horror's Reise durch die große Welt der Filme

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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Besessen - Der Teufel in mir
(Devil Seed)
mit Michelle Argyris, Shantelle Canzanese. Vanessa Broze, Kevin Jake Walker, Wayne Conroy, Danielle White, Colin Smith, Dick Vance, Louise Hollingsworth, Alan Branton, Angelina Mueller-Lavictoire
Regie: Greg A. Sager
Drehbuch: Geoff Hart / Greg A. Sager
Kamera: Gary Elmer
Musik: Aaron Gilhuis
FSK 16
Kanada / 2012

Alex kehrt nach den Ferien zu ihren Kommilitoninnen zurück. Nach einem feuchtfröhlichen Abend besuchen sie eine Wahrsagerin, weil Alex wissen will, wie es um ihre Beziehung mit Brian bestellt ist. Bei der Sitzung rastet Alex aus. Am nächsten Morgen kann sie sich an nichts erinnern. Doch im Verlauf der Zeit hat sie wiederkehrende Halluzinationen, tiefe Kratzer am Körper. Ihre Freunde sind hilflos, aber ein Schulprofessor erkennt die Symptome: Eine Kreatur will Alex' Körper nutzen, um auf die Erde zu kommen.


In den letzten Jahren gab es ja eine ganze Menge Horrorfilme, die sich der Thematik der Besessenheit bedient haben. Als Meisterwerk dieser Filmart gilt ganz klar immer noch William Friedkin's "Der Exorzist", doch auch in letzter Zeit wurden einem einige Vertreter präsentiert, die dieses Thema zufriedenstellend bearbeitet haben. Nun ist vorliegendes Regie-Debüt von Greg A. Sager sicherlich kein filmisches Meisterwerk, doch bietet der Film durchaus gute Unterhaltung und erzählt eine Geschichte, die doch ein wenig vom ansonsten üblichen Schema abweicht. So steht beispielsweise der eigentliche Exorzismus gar nicht im Fokus des Geschehens, wird dieser doch eher beiläufig lediglich in den letzten 10 Minuten in Szene gesetzt. Vielmehr beschäftigt sich das Szenario mit seiner Hauptfigur Alex und zeigt die Wandlung eines hübschen jungen Mädchens in eine besessene Furie.

Wenn man den meisten Kritiken zu diesem Werk Glauben schenkt, dann handelt es sich maximal um filmische Durchschnittsware, doch wie immer liegt dies natürlich in der Betrachtungsweise des einzelnen Zuschauers. Mir persönlich hat "Besessen - Der Teufel in mir" sogar sehr gut gefallen, verfügt das Szenario doch über einen gut aufgebauten Spannungsbogen und überzeugt zudem durch eine phasenweise sehr dichte-und streckenweise gruselige Grundstimmung. Besonders der Aspekt, das die Story eine eher ruhige-und bedächtige Erzählweise an den Tag legt, sorgt mit zunehmender Spielzeit für ein gelungenes Horror-Erlebnis, an dem man wirklich seine Freude haben kann. Besonders angenehm habe ich die Tatsache empfunden, das der aufkommende Horror subtiler Natur ist, langsam und schleichend kriecht er dem Betrachter unter die Haut und sorgt mit der Zeit für einige wohlige Schauer, die einem über den Rücken rieseln.

Wirklich harte Momente gibt es zwar nicht zu sehen, doch das wäre bei einem Film dieser Art auch eher unpassend. Dafür warten die Ereignisse mit einigen gut platzierten Schockmomenten auf, so das man sich an diversen Stellen herrlich erschrecken kann. Wenn man dann doch noch einen Wermutstropfen finden will, so lässt sich dieser eigentlich nur in einigen eher unlogischen Verhaltensweisen einiger Protagonisten erkennen, denn wenn man sieht, wie sich die Freundinnen von Alex verhalten, erscheint dies doch stellenweise ein wenig abwegig. Ansonsten aber gibt es im Prinzip nichts auszusetzen an diesem Film, der insgesamt gesehen ein mehr als solides Szenario präsentiert und die vorhandene Thematik recht gut in den Vordergrund rückt. Bis auf das teilweise unlogische Verhalten können auch die Darsteller mit guten Leistungen aufwarten, so das sich im Endeffekt ein rundum gelungenes Geschehen zu erkennen gibt.

Greg A. Sanger hat mit "Besessen - Der Teufel in mir" ganz bestimmt kein Meisterwerk geschaffen, doch der Film ist weitaus besser gelungen, als es so manche Kritik im Netz vermuten lässt. Mit einem Film wie "Der Exorzist" kann das Werk selbstverständlich keinesfalls mithalten, doch im Vergleich mit einigen in den letzten Jahren erschienenen Genre-Vertretern schneidet das Werk sehr viel besser ab, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Liebhaber der Besessenheits-Thematik können hier bedenkenlos zugreifen und dürften diese Entscheidung auch nicht bereuen, denn spannende-und äußerst atmosphärische Unterhaltung ist vorprogrammiert.


Fazit:

Meiner Meinung nach siedelt sich die vorliegende Geschichte oberhalb des normalen Durchschnitts an und wird von vielen Leuten etwas unterbewertet. Spannung, Gänsehaut und eine gelungene Grundstimmung sorgen für jede Menge Kurzweil, so das man eine Sichtung sicherlich nicht bereuen wird.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Compliance
(Compliance)
mit Ann Dowd, Matt Servitto, Dreama Walker, Pat Healy, Philip Ettinger, Ashlie Atkinson, Nikiya Mathis, Ralph Rodriguez, Stephen Payne, Bill Camp, Amelia Fowler, John Merolla, James McCaffrey
Regie: Craig Zobel
Drehbuch: Craig Zobel
Kamera: Adam Stone
Musik: Heather McIntosh
FSK 16
USA / 2012

Sandra ist Geschäftsführerin eines Fast-Food-Restaurants. Jeden Tag steht sie unter enormen Druck, besonders heute, da ein Angestellter tags zuvor vergessen hat, die Türe des Gefrierraums zu schließen. Die Folge: ein großer finanzieller Schaden und verärgerte Kunden, die ihre Burger ohne Gurken und Speck serviert bekommen. Zusätzlich stößt ihr Becky sauer auf, die neue Angestellte, die mit ihrem jugendlichen und unbedarften Verhalten all das verkörpert, was Sandra zuwider ist. Als plötzlich das Telefon klingelt, sich an der anderen Leitung ein Polizeibeamter namens Daniels meldet und erklärt, dass Becky einer Kundin Geld gestohlen hat, ist die ohnehin gestresste Sandra bereit dies ohne zu Hinterfragen zu glauben. Es ist der Beginn eines Kreislaufes aus Verdächtigungen und Anschuldigungen mit dem einen Ziel: die systematische Demütigung von Becky.


5 Jahre nach seinem Regie-Debüt "Great World of Sound" präsentiert Regisseur Craig Zobel mit "Compliance" einen sehr außergewöhnlichen Film, der eine gelungene Mixtur aus Thriller-und Drama darstellt. Die Geschichte soll dabei auf einer wahren Begebenheit beruhen und wenn man als Zuschauer einmal davon ausgeht das es sich hier um wahre Ereignisse handelt, liegt das Szenario besonders schwer im Magen. Phasenweise ist es schon fast unglaublich, wie hier aufgrund eines schlichten Telefonates eine junge Frau auf das Übelste gedemütigt wird und im Grunde genommen eine Vergewaltigung über sich ergehen lassen muss. Erscheint das Geschehen stellenweise schon fast unglaublich, so kann man sich andererseits sehr gut vorstellen, das die Ereignisse wirklich passiert sind. Dieser Aspekt wird insbesondere durch den dominant auftretenden Anrufer unterstützt der sich als Polizist ausgibt und keinerlei Zweifel an seiner Identität aufkommen lässt. Seine verbale Manipulation aller Beteiligten geschieht auf eine dermaßen dominante Art und Weise, das man sich ganz zwangsläufig immer wieder die Frage stellt, wie man selbst in der vorherrschenden Situation reagieren würde. Zwar treten immer wieder Zweifel auf, die der Anrufer jedoch leicht und locker zerstreuen kann, da er auf jede Frage postwendend die richtige Antwort parat hat. Ohne das Ganze wirklich zu hinterfragen folgt man seinen Anweisungen, die er mit dezenten Drohungen zusätzlich unterstreicht, so das die Protagonisten trotz vollkommen begründeter Zweifel jedem Befehl nachkommen, auch wenn sie sich dabei nicht ganz wohl in ihrer Haut fühlen.

