horror's Reise durch die große Welt der Filme

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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Moonraker - Streng geheim
(Moonraker)
mit Roger Moore, Lois Chiles, Michael Lonsdale, Richard Kiel, Corinne Cléry, Bernard Lee, Geoffrey Keen, Desmond Llewelyn, Lois Maxwell, Toshirô Suga, Emily Bolton, Blanche Ravalec, Irka Bochenko, Mike Marshall
Regie: Lewis Gilbert
Drehbuch: Christopher Wood
Kamera: Jean Tournier
Musik: John Barry
FSK 12
Frankreich / Großbritannien / 1979

James Bond im Weltraum. Eine US-Raumfähre wird entführt. James Bond entgeht einem Anschlag auf sein Leben. Jaws, der Beißer, ist in diesem Bond-Film auch wieder dabei, in dem sich der verrückte Multimillionär Drax sich eine Weltraumstation aufbaut. Sein teuflischer Plan ist es, die gesamte Menschheit zu vernichten und eine neue Weltordnung mit seinen Astronauten zu schaffen. Bond muss Drax aufhalten, bevor es für die Erde zu spät ist. Der Countdown läuft bereits. Mit der Nasa-Expertin Holly Goodhead entert er die Weltraumstation.


Der letzte Bond-Film in den 70er Jahren war gleichzeitig die zweite Regie-Arbeit von Lewis Gilbert und auch in diesem Abenteuer merkt man ziemlich stark, das der gute Mann eine Vorliebe für die eher fantastischen Geschichte der Reihe sein Eigen nennt. "Moonraker - Streng geheim" war der erste Bond-Film nach dem sensationellen Erfolg von George Lucas "Krieg der Sterne" und was lag da näher, als auch der vorliegenden Geschichte zumindest teilweise den Schauplatz des Weltraums angedeihen zu lassen. War es im Vorgänger "Der Spion, der mich liebte noch eine Unterwasserwelt, in der die Menschheit neu erschaffen werden sollte, so geht der größenwahnsinnige Multimillionär Drax noch eine Stufe weiter, indem er die Welt durch ein Giftgas entvölkern will, um mit einigen ausgewählten Menschen im Weltall eine neue Super-Rasse zu schaffen. Bis es jedoch zu den zugegebenermaßen beeindruckenden Bildern im All kommt, schlägt man sich einen Großteil des Geschehens eher schlecht als recht auf der Erde durch ein Szenario, das leider nicht so stimmig und rund erscheint wie das des vorhergehenden Filmes. Das Drehbuch weist in vorliegendem Fall doch einige nicht zu übersehende Defizite auf, die man mit ein wenig Tempo und diversen Morden zu übertünchen versucht. Dennoch gestalten sich die Ereignisse recht kurzweilig und auch wenn "Moonraker" sicherlich nicht zu den grandiosesten Abenteuern des britischen Agenten zählt, lässt das Werk doch kaum Langeweile zu und bietet auch die ansonsten üblichen Zutaten.

Eines sollte man aber dennoch anmerken, die Bond-Reihe hat sich eigentlich immer über ihre Hauptfigur definiert, denn im zentralen Mittelpunkt von Allem stand immer James Bond selbst. Dieser Aspekt wird jedoch insbesondere in vorliegendem Szenario fast sträflich außer acht gelassen, denn die Figur an sich gerät doch phasenweise ziemlich stark in den Hintergrund. Vielmehr setzt man auf die neue Strategie der technischen Spielereien, die offensichtliche Mankos innerhalb der Geschichte übertünchen sollen. Was in "Der Spion, der mich liebte" noch als freudig empfangene Neuerung erschien und zudem einen sehr harmonischen Eindruck hinterließ, wirkt in "Moonraker - Streng geheim" doch streckenweise arg konstruiert und ergibt so keinesfalls den harmonischen Gesamteindruck des Vorgängers. Damit wir uns an dieser Stelle nicht falsch verstehen, ich persönlich mag diesen Film sehr gern, da er an reinem Unterhaltungswert eine ganze Menge zu bieten hat, doch in storytechnischer Hinsicht sollte man doch die Mankos ansprechen, wobei es natürlich jedem selbst überlassen bleibt, wie er diese letztendlich bewertet. Man merkt jedenfalls eindeutig, das mittlerweile mehr Wert auf technische Spielereien und teils groteske Gadgets (in diesem Fall die auch an Land fahrende Gondel) gelegt wird und das man dafür gut und gern auch einmal auf ein wenig Logik verzichtet, was jedoch ehrlich gesagt noch nier ein Aushängeschild der James Bond-Filme war.

Wie dem aber auch sei, der sympathische "Beißer" hat hier gleich seinen Folgeauftritt, nachdem er Bond ja schon im vorherigen Film das Leben enorm schwer gemacht. Hier gestaltet es sich durch die Ereignisse sogar so, das er zum Ende hin als eine Art Lebensretter für den Agenten auftritt, der ohne die Hilfe des Hünen wohl nie wieder zur Erde zurückgekommen wäre. Die weibliche Hauptrolle übernahm Lois Chiles, die ja schon in "Der Spion, der mich liebte" als Gespielin von Roger Moore auserkoren war, dann aber doch durch Barbara Bach ersetzt wurde. Auch ansonsten bekommen vor allem die männlichen Zuschauer noch eine Menge geboten, denn nicht nur die hübsche Lois Chiles weiß durch ihr attraktives Äußeres ins Auge zu fallen. Kommen wir noch zu einer augenscheinlichen Schwäche dieses Filmes, die dieses Mal ganz eindeutig in der Figur des Schurken Drax liegt, denn nach zwei so charismatischen Schauspielern wie Christopher Lee und Curd Jürgens in der Rolle des Bösewichtes erscheint der gute Michael Lonsdale in dieser Rolle doch eher blass und nichtssagend, was dem Zuschauer doch verhältnismäßig schnell ins Auge fällt. Hier fehlt ganz einfach die nötige Ausdruckskraft und auch wenn Lonsdale sichtlich bemüht ist, kann sich seine Performance maximal als durchschnittlich bezeichnen lassen.

Man sieht also, das "Moonraker Streng geheim" bei objektiver Betrachtung eine ganze Menge an Defiziten beinhaltet und so in der Bewertung der Bond-Filme eher im hinteren Mittelfeld anzusiedeln ist. Aus subjektiver Sichtweise verhält sich das natürlich etwas anders und der Film wird bei nicht gerade wenigen Fans den ein-oder anderen Sympathiepunkt ergattern können. Mir selbst gefällt dieses Werk ziemlich gut und gerade die fantastische Thematik hat es mir hierbei angetan. Zudem hat Lewis Gilbert seiner Story wieder eine Menge an Tempo und Action-Passagen beigefügt, so das langatmige Phasen eher selten auftreten. Und ganz egal, wie man die Zutaten im Zusammenhang bewertet, "Moonraker" ist sicherlich nicht zu den absoluten Top-Filmen der Reihe zu zählen, aber die rote Laterne des Schlusslichtes übernimmt das Werk auch keinesfalls.


