horror's Reise durch die große Welt der Filme
Moderator: jogiwan
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme
4/10?
Das kann unmöglich sein, Horror. Da steht doch garantiert irgendwo auf der Hülle "DER Publikumsliebling vom Fantasy Filmfest 2011". Wie ist das möglich? Du weißt doch: 50,000,000 Elvis Fans can't be wrong. Hattest Du schon Besuch von den Capelight-Jungs? 
Noch Sand und schon warm drauf.
- horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme
Zumeist sind es doch gerade die auf etlichen Festivals ausgezeichneten Werk, die ein echter Griff ins Klo sind und "Dead Shadows" gehört auf jeden Fall dazu. 
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme
der ist auch totale Grütze!
it´s fun to stay at the YMCA!!!
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- horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme
jogiwan hat geschrieben:der ist auch totale Grütze!
Sag ich doch.
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- horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

John Dies at the End
(John Dies at the End)
mit Chase Williamson, Rob Mayes, Paul Giamatti, Clancy Brown, Glynn Turman, Doug Jones, Daniel Roebuck, Fabianne Therese, Jonny Weston, Jimmy Wong, Tai Bennett, Allison Weissman, Ethan Erickson
Regie: Don Coscarelli
Drehbuch: Don Coscarelli / David Wong
Kamera: Mike Gioulakis
Musik: Brian Tyler
FSK 16
USA / 2012
Eine der wenigen Dinge, die zwischen der Menschheit, wie wir sie kennen, und totaler dämonischer Versklavung steht, ist der freundliche Gelegenheitskiffer David. Der hat bei seinem Kumpel John eine neue Superdroge namens Sojasauce gekostet und sieht seither Dinge, die er lieber nicht sehen würde. Und er steht in vorderster Front beim Kampf gegen den Dämonenfürsten Korrok. Zum Glück hat er potente Mitstreiter aus allen Zeiten und Dimensionen. Ein Journalist, der sich die Sache mal ansieht, kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Don Coscarelli zählt definitiv nicht zu den Viel-Filmern unter den Regisseuren, hat der gute Mann doch gerade einmal bei 11 Filmen auf dem Stuhl des Regisseurs gesessen. Dennoch befinden sich mit der "Phantasm-Quadrilogie" und "Bubba Ho-tep" Werke in seiner Filmografie, die es längst zu einem Kultstatus in Fan-Kreisen gebracht haben. Sieben Jahre nach seinem Beitrag zur Masters of Horror Reihe kam nun mit "John Dies at the End" sein neuester Film auf den Markt und wieder einmal hat der gute Don einen absoluten Volltreffer gelandet. Dabei handelt es sich um eine Geschichte die so unglaublich und skurril erscheint, das man sie kaum in Worte fassen kann und auch die knappe Inhaltsangabe drückt noch nicht einmal ansatzweise das hochklassige Film-Vergnügen aus, mit dem der Zuschauer hier konfrontiert wird. Es entwickelt sich von der ersten Minute an eine Story-Line in der sich mehrere Genres miteinander verbinden, so bekommt man Elemente des Horrors, Fantasy-und SCI/FI Filmes geboten, die eine explosive Mischung darstellen und Anleihen an mehrere Filme aus den diversen Genres offenbaren. Ein wenig "Donnie Darko, eine Prise "Das Böse" oder auch Ähnlichkeiten mit "Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit" sind nur einige Beispiele dafür, das man sich hier auf eine extrem außergewöhnliche-und gleichzeitig skurrile Kombination freuen kann, bei der man allerdings auch konzentriert bei der Sache bleiben sollte, um die Gesamt-Zusammenhänge zu erkennen.
Das fällt nämlich phasenweise gar nicht einmal so leicht, denn obwohl es sich hier um eine aberwitzige Komödie handelt, werden auch Dinge wie Zeitreisen oder Zwischen-Dimensionen thematisiert, was gerade bei der ersten Sichtung des Filmes für kleinere Wirrungen sorgen könnte. Eine der großen Stärken von "John Dies at the End" sind ganz sicher die beiden Haupt-Charaktere David und John, die mit allen Mitteln versuchen, die Erde vor dem Untergang zu retten. Dabei ist es insbesondere David, der die Geschichte auch im Off erzählt, der am meisten im Mittelpunkt des bunten Treibens steht. Er und John sind zwei absolute Sympathie-Träger und können von Beginn an beim Zuschauer punkten, wobei ihnen ihre manchmal leicht trottelige Art ganz bestimmt sehr zu gute kommt. Die beiden Helden geraten dabei in phasenweise richtig grotesk anmutende Situationen, die man hier schwerlich in Worte fassen kann, sondern selbst gesehen haben muss, um auch deren genialen Witz zu erkennen. So sehen sie sich beispielsweise einem aus tiefgekühltem Fleisch und Würsten zusammengesetzten Monster gegenüber, oder ein Hot Dog dient mal kurz als Telefon, über das man miteinander kommuniziert. Diese Dinge einfach nur zu lesen reicht keinesfalls aus, um sich die teils brillante Situationskomik vorzustellen, die Coscarelli seiner Geschichte einverleibt hat. Ganz generell handelt es sich hier um absolut exzellenten Humor, eigentlich jeder einzelne Dialog des Filmes sprüht nur so vor Wortwitz, die kleinste zu erkennende Mimik und Gestik stellt sich im Gesamtgefüge als absolutes Highlight dar, so das "John Dies at the End" einen wirklich gezielten Angriff auf die Lachmuskeln des Betrachters darstellt.
