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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 24. Feb 2013, 22:58
von horror1966
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Adam Chaplin
(Adam Chaplin)
mit Emanuele De Santi, Giulio De Santi, Alessandro Gramanti, Paolo Luciani, Monica Munoz, Christian Riva, Valeria Sannino
Regie: Emanuele De Santis
Drehbuch: Emanuele De Santis
Kamera: keine Information
Musik: keine Information
keine Jugendfreigabe
Italien / 2011

Die Zukunft: Die Stadt Heaven Valley ist ein verkommener Ort, durchsetzt von Korruption und beherrscht vom unmenschlichen Gangsterboss Denny Richards. Wie aus dem Nichts taucht eines Tages der mysteriöse Adam auf, der es auf Denny Richards und seine Handlanger abgesehen hat. Getrieben von einem Dämon, der in der rechten Schulter von Adam haust, richtet der kampferprobte Adam in Heaven Valley ein Blutbad sondergleichen an, bis ihm endlich auch Denny Richards selbst gegenübersteht…


Die Rezension bezieht sich ausschließlich auf die deutsche DVD-Veröffentlichung von I-On Media


Schaut man sich einmal den vor Kurzem erschienenen Schnittbericht zu "Adam Chaplin" an, dann kann man der Inhaltsangabe durchaus zustimmen. In seiner ungeschnittenen Version ist der Film ganz sicher starker Tobak und wartet mit etlichen harten-und extrem blutigen Passagen auf. Dem deutschen Fan bleibt dieser Aspekt jedoch erst einmal nicht sichtbar, zumindest wenn man zur kürzlich erschienenen DVD von I-On Media greift. Das die Veröffentlichungs-Politik des Labels schon seit jeher nicht ganz astrein erscheint, dürfte dabei kein großes Geheimnis sein, hat man doch in regelmäßigen Abständen immer wieder stark gekürzte Horrorfilme auf den Markt geworfen, um dann später über Österreich eine vollkommen überteuerte Mediabook-Variante zu präsentieren und damit dem Film-Fan das Geld aus der Tasche zu ziehen. Fehlten zuletzt bei einem Film wie "Chrome Skull: Laid to Rest" schon beachtenswerte 13 Minuten, so hat man nun mit vorliegendem Film den Vogel vollends abgeschossen und ihn gleich einmal um gut 24 Minuten !!!! gekürzt. Das eigentlich Schlimme daran ist, das man als Label gar nicht erst den Versuch gestartet hat, die längste in Deutschland mögliche Fassung zu präsentieren, vielmehr hat man von Beginn an auf eine 16er Freigabe herunter geschnitten, um dann die DVD mit einigen Trailern zu versehen, die das rote 18er Siegel rechtfertigen. Ich weiß ja nicht wie andere darüber denken, aber das nenne ich mal echte Kunden-Verarsche, andererseits muss es aber anscheinend genügend Deppen geben, die sich diesen Mist dann auch noch kaufen und sich so aus Unwissenheit das Geld aus der Tasche ziehen lassen.

Doch kommen wir nun zu einem Film, den man in dieser zerstückelten Form im Prinzip gar nicht mehr als solchen bezeichnen kann. Von der ersten Minute an wird ziemlich schnell klar, das hier erst gar kein wirklicher Erzählfluss zu erkennen geben wird. Die Geschichte erscheint größtenteils vollkommen zusammenhanglos, wobei die Story sicherlich nicht das markanteste Markenzeichen dieses ambitionierten Low Budget Filmes ist. Dennoch wäre es sehr hilfreich, wenn man bei den düster gehaltenen Bildern zumindest einen roten Faden erkennen würde, der einen einigermaßen durch das Geschehen führt, doch davon ist beim besten Willen überhaupt nichts zu erkennen. Das gesamte Szenario (wenn man es überhaupt so nennen kann) offenbart nicht mehr als eine Menge willkürlich aneinandergereihte Bilder, die einfach keinen Sinn ergeben wollen und aus einem Sehvergnügen eine regelrechte Tortur machen. Da das Werk ganz offensichtlich auch einige hektische Bildschnitte beinhaltet, ist ein Zusammenhang in der hier vorgestellten Version noch schwerer zu erkennen, so das es sich doch als äußerst mühsam herausstellt, die gut 58 Minuten Netto-Spielzeit unbeschadet zu überstehen.

Gott sei Dank kommt es doch eher selten vor, das man als Filmfreund in den zweifelhaften Genuss kommt sich einen Film anzuschauen, dem nun wirklich alles entfernt wurde, was ihn eigentlich ausmachen soll. Wer also so wie ich aus reinem Interesse einmal diesen obskuren Zusammenschnitt anschauen möchte, der sollte keinesfalls Härte oder gar Splatter-Einlagen erwarten, denn die fehlenden gut 24 Minuten enthalten mit Sicherheit keine sinnvollen Dialoge. Die hier vorgenommene Zensur kann man eigentlich schon mit einer Kastration vergleichen und man kann nur hoffen, das Regisseur Emanuele De Santis nie sehen wird, in welch grauenvoller Verstümmlung sein Werk bei uns erschienen ist. Und so verbietet es sich hier von einem Film zu sprechen, es ist nicht mehr als eine knappe Stunde purer Langeweile, die zudem keinerlei Unterhaltungswert für sich in Anspruch nehmen kann. Man hat diesem Werk seine Seele geraubt, es gleichzeitig entmannt und den Machern außerdem noch einen ordentlichen Arschtritt verpasst, indem man das Kunstwerk Film ganz generell der Lächerlichkeit preisgibt. Dem Zuschauer gegenüber drückt man lediglich Gleichgültigkeit aus, ist man sich doch der Tatsache bewusst, das eine später erscheinende Uncut-Version über unsere österreichischen Nachbarn genügend Geld in die Kassen spülen wird. Was zählt es da schon, dem Käufer mit einem Minimum an Respekt gegenüber zu treten, indem man zumindest die längst mögliche Version des Filmes herausgebracht hätte?

So kann man in vorliegendem Fall nur mit dem Kopf schütteln und sich die Haare raufen, denn "Adam Chaplin" gerät in dieser Form zu einer absoluten Farce, die der Film ganz bestimmt nicht verdient hat. Nun heißt es also abwarten, denn eine ungeschnittene Veröffentlichung in deutscher Sprache wird sicherlich nicht allzu lange auf sich warten lassen. Dann heißt es einmal mehr das Portemonnaie zu zücken und ziemlich tief hineingreifen zu müssen, um dieses Werk auch in seiner vollen Pracht begutachten zu können, die bei dieser VÖ nur in kleinsten Ansätzen zu erkennen ist.


Fazit:


Ob I-On Media sich mit seiner Veröffentlichungs-Taktik viele Freunde macht wage ich zu bezweifeln, doch irgenwie muss diese Politik ja sehr erfolgreich sein. Denn anscheinend gibt es ja genügend Menschen, die sich selbst die arg zerstückelten deutschen DVD's kaufen und den anderen sind selbst die größtenteils vollkommen überteuerten Uncut-Versionen noch nicht teuer genug. Ansonsten wäre man doch schon längst einmal auf die Idee gekommen, solche Geschäfts-Gebahren durch einen offenen Boykott zu torpedieren, der diverse Labels eventuell zu einem Umdenken bewegen würde.


0/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 27. Feb 2013, 00:46
von horror1966
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Das Geheimnis der blutigen Lilie
(Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?)
mit Edwige Fenech, George Hilton, Paola Quattrini, Giampiero Albertini, Franco Agostini, Oreste Lionello, Ben Carra, Carla Brait, Gianni Pulone, Carla Mancini, Georges Rigaud, Annabella Incontrera
Regie: Giuliano Carnimeo
Drehbuch: Ernesto Gastaldi
Kamera: Stelvio Massi
Musik: Bruno Nicolai
Ungeprüft
Italien / 1971

In einem mehrstöckigen Wohnkomplex mitten in Rom werden nacheinander mehrere attraktive junge Frauen ermordet. Das Fotomodell Jennifer gerät in einen Mordfall, bei dem um sie herum mehrere Menschen blutig einem Schlitzer zum Opfer fallen. Wer ist der Mörder?



