahnen, was es mit der bedrohlichen Situation auf sich hat.

Insbesondere das authentische Schauspiel der Darsteller trägt hier dazu bei, das man sich äußerst gut in die vorgegebene Situation hineinversetzen kann, fast durchgehend kann man dabei einen leichten Schweißfilm auf der eigenen Haut verspüren, da die aufgebaute Spannung in diversen Passagen kaum auszuhalten ist. Fast im Minuten-Takt wird die Spannungsschraube dabei immer fester gezogen, wobei es zwischendurch immer wieder zu kleineren Entladungen kommt. Es ist schon ein wirklich erstklassiges Seh-Vergnügen, das sich einem hier präsentiert, denn mit minimalem Aufwand wurde hier eine maximale Wirkung erzielt. Keinerlei großartige Effekte oder eine bombastische Ausstattung fallen hier ins Auge, es ist vielmehr die absolut glaubwürdige Normalität, die diesen atmosphärischen Film ganz besonders auszeichnet. Hinzu kommt der Aspekt, das man über die wahren Hintergründe der Geschehnisse gut eine Stunde lang eher im Dunkeln gelassen wird, zwar kann man durchaus seine eigenen Vermutungen anstellen die auch sicherlich in die richtige Richtung abzielen, doch eine Bestätigung dafür erhält man erst im letzten Drittel der Geschichte.

Doch auch nachdem man erfährt womit man es zu tun hat, mindert dies keinesfalls die Spannungskurve der Ereignisse, denn nun steht der pure Überlebenskampf der Akteure noch mehr im Mittelpunkt und endet zuletzt in einem schon als tragisch zu bezeichnendem Showdown, der einen doch recht bitteren Beigeschmack hinterlässt. Durch die Tatsache, das sich das Geschehen räumlich gesehen auf einem sehr überschaubaren Schauplatz abspielt und auch nur verhältnismäßig wenige Schauspieler am Werk sind, erscheint die ganze Geschichte streckenweise schon fast wie ein Kammerspiel. Das sorgt dafür, das die Geschehnisse teilweise noch wuchtiger und intensiver erscheinen, gleichzeitig entfaltet sich ein äußerst starkes Gefühl der Beklemmung, erscheint die Lage doch so gut wie aussichtslos und die Aussicht auf Besserung ist doch ziemlich gering. Genau aus diesem Punkt bezieht "Salvage" dann auch seine ganz eigene Dynamik und trifft den Zuschauer phasenweise mir der Wucht eines Keulenschlags.

Insgesamt gesehen kann man hier von einem absolut gelungenem Regie-Erstling sprechen, der einen von der ersten bis zur letzten Minute bei Atem hält und dabei keinerlei Einbrüche zu verzeichnen hat. Authentische Darsteller, eine extrem bedrohliche Grundstimmung und Spannung ohne Ende machen das Werk dabei zu einem echten geheim-Tipp, den man sich keinesfalls durch die Lappen gehen lassen sollte.


Fazit:


"Salvage" ist eine eher unscheinbare britische Produktion, die inhaltlich in allen Belangen zu überzeugen weiß. Ein kleiner, aber sehr feiner Horrorfilm, der mit den geringsten Mitteln die maximale Wirkung erzielt und zudem einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Mit einer Laufzeit von gerade einmal gut 75 Minuten ist das Ganze dann auch noch kompakt und knackig gestaltet, so das sich keinerlei langatmige Passagen ergeben.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 22. Jul 2013, 17:13
von horror1966
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Silent Hill: Revelation 3D
(Silent Hill: Revelation 3D)
mit Adelaide Clemens, Kit Harington, Carrie-Anne Moss, Sean Bean, Radha Mitchell, Malcolm McDowell, Martin Donovan, Deborah Kara Unger, Roberto Campanella, Erin Pitt, Peter Outerbridge, Jefferson Brown
Regie: Michael J. Bassett
Drehbuch: Michael J. Bassett / Laurent Hadida
Kamera: Maxime Alexandre
Musik: Jeff Danna / Akira Yamaoka
FSK 16
Frankreich / Kanada / USA / 2012

Was vor vielen Jahren in Silent Hill, der Geisterstadt der gequälten Seelen, geschah, hat die einzelgängerische Heather so komplett verdrängt wie ihren früheren Namen. Als sie aber die Mächte des Bösen in schrecklichen Visionen und Träumen einholen und ihren Vater entführen, bricht Heather mit dem anderen Schulaußenseiter, mit dem sie zwischenzeitlich angefreundet hat, auf nach Silent Hill. Dort erwarten sie schreckliche Kreaturen, Monster und auch ein Dämon, der auf geheimnisvolle Weise mit Heather verbunden ist.


