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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 23. Jan 2013, 17:52
von horror1966
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Glam Gore
(Last Caress)
mit Julie Baron, Guillaume Beylard, Elina Camels, Antony Cinturino, Michel Coste, Agathe Daviron, Yannis El Hadji, Aurelie Godefroy, Ioanna Imbert, Anna Naigeon, Rurik Salle, Elisa Toro
Regie: Francois Gaillard / Christophe Robin
Drehbuch: Francois Gaillard
Kamera: Anna Naigeon
Musik: keine Information
ungeprüft
Frankreich / 2011

Eine kleine Gruppe verbringt ein Lust-orientiertes Wochenende in einem vom Familien-Fluch gesegnetem Herrenhaus, in dem sich ein sadistischer, rücksichtsloser Killer aufhält. Sie ahnen nicht, welch grausame Welle verstümmelnder Gewalt dort auf sie lauert .


So kurz und knapp wie die Inhaltsangabe offenbart sich die Geschichte dieses Filmes auch wirklich. Wenn man es ganz genau nimmt könnte man sogar behaupten, das ein Drehbuch für die Abläufe im Prinzip gar nicht nötig war, da die Rahmenhandlung locker auf einem halben Bierdeckel notiert werden kann. So sollte man also keinesfalls höhere Ansprüche an inhaltlichen Tiefgang hegen, doch dafür ist "Glam Gore" auch überhaupt nicht ausgelegt. Vielmehr soll es eine Hommage an das italienische Genre-Kino und an den Gialli im speziellen sein und wenn man ehrlich ist, heben die Macher des Werkes das auch sehr gut hinbekommen. Dennoch unterscheidet sich die Story von den üblichen Genre-Vertretern ganz erheblich, bekommt der Zuschauer hier doch nicht das ansonsten vorhandene Ratespiel geboten, in dem die Identität des Killers zumeist bis kurz vor dem Ende im Dunkeln gehalten wird. "Glam Gore" präsentiert den Killer gleich zu Beginn, was natürlich für den dramaturgischen Spannungsaufbau nicht sonderlich hilfreich ist und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das die Ereignisse zu keiner Zeit wirkliche Spannung beinhalten.

Und so erscheint das Ganze dann doch streckenweise vielmehr wie ein äußerst harte-und blutiger Slasher, der aber dennoch ganz eindeutige Züge des Gialli erkennen lässt, die sich hauptsächlich durch die Kamerafahrten, den passenden Score und vor allem in dem kräftigen Spiel mit den Farben erkennen lassen. Zudem gibt es zum Ende hin sogar einige Szenen zu sehen, die ganz offensichtlich aus Sergio Martino's "Torso - Die Säge des Teufels" von 1973 stammen. Kenner des Sub-Genres werden die dementsprechenden Passagen sofort erkennen, so das ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen möchte, um niemandem die Spannung zu nehmen. Im Mittelpunkt des Szenarios stehen jedoch ganz eindeutig die vorhandenen Effekte und bei diesem Aspekt haben sich die Macher nun wirklich nicht lumpen lassen. Freunden der harten Gangart wird regelrecht das Herz aufgehen, denn bei einer Laufzeit von gerade einmal knapp 71 Minuten bekommt man eine ganze Menge Kunstblut und sehr harte SFX zu Gesicht.

Nun sollte man den Film aber nicht ausschließlich über die vorhandene Härte definieren, denn das würde "Glam Gore" nicht ganz gerecht werden. Die Kameraarbeit ist ganz vorzüglich und auch die Location hinterlässt bei einem das Gefühl, das man es mit einem recht gelungenem Neo-Giallo zu tun hat. Dafür spricht insbesondere das Farbenspiel, wobei die Farben Gelb, Blau-und Rot ganz klar den Ton angeben. Hätte man jetzt auch noch die Geschichte etwas besser gestaltet, dann würde sich ein fast schon überragendes Gesamtbild ergeben, so aber bleibt doch das nicht unerhebliche Manko einer fast gänzlich fehlenden Geschichte, von der eine gewisse Faszination ausgeht. Wenn man das berücksichtigt und sich nicht weiter daran stört wird man vom Rest des Werkes begeistert sein. Die beiden Regisseure Francois Gaillard und Christophe Robin haben nämlich eine ganze Menge richtig gemacht und lediglich in inhaltlicher Hinsicht viel zu wenig präsentiert, ansonsten aber einen absolut überzeugenden Film geschaffen, an dem man seine helle Freude haben kann.

Selbst das kaum vorhandene Schauspiel der Akteure wirkt nicht weiter störend, denn sämtliche Schauspieler dienen im Prinzip nur als Opfer. Charakter-Beleuchtungen oder großartige Dialoge sind nicht zu erwarten, dafür sterben die Personen äußerst überzeugend. Die Kills an sich sind streckenweise extrem hart dargestellt und die Kamera hält dabei auch jederzeit voll drauf, so das man letztendlich wirklich nicht meckern kann.


Fazit:


"Glam Gore" ist im Endeffekt durchaus als Hommage an das Cinema Italiano anzusehen, lediglich von der Rahmenhandlung her hätte man weitaus mehr bewerkstelligen können. Alle anderen Merkmale kommen sehr gut zum Ausdruck, so das der Film für Genre-Liebhaber absolut eine Sichtung wert ist.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 24. Jan 2013, 15:56
von horror1966
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The Innkeepers - Hotel des Schreckens
(The Innkeepers)
mit Sara Paxton, Pat Healy, Alison Bartlett, Jake Ryan, Kelly McGillis, Lena Dunham, George Riddle, Brenda Cooney, John Speredakos, Sean Reid, Kurt Venghaus, Thomas Mahoney, Michael Martin
Regie: Ti West
Drehbuch: Ti West
Kamera: Eliot Rockett
Musik: Jeff Grace
keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Am letzten Wochenende, bevor das Yankee Pedlar Inn geschlossen werden soll, beschließen die Angestellten Claire und Luke, Beweise für einen angeblichen Geisterspuk zu finden. Dabei lernen die Spätzwanziger einen der letzten Gäste des Hotels kennen, die in die Jahre gekommene Fernsehschauspielerin Leanne Rease-Jones, die offenbar das zweite Gesicht besitzt und dem Paar bereitwillig bei seinen Recherchen hilft. Mehr und mehr stellt sich heraus, dass Leanne über mehr verfügt als nur telepathische Fähigkeiten.


Gruselfilme mit der Haunted House Thematik gibt es wie Sand am Meer und so sollte man auch beim neuesten Werk von Ti West (The House of the Devil) keinesfalls erwarten, das man hier das Rad neu erfindet. Doch was der Regisseur hier auf die Beine gestellt hat, ist so ziemlich das Beste, was das Sub-Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Dabei beginnt die Geschichte im Prinzip eher etwas belanglos und in den ersten gut 30 Minuten überkommt einen nicht unbedingt das Gefühl, das einen ein echter Grusler erwartet. Eine dezente Einführung der Charaktere und 2-3 kleine Schockmomente die aber nichts mit dem später aufkommenden Horror zu tun haben sorgen nicht gerade für eine hohe Erwartungshaltung beim Zuschauer. Und ehrlich gesagt ist das auch gut so, denn West versucht wohl vollkommen beabsichtigt einen etwas einzuschläfern, damit das Szenario danach seine volle Wirkung entfachen kann.