Fazit:


Beide Beiträge von Regisseur Lewis Gilbert heben sich in ihrer Machart ziemlich deutlich von den anderen Vertretern ab, so sind die Geschichten beispielsweise recht fantastisch gestaltet, beinhalten aber insbesondere unzählige technische Spielereien, die man in dieser Anzahl bisher noch nicht gesehen hat. Dadurch wurden natürlich auch die Meinungen der eingesessenen Bond-Fans in zwei Lager gespaltet, wobei jede Sichtweise etwas Wahres beinhaltet.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Der Clan der Killer
(Ricco)
mit Christopher Mitchum, Barbara Bouchet, Malisa Longo, Eduardo Fajardo, Manuel Zarzo, José María Caffarel, Ángel Álvarez, Arthur Kennedy, Paola Senatore, Luis Induni, Tomás Blanco, Víctor Israel, José Canalejas
Regie: Tulio Demicheli
Drehbuch: Mario di Nardo / Santiago Moncada
Kamera: Francisco Fraile
Musik: Nando De Luca
ungeprüft
Italien / Spanien / 1973

Nach 2 Jahren wird der junge Ricco aus dem Gefängnis entlassen. Während dieser Zeit hat der Gangsterkönig Don Vito mit brutaler Gewalt Italiens Unterwelt an sich gerissen und dabei auch Riccos Vater grausam hingerichtet. Obwohl Ricco sich von jedem Ärger fernhalten will, holt ihn seine Vergangenheit permanent ein und als Don Vito auch noch seine restliche Familie auslöscht, brennen dem jungen Ricco die Sicherungen durch und er begibt sich auf einen ultra-blutigen Rachefeldzug, bei dem er wie eine Lawine alles plattwalzt, was sich ihm in den Weg stellt


Es ist streckenweise schon recht harter-und kompromissloser Stoff, den Regisseur Tulio Demicheli mit seinem Film "Der Clan der Killer" auf die Menschheit losgelassen hat, obwohl sich dieser Aspekt zu Beginn der Geschichte noch nicht wirklich offenbart. Nun endlich auch auf einer deutschsprachigen DVD-Veröffentlichung erhältlich, erzählt Demicheli die Story des jungen Ricco (Christopher Mitchum, Sohn von Robert Mitchum), der förmlich dazu genötigt wird, Rache für den Mord an seiner gesamten Familie zu nehmen. Dieser Punkt kommt jedoch erst im letzten Drittel des Geschehens zum Vorschein, denn zu Beginn muss der gerade aus dem Gefängnis entlassene junge Mann nur an die Rache für seinen ermordeten Vater denken, der von Gangster-Boss Don Vitto (Arthur Kennedy) unsanft ins Jenseits befördert wurde. So nimmt sich die Geschichte auch genügend Zeit, die wichtigen Charaktere einigermaßen gründlich einzuführen und sofort sympathisiert der Zuschauer auch mit der Hauptfigur, der rein optisch gesehen eigentlich kein Wässerchen trüben kann und viel eher als smarter Womanizer denn als gnadenloser Racheengel durchgeht. Gerade aufgrund dieses Aspektes erscheint Mitchum aber so überzeugend und authentisch in seiner Rolle und kann mit einer wirklich gelungenen Performance auffallen. Das Schauspiel der Akteure ist allerdings durch die Bank als absolut sehenswert zu bezeichnen, denn bis in die kleinsten Nebenrollen scheint das Geschehen absolut perfekt besetzt.

Die absolut Stärke dieses Werkes ist meiner Meinung nach der dramaturgische Spannungsaufbau und die immer stärker ansteigende Gewalt-Spirale. Die Geschichte beginnt nämlich keinesfalls furios oder gar extrem hart, vielmehr verläuft insbesondere die erste halbe Stunde recht gemächlich, bevor dann das Tempo und die Action immer stärker in den Vordergrund kommen. So bekommt man ein äußerst glaubwürdiges Szenario geboten, das keinesfalls als vollkommen überladenes Action-Spektakel daher kommt und sich seine Highlights in dieser Richtung für die letzten gut 25 Minuten aufhebt. Dabei handelt es sich bei der Zeit davor jedoch um kein belangloses Geplänkel, ist diese Zeitspanne doch absolut notwendig, um den Betrachter Stück für Stück der zum Ende hin eskalierenden Gewalt näher zu bringen. Zudem geschieht dies auf eine Art und Weise, wie man sie gerade in der heutigen Zeit eher selten zu sehen bekommt. "Der Clan der Killer" wirkt nämlich trotz seiner immensen Intensität als ruhig-und bedächtig erzählter Action-Thriller, der eine unglaubliche Faszination auf einen ausstrahlt, die man schwerlich in Worte fassen kann, sondern bei einer Sichtung wirklich selbst verspürt haben muss. Nun hätte man es sich ja auch durchaus leicht machen können und einfach ein Szenario präsentiert, in dem es vor wilden Verfolgungsjagden und etlichen Schießereien nur so gewimmelt hätte.

Stattdessen merkt man aber viel eher, das sich die Macher des Filmes wirklich Gedanken über die Geschichte gemacht haben und wie man sie am besten in Szene setzen kann. Das Endergebnis kann sich dann auch wahrlich sehen lassen, ergibt sich doch eine Gesamt-Komposition, die man ohne Übertreibung als nahezu grandios bezeichnen kann. Hier passt einfach alles, denn die einzelnen Zutaten harmonieren ganz fantastisch miteinander, so das sich ein mehr als stimmiges Gesamtbild ergibt, das in wirklich allen Belangen vollgepackt ist mit Qualität. Nachdem die erste Stunde noch verhältnismäßig wenige Action-Sequenzen beinhaltet und viel mehr inhaltlich punkten kann, wird im letzten Drittel des Filmes dann so richtig aus dem Vollen geschöpft. Hierbei kommt es auch zu expliziten Gewaltdarstellungen, die jedoch anders als bei vielen anderen Vertretern ihre volle Berechtigung haben, um dem Zuschauer auch das Geschehen glaubhaft erscheinen zu lassen. Zu keiner Zeit aber ufert "Der Clan der Killer" dabei aus, die Geschichte hinterlässt zu keiner Zeit den Eindruck, durch einen immensen Härtegrad künstliche Spannung erzeugen zu wollen. Und insbesondere diesen Punkt muss man dem Regisseur besonders zu Gute halten, wertet dies einen unglaublich guten Film noch einmal zusätzlich etwas auf. Absolut top erscheint einem auch das gewählte Finale, das im Prinzip auch nur auf eine bestimmte Art enden kann. Auch hier lässt Demicheli erst gar keinen Zweifel daran aufkommen, das er sich wirklich darum bemüht hat, einen glaubhaften und überzeugenden Film abzuliefern, denn der Showdown ist die logische Konsequenz der zuvor aufgebauten Gewalt-Spirale.

Zusätzlich verleiht die Schluss-Sequenz dem Ganzen auch noch einen Hauch an Melodram, was dem Gesamteindruck aber keinesfalls abträglich ist, sondern vielmehr einen stimmigen Schluss unter eine tragische Geschichte setzt, die einem phasenweise richtig unter die Haut geht. Selten bekommt man eine solch herausragende Inszenierung wie in vorliegendem Fall geboten, in der sich Anteile des Dramas, Thrillers-und des Action-Filmes die Klinke in die Hand geben und dabei so dermaßen ausgewogen erscheinen, das es schon eine wahre Pracht ist. Erstklassig agierende Darsteller und einige hübsche Damen runden die ganze Chose dann perfekt ab und hinterlassen bei einem das Gefühl, soeben einen absolut herausragenden Vertreter des Cinema Italiano gesehen zu haben, der zudem auch noch durch einen unglaublichen Wiedererkennungswert verfügt. "Der Clan der Killer" ist ein äußerst imposanter Film, der auch nach vier Jahrzehnten nichts von seinem Reiz verloren hat und den man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen kann. Phasenweise ein echtes Brett, ist es jdoch insbeondere der Gesamteindruck, der nachhaltig-und extrem positiv im Gedächtnis hängen bleibt.


