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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Do 1. Nov 2012, 10:52
von jogiwan
die schlechtere Hälfte hat sich anlässlich von Halloween was Wildes und was mit Zombies gewünscht:
I spit on your grave (Remake)
jogiwan hat geschrieben:Hier ist es nun, dass Remake des Klassikers, dem im Internet relativ gute Stimmen vorausgeeilt sind. Der Film ist auch hübsch dreckig und am Ende ziemlich brutal - die Klasse des Originals wird jedoch keinesfalls erreicht. Die Schlüsselszene des Films, bei der ich im Original wirklich körperlich mitgelitten habe, ist bei dem Remake schon deutlich abgemildert, während dafür beim Rachefeldzug ordentlich auf die Kacke gehaut wird. Insgesamt ist der leicht modifizierte Streifen trotzdem überraschend hart ausgefallen und funktioniert vor allem durch die grundsympathische Sarah Butler. Das Original bleibt in Sachen Intensität aber unangetastet: 6-7/10
Gestern nochmals geguckt und meine seinerzeitigen Eindrücke haben sich im Großen und Ganzen wieder bestätigt. Die verstörende Wirkung des Originals wird zu keiner Zeit erreicht und statt richtigem Terror wird am Ende die beliebte Gore-Keule ausgepackt. Bei näherer Betrachtung wirkt die ganze Sause aber doch arg unglaubwürdig, wenn z.B. die gebeutelte Hauptdarstellerin ein paar Wochen versteckt in einer heruntergekommenen Hütte in der Wildnis haust und dann adrett mit sauberen Klamotten und frisch gewaschenen Haaren ihren Rachefeldzug startet. Das große Plus sind die Darsteller und die etwas komplexeren Figuren, die über manche Holprigkeit hinwegsehen lassen. Sicher eines der besseren Remakes, der letzten Jahre, das wenigstens glaubwürdig versucht den "Geist" des Originals in die heutige Zeit zu übertragen, ohne dabei allzu sehr anbiedernd kommerziell zu sein.
Dawn of the Dead (Remake)
Im Jahre 2004 fand ich den im Kino eigentlich sehr gut, was auch daran liegt, dass ich den gar nicht so sehr auf der Remake-Schiene sehe, sondern als eigenständigen und modernen Zombie-Film betrachte. Den Auftakt und das Ende ist zweifelslos gelungen und vieles, dass Snyder in seinen Film gepackt hat, hat den modernen Zombiefilm doch nachhaltig geprägt. Die Geschichte wird immer hübsch vorangetrieben und das Remake leistet sich diesbezüglich kaum einen Durchhänger. Die Darsteller sind passend gewählt und vor allem Sarah Polley sieht man ja immer wieder gerne. Auch wenn meine Zombie-Leidenschaft in den letzten Jahren doch arg nachgelassen hat, zählt die 2004er Ausgabe von "Dawn" immer noch zu einem der besten modernen Untotenfilme, der letzten Jahre.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 2. Nov 2012, 09:39
von jogiwan
Der Irre vom Zombiehof
Zu Unrecht verschmähter Heimatfilm, der etwas anderen Art über die Abgründe deutscher Befindlichkeiten am Hof eines patriarchischen Bauerns und dessen drei Söhne in einem abgelegenen Tal. Als nach einem sexuellen Übergriff des geistig zurückgebliebenen und in den Stall verbannten Franz eine junge Zigeunerin stirbt, macht sich die Familie eher widerwillig daran, das Geschehene aus Angst vor den Konsequenzen zu vertuschen, schreckt dabei auch vor Mord nicht zurück. Wenig später brechen jedoch zunehmend Aggressionen hervor und die Familie zerbricht an den zahlreich-schwelenden Konflikten und dem ständigen Konkurrenzkampf zwischen Erst- und Zweitgeborenen. Die angesprochene Problematik und auf den ersten Blick seltsam anmutende Familienkonstellation kenn ich ja sogar etwas durch meine Kindheit am Lande und daher fand ich den Streifen auch sehr interessant. Der reißerische Titel ist jedoch völlig unpassend und führt Zuschauererwartungen wohl in eine völlig falsche Richtung. Warum der durchaus passable Streifen jedoch gemeinhin völlig verissen wird, ist mir gänzlich schleierhaft.