Genau dieser Fall tritt dann auch ein, denn nach der eher banalen Einführung in das Geschehen entfaltet sich immer mehr der subtile und unterschwellig auftretende Horror, der einmal mehr mit minimalstem Einsatz erzeugt wird, aber eine maximale Wirkung hinterlässt. Hat man schon während der Einführungs-Phase trotz mangelnder Ereignisse deutlich gespürt das etwas sehr Unheilvolles in der Luft liegt, so geht "The Innkeepers" nun so richtig in die Vollen. Ein herausragender dramaturgischer Spannungsaufbau und eine stetig dichter werdende Grundstimmung sorgen für das perfekte Grusel-Erlebnis, das einem immer mehr unter die haut kriecht und für so manche Gänsehaut Sorge trägt. Ob man es will oder nicht, man erliegt fast automatisch der von den Ereignissen ausgehenden Faszination und kann dabei nicht leugnen, das man phasenweise selbst ein Teil der Geschichte wird. Gezielt eingesetzte Schockmomente und herrlich bedrohliche Passagen erzeugen ein Gefühl, als wenn man selbst den Geheimnissen des alten Hotels auf den Grund gehen würde.

Wie schon bei "The House of the Devil" stellt Ti West einmal mehr unter Beweis, das man nicht immer Härte oder ein Effekt-Gewitter benötigt, um den Betrachter in einen wahren Bann zu ziehen. Die einfachsten Zutaten sind hier vollkommen ausreichend, um einen in den sogartigen Strudel der Ereignisse zu ziehen, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Enorm wichtig für die Intensität des Geschehens sind jedoch auch die darstellerischen Leistungen und besonders die junge Sara Paxton in der Rolle der Claire liefert hier eine nahezu brillante Performance ab. Aber auch die in die Jahre gekommene Kelly McGillis kann mit einer überzeugenden Leistung aufwarten, so das sich einem authentische-und sehr glaubwürdige Leistungen offenbaren, die das von Haus aus schon gute Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwerten. West hat hier wirklich wieder eine echte Grusel-Granate auf den Weg gebracht die alles beinhaltet, was Filme dieser Art so absolut sehenswert macht.

Letztendlich ist die hohe Alterseinstufung für manch einen eventuell etwas irreführend, denn nicht wenige werden sicherlich einen harten Horrorfilm erwarten. Mit dieser Erwartungshaltung wäre man aber auf dem vollkommen falschen Dampfer, denn sonderliche Brutalitäten sind absolute Mangelware. Gorehounds werden also nicht auf ihre Kosten kommen, dafür dürften jedoch die Freunde des Haunted House Horrors regelrecht begeistert sein. "The Innkeepers" braucht sich meiner persönlichen Meinung nach auch hinter Klassikern des Genres nicht zu verstecken und wer ein Faible für den Gruselfilm hat, sollte sich dieses grandiose Werk auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen.


Fazit:


Schon "The House of the Devil" hat mir sehr gut gefallen und mit seinem neuesten Werk knüpft Ti West nahtlos an dessen Klasse und Niveau an. Ein Film-Erlebnis, das eine ungeheure Intensität entfacht und das man sich am besten in der Nacht anschauen sollte, da die herausragende Atmosphäre dann noch weitaus besser zur Geltung kommt.


8,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 27. Jan 2013, 16:10
von horror1966
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The Expendables 2
(The Expendables 2)
mit Sylvester Stallone, Jason Statham, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger, Chuck Norris, Jean-Claude Van Damme, Jet Li, Dolph Lundgren, Terry Crews, Randy Couture, Scott Adkins, Nan Yu, Amanda Ooms
Regie: Simon West
Drehbuch: Richard Wenk / Sylvester Stallone
Kamera: Shelly Johnson
Musik: Brian Tyler
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Die Expendables haben einen neuen Auftrag! Barney Ross, Lee Christmas, Yin Yang, Gunnar Jensen, Toll Road, Hale Caesar, Billy the Kid und Maggie werden von Mr. Church für einen Job engagiert, der nach leicht verdientem Geld aussieht. Doch der Plan geht schief und einer der furchtlosen Söldnertruppe wird brutal ermordet. Getrieben vom Drang der Vergeltung brechen die Expendables in feindliches Gebiet ein und stehen einem gefährlichen und brutaleren Feind gegenüber als sie erwartet hatten. Doch getrieben vom Drang nach Vergeltung zieht die Truppe eine Schneise der Verwüstung hinter sich her und wird am Ende weit mehr als ‚nur‘ ihren Bruder rächen...


Schon der Cast dieser Fortsetzung liest sich wie das Who is Who des Action-Genres, sind doch dieses Mal noch mehr Action-Ikonen am Start, als es beim ersten Teil der Expendables der Fall war. So schnellen die Erwartungen des Zuschauers wohl auch schon im Vorfeld mächtig in die Höhe und man erwartet fast zwangsweise eine Steigerung des Ganzen. Welcher der beiden Filme denn nun der Bessere ist liegt wie immer im Auge des Betrachters, auf jeden Fall aber ist das Werk von Simon West ein absolut würdiger Nachfolger, der durchgehend grandiose Unterhaltung anbietet. Allein die ersten gut 20 Minuten beinhalten ein wahres Action-Feuerwerk, so das eine ansonsten manchmal übliche und eher ruhige Einführungsphase gänzlich entfällt, da die Geschichte von der ersten Minute an in die Vollen geht. Wie schon im Vorgänger ist es auch hier ganz ausgezeichnet gelungen, eine exzellente Mixtur aus knalliger Action und jeder Menge Humor zu finden, genialer Wortwitz und herrliche Situationskomik geben sich dabei die Klinke in die Hand. So erfreut man sich bei den vorhandenen Dialogen beispielsweise an etlichen kleinen Anspielungen, die diverse Filme der versammelten Superstars betreffen. Das sorgt dafür, das die Geschehnisse trotz einer gewissen Ernsthaftigkeit immer einen leicht ironischen Unterton beinhalten, der dem ganzen insgesamt gesehen sehr gut zu Gesicht steht.

Bei einer solch prominenten Darsteller-Riege ist es selbstverständlich enorm schwer, jedem die dementsprechenden Spielanteile zu geben, so das einige der Heroen etwas seltener im Bild zu sehen sind. Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger nehmen wie schon in Teil 1 eher Nebenrollen ein, die jedoch dieses Mal ein wenig größer ausfallen, was man letztendlich als sehr positiven Aspekt betrachten kann. Die beiden Neulinge Van Damme und Chuck Norris haben nun auch nicht unbedingt die Möglichkeit sich extrem in den Vordergrund zu spielen, nehmen aber dennoch einen nicht unwichtigen Part in der Geschichte ein. Wie dem aber auch sei, es ist eine wahre Pracht, diese ganzen alten und aktuellen Action-Heroes am Start zu sehen und man merkt auch ziemlich schnell, das insbesondere die alten Hasen noch nichts verlernt haben, sondern in einigen Belangen sogar äußerst gereift erscheinen. Diesen Punkt möchte ich hauptsächlich auf Stallone und Lundgren beziehen, die in fortgeschrittenem Alter besser denn je agieren und vor allem im Bezug auf den Humor eine sensationelle Performance abliefern.

Die etlichen coolen Sprüche und ganz besonders die Fähigkeit sich auch selbst nicht so ganz ernst zu nehmen ist ein absolutes Markenzeichen des Filmes und lässt das Szenario noch sympathischer erscheinen, als es schon von Haus aus der Fall ist. Doch was wäre der ganze Wortwitz wert, wenn er nicht wie schon im ersten Teil mit den genialen Action-Passagen in Verbindung stehen würde, die Simon West in großem Maße eingebaut hat? Natürlich beinhalten die Ereignisse auch ihre etwas ruhigeren Phasen, aber wenn es dann zur Sache geht, geschieht dies auf eine Art und Weise, die jedem Fan das Herz höher schlagen lässt. Das es dabei streckenweise recht unglaubwürdig und vollkommen überzogen zur Sache geht steht außer Frage, ist aber keinesfalls als negative Kritik zu bewerten. Denn sein wir doch einmal ehrlich, genau ein solches Spektakel erwartet man sich doch von einem Film, der mit Stars nur so gespickt ist. Hier steht ganz eindeutig der Unterhaltungswert im Vordergrund und nicht die Frage, ob das Szenario einem auch glaubhafte Bilder präsentiert. Und so offenbaren sich dem Betrachter dann auch die waghalsigsten Stunts, die wildesten Schießereien und zudem auch noch etliche Nahkämpfe, die äußerst gut in Szene gesetzt wurden.