Fazit:


Tulio Demicheli hat an dieser Stelle ein wirkliches Genre-Highlight auf den Weg gebracht, das teilweise wie ein Dampfhammer daher kommt. Eine klasse Story die exzellent aufgebaut wird, eine ordentliche Portion Dramatik und streckenweise knallharte Action ergeben hier letztendlich ein hochexplosives Werk, das man sich unter keinen Umständen entgehen lassen sollte.


8,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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In tödlicher Mission
(For Your Eyes Only)
mit Roger Moore, Carole Bouquet, Topol, Lynn-Holly Johnson, Julian Glover, Cassandra Harris, Jill Bennett, Michael Gothard, John Wyman, Jack Hedley, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn, Geoffrey Keen, Walter Gotell
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alan Hume
Musik: Bill Conti
FSK 16
Großbritannien / USA / 1981

Das britische Spionageschiff St. Georges sinkt vor der Küste eines Staates des Warschauer Paktes. An Bord befindet sich die für die Briten überaus wichtige Dechiffrierungsmaschine ATAC. James Bond soll sie wieder beschaffen und befindet sich schon bald im Wettstreit mit den Russen, die ebenfalls Interesse an ATAC anmelden und ihren örtlichen "Kontakt" aktivieren. Die Spur führt nach Griechenland, wo Bond auf Melina Havelock trifft, die den Mörder ihrer Eltern sucht - besagten "Kontakt". Sie stoßen auf Aristotle Kristatos und Milos Colombo und sind sich sicher, auf der richtigen Spur zu sein.


Ob es allein im neuerlichen Wechsel auf dem Regie-Stuhl begründet ist kann man nur vermuten, doch mit John Glen als Verantwortlichem erdete die Bond-Reihe wieder ein wenig. Es war zwar eigentlich vorherzusehen, das man insbesondere nach dem doch stark überzogenen "Moonraker - Streng geheim" einen Schritt zurück machen würde, doch "In tödlicher Mission" erscheint dann fast schon ein wenig zu altbacken-und bieder, so das man als Zuschauer fast das Gefühl entwickelte, sich wieder in den 60er Jahren zu befinden, in denen die Reihe ihre Anfänge hatte. Nun mag man durchaus geteilter Meinung über diesen "Rückschritt" sein, denn die vorliegende Geschichte präsentiert sich keinesfalls als vollkommen uninspiriert, baut jedoch zu keiner Zeit das typische Bond-Feeling auf und kann schon gar nicht durch einen durchgehend spannenden Verlauf überzeugen. An diversen Stellen kommt sogar ein klein wenig Langeweile auf, kann man sich doch kaum des Eindruckes erwehren, das einige Dinge vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal in ähnlicher Form zu sehen waren. Hauptsächlich möchte ich dabei an die Verfolgungsjagd auf Skiern erinnern, die man in ähnlicher Art erst in "Der Spion, der mich liebte" zu Gesicht bekam und die auch schon in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" thematisiert wurde. Und so lässt sich also kaum Innovation erkennen, wobei besagte Passagen fast schon den Eindruck von starken Abnutzungserscheinungen erkennen lassen.

Ansonsten stellt sich die Geschichte im Gegensatz zu den beiden vorherigen Werken ziemlich normal dar, der offensichtlich größenwahnsinnige Schurke hat erst einmal eine Pause eingelegt, so das es der Zuschauer mit einer stinknormalen 08/15 Agenten-Story zu tun bekommt, die noch nicht einmal sonderlich interessant in Szene gesetzt wurde. War es beispielsweise in den beiden Vorgängern an technischen Spielereien fast schon zuviel des Guten, so hält man sich bei "In tödlicher Mission" gerade bei diesem Aspekt zu sehr zurück. Gerade im direkten Vergleich mit "Moonraker" überkommt einen das Gefühl, das man in dieser Beziehung den Stecker komplett gezogen hat, so das schon diverse Entzugserscheinungen auftreten. Ein gesunder Mittelweg wäre sicherlich die bessere Lösung gewesen, doch leider hat man in diesem Fall zu sehr auf Sparflamme gekocht, so das letztendlich recht wenig Grund zur Begeisterung vorherrscht.

Das merkt man ganz besonders im Finale des Filmes das in einer Felsenfestung stattfindet. Wer hier jetzt einen furiosen Showdown erwartet, muss mit einer ziemlichen Enttäuschung rechnen, gestaltet sich das Ganze zwar mit einiger Action versehen, doch diese wirkt äußerst unspektakulär und eines Bond-Abenteuers eigentlich nicht würdig. Lediglich die Tatsache, das man in der Geschichte mit gleich mehreren Bösewichtern konfrontiert wird, rettet das Szenario vor einem totalen Flop, denn zumindest bei diesem Aspekt wird teilweise für ein wenig gelungene Abwechslung gesorgt. Das reicht aber keinesfalls für einen wirklich stimmigen Gesamteindruck aus, den dafür beinhaltet "In tödlicher Mission" ganz einfach zu viele Defizite, die einem doch recht offensichtlich ins Auge springen. So ist zum Beispiel die Figur des Eislauf-Sternchens Bibi vollkommen unnütz und erscheint fehl am Platz, zudem ist die Darstellung des jungen Mädchens so absolut naiv-und dämlich, das man sich nur vor den Kopf schlagen kann. Manch einem mag das gar nicht so wichtig erscheinen, ist es doch aber ein eindeutiges Indiz dafür, das die einzelnen Zutaten der Geschichte nicht wirklich miteinander harmonieren wollen.

Und so kann man letztendlich definitiv nicht zu einem überragenden Urteil gelangen, denn dieses Werk zählt meiner Meinung nach zu den mittelmäßigen Bond-Filmen.Ein paar starke Momente und einige nette Ansätze reichen jedoch auf keinen Fall aus, um die vielen augenscheinlichen Mängel zu übertünchen. Darunter leidet selbstverständlich auch der reine Unterhaltungswert, der eigentlich in keiner Phase über den normalen Durchschnitt hinauskommt. Bleibt am Ende also nur Mittelmaß für einen Film, aus dem man ganz sicher weitaus mehr hätte herausholen können, was aber wohl ganz eindeutig an der mangelnden Inspiration gescheitert ist. "In tödlicher Mission" kann sich so also lediglich im hinteren Mittelfeld der Reihe ansiedeln und zählt ganz bestimmt nicht zu den Filmen, die einen größeren-und nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlassen.


Fazit:


Beschwerten sich viele Leute noch bei "Moonraker" über ein zu überzogenes Szenario, so tritt hier genau der umgekehrte Fall ein. Wenig Esprit, Wiederholungen und fehlende Innovation sorgen dafür, das dieser Teil der Bond-Reihe nicht in allerbester Erinnerung bleibt.


