horror's Reise durch die große Welt der Filme

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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Myn Bala - Krieger der Steppe
(Myn Bala: Warriors of the Steppe)
mit Kuralay Anarbekova, Aliya Anuarbek, Aliya Telebarisova, Assylkhan Tolepov, Asylkhan Tolepov, Ayan Utebergen, Ayan Utepbergenov
Regie: Akan Satayev
Drehbuch: Muhammed Mamyrbekov / Jayik Sizdikov / Timur Zhaksylykov
Kamera: Khasan Kydyraliyev
Musik: Renat Gaisin
FSK 16
Kasachstan / 2012

Zentralasien im 18. Jahrhundert: Die Mongolischen Horden, Nachfahren von Dschingis Khan, beherrschen die Steppe. Sie überfallen auch das Dorf des jungen Sartai und töten dessen Familie. Jahre später ist Sartai zu einem Krieger herangewachsen, der sich nicht mehr länger in den Bergen verstecken will. Mit seinen zwei besten Freunden schwört er, die Mongolen zu vertreiben. Sartai rekrutiert Kämpfer und startet erste Überfalle. Schon bald beginnen überall im Land Aufstände gegen die Gewaltherrscher. Und während sich die Völker der Steppe auf die finale Schlacht vorbereiten, werden Sartai und seine "Myn Bala" (tausend Jungen) unerbittlich von den Mongolischen Horden gejagt ...


Mit "Myn Bala" präsentiert sich dem Zuschauer ein kasachischer Historienfilm, der angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Freiheitskampf der kasachischen Krieger, die ihr Land von den mongolischen Invasoren befreien wollen. Nun gestaltet sich der Film zwar nicht so actionreich, wie manch einer eventuell vermuten mag, denn bis auf die finale Schlacht bekommt man eher kleinere Scharmützel geboten, was der Qualität des Filmes jedoch keinerlei Abbruch tut. Held des Geschehens ist der junge Krieger Sartai, der als kleines Kind mit ansehen muss, wie seine Familie von den Invasoren kaltblütig ermordet wird. Zum jungen Mann herangewachsen versucht Sartai, seine kasachischen Landsleute zu einem Aufstand zu bewegen, damit man sich endlich gegen die mongolischen Horden zur Wehr setzt, um die Freiheit des Landes zu erreichen.

Die Inszenierung hinterlässt einen sehr glaubwürdigen Eindruck, was insbesondere den kargen Landschaftsaufnahmen zu verdanken ist. Hier gibt es keine pompöse Ausstattung, vielmehr wird einem ein äußerst guter Eindruck über die unendliche Weite eines Landes geboten, wodurch man extrem gut nachvollziehen kann wie schwer es gewesen sein muss, die einzelnen Stämme zu einer Armee zu vereinigen. Dieser Aspekt kommt auch absolut erstklassig zur Geltung, denn die Kasachen sind vollkommen unorganisiert und machen es den Invasoren so ziemlich leicht, sie unter ihrer Knechtschaft zu halten. Erst als Sartai und ein paar andere junge Leute sich zur Wehr setzen findet ein Umdenken in der Bevölkerung statt und man beschließt, sich dem schier übermächtigen Gegner zum Kampf zu stellen. Die immer wieder eingestreuten kleineren Kämpfe wirken dabei wie gezielte Nadelstiche und schüren die stärker aufkommende Unsicherheit der Mongolen, die aber dennoch weiterhin eine fast arrogante Überlegenheit suggerieren wollen und ihre Gegner nicht ernst nehmen.

In der finalen Schlacht am Ende des Filmes offenbart sich dann der typische Stoff aus dem Helden geboren werden. Selbstverständlich ist das Szenario dabei leicht patriotisch angehaucht, was man allerdings keinesfalls als störend empfindet. Auch der nötige Schuss Tragik hält dabei Einzug in das Geschehen, wirkt dabei jedoch absolut passend und rundet letztendlich ein wirklich gelungenes Filmerlebnis ab, das durchgehend spannende-und interessante Unterhaltung bietet. Aber "Myn Bala" ist auch ein Film, der genügend Freiraum für menschliche Aspekte anbietet und so wird der Zuschauer auch mit Dingen wie Liebe, Loyalität und Verrat konfrontiert, wobei jeder dieser Aspekte im genau richtigen Maß vorhanden ist. Das wertet den von Haus aus schon sehr guten Gesamteindruck noch einmal zusätzlich auf, so das sich im Endeffekt ein äußerst stimmiges-und atmosphärisches Gesamtpaket offenbart, das man bedenkenlos empfehlen kann.

Auch in darstellerischer Hinsicht weiß das Werk von Regisseur Akan Satayev jederzeit zu überzeugen, vor allem die jungen Freiheitskämpfer um den jungen Sartai liefern allesamt einen sehr guten Eindruck ab. Auch die Darstellung der mongolischen Besetzer wirkt authentisch, die unbarmherzige Härte der Krieger kommt glaubwürdig rüber. Alles zusammengenommen handelt es sich also um einen wirklich erstklassig inszenierten Historienfilm, der auch ohne großartige und opulent in Szene gesetzte Schlachten auskommt. Die enthaltenen Kampf-Passagen sind vollkommen ausreichend und zeigen zudem sehr eindrucksvoll auf, wie schwierig es doch gewesen sein muss, überhaupt ein gesamtes Volk aufzurütteln, bevor es sich endlich gegen die Unterdrückung durch die Mongolen zur Wehr gesetzt hat. Die zeitlichen Abstände bis zur finalen Schlacht kann man dabei nur erahnen, doch wenn man sich die Bilder der weitläufigen Steppe vor Augen hält dann weiß man, das hier etliche Zeit vergangen sein muss, bevor man überhaupt in der Lage war, eine kampffähige Armee auf die Beine zu stellen.


Fazit:


"Myn Bala - Krieger der Steppe" ist kein Film, der durch großartige Schlachten ins Auge fällt, hier sind es vielmehr die feinen Nadelstiche, die einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Gutes Schauspiel, viel Spannung und brillante Landschaftsaufnahmen vermitteln dem Betrachter einen glaubwürdigen Eindruck über die Ereignisse. Nicht selten entsteht dabei ein Gefühl der Einsamkeit, denn wenn man sieht, wie weitläufig die Schauplätze sind, fühlt man sich schon ein wenig verloren. Mir persönlich hat das Werk ausnehmend gut gefallen und so kann ich defintiv eine absolute Empfehlung an jeden aussprechen, der gute Historien-Filme zu schätzen weiß.


8/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Die Grotte der vergessenen Leichen
(La Notte che Evelyn uscì dalla tomba)
mit Anthony Steffen, Erika Blanc, Giacomo Rossi-Stuart, Marina Malfatti, Roberto Maldera, Rod Murdock, Umberto Raho, Enzo Tarascio, Paola Natale, Brizio Montinaro, Ettore Bevilacqua
Regie: Emilio Miraglia
Drehbuch: Fabio Pittorru / Massimo Felisatti
Kamera: Gastone Di Giovanni
Musik: Bruno nicolai
ungeprüft
Italien / 1971

Grauenvolle Dinge geschehen auf dem halbverfallenem Schloss des reichen Lord Cunningham. Seine tote Frau Evelyn ist aus der Familiengruft verschwunden. Schreie ersticken in dem düsteren Folterkeller und auf sadistische Art und Weise verschwinden junge Frauen, meist Prostituierte! Spukt es im Schloss, oder treibt nur ein Mörder sein gnadenloses Unwesen ?