Dabei erscheint der Humor aber zu keiner Zeit albern oder vollkommen überzogen, vielmehr handelt es sich um eine wunderbar selbst-ironische Note, die von der Story ausgeht. Der Film nimmt sich selbst nicht ernst, tut dies aber auf eine jederzeit charmante Art und Weise, wie man es eher selten zu sehen bekommt. Natürlich wird der teils tiefgründige Witz des Geschehens längst nicht jeden Geschmack treffen, doch wer ein Faible für bizarre Szenarien mit niveau sein Eigen nennt, wird an dieser Stelle mit einem absoluten Volltreffer belohnt. Gleichzeitig bekommt man aber auch einige nette-und blutige Effekte geboten und das Schöne an der Sache ist ganz einfach der Aspekt, das der Regisseur vollends auf künstlich erscheinende CGI-Effekte verzichtet. Das macht diesen Film noch sympathischer, als er von Haus aus schon erscheint und wertet ihn meiner Meinung nach noch einmal zusätzlich auf. Man könnte jetzt noch lange weiter irgendwelche positiven Aspekte aufzählen, doch viel lieber sollte sich ein jeder selbst ein Bild von diesem wunderbaren Film-Spaß machen, den Coscarelli auf die Menschheit losgelassen hat. Ein Werk wie dieses bekommt man leider viel zu selten zu Gesicht, denn leider fehlt den meisten Filme-Machern die Innovation, um ein solch hanebüchenes, aber gleichzeitig qualitativ hochwertiges Szenario ins Bild zu setzen, das den Zuschauer über die gesamte Laufzeit so glänzend unterhalten kann und dabei keinerlei Langeweile aufkommen lässt.
Don Coscarelli ist somit auch geradezu ein Paradebeispiel dafür, das ein Regisseur mit zunehmendem Alter noch längst nicht den Höhepunkt seines Schaffens überschritten haben muss, denn "John Dies at the End" ist in meinen Augen definitiv ein Film, der das Zeug zum Kultstatus hat. Die außergewöhnliche Mixtur, der mit der feinen Klinge geschwungene Humor und ein vollkommen abstruses Treiben ergeben ein Gesamtbild, das man eigentlich nur als höchst gelungen bezeichnen kann. Manch einer wird das eventuell anders sehen, doch ich bin mir ziemlich sicher, das ein Großteil der Zuschauer begeistert sein wird von einer Story, die man nun wirklich nicht jeden Tag serviert bekommt.
Fazit:
Abstrus, vollkommen durchgeknallt und gnadenlos witzig erzählt "John Dies at the Ende" eine Geschichte, die man wirklich nicht für ernst nehmen kann. Das sollte man aber auch gar nicht, legt das Werk doch keinerlei Wert darauf und nimmt sich selbst auch in keiner Phase ernst. Der Spaß steht ganz eindeutig im Vordergrund und der dadurch entstehende Unterhaltungswert siedelt sich äußerst weit oben an. Dieses Werk hat man sich ganz bestimmt nicht das letzte Mal angesehen, denn so schnell wird man das Interesse an dieser aberwitzigen Dämonenjagd bestimmt nicht verlieren.
9/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Keith Lemon - Der Film
(Keith Lemon: The Film)
mit Leigh Francis, Laura Aikman, Verne Troyer, Kelly Brook, Paris Arrowsmith, Theo Barklem-Biggs, Kevin Bishop, Logan Bruce, Una C, Fearne Cotton, Chris Cowlin, Abigail Hamilton, Lee Nicholas Harris, David Hasselhoff
Regie: Paul Angunawela
Drehbuch: Paul Angunawela / Leigh Francis
Kamera: Julian Court
Musik: Mark D. Todd
FSK 16
Großbritannien / 2012
Keith Lemon ist nie um neue Ideen verlegen, seine neue Erfindung, der Securipole, erweist sich allerdings als Schuss in den Ofen. Um seine Schulden für eine Million bestellte, aber nicht verkaufte Securipoles zu tilgen, stürzt sich Keith ins nächste Abenteuer. Zunächst kann er sein neues Smartphone in David Hasselhoffs Talkshow vorstellen und sich ein Date mit Sexbombe Kelly Brook sichern. Dass das Gerät seine eigenen Tücken hat, wird ihm gerade noch bewusst, um seine Freundin aus den Klauen von Evil Steve zu retten.
Mit "Keith Lemon - Der Film" hat man das Regie-Debüt von Paul Angunawela vorliegen und man legt sich keinesfalls zu weit aus dem Fenster heraus wenn man behauptet, das diese britische Komödie ganz sicher nicht jeden Geschmack treffen wird. Anders als gewohnt bekommt man hier nämlich nicht den oft gerühmten britischen Humor serviert, sondern viel eher eine Art von Komödie, die sich vielmehr durch sexuelle Anspielungen, deftige Zoten-und jede Menge Fäkal-Humor auszeichnet. Da das nun nicht jedem liegen wird, sollte man schon im Vorfeld ganz genau überlegen, ob man sich das völlig überzogene Spektakel zu Gemüte führen will, das sich hier über rund 80 Minuten präsentiert. Phasenweise lässt das Geschehen nämlich schon Slapstick-Züge erkennen und die zugegebenermaßen reichlich vorhandenen Gags erscheinen einem streckenweise doch etwas plump und platt. So kann man dem Film also keineswegs ein zu hohes Niveau andichten, denn dieses siedelt sich vielmehr in den absoluten Niederungen an, was aber nicht bedeuten soll, das es sich um keine kurzweilige Unterhaltung handelt. Wenn man nämlich mit dieser etwas gewöhnungsbedürftigen Art des Humors etwas anfangen kann, dann ist "Keith Lemon - Der Film" sogar eine riesige Spaß-Granate, in der wirklich kein Auge trocken bleibt.