Für die junge Becky artet das Ganze nach einer gewissen Zeit in ein wahres Martyrium aus, denn nachdem das Geschehen zu Beginn noch eher harmlos verläuft, so artet die Szenerie mit zunehmender Laufzeit immer mehr aus und kann letztendlich getrost als seelische-und körperliche Vergewaltigung ausgelegt werden, ohne das der Anrufer dabei selbst auch nur einen Finger rühren muss. Für den Betrachter ist die gesamte Choose nur sehr schwer zu ertragen, aus anfänglicher Ungläubigkeit wird mit der Zeit eine wahre Seelen-Qual, leidet man doch fast körperlich mit der jungen Becky mit. Und obwohl man sich gar nicht vorstellen mag das eine solche Situation wirklich passieren kann, erscheinen die Ereignisse unglaublich realistisch, wodurch der Film eine grausame Faszination entfaltet, die sich wie ein bleierner Mantel auf die eigenen Schultern legt und einen dabei fast zu erdrücken scheint. Dazu trägt auch die äußerst beklemmende Grundstimmung bei, denn nach den ersten ruhigen Minuten des Filmes entfaltet sich eine bedrückende Atmosphäre, die man kaum in Worte fassen kann.

Craig Zobel stellt hier den Aspekt der menschlichen Manipulation extrem gut in den Vordergrund und fügt der Geschichte so auch eine sozialkritische Note bei, die wie ein extremer Tiefschlag in die Eingeweide daher kommt. Nur aufgrund verbaler Aussagen am Telefon wird hier ein Mensch aufs brutalste gedemütigt, wobei dessen Peinigern dies noch nicht einmal richtig bewusst wird. Der Begriff Polizei scheint sämtliche logischen Denkweisen vollkommen außer Kraft zu setzen, was insbesondere bei Becky's Vorgesetzter Sandra zu verspüren ist. Trotz der unwirklich erscheinenden Situation und diverser aufkommender Zweifel ist diese sogar noch dazu in der Lage, diverse Späßchen mit dem angeblichen Polizisten am Telefon zu machen. So erhält das Szenario phasenweise schon eine äußerst makabere Note und erscheint trotz seiner Grausamkeit manchmal unfreiwillig komisch. Nicht weiter verwunderlich also, das man als Zuschauer stellenweise den Eindruck erhält, sich in einer verschärften Version von "Vorsicht Kamera" zu befinden, wobei man jedoch vergeblich darauf wartet, das sich alles als ganz übler Scherz herausstellt. Die ganz große Stärke des Filmes sind sicherlich die streckenweise brillanten darstellerischen Leistungen der Schauspieler, wobei man Ann Dowd (Sandra) und Dreama Walker (Becky) ganz besonders hervorheben sollte. Beide Darstellerinnen warten mit geradezu herausragenden Performances auf und tragen so ihren Teil dazu bei, das die Geschichte ihre volle Intensität entfalten kann.

Meiner Meinung nach ist "Compliance" ein absolut hervorstechender Film, der trotz seiner manchmal schon fast surreal erscheinenden Story ein unglaublich hohes Maß an Authenzität enthält. Obwohl man die Ereignisse eigentlich nicht für wahr halten will kann man sich unglaublich gut vorstellen, das sich alles wirklich so abgespielt hat. Die Manipulation des menschlichen Verstands scheint allein schon durch ein dominantes Auftreten am Telefon möglich und trotz aufkommender Zweifel ist man schnell dazu bereit, andere Menschen zu erniedrigen. Das eigene Schuldbewusstsein wird dabei weitesgehend außer Kraft gesetzt, was man sehr gut in einem Interview erkennen kann, das Sandra am Ende des Filmes im Fernsehen gibt. Es setzt ein gewisser Verdrängungs-Prozess ein und die gute Frau versucht krampfhaft, sich ihr Verhalten schön zu reden, wobei man ihrem Gesicht und ihrer gesamten Körpersprache durchaus ablesen kann, das ihr Verstand es besser weiß. "Compliance" ist somit ein Film der ziemlich eindrucksvoll aufzeigt, das Menschen trotz diverser Bedenken leicht zu manipulieren sind und ohne jegliches Hinterfragen auch dazu bereit sind andere Mitmenschen zu demütigen, wobei das logische Denken nur durch den Anruf eines angeblichen Polizisten vollkommen außer Kraft gesetzt wird. Die Wirkung des Gesehenen ist für den Betrachter unglaublich realistisch und intensiv, so das die Geschichte auch extrem nachhaltig im Gedächtnis hängen bleibt.


Fazit:


Unglaublich aber dennoch äußerst realistisch und glaubwürdig erzählt "Compliance" eine Story, die man im Prinzip nicht für möglich halten möchte, die aber gerade deswegen wahnsinnig authentisch erscheint. Herausragende Darsteller, eine extrem bedrückende Grundstimmung und ein unglaublich hohes Maß an Intensität machen dieses Werk zu einem absolut fantastischen Film-Erlebnis, das auch noch lange nach dem Ende wie ein schwerer Klumpen im Magen des Betrachters liegt und einem fast schon körperliche Schmerzen zufügt.


9/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Killer Wave - Tsunami des Todes
(Killer Wave)
mit Angus Macfadyen, Karine Vanasse, Louis Philippe Dandenault, John Robinson, Tom Skerritt, Stephen McHattie, Ellen David, Bruce Dinsmore, Christopher Heyerdahl, Andreas Apergis, Anna Hopkins
Regie: Bruce McDonald
Drehbuch: William Gray / Tedi Sarafian
Kamera: Pierre Jodoin
Musik: Normand Corbeil
FSK 12
USA / 2007

Gigantische Tsunamis haben die amerikanische Ostküste verwüstet. Ein Team von Wissenschaftlern untersucht die Ursache für das Unglück. Der Nuklearspezialist John McAdams und die Wissenschaftlerin Sophie Marleau, kommen zu dem Resultat, dass die Tsunami Katastrophe von Terroristen mit Hilfe von Unterwasserraketen ausgelöst wurde. Ein Katz und Maus Spiel beginnt und die beiden werden verdächtigt, die Terroristen zu sein.


Bruce McDonald's Katastrophen-Thriller hat schon 7 Jahre auf dem Buckel, doch erst jetzt hat Ascot Elite den Film auch auf DVD herausgebracht. Die TV-Produktion hat immerhin eine Lauflänge von gut 170 Minuten und lief zur damaligen Zeit als Mini-Serie im TV. Erzählt wird hier eine spannende Geschichte, bei der allerdings nicht die gigantischen Flutwellen an sich im Mittelpunkt des Geschehens stehen, sondern vielmehr die Hintergründe, wie es überhaupt zu deren Entstehen kommt. So sollte man sich also von Beginn an darauf einstellen, das man es hier nicht mit grandiosen Effekten zu tun bekommt, denn die Tsunamis an sich werden lediglich kurz angedeutet. Danach sieht man lediglich die zerstörten Schauplätze, ansonsten dreht sich alles um die Hintergründe, die zu den furchtbaren Naturkatastrophen führen. Das ist jetzt auch keinesfalls als negative Kritik zu verstehen, denn das Szenario entwickelt sich ziemlich schnell zu einem durchaus spannenden Thriller, der jedoch aufgrund seiner Laufzeit auch einige kleinere Längen beinhaltet.