Letztendlich präsentiert sich "The Expendables 2" als der Film, den man sich als Fan des Genres erhoffen durfte. Eine Ansammlung der größten Genre-Lieblinge, die im Zusammenspiel ganz einfach grandios miteinander harmonieren. Eine tiefgehende Story sollte man selbstverständlich nicht erwarten, aber immerhin handelt es sich um eine solide Rahmenhandlung, die absolut ausreichend erscheint. Die für diesen Film wichtigen Zutaten sind dafür im Überfluss vorhanden und ergeben eine explosive und witzige Mischung, an der man sich einfach nur erfreuen kann. In Sachen Qualität steht das Werk von Simon West seinem Vorgänger in rein gar nichts nach und stellt eine absolute Empfehlung für jeden Genre-Fan dar. Das Hero Pack von Splendid beinhaltet zudem einige Zugaben, so kann man sich nicht nur über einen Aufkleber, sondern auch über ein Magnet-Cover, 12 Charakter-Karten und einen Stoff-Banner (119 X 61) der Expendables freuen.


Fazit:


Meine ziemlich hohen Erwatungen in diesen Film haben sich auf der ganzen Linie erfüllt, so das ich eine unbedingte Empfehlung für diesen Action-Kracher aussprechen kann. Ein Feuerwerk der guten Laune, das mit sehr viel Humor und brillanter Action genau das bietet, was das Genre so sehenswert macht.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 27. Jan 2013, 19:24
von horror1966
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Der Blade Runner
(Blade Runner)
mit Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos, M. Emmet Walsh , Daryl Hannah, William Sanderson, Brion James, Joe Turkel, Joanna Cassidy, James Hong, Morgan Paull
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Hampton Fancher / David Webb Peoples
Kamera: Jordan Cronenweth
Musik: Vangelis
FSK 16
USA / 1982

Wir schreiben das Jahr 2019: Vier gentechnologisch hergestellte Menschen, sogenannte "Replikanten", proben den Aufstand. Sie maßen sich an, ihre auf vier Jahre festgesetzte Lebensfrist verlängern zu lassen. Ihr Pech, dass Blade Runner Deckard (Harrison Ford) auf sie angesetzt ist. Er ist ein abgebrühter Profi, wenn es darum geht, Replikanten aufzuspüren und zu vernichten. Im verregneten Los Angeles der Zukunft macht er sich auf die Jagd...


Bisher zählte Ridley Scott's Werk für mich persönlich immer zu den am meisten überbewerten Filmen, konnte ich doch nie die Genialität dieses SCI/FI Filmes erkennen, die von vielen Leuten so gepriesen wird. Zu keiner Zeit wollte ein wirklicher Funke überspringen und sich eine Faszination offenbaren, die mich wirklich in ihren Bann ziehen konnte. Nach nunmehr über einem Jahrzehnt habe ich eine neuerliche Sichtung gewagt und muss ganz ehrlich eingestehen, das ich diesen unumstrittenen Klassiker des Genres nun mit ganz anderen Augen sehe, was mich ehrlich gesagt doch äußerst positiv überrascht hat. Zwar bin ich noch immer der Meinung, das die Geschichte durchaus ihre Längen hat und man in dieser Beziehung durchaus mehr hätte bewerkstelligen können, aber dafür ist es hauptsächlich die visuelle Darstellung des Szenarios, die dieses Mal eine fast schon hypnotische Wirkung auf mich ausgeübt hat.

Es handelt sich um eine extrem trostlose Welt die sich einem hier präsentiert, der vollkommen überbevölkerte Moloch Los Angeles scheint im Jahre 2019 fast zu explodieren. Die dunkle Optik des Szenarios und ein ständig anhaltender Dauerregen vermitteln dem Zuschauer ein äußerst beklemmendes Gefühl, das sich wie eine zentnerschwere Last auf die eigenen Schultern legt und einen dabei fast zu erdrücken scheint. Die Geschehnisse hinterlassen einen fast schwermütigen Zustand und man fühlt sich im Prinzip durchgehend wie narkotisiert und entmutigt, scheint in dieser Welt doch lediglich Trostlosigkeit und Tristesse vorzuherrschen. Die Jagd nach den Replikanten gerät aufgrund der visuellen Schwermut fast völlig in den Hintergrund, so das man seinen Blick vornehmlich auf die futuristische Optik des Szenarios legt, die einem fast schon in einen Zustand der Depression versetzt.

Bei diesem Aspekt hat Ridley Scott nun wirklich ein Meisterwerk geschaffen, denn mir fällt auch auf Anhieb kein anderer Film ein, der einen durch seinen Look so sehr beeinflusst, wie es bei "Blade Runner" ganzzeitig der Fall ist. Das dabei die Geschichte an sich nicht mehr als einen Nebenschauplatz einnimmt erscheint einem nach einer gewissen Zeit fast unwesentlich, viel zu sehr wird man von der deprimierenden Ausstrahlung des Filmes eingenommen. Dennoch sollte man an dieser Stelle nicht die darstellerische Leistung eines Harrison Ford vergessen, der in der Rolle des Blade Runner's Deckard eine tolle Performance abliefert. Dabei handelt es sich wohl um eine für den weiteren Verlauf seiner Karriere wichtigsten Rollen, denn trotz etlicher Serien-und Filme vorher kann man diesen Film wohl als endgültigen Karriere-Schub des Weltstars ansehen. Insbesondere die Tatsache, das Ford hier nicht als glorifizierter Held, sondern vielmehr als normaler Mensch mit Stärken und Schwächen dargestellt wird, sorgt für einen enormen Sympathie-Bonus beim Zuschauer und stellt gleichzeitig den einzigen Sonnenstrahl in einem ansonsten düsteren Geschehen dar.

Im Endeffekt ist "Blade Runner" hauptsächlich ein visuelles Highlight, lässt jedoch im Bezug auf die vorhandene Geschichte einige Wünsche offen. Dennoch kann ich mittlerweile den Kultstatus dieses Werkes besser nachvollziehen und habe es auch in mein Herz geschlossen. Hätte man den Inhalt noch ein wenig interessanter gestaltet, wäre ganz sicher ein perfektes Gesamtbild entstanden, so aber sollte man doch ein wenig mit der Punktzahl heruntergehen. Letztendlich handelt es sich aber auf jeden Fall um einen absolut sehenswerten Genre-Beitrag, dessen Bildgewalt einen die ganze Zeit über in Beschlag nimmt und die über kleinere Mankos hinwegtäuscht.