Devil's Wedding Night
Unterhaltsamer und sehr freizügiger Nonsens-Vampir-Grusler über den Ring der Nibelungen in und an der Hand einer durchgeknallten Blutgräfin, Jungfrauen und dem Zwillingspaar Schiller, die man irgendwie nie so richtig unterscheiden kann. Regisseur Luigi Batzella kennt man ja sonst auch eher von seinen geschmackvollen Werken "Nude for Satan" und "SS Hell Camp" und auch hier steht statt klassischem Grusel auch eher die körperlichen Vorzüge des weiblichen Cast an der Tagesordnung. Die ganze Sache macht aber durchaus Spass, ist halbwegs flott und mit Atmosphäre inszeniert und bietet ein Wiedersehen mit Mark Damon in einer Doppelrolle, Rosalba Neri und Xiro Papas, der sich ja bereits als "Mosaic" in die Herzen aller Italo-Jünger gespielt hat. Die Bildqualität der Ami-Scheibe ist übrigens eher skandalös und bietet für ganz Hartgesottene immer wieder (abschaltbare) Inserts mit Elvira, die das Geschehen auf ihre bekannte Weise kommentiert. Wirre, wilde und psychotronische Unterhaltung für aufgeschlossene Italo-Trashfans, dass Otto Normalverbraucher sicherlich nur noch den Kopf schütteln lässt. I like!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Sa 3. Nov 2012, 10:12
von jogiwan
Cannibal Terror
Ich weiß gar nicht, was ihr habt... so schlimm ist der ja gar nicht und da hab ich schon weit weniger unterhaltsame Gurken gesehen. Abgesehenen von der doofen Story, den schlechten Schauspielern, der furchtbaren Synchro bzw. Tonkulisse mit infernalischen Grillen-Gezirpe, dem Standbild (!) und den Kannibalen, die anscheinend frisch vom Kiss-Tribute-Konzert mit (sichtbaren) Autos in ihre Kannibalendorf gekarrt wurden, macht "Cannibal Terror" ja schon irgendwie alles richtig. Mit unnützen Szenen, Nonsens-Dialogen, süssen Tierbabys und minutenlangem Herumwandern in Nadelwäldern in denen rein gar nix passiert, wird die nicht vorhandene Spannungsschraube so lange angedreht, bis diese am Ende dann völlig verpufft und nicht einmal die sehr geschätzte Silvia Solar noch was retten kann. Und was ist diese Pamela Stanford ("Die teuflischen Schwestern") doch für ein hässliches Kreischweib! PS: seit ihr sicher, dass der nicht vom Franco ist?
Vampire Girls vs. Frankenstein Girl
Den unglaublich blutigen Trailer durfte ich ja vergangenes Wochenende gleich zweimal auf großer Leinwand betrachten und auch wenn der ein bissl mehr an Gore verspricht, was der kurzweilige Film letztendlich hält, so macht "Vampire Girl vs. Frankenstein Girl" doch großen Spass. Eine vollkommen geschmacksbefreite Mischung auch Schulmädchen-Melodram, Komödie und Over-the-Top-Splatter, die auch zweifelsfrei sehr gut funktioniert und dem Zuschauer mit seinen Variationen an Vampir- und Frankenstein-Thematik auch kaum Zeit zum durchatmen lassen. Der rote Lebenssaft fließt nicht nur in Strömen, der spritzt den hübschen Darstellerinnen gleich hektoliterweise um die Ohren und was hier an Körperteilen zusammengesteckt wird, sollte man schon gesehen haben. Wer im November daher die Möglichkeit hat, beim Phantastival in Bremen zu sein, sollte sich das unglaubliche und spaßige Teil auch unbedingt auf der großen Leinwand geben. Prädikat: vollkommen, aber auch vollkommen durchgeknallt.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Di 6. Nov 2012, 07:27
von jogiwan
Good as you - Alle Farben der Liebe
Kurzweilige, aber auch etwas arg überzeichnete Komödie über schüchterne Schwule, verwirrte Heteros und forsche Kampflesben. Die Geschichte ist zwar irgendwie witzig, krankt aber etwas daran, dass außer den beiden Schwulen keine sonderlich positiven Charaktere in dem teils hysterischen Streifen zu finden sind und vor allem die Frauen als manipulativ und durchtrieben dargestellt werden. Trotzdem ist "Good as you" durchaus unterhaltsam und hat die rechtskatholische Groupierung "Militia Christi" auch dazu veranlasst, gegen das Werk zu protestieren. Nette Zusatzwerbung für ein ansonsten eher mittelprächtiges Stück Film, dass sich auch eher an ein einschlägiges Publikum richtet.