Verfilmungen basierend auf Spiele-Klassikern haben generell einen schweren Stand, da insbesondere die Gamer die Ansprüche immer ziemlich hoch anlegen und eine möglichst originalgetreue filmische Umsetzung ihrer favorisierten Games sehen möchten. Erstaunlicherweise erhielt "Silent Hill - Willkommen in der hölle" im Jahr 2006 sehr gute Kritiken, wobei ich beispielsweise nicht zu beurteilen vermag, in wie weit der Film dem Spiel denn nun wirklich ähnelt. Rein objektiv als eigenes Medium betrachtet offenbarte sich jedoch ein nahezu grandioser Horrorfilm, der nicht durch explizite Gewaltdarstellungen, sondern vielmehr durch seine herausragende Atmosphäre wahre Gänsehaut-Schauer beim Zuschauer verursachte. Nach nunmehr sechs langen Jahren Wartezeit kam endlich 2012 der direkte Nachfolger "Silent Hill: Revelation 3D" in die Kinos, der mittlerweile auch schon auf DVD erschienen ist. Bei einer solch langen Wartezeit sollte man eigentlich davon ausgehen können, das die Macher eine ordentliche Geschichte ins Bild setzen, die zudem auch die mehreren offenen Fragen beantwortet, die mit dem Ende von Teil 1 zurückgeblieben sind. Regisseur Michael J. Bassett (Wilderness, Solomon Kane) schafft es auch tatsächlich die offenen Fragen zu beantworten, wobei man jedoch durchaus geteilter Meinung darüber sein kann, ob einem die Art und Weise gefallen muss, denn die Umsetzung der Geschichte gestaltet sich doch ein wenig fragwürdig und hinterlässt den üblen Geschmack eines lauwarmen Teenie-Horrorfilms a la "Twillight".

Vielleicht ist eine Begründung dafür, das hier mit einem geschätzten Budget von 20.000.000 $ noch nicht einmal die Hälfte des Geldes zur Verfügung stand, das noch der Vorgänger verschluckte (50.000.000 $), doch darin allein sollte man keinesfalls die offensichtlichen Defizite des vorliegenden Filmes suchen. Sind doch die Schauplätze und Settings ansehnlich gestaltet und erinnern phasenweise stark an die des ersten Teils, wobei aber komischerweise zu keiner Zeit die gleiche düstere Optik aufkommen will, die man im 2006er Werk so zu schätzen wusste. Hier erscheint das Ganze weitaus künstlicher und teilweise auf Hochglanz getrimmt, kaum noch etwas ist zu spüren vom herrlich siffigen-und düsteren Ambiente des Vorgängers, der in dieser Beziehung schwerlich zu toppen ist. Das größte Problem des Filmes liegt jedoch ganz einfach darin begründet, das sich die gesamte Laufzeit über kein wirklicher Spannungsaufbau erkennen lässt. Die Ereignisse gestalten sich zunehmend vorhersehbar und der Zuschauer kann in den meisten Fällen ganz genau voraussagen, was denn als nächstes passieren wird. Statt mit echter Spannung wird man stattdessen mit etlichen Passagen konfrontiert, die eine zu Beginn eher verwirrende Mischung aus Rückblenden, Visionen-und Realität bestehen, so das man den teilweise riesigen Überschuss an Bild-Fragmenten erst einmal richtig einsortieren muss, um den roten Faden nicht gänzlich zu verlieren und der Story folgen zu können.

Eventuell wollte man an dieser Stelle besonders innovativ und überraschend sein, doch tritt viel eher das Gegenteil ein und der Schuss geht gründlich nach hinten los. Was nämlich im ersten Moment leicht verwirrend erscheint, stellt sich letztendlich als äußerst banale Handlung heraus, die man schom im Ansatz vorhersehen kann und die keinerlei echte Überraschungsmomente beinhaltet. Bis auf einige ganz spezielle Krankenschwestern in Silent Hill gibt es im Prinzip überhaupt nichts, was auch nur annähernd für einen zumindest kleinen Aha-Effekt beim Betrachter sorgen könnte. Mich persönlich hat insbesondere die zweite Hälfte des Filmes enttäuscht, die wie schon im ersten Teil in Silent Hill spielt. Zwar herrscht auch dieses Mal die Dunkelheit vor, dennoch erscheint sie einem seltsam künstlich konstruiert und kann in keiner Phase die Qualität und Klasse erreichen, wie sie im Vorgänger zu beobachten war. Es will sich beim besten Willen kein echtes Grusel-Feeling einstellen und es entsteht immer wieder der Eindruck, das man sich in einem Twillight-Teil ohne Vampire befindet. Hier ist dann auch der endgültige Todesstoß des Filmes verborgen, denn auch die Kreaturen in Silent hill wirken eher albern und künstlich, als das von ihnen ein Gefühl der Bedrohung ausgehen würde. Und dann wäre da zu guter Letzt noch das dargebotene Schauspiel der Akteure, das man allenfalls als höchst mittelmäßig bezeichnen kann. Ganz besonders Hauptdarstellerin Adelaide Clemens kann in keiner Phase des Geschehens wirklich überzeugen, zwar ist die junge Frau sichtlich bemüht eine überzeugende Figur abzugeben, erscheint aber viel eher wie ein hübscher Teenager, der im falschen Film gelandet ist. Sean Bean kann man beispielsweise gar nicht beurteilen, da die wenigen Minuten seiner Rolle kaum erwähnenswert sind.

So ergibt sich im Endeffekt ein maximal mittelmäßiger Gesamteindruck eines Filmes, auf den man nun sechs lange Jahre lang gewartet hat und der die in ihn gesetzten Erwartungen nicht annähernd erfüllen konnte. Zu glatt und auf Teenie-Film getrimmt offenbart sich das gesamte Szenario und lediglich der Asüekt das die offenen Fragen beantwortet wurden bietet Ansatz zur positiven Kritik. Ansonsten aber ist "Silent Hill: Revelation" ein eher laues Filmchen, das keinerlei Grund zu größerer Begeisterung bietet. Zumindest das Ende des Filmes gibt Anlass zur Hoffnung auf eine weitere Fortsetzung, die falls sie denn kommen sollte hoffentlich besser umgesetzt wird als vorliegender Teil, der letztendlich doch eine ziemliche Enttäuschung darstellt und keinerlei Vergleich mit dem grandiosen Vorgänger stand hält. Dabei wäre sicherlich weitaus mehr drin gewesen, doch anscheinend war die allseits beliebte und sanfte Richtung des modernen Horrorfilms wichtiger, als ein gelungener Spannungsaufbau, denn anders ist dies weich gespülte "Twillight-Imitat nicht logisch zu erklären.


