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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 19. Mai 2013, 12:02
von horror1966
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Die Outsider
(The Outsiders)
mit C. Thomas Howell, Matt Dillon, Ralph Macchio, Patrick Swayze, Rob Lowe, Emilio Estevez, Tom Cruise, Glenn Withrow, Diane Lane, Leif Garrett, Darren Dalton, Michelle Meyrink, Tom Waits
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: S.E. Hinton
Kamera: Stephen H. Burum
Musik: Carmine Coppola
FSK 12
USA / 1983

Amerika in den 1960er-Jahren: Ponyboy und Johnny, Mitglieder der Gang „Greasers“, flirten mit der hübschen Cherry Valance. Dies bleibt allerdings von deren Freund Bob, der selbst Teil einer Gang ist, nicht unentdeckt. Schnell kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den „Greasers“ und den „Socs“, wobei Bob von Johnny erstochen wird. Für Johnny und Ponyboy beginnt ein Leben auf der Flucht.


Francis Ford Coppola (Der Pate, Apocalypse Now) hat mit "The Outsiders" das in den USA sehr beliebte Jugendbuch von Susan E. Hinton verfilmt und damit einen absolut zeitlosen Klassiker geschaffen, der auch in der heutigen Zeit immer noch unter die Haut geht. Es handelt sich um eine Geschichte, in der Begriffe wie Freundschaft, Klassenkampf und Gewalt im Vordergrund stehen. Coppola ist es hier meisterhaft gelungen, ein Jugend-Drama mit erheblichem Tiefgang in Szene zu setzen und dabei mit einer Darsteller-Riege aufzuwarten, die in dieser Form absolut einzigartig ist. Kann man hier doch etliche amerikanische Superstars in jungen Jahren bewundern, was dem Film sicherlich einen ganz besonderen Stempel aufdrückt. Namen wie Tom Cruise, Matt Dillon, Patrick Swayze oder auch C. Thomas Howell sind nur einige Beispiele für den extrem hochwertigen Cast, der allein es schon wert ist, sich dieses grandiose Werk anzuschauen. Schnell könnte man auf die Idee kommen, das es sich um einen üblichen Banden-Film in der Art von "The Warriors" oder "The Wanderers" handelt, stehen doch auch hier zwei rivalisierende Gruppen im Fokus des Geschehens. Doch "The Outsiders" geht letztendlich doch einen anderen Weg und legt sein Hauptaugenmerk dabei in erster Linie auf die intensive Beleuchtung seiner drei Haupt-Charaktere Pony-Boy (C.Thomas Howell), Johnny (Ralph Macchio) und Dallas (Matt Dillon). Die Figuren könnten im Prinzip nicht unterschiedlicher sein, steht doch einerseits mit Pony-Boy ein eher verträumter Junge an der Seite seines besten Freundes Johnny im Mittelpunkt, wobei die beiden Jungen eigentlich so gar nicht in das Bild der rivalisierenden Gangs passen und andererseits ist mit Dallas ein egoistischer und vollkommen desillusionierter junger Mann am Start, der seine wahren Gefühle viel lieber hinter der Maske des kalten-und berechnenden Rowdies versteckt. Coppola hat die Kontraste dieser drei Figuren ganz hervorragend herausgearbeitet und insbesondere die Dialoge zwischen Pony-Boy und Johnny sind hierbei ein absolutes Highlight. Kommt in ihnen doch einerseits die kindliche Naivität zum Vorschein, so offenbart sich auf der anderen Seite auch eine durchaus nachdenkliche Substanz der Gespräche und man merkt ganz eindeutig, das die beiden Jungen auf der Suche nach dem Sinn in ihrem Leben sind.

"The Outsiders" ist ganz bestimmt kein Film, in dem temporeiche Action-Passagen im Vordergrund stehen, denn bis auf einen einzigen Kampf zwischen den Banden der Greasers und den Socs wird der Klassenkampf viel eher auf der verbalen Ebene ausgetragen. Manch einem mag das eventuell etwas langatmig erscheinen, doch wenn man sich einmal auf das Geschehen einlässt merkt man ziemlich schnell, das hier die eigentliche Stärke dieses Werkes zu suchen ist das genügend inhaltlichen Tiefgang beinhaltet. Während die Gruppierung der wohlbetuchten Socs eher im Hintergrund bleibt, beschäftigt sich das Szenario in der Hauptsache mit den Greasers, die durch ihre soziale Stellung zu den absoluten Außenseitern gehören. Familiäre Probleme stehen auf der Tagesordnung und sorgen bei den Jugendlichen für wenig Hoffnung auf eine goldene Zukunft. Aber auch untereinander kommt es immer wieder zu Spannungen, was sich ganz besonders im Verhältnis zwischen Pony-Boy und seinem älteren Bruder Darell (Swayze) immer wieder zeigt. Ist das Familien-Oberhaupt doch nur zu oft mit der Erziehung seines jüngeren Bruders restlos überfordert und kommt zudem auch nicht damit klar, das dieser im Prinzip ganz anders ist als die üblichen Greasers. Das alles wird durch das hervorragende Schauspiel der Akteure zusätzlich unterstrichen und man kann sich als Zuschauer absolut erstklassig mit der gegebenen Situation identifizieren. Bis in die kleinsten Nebenrollen ist dieser Film nahezu perfekt besetzt, doch meiner persönlichen Meinung nach sind insbesondere die Performances eines C. Thomas Howell und Matt Dillon ganz besonders hervorzuheben, drücken diese beiden der Geschichte doch ihren ganz persönlichen Stempel auf und machen sie zu etwas ganz Besonderem.

Natürlich darf bei diesem Drama auch der nötige Schuss Tragik nicht fehlen, wobei man sorgsam darauf geachtet hat, das nicht zu stark auf die Tränendrüse gedrückt wird. Vielmehr handelt es sich um wirklich emotionale-und tief bewegende Momente, die einem phasenweise richtig unter die Haut gehen. Verantwortlich dafür sind die Passagen, in denen Dallas, Johnny und Pony-Boy auf ihrer Flucht zu Helden werden, in dem sie einige Kinder aus einer brennenden Kirche retten. Die sich daraus ergebenden Folgen sind sehr tragisch und wurden nahezu brillant in Szene gesetzt, so das man an diversen Stellen des Geschehens wirklich einen dicken Kloß im Hals hat. An dieser Stelle hat Coppola seinem Werk das höchste Maß an Autenzithät verliehen, kann man sich doch unglaublich gut in das Geschehen hineinversetzen und dabei eine extrem hohe Intensität verspüren, die dem Ganzen eine hohe Glaubwürdigkeit verleiht. Man ist gefühlsmäßig hin-und her gerissen und durchlebt die Ereignisse zusammen mit den Protagonisten, denn die Identifikation mit den Helden der Geschichte ist äußerst hoch angesiedelt. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das die Sympathie-Werte auch von Beginn an ganz klar verteilt, man hält automatisch zu den Außenseitern der Gesellschaft, denen jeden Tag durch die besser gestellten vor Augen gehalten wird, das sie doch im Prinzip nicht mehr als der Bodensatz der Gesellschaft sind. Es ist ganz besonders eine einzige Szene in der dies hervorragend zum Ausdruck kommt, denn in einem Dialog zwischen Cherry (Diane Lane) und Pony-Boy in einem Autokino fällt der Satz: "Wenn wir uns in der Schule sehen und ich nicht ‚Hallo’ sage, sei nicht sauer, ok?". Dieser eine Satz drückt den vorherrschenden Klassenkampf zwischen arm-und reich so eindrucksvoll aus, das jede weitere Wort vollkommen überflüssig erscheinen würde.

Letztendlich ist "The Outsiders" ein imponierendes-und absolut zeitloses Werk, denn die vorherrschende Thematik ist jederzeit aktuell und brisant. Die sozialen Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppierungen wird es immer geben, wobei die besser gestellten Menschen allen anderen immer wieder unmissverständlich zu verstehen geben, das sie nie in der gleichen Liga spielen werden. In vorliegender Geschichte wird dieser Kontrast nahezu perfekt dargestellt und durch grandios agierende Darsteller noch zusätzlich hervorgehoben. Da helfen auch keine Floskeln wie beispielsweise "Jeder Mensch ist gleich", denn Geld regiert nun einmal die Welt, was auch-oder gerade in der heutigen Zeit immer wieder sehr drastisch aufgezeigt wird. Vorurteile wird es immer geben, denn das liegt in der Natur des Menschen, der sich aufgrund materieller Besserstellung für etwas Besonderes hält und das auch jeden spüren lässt, dem das Schicksal nicht so sonnig scheint. Coppola hat diese Dinge in einem herausragenden Jugend-Drama eindrucksvoll verarbeitet und mit "The Outsiders" auch gleichzeitig einen Film voller sozialkritischer Aspekte geschaffen, die man kaum besser hätte ins Bild setzen können.