Fazit:


Auch wenn mich "Blade Runner" wohl niemals gänzlich überzeugen wird, hat der Film eine faszinierende und erdrückende Faszination, der man sich unmöglich entziehen kann. Die Tristesse der Ereignisse vereinnahmt einen dabei so sehr, das es eine ganze Zeit lang dauert, bis das Gesehene so richtig sacken kann.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 20:22
von horror1966
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Das Syndikat
(La Polizia ringrazia)
mit Enrico Maria Salerno, Mariangela Melato, Mario Adorf, Franco Fabrizi, Cyril Cusack, Laura Belli, Jürgen Drews, Corrado Gaipa, Giorgio Piazza, Ezio Sancrotti, Piero Tiberi, Diego Reggente, Ada Pometti
Regie: Steno
Drehbuch: Steno / Lucio De Caro
Kamera: Riccardo Pallottini
Musik: Stelvio Cipriani
FSK 16
Deutschland / Frankreich / Italien / 1972

Italien in den frühen Siebzigern. Es sind raue Zeiten, und raue Zeitgenossen treiben ihr Unwesen auf den Strassen Roms.Oftmals werden von der Polizei gefasste Verbrecher aufgrund von Beweismangel und geschickten Verteidigern wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei einem Überfall erschießen zwei Ganoven unschuldige Passanten. Mario Bertone, Hauptkommissar des römischen Morddezernats, tappt erstmals auf der Suche nach den brutalen Tätern im Dunkeln. Während er unbeirrt seiner Arbeit nachgeht, erscheint nachts plötzlich eine mysteriöse Gruppe auf den Straßen der Metropole. Ihr Ziel ist es, die von der Justiz freigelassene Verbrecher auf bestialische Art und Weise zu exekutieren …


Einmal mehr bekommt man es bei vorliegendem Film mit einer wahren Perle des italienischen Kinos zu tun, zudem ist "Das Syndikat" auch noch maßgebend für alle weiteren Vertreter des Poliziesco, die sich offensichtlich an vorliegender Geschichte orientiert haben. Nun mag es ganz sicher härtere Vertreter des Sub-Genres geben, doch ist das Werk von Steno meiner Meinung nach eine der besten Gesamt-Kompositionen, die mir bisher vor die Augen gekommen sind. Die Story ist gut durchdacht, intelligent und wirft einige brisante Fragen auf, die sich im Grunde genommen durch den Inhalt selbst beantworten. Die Kriminalität in Italiens Hauptstadt Rom nimm immer stärkere Ausmaße an und die Polizei steht dem Verbrechen fast hilflos gegenüber, da die meisten Täter vor Gericht immer wieder mit einem blauen Auge davonkommen. Kein Wunder also, das die Beamten einer Ohnmacht nahe sind und von Verbrechern sowie schleimigen Winkel-Advokaten fast schon ausgelacht werden. Es ist ganz besonders dieser Aspekt, der hier ganz hervorragend herausgearbeitet wird und immer wieder die Frage aufwirft, wie man die vorherrschende Situation ändern könnte. Eine mögliche Antwort wird auch sogleich mitgeliefert, denn ein ominöses Syndikat macht es sich zur Aufgabe, die freigesprochenen Verbrecher Roms ihrem Schöpfer zuzuführen und so finden mit der Zeit immer mehr Hinrichtungen statt, bei denen kurzer Prozess mit den Tätern gemacht wird.

Dabei wird der Zuschauer nun mit seinen eigenen moralischen Grenzen konfrontiert, denn auch wenn man kaum Mitleid mit den Getöteten empfinden kann, ist die Thematik der Selbstjustiz doch immer wieder ein zweischneidiges Schwert, das man definitiv nicht gut heißen kann. Nicht weiter verwunderlich also, das man dem Gesehenen emotional sehr zwiespältig gegenübersteht und sich mehr als einmal selbst die Frage stellt, wie man in einer solchen Situation reagieren würde. Regisseur Steno hat auch bei dieser Kehrseite der Medaille die Thematik äußerst gut in Szene gesetzt, spaltet man sich doch selbst im Lager der Polizei in 2 verschiedene Lager. Der verantwortliche Inspektor Bertoni ist der pflichtgetreue Beamte, der sich trotz seiner Hilflosigkeit immer an die Buchstaben des Gesetzes hält, doch auf der anderen Seite gibt es genügend Mitarbeiter die der Meinung sind, das man das Syndikat sogar unterstützen sollte. Vom rein menschlichen Standpunkt aus gesehen kann man diese Haltung sogar nachvollziehen, andererseits beinhaltet diese Sichtweise auch einen extrem bitteren Beigeschmack. Um das Ganze wirklich nachvollziehen zu können, muss man sich selbst ein Bild von dem erstklassigen Szenario machen, das von der ersten bis zur letzten Sekunde absolut herausragende Film-Kost anbietet, die einen auch nachhaltig berührt. Es handelt sich um keinen Film, den man einfach mal so nebenbei schauen sollte, denn hier sollte man eine Sichtung in aller Ruhe vornehmen, damit das Geschehen auch seine volle Intensität entfalten kann.

Und diese ist nicht gerade niedrig, denn die glaubwürdig umgesetzten Ereignisse ziehen den Betrachter in einen wahren Strudel aus Verbrechen und Brutalität, aus dem es augenscheinlich kein Entkommen gibt. Man wird selbst zu einer Art Spielball des Geschehens und kann sich gedanklich äußerst gut mit der Situation auseinandersetzen. Handelt es sich doch um eine extrem authentisch erscheinende Ansammlung von Abläufen, die in dieser Form alles andere als realitätsfremd rüberkommt und in etlichen Passagen vielmehr wie ein erschreckender Tatsachenbericht erscheint. Darum hat mir persönlich auch die Tatsache am besten gefallen, das man fast gänzlich auf visuelle Gewaltdarstellungen verzichtet hat, denn bis auf ganz wenige Ausnahmen gestaltet sich die Geschichte vollkommen blutarm. Es verhält sich fast wie bei einer Nachrichtensendung, in der einem bestimmte Dinge verbal serviert werden, bei denen man jedoch darauf verzichtet, auf visuelle Details zurückzugreifen. Stellt das für manch einen eventuell einen Schwachpunkt dar oder der Film wird gar als zu weich empfunden, so möchte ich an dieser Stelle auf jeden Fall widersprechen. Die Vorstellungskraft wird nämlich sehr stark in Gang gesetzt und dadurch erscheint das Ganze meiner Meinung nach noch viel härter und intensiver. Streckenweise ist man psychisch gesehen richtig mitgenommen, da der eigenen Vorstellung nun einmal keinerlei Grenzen gesetzt sind. Und so bin ich letztendlich zu dem Entschluss gelangt, das Regisseur Steno mit "Das Syndikat" ein wahres Meisterwerk geschaffen hat, das in wirklich jeder Beziehung zu überzeugen weiß.

Abschließend sollte man auf keinen Fall versäumen, auf das grandiose Schauspiel der Akteure hinzuweisen, denn die Story ist selbt in den kleinsten Nebenrollen absolut perfekt besetzt. Neben den brillant aufspielenden Hauptdarstellern Enrico Maria Salerno (Bertoni) und Mario Adorf (Staatsanwalt Ricciuti) kann selbst ein ansonsten singender Jürgen Drews in der Rolle eines Killers überzeugen. Nun ist gerade sein Part nicht unbedingt so ausgelegt das er hier geniales schauspielerisches Können zum Besten geben muss, doch seine Performance wirkt durchaus glaubwürdig. Im Endeffekt kann man als Fan des Sub-Genres nur zu einem richtig guten Gesamteindruck gelangen, wobei "Das Syndikat" für mich selbst ein echter Meilenstein ist, den ich mir ganz bestimmt nicht das letzte Mal angesehen habe. Ein Film der äußerst stark nachwirkt und einen zusätzlich zum nachdenken anregt.