Das liegt allein schon an den skurrilen Charakteren, von denen die Hauptfigur Keith (Leigh Francis) natürlich den Vogel abschießt. Allein schon optisch erscheint der gute Mann mit der prallen Fönwelle wie ein übrig gebliebenes Relikt vergangener Jahrzehnte, aus denen ganz augenscheinlich auch seine deftigen Sprüche hängen geblieben sind. Doch auch die restlichen Figuren stehen dem skurrilen Ambiente dieses Werkes in nichts nach, so das man sich schon nach nur wenigen Minuten einen sehr guten Überblick darüber verschaffen kann, welch hanebüchene Geschichte hier auf einen zukommt. Etliche Cameo Auftritte diverser Stars (Gary Barlow, Ronan Keating, Billy Ocean, David Hasselhoff oder Emma Bunton) sind hier ein willkommenes Bonbon, heben jedoch das Niveau des Szenarios nicht sonderlich an. Ob dies jedoch unbedingt von Nöten wäre lasse ich einmal dahingestellt, denn das grell-bunte Spektakel funktioniert auf seine ganz spezielle Art ganz hervorragend, denn selbst Ansätze von Langeweile sind weit und breit nicht zu erkennen. Dies trifft allerdings auch nur dann zu, wenn man mit dieser Art Komödie überhaupt etwas anfangen kann, handelt es sich doch um eine vollkommen sinnlose Blödelei, die keinerlei Anspruch auf höhere Qualität legt.
Wer eine typische britische Komödie voll brillanter Situationskomik oder tiefgründigem schwarzen Humor erwartet, befindet sich hier auf dem vollkommen falschen Dampfer, denn das Szenario gibt schon mit der allerersten Einstellung eine ganz klare Richtung vor, in die das Ganze tendieren wird. Deftige Sprüche, frivole Dialoge und sexuelle Anspielungen ohne Ende halten das kaum vorhandene Niveau ganz bewusst extrem niedrig, doch habe ich persönlich dies keinesfalls als negativen Kritikpunkt ausmachen können. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn ich möchte durchaus behaupten, das sich hier ein äußerst kurzweiliges Filmchen präsentiert, das auf seine ganz eigene Art blendend funktioniert und somit auch beste Unterhaltung für zwischendurch anbietet. Dies liegt auch in der versammelten Darsteller-Riege begründet, die sicherlich nicht gerade durch herausragende Leistungen auffällt, aber für ein Szenario dieser Machart genau die richtigen Dinge in die Waagschale wirft, um den Betrachter bei Laune zu halten.
Und so kommt es bei vorliegendem Film extrem stark auf den Geschmack des Zuschauers an, denn es wird ganz bestimmt genügend Leute geben, denen dieses vollkommen überzeichnete Geschehen überhaupt nicht zusagt. Der teils flache, aber streckenweise recht derbe Humor dürfte ein weiteres Hindernis für manch einen darstellen, ist kräftiger-und in hohem Maße vorhandener Fäkal-Humor doch längst nicht jedermanns Sache. Wer sich jedoch an diesen Dingen erfreuen kann sollte unbedingt auf diese DVD zurückgreifen, denn mehr sinnlose Blödelei geht im Prinzip schon gar nicht mehr, so das man sich auf ein wahres Feuerwerk des schlechten Geschmackes einstellen darf, das durchgehend jede Menge Spaß und Freude bereitet.
Fazit:
Zwar bin ich nicht in jedem Fall ein Freund des hier zur Schau gestellten Humors, doch bei "Keith Lemon - Der Film" funktioniert die bunte Chose ganz hervorragend. Phasenweise können einem sogar die Lachtränen in die Augen Schießen, denn für die in diesem Werk dargestellte Blödheit braucht man eigentlich einen Waffenschein. Von mir eine dicke Empfehlung an alle, die Fäkal-Humor und schmutzige Sprüche zu schätzen wissen.