In der Hauptrolle ist Angus Macfadyen (Braveheart, Saw 3) zu sehen, der bekannte Schauspieler nimmt die Rolle eines ehemaligen Wissenschaftlers ein, dem hier ganz übel mitgespielt wird. Recht schnell ist nämlich für den Zuschauer ersichtlich, das die riesigen Flutwellen alles andere als normalen Ursprungs sind, vielmehr stehen skrupellose-und geldgierige Menschen hinter den Machenschaften, die das Ganze dem zu Beginn ahnungslosen Wissenschaftler unterjubeln wollen. Es beginnt eine gnadenlose Jagd, bei der McAdams (Macfadyen) mit Hilfe einer ehemaligen Kollegin den Dingen auf den Grund gehen will, wobei die beiden vom FBI und gnadenlosen Killern gejagt werden. Streckenweise recht temporeich inszeniert offenbaren sich aber auch immer wieder diverse Passagen, die man ohne Weiteres etwas kürzer hätte halten können. Manche Szenen sind etwas zu dialoglastig geraten, andererseits sind es aber gerade diese Stellen, die einem eine Menge Hintergrund-Informationen liefern, um auch die Technik zum Auslösen der Tsunamis etwas besser zu verstehen.

Die Erklärungen dafür sind allerdings eher oberflächlich, für das Verständnis des Betrachters jedoch vollkommen ausreichend. Man bekommt also einen ziemlich guten Überblick und kann sich so auch ohne Probleme mit dem Szenario auseinandersetzen. Das dargebotene Schauspiel der Akteure fällt ordentlich aus, man sollte aber auf keinen Fall herausragende Performances erwarten, denn dafür ist das Ganze einfach nicht ausgelegt. Dennoch gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung, denn auffallende Rausreisseur nach unten sind nicht zu bemerken. Regisseur Bruce McDonald hat bei diesem Film eine ganze Menge richtig gemacht und präsentiert durchaus TV-Kost auf gehobenem Niveau. Vor allem im Vergleich zu etlichen anderen Produktionen die zumeist auf RTL II laufen, kann "Killer Wave - Tsunami des Todes" eine Menge Pluspunkte sammeln und ordnet sich in diesem Bereich auf jeden Fall im oberen Drittel an.

Letztendlich stellt dieses Werk ganz sicher kein filmisches Meisterwerk dar, bietet aber grundsolide-und größtenteils sehenswerte TV-Kost an, die sich jederzeit für einen gemütlichen und kurzweiligen Film-Abend eignet. Eine gute Geschichte, eine konstant ansteigende Spannungskurve und ein ordentliches Tempo sind die Stärken dieses Filmes, bei dem man bedenkenlos zugreifen kann, ohne sich im nachhinein über vergeudete Lebenszeit zu ärgern.


Fazit:


Unter den unzähligen für das TV produzierten Katastrophen-Thrillern sticht "Killer Wave - Tsunami des Todes" wirklich aus der ansonsten grauen Masse heraus. Während die eigentliche-und künstlich erzeugte Natur-Katastrophe eher im Hintergrund steht, offenbart sich ein guter Thriller, der sich mit den Hintergründen und vor allem den Hintermännern des Szenarios beschäftigt. Wer ein Faible für Werke dieser Art hat kann hier ohne Bedenken zur DVD greifen, denn gute-und unterhaltsame Filmkost ist auf jeden Fall vorprogrammiert.


6,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Confession of Murder
(Nae-ga Sal-in-beom-i-da)
mit Won Choi Yeong, Jang Gwang, Jae-Yeong Jeong, Eun-ji Jo, Yeong-ae Kim, Young-Ae Kim, Ji-a Min, Park Si-hoo, Park Si-Hoo, Choi Won Junge
Regie: Byeong-gil Jeong
Drehbuch: Byeong-gil Jeong
Kamera: Gi-tae Kim
Musik: Kim Woo-Geun
FSK 16
Südkorea / 2012

Nachdem seine bestialischen Morde verjährt sind, veröffentlicht Lee Du-seok eine skandalöse Autobiografie. In dieser beschreibt er all seine Morde mit großem Detailreichtum. Detective Choi, dem Lees Mordserie nach 15 Jahren immer noch schlaflose Nächte bereitet, ist entsetzt und nimmt den Fall wieder auf. Auch Han Ji-soo, die damals ihre Tochter an Lee verlor, schwört blutige Rache. Unterdessen taucht jedoch ein weiterer Serienkiller auf. Choi muss sich fragen, wie eng Buch und Realität beieinanderliegen und ob er tatsächlich auf der Jagd nach dem richtigen Killer ist …


Und schon wieder erreicht uns mit "Confession of Murder" ein qualitativ hochwertiger Thriller aus Südkorea. Diese Tatsache an sich ist zwar mittlerweile längst keine Überraschung mehr, aber die unglaubliche Regelmäßigkeit, mit der das asiatische Land einen großartigen Beitrag nach dem anderen abliefert, ist schon absolut beeindruckend. Die hier erzählte Geschichte löst beim Zuschauer teilweise absolute Fassungslosigkeit aus, was sich insbesondere auf die gesetzliche Verjährungsfrist bezieht, denn anscheinend sind Morde in Südkorea nach 15 Jahren nicht mehr zu ahnden, so das die Killer sich ohne Weiteres der Öffentlichkeit preisgeben können. Dieses in Wort und Bild serviert zu bekommen ist schon extrem gewöhnungsbedürftig, zudem hinterlässt es einen fast schon makaberen Beigeschmack. Da werden sogar offene Debatten im TV ausgetragen und ein Killer wird von den Medien und etlichen anderen Menschen als eine Art Pop-Star verehrt, was einmal mehr eindrucksvoll aufzeigt, wie leicht doch die Masse zu manipulieren ist.

Nun bietet der zweite Film von Regisseur Byeong-gil Jeong zwar so gut wie keinerlei Härten, hat diese aber auch überhaupt nicht nötig. Es ist die Story an sich, von der hier eine unglaubliche Faszination ausgeht, die den Betrachter regelrecht in ihren Bann zieht. Dabei ist die Erzählweise äußerst gradlinig und beinhaltet im Prinzip keinerlei wirkliche Überraschungsmomente, so das die gesamte Szenerie eigentlich ziemlich vorhersehbar erscheint. Stellt sich doch hauptsächlich die Frage, ob die Angehörigen der Opfer den Mörder in ihre Finger bekommen und Selbstjustiz an ihm ausüben können. Das Szenario ändert sich erst zu dem Zeitpunkt, als mit dem ominösen "J" plötzlich ein weiterer Mann in den Fokus rückt, der zudem behauptet der wahre Mörder zu sein. Von nun an wird die bis dahin schon sehr spannende Geschichte noch um Einiges interessanter und in der letzten halben Stunde tritt ein nahezu brillanter Plot-Twist in den Vordergrund, den man beim besten Willen nicht vorhersehen konnte. Alles was bisher logisch und vorhersehbar erschien kann über den Haufen geworfen werden und man wird mit einer absolut perfekten Wendung des Ganzen überrascht, die den Film insgesamt gesehen noch einmal zusätzlich aufwertet.