Fazit:


Wer diesen fantastischen Film noch nicht kennen sollte hat wirklich etwas verpasst. Eine bewegende Geschichte, eine einzigartige Darsteller-Riege und eine immer aktuelle Thematik sind hier eine grandiose Symbiose eingegangen, so das "The Outsiders" letztendlich ein Gesamtbild präsentiert, das man nur als absolut hervorstechend bezeichnen kann. Zudem ist es ein absolutes Erlebnis, die etlichen Superstars so ziemlich am Anfang ihrer Karriere zusammen in einem Film zu sehen. Hier kann man nur eine absolute Empfehlung aussprechen, denn das Werk fast mühelos drei Jahrzehnte überstanden, ohne dabei auch nur ansatzweise zu altern.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 19. Mai 2013, 16:48
von horror1966
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Blut an den Lippen
(Les Levres rouges)
mit Delphine Seyrig, John Karlen, Danielle Ouimet, Andrea Rau, Paul Esser, Georges Jamin, Joris Collet, Fons Rademakers
Regie: Harry Kümel
Drehbuch: Pierre Drouot / Harry Kümel
Kamera: Eduard van der Enden
Musik: François de Roubaix
FSK 16
Frankreich / Belgien / Deutschland / 1971

Stephan und Valerie sind auf der Hochzeitsreise. Da sie ihr Schiff verpassen, übernachten sie in einem einsamen Hotel in Ostende. Dort machen sie die schicksalhafte Bekanntschaft mit einem merkwürdigen, exzentrischen Pärchen: Die ungarische Gräfin Bathory und ihre devote Begleiterin Ilona Harczy. Stephan fällt der bezaubernden Ilona zum Opfer, ohne zu wissen, das sie ein Vampir ist. Unterdessen kümmert sich die Gräfin um die schöne Valerie, um sie auf Ilonas Nachfolge vorzubereiten. Als Stephan die Situation erkennt, ist es für beide zu spät...


Mit "Blut an den Lippen" hat das Label Bildstörung einmal mehr einen absoluten Volltreffer gelandet, offenbart sich doch einer der wohl außergewöhnlichsten Beiträge des Vampirfilms, bei dem es sich zudem auch noch um eine europäische Produktion handelt. Außergewöhnlich gestaltet sich die hier erzählte Geschichte allein durch die Tatsache, das Regisseur Harry Kümel eigentlich auf sämtliche ansonsten übliche Klischees verzichtet hat, die Filme dieser Art ansonsten beinhalten. Keine Kruzifixe, Knoblauch oder sonstige üblichen Dinge sind hier zu sehen, stattdessen präsentiert sich eine extrem gelungene Mischung aus Drama, Horror-und Erotik, die insbesondere durch ihre brillante Optik zu überzeugen weiß. Diese ist anscheinend vollkommen bewusst äußerst kühl gehalten, was insbesondere in den Passagen zu erkennen ist, die sich in dem fast leerstehenden Luxus-Hotel abspielen. Dadurch erhält das Ganze einen unglaublich nüchternen, um nicht zu sagen sterilen Anstrich, was ganz augenscheinlich hauptsächlich für eine extrem beklemmende Atmosphäre sorgt, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht und wie ein bleierner Mantel auf den Schultern des Zuschauers liegt.

Im Fokus der Ereignisse stehen in der Hauptsache die beiden frisch vermählten Stephan und Valerie, die sich im Prinzip noch gar nicht richtig kenne und ziemlich überhastet geheiratet haben. Während Valerie eine lebenslustige junge Frau zu sein scheint, brechen bei ihrem Gatten doch äußerst schnell Aggressionen durch, die sich auch im Liebesspiel der beiden Eheleute niederschlägt. Zudem lässt Stephan auch ein seltsames Interesse an den Frauenmorden erkennen, die innerhalb kürzester Zeit in der belgischen Stadt Brügge stattfinden und auf die man sich keinen Reim machen kann. Als dann noch die ungarische Gräfin Bathory mit ihrer angeblichen Sekretärin Ilona im Hotel einzieht, entwickelt sich eine ganz eigenartige Beziehung zwischen den vier Hauptfiguren. Lediglich Valerie spürt von Anfang an, das etwas sehr Unheimliches von den beiden Frauen ausgeht, während Stephan sich ohne es eigentlich zu bemerken, äußerst schnell im Bann der zwei Frauen befindet. Würde man die Inhaltsangabe des Filmes nicht kennen wüsste man im Prinzip gar nicht, das es sich hier um weibliche Vampire handelt, Harry Kümel hat es nämlich erstklassig verstanden, die eigentliche Thematik seiner Geschichte eher hintergründig darzustellen.

Es mag sich eventuell etwas komisch anhören, doch gerade aus diesem Aspekt bezieht das Werk seine eigentliche Stärke, fokussiert sich das Ganze doch hauptsächlich auf die Beziehung zwischen den ungleichen Paaren und spielt dabei mit sexuellen Andeutungen, die streckenweise auch unglaublich gut ins Bild gesetzt wurden. Es ist eben diese einzigartige Mischung, die "Blut an den Lippen" etwas sehr Außergewöhnliches verleiht. Hinzu kommt die schon erwähnte Optik, die trotz der von ihr ausgehenden Kälte unglaublich ästhetische Züge erkennen lässt. Es sollte also jedem klar sein, das man hier keinen Vampir-Beitrag im üblichen Sinne zu sehen bekommt, denn diese europäische Produktion hat im Prinzip überhaupt nichts mit dem modernen Vampirfilm und auch so gut wie nichts mit dem klassischen Stoff gemeinsam. Vielmehr entpuppt sich eine auf sehr angenehme Art abweichende Story, die aber dennoch auf jeden Fall dem Sub-Genre zuzuordnen ist. Neben den schon aufgezählten Stärken sollte man auch noch das hervorragende Schauspiel der Akteure nicht unerwähnt lassen, denn sämtliche Darsteller geben eine gelungene Kostprobe ihres Könnens zum Besten.

Insgesamt gesehen kann man hier von einem mehr als gelungenen Beitrag sprechen, der für manch einen Fan des Genres sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen dürfte. Denn das Abweichen von sämtlichen ansonsten gebotenen Zutaten mag für viele Leute zu ungewohnt erscheinen, doch insbesondere in diesem Aspekt offenbart sich die ganz große Stärke eines Filmes, der stilistisch gesehen in die absolute Oberliga einzuordnen ist. Großartige Action oder blutrünstige Passagen darf man hier nicht erwarten, aber das hätte den herausragenden Gesamteindruck auch eher zerstört, als das es dem Szenario gut zu Gesicht gestanden hätte. Und so kann man einmal mehr von einer grandiosen Veröffentlichung von Bildstörung sprechen, denn auch wenn es den Film schon vorher auf DVD gab, ist diese Neuerscheinung einmal mehr mit etlichem Bonus-Marterial versehen, so das sich eine Anschaffung auf jeden Fall lohnt.


Fazit:


"Blut an den Lippen" ist außergewöhnlich und weicht von den üblichen Genre-Beiträgen vollkommen ab. Vielleicht ist das nicht jedermanns Sache, doch wenn man sich auf die erzählte Geschichte einlassen kann, wird man mit einem hervorragenden Film belohnt, der in allen Belangen absolut überzeugen kann.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 20. Mai 2013, 10:26
von horror1966
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Stitches - Böser Clown
(Stitches)
mit Ross Noble, Tommy Knight, Shane Murray Corcoran, Gemma-Leah Devereux, Thommas Kane Byrnes, Eoghan McQuinn, Roisin Barron, Hugh Mulhern, Tommy Cullen, Lorna Dempsey, Jemma Curran
Regie: Conor McMahon
Drehbuch: Conor McMahon / David O'Brien
Kamera: Patrick Jordan
Musik: Paul McDonnell
keine Jugendfreigabe
Irland / 2012

Richard "Stitches" Grindle ist ein runtergekommener Clown, der auf Kindergeburtstagen auftritt und derbe Witze reißt, die so gar nichts für Kinder sind. Auf einer besonders wilden Geburtstagsparty kommt er bei einem Unfall ums Leben. Jahre später sind die Geburtstagskinder schon Teenager und auf einer Party erscheint ein ungebetener Ehrengast: Stitches ist zurück, um seinen unerwarteten Tod zu rächen...