Giuliano Carnimeo's Werk ist ein wirklich waschechter Giallo und beinhaltet sämtliche Zutaten, um dem Zuschauer ein wunderbares Rätsel-Spiel zu präsentieren, an dem dieser durchgehend seine helle Freude hat. Dabei erscheint die Geschichte zwar teilweise recht arg konstruiert und nicht gerade logisch, doch ist dies in vorliegendem Fall keinesfalls als negative Kritik anzusehen. Das Szenario macht nämlich richtig Spaß und lässt die Identität des Killers bis kurz vor dem Ende im Dunkeln, so das man gern einmal über die ein-oder andere inhaltliche Schwäche hinwegsehen kann. Verdächtige werden einem wirklich zur Genüge offenbart und einige Verhaltensweisen der durch die Bank misstrauisch erscheinenden Protagonisten verführen einen nicht selten dazu, sich auf einen Mörder festzulegen und etliche bewusst gelegte falsche Fährten führen in die Irre. Carnimeo achtet dabei ganz besonders darauf, das die einzelnen Figuren nicht zu offensichtlich in Verdacht geraten, dennoch ergeben sich im Laufe des Filmes immer wieder neue Kleinigkeiten und Indizien, die mehrere Figuren in den Kreis der möglichen Täter rücken. Und so entwickelt sich auch recht schnell ein dramaturgisch erstklassiger Spannungsaufbau, der von einer größtenteils knisternden Grundstimmung untermalt wird. Mit zunehmender Laufzeit bekommt man immer bedrohlichere Passagen geboten, was auch durch die erstklassige Geräuschkulisse und die musikalische Untermalung ganz besonders hervorgehoben wird.

Weist das Drehbuch stellenweise kleinere Defizite auf, so wird dies durch die kräftige Farbgebung und die herausragende Kameraarbeit von Stelvio Massi wieder ausgeglichen, teilweise bekommt der Betrachter wirklich wunderschön eingefangene Sequenzen zu Gesicht, so das man durchaus von einem visuellen Hochgenuss sprechen kann. Und auch das dargebotene Schauspiel kann sich jederzeit sehen lassen, wobei ich besonders Edwige Fenech und George Hilton hervorheben möchte. Hier wird für beide Geschlechter etwas geboten, denn handelt es sich bei Hilton doch um einen typischen Womanizer der damaligen Zeit, so ist Frau Fenech wohl ganz eindeutig der unerfüllte Wunsch so manchen Männer-Traumes. Natürlich spielt die gute Frau hier wieder einmal ein Modell und es ist allein schon ein absoluter Genuss, ihr beim posieren zuzusehen. Man kann ins Träumen geraten und schnell vergessen, das man sich in einem Film befindet. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Sinnlichkeit von dieser wunderschönen Schauspielerin ausgeht, die Männerherzen höher schlagen lässt.

Dabei rückt sie das erotische Vollblutweib ebenso gut ins Licht wie die ängstliche-und schutzbedürftige Person, die in dieser Geschichte mit den Altlasten ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Mimik-und Gestik sind dabei immer nahezu perfekt, so das ihre Performance auch einen sehr glaubwürdigen Eindruck hinterlässt. Doch auch die anderen Akteure brauchen sich nicht zu verstecken, wobei einem sofort das äußerst ungleiche Ermittler-Duo der Polizei ins Auge fällt. Da ist auf der einen Seite der ermittelnde Komissar Enci (Giampiero Albertini), der einen sehr ernsten und manchmal fast schon bärbeißigen Eindruck hinterlässt. Dabei scheut er auch nicht davor zurück, in einem Verhör einmal seine Rechte kreisen zu lassen. Ihm gegenüber steht dann sein Assistent Redi (Franco Agostini), der allein optisch gesehen das genaue Gegenteil darstellt. An dieser Stelle kann man sich teilweise das Schmunzeln schwerlich verkneifen, denn der gute Redi wirkt doch zumeist wie ein trotteliger Lakai, dem selbst das Ausführen von Befehlen an so manchen Stellen schwerfällt. Diese skurrile Kombination sorgt jedoch für eine Menge Erheiterung und zeigt aber auch gleichzeitig auf, das sich das Team trotz der auffälligen Unterschiede im Endeffekt ganz gut ergänzt. Und so kann man in schauspielerischer Hinsicht im Prinzip überhaupt nichts bemängeln, was auch nicht in jedem Film dieser Art der Fall ist.

Letztendlich ist "Der Satan mit dem Skalpell" (so der Alternativ-Titel) ein absolut sehenswerter Vertreter seiner Art, der trotz manch konstruiert erscheinender Phasen eine wirklich spannende Geschichte erzählt. Zudem beinhaltet der Film auch im Gegensatz zu den meisten Genre-Kollegen eine kleine Seltenheit, denn ist der ominöse Mörder ansonsten eigentlich immer mit schwarzen Handschuhen ausgestattet, so hat man hier auf eine beige-farbene Variante zurückgegriffen. Sicherlich keine Sensation, aber immerhin ein Umstand, der doch Erwähnung finden sollte. denn ich kann mich auf Anhieb an keinen anderen Giallo erinnern, in dem das auch der Fall war. Wer also ein Liebhaber des Sub-Genres ist, sollte sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen, da die vielen positiven Aspekte ganz eindeutig überwiegen und das manchmal leicht schwächelnde Drehbuch den insgesamt hervorragenden Eindruck kaum schmälern kann.


Fazit:


Manch einer mag es vielleicht anders sehen, aber "Der Satan mit dem Skalpell ist ein ganz ausgezeichneter italienischer Giallo, bei dem man sich nur zu gern am Rätselspaß beteiligt. Falsche Fährten, gekonnt eingebaute Neben-Erzählstränge, jede Menge Spannung und eine glänzend aufgelegte Darsteller-Riege sorgen hier für ein Film-Erlebnis, das sich meiner persönlichen Meinung nach weit über dem Durchschnitt ansiedelt. Nachdem es den Film ja die ganzen Jahre nur mit deutschen Untertiteln erhältlich war, gibt es mittlerweile auch eine Doppel-Veröffentlichung unter dem Namen "Drops of Blood", in der man das Werk nun endlich auch in deutscher Sprache genießen kann. Der zweite Film der VÖ ist "Der Schwanz des Skorpions", der auch ganz eindeutig zu den besten Vertretern seiner Art gehört, so das die Anschaffung der großen Hartbox durchaus lohnenswert erscheint.


8,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 28. Feb 2013, 00:17
von horror1966
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Der Schwanz des Skorpions
(La Coda dello scorpione)
mit George Hilton, Anita Strindberg, Alberto de Mendoza, Ida Galli, Janine Reynaud, Luigi Pistilli, Tom Felleghy, Luis Barboo, Lisa Leonardi, Tomas Pico, Franco Caracciolo, Fulvio Mingozzi
Regie: Sergio Martino
Drehbuch: Ernesto Gastaldi / Eduardo Manzanos Brochero
Kamera. Emilio Foriscot
Musik: Bruno Nicolai
FSK 18
Italien / Spanien / 1971

Nachdem der jungen Witwe Lisa eine Versicherungspolice von 1 Million Dollar ausgezahlt wird, scheint ein Wettlauf um das Geld zu beginnen. Menschen sterben, die Polizei ist ratlos und ein maskierter Killer treibt sein erbarmungsloses Unwesen. Jeder verdächtigt jeden, doch die Wahrheit ist viel schlimmer!


Sergio Martino hat bei seinen Giallo-Beiträgen ein Gespür für äußerst gelungene-und spannungsgeladene Thriller bewiesen, was einem spätestens bei seinem Meisterwerk "Der Killer von Wien" aufgefallen sein dürfte, der kurz nach dem hier vorliegenden Werk erschienen ist. Zwar kann "Der Schwanz des Skorpions" nicht ganz an dessen Genialität heranreichen, doch auch hier wird dem Zuschauer eine sehr atmosphärische und zudem gut durchdachte Story präsentiert, in der einmal mehr Sunny-Boy George Hilton die männliche Hauptrolle spielt, was in diesem Genre durchaus noch öfter der Fall sein sollte. Sieht man den guten Mann doch ansonsten eher an der Seite der wunderschönen und sinnlichen Edwige Fenech, so wurde ihm in diesem Fall mit Anita Strindberg viel eher der Typ unterkühlte Schönheit zugeordnet, was jedoch keinesfalls als negative Kritik zu verstehen ist. Die hübsche Schwedin macht ihre Sache nämlich ganz ordentlich, kann aber auf keinen Fall die durchschlagende Präsenz einer Edwige Fenech erreichen, so das ihr Stellenwert im Geschehen auch keine sonderlichen Ausmaße erreicht. Umso mehr trumpft dafür Hilton auf, der einmal mehr durch eine hervorragende Performance aufwartet.