Wieder einmal bekommt man es hier mit einem deutschen Film-Titel zu tun, der eigentlich vollkommen irreführend ist. Ziemlich schnell könnte man nämlich ohne Vorkenntnisse zu der Meinung gelangen, das es sich um einen weiteren Zombiefilm handelt, dabei hat man es doch mit einem wunderbaren Giallo zu tun, der sich in seiner Inszenierung einmal vom üblichen Strickmuster etwas abhebt. Dies tut die Geschichte im Prinzip auf eine sehr wohlwollende Art und Weise, handelt es sich doch einmal nicht um einen ansonsten typischen Mörder in schwarzen Handschuhen, sondern um eine Story, bei der man die erste Zeit über noch gar nicht weiß, ob hier überhaupt Morde stattgefunden haben. Von Beginn an entwickelt das Geschehen dabei eine sehr mysteriöse Note und phasenweise sind sogar leichte Züge des Übernatürlichen zu erkennen. Im Mittelpunkt des Ganzen steht dabei Lord Cunningham (Anthony Steffen), der scheinbar von schrecklichen Visionen geplagt wird, die mit seiner verstorbenen Ehefrau Evelyn zu tun haben.

So ist dann auch der deutsche Alternativ-Titel "Die Nacht in der Evelyn aus dem Grab kam" weitaus treffender, denn die Leiche der toten Ehefrau verschwindet hier wirklich, wobei man lange Zeit nur erahnen kann, ob es sich wirklich um ein übernatürliches Phänomen handelt, oder ob jemand ein böses Spiel mit dem psychisch angeschlagenen Lord treibt. Steffen spielt die Rolle absolut großartig woran auch die Tatsache nichts ändert, das seine Performance stellenweise von leichtem Overacting durchzogen ist. Wirkt das in manch anderem Film eher störend, so erscheint dieser Begleitumstand hier absolut passend und unterstützt die von haus aus schon gute Grundstimmung des Filmes noch zusätzlich. Auch die Dramaturgie der Ereignisse ist äußerst gut aufgebaut, dem Zuschauer werden die ganze zeit über immer nur kleinere Andeutungen und Puzzle-Teilchen offenbart, die erst kurz vor dem Ende die Zusammenhänge in ihrem ganzen Umfang erkennen lassen. Hierzu zählt auch der Aspekt, das man das Verschwinden diverser Damen nie als Fakt präsentiert bekommt, sondern immer ein wenig im Unklaren darüber bleibt, wo die Damen der Schöpfung denn nun wirklich abgeblieben sind.

Das sorgt durchgehend für einen sehr konstant gezogenen Spannungsbogen, der zudem überhaupt keine Einbrüche erkennen lässt, Regisseur Emilio Miraglia ist sorgsam darauf bedacht, die Aufmerksamkeit des Betrachters aufrecht zu erhalten, um dann erst wenige Minuten vor dem Ende das mysteriöse Geheimnis preiszugeben, das hier ganzzeitig im Raume steht. Kenner des Genres dürften zwar recht frühzeitig wissen worauf das Ganze letztendlich hinausläuft, dennoch kann man sich seiner Vermutungen zu keiner Zeit wirklich sicher sein. Darin liegt auch die große Stärke dieses Werkes, das außerdem ziemlich gut durchdacht ist und keine größeren Logiklöcher zu erkennen gibt. Lediglich im Bezug auf die Härte sollte man keine großen Erwartungen hegen, denn "Die Grotte der vergessenen Leichen" hält sich bei diesem Punkt eher bedeckt und setzt auf keinerlei explizite Gewaltdarstellungen. Dafür wird dem erotischen Aspekt mehr Aufmerksamkeit geschenkt, des Öfteren bekommt man einige schön anzusehende Frauenkörper präsentiert, die zumeist eher spärlich bis gar nicht bekleidet sind und einen netten Anblick bieten.

Insgesamt gesehen handelt es sich um einen eher etwas außergewöhnlichen Vertreter des Giallo, was jedoch als positive Anmerkung zu verstehen ist. Ob Miraglia's Werk wirklich zu den absoluten Klassikern seiner Art zu zählen ist muss ein jeder für sich selbst entscheiden, auf jeden Fall aber sollte der Film in keiner gut sortierten Sammlung fehlen. Ohne Blut und großartige Gewalt wurde hier eine immer spannende Geschichte auf den Weg gebracht, die auch ganz besonders in atmosphärischer Hinsicht überzeugen kann. Das Szenario wirkt rund und absolut stimmig, so das man sich auf ein ausgezeichnetes Filmvergnügen einstellen kann, das sich auch immer wieder zur neuerlichen Sichtung eignet.


Fazit:


Man sollte sich in keinem Fall von dem reißerischen deutschen Titel in die Irre führen lassen und sich vielmehr auf einen äußerst stimmungsvollen Giallo einstellen. Die leicht mysteriöse Note des Filmes sorgt für eine gelungene Abwechslung und verleiht dem Ganzen eine Aura des Unheimlichen, von der man sich nur zu gern einnehmen lässt.


8/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Deathshop
(Death Ship)
mit George Kennedy, Richard Crenna, Nick Mancuso, Sally Ann Howes, Kate Reid, Victoria Burgoyne, Jennifer McKinney, Danny Higham, Saul Rubinek, Murray Cruchley, Doug Smith, Tony Sherwood
Regie: Alvin Rakoff
Drehbuch: John Robbins / Jack Hill
Kamera: Rene Verzier
Musik: Ivor Slaney
ungeprüft
Großbritannien / Kanada / 1980

Eine Gruppe von Schiffbrüchigen stößt auf ein verlassenes Kriegsschiff aus dem zweiten Weltkrieg. An Bord geschehen merkwürdige Dinge. Die Geister der Toten greifen nach den Lebenden. Der kalte Hauch des Todes weht durch das Nazi-Schiff!


Zugegeben, "Death Ship" zählt sicherlich zu den leicht trashigen Vertretern des Gruselfilmes, aber dennoch bietet dieser Vertreter des Genres durchgehend gute-und kurzweilige Unterhaltung, an der man durchaus seine Freude haben kann. Hierbei weiß vor allem die erste Hälfte des Szenarios zu überzeugen, entfaltet sich doch mit der Zeit eine herrlich gruselige Grundstimmung und es baut sich zudem ein als ordentlich zu bezeichnender Spannungsbogen auf. Mit wirklichen Geistern bekommt man es jedoch weniger zu tun, vielmehr ist es das alte Nazi-Schiff an sich, das hier ein mysteriöses Eigenleben entwickelt und dabei Einfluss auf die Schiffbrüchigen nimmt. Insbesondere Kapitän Ashland (George Kennedy) ist sehr anfällig dafür und sieht sich dafür bestimmt, das ehemalige Folterschiff der Nazis am Leben zu erhalten. Schlechte Karten also für die anderen Schiffbrüchigen, denn werden die Motoren eines Schiffes im Normalfall mit Öl geschmiert, so fordert das Geisterschiff Menschenblut, um seine Fahrt fortsetzen zu können.

Nun sollte der Zuschauer jedoch keinerlei großartige Härten erwarten, denn der Film von Alvin Rakoff lebt in erster Linie von der unheimlichen Atmosphäre, wohingegen Blut und explizite Gewaltdarstellungen nicht mit an Bord sind. So sind die diversen Tötungen auch als eher harmlos zu bezeichnen, wodurch man auch die viel zu hohe Alterseinstufung des Werkes überhaupt nicht nachvollziehen kann. Aber auch ohne einen großen Härtegrad bekommt man einen ordentlichen Genre-Vertreter präsentiert, der für viele Leute eventuell ein wenig angestaubt erscheinen mag, aber immer noch weitaus besser anzusehen ist, als mancher Blockbuster aus der heutigen Zeit.

Zudem verfügt dieser B-Movie auch über einen recht ansprechenden Cast, mit George Kennedy, Nick Mancuso und Richard Crenna sind beispielsweise drei sehr bekannte Gesichter mit dabei, die zudem auch einen ordentlichen Kob abliefern. Sensationelles Schauspiel sollte man zwar nicht unbedingt erwarten, doch die gezeigten Leistungen sind vollkommen ausreichend, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Und genau das wird hier geboten, denn trotz einiger Mankos gehört "Death Ship" auf jeden Fall zu den Gruselfilmen, die man sich immer wieder gut anschauen kann.