Eine absolute Stärke dieses hervorragenden Thrillers ist sicherlich das dargebotene Schauspiel, denn sämtliche Akteure wissen durch herausragende Performances zu überzeugen. Besonders intensiv erscheint hierbei das Verhältnis zwischen dem Polizisten Choi, der auch vor 15 Jahren mit den Ermittlungen in der brutalen Mord-Serie beauftragt war und dem angeblichen Killer Lee Du-seok, denn immer wenn die beiden Charaktere aufeinander treffen, kann man die zum Zerreißen gespannte Atmosphäre zwischen den beiden fast schon körperlich spüren. Choi ist ganz besonders in den Fall involviert, da auch seine damalige Verlobte dem Mörder zum Opfer fiel und ihre Leiche bis zum heutigen Tag nicht gefunden wurde. Dies spürt man in jeder einzelnen Einstellung des Filmes, wobei insbesondere Mimik und Gestik des Hauptdarstellers absolut authentisch beim Zuschauer ankommen. Zum Ende hin nimmt das Geschehen dann auch noch einmal richtig an Fahrt auf und man wird mit einer wilden Verfolgungsjagd konfrontiert, die für eine ordentliche Adrenalin-Zufuhr sorgt. So kann man also ohne Übertreibung anmerken, das es sich bei "Confession of Murder" um einen absolut hervorragenden Genre-Beitrag handelt, in dem nahezu alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Im Endeffekt bekommt man einen grandiosen Thriller geboten, der auch ohne jegliche explizite Gewaltdarstellungen auskommt. Meiner persönlichen Meinung nach wären diee sogar äußerst fehl am Platz gewesen und hätten das rundum stimmige Szenario lediglich negativ beeinflusst. So aber kann man sich viel besser auf die erstklassige Geschichte konzentrieren und sich an dem wunderbaren Plot-Twist erfreuen, der das Gesehen noch besser-und runder erscheinen lässt, als es von Haus aus schon der Fall ist. Erstklassiges Schauspiel, ein Hauch Sozial-Kritk und jede Menge Spannung ergeben letztendlich ein Gesamtbild, das man nur als hervorstechend bewerten kann. Zum wiederholten Mal hat Südkorea hier unter Beweis gestellt, das es mittlerweile definitiv zu den Ländern zu zählen ist, die aus der großen Filmwelt nicht mehr wegzudenken sind.


Fazit:


"Confession of Murder" erzählt eine Geschichte die man lange Zeit als ziemlich vorhersehbar einstufen kann, von der aber dennoch eine unglaubliche Faszination ausgeht, der man sich unmöglich entziehen kann. Durch die südkoreanische Gesetzgebung teilweise schon recht makaber wirkend, erfährt der Plot im letzten Drittel jedoch eine Wendung, die keinesfalls vorhersehbar ist. Das wertet das bis dahin schon erstklassige Gesamtbild noch einmal zusätzlich auf und garantiert dem Betrachter ein Film-Erlebnis, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte da man ansonsten wirklich etwas verpasst.


9/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Texas Chainsaw 3D
(Texas Chainsaw 3D)
mit Alexandra Daddario, Dan Yeager, Trey Songz, Scott Eastwood, Tania Raymonde, Shaun Sipos, Keram Malicki-Sánchez, James MacDonald, Thom Barry, Paul Rae, Richard Riehle, Bill Moseley, Gunnar Hansen
Regie: John Luessenhop
Drehbuch: Adam Marcus / Debra Sullivan
Kamera: Anastas N. Michos
Musik: John Frizzell
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

TEXAS CHAINSAW 3D führt die legendäre Geschichte der mörderischen Familie Sawyer fort, der damals so viele Menschen zum Opfer fielen. Jahrzehnte später und hundert Meilen von den grausigen Tatorten entfernt, erfährt die junge Heather, dass sie ein Anwesen in Texas von ihrer Großmutter, von der sie bislang nichts wusste, geerbt hat. Nachdem sie sich mit ihren Freunden auf den Weg gemacht hat, um ihre Wurzeln zu erkunden, findet sie heraus, dass sie die neue und einzige Besitzerin einer aufwendigen abgesonderten viktorianischen Villa ist. Was sie noch nicht weiß ist, dass tief unten im Keller ihres neuen Besitzes bereits etwas Grauenhaftes auf sie wartet ...


Schon im Vorfeld dieses Filmes lag es ziemlich offensichtlich auf der Hand, das "Texas Chainsaw 3D" die Meinungen der Fans in zwei Lager spalten würde und wenn man sich einmal die Meinungen im Netz anschaut, bekommt man äußerst schnell die Bestätigung dafür. Zeitlich etliche Jahre nach den grausamen Ereignissen des ersten Teils angesiedelt spinnt sich hier eine Geschichte, die für manch einen Liebhaber der Reihe etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen dürfte. Die ominöse Familie Sawyer gibt es nämlich nicht mehr, denn nur der Killer mit der Kettensäge hat ein Massaker überlebt, dem seine Familie zum Opfer fiel. Und so fehlt es vorliegendem Werk natürlich ein wenig an der herrlich kranken Atmosphäre, die durch die sadistische Sippe erzeugt wurde, was für manch einen sicherlich als negativer Kritikpunkt anzusehen ist. Zudem entpuppt sich die vorliegende Story als recht dünn und vorhersehbar, was meiner persönlichen Meinung nach jedoch nicht sonderlich ins Gewicht fällt, da das Szenario ansonsten vollkommen überzeugen kann.

Ganz generell sollte man bei Filmen dieser Art seine Erwartungen an eine ausgefeilte-und tiefer gehende Geschichte wohl etwas zurückschrauben, steht doch in erster Linie der reine Unterhaltungswert im Vordergrund. Und über diesen kann man sich nun wirklich nicht beschweren, denn Genre-Freunde kommen voll auf ihre Kosten. Das Werk ist mit einem sehr ansehnlichen Härtegrad ausgestattet, wobei man sich bei der Ansicht des vorliegenden Schnittberichtes ganz unweigerlich die Frage stellen muss, warum Deutschland nur mit der R-Rated Fassung des Filmes bedient wird. Wenn man sieht welche Härten das Szenario enthält, dann hätte man auch die gerade einmal knapp 5 Sekunden längere Unrated Version auf den Markt bringen können, denn diese kurze Zeitspanne macht den Kohl auch nicht wirklich fett. Doch auch so werden Gorehounds auf ihre Kosten kommen, denn Leatherface läuft einmal mehr zur absoluten Höchstform auf, wobei die Kamera bei den diversen Tötungen ordentlich drauf hält und so manch blutige-und äußerst derbe Szene in den Vordergrund rückt.

Eine Schwäche des Filmes sind bestimmt die eher blassen Charaktere, die jederzeit austauschbar erscheinen. Großartige Darstellungen sollte man nicht unbedingt erwarten, jedoch sind die gezeigten Leistungen absolut ausreichend, um das Geschehen relativ rund und stimmig erscheinen zu lassen. Nun gibt es nicht gerade wenige Leute, die insbesondere das Verhalten der Hauptfigur Heather im letzten Drittel der Geschichte bemängeln. Bei diesem Aspekt darf man wirklich geteilter Meinung sein, doch so abwegig wie viele das sehen ist es eigentlich gar nicht, auch wenn man es persönlich vielleicht nicht so ganz nachvollziehen kann. Die oft angesprochenen Logiklöcher konnte ich eigentlich nicht entdecken, auch wenn bestimmte Aspekte sicherlich genügend Gründe anbieten, um verschiedene Sichtweisen der Dinge zuzulassen. Und so kann man letztendlich durchaus von einem sehr gelungenen Horrorfilm sprechen, der wie ich finde äußerst gut in die Reihe um den Kettensägen-Killer hineinpasst. Schmutzig, derbe und herrlich blutig präsentiert sich ein Szenario, das jederzeit bestens zu unterhalten weiß und lediglich einige kleine Schwächen offenbart, die je nach Betrachtungsweise des Geschehens eventuell als negativ anzukreiden sind. An das Original kommt "Texas Chainsaw 3D" selbstverständlich nicht heran, dazu fehlt es allein schon an der wunderbar sadistischen Grundstimmung, die damals von der gesamten Familie Sawyer ausgegangen ist.