Masks
Ich hab mir ja bereits im Vorfeld so meine Gedanken gemacht, als ich gelesen hab, dass der Giallo-eske "Masks" zwar irgendwie zwar generell gut aufgenommen wird, die Wertungen aber seltsamerweise trotzdem teils etwas verhalten ausfallen. Der Streifen wirkt auf den ersten Blick und in den ersten Minuten auch gar nicht so schlecht, ist aber bei näherer Betrachtung leider ein wenig eigenständiges Rip-Off von Argentos "Suspiria". Teils 1:1 kopiert fand ich "Masks" dann auch arg uninspiriert und da hilft auch der schöne Look, das bittere Ende, Susen Emrich und die Marketing-Offensive von Anolis recht wenig. Irgendwie schrammt der auch zu lang ausgefallene Streifen knapp am Plagiat vorbei und vor allem die zweite Hälfte lässt auch arg an Spannung vermissen. Dass deutsche Genre-Filme normalerweise noch viel schlechter sind, hilft dann auch nicht. Kann man gucken, aber Überraschungen bleiben aus und vom Hocker reisst mich dieser "Aldi-Suspiria" aus deutschen Landen dann schon gar nicht.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mi 7. Nov 2012, 07:23
von jogiwan
Auf den Schwingen des Todes
Der IRA-Terrorist Fallon hat genug von seinen blutigen Treiben und will sich nach einem missglückten Attentat über London in die Staaten absetzen. Dort wird er jedoch zu einem letzten Auftragsmord genötigt, bei dem er für einen kriminellen Beerdigungsunternehmer einen gegnerischen Gangsterboss aus dem Weg räumen soll. Bei der Tat wird er jedoch von einem Priester beobachtet, den Fallon wenig später ebenfalls aus dem Weg räumen soll. Fallon weigert sich jedoch den Zeugen zu töten und während sich Polizei und ehemalige Mitstreiter auf die Suche nach dem Attentäter machen, bringt dieser auch den Priester und dessen Umfeld in größte Gefahr...
Eigentlich gelungener Actionfilm über einen IRA-Aussteiger, bei dem der Schwerpunkt jedoch nicht auf Action, sondern eher auf dramatische Ereignisse und innere Dämonen gelegt wird. Die politische Komponente des Themas ist weitgehend ausgeklammert und die unversell erzählte Geschichte des Streifens beschäftigt sich auch eher mit dem schwierigen Weg, der Gewalt abzuschwören. Mickey Rourke überzeugt als geläuterter Attentäter und zeigt auch recht eindrucksvoll, dass er vor seinen zahlreichen (Ver-)Operationen mal ein charismatischer Kerl war, während auch Bob Hoskins als Priester mit dunkler Vergangenheit zu Gefallen weiß. Insgesamt ein solides Werk über Schuld und Sühne und viel Pathos, dass man schon gut gucken kann.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Do 8. Nov 2012, 06:48
von jogiwan
Agent Hamilton - Im Interesse der Nation
Recht gelungener und kurzweiliger Bond/Bourne-Klon aus schwedischen Landen mit einem Hauptdarsteller, der im Film zum Glück nicht so schmierig wie am Cover aussieht. Die politische Geschichte über Terroristen und eine private Sicherheitstruppe im Krisengebiet geht durchaus klar und auch die Tatsache, dass der Held der ganzen Sause durchaus seine menschlichen Fehler hat, macht den Film auch interessanter als so manches vergleichbare Werk. Die exotischen Locations sind auch sehr schön gewählt und ruhige, sowie action-lastige Momenten halten sich auch hübsch die Waage. Zwar hat man derartige Filme irgendwie schon etwas zu oft gesehen, aber so lange sie so solide wie "Agent Hamilton - Im Interesse der Nation" ausfallen, macht das ja im Grunde nix.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 9. Nov 2012, 08:18
von jogiwan
Killer`s Moon
Ganz kann ich den Enthusiasmus von unserem werten Blapschzilla ja nicht ganz nachvollziehen. Der englische Diskont-Backwood-Slasher-Beitrag "Killer`s Moon" ist trotz seiner sehr offensichtlichen und inszenatorischen Mängel zwar irgendwie recht nett und bietet mit den "träumenden" Psychokillern auch eine lustige Ausgangsidee, plätschert im Großen und Ganzen dann aber dann leider doch recht höhepunktslos dahin. Neben der schlechtesten "Open-Air"-Kulisse aller Zeiten (

) und eher zurückhaltendem Schmodder gibts unlogische Entwicklungen am laufenden Band und jede Menge orientierungslose Mädels und Killer, die haarsträubenden Nonsens von sich geben dürfen. Trash- und Slasher-Freunde können ja durchaus einen Blick riskieren, aber zu viel sollte man sich im Vorfeld wohl dennoch nicht erwarten. Irgendwie doch eher mittelprächtige Unterhaltung für geeichte Personen!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Sa 10. Nov 2012, 09:21
von jogiwan
Donnerwetter:
Thunder
80er-Action-Reißer der schwer sympathischen Sorte mit unserem geschätzten Mark Gregory, der hier als "Thunder" in Arizona nach mißglückten, friedlichen Prostesten das Kriegsbeil ausgräbt und ignoraten Polizisten und Kapitalisten ordentlichen Arsch versohlt. Die Geschichte über unterdrückte Minderheiten ist natürlich bei "Rambo" angelehnt und ist dabei aber überraschend eigenständig und kurzweilig ausgefallen. Die Inszenierung legt sich jedenfalls mächtig ins Zeug das keine Langeweile aufkommt, bietet wunderbare Locactions, der Cast inklusive unserem Raimund ist ebenfalls ein Traum und die Musik weiß ebenfalls zu gefallen. Zwar hätte Thunder für meinen Geschmack ruhig noch ein bissl mehr auf den Putz hauen und ein paar Skalps mit nach Hause nehmen können, aber auch so macht der Streifen ganz großen Spass! Großen Dank an dieser Stelle auch an Nello, dem edlen Spender!