Der Film lebt hauptsächlich von seinem gekonnten Spannungsaufbau, denn in dieser Beziehung schöpft Martino aus dem Vollen. Immer wieder eingestreute Kleinigkeiten machen es dem Betrachter relativ schwer, sich auf einen Verdächtigen festzulegen, der für die Mordserie verantwortlich zeichnet. Dabei mangelt es keineswegs an Verdächtigen, denn äußerst geschickt werden im Laufe der Zeit immer neue Verdachtsmomente aufgeworfen, die den Kreis der möglichen Mörder nicht unbedingt verkleinern.Es entwickelt sich also im Prinzip das typische Giallo-Muster und dennoch wird man die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, das diesem Werk der zarte Anstrich eines Agenten-Thrillers anhaftet. Dabei kann man gar nicht genau definieren woran das eigentlich liegt, aber diversen Passagen wohnt eine ganz spezielle Stimmung bei, die man schwerlich in Worte fassen kann. Vielleicht mag es an der Thematik des Szenarios liegen, denn Hintergrund für die etlichen Morde ist immerhin die Summe von 1.000.000 $ die aus einer Lebensversicherung stammt und mit Peter Lynch (Hilton) wird ein Detektiv der Versicherung damit beauftragt, die Witwe des Toten ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. In diesem Aspekt wird sicherlich das teilweise aufkommende Agenten-Flair begründet sein, das man dem Film meiner Meinung nach nicht absprechen kann.

Wie dem aber auch sei, "Der Schwanz des Skorpions" zählt in meinen Augen zu den sehr guten Vertretern seiner Art, was in mehreren Punkten begründet ist. Zuerst einmal wären da die verschiedenen Schauplätze des Geschehens, wobei man insbesondere bei den in Griechenland spielenden Szenen fast schon vom Fernweh erfasst wird. Im Gegensatz zum kühlen London herrscht hier Traumwetter vor und man bekommt richtiggehend Urlaubsgefühle, die von den schönen Unterwasser-Aufnahmen noch zusätzlich unterstützt werden. Andererseits muss man ganz bestimmt die herausragende Kameraarbeit von Emilio Foriscot erwähnen, der dem Betrachter brillante Bilder und manchmal auch sehr außergewöhnliche Einstellungen anbietet, die das Film-Erlebnis nennenswert aufwerten. Wenn das Werk überhaupt einen wirklichen Schwachpunkt erkennen lässt, dann ist es ganz sicher die für einen Giallo ansonsten übliche Erotik. Zwar bekommt man die handelsüblichen Liebesszenen zwischen Herrn Hilton und Frau Strindberg serviert, nur erscheinen diese absolut unterkühlt und lassen keinerlei erotisches Knistern erkennen. Und an diesem Punkt muss dann doch noch einmal die gute Edwige Fenech erwähnt werden, denn von ihrer Sinnlichkeit ist weit und breit nichts zu spüren. Zwischen ihr und dem Eisberg Strindberg liegen ganz einfach Welten, so das die erotischen Szenen des Filmes irgenwie künstlich und aufgesetzt erscheinen. Wie erwähnt ist dies aber das einzig wirkliche Manko in einer Geschichte, die ansonsten vortrefflich zu unterhalten weiß.

Letztendlich ist "La Coda dello scorpione" aber immer noch ein Giallo, der sich weit über dem Durchschnitt ansiedelt und sehr atmosphärische wie auch spannende Thriller-Kost bietet. Auch wenn sich die Ereignisse phasenweise fast überschlagen, ist der Eindruck einiger konstruierter Ereignisse immer noch im Rahmen, so das die Story insgesamt recht gut durchdacht daherkommt. Hat Regisseur Sergio Martino schon mit diesem Film einen äußerst guten Genre-Vertreter kreiert, so sollte er kurz danach mit "Der Killer von Wien" ein absolutes Meisterwerk präsentieren, das wohl ohne wenn und aber zum Besten zu zählen ist, was das Sub-Genre des Giallo je hervorgebracht hat. Und das liegt nicht nur in der Tatsache begründet, das man dort Frau Fenech an der Seite von herrn Hilton zu sehen bekommt.


Fazit:


Alles in allem bekommt man hier sehr gute Kost geliefert, auch wenn die kleinen Mankos nicht gänzlich zu übersehen sind. Dennoch ist im Prinzip alles enthalten was ein Film dieser Gattung braucht, lediglich von den weiblichen Darstellerinnen geht keinerlei glaubhafte Erotik aus. Und genau das lässt das Gesamtbild ein wenig unterkühlt erscheinen, was einen noch besseren Gesamteindruck verhindert.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 28. Feb 2013, 16:35
von horror1966
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Autopsy - Hospital der lebenden Leichen
(Macchie solari)
mit Mimsy Farmer, Barry Primus, Ray Lovelock, Carlo Cattaneo, Angela Goodwin, Gaby Wagner, Massimo Serato, Ernesto Colli, Leonardo Severini, Eleonora Morana, Antonio Casale, Sergio Sinceri
Regie: Armando Crispino
Drehbuch: Lucio Battistrada /Armando Crispino
Kamera: Carlo Carlini
Musik: Ennio Morricone
ungeprüft
Italien / 1975

Als Rom von einer mysteriösen Welle von Selbstmorden erschüttert wird, steht die Polizei vor einem Rätsel. Die Pathologin Simona findet gemeinsam mit dem Priester Paul heraus, dass es sich bei den Todesfällen tatsächlich um Morde handelt. Als schließlich auch ihr Vater einen scheinbaren Selbstmord knapp überlebt, traut Simona auch Paul und ihrem Lover Edgar nicht mehr...


Und wieder einmal bekommt man einen Giallo präsentiert, für den man im Prinzip keinen unpassenderen deutschen Titel hätte nehmen können, denn mit lebenden Leichen hat das Werk von Armando Crispino nun überhaupt nichts zu tun. Doch wird das sicherlich nicht der einzige Grund sein, warum dieser Film beim Zuschauer doch zumeist eher durchschnittliche Bewertungen erhält, denn die Geschichte weist doch einige Mankos auf, die bei vielen Leuten Grund zu negativer Kritik bieten. So fällt das Szenario beispielsweise äußerst dialoglastig aus und bietet im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern auch nicht unbedingt spektakulär ins Bild gesetzte Morde. Stattdessen hat Regisseur Crispino hier sein Hauptaugenmerk etwas mehr auf eine leicht übernatürliche Note gelegt, die sich in erster Linie in diversen Visionen der Hauptdarstellerin zu erkennen gibt. Mir persönlich hat dieses Stilmittel sehr gut gefallen, doch ich kann auch durchaus nachvollziehen, das die Story für manch einen deswegen etwas wirr erscheinen mag. Dieser Eindruck wird zusätzlich von dem Aspekt unterstützt, das man sich eine geraume Zeit überhaupt keinen Reim auf die angeblichen Selbstmorde machen kann, da ein Motiv für die Taten des Killers erst kurz vor dem Ende preisgegeben wird und dem Ganzen einen Sinn verleiht.

Meiner Meinung nach ist dies aber gar nicht mal als negativ aufzufassen, entwickelt sich doch eine immer spannende-und sehr atmosphärische Story, in der man dem Zuschauer immer wieder kleinere Andeutungen präsentiert, die am Ende ein klares Bild ergeben und im Prinzip keinerlei Fragen offen lassen. Zugegebenermaßen erscheint das Szenario an einigen Stellen etwas konstruiert und die Motivlage des wahren Täters wird förmlich aus dem Hut gezaubert, was allerdings das Filmerlebnis nicht wirklich beeinträchtigt. Als große Stärke kann man sicherlich den grandiosen Score von Ennio Morricone ansehen, der die Abläufe nahezu perfekt untermalt. Zudem empfand ich auch das dargebotene Schauspiel als durchaus ansprechend, auch wenn in manchen Passagen ein leichtes Overacting der Hauptdarstellerin zu erkennen ist.

"Autopsy - Hospital der lebenden Leichen" zählt ganz sicher nicht zu den ganz großen Vertretern des Genres und weicht in seiner Inszenierung doch ein wenig von den ansonsten üblichen Geschichten ab, doch gerade aufgrund dieses Aspektes hat mir der Film so gut gefallen. Im Großen und Ganzen bekommt man zwar nicht gerade sonderlich spektakuläre Tötungen zu sehen, doch in meinen Augen ist das noch lange kein Grund, diesem Werk teilweise ungerechtfertigt schlechte Bewertungen zu verleihen. Natürlich liegt das wie immer im Auge des Betrachters, doch dieser etwas speziell Genre-Vertreter ist nicht so schlecht, wie er ziemlich oft gemacht wird. Dafür spricht auch das recht furiose Finale, denn in den letzten gut 15 Minuten nehmen die Ereignisse noch einmal richtig an Fahrt auf. Bekam man zuvor eine eher ruhige Erzählweise der Abläufe präsentiert, so zieht das Tempo in den letzten Minuten noch einmal ordentlich an und sorgt beim Betrachter für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr.