7/10
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- horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

The Last Stand
(The Last Stand)
mit Arnold Schwarzenegger, Forest Whitaker, Titos Menchaca, Peter Stormare, Richard Dillard, Eduardo Noriega, Luis Guzmán, Sonny Landham, Jaimie Alexander, Mathew Greer, Johnny Knoxville
Regie: Kim Jee-Woon
Drehbuch: Andrew Knauer
Kamera: Ji-yong Kim
Musik: Mowg
keine Jugendfreigabe
USA / 2013
Ex-Drogen-Cop Owens bekämpft seit einiger Zeit nur noch die Verbrechen in der verschlafenen Grenzstadt Sommerton Junction. Deren ländliche Idylle ist jedoch vorbei, als der berüchtigte Drogenboss Gabriel Cortez aus einem FBI-Gefängnistransport entkommen kann. Begleitet von einer Bande gesetzloser Söldner, die vom eiskalten Burell angeführt wird, rast Cortez mit einer getunten Corvette Z1 Richtung mexikanischer Grenze. Sein Weg führt ihn dabei direkt durch Sommerton Junction. Und genau dort wollen John Bannister und seine Gesetzeshüter den gejagten Verbrecher stellen. Owens will sich zunächst aus dem unausweichlichen Duell heraushalten, greift dann aber doch ein. Schließlich ist dies seine Stadt und hier ist ER das Gesetz …
Das Comeback des Jahres
So wird der neueste Film mit Gouvernator Arnold Schwarzenegger groß angekündigt und unzählige Fans waren gespannt, ob der alte Action-Hero noch einmal an die alten Zeiten anknüpfen kann. Diese Frage kann man letztendlich nur sehr bedingt mit ja beantworten, denn schon die ersten Einstellungen des Filmes zeigen einem ganz eindeutig auf, das die vergangenen Jahre rein optisch nicht spurlos am Ex-Terminator vorbeigezogen sind. Natürlich ist dies der ganz normale Verlauf der Natur, doch Arnie erscheint einem manchmal ein wenig müde und ausgelaugt, was seine Rolle als Provinz-Sheriff jedoch mit mehr Glaubwürdigkeit ausstattet, als man es eventuell vermuten möchte. So ist dann auch "The Last Stand" keinesfalls das absolute Action-Feuerwerk, das viele Leute wahrscheinlich erwartet haben und Arnie kann auch erst im letzten Drittel der Geschichte ein wenig aus sich herausgehen, wobei insbesondere der finale Kampf gegen den Drogen-Baron meiner Meinung nach durchaus authentische Züge erkennen lässt.
Die Geschichte an sich ist relativ kurzweilig gestaltet und beinhaltet ein ordentliches Erzähltempo, man sollte die eigenen Erwartungen aber von Beginn an in realistische Bahnen lenken und hier keinen Vergleich zu früheren Action-Krachern der Schauspiel-Legende ziehen, denn in diesem Bezug kann "The Last Stand" keinesfalls mithalten. Vielmehr gestaltet sich ein für Schwarzenegger-Verhältnisse eher normaler Film, in dem der Aktionismus ziemlich gut über die gesamte Laufzeit verteilt ist. Dadurch erscheint das Geschehen auch zu keiner Zeit überladen und beinhaltet seinen eigentlichen Höhepunkt auch nicht in Passagen mit Arnies Beteiligung, sondern vielmehr in der erstklassig in Szene gesetzten Verfolgungsjagd der Bundesbehörden, die um jeden Preis den entkommenen Drogen-Boss wieder einfangen wollen. Dabei offenbart sich ein bis ins Detail perfekt umgesetzter Fluchtplan, der auch einige richtig sehenswerte Szenen beinhaltet und so dafür Sorge trägt, das erst gar keine Langeweile aufkommen kann. Zudem beinhalten die Ereignisse auch phasenweise eine recht humorige Note, dioe dem gewonnenen Gesamtbild sehr gut zu Gesicht steht. Dafür werden jedoch die Harcore-Fans von Mr. Schwarzenegger wohl eher eine kleine Enttäuschung erleben, ist der Held doch längst nicht so oft in Aktion, wie sich das der ein-oder andere wahrscheinlich gewünscht hätte.
Bei diesem Aspekt sollte man aber auch nicht vergessen, das es wohl äußerst unrealistisch erscheinen würde, wenn ein 66-Jähriger Mann hier alles im Alleingang bewerkstelligen würde und dabei immer noch in unzählige körperliche Auseinandersetzungen verwickelt wäre, wie es in seinen älteren Werke oft der Fall war. Gerade dieser Punkt hat mir persönlich sehr gut gefallen, ist Arnie hier doch auf die Hilfe einiger anderer Personen angewiesen, wobei es selbst unter diesem Aspekt immer noch recht fragwürdig erscheint, das die kleine Truppe dazu in der Lage ist, hier mit einem richtigen Killer-Kommando aufzuräumen. Wie dem aber auch sei, "The Last Stand" ist definitiv ein sehenswerter Film und auch wenn hier das ganz große Spektakel fehlt, macht doch vor allem dieser Umstand das Ganze umso sympathischer. Der einstige Held ist älter-und verletzbarer geworden und wo er noch vor einigen Jahren fast spielerisch im Alleingang ganze Horden von Gegnern aus dem Weg geräumt hat, ist mittlerweile ein Hauch von Realität eingezogen. Manch einer mag dies als negativen Kritikpunkt ausmachen, doch mir persönlich ist der "neue" Arnie äußerst sympathisch. Das bezieht sich in vorliegendem Fall aber auch auf den gesamten Film, denn von Anfang bis Ende offenbart sich ein Szenario, das in eigentlich allen Belangen einen ziemlich guten Gesamteindruck hinterlässt.
Und so kann man letztendlich durchaus von einem sehr gelungenen Comeback reden, in dem ein in die Jahre gekommener Action-Held immer noch solide und routiniert agiert, aber dennoch den ganz großen Biss verloren hat. Ob man dies als negativ bewerten muss weiß ich nicht, denn schließlich macht das Alter auch nicht vor Prominenten halt. "The Last Stand" ist ganz sicher nicht der wahrscheinlich von vielen Leuten erwartete Kracher, bietet aber dennoch gute Unterhaltung und ein verhältnismäßig glaubhaftes Szenario, was ja in einem Film mit Arnold Schwarzenegger sicher nicht der Normalität entspricht. Ich fühlte mich jedenfalls bestens-und sehr kurzweilig unterhalten, so das ich auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen kann.