Großbritannien liefert ja schon seit etlichen Jahren immer wieder großartige Horrorfilme ab und mit "Stitches - Böser Clown" kommt nun ein weiterer sehr gelungener Genre-Beitrag zu uns, der auf der grünen Insel Irland produziert wurde. Die Geschichte ist äußerst simpel gehalten und bietet nicht unbedingt eine Menge an neuen Ideen, doch die Umsetzung des Ganzen ist so dermaßen gelungen, das man seine helle Freude an diesem bitter-bösen Horrorfilm hat, in dem ein von den Toten zurückgekehrter Clown im Fokus des Geschehens steht. In den ersten gut 40 Minuten hält sich die Story im Bezug auf visuelle Härte noch ein wenig zurück, doch die wenigen bis dahin schon enthaltenen Gewaltdarstellungen zeigen ganz eindeutig auf, in welche Richtung das Geschehen tendieren wird. Zunächst wird man jedoch mit einer oberflächlichen Beleuchtung der Charaktere konfrontiert und die Ereignisse beinhalten zudem eine Menge an bissigem Humor, der sich teilweise in den Dialogen, aber auch in manchmal schon skurril anmutender Situationskomik zu erkennen gibt. So könnte man schon zu dem Eindruck gelangen, es hier mit einer ziemlich makaberen Horror-Komödie zu tun zu haben, doch spätestens zu dem Zeitpunkt, als Stitches von den Toten aufersteht, ist es mit der witzigen Seite des Filmes vorbei.

War der Clown schon zu Lebzeiten ein eher grantiger Zeitgenosse, so ist er als Wiedergänger ein absolut boshaftes Wesen, das sich an den mittlerweile zu Jugendlichen herangewachsenen rächen will, die letztendlich als kleine Kinder für seinen Tod verantwortlich waren. So ist es dann auch mit der anfänglichen Beschaulichkeit ziemlich schnell vorbei und die Geschichte lässt auf einmal richtig bedrohliche Züge erkennen. Der absolute Hammer ist jedoch der nun zum Vorschein kommende Härtegrad, denn Stitches ist in der Wahl seiner Tötungs-Methoden nicht unbedingt zimperlich und dem Zuschauer offenbart sich streckenweise ein wahres Effekt-Spektakel, das man nur als äußerst gelungen bezeichnen kann. Dabei geht es zumeist richtig derbe zur Sache und auch am Kunstblut wird keinesfalls gespart. Ganz unweigerlich stellt man sich dabei einmal mehr die Frage, wie es der Film geschafft hat, unbeschadet bei der FSK durchzukommen und ungeschnitten in Deutschland zu erscheinen. Nicht das man sich darüber beschweren will, wenn man jedoch sieht, das etliche weitaus harmlosere Filme trotz dem roten Siegel gnadenlos verstümmelt auf den Markt kommen, dann kann man nicht umher an dieser Stelle eine gewisse Willkür der Prüfer zu vermuten, die ganz augenscheinlich mit zweierlei Maß zu Werke gehen. Wie dem aber auch sei, für den Betrachter offenbart sich somit ein wunderbar blutiges Szenario, das an Kurzweil schwerlich zu überbieten ist.

Regisseur Conor McMahon, der auch schon für den irischen Genre-Beitrag "Dead Meat" verantwortlich zeichnete, hat hier eine wunderbar unterhaltsame Story mit jeder Menge Humor, aber auch mit richtig blutigen Passagen auf den Weg gebracht, die eigentlich in allen Belangen vollkommen überzeugen kann. Der dramaturgisch äußerst gelungene Spannungsaufbau und die sehr dichte Grundstimmung des Filmes sind hierbei nur zwei Stärken einer Geschichte, die zudem auch noch vor Ironie und unverhohlenem Sarkasmus nur so strotzt. Außerdem sind auch die gut agierenden Jung-Darsteller einen Blick wert, wobei die schauspielerische Leistung des britischen Stand-Up Comedians Ross Noble in der Rolle des bösen Clowns das absolute Highlight des Filmes ist. Seine bösartige Performance ist absolut grandios und seine fiesen Sprüche kaum zu überbieten. Und so ergibt sich dann auch letztendlich ein Gesamtpaket, das sich weit über dem normalen Durchschnitt ansiedelt und das man sich auch gern mehrmals anschauen kann.

Bitter-böse, makaber, schwarz-humorig und extrem blutig, all diese Attribute treffen auf "Stitches - Böser Clown" zu. Ein herrlicher Horrorfilm aus Irland, der mit einer Spielzeit von knapp 80 Minuten auch genau richtig bemessen ist, so das erst gar keine langatmigen Passagen entstehen können. Conor McMahon hat hier wirklich alles richtig gemacht und einmal mehr einen extrem gelungenen Beitrag abgeliefert, der den Betrachter durchgehend absolut glänzend unterhält und dabei angefüllt ist mit dem großartigen schwarzen Humor, den man von den Briten gewöhnt ist.


Fazit:


Einmal mehr wird man hier mit erstklassiger-und äußerst kurzweiliger Horror-Unterhaltung "Made in Britain" bedient, die sämtliche Zutaten für einen gelungenen Film-Abend beinhaltet, den man nicht so schnell vergessen wird. Leuten die eine Aversion gegen Clowns ihr Eigen nennen, sollten jedoch besser die Finger von der DVD lassen, denn Stitches hat rein gar nichts mit den witzigen Spaßmachern zu tun, die man noch aus eigenen Kindheits-Erinnerungen aus dem Zirkus kennt.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 20. Mai 2013, 16:33
von horror1966
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Madison County
(Madison County)
mit Colley Bailey, Matt Mercer, Ace Marrero, Joanna Sotomura, Natalie Scheetz, Nick Principe, Dayton Knoll, Adrienne Harrell, Katie Stegeman, Marshall Yates, James Cotten, Megan Elizabeth Bell
Regie: Eric England
Drehbuch: Eric England
Kamera: David Starks
Musik: Igor Nemirovsky
keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Eine Gruppe von College-Kids reist ins abgelegene Madison County. Dort wollen sie ein Interview mit dem Autor eines Buches führen, in welchem über eine Reihe von grausamen Morden berichtet wird, die sich in der Gegend von Madison County ereignet haben. Zu ihrer großen Überraschung ist der Autor des Buches jedoch spurlos verschwunden. Auch bestreiten die Bewohner von Madison County, je etwas von den Morden gehört zu haben. Als die Jugendlichen beschließen, auf eigene Faust Recherchen anzustellen, müssen sie feststellen, dass gewisse Geheimnisse besser nicht aufgedeckt werden sollten.


Laut dem Text auf der Rückseite des deutschen DVD-Covers wird einem der zweite Film von Regisseur Eric England als Slasher-Meisterwerk verkauft, was die Erwartungen des Zuschauers durchaus in ungeahnte Höhen schnellen lassen könnt. Was man dann letztendlich jedoch geboten bekommt, kann diesen Anspruch nicht ansatzweise erfüllen und es offenbart sich vielmehr eine Independent-Produktion, die mit einem Budget von gerade einmal geschätzten 70.000 $ produziert wurde, was man der Geschichte dann auch größtenteils anmerkt. Zwar hat der junge Filme-Macher (25) durchaus die Mechanismen des Sub-Genres erkannt und seiner Geschichte auch die nötigen Zutaten und Klischees beigefügt, jedoch fehlt es an allen Ecken und Enden an der nötigen Innovation, um diesen Film aus der breiten Masse herausstechen zu lassen. Dabei sind die üblichen Komponenten auf jeden Fall vorhanden, eine Gruppe dümmlich agierender Teenager, eine Kleinstadt mit einem Geheimnis und diverse Ansätze visueller Härte, die aber ehrlich gesagt nicht die recht hohe Alterseinstufung rechtfertigen. Die wirklich harten Momente werden nämlich lediglich angedeutet und bis auf einige Messerstiche in den Bauch bekommt man herzlich wenig geboten, so das auch eine 16er Freigabe vollkommen ausgereicht hätte.

Nun ist dies aber nicht zwingend als negativ anzusehen, haben einen doch etliche Genre-Filme gelehrt, das man auch ohne explizite Gewaltdarstellungen wunderbar unterhalten werden kann. Doch genau an dieser Stelle versagt "Madison County" streckenweise, will sich doch zu keiner Zeit ein wirklich straffer Spannungsbogen zu erkennen geben. Über einige gelungene Ansätze kommt das Geschehen nicht hinaus, was in der Hauptsache sicherlich darin begründet ist, das die gesamte Choose äußerst vorhersehbar daher kommt und absolut nichts gezeigt wird, was man in dieser oder ähnlicher Form noch nicht gesehen hätte. Daran krankt die Story dann auch ein wenig, was sich ganz automatisch auch auf das Seh-Vergnügen des Zuschauers niederschlägt, das davon sichtlich beeinträchtigt wird. Hinzu kommt auch noch das an etlichen Stellen fehlende Tempo in der Erzählweise, wobei sich insbesondere die ersten gut 40 Minuten so ziemlich in die Länge ziehen und einen hauptsächlich mit teils dummen Dialogen und Banalitäten konfrontieren, die man nun wirklich nicht gebraucht hätte. Obwohl sich das alles jetzt eher negativ anhört, so geht aber dennoch eine gewisse Faszination vom Szenario aus, die sich allein schon aus dem Gesichtspunkt ergibt, das man die ganze Zeit auf logische Erklärungsversuche für das Ganze wartet.

