Postingsanzahl-schonende Zusammenfassung der letzten Tage:
Faceless
Zu Ehren des großen Jess ist gestern einer meiner liebsten Francos im Player gelandet, der paradoxerweise jedoch herzlich wenig mit dem sonstigen Output des spanischen Regisseurs zu tun hat. Mit einem multinationalen Cast und bekannten Gesichtern, herben Schmoddereffekten, stimmigen Locations und einer durchgehenden "Mad Scientist"-Handlung ohne der eigentlich obligatorischen und traumartigen Atmosphäre ist Franco hier wirklich ein sehr solider 80er-Jahre-Horrorstreifen voller Selbstzitate und Cameos ("Dr. Orloff") gelungen, der mich immer wieder aufs Neue begeistet. Lahaie im knappen Krankenschwestern-Outfit, unser Heli ohne Berührungsängst beim weiblichen Geschlecht, eine koksende Munroe und Stephane Audran als neugierige Vettel - besser gehts eigentlich gar nicht. Ein Film voller eindrucksvoller Momente, der herrlich schmierig daherkommt, ohne sleazig zu sein und meines Erachtens auch weithin grob unterschätzt ist. Muchos gracias Jess für diesen großartigen Streifen!
Excision
Mittelprächte Mischung aus Teen-Angst-Drama, Psychothriller und Vorstadt-Horror, dass zweifellos schöne und verstörende Bilder und tolle Darsteller zu bieten hat, aber abseits davon doch etwas schwächelt. Die gar sonderbare Figur der Pauline bleibt für meinen Geschmack ja etwas zu blass und der Gag, alle Rollen gegen den Strich zu besetzen (Traci Lord als spießige "Desperate Housewife" und John Waters als Priester) erweist sich ja für die Stimmung des Filmes irgendwie auch eher als etwas kontrproduktiv. Dem durchschnittlichen Horrorfan wird "Excision" mangels Spannung auch etwas zu langatmig sein, während sich Drama- und "Coming-of-Age"-Fans wohl an den blutigen und teils auch ekligen Szenen stören könnten. Unterm Strich ein interessanter und sicherlich ungewöhnlicher Film, der an "Carry" und auch "Donny Darko" erinnert, aber irgendwie nicht sonderlich prickelnd erzählt wird und für meinen Geschmack trotz schöner Optik inhaltlich als dramatisches Werk zu viele Fragezeichen zurücklässt.
Dead Shadows
Wenn man einen unterdurchschnittlichen französischen Amateur-Film am Cover mit der Party-Granate "Attack the Block" vergleicht, muss man wohl nicht lange auf negative Kommentare im Netz warten. Leider ist David Cholewas Debüt-Fan-Werk auch alles andere als gut ausgefallen und krankt an allen Ecken mit einer unglaublich schlecht daherkommenden Story, die irgendwelche Momente, Locations und Figuren miteinander verknüpft, die allesamt keinen Sinn ergeben und am Ende auch gänzlich verpuffen. Die Story ist ja selbst für Genre-Verhältnisse so derartig mies, dass man kaum glauben kann, dass der Regisseur im Vorfeld irgendwelche ausländischen Investoren für sein Projekt gewinnen konnte. Der bekennende und große Carpenter-Fan bedient sich außerdem noch recht dreist bei "Das Ding aus einer anderen Welt" und anderen Genre-Werken und peppt das lahme Teil mit blutigen Effekten auf, die größtenteils aus dem Rechner stammen. Hilft aber nix und "Dead Shadows" ist und bleibt leider ziemlich mies!
Blutiger Valentinstag
Sehr gelungener und kurzweiliger Slasher mit Valentinstag-Thematik, dass mit der heruntergekommenen Bergwerksstadt und den Stollen unter der Erde auch sehr schöne Locations zu bieten hat, die im Verlauf des Filmes von Regisseur George Mihalka auch ausgiebig genutzt werden. Die Charaktere der jungen Arbeiter sind auf Dauer vielleicht eine Spur zu albern und überdreht und da hätte man sich vielleicht etwas mehr Ernst gewünscht, aber wenn erst mal das Geschmoddere losgeht, zählt "Blutiger Valentinstag" sicherlich zum Besten, dass jemals in dieser Kiste gedreht worden ist und hat herzlich wenig mit den restlichen Diskont-Schlitzer nach dem "Schema F" zu tun, die in den Jahren darauf noch so folgten. Die "Unrated"-Fassung ist auch überraschend herb ausgefallen und platziert seine blutigen Momente über die gesamte Laufzeit, ehe es im Finale dann so richtig rund geht. Die Auflösung hat mir ebenfalls gut gefallen und der Titelsong von Paul Zaza ist ein richtig fieser Ohrwurm - besser gehts kaum!
Vampires Night Orgy
Ich mag den!
Die letzte Mätresse
Nicht uninteressantes Kostümfilm-Drama der französischen Skandalfilmerin Catherine Breillat, der die Verfilmung des Romans von Jules-Amédée Barbey D'Aurevilly auch eine Herzensangelegenheit war. Entgegen den anderen Werken von Madame Breillat ist "Die letzte Mätresse" jedoch verglleichsweise zahm ausgefallen und wirkt ab und an auch etwas steif in der Hüfte. Das Hauptaugenmerk liegt statt Körperlichkeiten auch eher in der schönen Ausstattung des Streifens und der Geschichte einer sadomasochistischen Liebe, die anfänglich recht unbeschwert und dann zunehmend dramatischer wird. Asia Argento in der Hauptrolle ist für mich persönlich natürlich eine harte Nuss und wenn die vollsten Lippen ausgerechnet auch noch der männliche Hauptdarsteller zu bieten, der optisch so überhaupt nicht in mein Beuteschema fallen würde, ist es halt auch ein bissl schwer, objektiv zu bleiben. Dennoch ist "Die letzte Mätresse" ein durchaus gelungenes Drama, das schöne Bilder und eine wunderbar fragile Roxane Mesquida zu bieten hat und Fans von Werken aus der Kostümfilm-Kiste und Arte-Seher auch nicht enttäuschen wird.
Zombie Brigade
demnächst mehr!
Zombie Lake
Du meine Güte, der Film hat doch nix. Kein Flair, keine Story, keine Spannung und lediglich ein paar grüne Männchen und Bärchen im Wasser. Der ganze Film zieht sich wie Raclette-Käse und hat außer zahlreichen Anschlussfehlern, ein paar netten Aufnahmen von idyllischen Dörfern, überforderten Komparsen und einem sichtlich etwas genervten Howard Vernon auch absolut nichts zu bieten. Glaubt man den obigen Bewertungen manch ansonsten geschmackssicherer User, muss wohl ein zweiter Film mit gleichen Namen existieren und liebe Leutchen - man kann es mit Wohlwollen gegenüber Genre-Gurken und Fan-Brille auch etwas übertreiben. Der Film, den ich gestern gesehen hab, ist lediglich Grütze aus dem Amateur-Bereich ohne jeglichem Charme, Sinn und Verstand und handwerklich obendrein noch extrem schlecht gemacht.