Fazit:
Zwar ist hier vom einst strahlenden Helden nicht mehr allzu viel zu sehen da Herr Schwarzenegger ganz augenscheinlich in die Jahre gekommen ist, aber dennoch reicht das immer noch vollkommen aus, um einen gelungenen Film zu präsentieren, in dem sich die Action-Anteile jedoch nicht so zahlreich präsentieren, wie es manch einer erwartet hat. "The Last Stand" wird die Meinungen sicherlich spalten, aber ich empfand das Werk als angenehm realistisch, wenn man einmal ältere Werke der Action-Ikone zu Grunde legt.
7/10
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- horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Tourist Trap
(Tourist trap)
mit Chuck Connors, Jocelyn Jones, Jon Van Ness, Robin Sherwood, Tanya Roberts, Dawn Jeffory, Keith McDermott, Shailar Coby, Arlecchino, Victoria Richart, Millie Dill, Albert Band
Regie: David Schmoeller
Drehbuch: David Schmoeller / J. Larry Carroll
Kamera: Nicholas Josef von Sternberg
Musik: Pino Donaggio
ungeprüft
USA / 1979
Eine Gruppe junger Menschen wird durch eine Autopanne mitten in der Wildnis festgehalten. Sie stoßen dabei auf ein ehemaliges Wachsfigurenkabinett, das nur noch von einem alten Mann bewohnt wird. Leider entpuppt sich dieses Örtchen als Todesfalle, denn ein Killer mit Ledermaske will den jungen Leuten plötzlich ans eigene Leder. Als in dem Wachsfigurenkabinett auch noch die Puppen anfangen zu leben, bricht für alle ein gnadenlos blutiger Psychoterror aus!
"Tourist Trap" ist das Regie-Debut von David Schmoeller (Puppetmaster) und ist eigentlich ein herrliches Relikt der späten 70er Jahre. Handelt es sich doch um einen äußerst gelungenen Backwood-Horrorfilm, der zudem ohne größere Härte und viel Blutvergießen auskommt, den Zuschauer aber dennoch durchgehend erstklassig unterhalten kann. Zwecks mangelnden Erfolges ist dieses kleine Juwel aber eher in der Versenkung verschwunden und hat leider nie die Beachtung erlangt, die ihm durchaus zustehen müsste. Zwar erscheint die viel zu hohe Alterseinstufung doch ziemlich fragwürdig, denn das Geschehen offenbart im Prinzip so gut wie überhaupt keine visuellen Gewaltdarstellungen, so das eine Einstufung ab 16 Jahre absolut ausreichend wäre. Aber der Film ist dennoch absolut sehenswert, hat Schmoeller seine Geschichte doch in erster Linie mit einer wirklich erstklassigen Grundstimmung ausgestattet, die von Beginn an etwas sehr Bedrohliches beinhaltet, was sich mit zunehmender Laufzeit auch immer stärker bemerkbar macht.
Rein thematisch gesehen offenbart das Szenario doch etliche Parallelen zu einem Film wie "House of Wax", denn auch hier spielen Puppen eine bedeutende Rolle. Mit Chuck Connors in der Rolle als Psychophat hat man hier eine sehr gute Wahl getroffen, denn der alte Haudegen verkörpert den offensichtlich gestörten Killer auf eine sehr überzeugende Art und Weise. Die Opfer hingegen bleiben doch etwas blass und wirken austauschbar, ihre darstellerischen Leistungen reichen aber dennoch aus, um das Geschehen insgesamt gesehen recht glaubhaft erscheinen zu lassen. Auch wenn die Geschehnisse hier nicht sonderlich schwer zu erahnen sind, entwickelt sich äußerst schnell ein gelungener Spannungsaufbau, gleichzeitig verspürt man die gesamte Laufzeit über ein Gefühl der Beklemmung, dessen man sich nur schwer entziehen kann. Auch diverse Ungereimtheiten innerhalb der Story können den insgesamt sehr wohlwollenden Gesamteindruck nicht schmälern, denn "Tourist Trap" erscheint im Prinzip in sämtlichen Belangen äußerst stimmig, so das man diverse kleinere Mankos gern einmal übersieht.
Bis auf einige kaum erwähnenswerte Anflüge von visueller Gewalt hält sich das Werk in diesem Bezug sehr vornehm zurück, was jedoch keinesfalls als negativer Kritikpunkt zu verstehen ist. Schmoeller's Geschichte zählt nämlich ganz eindeutig zu denen, die auch ohne einen extremen Blutgehalt auskommen und ganz einfach durch eine nette Story, jede Menge Spannung und eine extrem dichte Atmosphäre auskommen und dennoch bestens unterhalten. Für mich persönlich ist es eher unverständlich, das diese kleine Perle des Genres ganz augenscheinlich eher unbekannt ist, denn das manchmal schon ein wenig bizarr erscheinende Szenario kann doch jede Menge Pluspunkte beim Zuschauer sammeln und bietet sich gleichzeitig in regelmäßigen Abständen immer wieder für eine neuerliche Sichtung an, die man keinesfalls bereuen wird. Dafür sorgt auch der Gesichtspunkt, das man hier nicht mit den ansonsten üblichen Klischees gelangweilt wird, die doch insbesondere die heutigen Genre-Vertreter nur zu gern in den Vordergrund rücken, um schon gern einmal eine komplette Filmhälfte auszufüllen.