6/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Under the Bed - Es lauert im Dunkeln
(Under the Bed)
mit Jonny Weston, Gattlin Griffith, Peter Holden, Musetta Vander, Kelcie Stranahan, Bryan Rasmussen, Nikki Griffin, Tyler Steelman, Sam Kindseth, Ivan Djurovic, Ron Roggé, Garrett Jones, Walter Miranda
Regie: Steven C. Miller
Drehbuch: Eric Stolze
Kamera: Joseph White
Musik: Ryan Dodson
FSK 16
USA / 2012

Nach zwei Jahren bei seiner Tante kehrt der Teenager Neal nach Hause zurück, wo ihn alles immer noch an den Tod seiner Mutter bei einem Brand erinnert. Neal hat geschworen, sich um seinen Bruder Paulie zu kümmern. Der steht Todesängste aus, weil er unter seinem Bett eine bösartige Kreatur vermutet, die ihm nach dem Leben trachtet. Verzweifelt wehren die beiden Brüder zunehmend eskalierende Attacken ab, was sich auf Dauer aber nicht gerade als positiv für die Familienbande mit ihrem Papa und seiner neuen Freundin erweist.


Erst kürzlich lieferte Regisseur Steven C. Miller mit "The Aggression Scale" einen wirklich ordentlichen Action-Thriller ab und wagt sich nun mit "Under the Bed" wieder einmal in das Horror-Genre. Dabei hat er eine Art Hommage an die Monsterfilme der 80er Jahre kreiert, die streckenweise wie eine Mixtur aus Filmen wie "Poltergeist" oder auch "Gate" erinnert. Die Geschichte an sich beinhaltet sicherlich keine wirklichen Neuerungen, kann jedoch durch eine durchgehend gute-und sehr dichte Grundstimmung überzeugen, wobei die Schwächen des Szenarios im dramaturgischen Spannungsaufbau zu suchen sind. Zwar ist es keinesfalls so, das sich keine Spannung aufbauen will, doch in der ersten Stunde des Filmes kümmert man sich zu intensiv um diverse Familien-Probleme, als das man den Fokus auf die wesentliche Thematik legt. Und so erscheint das Ganze dann auch zunächst vielmehr wie ein Familien-Drama, bevor die Ereignisse im letzten Drittel dann endlich die Grusel-Atmosphäre aufkommen lassen, auf die man so sehnsüchtig wartet.

Dennoch erscheint die Story keinesfalls uninteressant, es mangelt lediglich an irgendwelchen Erklärungsversuchen für das unheimliche Monster, das sich unter dem Bett der Teenager in einer Art Zwischenwelt befindet. Nun sind Erklärungen sicherlich nicht zwingend notwendig, aber zumindest der Ansatz einer Erläuterung wäre bestimmt nicht schädlich gewesen. Dafür bekommt der Zuschauer es jedoch mit zwei sehr sympathischen Haupt-Charakteren zu tun, denn das Brüder-Paar kann von Beginn an sehr positiv punkten und zieht einen sogleich auf seine Seite. Die restlichen Darsteller hingegen erscheinen ein wenig blass und hinterlassen keinen sonderlich nachhaltigen Eindruck, wobei sich das dargebotene Schauspiel immer noch sehen lassen kann.

Während sich die erste Stunde der Geschichte ein klein wenig zähflüssig gestaltet und eher selten nette Effekte bietet, hat Miller die restliche Zeit äußerst rasant gestaltet und serviert einem dabei auch einige etwas härtere Passagen, die man in dieser Form eigentlich gar nicht erwartet hätte. Auch das Erzähltempo erfährt eine ordentliche Steigerung, so das die letzten Minuten einen ordentlichen Adrenalin-Schub beinhalten, der die ganze Geschichte noch einmal etwas aufwerten kann. "Under the Bed" zählt ganz sicher nicht zu den Werken, die man als echtes Genre-Highlight bezeichnen könnte, bietet aber durchaus sehenswerte Grusel-Kost für einen gemütlichen Film-Abend und ist auf keinen Fall reine Zeitverschwendung. Allerdings hätte man weitaus mehr aus der vorliegenden Thematik herausholen-und das gesamte Szenario besser in Szene setzen können. Ein bisschen weniger Familien-Drama und stattdessen etwas mehr Monster-Horror hätten dem Gesamtbild besser zu Gesicht gestanden und dennoch kann man die Geschichte immer noch im oberen Durchschnitts-Bereich ansiedeln. So aber werden diverse gute Ansätze nicht konsequent herausgearbeitet und verlaufen ein wenig im Sand.

Insgesamt gesehen ist "Under the Bed" alles andere als ein schlechter Film, doch bei genauerer Betrachtung wäre weitaus mehr drin gewesen. Ein paar sehenswerte Effekte, eine gute Atmosphäre und zwei sympathische Hauptdarsteller reichen leider nicht aus, um einen gänzlich überzeugenden Eindruck zu hinterlassen, aber eine Sichtung ist dieses Werk doch allemal wert, wenn man nicht mit vollkommen übersteigerten Erwartungen an die Story herangeht. Was am Ende übrig bleibt ist eine streckenweise gelungene Hommage an die Monster-Filme der 80er Jahre, die jedoch nicht über die gesamte Laufzeit überzeugen kann und einige kleinere Defizite aufweist.


Fazit:


Mir persönlich hat dieser Film recht gut gefallen, woran auch diverse Mankos nichts ändern können. Dennoch ist es schade, das einmal mehr durchaus vorhandenes Potential nicht gänzlich ausgeschöpft wurde, denn ansonsten würden wir an dieser Stelle über ein absolut gelungenes Werk reden, das sich im oberen Drittel der Bewertungs-Skala einordnen würde.


6/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Octopussy
(Octopussy)
mit Roger Moore, Maud Adams, Louis Jourdan, Kristina Wayborn, Kabir Bedi, Steven Berkoff, David Meyer, Tony Meyer, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Lois Maxwell, Michaela Clavell, Walter Gotell, Vijay Amritraj
Regie: John Glen
Drehbuch: George MacDonald Fraser / Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alan Hume
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / USA / 1983

Als 009 mit einem gefälschten Fabergé-Ei in der Hand in der DDR ermordet wird, soll James Bond 007 das echte finden. Bei einer Versteigerung bietet er mit und vertauscht den echten mit dem falschen Schmuck, der von Prinz Kamal Khan ersteigert wird. Bond folgt ihm nach Indien, wo er auf die mysteriöse Octopussy trifft und bei einer Tigerjagd entkommt. Khan, Octopussy und ein russischer General wollen den Schmuck und eine Atombombe in einem Zirkuszug über die Grenze schmuggeln. Bond verhindert im Zirkus die Sprengung.


Hier handelt es sich nun also um den zweiten Bond-Film, der unter der Regie von John Glen entstand und nach dem äußerst mittelmäßigen Vorgänger "In tödlicher Mission" ist bei "Octopussy" durchaus wieder ein Anstieg der Qualität zu verspüren. War der vorherige Beitrag noch viel zu zahm ausgefallen und stellte einen ganz eindeutigen Rückschritt in der Reihe klar, so ist in vorliegendem Fall zumindest in der ersten Filmhälfte eine ganz klare Tendenz nach oben zu erkennen. Wie man jedoch an der genannten Einschränkung erkennen kann, beinhaltet auch dieses Werk diverse Schwächen, die sich insbesondere im letzten Drittel zu erkennen geben. Bis dahin jedoch präsentiert sich eine wirklich spannende-und sehr atmosphärische Story, was ganz eindeutig auch in den exotischen Schauplätzen begründet ist. Der zuschauer wird nämlich über weite Teile des Geschehens nach Indien entführt, was endlich einmal wieder das typische Bond-Flair verbreitet, denn leben doch viele Filme der Reihe gerade von den malerischen Schauplätzen, an denen sich die Szenarien ansiedeln.