Letztendlich bekommt man hier kein filmisches Meisterwerk serviert, doch die Geschichte enthält sämtliche Zutaten für ein gepflegtes Grusel-Erlebnis. Ein herrlich düsteres Ambiente, eine nette Geschichte und etliche bedrohliche Momente zeichnen ein Gesamtbild, das sich meiner persönlichen Meinung noch oberhalb des üblichen Durchschnitts ansiedelt. Und auch der leicht trashige Anstrich des Ganzen passt nahezu perfekt in diesen B-Movie, den sich jeder Genre-Fan zumindest einmal anschauen sollte.


Fazit:


Mittlerweile hat "Death Ship" auch schon über drei Jahrzehnte auf dem Buckel, wodurch der Film jedoch rein gar nichts von seinem ganz eigenen Charme eingebüßt hat. Nostalgiker und alle Freunde des gepflegten Gruslers auf hoher See können hier nichts falsch machen und werden mit einem kurzweiligen Film-Erlebnis konfrontiert.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Code Name Geronimo
(Seal Team Six: The Raid on Osama Bin Laden)
mit Cam Gigandet, Anson Mount, Freddy Rodriguez, Xzbit, Kathleen Robertson, Robert Knepper, Eddie Kaye Thomas, Kenneth Miller, William Fichtner, Jenny Gabrielle, Mo Gallini, Tait Fletcher
Regie: John Stockwell
Drehbuch: Kendall Lampkin
Kamera: Peter Holland
Musik: Paul Haslinger
FSK 16
USA / 2012

Pakistan, 2. Mai 2011: fast 10 Jahre nach den Ereignissen von 9/11 und nach monatelanger Vorbereitung des CIA und Militärs in geheimen Trainingslagern, durch Überwachungsaktionen und geschickte Ablenkungsmanöver fällt ein Lieutenant Commander mit seinem Team, bestehend aus den besten Navy Seals der Vereinigten Staaten, in das geheime Versteck von Osama Bin Laden ein. Alle haben nur ein Ziel: den meist-gesuchten Terroristen der Welt zu finden und der jahrelangen Suche ein Ende zu setzen - die Jagd nach dem Mann, der vor über zehn Jahren das Land, welches sich stets für unangreifbar hielt, auf eigenem Boden überfiel und somit für den Tod von knapp 4.000 Menschen verantwortlich war.


Operaton "Neptun's Spear"


So der Name der wohl wichtigsten Militäroperation der Amerikaner die in den letzten Jahren stattgefunden hat. Regisseur John Stockwell hat sich der Thematik angenommen und mit "Code Name Geronimo" die Geschichte verfilmt, die zum Tode des meistgesuchten Terroristen Osama Bin Laden geführt hat. Ob sich dabei alles genau so abgespielt hat wie es hier dargestellt wird mag man schwerlich zu beurteilen, allerdings hinterlässt das Geschehen einen durchaus glaubwürdigen Eindruck. Stockwell legt besonderen Wert darauf, die Planung der Militäraktion in den Vordergrund zu stellen was ihm auch ganz ausgezeichnet gelingt. Man bekommt einen hervorragenden Eindruck darüber, wie kompliziert die gesamten Vorbereitungen ausgefallen sind, die letztendlich zum Tod des Al Kaida Führers geführt haben. Der technische Aufwand und vor allem die Geheimhaltung der Aktion stehen im Mittelpunkt dieses TV-Filmes, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers von der ersten Minute an für sich gewinnen kann.

Auf der einen Seite werden einem ausführlich die Bemühungen der Geheimdienste näher gebracht die hauptsächlich darum bemüht sind, eine Bestätigung für den Aufenthaltsort Bin Laden's zu bekommen, andererseits steht das Trainings-Programm der Soldaten im Focus, die für die gefährliche-und sensible Mission ausgewählt wurden. Bis ins kleinste Detail werden dabei die einzelnen Aktionen beleuchtet, die einen perfekten Einsatz im Feindgebiet ermöglichen sollen. Auch die Entbehrungen der Elite-Kämpfer spielen dabei eine nicht unwichtige Rolle und so werden auch menschliche Aspekte beleuchtet, die dem Ganzen einen äußerst authentischen Eindruck verleihen. Ein wichtiger Aspekt ist auch der Punkt, das die Soldaten zuerst nicht erfahren, um welche Zielperson es sich handelt, es wird lediglich immer wieder erwähnt, wie wichtig der Einsatz ist und das es sich um eine hochgestellte Person handelt. Natürlich stellen die Männer ihre eigenen Vermutungen an, doch die Bestätigung für ihren Verdacht erhalten sie erst kurz vor ihrem Einsatz.

"Code Name Geronimo" zeichnet ein eindringliches Bild über den gigantischen Aufwand der nötig war, um diesen Militärschlag überhaupt umzusetzen, beinhaltet die Aktion doch auch etliche Unbekannte. So konnte man anscheinend schwerlich vorhersehen, wie sich Pakistan verhalten wird und auch die Geheimhaltung der ganzen Operation steht mehrmals auf des Messers Schneide, bevor am Ende der geglückte Zugriff erfolgen konnte. Obwohl man ja ganz genau weiß wie das Ganze ausgeht, steht man die gesamte Laufzeit über wie unter Strom, was ein eindeutiges Indiz für eine erstklassige Inszenierung darstellt. Phasenweise entsteht sogar der Eindruck, als wenn man sich in einer Live-Doku befinden würde, was insbesondere im finalen Showdown zum Ausdruck kommt, der letztendlich zum Tod von Osama Bin Laden führt. Interessant ist auch die Sichtweise auf den technischen Aufwand der nötig war, um diese Aktion überhaupt durchführen zu können und man möchte gar nicht wissen, wie viel Geld nötig war, um alles zu bewerkstelligen, was einem hier in gut 90 Minuten präsentiert wird. Eine über Monate andauernde Vorbereitung und modernste Technik waren erforderlich, um innerhalb weniger Minuten einen Plan umzusetzen, bei dem es auf die absolute Perfektion ankommt, damit keine zivilen Verluste zu beklagen sind.

Für mich persönlich ist es erstaunlich, das es überhaupt so lange gedauert hat, bis jemand die vorliegende Thematik verfilmt hat. Das Warten hat sich aber letztendlich gelohnt, denn wer Interesse für die vorliegende Thematik hat, wird bei "Code Name Geronimo" wirklich bestens bedient. Dabei versucht der Film auf zu großen Patriotismus zu verzichten und ein möglichst glaubwürdiges Bild der Ereignisse zu zeichnen. Zwar gelingt ihm das nicht durchgehend, dennoch kann man sich die Abläufe in dieser Form gut vorstellen. So kann man insgesamt gesehen von einem wirklich guten TV-Film sprechen, in dem auch die darstellerischen Leistungen als gut zu bezeichnen sind. John Stockwell hat hier wirklich einen richtig packenden Thriller kreiert in dem ein zeitgeschichtliches Ereignis im Mittelpunkt steht, das wohl niemanden unberührt lässt. Und ganz egal wie man zu der US-amerikanischen Politik steht, die Tötung des Al Kaida Führers hat zumindest eine Gefahr beseitigt, der man sich seit etlichen Jahren gegenüber sah. Das der Terrorismus damit nicht ausgelöscht wurde ist klar, aber zumindest hat man der bedrohlichen Hydra einen Kopf abgeschlagen.


Fazit:


Ob sich alles genau so abgespielt hat wie im vorliegenden Film vermag man nicht zu beurteilen, aber das Szenario erscheint glaubwürdig und überzeugt durch die minutiöse Erzählweise der einzelnen Schritte, die im Endeffekt für den Erfolg der wichtigsten Militäroperation der USA in den letzten Jahren erforderlich waren. Das dabei auch noch ein richtig guter Thriller entstanden ist, kann man als sehr positive Begleiterscheinung betrachten und deshalb ist dieses Werk auch jedem zu empfehlen, der Interesse an der Thematik hat.