Regisseur John Luessenhop hat hier eine ganze Menge richtig gemacht und in erster Linie einen richtig harten Teil der Reihe auf den Weg gebracht. Dennoch wird der Film auch weiterhin die Meinungen der Fans in zwei Lager spalten, was Grund genug für diverse Diskussionen sein wird. Das die Story ein wenig ausgedünnt daher kommt, konnte man sicherlich im Vorfeld schon erahnen und für eine ausführliche Charakter-Beleuchtung der einzelnen Figuren ist das Geschehen auch nicht unbedingt ausgelegt, dafür werden jedoch die Freunde der härteren Gangart nahezu perfekt bedient und werden ihre helle Freude an diesem Werk haben. Mir persönlich hat "Texas Chainsaw 3D" äußerst gut gefallen, so das ich ohne Bedenken eine absolute Empfehlung aussprechen kann. Rein von der Härte her handelt es sich hier neben "TCM: The Beginning" sogar um den stärksten Teil der gesamten Reihe und dieser Punkt wird für viele ganz sicher nicht gerade unerheblich sein. Doch auch ansonsten ist der Film viel besser geraten, als manche Kritik im Netz es eventuell vermuten lässt.


Fazit:


Die Enttäuschung einiger Leute kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen, bietet dieser Film doch im Prinzip genau das, was man sich von ihm erwartet hat. Ein hartes-und kompromissloses Szenario, in dem man etliche sehr gut gemachte SFX zu sehen bekommt, eine temporeich erzählte Story und eine gelungene Atmosphäre, die jedoch nicht die kranken Züge des Originals erkennen lässt. Insgesamt gesehen ist das Geschehen recht stimmig und rund, wobei man diverse kleinere Schwächen jedoch nicht verleugnen kann.


8/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Metamorphosis - Das Monster in dir
(Henge)
mit Kazunari Aizawa, Aki Morita, Teruhiko Nobukuni
Regie: Hajime Ohata
Drehbuch: Hajime Ohata
Kamera: Hidetoshi Shinomiya
Musik: Hiroyuki Nagashima
keine Jugendfreigabe
Japan / 2011

Yoshioki und Keiko sind ein ganz normales, glücklich verheiratetes Ehepaar. Nichts scheint das Glück der beiden trüben zu können, wären da nicht die merkwürdigen Anfälle und Albträume von Yoshioki. Mehr und mehr schleicht sich das unfassbare Grauen in das Leben der beiden Liebenden. Yoshioki verändert sich zusehends. Er verwandelt sich in etwas anderes, etwas Unmenschliches…


Monsterfilme haben ja insbesondere in Japan eine große Tradition, kommt doch mit Godzilla wohl auch das bekannteste Film-Monster aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dennoch sollte man "Metamorphosis - Der Killer in dir" keinesfalls an üblichen Vertretern dieser Art messen, offenbart sich dem Zuschauer doch vielmehr ein vollkommen abstruses Szenario, das man nur äußerst schwer richtig einordnen kann. Das größte Problem dieses Werkes ist dabei, das man die Intension des Regisseurs eigentlich überhaupt nicht erkennen kann, sollte die Geschichte eine gewisse Botschaft enthalten, so bleibt diese einem doch verschlossen, da das Geschehen im Grunde genommen so gar keinen Sinn ergeben will. Im Prinzip präsentiert sich eine Story mit fragwürdigem Hintergrund, wobei ein wirklicher Sinn des Ganzen nur schwerlich zu erkennen ist. Ich liebe ja im Normalfall Filme, die dem Betrachter einen gewissen Spielraum für eigene Interpretationen lassen, doch in vorliegendem Fall sind die Ereignisse so absolut hanebüchen, das man beim besten Willen keinerlei Sinn darin erkennen kann.

Am positivsten ist sicherlich zu bewerten, das die ganze Choose mit gerade einmal gut 50 Minuten Netto-Spielzeit äußerst kurz gehalten ist, denn viel länger hätte man das Ganze nur schwer ertragen können. Einerseits liegt das an den schon genannten Gründen, auf der anderen Seite ist es auch einmal mehr das totale Overacting, das man immer wieder in japanischen Filmen dieser Art geboten bekommt. Nun könnte man aufgrund der hohen Alterseinstufung davon ausgehen, das man es zumindest mit einem blutigen-und harten Geschehen zu tun bekommt, doch selbst bei diesem Gesichtspunkt schaut man eher in die Röhre. Bis auf ein paar wenige Verwandlungs-Szenen gibt die Story eigentlich nichts her, was man in irgendeiner Art und Weise als hart oder brutal ansehen könnte. Die Tötungen werden lediglich angedeutet und auch mit dem verwendeten Kunstblut wird eher sehr sparsam umgegangen.

Wenn der Film nun zumindest ein wenig Spannung und Atmosphäre aufkommen lassen würde, dann könnte man vielleicht über das ein-oder andere Defizit gönnerhaft hinwegsehen, doch leider wird auch in diesem Punkt herzlich wenig geboten, so das man sich beim Einsetzen des Abspanns ganz unweigerlich die Frage stellt, was man da eben eigentlich geschaut hat. Die Antwort auf diese durchaus berechtigte Frage ist gar nicht einmal so leicht, doch eventuell mag es einige Leute geben, die sich einen Reim auf dieses sonderbare Szenario machen können. Mir ist es jedenfalls nicht wirklich gelungen und obwohl ich an dieser Stelle sicherlich kein filmisches Meisterwerk erwartet habe, ist das letztendliche Ergebnis doch mehr als nur öde ausgefallen.

Im Endeffekt kann man sich "Metamorphosis - Der Killer in dir" ruhig einmal anschauen wenn man gerade nichts anderes zu tun hat, sollte dabei jedoch voon Beginn an die eigenen Erwartungen auf ein absolutes Minimum zurücksetzen. Im Grunde genommen bekommt man nämlich nicht mehr als eine gut 50 Minuten lange Geschichte präsentiert, die weder ergiebig noch sinnvoll erscheint und die nicht gerade einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlässt. Meiner persönlichen Meinung nach ist dieses Werk zumindest so überflüssig wie ein Geschwür und dürfte selbst eingefleischten Japan-Fans nur ganz bedingt ein wenig Unterhaltung bieten. Dennoch bin ich mir sicher, das auch dieses obskure Szenario seine Zielgruppe findet, zu der ich mich aber definitiv nicht zählen kann. Denn dafür sind noch nicht einmal diverse Ansätze vorhanden, die den Ereignissen etwas Positives verleihen würden.


Fazit:


"Metamorphosis - Der Killer in dir" ist wohl am ehesten in die Kategorie "Filme, die die Welt nicht braucht" einzuordnen, denn etwas anderes fällt mir zu dieser hanebüchenen Geschichte nicht ein, die zudem auch noch ziemlich schlecht in Szene gesetzt wurde.


