Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Polizeirevier Davidswache

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Episodenhafter und dokumentarisch angehauchter Milieu-Streifen, der im Vergleich zu anderen Filmen aus der Kiez-Kiste doch irgendwie relativ düster daherkommt. Gleich zu Beginn informiert uns eine Stimme aus dem Off, das der im Bild gezeigte Polizeibeamte sterben wird und die Chronik dieses angekündigten Todes nimmt dann auch seinen schicksalhaften Lauf und reißt auch noch andere mit. Dabei zeigt "Polizeirevier Davidswache" ein Bild von St. Pauli, dass im Grunde wenig schmeichelhaft ist und vor allem durch Neid, Kriminalität und Gewalt geprägt ist und demontiert den glorifizierten Mythos des Kiez. Sicherlich kein Film, auf den der Tourismusverein stolz wäre und irgendwie auch ein unerwarteteter Kontrast zu den restlichen Filmen, in denen dann doch meist das Gute siegt. In "Polizeirevier Davidswache" sind alle Verlierer und St. Pauli der Ort, der dafür verantwortlich ist. Toller Film!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Zombi 3

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"Viele Köche verderben den Brei" und im Falle von "Zombie 3" trifft es dieser Spruch ja eigentlich ganz gut und es fehlt dem Ganzen inhaltlich doch irgendwie die Einheit. Was als mißglücktes Experiment und Massen-Epidemie beginnt, endet dann seltsamerweise in einer recht gestreckten Verfolgungsjagd von ein paar Jugendlichen im "Troll 3"-Ambiente. Warum in Gebäuden überall Grünzeug herumhängt und immer wieder grünes Licht leuchtet, wissen wohl nur die Macher selbst und auch die zahlreichen Anschlussfehler und Unterschiede in der Vegetation, die so gar nicht zusammenpassen wollen, machen "Zombie 3" doch eher zu einem arg trashigen Vergnügen. Zwar ist der Streifen nicht unbedingt langweilig, aber auch weit entfernt davon ein richtiger Kracher zu sein. Zumindest stimmt der Cast, aber natürlich kein Vergleich zu den vorangegangenen Streifen auf der Zombie-Kiste. Dass es aber noch viel schlechter geht, beweist "Zombie 4 - After Death".

Zombie 4 - After Death

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Ziemlich grottiger Zombie-Streifen, der ja eigentlich nicht einmal ein Zombie-Streifen ist und sein Geschehen auf eine vernebelte Voodoo-Insel verlegt. Statt eine Geschichte zu erzählen lässt Fragasso seine Protagonisten wahlweise durch den Tropenwald oder irgendwelche Höhlen stolpern, wo diese ab und an auf bewegungstalentierte Zombies treffen und nach der Reihe zum Opfer fallen. Inhaltilcher Minimalismus trifft dabei auf offensichtlichen Dilettantismus und obwohl immer wieder geschmoddert wird, entwickelt sich die ganze Sause nach der Hälfte zu einem ziemlich zähen Vergnügen. Mein neuer Liebling Massimo Vanni ("The Riffs") aus dem Vorgänger ist im Gegensatz zum einschlägigen Fleischfilmstar Jeff Stryker recht passabel besetzt, aber der Rest des Casts ist ebenfalls ziemlich mau. An manchen Tagen kann man sich sicherlich am erhöhten Trashgehalt erfreuen, aber so richtig zünden will dieser "Jump´n Run"-Untoten-Flick dann so leider gar nicht. Gurke!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Piraten! Ein Haufen merkwürdiger Typen

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Absolut grandioser und witziger Animations-Familienfilm, der eine wahnwitzige Piraten-Geschichte in atemberaubenden Tempo serviert, bei dem man aus dem Lachen echt nicht mehr herauskommt. Was das abgeht, passt ja eigentlich auf keine Walfischhaut und selbst der Klabautermann könnte sich so eine derartig überdrehte Geschichte nicht besser ausdenken. Die Figuren sind sympathisch und mit Stop-Motion perfekt in Szene gesetzt und auch die Geschichte ist absolut herrlich, obwohl ich sonst so gar nicht auf Piraten abfahre. Außerdem geht so dermaßen die Post ab, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hingucken soll. Die Gag-Dichte ist extrem hoch und immer wenn man glaubt, dass es nicht noch besser kommen kann, setzten dich Macher noch einen drauf. Sicher einer der lustigsten Animationsfilme, den ich jemals gesehen hab und wer sowas mag, sollte sich den Streifen keinesfalls entgehen lassen.