"Tourist TraP" hält sich aber erst gar nicht groß mit solchen Nebensächlichkeiten auf, man bekommt keine große Einführung präsentiert, in der erst einmal die handelsüblichen und banalen Verhaltensweisen der jungen Leute thematisiert werden, bevor man sich dann der eigentlichen Thematik zuwendet. Vorliegende Geschichte kommt nämlich ohne größere Umschweife gleich zum Punkt und so muss schon nach wenigen Sequenzen der erste aus der fünfköpfigen Gruppe sein Leben lassen. Diese direkte Art kann man ohne Weiteres als Stärke ausmachen, wird der Betrachter so doch von Beginn an gleich in die richtige Stimmung für ein erstklassiges Horror-Erlebnis gebracht, das bei einer Laufzeit von gut 90 Minuten auch durchgehend so weiter macht, ohne langatmige Passagen zu offenbaren. David Schmoeller hat hier also wirklich sehr viel richtig gemacht und auch wenn "Tourist Trap" nicht im gleichen Atemzug mit den echten Genre-Größen genannt wird, handelt es sich um einen Film, der leider viel zu stark unterschätzt wird und so vielmehr ein Schattendasein im Genre führt, das er eigentlich nicht verdient hat. Wer dieses überzeugende Filmchen noch nicht kennt, sollte diesen Zustand wirklich ändern, denn es lohnt sich allemal einen Blick zu riskieren, den man ganz bestimmt nicht bereuen wird, wenn man atmosphärische Horrorfilme zu schätzen weiß.
Fazit:
Es ist doch immer wieder erstaunlich, auf welch wunderbare Perlen vergangener Jahrzehnte man trifft, wenn man sich einmal die Mühe macht und auch unbekannteren Vertretern eine Chance gibt. Oft trifft man dabei auf kleine und unterschätzte Juwelen und "Tourist Trap" kann man wohl ohne Übertreibung in diese Gruppe einordnen.
8/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Victim - Traue keinem Fremden
(The Victim)
mit Michael Biehn, Jennifer Blanc, Ryan Honey, Danielle Harris, Denny Kirkwood, Tanya Newbould, Dana Daurey, Alyssa Lobit, Samuel N. Benavides, Nidah Barber, Nicole Bilderback, Phoebe Price
Regie: Michael Biehn
Drehbuch: Michael Biehn / Reed Lackey
Kamera: Eric Curtis
Musik: Jeehun Hwang
keine Jugendfreigabe
USA / 2011
Sheriff Harrison und Officer Cooger vergnügen sich mit Annie und Mary, zwei straffällig gewordenen Girls im Wald. Dafür müssen die beiden nicht wegen Prostitution ins Gefängnis. Beim Akt mit Mary verliert Harrison plötzlich die Kontrolle und tötet das junge Mädchen. Aus Angst, ihr würde das Gleiche zustoßen, flüchtet Annie ohne nachzudenken in die dunklen Tiefen des Waldes. Sie trifft auf Kyle, einen Einsiedler, der sie aufnimmt und beschützt. Doch als dann plötzlich der irre Sheriff mit seinem Kollegen vor der Tür steht, droht die Sache zu eskalieren...
Bei "Victim - Traue keinem Fremden" handelt es sich um die nunmehr zweite Regie-Arbeit von B-Movie Ikone Michael Biehn (Terminator) und nachdem sein Erstling "Shadowguard" ja nun ein waschechter Rohrkrepierer war, bekommt man es in vorliegendem Fall zumindest mit einem kleinen und fiesen Thriller zu tun. Sehenswert gestaltet sich "Victim" auf jeden Fall, auch wenn es sich lediglich um eine eher dünne Rahmenhandlung handelt, die nicht sonderlich viel Substanz erkennen lässt und deren Inhalt auch nicht sonderlich neu-oder innovativ erscheint. Legt man jedoch das Budget von gerade einmal geschätzten 800.000 $ zu Grunde und bedenkt, das Biehn das Werk fast im Alleingang innerhalb von nur 11 Tagen abgedreht hat, dann kann sich das Endergebnis doch durchaus sehen lassen. Natürlich mischt der alte Recke auch selbst aktiv mit in einem Szenario, das auf jeden Fall in atmosphärischer Hinsicht jederzeit zu überzeugen weiß, wohingegen sich die Dramaturgie der Ereignisse lediglich mäßig spannend gestaltet.
Das liegt hauptsächlich darin begründet, das die Ereignisse doch recht vorhersehbar daher kommen und auch die in einem Neben-Erzählstrang angeschnittene Thematik der verschwundenen Frauen keinen wirklichen Twist in die Story einbauen kann, der für sonderliche Überraschungsmomente sorgen würde. Zu deutlich zeichnet sich doch relativ frühzeitig eine klare Tendenz ab, in die das Geschehen tendiert und so ist dann auch das gewählte Ende nicht wirklich dazu angetan, den Zuschauer mit einem echten Aha-Effekt zurückzulassen. Manch einer mag an dieser Stelle sogar von einem offenen Ende sprechen das diverse Fragen nicht beantwortet, doch zu eindeutig suggeriert einem der letzte Dialog des Filmes, was es mit den verschwundenen Frauen auf sich hat. Apropos Dialoge, das Szenario bietet bei diesem Punkt nicht gerade hochwertige Kost, denn manch verbaler Schlagabtausch erscheint einem doch recht billig und manchmal sogar ein wenig dümmlich, jedoch handelt es sich hier meiner Meinung nach auch um den einzigen Punkt, den man wirklich negativ kritisieren kann. Ansonsten bekommt man nämlich zumindest solide Genre-Kost geboten, in der auch die Darsteller eine relativ gute Figur abgeben.