Fazit:


Vielleicht kann ich nicht ganz objektiv sein da mich diese Geschichte und deren glaubwürdige Umsetzung mich regelrecht begeistert hat, doch aus meiner Sicht kann man in vorliegendem Fall nur die Höchstnote vergeben. Wer sich für diese Art von Film interessiert, kommt an "Das Syndikat" unmöglich vorbei, denn es wird wirklich alles geboten, was den Poliziesco so sehenswert macht.


10/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 29. Jan 2013, 15:31
von horror1966
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Warlock - Satans Sohn
(Warlock)
mit Julian Sands, Lori Singer, Richard E. Grant, Mary Woronov, Kevin O'Brien, Richard Kuss, Allan Miller, Anna Levine, David Carpenter, Kay E. Kuter, Art Smith, Robert Breeze, Frank Renzulli
Regie: Steve Miner
Drehbuch: David Twohy
Kamera: David Eggby
Musik: Jerry Goldsmith
keine Jugendfreigabe
USA / 1989

Massachusetts, 1688: Der Hexenmeister Warlock wartet auf seine Hinrichtung und spottet noch einmal über seinen erbitterten Gegner, den Hexenjäger Redferne, als ein Zeitsturm beide fortreißt und in die Gegenwart versetzt. Dort versucht Warlock nun, drei Teile einer Satansbibel zu sammeln, die ihm unermeßliche Macht geben würden. Redferne und die hübsche, von Warlock jedoch zum vorzeitigen Altern verfluchte Kassandra, hetzen ihn durch das Land und stellen ihn schließlich auf einem Friedhof. Redferne kann Warlock vernichten, bezahlt dafür aber mit seinem Leben.


Die Frage nach dem Warum kann ich gar nicht beantworten, aber bisher war "Warlock" ein Film, der nie sonderliches Interesse bei mir geweckt hat. Erst jetzt, über 2 Jahrzehnte nach seinem Erscheinen habe ich eine Sichtung des Filmes gewagt und habe diese wahrlich nicht bereut. Steve Miner hat hier einen wirklich gelungenen Horrorfilm kreiert, der allein schon durch seine Thematik eine Menge Spannung verspricht. Und so entwickelt sich auch von Beginn an eine äußerst atmosphärisch in Szene gesetzte Story, von der eine unglaublich starke Faszination ausgeht, die sich fast schon zwangsläufig auf den Zuschauer überträgt. Nahezu gebannt verfolgt man das Geschehen, in dem es den Hexenmeister Warlock in die Gegenwart verschlägt. Dort will er versuchen die Welt zu zerstören und lediglich sein Gegenspieler Redferne und die junge Kassandra bemühen sich, sein Vorhaben zu torpedieren.

Dabei entwickelt sich eine temporeiche Jagd, bei der es auch manchmal zu einer gewissen Situationskomik kommt, die dem Gesamtbild äußerst gut zu Gesicht steht. Dennoch stehen ganz eindeutig der dramaturgisch sehr gelungene Spannungsaufbau und die dichte Grundstimmung im Mittelpunkt dieser tollen Story, die durchgehend beste und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet. Zugegebenermaßen sind die vorhandenen Effekte ein wenig altbacken und aus heutiger Sicht bestimmt nicht mehr zeitgemäß, andererseits verleiht gerade dieser Punkt dem Werk einen unglaublichen Charme.

Etwas irreführend erscheint lediglich die hohe Alterseinstufung, denn bis auf ganz wenige Ausnahmen ist "Warlock - Satans Sohn" nicht unbedingt ein Film, der durch Härte oder den übersteigerten Einsatz von Kunstblut ins Auge fällt. Eine 16er Freigabe wäre an dieser Stelle vollkommen ausreichend, so das man seine Erwartungen im Bezug auf den Härtegrad des Szenarios von Anfang an runterschrauben sollte. Aber das Werk von Miner hat es auch überhaupt nicht nötig, durch explizite Gewaltdarstellungen auf sich aufmerksam zu machen, die überdurchschnittlich gute Gesamt-Inszenierung spricht nämlich für sich und hinterlässt in allen Belangen einen extrem guten Eindruck. Das liegt auch sicherlich an den sehr gut agierenden Darstellern, wobei man insbesondere Julian Sands ein wenig hervorheben sollte. Mit ihm ist die Rolle des Hexenmeisters absolut perfekt besetzt, schon sein aristokratisch erscheinendes Äußeres verleiht dem Charakter eine dermaßen charismatische Ausstrahlung, das es einem fast die Sprache verschlägt.

Trotz seines blendenden Aussehens geht eine unglaubliche Kälte von dem Mann aus, die einem streckenweise das Blut in den Adern gefrieren lässt. Der diabolische Ausdruck seiner Augen verleiht einem dabei die perfekte Illusion, das man es an dieser Stelle wirklich mit dem leibhaftigen zu tun hat, was letztendlich für ein hohes Maß an Authenzität sämtlicher Ereignisse sorgt, die sich einem offenbaren. So kann man letztendlich nur zu einem absolut guten Gesamteindruck gelangen, denn "Warlock - Satans Sohn" ist ein Horrorfilm der alten Schule, der in erster Linie durch seine interessante Geschichte und die hervorragende Atmosphäre überzeugt. Die satanische Thematik zieht einen dabei von Anfang bis zum Ende in ihren magischen Bann und nimmt einen mit auf eine fantastische Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart, bei der es um nicht weniger geht, als die Welt vor dem Untergang zu bewahren.


Fazit:


"Warlock" ist ein absolut zeitloser Horrorfilm, den man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen kann. Ein perfekt besetzter Haupt-Charakter, jede Menge Spannung und eine tolle Story machen dieses Werk zu einem echten Erlebnis, so das man ohne Weiteres eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 29. Jan 2013, 16:46
von horror1966
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Warlock - The Armageddon
(Warlock: The Armageddon)
mit Julian Sands, Chris Young, Paula Marshall, Joanna Pacula, Steve Kahan, R.G. Armstrong, Charles Hallahan, Bruce Glover, Craig Hurley, Davis Gaines, Rebecca Street, Dawn Ann Billings, Zach Galligan
Regie: Anthony Hickox
Drehbuch: David Twohy / Kevin Rock
Kamera: Gerry Lively
Musik: Mark McKenzie
FSK 18
USA / 1993

Pünktlich eine Woche vor der nächsten totalen Sonnenfinsternis wird der Hexer Warlock wiedergeboren und muß sechs magische Steine von ihren irdischen Besitzern erobern, um am siebten Tag die Mächte der Finsternis entfesseln zu können. Zwei Teenager aus der Provinz, Nachkommen vorzeitlicher Druiden, werden von ihren Eltern angehalten, den Kampf mit dem Dämon um das Schicksal der Menschheit aufzunehmen.


4 Jahre hat es gedauert, bis 1993 der Hexenmeister Warlock wieder auf die Menschheit losgelassen wurde, um durch die Befreiung Satans das Armageddon einzuläuten. Selbst der Wechsel auf dem Regie-Stuhl von Steve Miner zu Anthony Hickox lässt keinerlei Einbußen im Bezug auf die Qualität dieses Nachfolgers erkennen, der schon wie der erste Teil hervorragende Horror-Kost anbietet. In manchen Dingen erscheint dieses Werk sogar noch etwas besser, so bekommt man beispielsweise weitaus bessere Effekte geboten, als es noch im Vorgänger der Fall war. Auch Julian Sands erscheint hier noch blasser und hinterlässt schon fast einen blutleeren Eindruck, was aber für die authentische Darstellung des von ihm gespielten Charakters absolut passend ist. Von ihm geht eine echte Eiseskälte aus und seine diabolische Freude an seinen Taten kann man ihm jederzeit im Gesicht ablesen.