Fazit:


Gerade mit einem Michael J. Bassett als Regisseur hätte ich doch ein wenig mehr erwartet, konnten mich seine Filme doch bisher fast immer überzeugen. Leider scheint aber die mit der Twilligt-Reihe ausgelöste Weichspül-Variante eines Horrorfilms auch bis nach Silent hill vorgedrungen zu sein, was eine bestimmte Zielgruppe sicher erfreuen wird, den Freunden eines atmosphärisch dichten Grusel-Erlebnisses jedoch einen echten Tiefschlag versetzt.


5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 23. Jul 2013, 15:43
von horror1966
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The Watermen
(The Watermen)
mit Jason Mewes, Richard Riehle, Floyd Abel, Blakely Bunnell, Scott Davis, Joy Glass, Luke Guldan, Tara Heston, Tyler Johnson, Matt L. Lockhart, Joe Monds, Ashley Myers, Gordon Price, A.J. Roberts
Regie: Matt L. Lockhart
Drehbuch: Matt L. Lockhart
Kamera: Eric Hurt
Musik: Bryce Jacobs
SPIO/JK
USA / 2011

Es sollten ein paar Tage ausgelassener Spaß auf einer Yacht mitten auf dem Ozean werden. Doch der geplante Feier-Urlaub wird für eine Gruppe Jugendlicher zum reinsten Alptraum. Mitten auf See fallen urplötzlich der Motor und auch das Radarsystem aus. Die Rettung scheint mit der Ankunft von einem Fischerboot zu kommen. Aber was die Freunde nicht wissen ist, dass der wahre Horror erst jetzt beginnt. Denn die Fischer mögen Fleisch – Menschenfleisch!


Wrong Turn trifft auf Open Water, im blutigsten Slasher 2013


Mit diesem durchaus wirksamen Marketing-Slogan wird dem Zuschauer auf der Rückseite der deutschen Uncut-DVD der Mund wässerig gemacht, wobei sich das Endergebnis dann doch etwas anders gestaltet, als man es sich eventuell vorstellt. Zugegebenermaßen beinhaltet der Regie-Erstling von Matt L. Lockhart im Prinzip sämtliche Zutaten für einen unterhaltsamen Slasher, allerdings hapert es bei der filmischen Umsetzung der Geschichte doch an allen Ecken und Enden. Zwar ist es nicht sonderlich leicht, dem Sub-Genre des Slashers neue Impulse zu verleihen, doch das vorliegende Szenario erscheint dann doch seltsam belanglos und fällt hauptsächlich durch den Aspekt ins Auge, das wirklich sämtliche Klischees bedient werden, die man sich nur vorstellen kann. An erster Stelle wären da ganz bestimmt die vollkommen austauschbaren und blassen Charaktere zu nennen, die fast allesamt einem Mode-Journal entsprungen sind und zudem nicht gerade durch schauspielerische Glanzleistungen aufwarten. Ihnen gegenüber bekommt man es mit einer Horde Fischer-Rednecks zu tun, die zwar eher selten ganz im Bild zu sehen sind, aber dennoch sämtlichen in anderen Genre-Filmen vorgegebenen Klischees entsprechen.

Die Geschichte an sich krankt vor allem daran, das sich eigentlich in keiner Phase ein echter Spannungsaufbau erkennen lässt, zu vorhersehbar erscheinen sämtliche Abläufe, die man so oder so ähnlich schon unzählige Male zu Gesicht bekommen hat. Entscheidend ist jedoch, das die von Lockhart gewählte Inszenierung ganz einfach unterdurchschnittlich ausgefallen ist, zumal die erste Hälfte der Story mit absolut belanglosen Dingen vergeudet wird. Der Zuschauer wird in dieser Zeit fast ausschließlich mit spät-pubertärem Gehabe der jungen Leute konfrontiert und bevor überhaupt einmal der kleinste Ansatz von Spannung aufkeimen kann, ist gut die Hälfte des Geschehens auch schon an einem vorbeigezogen. Danach entfaltet sich zumindest eine angemessene Grundstimmung, die man bis zu diesem Zeitpunkt jedoch vollkommen vergebens gesucht hat. Die nun in der Nacht stattfindenden Ereignisse entschädigen wenigstens teilweise für die bis dahin vergeudete Zeit und es gibt nun auch einige etwas blutigere Passagen zu sehen. Wer nun aber denken sollte, das "The Watermen" zumindest einen äußerst hohen Härtegrad beinhaltet sieht sich getäuscht, denn bis auf wenige Ausnahmen hält sich das Werk auch in dieser Beziehung eher bedeckt.