8/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Metamorphosis
(Metamorphosis: The Alien Factor)
mit Matt Kulis, Patrick Barnes, Tara Leigh, Dianna Flaherty, Katherine Zomaine, Marcus Powell, Tony Gigante, Greg Sullivan, George C. Colluci, Allen Lewis Rickman, Michael D'Andrea
Regie: Glenn Tatakjian
Drehbuch: Glenn Tatakjian
Kamera: John Corso / Phil Gries
Musik: keine Information
juristisch geprüft
USA / 1990

In einem amerikanischen Labor wird mit Genen von Aliens experimentiert. An Versuchstieren kann man erahnen, was passiert, wenn man mit diesen Zellen in Berührung kommt. Man mutiert zu einem schrecklichen Monster! Als sich bei einem Experiment ein Arzt verletzt, nimmt das Schicksal seinen Lauf: Langsam aber sicher mutiert er zu einer hungrigen Bestie. Der skrupellose Direktor des Institutes denkt gar nicht daran, die Öffentlichkeit zu informieren. Statt dessen heuert er zwei Männer an, die Mutation zu fangen. Die Töchter des Arztes trauen den unsicheren Aussagen des Chefs nicht und schleusen sich heimlich ins Labor ein, um selbst zu erfahren, was mit ihrem Vater geschehen ist. Doch die Wahrheit hätten sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen nicht auszumalen gewagt...


"Metamorphosis" zählt sicherlich nicht zu den Filmen, die durch Innovation und neuen Ideen von sich reden machen, denn die hier erzählte Geschichte hat man so oder in ähnlicher Form schon oft genug zu sehen bekommen. Dennoch offenbart sich dem Betrachter eine recht kurzweilige Story, die eine gelungene Mixtur aus SCI/FI-und Horror darstellt. Wirklich ernst sollte man den Film jedoch nicht nehmen, erscheint das Ganze doch in einem ziemlich trashigen Gewand, was allerdings für einen äußerst hohen Unterhaltungsfaktor sorgt. Schaut man sich nur einmal die Kreaturen an die durch verschiedene Experimente auf den Plan treten, dann kann man sich diverse Schmunzler kaum verkneifen. Die Darstellung der Alien-Wesen erscheint nämlich schon recht primitiv und die anhaftende Künstlichkeit der Wesen ist absolut unübersehbar. Andererseits entfaltet sich so aber ein ganz spezieller Charme, der insbesondere den Freunden des skurrilen Films nicht verborgen bleiben dürfte.

Trotz der Vorhersehbarkeit der Ereignisse entwickelt sich durchaus eine gewisse Spannung, zudem wird das Geschehen von einer sehr ordentlichen-und manchmal sogar etwas bedrohlichen Grundstimmung begleitet, so das man sich im Bezug auf diese Dinge nicht weiter beschweren kann. Viel eher fällt das äußerst schlechte Schauspiel der Akteure ins Auge, ist doch größtenteils ein fast schon extremes Overacting zu beobachten. Für eine Trash-Granate dieser Art ist dies aber andererseits sogar ziemlich passend und fügt dem Szenario eine ordentliche Portion unfreiwilligen Humor bei. Und so sollte der Zuschauer von Beginn an darauf vorbereitet sein was hier auf ihn zukommt, nämlich ein kurzweiliger Genre-Mix, der aber auf keinen Fall an seiner Ernsthaftigkeit gemessen werden sollte, da diese im Prinzip überhaupt nicht vorhanden ist.

Dafür bekommt man jedoch einige nette Passagen geboten, in denen es auch ein wenig blutiger zugeht. Dabei bewegt sich aber alles in einem doch überschaubaren Rahmen, so das es kaum nachzuvollziehen ist, warum dieser Film denn nun indiziert ist. Eine 16er Freigabe erscheint vollkommen ausreichend, denn nach heutigen Maßstäben kommt die Geschichte doch geradezu harmlos daher. Ob Regisseur Glenn Tatakjian sein Werk bewusst unfreiwillig komisch gestaltet hat oder ob die trashigen Elemente dem offenbar geringen Budget geschuldet sind mag man nur erahnen, auf jeden Fall ist hier ein B-Movie entstanden, der dem Zuschauer eine Menge Spaß bereiten kann, wenn man denn seine Freude an teils grotesken Szenarien hat.

Nach filmischen Maßstäben fällt die Bewertung dieser Produktion sicherlich recht niedrig aus, geht man jedoch nach dem reinen Unterhaltungs-Faktor, dann kann man auch gern den ein oder anderen Punkt mehr verteilen. Dafür sprechen auch die größtenteils dümmlichen Verhaltensweisen der Protagonisten und die etlichen Klischees, die reihenweise bedient werden. Das hanebüchene Ende ist dann sogar als absoluter Höhepunkt anzusehen und setzt einen äußerst gelungenen Schlusspunkt für ein wahres Sammelsurium an Skurrilitäten, an denen man sich wunderbar erfreuen kann.


Fazit:


Es muss nicht immer die ganz große Filmkunst sein, denn manchmal reicht es auch vollkommen aus wenn man einfach nur nett und kurzweilig unterhalten wird. Also einfach mal den Kopf ausschalten und sich von den hanebüchenen Ereignissen berieseln lassen, die hier in geballter Form auf einen einprasseln.


6/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Die Mörderbestien
(La Morte ha sorriso all' Assassino)
mit Ewa Aulin, Klaus Kinski, Angela Bo, Sergio Doria, Attilio Dottesio, Marco Mariani, Luciano Rossi, Giacomo Rossi-Stuart, Fernando Cerulli, Carla Mancini , Giorgio Dolfin, Oscar Sciamanna
Regie: Joe D'Amato
Drehbuch: Joe D'Amato / Claudio Bernabei
Kamera: Joe D'Amato
Musik: Berto Pisano
ungeprüft
Italien / 1972

Dr. Sturghes ist der Formel für das ewige Leben und das Erwecken von Toten auf der Spur. Unheimliche Dinge passieren in dem alten Schloss. Tote erwachen zum Leben, eine Katze verwandelt sich in eine mörderische Bestie und eine geisterhafte Kreatur erscheint den Lebenden zu später Stunde. Die Stunde der Mörderbestien hat geschlagen!


Bevor sich Regisseur Joe D'Amato (Absurd) hauptsächlich dem Pornofilm zuwandte, schuf er mit diesem Frühwerk einen Film, der die Meinungen der Fans ziemlich spalten dürfte. Wird "Die Mörderbestien" doch zumeist dem Sub-Genre des Giallo's zugeordnet, so präsentiert sich doch vielmehr ein gewöhnungsbedürftiger Horrorfilm mit einigen für die damalige Zeit recht blutigen Passagen, dem zudem auch noch einige übernatürliche Elemente beigefügt wurden. Der reißerische deutsche Filmtitel kann dabei wieder einmal vollkommen in die Irre führen und wird bei manch einem ganz sicher eine absolut falsche Erwartungshaltungs wecken, die letztendlich nicht erfüllt werden kann. Von Beginn an wird die Geschichte in einem eigenartigen Erzähl-Stil präsentiert, denn der Zuschauer wird ständig mit diversen Rückblenden konfrontiert, die im Zusammenspiel mit den gegenwärtigen Ereignissen zunächst so gar keinen wirklichen Zusammenhang erkennen lassen wollen. In der Folgezeit verstärkt sich dieser Eindruck sogar noch weiter, so das es fast während der gesamten Laufzeit zu diversen Verwirrungen beim Betrachter kommen kann.

D'Amato präsentiert nämlich immer nur ganz dezente Indizien, die einen auf die richtige Spur führen sollen, sorgt jedoch durch den andauernden Wechsel zwischen Vergangenheit-und Gegenwart viel eher für weitere Irritationen. Bevor man ein wirklich zusammenhängendes Gesamtbild erkennen kann vergeht eine geraume Weile und so muss man fast bis zum Ende warten, um sämtliche Puzzle-Teilchen zusammenfügen zu können. Zugegebenermaßen beeinträchtigt dieser Aspekt das Seh-Vergnügen ein wenig und dennoch entfaltet der Film seine ganz eigene Faszination, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Trotz diverser Defizite entpuppt sich das Szenario nämlich als ziemlich spannend, woran auch einige etwas in die Länge gezogene Passagen nichts ändern können. Zudem tritt eine sehr dichte-und phasenweise bedrohlich erscheinende Grundstimmung in den Vordergrund und die Geschichte lässt streckenweise sogar eine hypnotische Wirkung erkennen, die einen immer tiefer in den Strudel der mysteriösen Ereignisse eintauchen lässt.