Ronal der Barbar

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Schon das etwas seltsame Cover verheisst ja nicht den üblichen Animationsspass und "Ronal der Barbar" ist dann auch alles andere als ein familientauglicher Unterhaltungsfilm, sondern eine abgedrehte Mischung aus düsterer Fantasy, Slacker- und Buddy-Movie, Sexklamotte und Partyfilm für das aufgeschlossene Publikum. Irgendwie so gar nicht geschmackssicher überrascht der Streifen durch seine Körperlichkeit, seinen "Heavy Metal"- und 80er-Look und seiner Geschichte, in der immer wieder geflucht, gesexelt und ordentlich geprollt wird. Sicherlich müssen in Punkto Animation gegenüber Pixar und Konsorten einige Abstriche gemacht werden und "Ronal" ist wohl auch kein Film für Kinder und Feingeister, aber andererseits fühlte ich mich als Barbaren-Fan großartig unterhalten. Manowar und Korsten standen wohl Pate für den Look und der unterhaltsame Streifen richtet sich dann wohl trotz FSK12-Freigabe auch eher an große Kinder, die an dem Zitatekino auch sicherlich ihren Spaß haben werden.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Schlümpfe

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Aaarrrgh! Langweilige und ver-amerikanisierte Version der Schlümpfe, dass mit seiner Kombination aus animierten und Real-Szenen so gar nicht punkten kann. Abgesehen davon, dass es den Machern überhaupt nicht gelungen ist, den nostalgischen Charme der kleinen Bläulinge einzufangen, ist der ganze Streifen einfach furchtbar unlustig geraten und bietet neben peinlichen Product-Placement (Google, Guitar-Hero, M&M´s, etc.) leider nur eine schrecklich vorhersehbare Geschichte, deren (wenige) beste Szenen bereits im Trailer zu finden sind. Viel hab ich mir ohnehin nicht erwartet, aber nicht einmal das wurde erfüllt. Ich glaub ja nicht, dass kleinere Menschen da mehr Spass dran haben, aber ich empfinde rappende Schlümpfe als Zumutung und den gesamten Streifen als äußerst entbehrliche Grütze. Avoid!

Night of the Lepus

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Da die Kaninchen-Population auf der Hillman-Farm langsam zur Plage wird und der Farmer jedoch einen Gift-Einsatz vermeiden möchte, wird der Wissenschaftler Bennett damit beauftragt, eine andere Lösung für das Problem zu finden. Der experimentiert daraufhin mit Hormonen um den Geschlechtstrieb der Tiere zu unterdrücken und experimentiert mit einem Kaninchen, dass durch einen dummen Zufall in Freiheit gerät. Dort mutiert das niedliche Häschen jedoch zu einem 150-Pfund-Riesen-Karnickel, dass daraufhin blutgierig und mit seinem ebenfalls mutierten Genossen den Landstrich in Angst und Schrecken versetzt.

Wie geil ist das denn! Niedliche Häschen, die zu Riesenmonster mutiert über hilflose Menschen herfallen - einen besseren Film kann es um Ostern herum wohl gar nicht geben. Nach einem etwas drögen Start mutiert der Tierhorror-Streifen auch zu einem richtigen Kracher und überrascht neben seinen zahlreichen Stars wie Janet Leigh, Stuart Whitman und DeForrest "Pille" Kelley auch mit sensationellen Effekten und einer zutiefst ernstgemeinten Inszenierung, die einem entweder fassungslos zurücklässt oder auch die Freudentränen in die Augen treibt. Die Macher meinen das mit den mutierten Hasen durchaus ernst und schrecken dabei auch vor durchaus blutigen Momenten nicht zurück. "Night of the Lepus" ist dann auch sicher der mit Abstand obskurste Tierhorror-Streifen, der mir jemals vor die Linse gekommen ist und lässt langweilige Mörderspinnen, Bienen, Alligatoren, Ameisen und sonstiges Getier auch mühelos hinter sich.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Postingsanzahl-schonende Zusammenfassung der letzten Tage:

Tunnel der lebenden Leichen

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Englischer Horrorstreifen von Gary Sherman ("Tod & Begraben") der leidlich gelungen Humor und Horror zusammenbringen möchte. Interessant ist sicherlich die Tatsache, das Kannibalismus hier völlig wertfrei behandelt wird und der vermeintliche Bösewicht am Ende eine überraschend tragische Note bekommt. Trotzdem werden die Möglichkeiten, wie z.B. die schönen Locations des Londoner U-Bahn-Netzes nur eher selten genutzt und Donald Pleasence bzw. dessen Rolle als abgeklärter und sarkastischer Ermittler ist wieder einmal kaum auszuhalten. Warum man den Herrn gut finden kann, hat sich mir ja bislang noch nie erschlossen und für mich ist das auch eher der englische Til Schweiger der Siebziger- und Achtzigerjahre. Auch sonst ist in dem Streifen mit dem leicht irreführenden Titel eher alles etwas unterdurchschnittlich und auch wenn das Teil für sein Entstehungsjahr überraschend schmoddrig daherkommt, konnte ich mich nicht so richtig dafür begeistern.

Creepshow

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Du meine Güte? Alles voller Lobeshymnen hier. Romeros "Creepshow" ist ja leider nicht nur ziemlich langweilig und öde, sondern schlicht und ergreifend auch um eine halbe Stunde zu lang. Die einzelnen Geschichen sind weder besonders spannend, witzig oder gar originell und der Reiz liegt wohl einzig und allein darin, sehr bekannte Gesichter in zumeist etwas seltsamen und gegen das Image gebürstete Rollen zu sehen. Ganz schlimm emfpand ich die gänzlich spannungsbefreite Zombie-Episode mit seinen überzeichneten Charakteren und auch die mit dem Yeti in der Kiste ist um nichts besser geraten. Mäßig geraten ist die mit dem gehörnten Ehemann und den Kakerlaken und über die mit dem Stephen King hülle ich mich wohl besser in Schweigen. Die Rahmenhandlung kann ebenfalls nix und die Inszenierung im Comic-Style wirkt auf Dauer auch eher bemüht. Vielleicht ist Episoden-Horror wirklich nicht mein Ding, aber "Die unheimlich verrückte Geisterstunde" ist für mein Empfinden einfach nur unheimlich grottig!

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Man möge mich bitte erschießen! :palm:


Lifeforce

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In einer guten Welt wäre "Lifeforce" natürlich nie gefloppt und der unterhaltsame Streifen von Tobe Hooper aus der Cannon-Schmiede bietet ja wirklich alles, was man sich von einem Sci-Fi-, Vampir-, Zombie-, Katastrophen- und Horrorfilm mit Besessenheitskomponente erwartet - und zwar alles auf einmal! Ich weiß ja nicht wie die Kinofassung ausgefallen ist, aber im DC läuft das alles so zunehmend aus dem Ruder, dass man dem Treiben mit fortgeschrittener Laufzeit eigentlich nur noch fassungslos folgen kann. Was in den unendlichen Weiten des Weltalls beginnt, wandelt sich zu einem dehydrierenden Psychohorror-Streifen und endet mit nichts weniger als der Zerstörung Londons - was will man mehr. Steve Railsback ist ja sowieso ein Guter und auch der Rest des Casts kann sich insbesonderer der lieben Frau May durchaus sehen lassen. Alles in allem ein flockig-unterhaltsames, weithin unterschätzter Streifen und cineastisches "Pop-Rocks", genau nach meinem Geschmack.