Über die unlogischen Verhaltensweisen einiger Akteure möchte ich an dieser Stelle gar keine negative Kritik äußern, denn dann müsste man im Prinzip eigentlich jeden einzelnen Horrorfilm beanstanden, da diese Dinge zur absoluten Normalität gehören. Was mich persönlich aber extrem gestört hat ist die Tatsache, das der Regisseur hier nicht den kleinsten Überraschungsmoment eingebaut hat, der seinen Film ein wenig aufwerten würde. Lockhart bemüht sich vielmehr darum, dem Zuschauer krampfhaft die Dinge zu bieten, die er schon tausend Mal weitaus besser serviert bekommen hat. Dadurch wurde es ganz offensichtlich vollkommen versäumt, dem Szenario einen eigenen Stempel aufzudrücken, was sicherlich zu einem weitaus besseren Gesamteindruck geführt hätte. So aber wird eine recht eintönige Geschichte erzählt, die in einigen Phasen fast schon an ihrer Banalität und Vorhersehbarkeit zu ersticken droht, was nun nicht gerade für diesen Film spricht. Einiges kann man sicherlich auf die Unerfahrenheit des Regie-Debütanten schieben, aber das Fehlen jeglicher neuen Impulse und ein wenig Innovation spricht doch viel eher für die Einfallslosigkeit eines Neueinsteigers, der sich mit "The Watermen" nicht unbedingt die größten Lobes-Hymnen einheimsen wird., denn dafür wird ganz einfach zu wenig geboten.

So bleibt am Ende ein Horrorfilm den man sich ohne Weiteres einmal anschauen kann, aber auch nicht sonderlich viel verpasst wenn man es nicht tut. Eine schwache und leicht durchschaubare Geschichte, schwache Darsteller und mangelnde Spannung werden lediglich durch eine in der zweiten Film-Hälfte ordentlichen Atmosphäre ersetzt, was insgesamt gesehen aber auf keinen Fall für einen überdurchschnittlich guten Gesamteindruck ausreichend ist.


Fazit:


Wer noch nicht viele Horrorfilme gesehen hat, kann bei "The Watermen" durchaus einmal reinschauen, doch eingefleischte Genre-Fans werden sicher nicht auf ihre Kosten kommen. Lediglich die hübsch anzuschauenden Mädels werden das Auge der männlichen Zuschauer ein wenig erfreuen, was letztendlich aber auch keine Entschädigung für einen ansonsten schwachen Film ist.


4/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Sa 27. Jul 2013, 10:32
von horror1966
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Du hast es versprochen
(Du hast es versprochen)
mit Mina Tander, Laura de Boer, Katharina Thalbach, Max Riemelt, Clemens Schick, Alina Sophie Antoniadis, William Boer, Greta Oceana Dethlefs, Mia Kasalo, Tim Kirschstein, Lina Köhlert, Jessica McIntyre
Regie: Alex Schmidt
Drehbuch: Valentin Mereutza / Alex Schmidt
Kamera: Wedigo von Schultzendorff
Musik: Marian Lux
FSK 16
Deutschland / 2012

Hanna und Clarissa waren als Kinder beste Freundinnen. Zusammen mit ihren Eltern verbrachten sie ihre Ferien auf einer malerischen Insel. Kurz nach Hannas neuntem Geburtstag bricht der Kontakt unvermittelt ab und erst 25 Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen. Hanna (34) ist mittlerweile verheiratet, hat eine siebenjährige Tochter und arbeitet als Oberärztin in einem Krankenhaus. Dort trifft sie auf ihre alte Freundin, die nach einer Tablettenüberdosis in die Notaufnahme eingeliefert wurde. Die beiden Frauen freunden sich rasch wieder an, verbringen wundervolle Stunden miteinander und beschließen wie früher ein paar Tage auf der Insel zu verbringen. Gemeinsam mit Hannas Tochter Lea fahren sie zurück an den Ort ihrer Kindheit. Als Hanna erfährt, dass Maria, ein Mädchen aus dem Dorf, mit dem sie früher gespielt hat, als Kind verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist, begibt sie sich auf die Suche nach der Vergangenheit. Etwas Schreckliches ist damals auf der Insel passiert. Doch je näher sie dem dunklen Geheimnis kommt, desto enger schließt sich der Kreis um sie und ihre Tochter, desto größer wird die Bedrohung. Am Ende tritt eine Wahrheit ans Licht, die viel schrecklicher und grausamer ist, als sie es sich je hätte vorstellen können.


Mystery-und Horrorfilme aus deutschen Landen haben zumeist einen schweren Stand beim Zuschauer, offenbaren sich doch in den seltensten Fällen einmal Werke, die einen wirklich nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlassen. Das ambitionierte Langfilm-Debüt von Regisseurin Alex Schmidt stellt hier jedoch eine sehr wohlwollende Ausnahme dar, erzählt "Du hast es versprochen" doch eine sehr interessante-und spannende Geschichte, die einen bis zur letzten Minute bei Atem hält. Zugegebenermaßen mag die erste Filmhälfte für manch einen vielleicht etwas zähflüssig erscheinen, doch für das erstklassige Gesamtbild dieser Produktion ist der ruhige Aufbau der Geschehnisse absolut notwendig, damit das Szenario auch seine ganze Wirkung entfachen kann. Zudem handelt es sich um eine absolut erstklassige Story, in der sämtliche Darsteller mit überzeugendem Schauspiel aufwarten können, was dem Ganzen doch eine nicht zu verleugnende Klasse verleiht, die der Betrachter durchgehend verspüren kann. Daran ändert auch der Aspekt nichts, das insbesondere im ersten Drittel etliche Klischees vertreten sind und sich der subtil aufkommende Horror der Ereignisse erst mit zunehmender Laufzeit zu erkennen gibt.