Im Endeffekt ist es einmal mehr reine Geschmackssache, doch Armando Crispino hat mit "Autopsy - Hospital der lebenden Leichen" einen absolut sehenswerten Beitrag abgeliefert, der etwas anders aufgezogen ist wie der typische Giallo. Immer spannend, sehr atmosphärisch und mit guten Darstellern besetzt siedelt sich das Werk auf jeden Fall über dem Durchschnitt an und ist keinesfalls so schlecht, wie manche Kritik es eventuell vermuten lässt.


Fazit:


Es gibt weitaus bessere Filme dieser Gattung, aber auch etliche die schlechter inszeniert wurden. Eine spannende Geschichte mit leicht übernatürlichen Elementen ist jedenfalls für einen gemütlichen DVD-Abend bestens geeignet und allein der vorhandene Score von Ennio Morricone ist eine Sichtung des Filmes wert.


7,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 1. Mär 2013, 00:10
von horror1966
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Alex Cross
(Alex Cross)
mit Tyler Perry, Edward Burns, Matthew Fox, Jean Reno, Carmen Ejogo, Cicely Tyson, Rachel Nichols, John C. McGinley, Werner Daehn, Yara Shahidi, Bonnie Bentley, Sayeed Shahidi, Chad Lindberg
Regie: Rob Cohen
Drehbuch: Marc Moss / Kerry Williamson / James Patterson (Roman)
Kamera: Ricardo Delia Rosa
Musik: John Debney
FSK 16
USA / 2012

Ein sadistischer Killer, der fast so gerne selber Schmerzen verspürt, wie er sie austeilt, foltert und ermordet reiche Geschäftsleute, die in enger Beziehung stehen zu dem französischen Waffenhändler Mercier. Detective Alex Cross, der in dem Mordfall ermittelt und gerade einen neuen Partner anlernt, vermutet, dass der Killer irgendwann Mercier selbst ins Visier nimmt. Doch der Killer schießt stattdessen erstmal jenen Menschen nieder, der Cross am nächsten steht. Daraufhin beschließt Cross, ebenfalls auf die Regeln zu pfeifen.


"Alex Cross" basiert auf dem Roman "Blood" von James Patterson und ist der zwölfte Titel aus einer in den USA sehr erfolgreichen Roman-Reihe um den gleichnamigen Polizei-Psychologen. Vor uns liegt nun schon die mittlerweile dritte Verfilmung aus dieser Reihe, gab es doch zuvor schon die beiden wunderbaren Thriller "...denn zum küssen sind sie da" und "Im Netz der Spinne", in denen jedoch Superstar Morgan Freeman in der Rolle des Alex Cross zu sehen war. Dieses Mal hat man die Hauptrolle mit Tyler Perry besetzt, was sowohl Vor-wie auch Nachteile mit sich bringt. Im Bezug auf die Action ist es ganz bestimmt kein Nachteil einen jüngeren Schauspieler mit der Rolle zu besetzen und so kann man sich schon denken, das es in vorliegendem Fall etwas actionreicher zur Sache geht als in den beiden Filmen aus den Jahren 1997 und 2001. Das Szenario gestaltet sich sehr temporeich und auch der Titelheld ist dieses Mal in etliche Kämpfe verwickelt, in denen es teils ordentlich zur Sache geht. Das wäre mit einem Morgan Freeman bestimmt nicht glaubhaft zu bewerkstelligen gewesen und hätte einen eher befremdlichen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Negativ ist allerdings der Punkt, das zu keiner Zeit das klassische Thriller-Feeling der beiden Vorgänger erreicht wird, schlägt das vorliegende Szenario doch eigentlich von der ersten Minute an die Richtung des Action-Thrillers ein.

Hier ist dann ganz eindeutig der persönliche Geschmack des Zuschauers gefragt, denn wer die ersten Verfilmungen gesehen hat, dürfte das Werk von Rob Cohen mit gemischten Gefühlen betrachten. Dabei ist "Alex Cross" ein wirklich gelungener Film, dem allerdings ein wenig die Seele fehlt. So bekommt man einfach nie den richtigen Zugang zu den Ereignissen, die zwar jederzeit interessant-und spannend erzählt werden, aber doch irgendwie seltsam steril daherkommen. Ein Grund für diesen Eindruck ist mit Sicherheit der Aspekt des Hauptdarstellers, denn Perry agiert äußerst ambitioniert und gibt größtenteils auch eine recht gute Figur ab, kann aber in keiner Phase die großen Fußstapfen ausfüllen, die ein brillanter Morgan Freeman hinterlassen hat. Stellt man die beiden gegeneinander, dann ist das stärkste Manko von Perry die fehlende Ausstrahlung. Trotz seines soliden Schauspiels fehlt es im an Charisma und Charme, was andererseits aber auch vollkommen beabsichtigt sein kann, da man eventuell noch folgende Verfilmungen mit einem andersartigen Charakter fortführen möchte. Der smarte und Psychologe im Gentleman-Stil hat anscheinend ausgedient und wurde durch einen zeitgemäßeren jungen Draufgänger ersetzt, der selbst auch einmal die Fäuste fliegen lässt. Beide Varianten haben dabei ihre ganz eigenen Stärken und ein jeder muss für sich selbst entscheiden, welche er bevorzugen möchte.

Und so sollte man versuchen, "Alex Cross" als eigenständiges Werk zu betrachten und möglichst nicht den Vergleich mit den beiden an deren Verfilmungen zu Rate ziehen, da man ansonsten schwerlich zu einem möglichst objektivem Gesamteindruck gelangen kann. Hier wird etwas weniger Wert auf intelligente Detektiv-Arbeit gelegt, dafür stehen einige gut gelungene Action-Passagen im Vordergrund. Das merkt man allein schon an der Geschichte selbst, der es phasenweise ein wenig an den nötigen Thriller-Elementen fehlt, die den Betrachter so richtig in ihren Bann ziehen könnten. Die Motive des Killers werden in vorliegendem Fall fast schon ein wenig stiefmütterlich behandelt und man widmet den Zusammenhängen lediglich am Ende des Filmes einige wenige Minuten, um den ganzen Ereignissen überhaupt einen Sinn zu verleihen. Zwar ist das etwas unbefriedigend, doch dafür wird man mit einem erstklassigen Bösewicht entschädigt, der mit Matthew Fox (Jack Sheperd aus Lost) nahezu perfekt besetzt ist. Kennt man den guten Mann hauptsächlich als sympathischen Gut-Menschen aus der erfolgreichen TV-Serie, so wird man wirklich sehr positiv überrascht, wie überzeugend der Schauspieler in der Rolle des psychopathischen Killers agiert. Schon rein visuell sollte man sich dabei darauf vorbereiten, das sich einem ein vollkommen anderes Bild des Mimen präsentiert, als wie man es aus "Lost" gewöhnt ist. War der gute mann schon in der Serie ziemlich schlank und gut gebaut, so bietet sich einem hier der Anblick eines wahre Asketen. Vollkommen durchtrainiert und mit keinem Gramm überschüssigem Fett am Körper erscheint Fox äußerst drahtig und hinterlässt einen fast schon hageren Eindruck. Für seine Rolle ist das jedoch absolut passend und verleiht dieser so ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.

Zudem war es von enormen Vorteil, nicht die gleiche deutsche Synchronstimme zu verwenden die man aus der TV-Serie kennt, denn ansonsten hätte man dem guten Matthew die Rolle des eiskalten Profi-Killers keinesfalls abgenommen. Seine Performance ist für mich persönlich der Höhepunkt des gesamten Filmes und wertet diesen auch gleich wieder eine Stufe auf. Ansonsten bewegt sich das Schauspiel der restlichen Akteure auf einem soliden Niveau, echte Wunderdinge sollte man jedoch nicht erwarten. So ist beispielsweise ein Jean Reno in seiner Nebenrolle vollkommen unterfordert und kann hier leider keine wirkliche Kostprobe seines Könnens zum Besten geben. Ganz generell hätte es dem Film sicher nicht geschadet, wenn man auf einige Figuren verzichtet hätte, schwirren doch prinzipiell viel zu viele Personen in der Story herum, von denen jedoch keine einzige wirklich gründlich beleuchtet wird. Tiefer gehende Charakter-Zeichnungen sind also Mangelware, was "Alex Cross" auch ganz eindeutig von seinen beiden Vorgängern unterscheidet. Letztendlich bleibt aber dennoch ein überdurchschnittlich guter Film über, der die teilweise eher schlechten Bewertungen nun wirklich nicht verdient hat. Als Action-Thriller voll in Ordnung mangelt es ganz einfach ein wenig an der nötigen Tiefe, als das man so richtig in das Szenario eintauchen könnte. Ein neuer Hauptdarsteller und ein manchmal schwächelndes Drehbuch sind etwas gewöhnungsbedürftig, dennoch eignet sich das Werk von Rob Cohen auch durchaus zur mehrmaligen Sichtung.