The Divide

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Sehr düsterer Streifen von Xavier Gens ("Frontier(s)" der sich irgendwie jedoch stets etwas anders entwickelt als erwartet. Das Endzeit-Szenario ist ja auch nur Aufhänger für einen handfesten Klaustrophobie-Thriller, bei dem dank knapper Nahrungsmittel und aussichtsloser Situation bald einmal die Nerven bei den eingeschlossenen Leutchen in einem verschlossenen Keller-Bunker blank liegen. Danach entwickelt sich nach und nach ein richtiger Psychokrieg, in dem die Überlebenden ihre hässlichen Gesichter präsentieren. Die unterschiedlichen Figuren und das aussichtslose Szenario ist jedenfalls recht gut gezeichnet und entwickelt sich gegen Ende wirklich bedrückend. Ein durchwegs packender und eigentlich ganz furchtbarer Film, den man sicherlich nicht mögen muss, aber der trotzdem nicht minder interessant und empfehlenswert daher kommt.

Creepshow - Kleine Horrorgeschichten

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Unterhaltsamer Episoden-Grusler, der im Gegensatz zum Vorgänger auch das Herz am rechten Fleck hat und meines Erachtens auch wesentlich stimmiger ausgefallen ist. Statt überzeichneter Momente und überdrehter Charaktere am laufenden Band sind die auf drei reduzierten Episoden auch wesentlich ernsthafter und stimminger ausgefallen, ohne dabei auf eine Prise Humor zu verzichten. Die drei Geschichten bieten zwar mit Ausnahme von George Kennedy nicht so bekannte Gesichter, aber ein paar durchaus eklige Momente, die im Verlauf auch immer mehr gesteigert werden. Episode 2 überzeugt neben einer kuriosen Ausgangsidee mit einer Extraportion Slasher-Feeling und die dritte Episode ist sowieso ein richtiger Kracher. Zusammengehalten wird alles mit einer animierten Zwischensequenz, die man so auch durchaus lassen kann. Ein rundum gelungenes B-Movie, das mir den Glauben an funktionalen Episodenhorror wieder zurückgegeben hat... ;)
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Father's Day

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Vor Jahren gab es in einer Stadt nördlich von Tromaville eine schreckliche Mordserie. Ein dicker Psychopath überfiel Väter in ihren Wohnungen und vergewaltigte und massakrierte sie auf abartigste Weise um sich dann auch noch an ihren Kadavern zu vergehen. Nun ist der vermeitlich ermordete Killer wieder zurück und verübt weiter seine grausame Verbrechen und nimmt es dieses Mal mit seinen Opfern nicht mehr so genau. Der gewaltbereite Ahab und der Stricher Twink, die beide ihre Väter verloren haben und ein unerfahrener Priester stellen sich der Bestie in den Weg und ahnen nicht, dass sie sich zu allem Überfluss auch noch mit übernatürlichen Mächten angelegt haben.

"Father's Day" wird ja ringsherum schon wieder ordentlich abgefeiert und eigentlich hätte der Film mit seinem sympathischen Grindhouse-Look und Anleihen beim Siebziger-Jahre-Film auch das Zeugs zu einem richtig guten Retro-Streifen. Leider haben sich die Macher bzw. das Künstlerkollektiv dahiner jedoch bei der Herstellung für ein abgeschmacktes Party-Filmchen entschieden, der leider nicht sonderlich witzig ist und meistens auch weit über sein Ziel hinausschießt. So wird ohne Rücksicht auf Verluste inklusive Geschlechtsverstümmelungen geschmoddert und statt auf eine durchgehende Geschichte zu achten wird im Verlauf der episodenhaften Handlung immer noch eine Abartigkeit nach der anderen draufgepackt um so zumindest den einschlägigen Zuschauer halbwegs bei Laune zu halten. Und so landet "Father's Day" dank müder Gags, billiger Tricks und teils auch schlechten Darstellern recht rasch in der falschen Ecke. Weniger wäre hier sicher mehr gewesen.