So wird man beispielsweise mit einer Menschenjagd durch den indischen Dschungel konfrontiert und kann sich zudem kaum an den herrlichen Palästen satt sehen, die hier geradezu pompös ins Bild gesetzt wurden. So erscheint es einem dann auch fast wie eine Art Kulturschock, als die Ereignisse im letzten Drittel des Filmes nach Deutschland führen, wobei die damals noch existierende DDR als Schauplatz sämtliche Klischees bedient, die man sich nur vorstellen kann. Trist und trostlos zeigt sich das Land und der Aufbau des bösen sowjetischen Gegners stellt in seiner Art auch überhaupt keine Überraschung dar. In diesem Teil des Geschehens bringt lediglich der als Bösewicht agierende Kabir Bedi (Sandokan) einen kleinen aber feinen Farbtupfer ein, zudem ist ganz generell sein purer Anblick schon absolut furchteinflössend, wobei insbesondere seine Augen so viel Bösartigkeit versprühen, das es einem phasenweise kalt über den Rücken läuft.

Die bis dahin aufgebaute Spannung erleidet in dieser Phase leider auch diverse Einbrüche, bietet das Szenario doch wenig Überraschendes und gestaltet sich vielmehr extrem vorhersehbar. Es versteht sich fast von selbst, das darunter auch das gewonnene Gesamtbild unter diesem Umstand zu leiden hat, denn die ersten beiden Drittel des Filmes waren wirklich ganz hervorragend in Szene gesetzt, wohingegen der Rest die Gesamt-Komposition doch ein wenig ins Schwanken bringt. Mit dafür verantwortlich zeichnen auch die etlichen Damen der Schöpfung, denn in kaum einem anderen Bond-Abenteuer sind dermaßen viele Damen der Schöpfung vertreten, wie es in "Octopussy" der Fall ist. Leider kommt jedoch nicht eine einzige von ihnen wirklich gut zur Geltung, denn selbst Maud Adams in der weiblichen Hauptrolle hinterlässt einen eher schwächelnden-und blassen Eindruck, womit sie für mich persönlich auch zu einem der schlechtesten Bond-Girls aller Zeiten zählt. Streckenweise wirkt die zwar stets bemühte Schwedin sogar etwas fehl am Platz, wobei ich aber keinesfalls von einer totalen Fehlbesetzung sprechen möchte, aber ein echtes Ruhmesblatt stellt ihre Performance sicherlich nicht dar.

Insgesamt gesehen geht es hier aber nach dem kleinen Durchhänger mit "In tödlicher Mission" definitiv wieder in höhere Sphären, auch wenn auch "Octopussy" bestimmt nicht zu den allerbesten Bond-Filmen zu zählen ist. Gute-und kurzweilige Unterhaltung bekommt man jedoch fast durchgehend geboten, so das man sich dieses Werk mit kleineren Defiziten immer wieder recht gut anschauen kann.


Fazit:


Trotz einer schwächelnden Maud Adams und einem vorhersehbaren letzten Film-Drittel bietet "Octopussy" ein Bond-Abenteuer, dessen Tendenz ganz eindeutig nach oben zeigt. Roger Moore agiert dieses Mal auch weitaus besser als es noch im Vorgänger der Fall war, so das man im Endeffekt von einem Teil der Reihe sprechen kann, der sich oberhalb des Durchschnitts ansiedelt.


7/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Im Angesicht des Todes
(A View to a Kill)
mit Roger Moore, Christopher Walken, Tanya Roberts, Grace Jones, Patrick Macnee, Patrick Bauchau, David Yip, Fiona Fullerton, Manning Redwood, Alison Doody, Willoughby Gray, Desmond Llewelyn, Robert Brown
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alan Hume
Musik: John Barry
FSK 12
Großbritannien / USA / 1985

Im sibirischen Schnee findet James Bond bei der Leiche von 003 einen Mikrochip. Es gibt nur eine Erklärung dafür, wie der Chip nach Russland gekommen sein kann: Ein Mitarbeiter des Unternehmens des Industriellen Max Zorin muss ihn den Russen zugespielt haben. Bond macht eine furchtbare Entdeckung: Zorin und seine brandgefährliche Gespielin May Day sind aus genetischen Experimenten der Nazis hervorgegangen und planen nun, über Silicon Valley gleich ganz Kalifornien mittels Erdbeben zu zerstören.


Mit seinem siebenten und letzten Auftrag verabschiedet sich Roger Moore in "Im Angesicht des Todes" aus der James Bond-Reihe und hinterlässt noch einmal einen richtig glänzenden Eindruck beim Zuschauer. Neben "Der Spion, der mich liebte" handelt es sich hier meiner Meinung nach um den besten Moore-Bond und Regisseur John Glen hat in vorliegendem Fall eine richtig spannende Geschichte kreiert, die einen durchgehend bei Atem hält. Beinhalteten die letzten beiden Filme durchaus einige Schwächen, so präsentiert sich dieses Mal eine Story, die im Prinzip in allen Belangen überzeugen kann. Besonders auffallend ist jedoch der wirklich gute Cast, denn mit dem brillant agierenden Christopher Walken und der exzentrischen Grace Jones werden 007 zwei Bösewichter an die Seite gestellt, die nicht nur in optischer Hinsicht einen absoluten Farbtupfer darstellen. Walken erscheint die Rolle des offensichtlich psychopatischen Industriellen Max Zorin wie auf den Leib geschneidert und allein schon sein markantes Mimen-Spiel kristallisiert sich als absolute Augenweide heraus. Aber auch Grace Jones in der Rolle der Killerin May Day steht ihm in nichts nach und sorgt in der Rolle der Killerin für so manches Highlight, das einem die Zeit äußerst kurzweilig vertreibt. Eher selten traf Bond auf so überzeugende Gegenspieler und hier liegt auch eine der großen Stärken des Filmes verborgen, der jedoch auch in anderen Belangen keinerlei Grund zur Beanstandung bietet, was nach den letzten beiden Abenteuern geradezu eine Wohltat ist.

Lediglich die Einleitung der Geschichte stößt beim Betrachter auf wenig Gegenliebe, wird man doch schon wieder mit einer Verfolgungsjagd auf Skiern konfrontiert, was ehrlich gesagt ein wenig ermüdend erscheint. Danach jedoch geht "Im Angesicht des Todes" in die Vollen und präsentiert auch gleich im ersten Drittel das meiner Meinung nach absolute Highlight des gesamten Szenarios, denn die Verfolgungsjagd rund um den Pariser Eiffelturm ist geradezu sensationell in Szene gesetzt worden. Selbst aus heutiger Sicht können sich die entsprechenden Passagen immer noch sehen lassen und sorgen bei jeder neuerlichen Sichtung für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr. Selbstverständlich offenbart sich hier auch der gern gesehene Hang zum Überzogenen, was ja in den ganzen Jahren durchaus zu einem Markenzeichen der Film-Reihe geworden ist. Glen ist es jedoch erstklassig gelungen, hier eine gesunde Mischung zu finden, so das die Ereignisse nicht vollkommen aus dem Ruder laufen und so zumindest einen Hauch von Glaubwürdigkeit hinterlassen. Nch dem furiosen ersten Film-Drittel beruhigt sich das Ganze dann ein wenig und entpuppt sich als sehr gelungene Kombination aus Action-Film und Agenten-Thriller, wobei Glen ein glückliches Händchen dabei bewiesen hat, die Thematik der Geschichte in zwei Erzähl-Stränge zu splitten. Dreht sich zu Beginn fast alles um Pferde, die durch leistungssteigernde Drogen manipuliert werden, so kristallisiert sich mit der Zeit immer mehr die eigentliche Thematik heraus, die den Untergang von Silicon Valley beinhaltet, damit Zorin das weltweite Monopol für Mikro-Chips erlangen kann.