Fazit:


Eigentlich hat mir "Alex Cross" sehr gut gefallen, doch im Hinterkopf schwirren halt immer noch Morgan Freeman und die beiden tollen Verfilmungen "...denn zum küssen sind sie da" und "Im Netz der Spinne" herum, so das Tyler Perry es natürlich auch nicht unbedingt leicht hat, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Dennoch hege ich die Hoffnung, das noch mehrere Romane der Reihe verfilmt werden, denn gute und interessante Filmkost ist immer gern gesehen. Und diese beiden Attribute kann man vorliegendem Film definitiv nicht absprechen.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 1. Mär 2013, 19:05
von horror1966
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The Cabin in the Woods
(The Cabin in the Woods)
mit Kristen Connolly, Chris Hernsworth, Anna Hutchison, Fran Kranz, Jesse Williams, Richard Jenkins, Bradley Whitford, Brian White, Ama Acker, Tim De Zarn, Tom Lank, Dan Payne, Jodelle Ferland
Regie: Drew Goddard
Drehbuch: Joss Whedon / Drew Goddard
Kamera: Peter Deming
Musik: David Julyan
FSK 16
USA / 2011

Ein entspanntes Wochenende in einer Hütte im Wald, in der Mitte von Nirgendwo soll es werden, fernab der Zivilisation und jeglicher Beobachtung, kein Handy-Empfang, kein Internet, kein Mensch weit und breit. Nur fünf Freunde und die Natur - ein Abenteuer, ein großer Spaß. Selbst die Warnungen eines bedrohlich wirkenden Tankwarts können die Vorfreude nicht dämpfen. Zunächst wirkt die Hütte auch wie die Erfüllung aller Verheißungen. Doch dann entdecken die Freunde den verborgenen Zugang zu einem Keller - und als die Neugier gegen die Vernunft siegt, gehen sie zu fünft die knarzende Treppe hinab ins Dunkel... Gleichzeitig sitzen zwei Wissenschaftler weit entfernt in einem geheimen Labor tief unter der Erde und drücken ein paar Knöpfe...


Mehr als die knappe Inhaltsangabe sollte man über die Handlung der Geschichte keinesfalls verraten, denn ansonsten würde man anderen wirklich die Spannung und den Überraschungsmoment nehmen, den das Regie-Debüt von Drew Goddard definitiv beinhaltet. Zwar ist "The Cabin in the Woods" einerseits der typische Vertreter des Horrorfilms den man schon tausend Mal gesehen hat und bedient dabei auch sämtliche Klischees die man sich nur vorstellen kann. So wird man beispielsweise gleich beim Anblick der ominösen Hütte im Wald unweigerlich an Raimi's Klassiker "Tanz der Teufel" erinnert und auch diverse andere Passagen lassen unübersehbare Ähnlichkeiten erkennen. Auf der anderen Seite steht ein Neben-Erzählstrang der dem Zuschauer von der ersten Minute an suggeriert, das es sich hier trotz aller vorhandenen Klischees um einen Horrorfilm der anderen Art handelt, auch wenn man zu Beginn lediglich erahnen kann, in welche Richtung das Szenario letztendlich tendiert. Und so entsteht hier eine extrem unterhaltsame Mischung aus altbekannten Horror-Klassikern (TdT, Freitag der 13.) und einigen Fantasy-Elementen, deren ganze Bedeutung man jedoch erst kurz vor dem Ende erfahren soll.

Während des Geschehens stellt man sich zusätzlich ganz automatisch die Frage, ob man es nun mit einem waschechten Horrorfilm zu tun hat, oder ob die Ereignisse doch mehr in die Richtung einer Komödie abzielen. Verantwortlich dafür sind die Teile des Filmes, die sich in dem geheimen Labor abspielen, das man der Story zunächst nur schwerlich zuordnen kann. Wenn man die Verhaltensweisen der dort arbeitenden Menschen sieht, dann bekommt das Ganze schon einen fast skurrilen Anstrich. Nach Beendigung des Werkes erscheinen die Abläufe dort jedoch in einem vollkommen anderen Licht und aus den grotesken Jubelszenen und bissigen Dialogen wird mit einem mal der pure Sarkasmus. Im Zusammenhang werden dann sämtliche zuvor lustig erscheinende Äußerungen zum absoluten Galgenhumor und man kann Reaktionen-und Aktionen aller Protagonisten viel besser nachvollziehen. Weiter kann man auch überhaupt nicht auf die Geschehnisse eingehen, denn ansonsten würde man zuviel verraten, man muss sich diesen Film schon selbst anschauen, um die Gesamt-Zusammenhänge zu erkennen, die "The Cabin in the Woods" wohl zu einem der innovativsten Horrorfilme machen, den man die letzten Jahre gesehen hat.

Dabei ist es auch vollkommen unerheblich, das die Geschichte letztendlich im Reich der Fantasie anzusiedeln ist, sprudelt sie doch nur so vor Innovation und frischem Blut, was dem Genre insgesamt gesehen wirklich zu Gute kommt. Sicherlich gibt es auch genügend Leute die das wieder einmal vollkommen anders sehen, doch beschweren wir uns nicht immer darüber, das den Filme-Machern keine neuen Ideen einfallen würden? Drew Goddard hat sich das anscheinend zu Herzen genommen und eine Kombination auf den markt gebracht, die man in dieser Form wohl eher noch nicht gesehen hat. Das die enthaltenen Horror-Anteile dabei altbekannt sind sehe ich keinesfalls als negativen Kritikpunkt an, wird dem Betrachter hier doch das geboten, was man von einem Film dieser Art erwartet. Die neu hinzugefügte Hintergrund-Thematik ist dann das eher Unbekannte, was dem Szenario das Außergewöhnliche verleiht und einen Gesamteindruck präsentiert, den man eigentlich nur als sehr gut beschreiben kann. "The Cabin in the Woods" beinhaltet meiner Meinung nach alles was einen innovativen Horrorfilm auszeichnet und sorgt für absolut kurzweilige Unterhaltung, die zudem auch noch einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Wer also nicht auf altbekannte Zutaten verzichten möchte aber gleichzeitig auch neue Impulse zu schätzen weiß, der bei beim Regie-Erstling von Drew Goddard nahezu perfekt aufgehoben. Jede Menge Klischees, Untote und Monster, aber auch viele neue Ideen ergeben eine Kombination, die man sich unbedingt anschauen sollte. Nicht zu vergessen gibt es auch noch etliche humorige Passagen, die man jedoch am Ende der Geschichte aus einem vollkommen anderen Blickwinkel betrachtet. Die größtenteils vorherrschende und typische Slasher-Atmosphäre tut dann ihr Übriges, um für ein äußerst rundes und stimmiges Gesamtbild zu sorgen, das man Fans des Genres unbedingt ans Herz legen sollte.


Fazit:


Mich persönlich hat "The Cabin in the Woods" wirklich absolut überzeugt und phasenweise auch so richtig überrascht. Die Mixtur aus Neuem und Altbekannten ist so simpel wie genial, wird aber ganz bestimmt auch die Meinungen ein wenig spalten. Nichtsdestotrotz sollte man diesem starken Film auf jeden Fall eine Chance geben, da man ansonsten wirklich etwas verpasst.


8,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Sa 2. Mär 2013, 16:21
von horror1966
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Sieben Jungfrauen für den Teufel
(Nude... si muore)
mit Mark Damon , Eleonora Brown, Michael Rennie, Sally Smith, Patrizia Valturri, Ludmila Lvova, Luciano Pigozzi, Franco De Rosa, Vivian Stapleton, Ester Masing, Aldo De Carellis, Giovanni Di Benedetto
Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Antonio Margheriti / Franco Bottari
Kamera: Fausto Zuccoli
Musik: Carlo Savina
ungeprüft
Italien / 1968

Das einsam gelegene St.Hilda College fungiert als Mädchenpensionat der gehobenen Klasse. Mit Ankunft der neuen Lehrer und Lehrerinnen macht sich plötzlich eine Mordwelle breit, die das Leben vieler junger Schülerinnen kostet. Während die Polizei im Dunkeln tappt, ermitteln die frechen Gören auf eigene Faust und spielen damit mit ihrem Leben!