Von der bösen Art

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Mittelprächtig gelungene Mischung aus Dämonen-Thriller, Home-Invasion und Bikerfilm, in der eine Gruppe gewaltbereiter Motorrad-Rocker auf einmal selbst einer nicht näher bekannten Bedrohung in Form von ein paar Rockabillys ausgesetzt wird. Der Streifen ist zwar recht ordentlich gemacht und bietet auch recht eindrucksvolle Momente, jedoch hat mich die Geschichte doch arg enttäuscht. Ich bin ja generell nicht sonderlich anfällig für Rocker/Rockabilly-Pathos und auf ein Warum und Wieso wird im Verlauf des Streifens ebenfalls gleich gar nicht eingegangen. Freudschis können sich sicherlich an den Mädels und deren Optik erfreuen, aber für meinen Geschmack wird im Verlauf des Streifens einfach zu viel von dem vorhandenen Potential einfach nicht genutzt. "Von der bösen Art" ist zwar sicher nicht langweilig ist und die Szene vom Cover auch sehr gelungen ist und dennoch wird man stets das Gefühl nicht los, dass hier einfach viel mehr möglich gewesen wäre...

Der gestiefelte Kater

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Perfekt gemachter Animationsstreifen für Katzenfreunde, der aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Geschichte so gar nix taugt und auch nur recht lose und mäßig die sehr actionreichen Momente miteinander verbindet. Was ja als Mantel- und Degen-Film recht vielversprechend beginnt, wird zunehmend etwas seltsam, wenn auf einmal ein sprechendes Ei mit der furchtbaren Synchronstime von Elton und andere Fantasie-Elemente eingebaut werden. So verkommt "Puss in Boots" auch eher zu einem 3D-Action-Feuerwerk ohne viel Charme und Witz und selbst der mitgelieferte Bonus-Kurzfilm "Los Diablos" zeigt eindrucksvoll, dass hier doch sehr viel Potential verschenkt wurde. So kann man den Streifen zwar gut gucken, aber so richtig zündet die Sause aber nicht und es ist schade, dass die sympathische Figur des Katers keine bessere Rahmenhandlung bekommen hat.

Shrek

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Immer noch einer der besten Animationsfilme, der jemals realisiert wurde und dank seiner schwarzhumorigen Geschichte über einen nicht ganz alltäglichen Helden auch ein Jahrzehnt nach seinem ursprünglichen Erscheinen noch immer überzeugen kann. Zwar hat die Technik auch hier mittlerweile wieder große Fortschritte gemacht, aber "Shrek" hat eindeutig das Herz am rechten Fleck und ist neben einer temporeichen Inszenierung auch stets noch herrlich selbstironisch. Der Start mit dem Fabelwesen ist ja sowieso der Kracher und sowieso und überhaupt kann "Shrek" nur empfohlen werden, auch wenn die nachfolgenden Teile ab dem dritten nicht mehr so richtig zünden wollten. Der Auftakt ist aber ein großartiger Film für große und kleine Kinder, der auch bei mir immer wieder gerne im Player landet.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Postingsanzahl-schonende Zusammenfassung der letzten Tage:

Faceless

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Zu Ehren des großen Jess ist gestern einer meiner liebsten Francos im Player gelandet, der paradoxerweise jedoch herzlich wenig mit dem sonstigen Output des spanischen Regisseurs zu tun hat. Mit einem multinationalen Cast und bekannten Gesichtern, herben Schmoddereffekten, stimmigen Locations und einer durchgehenden "Mad Scientist"-Handlung ohne der eigentlich obligatorischen und traumartigen Atmosphäre ist Franco hier wirklich ein sehr solider 80er-Jahre-Horrorstreifen voller Selbstzitate und Cameos ("Dr. Orloff") gelungen, der mich immer wieder aufs Neue begeistet. Lahaie im knappen Krankenschwestern-Outfit, unser Heli ohne Berührungsängst beim weiblichen Geschlecht, eine koksende Munroe und Stephane Audran als neugierige Vettel - besser gehts eigentlich gar nicht. Ein Film voller eindrucksvoller Momente, der herrlich schmierig daherkommt, ohne sleazig zu sein und meines Erachtens auch weithin grob unterschätzt ist. Muchos gracias Jess für diesen großartigen Streifen!