Alex Schmidt konfrontiert einen mit einem Szenario, das nach verhältnismäßig kurzer Zeit seltsam vorhersehbar erscheint, was sich jedoch im Laufe der Zeit als großer Irrtum herausstellen soll. Vermeint man doch selbst die Lösung der mysteriösen Geschehnisse ganz klar vor Augen zu haben, so entwickelt sich der Film im letzten Drittel doch in eine Richtung, die man nicht zwangsläufig vorhersehen konnte. Kennern des Genres mögen zwar hin und wieder dezente kleine Details ins Auge fallen die einen auf die richtige Spur bringen können, doch insgesamt gesehen sind die Handlungsabläufe herrlich ineinander verschachtelt, so das man doch bis einige Minuten vor dem Ende eher im Dunkeln über die Gesamt-Zusammenhänge bleibt, die hier ein dramatisches Ereignis aus der Vergangenheit der beiden Frauen Hanna und Clarissa beinhalten. Ganz generell wurde eine richtig gelungene Kombination aus Horror-Mystery-und Drama gefunden, die dem Zuschauer gut 100 Minuten Spannung verspricht und dabei ohne jeglichen Einsatz expliziter Gewaltdarstellungen auskommt. Vielmehr präsentiert sich die Geschichte mit erstaunlich viel Tiefgang, wobei auch die psychologische Komponente des Ganzen eine nicht unwichtige Rolle spielt.

Insbesondere bei diesem Gesichtspunkt lässt die Regisseurin eine Menge Feingefühl für das Wesentliche erkennen und verleiht den Ereignissen so auch eine unglaublich hohe Intensität, die für den Betrachter jederzeit spürbar ist. Durch das exzellente Schauspiel der beiden Haupt-Darstellerinnen wird man selbst förmlich dazu gezwungen, immer tiefer in die Geschichte einzutauchen und dabei in den Sog der mysteriösen Ereignisse zu geraten, aus dem es anscheinend kein Entrinnen gibt. Als sich dann kurz vor dem Ende die ganze Wahrheit offenbart und man die damit verbundenen Konsequenzen erkennen kann, überkommt einen schon eine extreme Gänsehaut, ist doch insbesondere Hanna schwer davon betroffen und ihr Leben ändert sich auf eine Art und Weise, wie man sie sich schlimmer nicht vorstellen kann. Dadurch erhält das Szenario zum Schluss einen absolut bitteren Beigeschmack und lässt einen sehr nachdenklich zurück. "Du hast es versprochen" ist sicherlich kein Film für Freunde der blutigen Filmkost, sondern bietet vielmehr ein grandioses Horror-Drama mit starkem Mystery-Einschlag, das durch seine hervorragend erzählte Story und seine Darsteller zu überzeugen weiß.

Nun wird es auch sicherlich wieder einmal genügend Leute geben, die diesen Film eher als zähflüssig und langatmig ansehen werden, wer jedoch Werke mit inhaltlichem Tiefgang zu schätzen weiß, ist hier an der genau richtigen Adresse. Großartige Effekte oder Unmengen an Blut sollte man aber nicht erwarten, aber diese Dinge wären auch vollkommen fehl am Platz gewesen. Auf jeden Fall ist mit "Du hast es versprochen" aber endlich einmal wieder ein deutscher Genre-Beitrag erschienen, der sich als absolut sehenswert herausstellt und dem Freund gepflegter Grusel-Kost beste Unterhaltung anbietet, die man sich auch gern mehrmals anschauen kann. Eine exzellente Geschichte, großartige Darsteller und ein insgesamt grandioser Genre-Mix machen diesen Film zu einem Ereignis, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, da man ansonsten wirklich etwas verpasst.


Fazit:


"Du hast es versprochen" ist ein in jeder Beziehung ambitionierter Genre-Mix, der zwar nicht gänzlich ohne Klischees auskommt, aber dennoch in seiner Gesamtheit ein absoluter Geheim-Tipp ist. Man kann Alex Schmidt nur zu diesem Langfilm-Debüt gratulieren, das sie mit einem untrüglichen Gespür für das Wesentliche auf die Beine gestellt hat.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 29. Jul 2013, 10:55
von horror1966
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Circus der Vampire
(Vampire Circus)
mit Adrienne Corri, Thorley Walters, Anthony Higgins, John Moulder-Brown, Laurence Payne, Richard Owens, Lynne Frederick, Elizabeth Seal, Robin Hunter, Domini Blythe, Robert Tayman, John Bown
Regie: Robert Young
Drehbuch: Judson Kinberg / George Baxt / Wilbur Stark
Kamera: Moray Grant
Musik: David Whitaker
FSK 18
Großbritannien / 1972

1810: Noch Bevor der aufgebrachte Mob des englischen Dorfes Schettel den Vampir Graf Mitterhouse lyncht, verflucht dieser alle Bewohner und sinnt auf grausame Rache. Fünfzehn Jahre später steht Schettel unter Quarantäne: Das Grauen schleicht in Form einer unbekannten, tödlichen Krankheit um die Häuser, die durch Fledermäuse übertragen wird. Doch die mysteriöse Seuche bildet nur die Vorhut für einen Vampirclan, der als Wanderzirkus getarnt jegliches Menschenleben in Schettel auslöschen will.


In den frühen 70er Jahren passten auch die berühmten britischen Hammer Studios ihre Filme dem damaligen Zeitgeist an und so ist es nicht weiter verwunderlich, das "Circus der Vampire" mit einer ordentlichen Prise Erotik und einem ungewohnt hohen Blutgehalt ausgestattet wurde. Dennoch wohnt auch diesem originell gestalteten Vampirfilm die gewohnt grandiose Atmosphäre bei, die im Prinzip sämtliche Werke der britischen Film-Studios anhaftet. Von der ersten Minute an wird der Zuschauer dabei mit farbenprächtigen Bildern nahezu verwöhnt und findet sich in einer Geschichte wieder, die sich doch thematisch sehr wohlwollend vom klassischen Vampir-Thema abhebt. Obwohl hier keiner der ganz großen Stars der Hammer Studios mitspielt und eher unbekannte Darsteller am Werk sind, kann man sich über das dargebotene Schauspiel nicht beklagen, denn durch die Bank wird man mit äußerst gelungenen Performances der Akteure verwöhnt und kann ihnen die Spielfreude in jeder einzelnen Einstellung anmerken.