Dieses Frühwerk des italienischen Gialllo's bietet einerseits die zumeist übliche Genrekost, hebt sich aber dennoch in einigen Punkten von etlichen anderen Vertretern ab. So fällt einem ziemlich schnell auf, das sich das Werk von Antonio Margheriti im Bezug auf den Härtegrad doch extrem bedeckt hält, denn die wenigen Morde werden doch lediglich in Ansätzen gezeigt und fallen zudem auch noch vollkommen unblutig aus. Wirklich negativ ist das zwar nicht zu bewerten, doch sind die Unterschiede zu später erschienenen Filmen dieser Art doch recht augenfällig. An gewissen Stellen kann man sich sogar ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen, ist es doch äußerst charmant dargestellt, das insbesondere die Tötungen durch Strangulation lediglich eine Zeitspannen von 5 Sekunden benötigen, bevor hier junge Mädchen ihr Leben aushauchen. Dieser Umstand mag jedoch der damaligen Zeit geschuldet sein, in der Härte und explizite Gewaltdarstellungen noch nicht so in aller Munde waren, wie es in der heutigen Zeit der Fall ist.

Blutige Passagen sollte man also erst gar nicht erwarten, zudem fällt die Geschichte auch äußerst dialoglastig aus. Im Grunde genommen sehe ich das auch nicht als Nachteil an, jedoch sind einige Wortwechsel doch ziemlich in die Länge gezogen, so das stellenweise kleinere Längen entstehen. Dennoch kann das Szenario in seiner Gesamtheit absolut überzeugen, denn der dramaturgische Aufbau des Geschehens kann sich allemal sehen lassen. Die Identität des scheinbar wahnsinnigen Killers bleibt bis kurz vor dem Ende im Dunkeln, doch sollte man fairerweise darauf aufmerksam machen, das Kenner des Genres schon sehr frühzeitig darauf stoßen könnten, wer für die Morde verantwortlich zeichnet. Das Motiv für die Taten gibt sich jedoch erst recht spät zu erkennen, so das man selbst bei Kenntnis über die Identität des Mörders genügend Spannungsmomente geboten bekommt und auch von der zumeist bedrohlichen Atmosphäre fasziniert ist, die dieses tolle Frühwerk beinhaltet. Auffällig ist auch der Aspekt, das die Geschichte eigentlich ohne jegliche Nacktszenen auskommt, ist dies doch normalerweise ein eher typisches Stilmittel des Gialli's. In vorliegendem Fall bekommt man jedoch lediglich einmal einen nackten Rücken geboten, ansonsten hält sich "Sieben Jungfrauen für den Teufel" auch in diesem Punkt sehr bedeckt.

Auch wenn die aufgezählten Punkte für manch einen vielleicht etwas negativ anhören mögen, soll es sich hier keineswegs um Kritik handeln, es ist lediglich eine Feststellung von diversen Unterschieden im Vergleich zu später erschienenen Genre-Vertretern. Bekommt man ansonsten auch mal des Öfteren ziemlich reißerische Inszenierungen geboten, so setzt Margheriti fast schon auf eine eher beschauliche Erzählweise, die auch einige humorige Passagen beinhaltet. Nun zählt "Nude... si muore" wie der Film im Original heißt sicherlich nicht zu den allerbesten Vertretern seiner Art und aufgrund der eher harmlosen Inszenierung mag das Werk auch nicht bei jedem auf die größte Gegenliebe stoßen, doch mir persönlich gefällt die Geschichte sehr gut. Ganz besonders haben mir auch die tollen Bilder und die kräftigen Farben gefallen, ist diese Komponente doch absolut typisch für die italienischen Filme dieser Zeit.

Im Endeffekt bekommt man es im Prinzip mit einem typischen Giallo zu tun, der sich jedoch in einigen Punkten doch von anderen Vertretern abhebt. Die Unterschiede mögen für manch einen negativ anzusehen sein, meiner Meinung nach kann man aber auch ohne Weiteres von positiven Unterschieden sprechen, die dieser Produktion einen unglaublichen Charme verleihen. Wie dem aber auch sei, sehenswert ist "Sieben Jungfrauen für den Teufel" allemal, wobei man sich aber durch den deutschen Titel auf keinen Fall in die Irre führen lassen sollte. Gute-und spannende Unterhaltung ist hier durchgehend gegeben, so das man eine Sichtung des Filmes keinesfalls bereuen dürfte.


Fazit:


Trotz fehlender Härte und dem Mangel an erotischen Szenen ist "Sieben Jungfrauen für den Teufel" ein absolut sehenswerter Giallo, der an diversen Stellen sogar ein wenig Humor enthält. Ich persönlich mag diesen Film äußerst gern und kann ihn nur jedem Fan wärmstens ans Herz legen.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Sa 2. Mär 2013, 16:23
von horror1966
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Spider City - Stadt der Spinnen
(Spiders)
mit Christa Campbell, Patrick Muldoon, William Hope, Jon Mack, Shelly Varod, Sydney Sweeney, Misha Dibono, Sarah Brown, Christian Contreras, Pete Lee Wilson, Atanas Srebrev, Jonas Talkington
Regie: Tibor Takacs
Drehbuch: Tibor Takacs / Dustin Warburton
Kamera: Lorenzo Senatore
Musik: Joseph Conlan
FSK 16
USA / 2012

Eine geheime russsische Raumstation stürzt mitten in New York ab. Bei der Suche nach Überlebenden in den Trümmern der U-Bahn Schächte stößt ein Forscherteam auf eine bisher unbekannte Spinnenart. Die Spinnen mutieren rasend schnell zu gigantischen, giftigen Achtbeinern. Als tausende dieser Monster die Schächte verlassen ist die ganze Stadt in Gefahr. Kann die intelligente, mörderische Rasse gestoppt werden?


Gute und ernstzunehmende Beiträge im Bereich des Spinnen-Horrors waren in den letzten Jahren eigentlich Mangelware, denn wenn einmal ein Film mit dieser Thematik auf den Markt kam, handelte es sich viel eher um filmischen Trash. "Spider City" von Tibor Takacs stellt nun einen Versuch da, den Tier-Horror mit dem SCI/FI Film zu kreuzen und streckenweise kann man diese Kombination durchaus als gelungen bezeichnen. Natürlich ist die Geschichte an sich ziemlich weit hergeholt, was jedoch gar nicht einmal als negativer Gesichtspunkt angesehen werden sollte. Auch die recht ernste-und phasenweise düstere Grundstimmung des Filmes ist ein untrügliches Zeichen dafür, das es sich hier keinesfalls um einen albernen Vertreter seiner Art handelt. Und so entwickelt sich dann auch ein nettes Szenario, dem es jedoch an einem ordentlichen-und konstanten Spannungsbogen mangelt, denn die Ereignisse sind doch eher vorhersehbar und auch nicht unbedingt mit etlichen Höhepunkten gespickt. Es fehlt dem Ganzen ein zündender Funke der auf den Zuschauer überspringt, was auch sicherlich in der Tatsache begründet ist, das man die possierlichen Krabbeltiere in der ersten Filmhälfte eher selten zu Gesicht bekommt.

Bis man mit wirklicher Action konfrontiert wird vergeht doch eine geraume Zeit, in der Takacs eher mühsam versucht, einem die Hauptfiguren näher zu bringen und um Sympathie für sie zu werben. Gleichzeitig wird ein Neben-Erzählstrang eingebaut der dem Zuschauer suggeriert, das die aufkommende Spinnen-Invasion in New York keinesfalls zufällig ist, sondern das es sich um eine Art Experiment handelt, das schon vor vielen Jahren stattgefunden hat. Der karge Erklärungsversuch ist zwar löblich, wirkt jedoch ziemlich an den Haaren herbeigezogen und lässt das Geschehen teilweise sogar etwas wirr erscheinen. Als positiv ist hingegen der Punkt anzusehen, das die zu Beginn noch kleinen Krabbler über ein enormes Wachstum verfügen und innerhalb kürzester Zeit zu wahren Monstern mutieren. In der zweiten Hälfte der Geschichte bekommt man dann auch das geboten was man im Prinzip schon von Beginn an sehen wollte, denn nun muss sich der Mensch mit überdimensional großen Achtbeinern auseinandersetzen, was zu einigen netten Kämpfen führt, die auch gut in Szene gesetzt wurden.