Dieses Mal wurden auch einige sarkastische Momente eingebaut, die den Zuschauer an diversen Stellen an Freddy Krueger erinnern, denn Warlock stellt Dinge mit seinen Opfern an, die man schon als äußerst skurril ansehen kann. Seine Gegner sind hier 2 junge Druiden-Krieger, die zu Beginn der Geschichte noch gar nichts von ihrer Bestimmung ahnen und erst mit zunehmender Laufzeit von ihren Vätern über den bevorstehenden Kampf mit dem Sohn Satans aufgeklärt werden. Waren schon im Film von 1989 starke Fantasy-Einflüsse innerhalb des Szenarios zu erkennen, so kommen diese in vorliegendem Fall noch weitaus stärker zum Ausdruck, was dem Film phasenweise die Note eines schaurigen Horror-Märchens verleiht.

Auch im Bezug auf Spannung und Atmosphäre kann sich die Story jederzeit sehen lassen, die Ereignisse sind jederzeit interessant gestaltet und lassen erst gar keine Längen auftreten, die das Seh-Vergnügen beeinträchtigen könnten. Alles ist auf einen finalen Endkampf zwischen Warlock und den beiden Druiden-Kriegern ausgerichtet und die Befreiung Satans steht unmittelbar bevor, so das man sich auf einen gelungenen Showdown freuen kann. Auch in diesem zweiten Teil sollte man keine großen Härten erwarten, die meiner Meinung aber auch eher störend gewirkt hätten. Ein wenig Blut, aber ein fast gänzlicher Verzicht auf Gewaltdarstellungen sind vielmehr äußerst positiv zu bewerten, denn "Warlock - The Armageddon" sucht seine Stärken an ganz anderen Stellen. So ist es vornehmlich die Kombination aus Horror-und Fantasy, die eine fast magische Wirkung entfesselt, von der man sich nur zu gern einhüllen lässt und die satanische Thematik des Filmes tut ihr Übriges, um eine Faszination zu entfachen, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann.

Letztendlich bewegt sich auch das Werk von Anthony Hickox auf einem äußerst hohen Niveau und steht seinem Vorgänger in nichts nach. Wem "Warlock - Satans Sohn" gefallen hat, der wird auch auf jeden Fall am zweiten Teil seine Freude haben. Es muss nicht immer Härte oder übermäßiges Blutvergießen sein, manchmal sind es gerade die unblutigen Horrorfilme, die einen wirklich begeistern können. Die handelsüblichen Zutaten sind absolut ausreichend, um dem Zuschauer gut 90 Minuten spannende-und sehr atmosphärische Unterhaltung zu servieren, die man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen kann, ohne das Interesse an ihr zu verlieren.


Fazit:


Es kommt gar nicht einmal so oft vor, das eine Fortsetzung den gleichen guten Eindruck wie der Vorgänger hinterlässt. Bei "Warlock" ist dies aber meiner Meinung nach der Fall, was umso bemerkenswerter ist, da auch noch ein Wechsel auf dem Regie-Stuhl stattgefunden hat. Wie dem aber auch sei, für Liebhaber des gepflegten Fantasy-Horrors führt kein Weg an diesem Film vorbei.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 30. Jan 2013, 00:55
von horror1966
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Julia X
(Julia X)
mit Valerie Azlynn, Kevin Sorbo, Alicia Leigh Willis, Joel David Moore, Ving RhamesSaxon Sharbino, Meg Rains, Gregg Brazzel
Regie: P.J. Pettiette
Drehbuch: Matt Cunningham / P.J. Petiette
Kamera: Jason Goodman
Musik: keine Information
SPIO/JK
USA / 2011

Was als verlockendes Internetdate mit einem geheimnisvollen Traummann beginnt, entwickelt sich für die attraktive Julia schnell zum Albtraum. Der Fremde entpuppt sich als perverser Serienkiller, der seine Kicks davon bekommt, unschuldige Frauen genussvoll zu quälen. Gefesselt und geknebelt wird Julia mit einem glühenden Eisen mit einem "X" gebrandmarkt und verschleppt. Doch noch ist sie nicht bereit, sich kampflos ihrem Schicksal zu fügen.


Nun habe ich ihn endlich auch gesehen, den einerseits von vielen Seiten gefeierten, aber auch von einigen Leuten verdammten "Julia X", der ganz offensichtlich die Fan-Gemeinde in verschiedene Lager spaltet. Irgendwie kann man das auch durchaus verstehen, hat P.J. Pettiette hier doch ein Regie-Debüt an den Tag gelegt das vollkommen abgefahren daherkommt und so ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen dürfte. Zuerst einmal sollte man anmerken das dieses Werk gar nicht einmal so leicht einzuordnen ist. Soll man die Geschichte als ernstzunehmenden Horror-Thriller ansehen, der mit jeder menge Folter-Passagen selbst einem Vertreter wie "Hostel" alle Ehre macht, oder handelt es sich vielmehr um eine rabenschwarze-und bitter-böse Horror-Komödie, der durchgehend eine ironische Note und jede Menge Sarkasmus beiwohnt? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte und genau dieser Aspekt macht aus "Julia X" alles andere als einen Horrorfilm von der handelsüblichen Art. Nach meiner persönlichen Ansicht ist es eine Story in 3 Akten, die durch ihre fast schon kammerspielartige Inszenierung etwas ganz Besonderes darstellt. In den ersten gut 30 Minuten bekommt man ein reines 2 Personen-Stück geboten, um im Mittelteil die Darstellerzahl phasenweise auf 4 zu erhöhen und im letzten Drittel des Werkes bekommt man es dann größtenteils mit einem Trio zu tun.

Die wenigen Schauspieler sind jedoch auch vollkommen ausreichend, um dem Zuschauer ein Szenario zu bieten, das sich doch ganz erheblich von den üblichen Genre-Vertretern abhebt. Schon der Beginn des Filmes wirft einen ohne jegliche Vorwarnung sofort in das Geschehen und verzichtet dabei selbst auf den dezentesten Anflug einer Einführungs-Phase. Julia wird von ihrem Peiniger an einen fremden Ort gebracht und soll dort von dem Serienkiller gefoltert und später wohl auch getötet werden. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt wird allerdings klar, das man es hier nicht mit dem üblichen und jammernden Opfer-Typ einer Frau zu tun hat, denn die junge Frau weiß sich ihrer Haut zu wehren und dreht den Spieß mit der Zeit sogar um. An dieser Stelle zieht dann die erste von mehreren Wendungen in die Geschichte ein, denn Julia erhält Unterstützung von ihrer jüngeren Schwester Jessica. Beide zusammen entfachen nun ein vollkommen anderes Spiel, in dem der Täter zum Opfer wird und einiges über sich ergehen lassen muss. Weiter möchte ich auch gar nicht auf die weiteren Abläufe eingehen, denn ansonsten würde man manch einem höchstwahrscheinlich die Spannung nehmen. Eines kann man aber doch leicht anreißen, denn in der Folge entwickelt sich das Geschehen zu einem Kampf der Psychophaten, der absolut brillant und extrem unterhaltsam in Szene gesetzt wurde.