Dieses Mal spielt sich das Geschehen nicht in einem düster erscheinenden Schloss ab, denn als Schauplatz der Ereignisse hat man ein verfluchtes Dorf ausgewählt, dessen Bewohner 15 Jahre zuvor einen Vampir-Grafen getötet haben, der nun jedoch auf seine Auferstehung wartet. Der sogenannte Circus der Nacht soll ihm dabei behilflich sein, denn hinter diesem verbirgt sich nichts anderes als eine Horde Blutsauger, die mit Hilfe einiger besessener Menschen die Dorfbewohner töten wollen, um damit den Grafen wieder zum Leben zu erwecken. "Circus der Vampire" versprüht einerseits den typisch klassischen Stil der damaligen Vampirfilme, bietet aber andererseits sehr gelungene Abweichungen der üblichen Thematik und garniert sein Szenario mit herrlich artistischen Einlagen, an denen man seine helle Freude hat. Zudem gestalten sich die Ereignisse erstaunlich hart und blutig, was man aus den ansonsten üblichen Vertretern der damaligen Zeit gar nicht kennt. Einige härter anmutende Passagen sind hier wirklich das Salz in der Suppe und verleihen dem Film eine recht außergewöhnliche Note, die ihm äußerst gut zu Gesicht steht.

Gerade in der heutigen Zeit, in der die hochmodernen Vampirfilme wie "Blade" oder auch "Underworld" für Aufsehen sorgen ist es immer wieder schön, auch mal die alten Klassiker auszugraben, die allein in atmosphärischer Hinsicht von den Filmen der Neuzeit keinesfalls zu toppen sind. Natürlich wird hier in Sachen Action eher auf Sparflamme gekocht, doch wer eine Vorliebe für den klassischen Stil sein Eigen nennt, ist hier bestens aufgehoben. Regisseur Robert Young hat sämtliche notwendigen Zutaten mit einigen Neuerungen versehen und eine insgesamt extrem stimmige Geschichte ins Bild gesetzt, von der durchgehend eine ungeheuer starke Faszination ausgeht, die sich auch ganz automatisch auf den Betrachter überträgt. Zudem sind es die größtenteils herrlich bunten Bilder, von denen gleichzeitig eine ungeheure Kraft ausgeht und in diversen Passagen entfacht "Circus der Vampire" eine fast schon hypnotische Wirkung, der man sich beim besten Willen nicht verweigern kann. Eine originelle Geschichte, erstklassig agierende Darsteller und eine extrem dichte Atmosphäre lassen hier ein Gesamtbild entstehen, das man nur als herausragend bezeichnen kann.

Insgesamt gesehen bekommt man es hiermit einem Vertreter der Vampir-Thematik zu tun, der zwar ganz eindeutig die klassischen Elemente beinhaltet, von der Geschichte her jedoch ein wunderbar originelles Szenario präsentiert, das einen ganzzeitig in seinen Bann zieht. Und auch wenn hier die Aushängeschilder wie Christopher Lee oder Peter Cushing nicht mit von der Partie sind, konnte man eine Darsteller-Riege verpflichten, die mit Freude und Begeisterung bei der Sache ist und keinerlei Grund für negative Kritik bietet. Und so präsentiert sich mit "Circus der Vampire" ein herrlicher Klassiker, der auch in der heutigen Zeit immer wieder sehenswert ist und meiner persönlichen Meinung nach zu den besten Vertretern seiner Art gehört.


Fazit:


Originell, bunt und erstaunlich hart präsentiert sich hier ein Vampirfilm, der wohl ganz eindeutig zu den Klassikern des Genres zu zählen ist. Auch nach mehr als vier Jahrzehnten hat er dabei rein gar nichts von seinem unvergleichlichen Charme eingebüßt und bietet sich so jederzeit für eine neuerliche Sichtung an, die man auf keinen Fall bereuen wird.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 30. Jul 2013, 13:01
von horror1966
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Saint
(Sint)
mit Egbert Jan Weeber, Bert Luppes, Caro Lenssen, Huub Stapel, Escha Tanihatu, Jim Deddes, Joey van der Velden, Jaap Spijkers, Ben Ramakers, Kees Boot, Bob Schwarze, Lien Van de Kelder, Julian Maas
Regie: Dick Maas
Drehbuch: Dick Maas
Kamera: Guido van Gennep
Musik: Dick Maas
FSK 16
Niederlande / 2010

Sankt Nikolaus war mitnichten ein wohltätiger Bischof, sondern ein exkommunizierter Raubritter, der im Mittelalter die Lande terrorisierte, bis ihm Vigilanten den Garaus bereiteten. Doch damit endete der Spuk nicht. Immer nämlich, wenn Vollmond auf den 5. Dezember fällt, kehrt Nikolaus als Dämon zurück und hinterlässt eine Blutspur. Nur der Polizist Goert weiß von dem Geheimnis, doch hält ihn jeder für verrückt. Zumindest, bis sich am 5. im Vollmond die Notrufe häufen. Mitten im Schlamassel: Teenager Frank, dessen Tag heute eh nicht ist.