Hier hat Eric England im Prinzip recht gute Arbeit geleistet, was man dann am Ende von den gelieferten Erklärungen nicht unbedingt sagen kann. Fallen diese doch extrem dürftig-und irgendwie auch unvollständig aus. Das kann man aber eigentlich von der ganzen Geschichte behaupten, die gerade in verbaler Hinsicht voller Widersprüche steckt. Diese ergeben sich in erster Linie durch die Aussagen der Stadt-Bewohner, die von den Jugendlichen zur Person des angeblichen Mörders befragt werden. An dieser Stelle kann man schnell selbst durcheinander kommen, weiß man doch im ersten Moment nicht so recht, ob man sich einfach nur verhört hat, oder ob hier wirklich die widersprüchlichsten Aussagen aufeinander prallen. Der Showdown des Filmes gestaltet sich dann äußerst abrupt und lässt den Betrachter auch mit so einigen Fragen zurück, auf die man gern eine Antwort bekommen hätte. So wird der Verbleib von zwei Überlebenden einfach so im Raum stehen gelassen, was dann doch ein wenig dürftig erscheint. Üble Zungen könnten nun natürlich behaupten, das an diesem Punkt das letzte Geld verbraucht war, so das man die Antwort auf diese Frage nicht mehr ins Bild setzen konnte. Man merkt also, das "Madison County" alles andere als ein Meisterwerk ist, dennoch kann ich etliche extrem schlechte Bewertungen nicht so gänzlich nachvollziehen.

OK, zugegebenermaßen beinhaltet das Werk mehr Unzulänglichkeiten als Höhepunkte, aber da hat man schon weitaus schlimmere Horrorfilme gesehen, in denen im Prinzip überhaupt nichts Positives zu erkennen war. Hier verhält sich das doch ein wenig anders, denn zumindest hat Eric England anscheinend die Mechanismen des Genres verstanden, nur scheint er allerdings noch nicht so ganz dazu in der Lage zu sein, dieses Verständnis auch durchgehend vernünftig in Szene zu setzen. Und so sollte man sich auf einen Slasher einstellen, dem es leider an Innovation fehlt und der auch ansonsten noch mehrere Defizite beinhaltet. Dennoch würde ich persönlich das Werk im Mittelmaß ansiedeln, denn recht kurzweilige Unterhaltung bekommt man auf jeden Fall geboten.


Fazit:

Die Selbst-Deklarierung als Slasher-Meisterwerk sollte man definitiv als Teil der Marketing-Strategie ansehen, denn dieser Anspruch ist um einige Nummern zu hoch geraten. Diverse gelungene Ansätze sind aber dennoch nicht ausreichend, um hier von einem wirklich gelungenen Film zu sprechen, vielmehr bekommt man eine Independent-Produktion serviert, die aus den verschiedensten Gründen einige markante Mankos aufzuweisen hat.


5,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 21. Mai 2013, 16:02
von horror1966
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Black Out - Killer, Koks und wilde Bräute
(Black Out)
mit Raymond Thiry, Kim van Kooten, Bas Keijzer, Renee Fokker, Edmond Classen, Katja Schuurman, Birgit Schuurman, Willie Wartaal, Kempi, Simon Armstrong, Ursul de Geer, Alex van Warmerdam
Regie: Arne Toonen
Drehbuch: Melle Runderkamp
Kamera: Jeroen de Bruin
Musik: Jurriaan Balhuizen / Pieter Brouwer / Tom Sikkers / Koen van Baal
keine Jugendfreigabe
Niederlande / 2012

Der Kleinkriminelle Jos hat sich vom Leben auf der anderen Seite des Gesetzes verabschiedet. Am Tag vor seiner Hochzeit wacht er jedoch neben einer Leiche auf - sie mit Loch im Kopf, Jos mit einem Loch in seiner Erinnerung: Er weiß nicht, wie er in die Situation geraten ist. Als der russische Drogenboss Vlad auf der Bildfläche erscheint und binnen 24 Stunden 20 Kilo Stoff zurückverlangt, sonst müsse Jos' Verlobte daran glauben, wird Jos klar, dass er tätig werden muss. Gar nicht so leicht, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll.


Mit seinem zweiten Langfilm liefert Regisseur Arne Toonen einen wirklich sehr unterhaltsamen Mix aus Action, Krimi und Komödie ab, an dem der Zuschauer wirklich seine helle Freude haben kann. Untermalt von einem durchgehend coolen Soundtrack entwickelt sich ziemlich schnell eine Geschichte, in der es vor skurrilen Charakteren und schwarzem Humor geradezu wimmelt. Hinzu kommt, das die Story ein wirklich beachtliches Tempo an den Tag legt, ohne dabei jedoch in irgendeiner Phase hektisch zu erscheinen. Hauptfigur Jos kann sich nicht mehr an die vorherige Nacht erinnern und gerät so in einen Strudel von Ereignissen, die an etlichen Stellen schon äußerst absurde Ausmaße annehmen, denn er ist nicht der Einzige, der verzweifelt die 20 Kilo Koks sucht, die er angeblich gestohlen haben soll. Und so sind ihm verschiedene Leute auf den Fersen und jeder möchte unbedingt ein gutes Geschäft machen, wenn man das Rauschgift denn finden sollte. Doch so leicht gestaltet sich die Suche nicht und es kommt zu etlichen eher zufälligen Ereignissen, die dem Betrachter doch oft genug einen dicken Schmunzler ins Gesicht zaubern.

Der dabei enthaltene Humor ist herrlich schwarz und kommt dazu auch noch mehr als trocken rüber. Dies äußert sich nicht nur in den extrem coolen Dialogen, in denen sogar ein wenig Rassismus durchschimmert, es ist in erster Linie die meistens schon groteske Situationskomik, die dem Szenario die nötige Würze verleiht. Jeder der hier mitwirkenden Charaktere hat seine besonderen Eigenheiten, wobei es vollkommen egal ist, ob es sich dabei um einen rassistischen Polizisten oder einen russischen Gangster handelt, der in der Vergangenheit als Ballett-Tänzer für Furore gesorgt hat. Dies sind aber lediglich nur zwei Beispiele für etliche Figuren, die an Skurrilität schwerlich zu überbieten sind. Das sich das natürlich äußerst positiv auf das Geschehen auswirkt, dürfte sich dabei von selbst verstehen und so bietet sich eine Story voller überraschender Wendungen, etlichen witzigen Zufälligkeiten und einer vollkommen verrückten Jagd nach 20 Kilo Koks, die selbstverständlich mit der Zeit auch einige Opfer fordert, was in der Natur der Sache liegt.

Das alles wäre aber dennoch nicht sonderlich sehenswert, wenn die versammelte Darsteller-Riege nicht durch wirklich erstklassige Leistungen ins Auge fallen würde. Bis in die kleinsten Nebenrollen ist "Black Out - Killer, Koks und wilde Bräute" absolut perfekt besetzt, so das es in dieser Hinsicht keinerlei Grund zur Beanstandung gibt. Ganz nebenbei ist das Ganze auch noch ziemlich spannend verpackt worden, denn auch für den Zuschauer besteht der besondere Reiz natürlich darin, die letzte Nacht von Jos zu rekapitulieren. Mit der Zeit kann sich der gute Mann auch an immer mehr kleine Gedanken-Fetzen erinnern, wobei sich die Gesamt-Zusammenhänge aber erst kurz vor dem Ende zu erkennen geben, so das die ganze Choose bis zur letzten Minute keinerlei Spannungs-Einbrüche zu verzeichnen hat. Es präsentiert sich also ein absolut überzeugendes Gesamtbild, das man von diesem eher unscheinbaren Titel gar nicht erwartet hätte, doch zumeist sind es ja gerade die Filme an die man mit wenig Erwartungen herangeht, die einen im Endeffekt am meisten überraschen.

Arne Toonen ist hier ein absolut witziger-und temporeicher Genre-Mix gelungen, der einen durchgehend erstklassig und bestens unterhält. Immer wieder auftretende Wendungen, sehr viel schwarzer Humor und toll agierende Schauspieler machen diesen Film zu einem echten Erlebnis, das man sich auch gern mehr als nur einmal anschaut. Es müssen halt nicht immer die absoluten Blockbuster sein, oft reicht eine gut verpackte Story und ein wenig Innovation vollkommen aus, damit man sich nach Beendigung des Werkes zufrieden zurücklehnen kann, da man gerade gut 90 Minuten lang äußerst kurzweilig unterhalten wurde.