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat ist die Tatsache, das alle Chraktere so gezeichnet sind, das man zu keinem von ihnen überhaupt eine Beziehung aufbauen kann. Einige Leute sehen darin eher einen negativen Kritikpunkt, doch in meinen Augen handelt es sich vielmehr um einen genialen Schachzug des Regisseurs, entfallen doch Emotionen wie Mitleid oder Abneigung und man kann das blutige Spektakel vollkommen neutral beobachten. Im Prinzip bekommt hier jeder was er letztendlich verdient, so abgedroschen sich diese Phrase auch anhören mag. Und so kann man dann auch das teils blutige-und phasenweise recht derbe Treiben genüsslich auf sich einprasseln lassen und erfreut sich zudem an dem stellenweise rabenschwarzen Humor, der in etlichen Passagen zum Ausdruck kommt. Sei es durch skurril anmutende Situationskomik oder die vorhandenen Dialoge, die zudem auch noch eine ziemlich vulgäre Umgangssprache an den Tag legen. Nicht jedem mag das gefallen, aber für das hier dargestellte Szenario scheint es absolut passend und untermalt die Härte-und Brutalität der Situation noch zusätzlich. Auch das dargebrachte Schauspiel der 3 Haupt-Charaktere empfand ich als äußerst gelungen, insbesondere der Anti-Schauspieler Kevin Sorbo hat mich zum ersten mal wirklich in einer Rolle überzeugt. Fällt der gute Mann ansonsten nicht unbedingt durch überragende schauspielerische Fähigkeiten auf, so ist seine Performance als Serienkiller eine wahre Pracht.

Abschließend sollte man auch noch erwähnen, das sich das gestörte Verhalten der beiden jungen Frauen durch einige eingesetzte Rückblenden erklärt, die Bilder aus deren Kindheit zeigen. Dies dient zwar durchaus zum besseren Verständnis, macht die beiden Charaktere aber auch keinen Deut sympathischer, was aber absolut gewollt erscheint. Letztendlich ist "Julia X" ein vollkommen abgefahrener Mix aus Folter, Horror-und bitter-böser Komödie, der mir selbst extrem gut gefallen hat. Das die Meinungen über diesen Film auseinander gehen ist absolut nachvollziehbar, denn allein schon die Erzählweise des Filmes ist ziemlich außergewöhnlich. Gerade darin liegt aber auch der besondere Reiz der Geschichte, die mal so dermaßen vom ansonsten üblichen Einheitsbrei abweicht, das manch einer die Genialität dieses Regie-Debüts anscheinend nicht erkennen kann. Hier ist ein Stück Film entstanden das man sich unbedingt anschauen sollte um sich selbst ein Urteil zu bilden und wenn man sich auf das Gesehene einlassen kann, wird man mit einer erfrischenden-und teilweise auch innovativen Story konfrontiert, die im Prinzip gegen fast alle Regeln des Genres verstößt. Ich kann jedenfalls nur eine dicke Empfehlung an alle aussprechen, die auch mal eine etwas andere Mischung bevorzugen, als man sie in den meisten Fällen serviert bekommt.


Fazit:


"Julia X" ist anders, vollkommen abgefahren und nicht immer logisch. Insbesondere aus diesen Atributen bezieht das Werk jedoch seine Kraft und Brillanz, die immer wieder durchschimmert. Durch die eher unsympathische Zeichnung der Figuren kann man sich den Film absolut wertfrei anschauen und sich an einem streckenweise sehr blutigen Szenario erfreuen, das so manch derbe Passage beinhaltet. Sarkasmus, Ironie und etliche Story-Wendungen sorgen für eine Menge Abwechslung und die ständigen Änderungen bei den Machtverhältnissen sind maßgeblich dafür verantwortlich, das der dramaturgische Spannungsaufbau als jederzeit gelungen bezeichnet werden kann.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 30. Jan 2013, 14:47
von horror1966
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Universal Soldier: Day of Reckoning
(Universal Soldier: Day of Reckoning)
mit Scott Adkins, Dolph Lundgren, Jean-Claude Van Damme, Andrei Arlovski, Mariah Bonner, Tony Jarreau, Craig Walker, Andrew Sikking, James DuMont, David Jensen, Audrey P. Scott, Rus Blackwell
Regie: John Hyams
Drehbuch: John Hyams / Doug Magnuson
Kamera: Yaron Levy
Musik: Michael Krassner
SPIO/JK
USA / 2012

Hilflos muss John mit ansehen, wie Luc Deveraux seine Frau und seine Tochter kaltblütig ermordet. John schwört Rache und macht Jagd auf den vermeintlichen Killer. Doch dabei stößt er auf ein mysteriöses Programm, das sich Universal Soldier nennt. Er ahnt nicht, dass er auf eine falsche Fährte gelockt wird. Der Abtrünnige Andrew Scott hat den größenwahnsinnigen Plan, die Universal Soldiers zu befreien und mit ihnen die Weltmacht zu übernehmen...


Der mittlerweile vierte Teil der Universal Soldier-Saga ist wohl einer der besten-und härtesten Actionfilme des Jahres 2012, beinhaltet aber auch einige Schwächen, die das Seh-Vergnügen nicht vollkommen ungetrübt erscheinen lassen. Hauptsächlich beziehen sich die Defizite auf die inhaltlich doch recht dünne Rahmenhandlung, die zudem für Neueinsteiger in die Reihe ein wenig verwirrend erscheinen mag. Ohne Vorkenntnisse wirkt das Geschehen nämlich phasenweise etwas zusammenhanglos und die Sichtung des Szenarios könnte sich sogar als ein wenig anstrengend herausstellen. Ein weiterer Schwachpunkt sind sicherlich die äußerst flachen Charakter-Zeichnungen der einzelnen Figuren, denn im Prinzip kann man lediglich zu Hauptdarsteller Scott Adkins eine echte Beziehung herstellen. Das soll es aber auch schon mit der negativen Kritik gewesen sein, denn ansonsten bekommt man als Action-Fan einen Film präsentiert, der phasenweise ein regelrechtes Spektakel bietet, das in erster Linie durch seine immense Härte- und Brutalität ins Auge fällt. Streckenweise befindet man sich dabei in einem echten kleinen Splatter-Festival, denn die entsprechenden Passagen wurden extrem blutig und derbe ins Bild gesetzt, was vor allem den Freunden der harten Gangart sehr gefallen dürfte.

Dabei sind die Action-Passagen bei einer Laufzeit von knapp 114 Minuten gut über den gesamten Film verteilt, man sollte also nicht auf eine sinnlose Aneinanderreihung unzähliger Kämpfe aus sein. Das Werk hat nämlich auch durchaus seine ruhigeren Phasen, die aber alles andere als langweilig oder uninteressant erscheinen. Im Mittelpunkt des düster gehaltenen Szenarios stehen nun aber nicht Dolph Lundgren oder Jean-Claude Van Damme, denn die beiden Haudegen nehmen hier lediglich den Status einer Nebenrolle ein. Es ist Scott Adkins (Expendables 2), der hier die Akzente setzt und der gute Mann liefert eine wirklich sehenswerte Performance ab. Zwar dauert es dabei eine geraume Weile, bis man etwas von seinen Fähigkeiten zu sehen bekommt, doch das Warten lohnt sich allemal. Hält sich das Geschehen in den ersten gut 45 Minuten mit der Action noch eher auf Sparflamme, so geht es danach dann mal richtig zur Sache. Beeindruckend ist dabei insbesondere der Härtegrad und die Kompromisslosigkeit der Szenen, die Kamera hält voll drauf und präsentiert dem Betrachter so manches Highlight. Dabei ist es vollkommen egal ob es sich um blutige Schießereien oder erstklassig in Szene gesetzte Nahkämpfe handelt, fast jede einzelne Einstellung wird hier zum Highlight.