Der Name Dick Maas bürgt bei niederländischen Produktionen eigentlich immer für einen extrem hohen Unterhaltungswert und so darf man auch bei "Saint" auf ein äußerst kurzweiliges Film-Vergnügen hoffen, das einem vom holländischen Kult-Regisseur (Eine Familie zum knutschen, Fahrstuhl des Grauens) präsentiert wird. Der Nikolaustag hat in den Niederlanden generell eine weitaus höhere Bedeutung als beispielsweise bei uns und aus diesem Aspekt heraus wird hier eine wahrlich fantastische Geschichte erzählt, die einen vollkommen anderen Blick auf den Nikolaus gewährt, der sich nämlich als mordender Unhold herausstellt. Um zu erfahren wie es überhaupt dazu gekommen ist, wird man zu beginn erst einmal mit 2 verschiedenen Rückblenden konfrontiert, wobei die erste im Jahr 1492 spielt, um danach einen Zeitsprung ins Jahr 1968 zu machen, wo fast die komplette Familie des jungen Kurt niedergemetzelt wird. Danach geht es in die Gegenwart und wieder einmal nähert man sich dem Erscheinen des bösen Nikolaus und seinen Spießgesellen, die alle 23 Jahre in der Nacht vom 5. Dezember auf Beutefang gehen, was für etliche Menschen in Amsterdam mit einem vorzeitigen und extrem brutalen Tod gleichzusetzen ist.

Erstaunlich ist bei dieser Produktion insbesondere der vorhandene Härtegrad des Geschehens, denn für eine 16er Freigabe kann man doch an manchen Stellen nur verwundert die Augen rollen und sich wundern, das der Film bei der FSK mit dieser Freigabe durchgegangen ist. Wie dem aber auch sei, phasenweise eröffnet sich ein herrlich blutiges Spektakel, das dennoch nicht mit expliziten Gewaltdarstellungen überladen ist, sondern vielmehr einen äußerst stimmigen Eindruck hinterlässt. Mit knapp 80 Minuten Laufzeit ist die Geschichte auch genau richtig bemessen, entstehen so doch keinerlei Längen und die Ereignisse werden knackig und mit einem ordentlichen Tempo erzählt. Allerdings gestaltet sich das letzte Drittel von "Saint" am schwächsten, kann die Story doch die bis dahin wunderbar aufgebaute Spannung nicht mehr halten und die Geschehnisse gestalten sich zudem zu vorhersehbar.

In diesem Punkt liegt jedoch auch die einzige Schwäche eines Szenarios, das ansonsten wirklich überdurchschnittlich gute Horrorkost anbietet, an der man seine helle Freude haben kann. Dick Maas ist es dabei vortrefflich gelungen, seinem Film auch eine ordentliche Portion schwarzen Humor beizufügen, der sich manchmal erst auf den zweiten Blick erkennen lässt. Hauptsächlich tritt dieser in der vorhandenen Situationskomik auf, die einem immer wieder aufs Neue ins Auge springt und den von Haus aus schon sehr hohen Unterhaltungswert noch einmal aufwertet. Auch in darstellerischer Hinsicht gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung, auch wenn man bei einem Film dieser Art sicher kein oscarreifes Schauspiel erwarten darf. Und so bekommt man insgesamt gesehen ein absolut gelungenes Filmchen präsentiert, das zwar eine vollkommen an den Haaren herbeigezogene Geschichte erzählt, die jedoch erstklassig in Szene gesetzt wurde.

Filme die unter der Regie von Dick Maas entstehen, übern immer einen ganz besonderen Reiz aus, denn der gute Mann versteht es vortrefflich, den Zuschauer immer wieder zu überraschen. Zumeist handelt es sich dabei um eher unscheinbar wirkende Werke, die aber vom reinen Unterhaltungswert eine ganze Menge zu bieten haben. Nicht anders verhält es sich bei "Saint", der bis auf ein etwas schwächelndes letztes Drittel durchgehend überzeugen kann. Streckenweise schon etwas skurril, kann man dieses Werk dennoch als vollwertigen Horrorfilm ansehen, der jede Menge Spaß macht und zudem mit einem sehenswerten Härtegrad ausgestattet ist, denn man bei der Freigabe nicht unbedingt erwartet hätte.


Fazit:


Blutig, hart und voll mit schwarzem Humor bietet "Saint" ein kurzweiliges Horror-Vergnügen, das man sich auch gern mehrmals anschauen kann. Ein wirklich gelungener Genre-Beitrag von unseren niederländischen Nachbarn, der nicht nur in der Vorweihnachtszeit funktioniert.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 30. Jul 2013, 20:10
von horror1966
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Das Wespennest
(Hornet's Nest)
mit Rock Hudson, Sylva Koscina, Sergio Fantoni, Giacomo Rossi-Stuart, Jacques Sernas, Mark Colleano, Mauro Gravina, John Fordyce, Giuseppe Cassuto, Amedeo Castracane, Giancarlo Colombaioni, Ronald Colombaioni
Regie: Phil Karlson / Franco Cirino
Drehbuch: S.S. Schweitzer / Stanley Colbert
Kamera: Gábor Pogány
Musik: Ennio Morricone
FSK 16
USA / Italien / 1970

Italien 1944: Eine Elite-Einheit von Fallschirmjägern unter Kommando von Captain Turner bekommt den Auftrag, einen strategisch wichtigen Staudamm zu sprengen. Noch bevor der Trupp den Boden erreichen kann, geraten sie ins Sperrfeuer der Nazis. Turner überlebt den Angriff als einziger. Dem Tode nahe wird er von einer Gruppe Jungen aufgegriffen. Sie sind die einzigen Überlebenden eines Massakers an ihrem Heimatdorf, das die SS verübte, um ein Exempel zu statuieren. Die Jungen schwören Rache. Gemeinsam mit der deutschen Ärztin Bianca und Captain Turner bereiten sie sich vor, die Nazis anzugreifen.