Fazit:


"Black Out - Killer, Koks und wilde Bräute" ist meiner Meinung nach ein echter Geheim-Tipp, den sich Liebhaber von schrägen und vollkommen abgedrehten Szenarien keinesfalls entgehen lassen sollten. Eine niederländische Produktion die es in sich hat und auch nmit einigen härteren Einstellungen nicht geizt.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 22. Mai 2013, 15:11
von horror1966
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Westworld
(Westworld)
mit Yul Brynner, Richard Benjamin, James Brolin, Norman Bartold, Alan Oppenheimer, Victoria Shaw, Dick Van Patten, Linda Gaye Scott, Steve Franken, Michael T. Mikler, Terry Wilson, Majel Barrett
Regie: Michael Crichton
Drehbuch: Michael Crichton
Kamera: Gene Polito
Musik: Fred Karlin
FSK 16
USA / 1973

Im exklusiven Freizeitpark Delos sorgen Roboter, die sich kaum von wirklichen Menschen unterscheiden lassen, für die Unterhaltung der Gäste und sollen ihnen alle Wünsche erfüllen. Doch dann geraten die Roboter im Wildwest-Teil der Anlage außer Kontrolle. Dies bildet den Auftakt zu blutigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die Androiden unter der Führung eines schwarzgekleideten Killers die Kontrolle über Delos übernehmen wollen.


Auch wenn mittlerweile vier Jahrzehnte ins Land gegangen sind, hat die zweite Regie-Arbeit von Michael Crichton rein gar nichts von ihrem Reiz und ihrer Faszination eingebüßt, ist "Westworld" doch zu der Kategorie Film zu zählen, die ihrer Zeit um Einiges voraus sind. Was später in einem Film wie "Total Recall" den Menschen in der Zukunft durch Implantate ermöglicht werden sollte, können die Leute hier leibhaftig erleben, einen Urlaub in einer längst vergangenen Zeit, die jedoch so dermaßen authentisch nachgebaut wurde, das man sich wirklich in der Vergangenheit wähnt. Möglich macht diesen sündhaft teuren Urlaub ein exklusiver Freizeitpark namens Delos, in dem man zwischen dem Mittelalter, der Ritterzeit, oder dem wilden Westen wählen kann. 1000 Dollar kostet ein einziger Tag, doch dafür bekommen die Besucher ein einmaliges Erlebnis geboten, in dem menschenähnliche Roboter vorhanden sind. Diese kann man von echten Menschen kaum unterscheiden und selbst amouröse Abenteuer sind bei Bedarf keinerlei Problem.

In dieser Thematik haftet "Westworld" auch gleichzeitig seine sozialkritische Note an, denn schon zur damaligen Zeit wurde hier der mahnende Daumen gehoben und mehr als nur angedeutet, das der Mensch sich nicht ausschließlich auf die technischen Vorzüge der Zivilisation verlassen sollte, da auch diese durchaus Fehler beinhalten können. Crichton's Werk zeigt dies auf teilweise drastische Art und Weise, denn der geplante Traumurlaub wird für etliche Personen zur absoluten Todesfalle. Immer wieder wird der Zuschauer hierbei schon frühzeitig mit Passagen konfrontiert, die sich in der Delos Kommando-Zentrale abspielen, in der zu Beginn noch eher harmlose Fehlermeldungen über defekte Roboter eingehen. Statt den Park jedoch zu schließen kommt hier vielmehr die Arroganz des Menschen zum Vorschein, ist der Aufsichtsrat doch der festen Meinung, die Probleme locker in den Griff zu bekommen. Und natürlich möchte man nicht auf das schöne Geld verzichten, das die etlichen Touristen für ihren Urlaub bezahlen müssen. Somit wird der anstehenden Katastrophe also Vorschub geleistet und wie nicht anders zu erwarten geraten die Dinge so außer Kontrolle, das die menschlichen Roboter nicht mehr reagieren und sich selbstständig machen, wodurch etliche Besucher ihr Leben verlieren.

Crichton hat diese düstere Zukunfts-Version wunderbar atmosphärisch in Szene gesetzt, wobei das Szenario einen dramaturgisch absolut erstklassigen Spannungsbogen schlägt, der sich bis zur wirklich letzten Minute aufrecht erhalten kann. Unterstützt wird das Ganze durch eine äußerst dichte Atmosphäre, die insbesondere in der zweiten Hälfte des Filmes extrem bedrohliche Züge annimmt. Das von der Geschichte angeschlagene Tempo ist recht ordentlich, auch wenn sich zu Beginn eine eher ruhigere Erzählweise zu erkennen gibt. Umso mehr packt einen aber auch die Wendung der Geschehnisse, als mit einem Schlag aus einem echten Erlebnis-Trip der wahre Horror wird. Der Großteil der Ereignisse spielt sich dabei in Westworld ab und mit Yul Brynner hätte man keinen besseren Darsteller für den killenden Revolver-Helden finden können, der hier Jagd auf einen ganz speziellen Urlauber macht, der ihn zuvor schon zweimal getötet hat. Die folgende Jagd führt den Zuschauer durch alle drei Themen-Parks, bis am Ende ein alles entscheidender Showdown stattfindet, den nur eine Seite gewinnen kann. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, der aber in keiner einzigen Szene auch nur annähernd Langeweile aufkommen lassen würde.

Zu sehr ist man von den Geschehnissen fasziniert und wenn man einmal das Erscheinungsjahr des Filmes (1973) in Betrachtung zieht, dann ist man doch angenehm erstaunt darüber, das dieses Werk in keinster Weise gealtert ist. Sicherlich gäbe es heute ganz andere technische Möglichkeiten ein solches Szenario umzusetzen, doch genauso wie die Geschichte hier dargestellt wird, erscheint sie einem fast perfekt. "Westworld" dürfte somit zu den wirklich zeitlosen Klassikern gehören und ist ganz einfach immer wieder eine Sichtung wert. Die äußerst spannende Geschichte, die ausgezeichnet agierenden Darsteller und der ordentliche Schuss Sozialkritik sorgen hier letztendlich für ein in jeder Beziehung überzeugendes Gesamtpaket, das auch die nächsten 40 Jahre locker überstehen wird, ohne dabei etwas von seiner Brillanz zu verlieren.


Fazit:


Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, in einer vergangenen Epoche als Cowboy, Ritter oder auch Edelmann sein Dasein zu fristen? In vorliegendem Film wird Menschen dieser Wunsch erfüllt, der sich aber durch das Versagen der Technik in einen tödlichen Albtraum verwandelt. Die Umsetzung der Thematik ist herausragend und extrem spannend, so das man diesen grandiosen Klassiker nur wärmstens weiterempfehlen kann.


8,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 23. Mai 2013, 12:39
von horror1966
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Savage Love
(Savage Love)
mit Myriel Brechtel, Dustin Semmelrogge, Peter Brownbill, Wayne Darrin, Sanela Demirovic, Andreas Don Duering, Matthias Engel, Daniel Faust, Sarah Gorgioska, Martin Hentschel, Irene Holzfurtner
Regie: Olaf Ittenbach
Drehbuch: Olaf Ittenbach
Kamera: Axel Rubbel / Christian Weisemöller
Musik: Michael Donner
ungeprüft
Deutschland / 2012

Zwei befreundete Gangster brausen durch die Provinz und gedenken, ihr Wiedersehen nach allen Regeln der Kunst zu begießen in einem Puff auf der grünen Wiese. Dort haben bereits eine Menge Galgenvögel angedockt, als die Kumpel hinzu stoßen und sich unter die Gäste mischen. Was weder sie noch die meisten anderen Gäste ahnen: Das Bordell ist eine Falle, gestellt von keinem geringeren als Satans Tochter. Die braucht 666 Opfer und will sie heute komplett machen. Doch die Gäste haben nicht die Absicht, sich kampflos zu ergeben.


Die Rezension bezieht sich auf die ungeschnittene Version des Filmes


Die Werke von Olaf Ittenbach haben sich noch nie durch eine ausgeklügelte Geschichte oder sonderlichen Tiefgang ausgezeichnet, vielmehr ist es hauptsächlich der gesteigerte Splatter/ Gore Gehalt, den die Fans in Zusammenhang mit sehr gelungenen Effekten erwarten. Nicht weiter verwunderlich also, das auch der neueste Film "Savage Love" in erster Linie durch seine vorhandene Härte ins Auge fällt, wobei der Inhalt der Story doch eher nebensächlich erscheint. Nachdem der Regisseur in seinen letzten beiden Filmen "No Reason" und "Legend of Hell" die ansonsten üblichen Rahmenhandlungen verlassen hat und auf der Esoterik-Schiene gefahren ist, offenbart sich dem Zuschauer hier mal wieder ein Dämonen-Gemetzel, das es größtenteils wirklich in sich hat. Filmisch gesehen bewegt man sich allerdings in einem sehr bescheidenen Bereich, denn die Geschichte bietet nicht sonderlich viel Substanz und wirkt in weiten Zügen sogar unfreiwillig komisch, so das nicht selten der Eindruck entsteht, das man sich in einer äußerst skurrilen Horr-Komödie befindet, in der es extrem derbe-und blutig zur Sache geht. Mir persönlich ging es so, das ich mich an Olaf's Anfangszeiten erinnert fühlte, sind doch etliche Parallelen zu seinem Fun-Splatter "Premutos" zu erkennen, der nicht gerade von wenigen Fans als deutscher "Braindead" bezeichnet wird.