Michael Biehn agiert im Prinzip wie immer sehr routiniert und bietet einem auch rein optisch immer noch einen gut durchtrainierten Körperbau, was man insbesondere in einer kurzen Bettszene mit der hübschen Annie ( Ehefrau Jennifer Blanc-Biehn) begutachten kann. Schauspielerisch am besten weiß jedoch eben seine Ehefrau zu gefallen, die durchgehend einen authentischen-und sehr glaubwürdigen Eindruck hinterlässt. Die beiden straffälligen Cops sind leider viel zu selten im Bild zu sehen und treten erst in den letzten Minuten der mit gut 75 Minuten Netto-Laufzeit äußerst kurzen Geschichte so richtig in Erscheinung. Während Ryan Honey in der Rolle des sadistisch veranlagten Sheriffs sogar teils bösartige Züge erkennen lässt, fällt Denny Kirkwood als Officer Cooger doch eher durch recht abstruse und nicht ganz nachvollziehbare Handlungsweisen auf, die sich vor allem auf den Umgang mit Annie beziehen. So stellt sich das Schauspiel also insgesamt gesehen als ziemlich durchwachsen dar, reicht jedoch für die vorliegende Geschichte vollkommen aus und unterstreicht zudem so manches Klischee, ohne das man hier leider nicht ausgekommen ist.
Man sieht also, das "Victim - Traue keinem Fremden" mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu den Meisterwerken zu zählen ist, aber immerhin einen Genre-Vertreter darstellt, den man sich ohne Weiteres gut anschauen kann. Die Alterseinstufung halte ich jedoch für etwas zu hoch gegriffen, denn manch einer erwartet durch das rote FSK 18 Siegel sicherlich etliche blutige-und harte Passagen, die das Szenario aber bis auf eine kleine Passagen am Ende definitiv nicht zu bieten hat. Letztendlich handelt es sich also um einen netten, teils fiesen Thriller, der auf jeden Fall gute Unterhaltung für zwischendurch anbietet, so fern man die eigenen Erwartungen nicht in schwindelerregenden Höhen ansiedelt. Im Gegensatz zu Biehn's Erstling "Shadowguard" hat sich der bekannte B-Movie Darsteller jedenfalls um Lichtjahre verbessert, denn "Victim" bietet zumindest kurzweilige Thriller-Kost, mit der man auf keinen Fall seine Zeit verschwendet.
Fazit:
In nur 11 Tagen abgedreht ist "Victim - Traue keinem Fremden" ein wirklich sehenswertes Ergebnis, das zwar keinerlei spektakuläre Dinge beinhaltet, aber 75 Minuten solide Unterhaltung bietet. Teils gelungenes Schauspiel und eine insbesondere in atmosphärischer Hinsicht überzeugende Geschichte sollten auf jeden Fall dafür ausreichen, das man seine Zeit nicht sinnlos vergeudet.
6/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Vidocq
(Vidocq)
mit Gérard Depardieu, Guillaume Canet, Inés Sastre, André Dussollier, Edith Scob, Moussa Maaskri, Jean-Pierre Gos, Isabelle Renauld, Jean-Pol Dubois, André Penvern, Gilles Arbona, Jean-Marc Thibault
Regie: Pitof
Drehbuch: François-Eugène Vidocq / Pitof / Jean-Christophe Grangé
Kamera: Jean-Pierre Sauvaire / Jean-Claude Thibaut
Musik: Bruno Coulais
FSK 16
Frankreich / 2001
Paris 1830 Ein unheimliches gesichtsloses Phantom treibt in den Armenvierteln von Paris sein Unwesen. "Der Alchemist" hat es auf junge, unschuldige Mädchen abgesehen. Sie verschwinden spurlos, ihre Körper tauchen nie wieder auf. Als auch zwei Herren der guten Gesellschaft auf bizarre Weise ums Leben kommen, nimmt Vidocq, ehemaliger Verbrecher, Wissenschaftler und größter Detektiv seiner Zeit, die Ermittlungen auf. Aber selbst er scheint der teuflischen Raffinesse des Monstrums nicht gewachsen zu sein...
Einen Film wie "Vidocq" richtig in Worte zu fassen ist gar nicht einmal so leicht, steht man doch auch noch lange nach Beendigung des Werkes unter dessen Eindruck und muss diesen erst einmal so richtig sacken lassen. Dies liegt einerseits an dem grandiosen Effekt-Gewitter das einen hier größtenteils erwartet, aber andererseits auch am gewonnenen Gesamtbild dieser wirklich fantastischen Geschichte, die das Regie-Debüt des ehemaligen Effekt-Spezialisten Pitof darstellt. Dabei ist "Vidocq" nicht nur der Titel des Filmes, sondern gleichzeitig auch der Name der Hauptfigur, die von keinem geringeren als dem grandiosen Gérard Depardieu dargestellt wird. Das Pitof sehr viel mit Effekten zu tun hatte merkt man von der ersten Minute an, denn seine Geschichte beinhaltet ein teils gewaltiges CGI-Spektakel, das dem Zuschauer hier jedoch im Gegensatz zu etlichen anderen Filmen extrem schmeichelt und nahezu perfekt in das düstere Szenario hineinpasst, das sich einem hier präsentiert. Das Paris des 19. Jahrhunderts ist Schauplatz dieser Kombination aus Action, Thriller-und Fantasy-Film, der an diversen Stellen jedoch auch ganz leichte Einschläge des Horrors erkennen lässt. Diese einzigartige Mixtur macht dann auch einen nicht unerheblichen Teil der Faszination aus, die sich von der ersten Einstellung an breit macht und sich im Laufe der Zeit immer noch weiter intensivieren soll.