2/10
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Das Amulett des Todes
(Das Amulett des Todes)
mit Rutger Hauer, Horst Frank, Vera Tschechowa, Walter Richter, Günther Stoll, Walter Sedlmayr, Andreas Mannkopff, Anna-Maria Asmus, Erich Kleiber
Regie: Ralf Gregan / Günter Vaessen
Drehbuch: Günter Vaessen
Kamera: Michael Ballhaus
Musik: Rolf Bauer
FSK 16
Deutschland / 1975

Der abtrünniger Schmuggler-Pilot Chris wird von seinen beiden Komplizen und dem Kopf der Bande angeschossen und gekidnappt. Das Trio entführt zur Sicherheit auch gleich die Zeugin des Anschlags Corinna. Ihr gelingt es jedoch, mit dem verletzten Piloten zu fliehen. Zwischen Corinna und Chris bahnt sich eine Romanze an, doch die Verfolger sind zum Äußersten bereit... Wer wird die Jagd am Ende überleben?


In dieser deutschen Produktion ist Rutger Hauer in einem seiner ersten Thriller zu sehen, wobei der Film an sich doch viel eher einem normalen Krimi ähnelt. Aus heutiger Sicht wirkt die Geschichte zwar einigermaßen angestaubt und dürfte insbesondere der jüngeren Generation nicht unbedingt zugänglich sein, der Unterhaltungswert des Ganzen bewegt sich aber dennoch in einem recht ordentlichen Rahmen. Einzig und allein der Spannungsaufbau des Szenarios lässt ein wenig zu wünschen übrig, dauert es doch eine geraume Weile, bis das Geschehen in Wallung kommt. Dabei sollte man auch nicht unbedingt ein erhöhtes Tempo erwarten, denn die Erzählweise der Ereignisse ist eher ruhig und beschaulich, was einigen Leuten eventuell ein Dorn im Auge sein könnte.

Trotzdem übt der Film aber auch einen gewissen Reiz auf, der sich vor allem den etwas älteren Zuschauern erschließen dürfte. Insbesondere die hochkarätige Besetzung ist hier an erster Stelle zu nennen, tummeln sich doch etliche zur damaligen Zeit sehr bekannte deutsche Schauspieler und überzeugen durch erstklassiges Schauspiel.Ganz besonders das Wiedersehen mit der längst verstorbenen Schauspiel-Legende Horst Frank sticht ganz besonders ins Auge und die Rolle des charismatischen Gangster-Bosses ist ihm geradezu auf den Leib geschneidert. Dennoch können auch die gut agierenden Darsteller keinesfalls darüber hinwegtäuschen, das die Geschehnisse an diversen Stellen ein wenig zähflüssig erscheinen.

So kommt es dann auch fast schon zwangsläufig zu einigen etwas langatmigen Passagen, denen ein wenig mehr Tempo und Action sicherlich Abhilfe geschaffen hätten. Trotz dieser offensichtlichen Defizite ist "Das Amulett des Todes" aber immer noch ein ziemlich solider Krimi, der größtenteils nette Unterhaltung für zwischendurch anbietet, wobei man die eigenen Erwartungen aber nicht zu hoch ansetzen sollte. Man sollte schon ein gewisses Faible für ältere Filme besitzen, ansonsten könnte doch an einigen Stellen gepflegte Langeweile aufkommen, denn im Bezug auf Action hält sich das Szenario doch eher vornehm zurück.

Im Endeffekt hatte ich mir ein wenig mehr von diesem Werk versprochen und vor allem stelle ich mir immer noch die Frage, in welchem Zusammenhang der Film-Titel mit dem Inhalt der Geschichte zusammenhängt. Und obwohl sich das Ganze nun nicht sonderlich positiv anhören mag, sollten insbesondere Nostalgiker ruhig einmal einen Blick riskieren, denn solide Krimi-Kost bekommt man trotz einiger Schwächen auf jeden Fall geboten. Zudem macht es Spaß, den jungen Rutger Hauer in einer seiner frühen Rollen zu sehen, in der er eine überzeugende Performance abliefert.


Fazit:


"Das Amulett des Todes" zählt ganz sicher nicht zu den Meilensteinen des deutschen Films, erzählt aber immerhin eine interessante Geschichte, die allerdings an einigen Stellen etwas mehr Tempo vertragen hätte. Unter dem Strich bleibt aber ein ordentlicher Film, den man sich auch fast 40 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch gut anschauen kann.


6/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Killerhaus - Horror der grausamsten Art
(Crawlspace)
mit Klaus Kinski, Talia Balsam, Barbara Whinnery, Carole Francis, Tane McClure, Sally Brown, Jack Heller, David Abbott, Kenneth Robert Shippy, David Schmoeller
Regie: David Schmoeller
Drehbuch: David Schmoeller
Kamera: Sergio Salvati
Musik: Pino Donaggio
keine Jugendfreigabe
USA / 1986

Nach außen hin scheint Dr. Karl Gunther ein relativ normaler Vermieter zu sein. Doch hinter der etwas schüchternen Fassade des einstigen Mediziners verbirgt sich Grausames: Der Sohn eines exekutierten NS-Arztes ist süchtig danach zu töten. Denn nur wenn er mordet fühlt er sich lebendig. Durch die Luftschächte seines Appartement-Hauses beobachtet er seine ahnungslosen Mieterinnen, studiert ihre Gewohnheiten und wartet auf den richtigen Zeitpunkt, eine nach der Anderen zu töten. Als die hübsche Studentin Lori ihre neue Wohnung im Haus des Wahnsinnigen bezieht, ahnt sie nichts von dessen Blutgier.


Der deutsche Filmtitel dieses 1986 erschienenen Werkes ist wirklich sehr treffend, auch wenn sich der vorhandene Horror nicht durch explizite Gewaltdarstellungen zu erkennen gibt. "Killerhaus" ist vielmehr ein kleiner-und kruder Horror-Thriller, in dem eigentlich gar nicht viel passiert und sich der aufkommende Horror auf sehr subtile Art zu erkennen gibt. Einmal mehr ist nämlich die Fähigkeit des Zuschauers gefragt, sich in die Lage der jungen Frauen zu versetzen, die in dem betreffenden Mietshaus wohnen und nichts davon ahnen, das ihr Vermieter eine dunkle Vergangenheit hat. Die Hauptrolle des Dr. Karl Gunther hätte man kaum besser besetzen können, denn Klaus Kinski brilliert als offensichtlich psychophatisch veranlagter Sohn eines ehemaligen KZ-Arztes, scheint ihm die Figur doch geradezu auf den Leib geschneidert. Und so wird man auch streckenweise mit der Nazi-Thematik konfrontiert, wobei die entsprechenden Passagen das Thema lediglich oberflächlich anschneiden. Im Vordergrund steht vielmehr die kranke Neigung der Hauptfigur, die ständig den inneren Zwang verspürt junge Frauen zu töten, um danach beim russischen Roulette das eigene Schicksal von einem Revolver abhängig zu machen.

Das Szenario zeichnet sich nicht gerade durch ein hohes Tempo aus, vielmehr offenbart sich von der ersten bis zur letzten Minute eine eher beschauliche Erzähl-Struktur des Ganzen, was manche Leute eventuell schon als etwas langatmig bezeichnen würden. Hinzu kommt auch noch der Aspekt, das sich auch ansonsten recht wenig ereignet, was ich persönlich aber keinesfalls als negativ empfunden habe. "Killerhaus - Horror der grausamsten Art" zeichnet sich vielmehr durch eine ziemlich dichte-und klaustrophobische Atmosphäre aus, die an diversen Stellen auch für eine angenehme Gänsehaut sorgen kann. So entfaltet das Geschehen trotz vorhandener Ereignislosigkeit phasenweise eine äußerst hohe Intensität und wenn man sich dabei auch noch in die Lage der Opfer versetzen kann, dann bekommt man es mit einem durchaus gelungenem Film zu tun, der sehenswerte Kost anbietet.