Auch hier bekommt man es nämlich mit eher dielettantisch agierenden Schauspielern zu tun, die sich wirklich die größte Mühe geben, dem Szenario eine fast schon groteske Note zu verleihen. Ob dies nun beabsichtigt oder eher ungewollt passiert ist dabei vollkommen egal, denn "Savage Love" steigert dadurch den eigenen Unterhaltungswert, wenn man denn ein Liebhaber des schrägen Humors ist. Hanebüchene Dialoge und immer wieder auftretende Situationskomik die ganz nebenbei absolut absurd daher kommt vertreiben die Zeit wie im Flug. Jedem wird diese Art von Humor jedoch bestimmt nicht zusagen, ist der Film doch größtenteils extrem trashig gestaltet, so das eine Vorliebe für eine anständige Story nicht unbedingt vorhanden sein sollte. Dafür gestalten sich die Ereignisse aber umso blutiger, nach einem recht heftigen Beginn muss man jedoch gut 30 Minuten abwarten, bevor sich die eigentliche Stärke des Werkes zu erkennen gibt. Bis dahin wird man erst einmal mit dümmlich erscheinenden Dialogen und allerhand Belanglosigkeiten konfrontiert, bevor das Geschehen dann in die Vollen geht und ein wahres Spektakel in den Vordergrund rückt, das man kaum härter hätte gestalten können.

Wirkliche Spannung oder eine dichte Atmosphäre sollte man erst gar nicht erwarten, denn in dieser Beziehung hat "Savage Love" eher nichts zu bieten, das Szenario läuft ganz eindeutig darauf hinaus, den geneigten Gorehound mit etlichen richtig derben Passagen zu verwöhnen. Und auch wenn Ittenbach wie eigentlich immer seine Schwächen in der Regie-Arbeit und beim Drehbuch erkennen lässt, bitet die zweite Filmhälfte einmal mehr eine eindrucksvolle Probe seines echten Könnens. Die vorhandenen Effekte sind nämlich einmal mehr absolute Sahne, was in seinem letzten Film "Legend of Hell" eher eintönig und monoton erschien, ist hier als absolutes Highlight anzusehen. Es präsentiert sich ein wahres Effekt-Spektakel, so das Freunde der äußerst harten Gangart eigentlich nur mit der Zunge schnalzen können. Olaf hat an dieser Stelle eine ganze Menge in die Waagschale geworfen und knüpft in dieser Beziehung an alte Stärken an, die man ihm einfach nicht absprechen kann. Dennoch kann ich es durchaus nachvollziehen, wenn das manch einem einfach nicht genug ist, doch wer auf einen meiner Meinung nach unfreiwillig komischen Fun-Splatter in der Art von "Premutos steht, der darf hier bedenkenlos zugreifen.

Letztendlich ergibt sich hier ein Gesamtbild, das man im Prinzip ausschließlich nach dem reinen Unterhaltungswert bewerten sollte. Jedermann weiß, das der deutsche Splatter-Gore Papst noch nie ein herausragender Regisseur war und dies wohl auch nie sein wird. Im Bezug auf gelungene und zahlreiche SFX macht dem guten Mann aber keiner so schnell etwas vor und bei diesem Aspekt kann vorliegender Film absolut punkten. Eindeutige Defizite bei der äußerst dünnen Rahmenhandlung des Szenarios kann man allerdings nicht übersehen und der vorhandene Humor dürfte auch für viele Leute ziemlich gewöhnungsbedürftig erscheinen. Zudem muss man sich auch leider gut 84 Minuten lang mit einem nervigen Dustin Semmelrogge rumschlagen, der hier einmal mehr unter Beweis stellt, das er alles andere als ein guter Darsteller ist.


Fazit:


Extrem hart-und blutig kommt "Savage Love" daher und ist zudem mit äußerst viel unfreiwilligem Humor versehen. Der Unterhaltungswert geht vollkommen in Ordnung, jedoch sollte man keinerlei Ansprüche an eine intelligent Geschichte stellen. Hier kocht der Film auf absoluter Sparflamme und bietet stattdessen ein Geschehen, das mit mit einigen Fetisch - Sexpraktiken angereichert wurde, die es meiner Meinung nach nicht zwingend gebraucht hätte.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 24. Mai 2013, 15:27
von horror1966
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Zombie King - König der Untoten
(The Zombie King)
mit Edward Furlong, Corey Feldman, George McCluskey, David McClelland, Michael Gamarano, Rebecca-Clare Evans, Jennifer Chippindale, Seb Castang, Jon Campling, Timothy Owen, Anabel Barnston
Regie: Aidan Belizaire
Drehbuch: Rebecca-Clare Evans / Jennifer Chippindale
Kamera: Ismael Issa
Musik: Andrew Phillips
FSK 16
Großbritannien / 2012

Samuel Peters ist ein lausiger Durchschnittstyp. Aktuell vertreibt er sich die Zeit mit Voodoo in der Hoffnung, seine verstorbene Frau aus dem Reich der Toten zurückholen zu können. Als er auf Kalfu - den Gott des Bösen - trifft, schließt er einen schicksalhaften Pakt. Peters soll die Unterwelt zerstören und damit die Welt binnen sieben Tagen ins Chaos stürzen, um als „König der Untoten" bis in alle Ewigkeit mit seiner Frau zusammen auf der Erde verbleiben zu dürfen. Aufgrund rasch anwachsender Horden von Zombies errichtet die Regierung Sperrzonen. So auch in einem kleinen beschaulichen Dorf, dessen Bewohner ums nackte Überleben kämpfen und sich dem Zombie King und seiner Horde mit allen zur Verfügung stehenden Waffen zur Wehr setzen. In der Nacht des dunklen Mondes kommt es zur entscheidenden Schlacht gegen das unsagbar Böse …


Eine irre Zombie-Komödie a la "Zombieland" oder "Shaun of the Dead"


Mit diesem Schriftzug auf dem deutschen DVD-Cover soll der Zuschauer hier gelockt werden, um dann im Endeffekt aber feststellen zu müssen, das es sich hierbei ausschließlich einmal mehr um reine Marketing-Strategie handelt, um diesen Film an den Mann zu bringen. Denn schon nach wenigen Minuten kann man erahnen, das es in dieser Geschichte nicht viel zu lachen geben wird und man sicherlich auch keine netten SFX geboten bekommt, die einem zumindest einen Teil der inverstierten Zeit etwas kurzweilig gestalten können. Vielmehr präsentiert sich mit "Zombie King" ein äußerst schlechter Vertreter des Genres, der von der ersten bis zur letzten Minute so gar nichts beinhaltet, was man auch nur ansatzweise als unterhaltsam bezeichnen könnte. Da hilft es auch nicht, das mit Edward Furlong und Corey Feldman zwei ehemalige Jung-Darsteller am Werk sind, die im Prinzip ihr durchaus vorhandenes Talent sinnlos vergeudet haben. Dies beziehe ich vor allem auf Furlong, der einem schon von der optischen Seite her wie ein heruntergekommer-und aufgeblasener Penner vorkommt, der zudem auch nicht über den Status einer belanglosen Nebenrolle hinwegkommt, in der er rein gar nichts von seinem ehemals vorhandenen Können zeigt. Mit Feldman verhält es sich nicht anders, der gute Mann ist noch seltener im Bild zu sehen, so das "Zombie King" in dieser Beziehung keinerlei Pluspunkte sammeln kann.