Excision

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Mittelprächte Mischung aus Teen-Angst-Drama, Psychothriller und Vorstadt-Horror, dass zweifellos schöne und verstörende Bilder und tolle Darsteller zu bieten hat, aber abseits davon doch etwas schwächelt. Die gar sonderbare Figur der Pauline bleibt für meinen Geschmack ja etwas zu blass und der Gag, alle Rollen gegen den Strich zu besetzen (Traci Lord als spießige "Desperate Housewife" und John Waters als Priester) erweist sich ja für die Stimmung des Filmes irgendwie auch eher als etwas kontrproduktiv. Dem durchschnittlichen Horrorfan wird "Excision" mangels Spannung auch etwas zu langatmig sein, während sich Drama- und "Coming-of-Age"-Fans wohl an den blutigen und teils auch ekligen Szenen stören könnten. Unterm Strich ein interessanter und sicherlich ungewöhnlicher Film, der an "Carry" und auch "Donny Darko" erinnert, aber irgendwie nicht sonderlich prickelnd erzählt wird und für meinen Geschmack trotz schöner Optik inhaltlich als dramatisches Werk zu viele Fragezeichen zurücklässt.

Dead Shadows

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Wenn man einen unterdurchschnittlichen französischen Amateur-Film am Cover mit der Party-Granate "Attack the Block" vergleicht, muss man wohl nicht lange auf negative Kommentare im Netz warten. Leider ist David Cholewas Debüt-Fan-Werk auch alles andere als gut ausgefallen und krankt an allen Ecken mit einer unglaublich schlecht daherkommenden Story, die irgendwelche Momente, Locations und Figuren miteinander verknüpft, die allesamt keinen Sinn ergeben und am Ende auch gänzlich verpuffen. Die Story ist ja selbst für Genre-Verhältnisse so derartig mies, dass man kaum glauben kann, dass der Regisseur im Vorfeld irgendwelche ausländischen Investoren für sein Projekt gewinnen konnte. Der bekennende und große Carpenter-Fan bedient sich außerdem noch recht dreist bei "Das Ding aus einer anderen Welt" und anderen Genre-Werken und peppt das lahme Teil mit blutigen Effekten auf, die größtenteils aus dem Rechner stammen. Hilft aber nix und "Dead Shadows" ist und bleibt leider ziemlich mies!

Blutiger Valentinstag

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Sehr gelungener und kurzweiliger Slasher mit Valentinstag-Thematik, dass mit der heruntergekommenen Bergwerksstadt und den Stollen unter der Erde auch sehr schöne Locations zu bieten hat, die im Verlauf des Filmes von Regisseur George Mihalka auch ausgiebig genutzt werden. Die Charaktere der jungen Arbeiter sind auf Dauer vielleicht eine Spur zu albern und überdreht und da hätte man sich vielleicht etwas mehr Ernst gewünscht, aber wenn erst mal das Geschmoddere losgeht, zählt "Blutiger Valentinstag" sicherlich zum Besten, dass jemals in dieser Kiste gedreht worden ist und hat herzlich wenig mit den restlichen Diskont-Schlitzer nach dem "Schema F" zu tun, die in den Jahren darauf noch so folgten. Die "Unrated"-Fassung ist auch überraschend herb ausgefallen und platziert seine blutigen Momente über die gesamte Laufzeit, ehe es im Finale dann so richtig rund geht. Die Auflösung hat mir ebenfalls gut gefallen und der Titelsong von Paul Zaza ist ein richtig fieser Ohrwurm - besser gehts kaum!