Was mich persönlich absolut überzeugt hat ist die fantastische Kamera-Arbeit, für die auch D'Amato selbst verantwortlich zeichnet. Von den eingefangenen Bildern geht eine ungeheure Intensität aus und die Überlappung aus Vergangenheit-und Gegenwart sorgt dafür, das man streckenweise das Gefühl vermittelt bekommt, nicht mehr genau zwischen Realität und Fiktion unterscheiden zu können. Für viele mag dies eher als negativer Kritikpunkt gelten, doch ich sehe hier viel eher eine große Stärke dieses Filmes, dessen manchmal surreal erscheinende Wirkung ein absolutes Highlight ist. Hier liegt fast schon ein Paradebeispiel für die unterschiedlichsten Empfindungen des Zuschauers vor, den mag manch einer "Die Mörderbestien" als zusammenhanglosen Schund abtun, so eröffnet sich für andere ein vollkommen anderer Blickwinkel, bei dem aus eigentlich offensichtlichen Schwächen auf einmal große Stärken werden, die dem ganzen eine unglaubliche Faszination verleihen. Etwas enttäuscht war ich eigentlich nur über die Rolle, in der Klaus Kinski hier zu sehen war, kommt der von ihm verkörperte Charakter doch im Prinzip überhaupt nicht zur Geltung und nimmt lediglich den Status eine Nebenrolle ein. Ansonsten ist aber auch das dargebotene Schauspiel der Akteure als gut anzusehen, besonders Ewa Aulin als Greta liefert eine sehr gelungene Performance ab.

Letztendlich handelt es sich hier ganz eindeutig um einen Film, der die Meinungen sicherlich stark spalten wird, wobei ich mich selbst zu denen zähle, die Gefallen an diesem Frühwerk von D'Amato finden. Denn auch wenn die Geschichte gerade bei der Erstsichtung sehr gewöhnungsbedürftig erscheint, ergibt sich zum Ende hin ein überdurchschnittlich gutes Gesamtbild. Tolle Schauplätze, eine stimmige Atmosphäre und einige blutige Einlagen sorgen für ein wirklich interessantes Film-Erlebnis, das man sich meiner Meinung nach keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


Man mag über JoeD'Amato denken wie man will, aber mit "Die Mörderbestien" hat der gute Mann einen absolut sehenswerten Film kreiert, der auch trotz diverser Irritationen beste Unterhaltung bietet. Einige überflüssig erscheinende Szenen hätte man sich zwar durchaus sparen können, doch insgesamt gesehen kann man dieses Werk auf jeden Fall empfehlen.


7,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Jurassic Attack
(Jurassic Attack)
mit Gary Stretch, Corin Nemec, Vernon Wells, Michael Worth, Natascha Berg, Bryan K. Brown, Adrian Clissold, Philip Coc, Ganney Dortch, Aaron Erskine, John Frear, Chris Gabriel, Stevie Hack
Regie: Anthony Fankhauser
Drehbuch: Rafael Jordan
Kamera: Stuart Bereton
Musik: Mario Salvucci
FSK 16
USA / 2013

Während des Rückflugs von einem Einsatz, stürzt der Helikopter eines Kommando-Teams ab. Die Crew überlebt leicht verletzt und kämpft sich fortan durch einen dichten, abgelegenen tropischen Dschungel. Ihnen offenbart sich eine unerforschte verlorene Welt, die von einer längst vergessenen Spezies bevölkert wird: den Dinosauriern. Als diese die Menschen entdecken, wittern sie frische Nahrung. Die Gruppe muss schnellstens einen Weg finden aus dem todbringenden Tal zu entkommen, bevor sie zur Beute für die blutrünstigen prähistorischen Raubtiere wird.


Einmal mehr bekommt man es hier mit einem Creature-Movie zu tun, von denen man in den letzten Jahren ja förmlich überrollt wird. Dieses Mal sind Dinosaurier mit von der Partie, wodurch sich natürlich fast schon zwangsläufig der Vergleich zu Steven Spielbergs "Jurassic Park" aufdrängt. Wer nun aber aufgrund dieses Aspektes mit einer hohen Erwartungshaltung an vorliegenden Film herangehen sollte, dürfte schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit in einen Zustand der absoluten Ernüchterung geraten, denn bis auf die prähistorischen Hauptdarsteller hat "Jurassic Attack" rein gar nichts mit Spielbergs Werk gemein, denn im Bezug auf die Qualität sind beide Filme Lichtjahre voneinander entfernt. Das bezieht sich nicht nur auf einzelne Punkte, sonder auf die gesamte Inszenierung, denn hier offenbart sich dem Zuschauer wirklich die absolute filmische Schmalkost.

Das beginnt schon bei der Story an sich, deren Inhalt man auf einem halben Bierdeckel zusammenfassen könnte und die keinerlei Substanz beinhaltet. Erschwerend kommt hinzu, das man das Ganze auch noch ziemlich dilettantisch in Szene gesetzt hat, denn an allen Ecken und Enden sind etliche Defizite erkennbar, die das Seh-Vergnügen doch ganz erheblich beeinträchtigen. So sind die Macher des Filmes zwar krampfhaft darum bemüht, so etwas wie einen Spannungsbogen zu erzeugen, der jedoch letztendlich in keiner Phase des Szenarios wirklich erkennbar ist. Vielmehr plätschert das Geschehen ziemlich belanglos vor sich hin und bietet keinerlei Passagen, die auch nur annähernd erwähnenswert wären. Vielmehr präsentiert sich ein dröger Mix aus Kriegs-Action-und Dinosaurier Jagd, den man kaum schlechter hätte in Szene setzen können. Dabei fallen einem in erster Linie die extrem schlechten CGI-Effekte ins Auge, denn die Darstellung der Urzeit-Wesen ist dermaßen schlecht geraten, das es einem in den Augen wehtut.

Das nächste äußerst auffällige Manko ist das üble Schauspiel der Protagonisten, was dem Betrachter hier als Schauspiel verkauft werden soll ist schon als regelrecht hanebüchen zu bezeichnen. Die sogenannte Elite-Truppe entpuppt sich als eine Ansammlung von Menschen, die lediglich durch vollkommen unlogische Handlungsweisen auffallen und in keinster Weise einen glaubhaften Eindruck hinterlassen. Diesen Punkt bemerkt man schon sehr frühzeitig, denn die Feuergefechte in der ersten Filmhälfte sind so unglaubwürdig, das man sich an dieser Stelle vor lachen kaum halten kann. Wenn man denn so will, offenbart sich dort auch der einzige Höhepunkt des Geschehens, denn diese Passagen beinhalten so viel unfreiwillige Komik, das man von einem erhöhten Trash-Faktor sprechen kann. Dennoch fällt es verhältnismäßig schwer, "Jurassic Attack" in seiner Gesamtheit als unfreiwillig komischen Beitrag einzuordnen, denn wenn man einmal ganz ehrlich ist handelt es sich hier um eine wirklich schlechte Produktion, die hauptsächlich an der Einfallslosigkeit ihrer Macher leidet. Nun kann man bei einem solchen B-Movie nicht unbedingt eine Menge Innovation erwarten, doch sollten zumindest die nötigen Zutaten für ein kurzweiliges Film-Erlebnis enthalten sein, was hier jedoch definitiv nicht der Fall ist.

Nach gut 77 Minuten hat das Grauen dann endlich ein Ende, was man als durchaus positiven Aspekt ansehen kann. Dabei hat man auf einen Schlusspunkt gesetzt, der ebenso belanglos erscheint wie der gesamte Film. So dumm dieses Werk begonnen hat so endet es auch und im Endeffekt schließt sich der Kreis einer Inszenierung, die man nicht wirklich weiterempfehlen kann. Im Prinzip ist das eigentlich schade, denn man hätte zumindest ein kurzweiliges Spektakel umsetzen können, das dem Zuschauer einen gewissen Unterhaltungswert bietet. Stattdessen wird man jedoch mit einer langweiligen Geschichte konfrontiert, die keinerlei Zutaten beinhaltet, an die man sich später erinnern könnte.