Der von ihm entwickelte Plan ist geradezu teuflisch und beinhaltet in der Folge auch so manch action-geladene Passage, bis es zum Ende hin auf einen grandiosen Showdown an der Golden Gate Bridge hinausläuft, in dem es zu einem luftigen Endkampf kommt. Mit einer Laufzeit von etwas über zwei Stunden gestaltet sich "Im Angesicht des Todes" zu keiner Zeit auch nur ansatzweise langatmig, denn selbst in den dialoglastigen Passagen erfreut man sich über absolut erstklassige Wortwechsel, die insbesondere immer dann auftreten, wenn Moore und Walken aufeinander treffen. Die beiden liefern sich so manch brillanten Wortwechsel und sorgen so dafür, das sich ein insgesamt jederzeit überzeugendes Gesamtbild ergibt. So bietet sich dem Zuschauer nach einigen schwächeren Bond-Filmen mit Roger Moore doch ein mehr als versöhnlicher Abschluss und nach nunmehr sieben Abenteuern mit dem smarten Briten fällt es schon ein wenig schwer, sich mit dem nächsten Film auf ein neues Gesicht im Bond-Universum einzustellen.

Letztendlich handelt es sich bei "Im Angesicht des Todes" um einen äußerst gelungenen Agenten-Thriller, der sich meiner Meinung nach auf jeden Fall zu den besten Filmen der gesamten Reihe gesellt. Ein starker Cast, tolles Schauspiel und eine richtig gelungene Geschichte erzeugen ein sehr stimmiges Gesamtbild, das man sich gern immer wieder zu Gemüte führt. Und auch für optische Höhepunkte ist wieder einmal gesorgt, denn während Grace Jones eher durch ihren extravaganten Kleidungsstil ins Auge fällt, bekommt man mit der bildhübschen Tanya Roberts eine Bond-Gespielin präsentiert, die einen absolute Augenweide darstellt. Das ihre schauspielerische Leistung dabei weniger ins Gewicht fällt kann man durchaus verschmerzen, denn ihr attraktives Äußeres entschädigt einen für eine eher mittelmäßige Interpretation ihrer Rolle. Der mittlerweile dritte Film von John Glen ist also bisher auch sein mit Abstand bester und man durfte also sehr gespannt sein, wie sich die Reihe mit dem neuen Gesicht eines Timothy Dalton weiter entwickeln würde, doch davon mehr an anderer Stelle.


Fazit:


So wirklich überzeugen konnte Roger Moore in der Rolle des britischen Geheimagenten eher selten, doch "Im Angesicht des Todes" gehört wohl eindeutig zu seinen besten Auftritten als James Bond. Das mag in erster Linie auch an seinen starken Gegenspielern liegen, doch auch er selbst tritt hier mit der nötigen Stärke auf, um einem das echte Bond-Feeling zu vermitteln.


8/10
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Reinifilm
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...und außerdem der erste Film mit dem DOLPH! 8-)
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Der Hauch des Todes
(The Living Daylights)
mit Timothy Dalton, Maryam d'Abo, Jeroen Krabbé, Joe Don Baker, John Rhys-Davies, Art Malik, Andreas Wisniewski, Thomas Wheatley, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Geoffrey Keen, Walter Gotell, Caroline Bliss
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alec Mills
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / USA / 1987

Eine unbekannte Organisation tötet westliche Spitzenagenten, um das Gleichgewicht zwischen Ost und West zu stören. Nicht der russische KGB steckt dahinter, sondern ein sowjetischer Überläufer, dem James Bond zur Flucht in den Westen verholfen hat. Bei einer Verfolgungsjagd rund um den Globus legt Agent 007 mit tatkräftiger Unterstützung einer hübschen Cellistin dem Verschwörer das Handwerk.


John Glen wird sicherlich nicht als der Regisseur in der Bond-Reihe eingehen, der die spektakulärsten Geschichten in Szene gesetzt hat und so bietet auch "Der Hauch des Todes" ein eher normales Szenario, das weitesgehend auf technische Spielereien verzichtet, dem Zuschauer aber andererseits eine zu Großteilen glaubwürdige Story anbietet. Zunächst sollte man aber wohl auf die neue Besetzung in der Hauptrolle eingehen, denn mit Timothy Dalton präsentiert sich nun der mittlerweile vierte Darsteller in der Rolle des britischen Agenten James Bond und der gute Mann hatte von Beginn an mit etlicher Kritik zu kämpfen, da seine Darstellung des Charakters sich doch erheblich von den bisherigen Schauspiel-Kollegen abhob. Dies wird hier auch von Beginn an recht deutlich, hat man doch bisher eigentlich nie einen so harten Bond gesehen, was natürlich nicht jedermanns Geschmack traf, so das Dalton leider auch nur in zwei filmen in der Hauptrolle zu sehen war. Dabei hätte man dem smarten-und coolen Typen doch gern einige Abenteuer mehr gegönnt, brachte er doch viel frischen Wind in die Reihe, auch wenn dies ein wenig auf Kosten der lockeren Sprüche ging, was man meiner persönlichen Meinung nach aber durchaus verschmerzen konnte.

Mit "Der Hauch des Todes" zog eine leichte Stil-Änderung in das Bond-Universum ein, was sich insbesondere im nächsten Film sehr deutlich zu erkennen geben sollte. Doch auch in vorliegendem Film merkt man schon ganz deutlich, das die leicht überzogene und manchmal versnobte Art des Agenten gewichen war und stattdessen Härte-und Kompromisslosigkeit Einzug hielt. So bekommt man etliche Action-Passagen geboten, die allesamt nicht nur erstklassig ins Bild gesetzt wurden, sondern auch einen extrem rauen Eindruck hinterlassen. Diese Art scheint Dalton wie auf den Leib geschneidert und der gute Mann liefert eine wirklich absolut gelungene Performance ab, was dem Geschehen ganz klar seinen persönlichen Stempel aufdrückt. Und so passt auch die eher nüchterne Geschichte ganz hervorragend zum neuen Bond, der fast vollkommen auf alberne Sprüche und affektiertes Gehabe verzichtet, was man ja insbesondere bei seinem Vorgänger Roger Moore des Öfteren bemängelt hat. Ihm zur Seite hatte man mit Maryam d'Abo die weibliche Hauptrolle nahezu perfekt besetzt, die Dame sieht nämlich nicht nur verdammt gut aus, sie mischt auch ordentlich mit im bunten Treiben, das sich rund um den gesamten Erdball abspielt. Ich kann mich nicht daran erinnern, das 007 einmal eine so aktive-und draufgängerische Dame zur Seite gestellt wurde, die viel mehr als nur ein hübsches Bett-Häschen darstellt.