Das bezieht sich aber ganz generell auf sämtliche Aspekte der Geschichte, die Aidan Belizaire in seinem Regie-Debüt verarbeitet hat. Dabei kommt das Werk doch aus Großbritannien, so das der Betrachter doch durchaus die Hoffnung hegen dürfte, es hier mit einer herrlich schwarz-humorigen Geschichte zu tun zu bekommen. Doch weit gefehlt, denn bis auf wenige Kraftausdrücke und eher öde Sprüche, die allesamt in eine sexuelle Richtung zielen, bekommt man herzlich wenig geboten, so das die Lachmuskeln hier keine große Arbeit verrichten müssen. Zudem ist auch die Erzähl-Struktur des Ganzen nicht gerade so ausgelegt, das man hier von einem dramaturgisch gelungenem Spannungsaufbau sprechen könnte. Wird man doch gleich zu Beginn mit der Zombie-Seuche konfrontiert und bekommt erst im Laufe der Zeit durch einige eingefügte Rückblenden diverse Informationen darüber, wie es überhaupt dazu kommen konnte. In der Zwischenzeit entpuppt sich ein größtenteils absolut langatmiges Szenario, das so überhaupt keine Höhepunkte beinhaltet und so fast schon in langer Weile erstirbt. Auch die versammelten Schauspieler bieten keinerlei Anlass zur Freude, sämtliche Akteure passen sich mit ihren Leistungen dem äußerst schwachen Gesamteindruck des Szenarios bei und man ertappt sich oft genug bei dem Gedanken, das man die langweilige Choose doch am liebsten im Schnelldurchlauf anschauen würde, um dem Grauen schneller ein Ende zu setzen.

Außerdem handelt es sich bei der DVD einmal mehr um eine sogenannte Mogelpackung, die lediglich durch einige enthaltene Trailer mit dem roten keine Jugendfreigabe Siegel versehen wurde. Der Film an sich ist nämlich ab 16 Jahren freigegeben, wobei man jedoch anmerken sollte, das selbst FSK 12 vollkommen ausgereicht hätte. So wird man wieder einmal hinter das Licht geführt und erwartet eventuell einen angemessenen Härtegrad, den das Werk aber mitnichten beinhaltet. Das allein wäre ja vielleicht noch zu verschmerzen, wenn dann wenigstens etwas Spannung oder eine ordentliche Grundstimmung vorherrschen würden, doch auch bei diesen Gesichtspunkten hat die Geschichte rein gar nichts zu bieten, so das man sich ganz automatisch die Frage stellen muss, was man denn hier überhaupt als positiv anmerken kann? Und ganz am Ende findet man dann doch noch etwas, denn nach knapp 90 Minuten gähnender Langeweile setzt endlich der Abspann ein und man hegt die Gewissheit, das die filmische Quälerei nun endlich ihren Abschluss gefunden hat und man sich endlich wieder den wichtigen Dingen des Lebens widmen kann. Lediglich die sinnlos vergeudete Zeit bei der Ansicht dieses üblen Filmes gibt einem keiner mehr zurück, doch zumindest ist man nun dazu in der Lage, andere Film-Freunde vor diesem absoluten Rohrkrepierer zu warnen.

Sicherlich hätte die Geschichte bei einer vernünftigen Umsetzung wirklich etwas werden können, doch leider hat der Regisseur im Prinzip alles falsch gemacht, was man auch nur falsch machen kann. Ein schlechter Cast, eine todlangweilige Geschichte, keinerlei Action, null Humor und noch nicht einmal Ansätze von Spannung oder Atmosphäre sind nicht unbedingt positive Aspekte, so das man von diesem filmischen Murks wirklich nur abraten kann. Der Vergleich mit zwei wirklich gelungenen Zombie-Komödien auf dem Cover der DVD ist schon schlichtweg eine Frechheit, denn "Zombie King" beinhaltet rein gar nichts, was eine gute Komödie ausmacht. Das dieses Werk aus Großbritannien kommt kann man eigentlich kaum glauben, zeichnen sich doch unsere Nachbarn ansonsten gerade in diesem Bereich immer wieder durch wunderbaren Humor aus, der in vorliegender Geschichte jedoch vollkommen vergessen wurde. Selbst Vielsehern kann man hier keine Empfehlung aussprechen, denn dieses extrem langweilige Werk kann höchstens bei akuten Schlafstörungen helfen.


Fazit:


"Zombie King" ist wirklich der berühmte Griff ins Klo und hat so gar nichts mit einer gelungenen-und witzigen Zombie-Komödie zu tun. Dann lieber zum unzähligsten Male "Shaun of the Dead" anschauen, denn da weiß man was man hat. Hier jedoch offenbart sich knapp 90 Minuten lang eine Story ohne jegliche Substanz, die den Zuschauer und dessen Geduld auf das Äußerste strapaziert, ohne dabei mit irgend etwas punkten zu können.


2/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Sa 25. Mai 2013, 10:41
von horror1966
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The Ghostmaker - Fürchte das Leben nach dem Tod
(Box of Shadows)
mit Aaron Dean Eisenberg, Liz Fenning, J. Walter Holland, Jared Grey, Domiziano Arcangeli, Jeffrey Damnit, Hans Uder, Wes Aderhold, Ruby Staley, Desmond Lawrence, Ford Austin, Edy Ganem
Regie: Mauro Borrelli
Drehbuch: Mauro Borrelli / Scott Svatos
Kamera: Eric Gustavo Petersen
Musik: José J. Herring / Christopher Young
FSK 16
USA / 2011

Student Kyle steht bei bösen Buben in der Kreide, die Stimmung wird langsam ungemütlich. Da entdeckt er beim Entrümpeln die "Geistmaschine". Sie stammt aus dem Mittelalter, wurde von einem genialen Okkultisten aus Deutschland geschreinert und ermöglicht dem Geist, vorübergehend seine sterbliche (und damit vorübergehend tote) Hülle zu verlassen. Kyle und seine Nerdkumpane probieren das Ding natürlich aus, und als sie es in seiner ganzen Pracht erfassen, will Kyle es auch ganz bestimmt nicht mehr verkaufen.


Die Thematik von Nahtod-Erfahrungen dürfte einem noch aus Joel Schumacher's "Flatliners" bekannt sein, der wohl das bekannteste Werk sein dürfte, das sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Mit "The Ghostmaker" erzählt nun auch Regisseur Mauro Borrelli eine Geschichte, die in die gleiche Richtung tendiert und dabei recht solide Mystery-Grusel Unterhaltung anbietet. Im Mittelpunkt des Geschehens steht mit dem Studenten Kyle der typische Looser, der nur aufgrund der Hilfe seines an den Rollstuhl gefesselten Freundes Sutton über die Runden kommt, da dieser für den Lebensunterhalt der beiden jungen Männer aufkommt. Mit dem Fund eines ominösen Sarges aus dem Mittelalter scheint sich das Blatt zu wenden, handelt es sich doch um eine Art Geistmaschine, in der sich die Seele aus dem Körper löst. Was für die Männer zu Beginn als interessantes Experiment anfängt, wandelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem langsam-und subtil aufkommenden Horror-Szenario, das mit zunehmender Laufzeit immer intensivere Formen annimmt.

Nun handelt es sich beim vorliegenden Szenario sicherlich nicht gerade um ein filmisches Meisterwerk, doch es entfaltet sich ein durchaus atmosphärisches Geschehen, das Freunde solider Gruselkost auf jeden Fall befriedigen dürfte. Zugegebenermaßen beinhaltet die Story keine sonderlichen Höhepunkte, jedoch gibt es auch keine negativen Abstriche zu verzeichnen. Die vorhandenen Effekte sind zwar nicht unbedingt als sensationell zu bezeichnen und haben streckenweise einen eher naiven Anstrich, verleihen dem Ganzen aber dafür einen ganz eigenen Charme. Im Fokus der Ereignisse steht in erster Linie die Beziehung der beiden Freunde Kyle und Sutton, die sich mit der Zeit vollkommen verändert. Hass und Neid treten in den Vordergrund und während Kyle nach einer geraumen Weile erkennt das der Sarg den sicheren Tod bringt, wird Sutton regelrecht süchtig nach der Erfahrung, das seine Seele sich von seinem Körper trennt. Zudem hat die Maschine den für ihn positiven Effekt, das sie anscheinend seine Lähmung beheben kann, denn das körperliche Gebrechen verschwindet völlig. So entwickelt sich eine ungeheure Rivalität zwischen den beiden ehemaligen Freunden, wobei noch erschwerend der Aspekt in den Mittelpunkt rückt, das Sutton schon seit gefühlten Ewigkeiten in Kyle's Freundin Julie verliebt ist.

Trotz wirklich herausragender Höhepunkte ist "The Ghostmaker" ein durchgehend spannender Film, dessen dramaturgischer Spannungsaufbau sich jederzeit sehen lassen kann. Von einer dichten Atmosphäre begleitet bietet die Geschichte durchgehend sehenswerte Genre-Kost, die auch trotz der größtenteils vorhandenen Vorhersehbarkeit der Ereignisse durchaus eine Menge Kurzweil anbietet. Die dargebotenen Leistungen der Schauspieler bewegen sich dabei auf einem ordentlichen Niveau, ohne das sich jedoch jemand besonders in den Vordergrund spielen würde. Im Prinzip hat Mauro Borrelli eine ganze Menge richtig gemacht, hätte seiner Story aber an der ein-oder anderen Stelle noch ein wenig mehr Pepp verleihen können, denn ein bisschen mehr Tempo hätte der Erzählweise in diversen Passagen sicherlich ganz gut getan. Dennoch kann man keine sonderlich langatmigen Stellen erkennen, was aber auch wieder in der Sichtweise des jeweiligen Betrachters liegt.