Fazit:


"Jurassic Attack" ist im Endeffekt ein Film, den man selbst den Liebhabern des Trashs nur sehr bedingt empfehlen kann. Keinerlei Höhepunkte, eine belanglose Geschichte und eine insgesamt sehr schlechte Inszenierung machen dieses Werk kaputt. Der Unterhaltungswert bewegt sich in einem äußerst überschaubaren Rahmen und das grottenschlechte Schauspiel sorgt auch nicht unbedingt dafür, das man Gefallen an diesem müden Filmchen findet.


3/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Legend of Hell
(Legend of Hell)
mit Martina Ittenbach, Karen Breece, Wayne Darrin, Daryl Jackson, James Matthews, Vlasto Peyitch, Thomas Binder, Marc Fehse, Andreas Don Duering, Tommy Haider, Birte Hanusrichter, Martin Hentschel
Regie: Olaf Ittenbach
Drehbuch: Olaf Ittenbach
Kamera: Philipp Chudalla / Reinhard Eggersdorfer / Axel Rubbel / Thomas Wozny
Musik: Konstantinos Kalogeropoulos
ungeprüft
Deutschland / 2012

Selma, eine Archäologin, 38 Jahre alt, entdeckt bei Ausgrabungen in Marokko ein 5000 Jahre altes Portal, dessen Tor durch einen eigenartigen Mechanismus von innen verschlossen ist. Dazu findet sie eine ebenso alte Karte, verfasst in einer codierten Geheimsprache die seit mehr als 3000 Jahren nicht mehr gesprochen wird. Kurze Zeit später will Gabriel Moses ein angeblicher alter Kunsthändler das Schriftstück mit allen Mitteln von ihr erwerben. Bei der Übergabe kommt es zum Streit und Selma wird von Moses erschossen. Plötzlich findet sich Selma im Mittelalter wieder. Sie gelangt zufällig in den Besitz eines von 3 geheimnisvollen Amuletten und verliert dies auch gleich wieder an Moses’ Schergen. Selma wird ermordet. Von nun an verändert sich diese Welt für sie eklatant. Sie befindet sich auf astraler Ebene. Bizarre Wesen tauchen auf und trachten nach ihrem Leben. Die Landschaften werden immer unwirklicher, bis ein dunkelhäutiger Mann, David auftaucht und sie vorbei an allen monströsen Kreaturen zu den beiden Wegführern Elias und Luise bringt. Er erklärt ihr, dass siein ihr erstes Leben zurückgekehrt sei, um das Tor zur Hölle zu schließen. Sie habe in ihrem ersten Leben das Amulett an Moses abgegeben. In ihrem zweiten Leben im Jahre 2009 hat sie das Portal zur Hölle gefunden. David selbst hat vor 2600 Jahren eines an Moses verloren und auch Luise verlor im frühen Mittelalter eines an Moses. Moses ist unsterblich geworden und wie sich nach und nach herausstellt gibt die Karte den Aufschluss darüber, dass diese drei Amulette zusammen einen Schlüssel ergeben, der das Tor zur Hölle entriegeln kann. Selma muss nun ihre Erinnerung an ein Leben finden, dass sie im Jahre 2009 gelebt hat und herausfinden, wo sie die Karte versteckt hat. Ein langer Weg führt sie nun durch die Abgründe der Hölle, um an jenen zukünftigen Ort zu gelangen an dem die Karte versteckt ist und sie zu vernichten. Je näher sie an ihr Ziel kommen, müssen sie feststellen, dass Moses das Tor zur Hölle auf Erden längst entriegelt hat...


So, nun ist auch das neueste Werk von Olaf Ittenbach gesichtet wurden, das einem durch die Inhaltsangabe ja doch einige Hoffnungen auf eine komplexe und inhaltlich gute Geschichte macht. Ziemlich schnell bemerkt dann aber, das sich diese Erwartungen doch nicht erfüllen werden, präsentiert sich doch vielmehr eine teilweise schwer zugängliche Story, die an etlichen Stellen ziemlich verwirrend ist. Man wird die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, das Ittenbach mit diesem Film allen seinen Kritikern trotzen wollte, die ihm doch immer wieder Defizite im Regie-Bereich andichten. Statt nun aber das Gegenteil zu beweisen, bietet der deutsche SFX-Papst genau bei diesem Aspekt neue Angriffsfläche, denn trotz des sichtbaren Bemühens von Kreativität-und Innovation ging dieser Schuss total nach hinten los. Auch wenn ich mich selbst zu den bekennenden Ittenbach-Fans zähle muss ich eingestehen, das sich der gute Mann mit diesem Werk nicht unbedingt einen Gefallen getan hat, denn bis auf die wie immer erstklassigen Splatter-Gore Effekte hat "Legend of Hell" eigentlich nichts zu bieten, was man sonderlich positiv hervorheben könnte. Dabei ist es gar nicht einmal die interessante Thematik die einem das Gruseln lehrt, sondern vielmehr die mangelhafte Umsetzung der ambitionierten Geschichte, denn hier kann man schon fast von einem Versagen auf ganzer Linie sprechen.

Gestaltet sich das Szenario zu Beginn noch einigermaßen geradlinig, so ändert sich dieser Aspekt vollkommen, als man in die von Ittenbach inszenierte Astral-Welt eintaucht. Die Darstellung wirkt trotz gut ausgewählter Schauplätze äußerst stümperhaft, was man insbesondere an den diversen Green Screen Passagen erkennen kann, denn der Einsatz dieser Technik sollte schon gelernt sein. Hier handelt es sich aber nur um ein einziges Beispiel von Defiziten, die dem Zuschauer die gesamte Laufzeit über ganz offensichtlich ins Auge springen. Nehmen wir beispielsweise die vorhandenen Dialoge in denen man zwar den philosophischen Ansatz erkennen kann, die allerdings absolut schwülstig und künstlich in die Länge gezogen daherkommen. Ein weiterer negativer Kritikpunkt sind dieses Mal auch die keinesfalls überzeugenden Darsteller, wobei ich das dargebotene Schauspiel phasenweise schon als extrem schlecht und theatralisch bezeichnen möchte. Und als wenn das nicht schon genügend Kritikpunkte wären, eröffnen sich einem auch immer wieder äußerst langatmige Passagen, die streckenweise schon fast zu Ermüdungserscheinungen führen.

Wirkliche Spannung will hier auch zu keiner Zeit aufkommen und die esoterische Note die dem Ganzen beiwohnt, geht einem mit der Zeit schon fast auf die Nerven. Das gesamte Szenario wirkt auf einen, als wenn man viel gewollt aber nur wenig gekonnt hat. Herr Ittenbach sollte sich also bei weiteren Produktionen wieder auf seine eigentlichen Stärken besinnen, die ganz eindeutig im Bereich der SFX liegen. Doch selbst bei diesem Aspekt sind bei "Legend of Hell" diverse Schwächen zu erkennen, überkommt den Zuschauer doch während der Sichtung mehrmals das Gefühl, das diverse Szenen immer und immer wieder gezeigt werden. Wenn man ständig den gleichen platzenden Kopf geboten bekommt und auch bei anderen Aktionen immer und immer wieder das gleiche Material verwendet, dann ist das nicht unbedingt förderlich und zeugt schon fast von Einfallslosigkeit. Dennoch wird der Gorehound hier bestens bedient und bekommt eine Menge an Härte geboten, denn streckenweise präsentiert sich eine regelrechte Schlachte-Platte, wie man es von Olaf gewöhnt ist. Im Endeffekt reicht das aber längst nicht aus, um zu einem positiven Gesamteindruck zu gelangen, zu unrund und langatmig wird nämlich die Geschichte an sich erzählt, als das man von einem ungetrübten Film-Erlebnis sprechen könnte.