Wer nun aber denkt das die Neuerungen damit abgeschlossen wären sieht sich getäuscht, denn auch die gute alte Miss Moneypenny wurde ersetzt, denn mit Caroline Bliss bekommt man nun eine junge Version vor die Augen gesetzt, was eigentlich weitaus gewöhnungsbedürftiger erscheint als die Neubesetzung der Titel-Rolle. Und so präsentiert sich "Der Hauch des Todes" als ein Film mit vielen Neuerungen, die manchem Fan nicht wirklich geschmeckt haben. Vor allem der Wandel im Charakter des James Bond lag vielen Leuten sehr schwer im Magen, hatten doch Sean Connery und Roger Moore diese Figur mit einer unverwechselbaren Art interpretiert, die nun teilweise nicht mehr vorhanden war. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen und obwohl Sean Connery für mich immer der beste Bond-Darsteller bleiben wird, siedelt sich gleich dahinter Mr. Dalton an, der sich jedoch leider nicht durchsetzen konnte. Aus heutiger Sicht finde ich das besonders bedauerlich, denn hätte man an ihm festgehalten, wäre der Reihe eventuell ein anderer Weg vorgeschrieben gewesen, denn die hier an den Tag gelegte neue Richtung ist einfach grandios und nach einigen schwächeren Bond-Filmen der Vorjahre machte es endlich wieder richtig Spaß, sich auf das nächste Abenteuer zu freuen. Leider wird diese mittlerweile vierte Regie-Arbeit von John Glen viel zu oft vollkommen unterbewertet, denn im Prinzip präsentiert sich ein richtig harter-und guter Agenten-Thriller, den man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen kann.

Der Wechsel in der Hauptrolle, eine neue Miss Moneypenny und eine Härte, die man bisher von James Bond gar nicht gewöhnt war sind die Neuerungen, die "Der Hauch des Todes" mit sich bringt. Der Film spaltet von jeher die Lager der Bond-Fans und ich zähle mich zu denjenigen, die dieses Werk als eines der besten der gesamten Reihe bezeichnet. Vielleicht mag es 007 ein wenig an Lockerheit und Eleganz fehlen, doch diese Neuerung steht dem Charakter sehr gut zu Gesicht. Timothy Dalton ist der erste Darsteller, der einen Geheimagenten auch so darstellt, das man ihm die Rolle wirklich abnimmt. Es erscheint wie eine Art Frischzellen-Kur für eine Figur, die in den letzten Jahre doch so einige Male Abnutzungserscheinungen erkennen ließ und ein Daniel Craig wäre heute froh, wenn er nur annähernd so gut-und überzeugend agieren würde, wie es Dalton vor fast drei Jahrzehnten getan hat.


Fazit:


Die Bond-Reihe hat sicherlich einige weitaus spektakulärere Geschichten erzählt, als wie es in "Der Hauch des Todes" der Fall ist. Dennoch ist es ganz einfach das neue Gesamtbild, das hier in allen Belangen überzeugen kann und dem Zuschauer einen neuen Bond offeriert, den man gern öfter als nur zweimal in Action gesehen hätte. Dafür bekommt man aber im Nachfolger "Lizenz zum Töten" den wohl härtesten Bond aller Zeiten zu sehen, denn was hier schon für manch einen ungewohnt erscheint, erfährt dann seinen absoluten Höhepunkt.


8,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Brawler
(Brawler)
mit Nathan Grubbs, Marc Senter, Bryan Batt, Michael Bowen, Pell James, Lance E. Nichols, Megan Henning, Laura Cayouette, Jacob Bianchini, Kenny Bordes, Sean Paul Braud, J. Omar Castro, Zac Cino
Regie: Chris Sivertson
Drehbuch: Chris Sivertson / Nathan Grubbs
Kamera: Zoran Popovic
Musik: Tim Rutili
keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Zwar verbindet die Gebrüder Charlie und Bobby Fontaine das gleiche Talent für den Straßenkampf, doch ansonsten sind sie denkbar unterschiedlich geraten. Während Tunichgut Bobby in einer Bruchbude haust und sich von einer kriminellen Dummtat zur nächsten hangelt, übt Charlie einen ehrenwerten Blue-Collar-Job aus und ernährt eine kleine Familie. Als Bobby einen weiteren Akt brüderlicher Hilfe beantwortet, in dem er mit Charlies Frau ins Bett steigt, platzt Charlie der Kragen: Er fordert seinen Bruder im Ring.


Man sollte sich keinesfalls vom Cover der deutschen DVD in die Irre führen lassen, denn "Brawler" ist keineswegs ein reiner Kampfsport-Film, sondern verbindet vielmehr die Elemente eines Cagefighting Movies und einem ernsten Drama. Im Mittelpunkt stehen dabei mit Charlie und Bobby zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade diesen Aspekt hat Regisseur Chris Sivertson auch wirklich gut herausgearbeitet. Der Spagat zwischen Kampfsport-und Drama ist hier größtenteils richtig gelungen und so präsentiert sich ein Indipendent Film der wirklich recht positiv zu überraschen weiß. Die gezeigten Kampfszenen sind hart und kompromisslos ins Bild gesetzt worden und hinterlassen einen äußerst glaubwürdigen Eindruck. Dies wird auch durch eine teils dreckige Grundstimmung unterstützt, denn das vorhandene Ambiente kann man sich in der Welt der illegalen Kämpfe sehr gut vorstellen, phasenweise vermeint man den Schweiß und das ausgestoßene Adrenalin förmlich riechen zu können.

Im Fokus steht jedoch das Verhältnis der beiden Brüder zueinander, das durch die ständigen Eskapaden und den lotterhaften Lebensstil von Bobby (Marc Senter) immer angespannter wird. Immer wieder muss Charlie (Nathan Grubbs) aus dem Schlamassel ziehen, wobei er einmal sogar so am Knie verletzt wird, das er keine Kämpfe mehr durchführen kann. So muss er also mit einer normalen Arbeit den Lebensunterhalt für sich und seine Frau Kat verdienen, während diese den lieben langen Tag nur am Trinken ist und sich schließlich sogar mit ihrem Schwager sexuell vergnügt. In diesen Passagen des Filmes schimmert eine unglaublich starke Tristesse durch, die teilweise herrlich düster gehaltenen Bilder vermitteln ein gewisses Gefühl der Schwermut, das sich wie ein bleierner Mantel auf die eigenen Schultern legt. Selbstverständlich kommt es so, das Charlie die beiden beim Liebesspiel erwischt und die bis dahin aufgestaute Spannung eskaliert vollends. Aus den ehemals verschworenen Brüdern werden erbitterte Feinde und das Ganze läuft auf einen finalen Showdown hinaus, in dem Charlie seinem jüngeren Bruder im Ring gegenübersteht.

Im Prinzip beinhaltet die vorliegende Geschichte nichts Besonderes und offenbart auch keinerlei sonderliche Überraschungen, es ist vielmehr die bedrückende Atmosphäre des Szenarios und die streckenweise vorhandene inhaltliche Tiefe, die "Brawler" zu einem gelungenem Seh-Erlebnis werden lässt, das einen an manchen Stellen auch berührt. Die Erzählweise der Ereignisse gestaltet sich dabei hauptsächlich ruhig-und bedächtig und erfährt lediglich in den Kampf-Passagen eine gewisse Tempo-Steigerung. Chris Sivertson hat eine wirklich gelungene Mischung gefunden und seiner Story auch durchaus ein gediegenes Maß an Intensität verliehen, die durch das gute Schauspiel der Darsteller immer wieder zum Vorschein kommt. Dabei wurde sorgsam darauf geachtet, das die Optik des Filmes nicht auf Hochglanz getrimmt wurde, denn nur so können die Ereignisse auch authentisch erscheinen.