Als Höhepunkt ist sicherlich das wie immer überzeugende Schauspiel von Klaus Kinski anzusehen, Mimik und Gestik der Schauspiel-Legende sind nämlich wie immer absolut treffend, so das auch kleinere Szenen nachhaltig im Gedächtnis hängen bleiben. Man sollte von Beginn an wissen auf welche Art von Film man sich hier einlässt, denn Freunde temporeicher-und blutiger Inszenierungen werden nicht auf ihre Kosten kommen. Dafür dürften jedoch die Liebhaber des subtilen Horrors durchaus zufrieden sein und die streckenweise grandiose Grundstimmung tut ihr Übriges, um hier ein insgesamt sehr stimmiges Gesamtbild zu zeigen. Wenn man dazu noch den in Kinskis Gesicht erkenntlichen Wahnsinn aufflackern sieht weiß man manchmal gar nicht so genau, ob der grandiose Mime hier nur eine Rolle spielt, oder ganz einfach seine eigene Persönlichkeit zum Besten gibt. Geht der ehemals exzentrische Schauspieler doch eine regelrechte Symbiose mit seiner Rolle ein, wodurch der von ihm gespielte Charakter umso authentischer-und glaubwürdiger erscheint.

Manch einer sieht in "Killerhaus - Horror der grausamsten Art" einen langatmigen-und ereignislosen Film, für mich handelt es sich jedoch um einen wirklich gelungenen Genre-Beitrag, der einmal mehr die These unterstützt, das nicht immer nur Blut und Härte den Unterhaltungswert eines gelungenen Horrorfilms bestimmen. Regisseur David Schmoeller hat hier einen herrlich atmosphärischen kleinen Sicko auf den Weg gebracht, der auch nach fast drei Jahrzehnten immer noch zu faszinieren weiß. Ein grandioser Hauptdarsteller, eine tolle Atmosphäre und eine herrlich krude Geschichte reichen vollkommen aus, um dem Betrachter einen subtilen Horror-Thriller zu präsentieren, den man sich auf jeden Fall anschauen sollte.


Fazit:


Auch wenn "Crawlspace" wie der Film im Original heißt zumeist eher maximal durchschnittliche Bewertungen nach sich zieht, konnte das Werk mich absolut überzeugen. Ich kann es aber auch durchaus nachvollziehen, wenn die Geschichte vor allem die jüngere Generation nicht wirklich anspricht, denn in der heutigen Zeit wird ja bekanntlicherweise mehr Wert auf SFX und jede Menge Tempo gelegt und beides hat dieser Film nun einmal nicht zu bieten.


7,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Inbred
(Inbred)
mit Jo Hartley, Seamus O'Neill, James Doherty, James Burrows, Neil Leiper, Chris Waller, Nadine Rose Mulkerrin, Terry Haywood, Damien Lloyd-Davies, Derek Melling, Mark Rathbone, Dominic Brunt
Regie: Alex Chandon
Drehbuch: Alex Chandon / Paul Shrimpton
Kamera: Ollie Downey
Musik: Dave Andrews
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2011

Zusammen mit vier besonders problembehafteten Jugendlichen fahren die beiden Sozialarbeiter Jeff und Kate aufs Land, wo die Teenager im Dorf Mortlake gemeinnützige Arbeit verrichten sollen. Bewohnt wird das Dorf von einem verschrobenen Haufen von Hinterwäldlern, die alles andere als freundlich auf die Neuankömmlinge reagieren. Nach einem Missverständnis und einer daraus resultierenden blutigen Konfrontation mit den Dorfbewohnern bricht die Hölle los und die Einheimischen zeigen endgültig ihr wahres Gesicht. Jeff, Kate und die Teenager sehen sich einer Meute von blutrünstigen, degenerierten und barbarischen Psychopathen gegenüber, die eine besonders pervertierte Vorstellung von Unterhaltung haben. Ein unmenschliches Gemetzel steht bevor!


Im Normalfall ist man Szenarien mit degenerierten Hinterwäldlern ja eher aus den USA gewöhnt, doch Regisseur Alex Chandon (Cradle of Fear) sorgt mit seinem Werk dafür, das die Rednecks nun auch auf unserem Kontinent heimisch werden. Die in "Inbred" erzählte Geschichte ist sicherlich nicht neu und schon gar nicht innovativ, bietet jedoch altbewährte Zutaten in einer gelungenen Mischung aus "2001 Maniacs" und "Wrong Turn", so das sich der Zuschauer ein sehr gutes Bild darüber machen kann, was ihn hier erwartet. In den ersten gut 30 Minuten beschäftigt man sich dabei mit der Einführung der für die Geschichte wichtigen Charaktere. Zwar fällt diese eher oberflächlich aus, ist aber dennoch vollkommen ausreichend um sich mit den einzelnen Figuren auseinanderzusetzen. Nach der Einführung geht das Geschehen dann in die Vollen, wobei auch das Tempo der Erzählweise eine ordentliche Temposteigerung erfährt und aus dem zu Beginn eher beschaulichen Szenario entwickelt sich eine atmosphärisch dichte Menschenjagd, bei der die Opfer in eine scheinbar aussichtslose Situation geraten.

Der Nachteil bei der deutschen DVD liegt einmal mehr in der Tatsache begründet, das man das Werk mit Kürzungen von über vier Minuten versehen hat, so das eigentlich sämtliche härtere Passagen lediglich im Ansatz zu erkennen sind. Die Schnitte sind dabei recht offensichtlich und zudem auch noch sehr unglücklich gesetzt, so das sich die Kürzungen auch auf die Handlungsabläufe auswirken und die Ereignisse teilweise schwer nachvollziehbar sind. Das trübt das Seh-Vergnügen dann doch ganz erheblich und aus einem Film, der in der ungeschnittenen Version ganz bestimmt erstklassig daher kommt wird leider eine maximal mittelmäßige DVD-Veröffentlichung, was eigentlich sehr schade ist. Trotzdem kann man auf jeden Fall erkennen, das "Inbred" auch in dieser Version zumindest äußerst gute Ansätze bietet, denn das Szenario ist sehr spannend gestaltet und verfügt über eine extrem kranke Grundstimmung, die insbesondere durch die grotesk anmutenden Dorfbewohner entsteht. Allein vom Optischen her hätte man hier keine bessere Auswahl treffen können, denn beim Anblick der offensichtlichen Inzucht-Brut möchte man keinesfalls einen Fuß in die ländliche Gegend setzen, in der sich die ganze Choose abspielt.

Man kann sich sehr gut vorstellen, das "Inbred" in seiner ungekürzten Fassung jede Menge guter Effekte beinhaltet und zudem auch nicht mit dem Kunstblut geizt, denn die etlichen Andeutungen von expliziten Gewaltdarstellungen regt die Fantasie des Betrachters ordentlich an. Doch wie so oft hat die FSK es wieder einmal verhindert, das der mündige Bürger einen Film in seiner ganzen Pracht bewundern kann, so das einem nichts anderes übrig bleibt, als auf eine sicherlich kommende uncut-DVD von unseren österreichischen Nachbarn zu warten, um dieses sehr unterhaltsame Werk ungeschnitten und in deutsch zu genießen. Ganz nebenbei enthält die Geschichte auch diverse humorige Passagen, wobei diese größtenteils schon absurde Züge erkennen lassen. Das dargebotene Schauspiel der Protagonisten kann man als sehr solide bezeichnen, wobei sich vor allem die Dorfbewohner hervor tun, denn allein schon beim Anblick der degenerierten Bande kann man sich ein Schmunzeln kaum verkneifen.