Und dennoch verhält es sich irgendwie komisch mit "Spider City", denn wirkliche Begeisterung kann die Inszenierung nur selten auslösen. Zu sehr wird die Familie des Haupt-Charakters Jason (Patrick Muldoon) in den Vordergrund gerückt und es dreht sich primär um die Rettung der 12-Jährigen Emily, die durch das Militär von ihren Eltern getrennt wurde. Und so tendiert das Ganze manchmal schon in die Richtung eines Familien-Dramas, wobei die eigentliche Kern-Thematik zu sehr in den Hintergrund gerät. Viel lieber hätte man doch Szenen gesehen, in denen die Bedrohung für die ganze Stadt zum Ausdruck kommt doch auch hier sind eindeutige Mankos zu erkennen. Spielt sich das Geschehen doch lediglich in einem abgeriegelten Abschnitt ab, wodurch der Schauplatz doch ziemlich überschaubar ist. Man sieht also das man hier Vieles hätte besser machen können, dennoch ist der Film insgesamt gesehen nicht so schlecht, wie sich das im ersten Moment eventuell anhört. Es handelt sich vielmehr um einen weiteren der unzähligen Beiträge, die nach der Sichtung in den unergründlichen Tiefen des Durchschitts-Bereiches verschwinden, ohne einen wirklich nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Letztendlich kann man sich "Spider City" durchaus einmal anschauen, ohne dabei von Zeitverschwendung zu sprechen. Die Erwartungshaltung des Zuschauers sollte jedoch von Beginn an nicht zu hoch angesiedelt sein, da der Film diese auf keinen Fall erfüllen kann. Zuviel Durchschnitt und mangelnde Spannung beeinträchtigen das Sehvergnügen doch ziemlich stark und auch das absolut vorhersehbare Ende trägt nicht unbedingt dazu bei, den Gesamteindruck sonderlich aufzuwerten. Dennoch eignet sich das Werk durchaus für einen gemütlichen Filmabend, bietet aber nicht das Erlebnis, das man sich eventuell versprochen hat.


Fazit:


Man hat in den letzten Kahren sicherlich weitaus schlechtere Vertreter des Spinnen-Horrors zu Gesicht bekommen, doch das erwartete Highlight stellt auch "Spider City" nicht dar. Immerhin handelt es sich aber endlich einmal um einen Film der zumindest über eine solide und ernste Grundstimmung verfügt, aber ansonsten weist die Story doch zu viele Defizite auf, als das man von einer gänzlich gelungenen Produktion sprechen könnte.


6/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 3. Mär 2013, 21:06
von horror1966
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Skyfall
(Skyfall)
mit Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Berenice Marlohe, Albert Finney, Ben Whishaw, Rory Kinnear, Ola Rapace, Helen McCrory, Nicholas Woodeson, Bill Buckhurst
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: Neal Purvis / Robert Wade / John Logan
Kamera: Roger Deakins
Musik: Thomas Newman
FSK 12
Großbritannien / USA / 2012

Auf der Jagd nach einer Liste von Undercoveragenten, die mit diesem Dokument enttarnt und in den sicheren Tod geschickt werden könnten, stürzt James Bond, von einer Kugel getroffen, in eine tiefe Schlucht. Von Freund und Feind für tot gehalten, hält sich 007 versteckt, bis ihn ein Bombenanschlag auf seinen Geheimdienst zum Handeln zwingt. So kehrt Bond zum MI6 zurück, kämpft gegen einen unbekannten Gegner, der nur ein Ziel kennt: Dem britischen Geheimdienst empfindlich zu schaden und dessen Chefin M zu töten.


Es gab wirklich einmal Zeiten, da konnte man es als Fann kaum aushalten, bis endlich das neueste Abenteuer mit dem legendären James Bond in die Kinos kam. Mittlerweile hat sich das jedoch auf meine Person bezogen total geändert, haben doch die heutigen Filme eigentlich gar nichts mehr an sich, was diese Film-Reihe immer so sehenswert gemacht hat. Schon mit der Verpflichtung von Pierce Brosnan für die Hauptrolle war ein leise schleichender Qualitäts-Verlust zu bemerken, doch seit Daniel Craig in die Rolle des Geheimagenten geschlüpft ist, kann man schon fast von einem erdrutschartigem Abfall sprechen. "Skyfall" offenbart sich nun als Beitrag, der im Prinzip alles vermissen lässt, was man an der Bond-Thematik doch immer so geschätzt hat und so bekommt man es mit einem äußerst lauen Agenten-Thriller zu tun, dessen dünne Geschichte zudem auch noch künstlich in die Länge gezogen wurde, um den Zuschauer länger als nötig zu quälen. Nicht nur, das Mr. Craig in meinen Augen die perfekte Fehlbesetzung darstellt und überhaupt nichts mehr vom damaligen Stil und Charme der ehemaligen Bond-Darsteller üräsentiert, auch sein Schauspiel kann zu keiner Zeit auch nur annähernd überzeugen.

OK, der Figur wurden nun menschliche Züge verliehen, indem dem guten Mann etliche Schwächen verliehen wurden, doch ehrlich gesagt will man das bei einer solchen Kult-Figur doch gar nicht sehen. 007 war docj immer der Gentleman-Agent im Dienst ihrer Majestät und die Auswahl der jeweiligen Darsteller für die Rolle war doch ein untrügliches Indiz dafür, das man den Charakter auch ein wenig überzogen ins Bild rücken wollte. Gutes Aussehen und ein leicht affektiertes Auftreten sind seit jeher ein absolutes Markenzeichen, was nun aber vollkommen entfällt. Mit Craig wird einem jetzt ein menschliches Wrack vor die Nase gesetzt, das hier einfach vollkommen fehl am Platz erscheint und rein gar nichts mehr mit der Figur zu tun hat, die einen über mehrere Jahrzehnte begleitet hat. Und so präsentiert sich auch der gesamte Film, der mit der guten alten Tradition absolut nichts mehr zu tun hat. Vorbei sind die Zeiten des Humors, die Dialoge enthalten keinerlei Wortwitz und wirklich spektakuläre Passagen braucht man erst gar nicht mehr erwarten. Manch einem mag das eventuell sogar besser gefallen und nicht wenige Leute werden diese Art von Film als viel realistischer ansehen, doch James Bond darf ganz einfach nicht realistisch sein, sondern sollte weiterhin die kurzweiligen Spektakel bieten, die man von ihm gewohnt ist.

In "Skyfall" jedoch hat 007 endgültig den letzten Rest seiner Seele verloren und meiner bescheidenen Meinung nach wurde hier eine Legende zu Grabe getragen. Bevor man weiterhin solch uninspirierte Szenarien mit einem fehlbestzten Daniel Craig auf den Weg bringt, sollte man lieber gar keinen weiteren Film auf den Markt bringen, der vielen alteingesessenen Fans einen weiteren Messerstich ins Herz setzen würde. Nach dem schon extrem schlechten "Casino Royale" hat man hier nun den absoluten Tiefpunkt erreicht, ich kann mich an keinen anderen Bondfilm erinnern der so wenig Spannung verbreitet hat wie die vorliegende Produktion. Vielmehr beinhaltet das Szenario etliche Längen und erscheint an vielen Stellen richtigehend ermüdend. Als Zuschauer hat man eigentlich nur den Wunsch, das die quälende Langeweile doch endlich ein Ende haben möge und nicht selten ertappt man sich bei dem Gedanken, das es doch das Beste wäre, wenn die Hauptfigur sterben würde, damit das Elend endlich ein Ende hat. Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht das ich einmal diesen Wunsch verspüren würde, doch diese Verfilmung zeigt ganz eindeutig auf, das die Figut James Bond wirklich ausgedient hat und schon längst ihre ureigensten Stärken verloren hat.

"Skyfall" ist nicht mehr und nicht weniger als ein extrem lauer Agenten-Thriller, der den Titel James Bond bicht einmal ansatzweise verdient. Eine Ikone des Films wird dermaßen demontiert das es einem fast schon in der Seele schmerzt. Und so sollten die Macher ein Einsehen haben und die reighe beerdigen, bevor man noch weitere vollkommen unnötige Werke auf den Markt bringt, die maximal bei Schlafstörungen des Betrachters eine willkommene Hilfe darstellen dürften. Doch ganz egal wie schlecht dieser Film ist, der größte Fehler war immer noch, die Rolle mit einem Daniel Craig zu besetzen, der ebenso überzeugend in der Rolle des Agenten erscheint, als wenn man Otto Waalkes den Rambo spielen lassen würde.