Abgetrennte Gliedmaße und selbst ansonsten eher monoton erscheinende Kopfschüsse vermitteln den Eindruck eines immens harten Actioners, an dem man jederzeit seine helle Freude hat. Regisseur John Hyams hat seinem Werk wirklich einen ganz eigenen Stempel aufgedrückt und schlägt streckenweise neue Wege ein in der Universal Soldier-Saga. Er hat dabei Vieles richtig gemacht, lässt aber dennoch die schon erwähnten Defizite erkennen, ohne die dieser Film eine noch bessere Bewertung verdient hätte. Ein wenig mehr inhaltliche Substanz und bessere Charakter-Beleuchtungen hätten dem Gesamteindruck sicherlich gut getan, doch auch in dieser Form handelt es sich immer noch um einen überdurchschnittlich gutes Ergebnis, das man ohne Übertreibung als Genre-Highlight bezeichnen kann. Der teils herrlich düstere Look und eine bedrohlich anmutende Grundstimmung sind neben den vorhandenen Effekten das Aushängeschild dieses Werkes und ganz nebenbei bekommt man auch noch einen Scott Adkins geboten, der sich in Höchstform präsentiert.

"Universal Soldier: Reckoning" ist sicherlich kein Film, der durch inhaltlichen Tiefgang oder herausragende schauspielerische Leistungen besticht, aber auf das Action-Genre bezogen bekommt man ein Szenario serviert, das alle Zutaten beinhaltet, die diese Art von Film so absolut sehenswert macht. Das Original aus dem Jahre 1992 bleibt bestimmt unangetastet da es das mit Abstand rundeste Gesamtbild anbietet, doch von den folgenden Fortsetzungen ist hier die beste am Start. Ob man nun am Ende der Fahnenstange angelangt ist wage ich zu bezweifeln, denn das gewählte Ende schürt doch die Hoffnungen auf einen weiteren Teil, der bei gleichbleibender Qualität nur zu gern kommen darf.


Fazit:


Sicherlich keinesfalls perfekt bietet dieser mittlerweile vierte Teil der Reihe hochklassige Action-Kost, in der ein glänzend aufgelegter Hauptdarsteller es so richtig krachen lässt. Eine etwas zu dünn geratene Story wird mit viel Härte-und Blut ausgeglichen, so das der geneigte Fan bestimmt gern ein Auge zudrückt und kleinere Mankos gern übersieht. Wie dem aber auch sei, eine Empfehlung für diesen Kracher kann man auf jeden Fall aussprechen.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 31. Jan 2013, 16:17
von horror1966
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Wild 7
(Wild 7)
mit Eita, Kyoko Fukada, Kiichi Nakai, Kippei Shiina, Jun Kaname, Yuika Motokariya, Tsuyoshi Abe, Minoru Matsumoto, Takashi Ukaji, Yusuke Hirayama, Ryühei Maruyama
Regie: Eichiro Hasumi
Drehbuch: Mikiya Mochizuki / Masaki Fukasawa
Kamera: Tomoo Ezaki
Musik: Kenji Kawai
FSK 16
Japan / 2011

"Wild Seven": Unter diesem Decknamen agiert eine geheime Motorrad-Spezialeinheit, die von der Polizei ins Leben gerufen wurde. Wo die Gesetzeshüter versagen, schlägt Wild Seven gnadenlos zu! Die sieben Mitglieder der Motorradgang gehen äußerst schnell, brutal und ohne Skrupel vor. Kein Wunder, schließlich besteht die Truppe selbst aus ehemaligen Sträflingen! Als sie jedoch gegen einen korrupten Polizisten mit guten Verbindungen zur Regierung vorgehen wollen, werden aus den gefürchteten Jägern plötzlich Gejagte. Bis an die Zähne bewaffnet, zum Äußersten bereit und im Visier von SWAT-Teams, stellen sie sich einem schier aussichtslosen Kampf …


Und wieder einmal bekommt es der Zuschauer mit der Verfilmung eines japanischen Kult-Mangas zu tun, das von Mikiya Mochizuki geschaffen wurde. Auch wenn ich die Vorlage nicht kenne muss ich ganz ehrlich sagen, das die filmische Variante auf jeden Fall extrem unterhaltsam-und actionreich daherkommt. Dem Zuschauer offenbart sich dabei eine Geschichte voller Tempo und gut in Szene gesetzter Action-Passagen, in denen es zugegebenermaßen eher selten realistisch zugeht. Wilde Verfolgungs-Jagden und etliche Schießereien lassen die Zeit wie im Flug vergehen, da stört es auch nicht wirklich, das die meisten Szenen ziemlich überzogen erscheinen. Die Story an sich bietet nicht unbedingt etwas Neues, solche-oder ähnlich gelagerte Szenarien hat man schon oft genug zu sehen bekommen. Und dennoch ist "Wild 7" mit einem extrem hohen Unterhaltungswert ausgestattet und dürfte Fans des Genres regelrecht begeistern.

Auch wenn man keine sonderlich tief gehenden Charakter-Beleuchtungen erwarten sollte, sind die Sympathiewerte des Betrachters doch äußerst eindeutig bei der über dem Gesetz stehenden Spezialtruppe, die sich aus 7 Verbrechern zusammensetzt. Mit ihrem Einsatz für die Gerechtigkeit und gegen korrupte Politiker sammeln sie etliche Pluspunkte und lassen sich auch nicht von etlichen Hindernissen dabei aufhalten, die ihnen gestellte Mission zu erfüllen. Und dabei geht es phasenweise so richtig zur Sache, sehen sich die 7 Biker doch einer zahlenmäßigen Überlegenheit ihres Gegners gegenüber, gegen die ein Sieg doch so gut wie unmöglich erscheint. Steht ihnen doch praktisch der gesamte Polizei-Apparat Tokios gegenüber, was aber selbstverständlich keinen Hinderungsgrund darstellt, die ihnen gestellte Mission zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

"Wild 7" ist sicherlich kein Film für höhere Ansprüche, denn inhaltlicher Tiefgang ist keinesfalls vorhanden, dafür handelt es sich jedoch um einen ganz hervorragenden Actioner, der größtenteils herrlich überzogenes Popcorn-Kino präsentiert. Die Story sorgt fast durchgehend für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr, denn ruhigere Phasen sind kaum vorhanden. In einem kleinen Neben-Erzählstrang wird dann auch noch eine zart aufkeimende Liebesgeschichte angedeutet, die aber keinesfalls kitschig oder störend erscheint. Vielmehr wird dadurch eine dezente menschliche Note eingeführt, die dem Gesamtbild sogar sehr gut zu Gesicht steht. So entsteht letztendlich ein rundum stimmiges und rundes Gesamtpaket, das äußerst kurzweilige und unterhaltsame Filmkost anbietet, die man jederzeit weiterempfehlen kann, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Für Freunde des Action-Genres offenbart sich hier ein absolut sehenswerter Vertreter im Blockbuster-Format, der sich auch nicht hinter diversen US-Produktionen zu verstecken braucht. Eine nette Geschichte, enorm viel Tempo und sehr gelungene Action-Passagen sind die großen Stärken dieses Werkes. Auch in darstellerischer Hinsicht gibt es keinerlei Grund zur Klage, denn auch wenn hier kein oscarreifes Schauspiel zu erwarten ist, liefern sämtliche Akteure eine gelungene Performance ab. Insgesamt gesehen siedelt sich das Werk von Regisseur Eichiro Hasumi jedenfalls über dem Durchschnitts-Bereich an und ist ein Garant für ein Film-Erlebnis der sehr kurzweiligen Art, an dem man seine helle Freude hat.


Fazit:


Man sollte "Wild 7" auf keinen Fall nach seinem Realitätsgehalt bewerten, denn hier geht es einzig und allein um die pure Unterhaltung. Und in dieser Beziehung kommt man durchgehend auf seine Kosten, so das man mit einem befriedigendem Gefühl aus einer Geschichte entlassen wird, die durch ihren Action-Gehalt jederzeit zu überzeugen weiß.


7/10