Letztendlich offenbart sich hier ein Geschehen voller skurriler Szenen, das insbesondere in atmosphärischer Hinsicht vollkommen zu überzeugen weiß. Untermalt von einer ständig bedrohlich anschwellenden Musik entfalten sich mit der Zeit immer bedrohlicher erscheinende Momente, denen jedoch durch die Kürzungen jegliche Härte entfernt wurden. Wer sich daran nicht stört, kann sich selbst bei der deutschen VÖ schon einmal Appetit für eine ganz bestimmt folgende uncut-Version holen, man sollte sich aber darüber im Klaren sein, das die Schnitte auch teilweise die Handlung beeinflussen und das Geschehen dadurch an diversen Stellen nicht unbedingt stimmig erscheint. Insgesamt gesehen ist "Inbred" jedenfalls ein gelungener Genre-Beitrag, der jederzeit kurzweilige Unterhaltung bietet, an der man als Horror-Fan seine helle Freude hat.


Fazit:


Alex Chandon hat hier einen nicht sonderlich innovativen aber glänzend unterhaltenden Backwood-Slasher abgeliefert, der ungeschnitten sicherlich noch um Einiges höher zu bewerten ist. Für die deutsche VÖ geht es leider nicht über das Mittelmaß hinaus, zu extrem erscheinen doch die Kürzungen in einer Story, die ansonsten herrlich unterhaltsam erscheint.


6/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Mitternachtsspitzen
(Midnight Lace)
mit Doris Day, Rex Harrison, John Gavin, Myrna Loy, Roddy McDowall, Herbert Marshall, Natasha Parry, Hermione Baddele, John Williams, Richard Ney, Anthony Dawson, Rhys Williams, Richard Lupino
Regie: David Miller
Drehbuch: Ivan Goff / Janet Green
Kamera: Russell Metty
Musik: Frank Skinner
FSK 12
USA / 1960

Die reiche Amerikanerin Kit und ihr frisch gebackener britischer Ehemann Anthony Preston hoffen nach drei Monaten Ehe endlich auf ein wenig freie Zeit für ihre Hochzeitsreise nach Venedig. Dann bekommt das Paar in London jedoch eines Tages mysteriöse Morddrohungen: Mit verstellter Stimme droht ein Mann Kit, sie innerhalb von einem Monat zu ermorden - oder hat Kit nur eine blühende Fantasie?


Dieser Film von David Miller zählt wohl ganz eindeutig zu den absoluten Top-Thrillern aller Zeiten und hätte auch vom großen Alfred Hitchcock kaum besser-und spannender inszeniert werden können. "Mitternachtsspitzen" gehört auf jeden Fall zu den zeitlosen Klassikern, die auch bei der unzähligsten Sichtung immer wieder aufs Neue faszinieren, auch wenn der Zuschauer die Lösung des perfiden Katz-und Maus Spiels längst kennt. Und das vorliegende Geschehen hat es wirklich in sich, wie eigentlich alle Werke der damaligen Zeit benötigt man keinerlei Härten und noch nicht einmal ein gesteigertes Tempo, um den Betrachter bei Laune zu halten. Die herausragend ins Bild gesetzte Geschichte spricht für sich und lässt trotz einer nach heutigen Verhältnissen eher beschaulichen Erzähl-Struktur einen immer mehr ansteigenden Spannungsbogen zu, der einen von der ersten bis zur wirklich letzten Minute bei Atem hält. Dabei ist es immer wieder erstaunlich, mit welch verhältnismäßig bescheidenen Mitteln man einen herausragenden Thriller konstruieren kann, denn eine äußerst überzeugende Darsteller-Riege und eine extrem spannende Geschichte sind vollkommen ausreichend, um für gut 100 Minuten atemloser Spannung zu sorgen.

Es ist insbesondere die großartige Doris Day, die den Ereignissen durch ihre grandiose Performance einen ganz persönlichen Stempel aufdrückt, ist ihr die Rolle der verängstigten jungen Frau doch augenscheinlich wie auf den Leib geschneidert. Ihr zur Seite steht mit Rex Harrison ein Darsteller, der ihr in so gut wie nichts nachsteht, jedoch durch die Omnipräsenz seiner Kollegin fast schon ein kleines Schattendasein führen muss. Das perfide Psycho-Spiel, das sich von der ersten Minute an entwickelt tritt zu Beginn noch ohne größere Intensität in Erscheinung, nimmt aber innerhalb kürzester Zeit immer stärkere Formen an und baut so auch beim Betrachter ein stetiges Gefühl der Anspannung auf, das man bis zur letzten Einstellung nicht mehr los wird. David Miller ist es ganz exzellent gelungen, die Geschehnisse dramaturgisch absolut perfekt ins Bild zu setzen und einem so ein Szenario anzubieten, bei dem man etliche eigene Vermutungen anstellen kann, ohne sich aber darüber im Klaren zu sein, ob man sich auf der richtigen Spur befindet. Gibt es doch einen Kreis von Verdächtigen, in dem sich gleichzeitig mehrere potentielle Täter befinden. Das eigentlich Geniale an der Sache ist der Aspekt, das man im Prinzip den wenigsten Personen ein Motiv zuordnen könnte, das ein so grausames Psycho-Spielchen rechtfertigen würde, das die junge Kit (Doris Day) über sich ergehen lassen muss.

Der Schachzug der im Prinzip fehlenden Motive macht die Sache dann auch besonders interessant, kann man seinen Verdacht doch schwerlich einer bestimmten Person zuordnen. So dürfte dann auch die Auflösung des Ganzen bei der Erstsichtung des Filmes für die meisten Leute eine echte Überraschung darstellen, denn wirklich vorhersehen konnte man diese Entwicklung nicht wirklich. Sicherlich ist einem der Täter auch durch diverse Kleinigkeiten einmal aufgefallen, doch verhält es sich auch bei ihm wie bei allen anderen Verdächtigen, die häppchenweise präsentierten Verdachtsmomente sind keinesfalls ausreichend, um absolute Sicherheit zu gewährleisten. Und so muss man dem Regisseur ein richtig dickes Kompliment machen, denn Miller ist mit diversen Hinweisen keinesfalls geizig, doch da diese auf etliche Personen hindeuten, bleibt dem Zuschauer bis kurz vor dem Ende die wahre Lösung verborgen, was doch ganz eindeutig ein untrügliches Zeichen dafür ist, das man hier ganz hervorragende Arbeit geleistet hat.

Im Endeffekt ist "Mitternachtsspitzen" meiner Meinung nach ein Genre-Vertreter, der ganz weit oben an der Spitze der Nahrungskette anzusiedeln ist, bietet der Film doch ein grandios aufgebautes Gebilde aus Verdächtigungen und Lügen, das erst kurz vor Schluss so richtig zu durchschauen ist. Die dabei vom Geschehen ausgehende Faszination überträgt sich ganz zwangsläufig auch auf den Betrachter, für den an etlichen Stellen schon fast das obligatorische Nägelkauen angesagt ist. Die großartig agierenden Hauptdarsteller mit einer alles überragenden Doris Day tun ihr Übriges, um diesen genialen Film zu einem echten Erlebnis zu machen, das zudem auch einen durchaus nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Und auch dieses Werk mittlerweile über ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat, könnte sich so mancher Beitrag der heutigen zeit eine dicke Scheibe abschneiden, liegt hier doch geradezu ein Paradebeispiel für einen absoluten Hochspannungs-Thriller vor, der seine intensive Wirkung mit den einfachsten Mitteln erzielen kann.


Fazit:


Hitchcock hätte seine wahre Freude an diesem Film gehabt, den er selbst nicht besser hätte umsetzen können. Manchmal sind es doch eben gerade die "alten Schinken", von denen man nicht genug bekommen kann und die ganz automatisch zu zeitlosen Klassikern werden. "Mitternachtsspitzen" gehört meiner Meinung nach ganz eindeutig in diese Kategorie und ich kann nur jedem empfehlen, sich diesen herausragenden Beitrag zumindest einmal anzuschauen, es lohnt sich wirklich.


9/10
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