"Schuster, bleib bei deinen Leisten", diesen Spruch möchte man Ittenbach zurufen, denn sein Versuch hier etwas Besonderes zu kreieren, ist mächtig in die Hose gegangen. Es wird nie passieren, das aus ihm ein richtig guter Regisseur wird und mit "Legend of Hell" hat er ein eindrucksvolles Beispiel dafür abgelegt, das es ihm wohl doch am nötigen Talent mangelt. Also lieber Olaf, geh doch lieber wieder einen Schritt zurück und präsentiere weiterhin ordentliche Splatter-Spektakel die von einer netten Rahmenhandlung begleitet werden. An höheren Aufgaben sollte man sich dann lieber nicht versuchen, denn wenn ein solches Endergebnis herausspringt wie es hier der Fall ist, dann lohnt sich der Versuch nicht nach Höherem zu streben. Sicherlich werde ich nicht der einzige Fan sein, der in vorliegendem Film eine absolute Enttäuschung sieht und "Legend of Hell" als eines der mit Abstand schwächsten Werke einordnet, das Olaf Ittenbach je auf den Weg gebracht hat. Dafür spricht auch noch zusätzlich das vollkommen dämliche Ende der Geschichte, das aber letztendlich nur die mangelnde Qualität dieses Filmes unterstreicht.


Fazit:


Ehrlich gesagt hatte ich ziemlich große Hoffnungen in diesen Film gesetzt, der mich am Ende jedoch fast völlig enttäuscht hat. Bis auf gute Splatter-Einlagen und jede Menge Kunstblit hat "Legend of Hell" herzlich wenig zu bieten, was nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben würde. Waren schon die letzten Filme nicht mehr so gut wie erhofft, so stellt dieses Werk ganz eindeutig den Tiefpunkt der letzten Jahre dar.


4,5/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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The Man with the Iron Fists
(The Man with the Iron Fists)
mit RZA, Rick Yune, Russell Crowe, Lucy Liu, Dave Bautista, Jamie Chung, Cung Le, Byron Mann, Daniel Wu, Zhu Zhu, Andrew Ng, Telly Liu, Brian Yang, Lu Kai, Kuan Tai Chen, Darren E. Scott
Regie: RZA
Drehbuch: Eli Roth / RZA
Kamera: Chi Ying Chan
Musik: Howard Drossin / RZA
FSK 16
USA / 2012

China im 19. Jahrhundert: Messerschwinger Jack Knife nistet sich im Edelbordell von Madame Blossom ein, um Hochprozentiges und Huren zu genießen. Seine Anwesenheit erhitzt den kalten Krieg zwischen rivalisierenden Clans, die einen afroamerikanischen Schwertschmied dazu zwingen wollen, ihren Kämpfern die besten Waffen anzufertigen. Als sie ihm beide Arme abhacken, pflegt Jack ihn gesund und lässt ihn zwei eiserne Fäuste gießen, mit denen der Schmied Rache an seinen Peinigern und der unbesiegbaren Nemesis Brass Body nimmt.


Rapper und Schauspieler RZA (Robert Diggs, Wu Tang Clan) legt mit diesem Actioner sein Regie-Debüt vor, das einen doch ziemlich zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Als Hommage an der klassischen Eastern gedacht eröffnet sich dem Zuschauer ein Szenario, das leider nur phasenweise zu überzeugen weiß. Und da wären wir auch schon bei der Geschichte des Filmes, die rein inhaltlich eigentlich so gut wie nichts zu bieten hat. Selbst der Begriff Rahmenhandlung suggeriert in diesem Fall schon mehr, als man letztendlich geboten bekommt, besteht der Inhalt doch aus mehreren kleineren Erzählsträngen die jedoch nur schwerlich ein strukturiertes Gesamtbild erkennen lassen. Vielmehr erscheint der Plot doch zumeist ziemlich verworren, was auch an den etlichen Figuren liegt, die einem hier präsentiert werden. Dabei lässt sich aber noch nicht einmal ein Haupt-Charakter erkennen und der titelgebende "Man with the Iron Fists" kommt dabei sogar nicht einmal über den Status einer Nebenrolle hinaus. Das ist schon etwas verwunderlich-und merkwürdig, denn es dauert gut 45 Minuten, bevor diese Figur endlich einmal etwas in den Vordergrund gerückt wird.

Ganz generell leidet der Film aber ziemlich stark an den oberflächlichen Charakter-Zeichnungen und man kann im Prinzip zu keiner einzigen Person einen wirklichen Bezug herstellen. So ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich das man als Betrachter keinerlei Sympathie-Punkte verteilt und das Geschehen eher neutral an sich vorbeiziehen lässt. Das dargebotene Schauspiel bezieht sich auf ein Minimum und lediglich ein gut aufgelegter Russell Crowe in der Rolle des Messerschwingers weiß einen etwas nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. So kann man dann auch "The Man with the Iron Fists" auf das reduzieren was er im Endeffekt ist, nämlich ein Film mit einigen netten Kampfeinlagen und einem ordentlichen Härtegrad. Kunstblut bekommt man nämlich zur Genüge geboten und diverse Passagen fallen dabei sogar recht derbe aus, so das Gorehounds durchaus auf ihre Kosten kommen werden. Die verschiedenen Kampf-Choreografien kann man auch als recht gelungen bezeichnen, wobei man sich jedoch darauf einstellen sollte, das es in diesem Bezug zumeist stark überzogen zur Sache geht. Die handelsüblichen Flug-und Akrobatik Einlagen sind nicht jedermanns Sache, sorgen aber zumindest für einen ordentlichen Unterhaltungswert in einem Film, der ansonsten eigentlich auf allen Ebenen versagt.

Dabei bekommt man in visueller Hinsicht ein herrlich bunt-grelles Ambiente geboten und die Bildgewalt an diversen Stellen ist schon ziemlich imposant. Leider reicht das aber noch lange nicht aus die anderen Defizite auszugleichen, denn der mangelnde Erzählfluss der Geschichte beeinträchtigt das Seh-Vergnügen doch ganz erheblich. Nun muss man bei einem Werk dieser Art nicht zwangsweise viel inhaltliche Substanz erwarten, doch wenn man sich schon auf eine so extrem ausgedünnte Rahmenhandlung beschränkt, dann sollte doch zumindest ein roter Leitfaden erkennbar sein, der einen durch die Ereignisse führt. Leider hat man das hier vollkommen außer acht gelassen und präsentiert stattdessen ein verwirrendes Szenario, das keinen wirklichen Nährwert beinhaltet. Die Schwächen des von Eli Roth und RZA geschriebenen Drehbuches sind dabei so auffällig, das man im Endeffekt zu keinem überzeugenden Gesamteindruck gelangen kann.

Letztendlich ist "The Man with the Iron Fists" ein nettes Filmchen für zwischendurch, bei dem man sich jedoch einzig und allein an diversen harten Passagen und einigen ordentlichen Kämpfen erfreuen kann. Wer mit einer höheren Erwartungshaltung an dieses Werk herangeht, dürfte am Ende ziemlich ernüchtert sein und eine mittelschwere Enttäuschung erleben. Passend zum eher wirren Inhalt ist auch die musikalische Untermalung, für die keineswegs überraschend auch RZA verantwortlich zeichnet. Und so kommt man dann auch lediglich zu einem maximal mittelmäßigen Gesamteindruck eines Filmes, von dem man sich im Vorfeld doch weitaus mehr versprochen hat, als das Geschehen letztendlich hergibt.


Fazit:


Hier hätte eine wirklich gelungene Hommage an den klassischen Eastern entstehen können, doch die etlichen offensichtlichen Defizite verhindern das. Zu sehr wurde das Hauptaugenmerk auf überzogene Action-Passagen gelegt, als das man eine stimmige und runde Geschichte erzählt, in der einem auch die einzelnen Charaktere etwas näher gebracht werden. Zur einmaligen Sichtung durchaus geeignet, hinterlässt der Film jedoch keinerlei nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer und versinkt im absoluten Mittelmaß.