Insgesamt gesehen ist "Brawler" sicherlich kein filmisches Meisterwerk, aber es präsentiert sich eine absolut gelungene Indipendent Produktion, die rau-und glaubwürdig daher kommt. Gut dargestellte Charaktere, eine äußerst dichte Grundstimmung und einige gut gelungene Kämpfe ergeben so ein Gesamtbild, das man auf jeden Fall als überdurchschnittlich gut einstufen kann.


Fazit:


Bei "Brawler" handelt es sich einmal mehr um eine dieser eher unscheinbaren Produktionen, die einen letztendlich sehr positiv überraschen können. Ein gelungener Spagat zwischen Drama-und Kampfsport-Film bietet dem Zuschauer gut 80 Minuten gute Unterhaltung und beinhaltet sogar ein diverses Maß an inhaltlichem Tiefgang.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitrag von horror1966 »

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Lizenz zum Töten
(Licence to Kill)
mit Timothy Dalton, Carey Lowell, Robert Davi, Talisa Soto, Anthony Zerbe, Frank McRae, David Hedison, Wayne Newton, Benicio Del Toro, Anthony Starke, Everett McGill, Desmond Llewelyn, Pedro Armendáriz Jr
Regie: John Glen
Drehbuch: Michael G. Wilson / Richard Maibaum
Kamera: Alec Mills
Musik: Michael Kamen
FSK 16
Großbritannien / USA / 1989

James Bond ist Trauzeuge bei der Hochzeit seines Ex-Kollegen Felix Leiter. Ihre Freude über die gemeinsame Verhaftung des Drogenbosses Sanchez hält nicht lange an. Der Südamerikaner flüchtet, ermordet die Braut und foltert Leiter fast zu Tode. Sein Freund Bond sinnt nach Rache. Prompt entzieht ihm "M" für sein eigenmächtiges Handeln die Lizenz zum Töten. Auf eigene Faust reist er zu Sanchez' Hauptquartier in Isthmus City. Dort vereitelt er im Alleingang zunächst größere Drogengeschäfte, um dann die als Meditationszentrum getarnte Drogenfabrik des Südamerikaners in die Luft zu jagen und schließlich Sanchez nach abenteurlicher Verfolgungsjagd auszuschalten.


Mittlerweile handelt es sich hier um den fünften Film der Bon-Reihe nacheinander, der unter der Regie von John Glen entstanden ist und gleichzeitig ist es leider auch das letzte Abenteuer, in dem man Timothy Dalton als James Bond bewundern kann. Zumindest hat man Dalton aber einen äußerst gelungenen Abgang beschert, denn "Licence to Kill" bietet dem Zuschauer gut zwei Stunden lang allerbeste Unterhaltung und beinhaltet dabei etliche richtig rasante Action-Passagen, die für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr sorgen. Es dürfte sich wohl um den persönlichsten Bond überhaupt handeln, denn dieses Mal ist der britische Geheimagent vollkommen auf sich allein gestellt und verfolgt keinen offiziellen Auftrag, es steht nämlich ein reiner Rachefeldzug auf dem Plan, in dem James Bond seinen alten Freund Felix Leiter und dessen ermordete Ehefrau rächen will. Dafür entzieht er sich sogar dem Zugriff seines Vorgesetzten, der keinerlei Verständnis für die Gefühle seines Untergebenen aufbringen kann und die Ausführung seines Planes unterbinden will.

Die Geschichte an sich ist im Prinzip recht simpel gehalten, was in vorliegendem Fall jedoch keinesfalls als negativer Kritikpunkt aufzufassen ist. Bonds Gegner ist ein Drogen-Boss, den man mit dem charismatischen Robert Davi absolut perfekt besetzt hat. Nahezu grandios interpretiert er die Figur des völlig emotionslosen Kartell-Chefs, der auch von der Optik her die Ideal-Besetzung für diese Rolle ist. Anders als im Vorgänger "Der Hauch des Todes" hat John Glen hier auch auf einige technische Spielereien gesetzt, die aber nicht so überzogen erscheinen wie in vielen anderen Filmen der Reihe. Vielmehr stellen sie eine äußerst unterhaltsame Ergänzung dar und lassen das Geschehen auch weitaus spektakulärer erscheinen, wie es in den letzten Filmen oft der Fall war. Das Ganze fügt sich hier sehr gut zusammen und ergibt im Zusammenhang mit der harten Action ein sehr stimmiges Gesamtbild, an dem man seine helle Freude hat. Dalton erscheint einmal mehr extrem hart, wobei in dieser Geschichte auch des Öfteren leichte Spuren einer Überreaktion zu erkennen sind. Durch seinen persönlichen Schmerz betäubt, unterlaufen dem ansonsten so abgeklärten Agenten diverse Fehler und an diversen Stellen wirkt er ein wenig unkonzentriert.

Durch diesen Aspekt wird der Figur ein menschlicher Zug verliehen, der ihr äußerst gut zu Gesicht steht und sie meiner Meinung auch mit zusätzlichen Sympathiewerten versorgt, denn selbst 007 kann also in Situationen gelangen, die ihn an seine emotionalen Grenzen bringen, was hier mehr als einmal sehr gut in Szene gesetzt wurde. Gleichzeitig lässt sich Bond aber auf keinen Fall von seinem eingeschlagenen Weg abbringen und versucht mit sämtlichen Mitteln, seinen Gegner in die Enge zu treiben. Dabei gerät er so manches Mal selbst in Situationen, in denen sein Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt. So kann man sich also auf ein durchgehend faszinierendes Film-Erlebnis freuen, in dem es etliche Höhepunkte zu sehen gibt. Und auch wenn manche davon etwas übertrieben dargestellt werden, ändert das rein gar nichts an der Klasse dieses Filmes, der meiner persönlichen Meinung nach ganz weit oben in der Bewertungs-Skala einzuordnen ist. Jede Menge Tempo, gutes Schauspiel und eine jederzeit sehr spannende Geschichte machen es dabei umso schwerer, Abschied von einem Timothy Dalton zu nehmen, den man doch gern öfter in der Rolle des James Bond gesehen hätte.

"Licence to Kill" ist einer der besten Filme der gesamten Reihe und ich frage mich auch heute immer noch, warum der gute Dalton bei den Leuten nie richtig angekommen ist. Wie wertvoll und erfrischend anders er in der Rolle des britischen Agenten war, merkt man wohl erst so richtig im nachhinein, denn auch sein Nachfolger Pierce Brosnan sollte nicht den allerbesten Stand bei den Fans haben, obwohl man mit ihm eigentlich wieder näher an Connery und Moore heran rückte. Dieser letzte Film von John glen war auch gleichzeitig sein bester Beitrag zur Bond-Reihe und bietet ein knallhartes Agenten-Abenteuer, in dem ein großartig aufgelegter Timothy Dalton noch einmal so richtig zeigt, was er alles drauf hat.


Fazit:


Action satt, Tempo ohne Ende und ein äußerst spektakuläres Finale ergeben hier ein mehr als stimmiges Gesamtbild. Es ist wohl definitiv einer der rasantesten Beiträge der gesamten Film-Reihe, der gleichzeitig den Abschied eines der besten Bond-Darsteller aller Zeiten beinhaltet, was einen auch im nachhinein immer noch ein wenig traurig stimmt.


9/10
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