Vampires Night Orgy

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Ich mag den! ;)

Die letzte Mätresse

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Nicht uninteressantes Kostümfilm-Drama der französischen Skandalfilmerin Catherine Breillat, der die Verfilmung des Romans von Jules-Amédée Barbey D'Aurevilly auch eine Herzensangelegenheit war. Entgegen den anderen Werken von Madame Breillat ist "Die letzte Mätresse" jedoch verglleichsweise zahm ausgefallen und wirkt ab und an auch etwas steif in der Hüfte. Das Hauptaugenmerk liegt statt Körperlichkeiten auch eher in der schönen Ausstattung des Streifens und der Geschichte einer sadomasochistischen Liebe, die anfänglich recht unbeschwert und dann zunehmend dramatischer wird. Asia Argento in der Hauptrolle ist für mich persönlich natürlich eine harte Nuss und wenn die vollsten Lippen ausgerechnet auch noch der männliche Hauptdarsteller zu bieten, der optisch so überhaupt nicht in mein Beuteschema fallen würde, ist es halt auch ein bissl schwer, objektiv zu bleiben. Dennoch ist "Die letzte Mätresse" ein durchaus gelungenes Drama, das schöne Bilder und eine wunderbar fragile Roxane Mesquida zu bieten hat und Fans von Werken aus der Kostümfilm-Kiste und Arte-Seher auch nicht enttäuschen wird.

Zombie Brigade

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demnächst mehr!

Zombie Lake

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Du meine Güte, der Film hat doch nix. Kein Flair, keine Story, keine Spannung und lediglich ein paar grüne Männchen und Bärchen im Wasser. Der ganze Film zieht sich wie Raclette-Käse und hat außer zahlreichen Anschlussfehlern, ein paar netten Aufnahmen von idyllischen Dörfern, überforderten Komparsen und einem sichtlich etwas genervten Howard Vernon auch absolut nichts zu bieten. Glaubt man den obigen Bewertungen manch ansonsten geschmackssicherer User, muss wohl ein zweiter Film mit gleichen Namen existieren und liebe Leutchen - man kann es mit Wohlwollen gegenüber Genre-Gurken und Fan-Brille auch etwas übertreiben. Der Film, den ich gestern gesehen hab, ist lediglich Grütze aus dem Amateur-Bereich ohne jeglichem Charme, Sinn und Verstand und handwerklich obendrein noch extrem schlecht gemacht.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Shrek 2

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Tempo- und Gag-reiche Fortsetzung des Erstlings, der hier auf noch mehr Persiflage setzt und trotz vorhersehbarer Geschichte stets das Herz am rechten Fleck hat. Die Geschichte über eine Liebes-Intrige im Märchenland "Far Far Away" ist ja nur der Aufhänger für zahlreiche Verweise auf andere Filme, wobei der gestiefelte Kater als "Alien" immer noch das absolute Highlight ist. Auch der Rest der Figuren sind herrlich gegen den Strich gebürstet und spielen eifrig gegen ihr eigentliches Image an. Viel Musik, eine detailfreudige Inszenierung und viel Spass machen "Shrek 2 - Der tollkühne Held auch zu einem der besten Animations-Filme, die bislang realisiert wurden. Kracher!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Der tödliche Schwarm

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Menno... was hab ich mich auf diesen Streifen gefreut und dann das: nicht nur, dass man die Bienen-Angriffe in dem überlangen Streifen an einer Hand abzählen kann und es im Grunde gerade einmal einen (!) gruseligen Angriff zu Beginn gibt, so baut der Streifen im weiteren Verlauf immer weiter ab und präsentiert ein lahmes Katastrophenfilm-Szenario, in dem vor allem viel doofes - wahlweise wissenschaftliches oder militärisches - Zeugs gelabert wird. "The Swarm" ist auch erschreckend schlecht getrickst, holprig erzählt und Figuren die lang und breit eingeführt werden, gehen einfach in der Mitte hops und die nächste Garde an Personen rückt nach, was dem Streifen ebenfalls nicht bekommt. Für den seinerzeitigen Kinostart wurden dann auch knapp 40 Minuten an Handlungsszenen rausgekürzt, was für einen kurzweiligen Film wohl immer noch 30 Minuten zu wenig sind. Alles in allem ein langweiliger, extrem gestreckt-wirkender Katastrophenfilm mit Anleihen beim Tierhorror, das verschenkte Möglichkeiten bietet und beim Publikum für lange Gesichter sorgt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Arirang

