Fear(s) of The Dark
Spinnen, medizinische Nadeln, bellende Hunde und unerklärliche Geräusche.... die Menschheit kennt viele Dinge, die Unbehagen oder gar Angst auslösen und vor allem die Dunkelheit sorgt für erhöhtes Angstgefühl. Vier gruselige Episoden über diese Ängste umrahmt von zwei (!) losen Rahmenhandlungen aus der Feder oder Rechner von sechs renommierten Comic-Zeichern und/oder Grafikern bietet der französische Episoden-Animations-Horror "Peur(s) du noir" und liefert vor allem optisch beeindruckende Ergebnisse...
Interessanter, aber nicht gänzlich geglückter Animations-Episoden-Horror, bei dem aufgrund der Macher auch die Form über dem Inhalt stellt. Größtenteils in kontrastreichen Schwarz/Weiß inszeniert bietet der "Fear(s) in the Dark" dann auch beeindruckende Bilder, die Kinnladen reihenweise nach unten klappen lassen. Leider sind die Geschichten hingegen ja nicht sonderlich originell wie die teils experimentielle Optik und auch die Tatsache, dass Episode zwei durch die beiden Rahmenhandlungen unterbrochen ist, wirkt wenig geglückt. Episode 1 erinnert an Kafkas "Die Verwandlung", Teil 2 geht in Richting Anime. Teil 3 ist eher spooky und vor allem die letzte Episode über ein verwunschenes Haus ist schlichtweg sensationell. Lief auch erfolgreich auf diversen Festivals und wer diese Art von Kurzfilmen mag, ist mit "Peur(s) du noir" jedenfalls bestens bedient. I like!
YellowBrickRoad
Ein Satz mit X - das war wohl nix. Keine Ahnung, was der Streifen sein möchte, aber statt Outdoor-Horror oder gruseliger Stimmung gibt es zuerst lähmend-langweilige Lagerfeuer-Romantik mit anschließenden Gemeinschafts-Paranoia, die so unmotiviert, konstruiert und unglaubwürdig um die Ecke biegt, dass man sich wirklich fragen muss, wer diesen Mumpitz den Machern auch tatsächlich abkaufen möchte. Positiv sind sicherlich die Darsteller und die Locations hervorzuheben, aber aus der interessanten Grundidee und den Paralellen zu "The Wizard of Oz" wird leider rein gar nichts gemacht und der Zuschauer neben lahmen Erzähltempo auch noch mit haarsträubenden Entwicklungen konfrontiert, die so gar keinen Sinn ergeben möchten. Jedes Mal, wenn die Sache etwas in Fahrt kommt, wird das Tempo wieder rausgenommen, sodass selbst jeder Nachmittags-Waldspaziergang verstörender daherkommt.
Die Katze
Sauspannender und packender Thriller über eine Geiselnahme mit Götz George und anderen bekannten Gesichtern der deutschen Fernsehlandschaft, die sich hier ein gelungenes Stelldichein geben. Unter der Leitung von Dominik Graf wird hier nach einem Kickstart nahezu in Echtzeit und aus unterschiedlichsten Perspektiven ein zweistündiges Feuerwerk von psychischer Gewalt, Lügen und Intrigen abgefackelt, das es nur so kracht. Für mein Empfinden hätte die ganze Geisel-Sause zwar durchaus noch etwas härter hätte ausfallen können, aber auch so zählt "Die Katze" sicherlich zu den besten Filmen zählt, die ich in letzter Zeit gesehen hab. Die unvorhersehbare Geschichte voller skrupelloser Figuren ist jedenfalls sehr flott erzählt, überrascht durch zahlreiche Wendungen, hat keinerlei Längen und bringt die klaustrophobische Stimmung der handelnden Personen perfekt auf den Bildschirm. Sehr verwunderlich, dass es zu dem Streifen ja bislang nicht mal einen Fred gab. Hammer!