Dabei spaltet sich die Story in zwei parallel zueinander laufende Erzählstränge, einerseits versucht nämlich der junge Journalist Etienne Boisset (Guillaume Canet) die Jagd Vidocq's nach dem berüchtigten Alchimisten zu rekonstruieren, dem der berühmte Detektiv schon in der Eröffnungs-Sequenz zum Opfer gefallen war. Auf der anderen Seite bekommt der Zuschauer durch Rückblenden die letzten Tage und somit die Ermittlungen von Vidocq offeriert, so das sich ein insgesamt dramaturgisch erstklassiger Spannungsbogen aufbaut, der einen bis zur wirklich letzten Sekunde bei Atem hält. Pitof ist es dabei längst nicht nur gelungen, seiner Erzählung etliche sehenswerte Effekte und jede Menge Spannung zu verleihen, denn in erster Linie überzeugt das Geschehen doch wohl durch seine grandiose Atmosphäre, die phasenweise so dicht und bedrohlich daher kommt, das man sie förmlich mit einem Messer zerschneiden könnte. Hinzu kommt die absolut brillante Optik des Werkes, denn die Schauplätze werden so wunderbar düster-und unheilvoll ins Bild gesetzt, das es wirklich eine wahre Pracht ist. Man sollte sich bei diesem Film also auf einen absoluten visuellen Leckerbissen einstellen, der über 90 Minuten lang die Augen des Betrachters regelrecht verzaubert und dabei einen äußerst nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
Eine weitere Stärke des Szenarios sind sicherlich die vom Regisseur immer wieder eingestreuten Tempowechsel, wird man des Öfteren mit eher bedächtigen-und leicht dialoglastigen Passagen bedient, so erfahren die Ereignisse doch insbesondere in den vorhandenen Kampfszenen eine erhebliche Tempo-Steigerung und sind an Rasanz schwerlich zu überbieten. Insbesondere in den Szenen, wo es zu einem Zweikampf zwischen Vidocq und dem Alchemisten kommt, mussten wohl definitiv einige Computer-Effekte hilfreich zur Seite stehen, denn von allein wäre Depardieu wohl aufgrund seiner Leibesfülle kaum zu den hier dargestellten Bewegungsabläufen in der Lage gewesen sein. Das fällt aber keinesfalls störend ins Gewicht, erfreut man sich doch vielmehr an einer rundum gelungenen Inszenierung, als das man sich an solchen Kleinigkeiten aufhalten würde. Es ist ganz einfach das unglaublich stimmige Gesamtprodukt, das einen hier auch nach mehrfacher Sichtung immer wieder in seinen fast schon magischen Bann zieht, denn die von dem Geschehen ausgehende Faszination ist so dermaßen gewaltig, das man immer tiefer in die teils märchenhaft anmutende Welt von Vidocq eintaucht und sich dabei nur zu gern von einem sogartigen Strudel mitreißen lässt. Die visuelle Gewalt dieses Filmes geht nicht spurlos an einem vorbei und man genießt im Prinzip jede einzelne Einstellung dieser großartigen Produktion, die trotz ihrer größtenteils düsteren Optik einen unglaublich ästhetischen Eindruck vermittelt.
Letztendlich handelt es sich bei "Vidocq" um einen absolut außergewöhnlichen Film, der nicht nur einen herausragenden Genre-Mix, sondern auch ein visuell berauschendes Erlebnis für den Zuschauer darstellt. Eine extrem interessante Geschichte, fantastisch agierende Darsteller, eine grandiose Optik und jede Menge Spannung ergeben mit dem vorhandenen Effekt-Spektakel ein Gesamtbild, das man insgesamt nur als absolut großartig bezeichnen kann. Nicht jeden Tag passiert es, das einen eine Geschichte so energisch in ihren Bann zieht, wie es in vorliegendem Szenario der Fall ist. Und auch wenn man im Bezug auf die Tricktechnik in den letzten Jahren noch weitere Fortschritte gemacht hat, so ist "Vidocq" auch bei diesem Aspekt immer wieder eine neuerliche Sichtung wert, denn die sagenhafte Bildgewalt dieses Filmes macht einen immer wieder sprachlos.
Fazit:
Filme wie diesen bekommt man leider viel zu selten zu sehen, denn meiner persönlichen Meinung nach präsentiert sich hier ein extrem stimmiges Gesamtbild, in dem eigentlich alles wunderbar zusammenpasst. Von "Vidocq" geht irgendetwas Magisches aus das man schwerlich in Worte fassen kann, man muss den Film definitiv selbst gesehen haben, um die Magie des Geschehens auch wirklich spüren zu können.
9/10
Big Brother is watching you