5/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Das Haus der lachenden Fenster
(La Casa dalle Finestre che ridono)
mit Lino Capolicchio, Francesca Marciano, Gianni Cavina, Giulio Pizzirani, Bob Tonelli, Vanna Busoni, Pietro Brambilla, Ferdinando Orlandi, Andrea Matteuzzi, Ines Ciaschetti, Pina Borione, Flavia Giorgi
Regie: Pupi Avati
Drehbuch: Antonio Avati / Pupi Avati
Kamera: Pasquale Rachini
Musik: Amedeo Tommasi
ungeprüft
Italien / 1976

In einer ländlichen italienischen Kleinstadt soll der Restaurator Stefano (Lino Capolicchio) ein Kirchengemälde freilegen und restaurieren, das den heiligen St.Sebastian zeigt. Schon als er die Arbeit antritt, ist er fasziniert von der Ausstrahlung des Wandgemäldes, das ein lokaler Künstler gemalt haben soll, denn es ist überaus realistisch in der Qual und Verzweiflung des Dargestellten. Während er es langsam freilegt, kommen jedoch auch bisher unbekannte Teile des Gemäldes ans Tageslicht, u.a. zwei mysteriöse Figuren, die den Heiligen quälen. Stefano versucht im Dorf herauszufinden, was es mit dem Bild auf sich hat, doch die Bewohner sind verschwiegen und seine beste Informationsquelle stirbt unter mysteriösen Umständen. Der Restaurator hat an einem fast verschütteten Geheimnis gerührt und die Folgen sind schrecklich...


Es gibt immer wieder diese sagenhaften Film-Perlen, die dem Zuschauer mit den einfachsten Mitteln ein ungeheuer intensives Film-Erlebnis bereiten. Pupi Avanti's "Das Haus der lachenden Fenster" ist ganz eindeutig in diese Kategorie einzuordnen und stellt sich in seiner Gesamtheit als wahres Juwel des italienischen Horrorfilms dar. Nur zu gern wird das Werk ja dem Giallo zugeordnet und zugegebenermaßen enthält die Geschichte auch durchaus Elemente, die diese Einordnung rechtfertigen, doch ehrlich gesagt präsentiert sich doch vielmehr ein Horror-Thriller voller Suspense, der zudem mit diversen Mystery-Zügen versehen wurde. Wie dem aber auch sei, auf jeden Fall präsentiert sich ein Szenario, von dem seit der ersten Minute eine äußerst unheimlich Präsenz ausgeht, die sich im Laufe der Zeit immer weiter vertiefen soll. Avati setzt dabei keinesfalls auf Brutalität-und reißerische Gewaltdarstellungen, denn in dieser Beziehung hält sich die Geschichte mehr als nur bedeckt. Es steht vielmehr ein ständig ansteigender Spannungsaufbau im Vordergrund der sich wirklich sehen lassen kann und der gepaart mit der herausragenden Grundstimmung des Filmes eine Einheit ergibt, die eine fast schon magische Wirkung auf den Betrachter ausübt. Man kann sich der mysteriösen Faszination dieses Werkes unmöglich entziehen, denn mit den einfachsten Mitteln hat Pupi Avati hier ein Szenario ins Bild gesetzt, das einen bis zur letzten Minute nicht aus seinen Fängen lässt.

Dabei besticht "Das Haus der lachenden Fenster" durch eine unglaublich ruhige Erzählweise die vollkommen frei ist von unnötigem Aktionismus. Es gibt auch keine brutale Mordserie und blutige Passagen gibt es bis auf ganz wenige Szenen auch nicht zu sehen. Nun könnte manch einer auf die Idee kommen, das es sich eventuell um einen eher langatmigen Film handeln würde, doch diese Befürchtung kann man ganz schnell wieder verwerfen. Was viele Grusel-und Mystery Filme der heutigen Zeit noch nicht einmal im Ansatz schaffen, ist in dieser fantastischen Geschichte eine absolute Selbstverständlichkeit. Denn schon mit dem Vorspann schafft es Avati, den Betrachter für seine Story zu gewinnen, entfaltet sich doch sofort diese geheimnisvolle Atmosphäre, die sich auch durch das gesamte Geschehen ziehen soll. Man ist also vom ersten Augenblick an in der richtigen Stimmung und taucht nur zu gern in den Strudel der mysteriösen Ereignisse ein, die sich in dem kleinen abgeschiedenen Dorf abspielen. Schon beim ersten Anblick der ersten Dorfbewohner wir klar, das hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Die offensichtliche Abneigung gegen Fremde muss dabei auch Restaurator Stefano erfahren der den Auftrag erhalten hat, ein ominöses Fresko in der Dorfkirche zu restaurieren. Dabei werden ihm jedoch ständig Steine in den Weg gelegt die ihm die Arbeit erschweren und ganz offensichtlich darauf hindeuten, das genau hier ein schreckliches Geheimnis verborgen ist.

Avati versteht es gekonnt, einem immer nur Bruchstücke zu offenbaren, die den Zuschauer nur sehr langsam zu des Rätsels Lösung führen und genau darin besteht die ganz große Stärke dieses Filmes. Erst in den letzten Minuten ergibt sich ein Gesamtbild und der Schleier lüftet sich, doch bis dahin ist es ein ziemlich langer Weg, der jedoch zu keiner Zeit auch nur den Ansatz von Langeweile zu erkennen gibt. In etlichen Phasen der Geschichte verschwimmen sogar die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und ein Hauch des Übernatürlichen hält Einzug in das Geschehen. Immer tiefer wird man dabei in den sogartigen Strudel der Ereignisse gezogen, die eine bannende Wirkung auf einen ausüben. Dabei geben sich etliche bedrohliche Momente zu erkennen und die gesamte Szenerie umgibt ein dermaßen unheilvolles Ambiente, das man die Auflösung des Ganzen kaum noch erwarten kann. "La Casa dalle Finestre che ridono", so der Original-Titel des Filmes erzeugt seine faszinierende Wirkung auch aus dem exzellenten Schauspiel seiner Charaktere, wobei insbesondere Lino Capolicchio in der Rolle des Restaurators eine absolut glänzende Performance an den Tag legt. Man kann jedoch ganz generell festhalten, das der Film bis in die kleinsten Nebenrollen nahezu perfekt besetzt ist, was das gewonnene Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwertet.

Letztendlich handelt es sich hier wirklich um eine Produktion, in der alles absolut perfekt ineinander übergeht und die Zutaten brillant zusammengefügt wurden. Die einzelnen Rädchen greifen harmonisch ineinander, so das sich "Das Haus der lachenden Fenster" in der Rangliste des italienischen Horrorfilms ganz oben ansiedelt. Ich möchte sogar so weit gehen und das Werk als kleines Meisterwerk einstufen, das durch seinen Suspense-Gehalt und eine herausragende Gesamt-Komposition einen bleibenden Eindruck beim Betrachter hinterlässt. In der heutigen Zeit kann man Filme dieser Art lange suchen, wird doch mittlerweile das Hauptaugenmerk der Regisseure auf ganz andere Dinge gelegt, um das Publikum zu befriedigen. Umso schöner erscheint es deshalb, das ein vollkommen ruhiger Vertreter des Horrorfilms einen in wahre Begeisterung versetzen kann, so wie es bei diesem Juwel der Fall ist. Wer also nicht ausschließlich auf Härte und Tempo steht, sollte auf jeden fall einen Blick riskieren, denn trotz eher ruhigerer Töne entfaltet dieser Film eine so ungeheure Intensität, das man durchgehend wie unter Strom steht und die Lösung des mysteriösen Rätsels kaum erwarten kann.


Fazit:


Viele Jahre hat es gedauert, bis ich nun endlich in den Genuss dieses überragenden Werkes gekommen bin. Es hat sich jedoch wirklich gelohnt, offenbart sich doch eine absolut runde-und stimmige Geschichte voller Thrill, die man sich ganz bestimmt nicht das letzte Mal angesehen hat. Denn selbst wenn man die Auflösung kennt, bietet "Das Haus der lachenden Fenster" genügend Gründe, um die DVD in regelmäßigen Abständen immer wieder in den heimischen Player zu legen und sich erneut auf ein mehr als gelungenes Film-Erlebnis zu freuen.


9/10
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