Es ist nicht gerade selten das etliche Leute gerade den italienischen Kriegsfilmen den Vorwurf machen, zu den Schwächeren Vertretern des Genres zu gehören. Sicherlich kann man diese Meinung in vielen Fällen teilen und auch die vorliegende US-italienische Co-Produktion "Das Wespennest" zählt nicht unbedingt zu den absoluten Klassikern. So schlecht wie der Film allerdings meistens gemacht wird ist er dann aber nicht, offenbart sich doch die Geschichte der Regisseure Phil Karlson und Franco Cirino als durchgehend spannend und interessant. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das hier wirklich sämtliche Klischees auftreten, die man sich nur vorstellen kann. In der Hauptsache ergeben sich diese in der Charakter-Zeichnung der einzelnen Figuren, was dem Geschehen aber andererseits auch einen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Allerdings sollte man die Story rein inhaltlich nicht unbedingt an ihrem Wahrheitsgehalt messen, denn es erscheint schon eher unglaubwürdig, das hier ein einziger Soldat in Zusammenarbeit mit einigen Kindern eine Übermacht von Nazis bekämpft und diese zudem auch noch ziemlich blöd aussehen lässt. Natürlich wird der Deutsche einmal mehr als mordendes Ungetüm dargestellt, womit dann auch das nächste Klischee bedient wird.

Daraus entwickelt sich dann auch die komplette Geschichte, die im Prinzip gar nicht einmal die Zerstörung eines Staudammes zum zentrelen Mittelpunkt macht, sondern vielmehr die Beziehung zwischen dem amerikanischen Captain Turner (Rock Hudson) zu dem jungen Aldo (Mark Colleano), der den Anführer der Jugendlichen Überlebenden eines Dorfes darstellt, dessen Bevölkerung von den Nazis niedergemetzelt wurde. In der zwischenmenschlichen Beziehung der beiden vollkommen unterschiedlichen Charaktere liegt meiner Meinung nach die Stärke dieses Filmes verborgen, entwickelt sich doch ein psychisches Machtspiel, in dem beide ihre Stellung bei den anderen stärken wollen. Während Turner jedoch versucht, mit Logik und Vernunft zu agieren, lässt sich Aldo ausschließlich von seinen Emotionen leiten. Dabei wird einem sehr schnell klar, das in dem Jungen der blanke Hass brodelt, musste er doch mit ansehen, wie seine Familie geschändet und später getötet wurde. Wirkt dies zu Beginn noch wie der Starrsinn eines kleinen Jungen, so wird daraus doch äußerst schnell der pure Fanatismus, der auch in jeder einzelnen Einstellung in den Augen des Jungen zu erkennen ist.

Wirkliches Kriegsgeschehen bekommt man also gar nicht so viel zu sehen, bis auf diverse kleinere Scharmützel und die letztendliche Sprengung des Dammes wird im Bezug auf die Action eher wenig geboten. Die stellt sich aber keineswegs zwingend als Nachteil heraus, denn die intensive Beleuchtung der menschlichen Zwischentöne verleiht dem Ganzen eine extrem tragische Note, die dem Zuschauer gerade zum Ende hin stark unter die Haut geht. Man sollte in vorliegendem Fall wirklich ein wenig differenzieren, denn als waschechter Kriegsfilm bietet "Das Wespennest" sicherlich nicht das, was man sich von einem Werk dieser Machart erwartet, als tragische Begleiterscheinung eines dramatischen Ereignisses funktioniert das Szenario jedoch ganz hervorragend.

Insgesamt gesehen handelt es sich bestimmt um keinen Vertreter des Genres, der extrem nachhaltig im Gedächtnis hängen bleibt, aber mir persönlich hat der Film äußerst gut gefallen. Die gelungene Kombination aus Kriegsfilm, Drama und menschlicher Tragödie lässt sich nämlich sehr gut anschauen und stimmt einen auch phasenweise durchaus nachdenklich. Über die Glaubwürdigkeit der Abläufe kann man dabei denken wie man will, aber der Unterhaltungswert der Story ist allemal lohnenswert. An den etlichen Klischees sollte man sich nicht weiter stören, gibt es doch verhältnismäßig wenige Genre-Vertreter, die sich von eben diesen freisprechen können. Als absoluten Höhepunkt des gesamten Geschehens habe ich persönlich die letzte Szene ausgemacht, denn diese geht dann wirklich unter die Haut und zeigt in einem einzigen Moment die gesamte Tragödie eines kleinen Kindes.


Fazit:


Ich tanze hier mit meiner Meinung wohl eindeutig aus der Reihe, doch mir hat "das Wespennest" ausnehmend gut gefallen. Dabei sind es insbesondere die zwischenmenschlichen Momente die am meisten beeindrucken und einem stellenweise sogar eine leichte Gänsehaut verpassen. Der eigentliche Krieg findet hier nämlich nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in der Seele eines innerlich zerrissenen Jungen statt, der neben seinem unbändigen Hass keinen Platz mehr für andere Emotionen zu haben scheint.


7/10