Fazit:


Wie schön waren doch die Zeiten, als Connery, Moore und Dalton noch auf Verbrecherjagd gingen und dabei mit Witz, Charme und Ausstrahlung agierten. Ausgestattet mit herrlichen Waffen und umgeben von den schönsten Frauen wurden die wahnwitzigsten Abenteuer überstanden, doch diese Zeiten sind anscheinend endgültig vorbei. Die Legende James Bond hat ihre Seele verloren und entpuppt sich mittlerweile als menschliches Wrack ohne jegliche Ausstrahlung und leider verhält es sich mit den Filmen nicht anders.


3/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 4. Mär 2013, 17:32
von horror1966
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Django Unchained
(Django Unchained)
mit Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo Di Caprio, Kerry Washington, Samuel L. Jackson, Walton Goggins, Dennis Christopher, James Remar, David Steen, Franco Nero, Don Johnson, James Russo
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
Kamera: Robert Richardson
Musik: keine Information
FSK 16
USA / 2012

Um den berüchtigten Brittle-Brüdern auf die Spur zu kommen, befreit der als Zahnarzt getarnte Kopfgeldjäger Dr. King Schultz einen Sklaven, der ihn auf den richtigen Weg führen kann: Die Brüder hatten ihm einst seine Frau Broomhilda entrissen und verschleppt. Schultz nimmt den Sklaven unter seine Fittiche, gibt ihm den Namen Django und bringt ihm den Umgang mit Waffen bei. Nachdem Django seinem Mentor geholfen hat, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach Broomhilda. Die Fährte führt in die Südstaaten, auf die Plantage Candyland, wo Calvin Candie mit Hilfe seines väterlichen Adlatus Stephen eine furchtbare Schreckensherrschaft ausübt.


Drei Jahre lang musste man sich gedulden, bis nach dem brillanten "Inglourious Basterds" der neue Streich von Kult-Regisseur Quentin Tarantino folgte. Dieses Mal führt einen der Meister des besonderen Films in ein Western-Drama und wie eigentlich immer wird auch dieser Film sicherlich nicht nur auf Begeisterung stoßen. Wer jedoch die Werke Tarantinos zu schätzen weiß, dürfte sich auch hier bestens aufgehoben fühlen, denn "Django Unchained" erzählt eine Geschichte, in der insbesondere die kompromisslose Art und Weise des Regisseurs auffällt, wenn es um die realistische Darstellung der Sklaverei geht. Schonungslos und unverhohlen kommt der Rassismus der damaligen Zeit zum Ausdruck, wobei sich dieser nicht unbedingt in expliziten Gewaltdarstellungen wiedergibt. Vielmehr sind es die vorhandenen Dialoge, die zwar einerseits von bissigem Wortwitz durchzogen sind, andererseits aber auch auf erschreckende Art die vorherrschenden Unterschiede zwischen den Rassen hervorhebt. Als kleines Beispiel dafür sei nur an die Passage erinnert, in der Di Caprio die Bedeutung der 3 kleinen Kerben im menschlichen Schädel erläutert und damit die Vorherrschaft des weißen Mannes hervorheben will. Doch nicht nur an dieser Stelle zieht Tarantino eine konsequente Linie durch, den der gesamte Film ist immer wieder mit unverhohlenem Rassismus angefüllt und zeichnet durch die immer gegebene Ernsthaftigkeit ein durchaus real erscheinendes Bild der Sklaverei, die hier gnadenlos angeprangert wird.

Dennoch enthält das Szenario auch jede Menge humorige Momente, die sich aus teils fast schon grotesker Situationskomik, hauptsächlich jedoch durch den größtenteils brillanten-und bissigen Wortwitz ergeben. Hier kommt man dann auch ganz automatisch zu den Darstellern, die allesamt einen guten Eindruck hinterlassen. Einige der Charaktere sollte man aber dennoch besonders hervorheben, da sie durch ihre Performances absolute Höhepunkte in diesem grandiosen Film setzen. Ob die Besetzung der Hauptrolle durch Jamie Foxx die beste Entscheidung war lasse ich dabei einmal dahin gestellt, denn für die Figur des Django hätte man auch sicher einen besseren Schauspieler finden können. Seine Leistung kann man zwar durchaus als gut bezeichnen, doch in etlichen Szenen fehlt es dem guten Mann doch ein wenig an Ausdruck und der nötigen Mimik, um einen gänzlich überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. Dafür wird man jedoch von 3 anderen Darstellern förmlich mit grandiosem Schauspiel zugeschmissen, wobei ich in der Einstufung von untern nach oben vorgehen möchte. Leonardo Di Caprio glänzt in der Rolle des bösartigen Plantagen-Besitzers und liefert eine äußerst glaubhafte Darstellung des Sklavenhalters, verblasst aber fast im Schatten eines genial auftrumpfenden Samuel L. Jackson, den man rein optisch auf den ersten Blick kaum erkennt. In der Figur des Verräters an seiner eigenen Rasse geht der Mime augenscheinlich regelrecht auf, wobei ihm die Spielfreude in jeder einzelnen Szene jederzeit anzumerken ist.

Übertroffen wird das Ganze lediglich von einem wieder einmal herausragendem Christoph Waltz, der nicht umsonst wieder den Oscar für den besten Nebendarsteller erhalten hat. Dabei hat man eigentlich durchgehend den Eindruck, das in seiner Person die eigentliche Hauptfigur des Filmes auszumachen ist, denn sein Schauspiel ist dermaßen einnehmend, das man als Zuschauer förmlich bei jedem von ihm gesprochenen Wort regelrecht an seinen Lippen hängt. Seine mit Foxx und De Caprio
ausgetauschten Dialoge sind das absolut Beste in einem Film, dem es nun wirklich nicht an Höhepunkten mangelt. Dazu zählen auch die vorhandenen Action-Passagen, auf die man jedoch zugegebenermaßen eine geraume Zeit warten muss. Entpuppen sich nämlich die ersten gut 90 Minuten hauptsächlich dialoglastig und offenbaren nur einige wenige Action-Szenen, so lässt es Tarantino in der letzten Stunde dann so richtig krachen. Nun kann man sicherlich darüber streiten, ob man die Action etwas besser hätte verteilen können, doch das unglaublich furiose Finale des Szenarios entschädigt dafür alle, die genügend Geduld bewisen haben. Davei erstreckt sich der Showdown über gut 45 Minuten, in denen aus dem Vollen geschöpft wird. Das Tempo und der Blutgehalt des Werkes schießen in schwindelerregende Höhen und es entwicklet sich fast schon eine Art blutige Schlachteplatte, die auch jedem Horrorfilm zur Ehre gereichen würde. Die Kamera hält dabei immer voll drauf und bietet dem Betrachter so ein phasenweise derbes Gemetzel, das einfach nur einen Heidenspaß bereitet.

Manch einer mag sich wieder einmal darüber ereifern, das "Django Unchained" zu dialoglastig geraten ist und die Action dafür zu kurz kommt. Meiner meinung nach ist hier jedoch genau die richtige Mischung gefunden worden und auch die Laufzeit von über 150 Minuten halte ich für durchaus angemessen. Die von einigen zitierten langatmigen Phasen konnte ich persönlich nicht feststellen, da die zeit bei diesem extrem jurzweiligem Filmvergnügen förmlich wie im Flug vergeht. Für mich hat ein Quentin Tarantino einmal mehr eindrucksvoll unter Beweise gestelllt, das seinen geschichten immer etwas Besonderes beiwohnt, auch wenn seine Gegner das ganz bestimmt vollkommen anders sehen werden. Der Mann polarisiert und das tun seine Filme auch. Für uns Zuschauer bedeutet das immer wieder herrlich viel Diskussionsstoff und Geschichten, denen das Flair des Außergewöhnlichen beiwohnt.


Fazit:


Mich persönlich konnte "Django Unchained" absolut überzeugen, handelt es sich doch einmal mehr um ein grandioses Werk aus der Tarantino-Schmiede, die in regelmäßigen Abständen Filme herausbringt, die immer wieder für Diskussionsstoff sorgen. Eine großartig agierende Darsteller-Riege unter der Führung des alles überstrahlenden Christoph Waltz sorgt für jede Menge Höhepunkte, die man gar nicht alle aufzählen kann. Wunderbare Dialoge und ein überragender Showdown setzen dem Ganzen die Krone auf und lassen einen letztendlich zu einem äußerst guten Gesamteindruck gelangen.


9/10