Insgesamt gesehen möchte ich behaupten, das es sich hier um einen ordentlichen Mystery-Thriller handelt, der insbesondere diverse gute Ansätze erkennen lässt, die man aber noch weitaus besser hätte hervorheben können. So aber wurde ein wenig Potential verschenkt und "The Ghostmaker" bewegt sich leider nur im gehobenen Durchschnittsbereich. Der Film wird aber ganz sicher seine Fan-Gemeinde finden, auch wenn er keine höheren Ansprüche erfüllen kann.


Fazit:


Mir persönlich hat diese US-Produktion durchaus gut gefallen, auch wenn man aus der vorhandenen Thematik ganz bestimmt noch mehr hätte herausholen können. Für einen gemütlichen Film-Abend ist das Werk jedoch jederzeit geeignet, auch wenn man nicht unbedingt die absolut hohe Filmkunst geboten bekommt. Dafür offenbart sich ein durchgehend spannendes Szenario, das man sich gern einmal anschauen kann.


6/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 26. Mai 2013, 11:39
von horror1966
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Dredd
(Dredd 3D)
mit Karl Urban, Rachel Wood, Andile Mngadi, Porteus Xandau, Jason Cope, Emma Breschi, Olivia Thirlby, Rakie Ayola, Lena Headey, Tamer Burjaq, Warrick Grier, Wood Harris, Shoki Mokgapa
Regie: Pete Travis
Drehbuch: John Wagner / Alex Garland
Kamera: Anthony Dod Mantle
Musik: Paul Leonard-Morgan
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / Indien / Südafrika / USA / 2012

Mega City One - eine gigantische Metropole voller Gewalt, Chaos und Verbrechen inmitten des düsteren und zerfallenen Amerikas. Die Bewohner leiden und immer mehr verfallen der neuen Droge Slo-Mo, die sie die Realität in extremer Zeitlupe erleben lässt. Einzig und allein die "Judges" können gegen die Verbrechen in ihrer Stadt ankämpfen, nur sie haben die Macht als Richter und Vollstrecker für Recht und Ordnung zu sorgen. Dredd, als oberster "Judge" gefürchtet, will die Stadt von ihren Plagen befreien. Zusammen mit seiner neuen Rekrutin, Cassandra Anderson, nimmt er den Kampf gegen Ma-Ma auf, eine Drogenbaronin, die eiskalt über den größten Slum der Stadt herrscht. Als Dredd und Anderson einen Handlanger aus ihrem skrupellosen Clan zu fassen kriegen, entfacht Ma-Ma einen erbitterten Krieg, in dem sie vor nichts zurückschreckt, um ihr Imperium zu schützen. Die Zahl der Todesopfer steigt und auch Dredd und Anderson müssen in diesem erbarmungslosen Kampf an ihr Äußerstes gehen, um am Leben zu bleiben....


Der auf einem Kult-Comic basierende Film "Judge Dredd" aus dem Jahr 1995 mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle konnte zur damaligen Zeit beim Publikum nicht so wirklich überzeugen, war die filmische Umsetzung doch streckenweise zu überzogen und wirkte manchmal sogar etwas albern. Ganz anders verhält es sich bei der vorliegenden Neuauflage, in der Regisseur Pete Travis (8 Blickwinkel) ein herrlich düsteres Szenario ins Bild gesetzt hat, das genau die richtige Mischung aus SCI/FI-und Action Elementen beinhaltet. Dabei erscheint das Szenario jedoch zu keiner Zeit überladen, wie es in manch anderen Werken der Fall ist, denn die vorhandene Action ist sehr gut über die gesamte Laufzeit verteilt. Schauplatz des Geschehens ist ein riesiger Wohn-Komplex in Mega City One, der sich über 200 Etagen in die Höhe zieht und mitten in einer trostlosen-und öden Welt angesiedelt ist, in der Überbevölkerung und Tristesse vorherrscht. Von der Location her erinnert einen das Ganze schon ein wenig an den indonesischen Kracher "The Raid", so das man gewisse Parallelen schwerlich übersehen kann.

Von der ersten Minute an entfaltet sich hier eine durchgehend interessante Story, bei der man aber selbstverständlich keinen Anspruch an inhaltliche Tiefe hegen sollte. So bekommt man es auch vielmehr mit einer eher etwas dünnen Rahmenhandlung zu tun, die jedoch vollkommen ausreichend erscheint und sowieso nur als Verpackung für die rasanten Ereignisse dient, die sich innerhalb des riesigen Komplexes abspielen. Mit Karl Urban in der Hauptrolle hat man genau die richtige Wahl getroffen, spielt er doch absolut glaubwürdig den extrem coolen Gesetzeshüter, dessen Gesicht man während des gesamten Filmes nicht einmal wirklich komplett sehen kann. Das ist aber auch gar nicht zwingend notwendig, sind es doch viel eher die Taten des Mannes, die hier hauptsächlich ins Auge fallen. Unterstützt durch die Rekrutin Anderson die übrigens gleichzeitig als Medium fungiert, muss er den ungleichen Kampf gegen einen zahlenmäßig hoffnungslos überlegenen Gegner antreten, der unter dem Befehl der sogenannten Ma-Ma steht. Hinter dem Namen versteckt sich eine ehemalige Prostituierte, die mittlerweile als Drogen-Baronin agiert und die ganze Stadt unter ihre Kontrolle bringen will.

Und so entwickelt sich innerhalb des riesigen Komplexes eine gnadenlose Hetzjagd, die phasenweise klaustrophobische Züge trägt, da das Gebäude hermetisch abgeriegelt ist, so das die Judges keinerlei Möglichkeit zur Flucht haben. Die vorhandenen Action-Sequenzen treten nun reichlich in Erscheinung, wobei insbesondere die manchmal langsamen Kameraschwenke und die immer wieder eingefügten Zeitlupen-Szenen dem Ganzen eine ungeheure Intensität verleihen. An dieser Stelle offenbart der Film eine seiner ganz großen Stärken, denn die Slow Motion Passagen sind absolut erstklassig in Szene gesetzt. Zudem beinhaltet das Szenario einen sehr ordentlichen Härtegrad, denn an etlichen Stellen bekommt der Zuschauer äußerst blutige-und derbe Einstellungen zu sehen, so das auch die keine Jugendfreigabe Einstufung als durchaus gerechtfertigt erscheint. Die Geschichte an sich ist zwar ziemlich vorhersehbar und man kann jederzeit erahnen, worauf die Choose am Ende hinausläuft, doch das ändert überhaupt nichts am extrem hohen Unterhaltungswert, den dieses Werk beinhaltet. Da stört es einen auch nicht weiter, das die Charakter-Zeichnungen der einzelnen Figuren eher oberflächlich ausfallen, wobei im Prinzip eh nur drei Haupt-Charaktere (Dredd, Anderson, Ma-Ma) vorhanden sind, da es sich bei den restlichen Personen lediglich um nötige Staffage handelt.

Letztendlich kann man bei "Dredd" von einer rundum gelungenen Produktion sprechen, die vom filmischen Standpunkt her aber sicherlich nie in die "Hall of Fame" einziehen wird. Es handelt sich aber um einen mehr als nur gelungenen Blockbuster, der sämtliche Zutaten beinhaltet, die ein Film dieser Art haben muss. Eine ordentliche Rahmenhandlung, jede Menge Action und eine wunderbar düstere Atmosphäre sorgen für ein Gesamtbild, das man nur als sehr gut bezeichnen kann. Pete Travis hat alles richtig gemacht und offenbart dem Betrachter einen extrem kurzweiligen Film, bei dem die Freunde knallharter-und temporeicher Action durchgehend auf ihre Kosten kommen, ohne das man das Geschehen zu überladen dargestellt hätte. Die Slow Motion Einlagen verleihen dem Ganzen zudem eine ganz eigene Note und sorgen für etliche wirklich eindrucksvolle Szenen, an denen man seine helle Freude hat.


Fazit:


So wie Dredd" umgesetzt wurde, hätte man sich schon die 1995er Version mit Stallone gewünscht. Düster, hart-und kompromisslos wurde genau die richtige Mixtur gefunden, um einen SCI/FI-Action Kracher zu produzieren, den man sich auch gern mehrmals anschauen kann, ohne dabei das Interesse an diesem Blockbuster zu verlieren.


8/10