Thunder 2 - Ein Indianer nimmt Rache
Auch Teil 2 der Thunder-Sause weiß den geneigten Action-Fan durchaus zu unterhalten und räumt Mark Gregory im Vergleich zum Vorgänger auch wieder etwas mehr Screentime ein. Der dankt es mit dem Zurschaustellen seines durchtrainierten Körpers und gräbt als Thunder nach seinem unfreiwilligen Ausflug ins Gefängnis und verlorener Reputation auch kurzerhand wieder das Kriegsbeil wieder aus um sich an einem korrupten Bullen in Form von unserem geschätzten Raimund Harmstorf zu rächen. Zwar verliert Teil 2 inhaltlich und mit reduzierten Italo-Cast etwas gegenüber seinem Vorgänger und bietet auch irgendwie weit weniger Kawumm und Action, aber ist dennoch sehr solide 80er-Actionkost, die sich im Double-Feature auch gut gucken lässt.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 11. Nov 2012, 10:00
von jogiwan
Night of the Devils
Die Wourdalak-Episode aus Bavas "Drei Gesichter der Furcht" im verlängerten und schmoddrigen Gewande von Giorgio Ferroni, der über ein Jahrzehnt davor mit "Die Mühle der versteinerten Frauen" ebenfalls schon einen mehr als hübschen Genre-Beitrag abgeliefert hat. Die Story ist recht atmosphärisch umgesetzt und geht am Ende in eine etwas andere Richtung, die auf einschlägigen Seiten aber auch heftigst gespoilert wird. Den Spass an dem hübschen Werk kann das aber trotzdem nicht mindern und neben Anleihen beim Gothic-Horror gibt es ja ein paar sehr blutige Szenen, die auch sehr hübsch umgesetzt sind. Auch Gianno Garko, Agostina Belli und wieder einmal die kleine Cinzia De Carolis haben mir ausnehmend gut gefallen und die Ami-DVD mit italienischer Originalfassung und deutschen (!) Untertiteln aus dem Hause Rarovideo ist sowieso der Hit!
Thunder 3 - Der Unbesiegbare
Der erste Teil von "Thunder" überzeugt mit netten Naturkulissen und Rambo-esker Story als hübsche Action-Unterhaltung aus der Actionkiste, während Teil zwei ja da schon nicht mehr ganz so mithalten konnte. In Teil drei wird der italienische Donner-Karren aber endgültig an die Trash-Wand gefahren und statt hübscher Locations und Atmo gibt es dickbäuchige Männer in kurzen Hosen als Freizeitjäger und einen schnell und billig in Mexiko heruntergekurbelten Streifen, in dem haarsträubenderweise am laufenden Band Miniaturkulissen abgefackelt werden. Wie sich ein Darsteller wie John Philip Law, der passenderweise das Gesetz auf seiner Seite hat, in den Streifen verirren konnte, ist ebenso zu hinterfragen wie die restlichen, darstellerischen Leistungen, die hier trotz dem durchgeknallten Werner Pochath auf konstant niedrigen Niveau bewegen. Aber wie so oft, macht das gerade die Würze aus und trotz seiner ganzen und auch sehr offensichtlichen Mängel verbreitet "Thunder 3" im richtigen Umfeld dann auch Spass und gute Laune. Danke Nello!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 12. Nov 2012, 07:50
von jogiwan
Chernobyl Diaries
Etwas zwiespältiger Horrorfilm, der zwar wie Found-Footage aussieht, aber bis auf eine kleine Ausnahme gar keiner ist. Deswegen ist die Tatsache, dass man trotzdem recht wenig zu Gesicht bekommt und der Kameramann offensichtlich besoffen war, doch etwas seltsam. Die Geschichte über Ami-Touristen, die sich auf ein spezielles Abenteuer begeben wollen, dass sich dann leider als Freifahrtschein in die Hölle entpuppt, wäre dabei sogar durchaus systemerhaltend und auch die tristen Locations der verlassenen Stadt haben mir sehr gefallen. Nach dem spannenden und durchaus atmosphätischen Auftakt verkommt das Ganze dann aber zu einem hektischen Herumirren in der Dunkelheit, bei dem sich die (wenig innovativen) Jump-Scares dann die Klinke in die Hand geben. Kann man gucken, aber wenn nicht, versäumt man auch nicht viel...