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Ein nicht näher bezeichneter Unfall am Set des 2008 in die Kinos gekommenen Streifens „Dream“ bei dem sich eine Schauspielerin ohne schlimmere Konsequenzen verletzte, stürzte Kim Ki-duk nach dem ersten Schreckmoment in die künstlerische Schaffenskrise samt Schreibblockade und der innerlich und künstlerisch ausgebrannte Mann verfiel in eine Depression. Ki-duk zog sich daraufhin nach eigenen Angaben mit zwei Digitalkameras in ein abgelegenes Haus zurück, wo er zurückgezogen und nahezu ohne Annehmlichkeiten des täglichen Lebens seine Katharsis auf Band festhielt und mit dem Dokumentar-Experimentalfilm „Arirang“ seinem Burn-Out ein filmisches Denkmal setzte.

Filmemacher und die kreative Verarbeitung von Depressionen kennt ja bereits aus von Triers "Melancholia", doch statt schöner Bilder setzt "Arirang" bzw. Kim Ki-duk auf schonungslos ehrliche und karge Momente eines Mannes, der seiner Sinn- und Lebenskrise mit Zwiegesprächen mit sich selbst auf den Grund geht und letzten Ende einen unorthodoxen und fiktiven Weg wählt um den Geistern seiner Vergangenheit entgegen zu treten. Herausgekommen ist eine interessante und mutige Mischung aus Dokumentarfilm und Experimentalfilm-Drama mit kargen und schonungslos offenen Momenten, das zwar den Vorwurf der Selbstverliebtheit des Einzelgängers nicht gänzlich ausräumen kann, aber insgesamt doch sehr empfehlenswert daherkommt.

Pieta

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Ziemlich herber Stoff von Regisseur Kim Ki-duk, der sich hier auf die wirtschaftlichen Verlierer seines Landes konzentiert und eine schonungslose Geschichte über einen Schuldeneintreiber präsentiert, der säumige Zahler zu Krüppeln macht um so von der Versicherung das ausständige Geld zu kassieren. Als eine Frau auftaucht, die behauptet seine Mutter zu sein, bröckelt der emotionale Panzer und der Mann beginnt seine früheren Handlungen zu überdenken. Ki-duk vermischt dabei Arthouse-Drama mit einer großen Portion Exploitation-Thriler und auch wenn die Gewalt im Off stattfindet, ist "Pieta" ganz schön starker Tobak. Trotzdem ist das Ende etwas früh vorhersehbar und Ki-duk schafft es auch nicht ganz die eindringliche Stimmung des Beginns über die gesamte Laufzeit aufrecht zu erhalten und die teils seltsame und ruckartige Kameraführung fand ich etwas seltsam. Dennoch ein gelungener Film voller gegensätzlicher Momente und so auch sehr empfehlenswert. Wie unser Arkschi schon bei "Arirang" anmerkte: kein Film für Sektglasschwenker...

Mondomanila

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Rasanter, bunter und selten geschmackssicherer Punkrock-Musical-Trip in dreckigen Strassen eines Slums der Millionenmetropole Manila, das von seltsamen Menschen bevölkert ist. In Form eines fiktiven Experimental-Dokumentarfilms und Digitalkamera-Optik bietet "Mondomanila" Einblicke in das Leben von Dealern, Junkies, Losern, einarmigen Rappern, kleinwüchsigen Lesben und Pädophilen und präsentiert kleine und große Abartigkeiten am laufenden Band, die stets so präsentiert werden, als wären es die normalsten Sachen der Welt. Die Figuren haben nach kurzfristiger Irritation aber gleich mal auf ihrer Seite und der ausgepackte Stinkefinger geht Punk-typisch dabei in alle Richtungen. Dennoch ist "Mondomanila" bei entsprechendem Wohlwollen und Aufgeschlossenheit auch dank schmissiger Songs recht erfrischend und unterhaltsam und funzt dank kurzer Laufzeit auch recht gut. Das der Streifen einen Sitzplatz weiter komplett gegenteilig aufgenommen wurde, ist aber ebenfalls wenig verwunderlich.
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