Seite 78 von 146

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 18. Dez 2012, 21:13
von horror1966
Bild




Never Sleep Again 2: I am Nancy
(I am Nancy)
mit Heather Langenkamp, Robert Englund, Wes Craven, Adam A. Park, Shawn Lecrone, Tom Kircher
Regie: Arlene Marechal
Musik: Matthew Ian Cohen
Dokumentation
FSK 16
USA / 2010

"Never Sleep Again 2: I am Nancy" behandelt Heather Langenkamps einzigartige Erfahrung mit den "Nightmare on Elm Street"-Filmen. Die Darstellerin des Mädchens Nancy Thompson, das mehrere alptraumhafte Begegnungen gegen Freddy Krüger antrat, fragt sich: "Warum Freddymania und nicht Nancymania?" Nachdem sie den Freddy-Krüger-Wahn, den sprunghaften Anstieg der Horrorfangemeinde und das Phänomen von acht "Nightmare on Elm Street"-Filmen persönlich miterlebt hat, denkt sie über die Wichtigkeit von Helden in dieser Zeit der Monster-Liebhaber nach. Bereite dich vor, in Nancys Rolle zu schlüpfen und denke in einer vollkommen neuen Weise an die "Elm Street".


Nachdem die grandiose Dokumentation "Never Sleep Again" eigentlich alles Wissenswerte über die "Nightmare on Elm Street" Reihe offenbart hat, dreht sich in vorliegender Doku alles um die Figur der Nancy und ihren Stellenwert bei den Fans. Dabei bekommt der Zuschauer so gut wie keine Film-Ausschnitte der Kult-Reihe geboten, sondern begibt sich mit der Darstellerin Heather Langenkamp auf die Reise zu diversen Horrorfilm-Veranstaltungen, auf denen etliche Fans ihre Meinung zum Stellenwert der Nancy abgeben. Ziemlich schnell merkt man dabei, das diese äußerst wichtige Figur im Prinzip eher ein sogenanntes Schattendasein führt und lediglich im Hintergrund der Kultfigur Freddy Krueger steht. Dies äußert sich nicht nur in den etlichen Befragungen diverser Menschen, sondern hauptsächlich im Merchandise-Bereich, in dem es unendlich viele Artikel zum Thema Freddy gibt, aber eigentlich überhaupt nichts zu der taffen Teenagerin, die dem Albtraum-Mörder immer wieder die Stirn geboten hat.

Der Zuschauer bekommt dabei einen sehr guten Eindruck über die Beliebtheit der jungen Frau, die zwar oft von vielen Fans erwähnt wird, aber im Gegensatz zum unglaublich beliebten Horror-Bösewicht eher stiefmütterlich an die Seite geschoben wird. Zu übermächtig ist die Präsenz eines Robert Englunds, der hier übrigens auch oft genug zu Wort kommt, als das der Figur der Nancy Thompson die Beachtung zukommen würde, die sie eigentlich verdient hat. Es ist aber schön zu sehen, das Langenkamp diesen Aspekt mit dem nötigen Humor hinnimmt und keinesfalls gekränkt wirkt. Erstaunlicherweise ist sogar eher das Gegenteil der Fall, sie akzeptiert diese Tatsache einfach und freut sich über jeden einzelnen Fan, der wirkliches Interesse an ihrer Person offenbart.

In etlichen Gesprächen mit Fans, Robert Englund und auch Wes Craven wird dann die Gewichtung ihrer Rolle dargestellt und es ist schon ziemlich erstaunlich, welche Gedanken insbesondere Wes Craven zu dieser Thematik beiträgt. So kristallisiert sich dann auch immer mehr heraus, wie unglaublich wichtig die Figur für die gesamte Film-Reihe war und es präsentieren sich Sichtweisen auf den Charakter, die man selbst eventuell noch nie berücksichtigt hat. Auch ganz normale Leute geben durch ihre persönlichen Gedanken Dinge preis, die eine ganz klare Aufwertung der Nancy im Gesamtbild darstellen und diese Figur als absolut unverzichtbar für den Erfolg der Filme erscheinen lassen. Vor allem bezieht sich das auf den genialen Erstling von Craven, der auch im Mittelpunkt der ganzen Gespräche steht und in dem man bei der nächsten Sichtung die Rolle von Frau Langenkamp eventuell aus einem ganz anderen Blickwinkel sieht.

"I am Nancy" darf man auf keinen Fall mit "Never Sleep Again" vergleichen, darüber sollte man sich von Beginn an im Klaren sein. Hier handelt es sich ausschließlich um eine 70-Minütige Doku, in der es einzig und allein um den Stellenwert der weiblichen Hauptfigur geht. Dennoch handelt es sich um durchaus interessante Informationen und gerade die Meinung der Fan-Base dürfte für manch einen eine kleine Überraschung darstellen. Für Liebhaber der Reihe absolutes Pflichtprogramm und gleichzeitig eine lohnenswerte Ergänzung zur zuvor erschienenen Doku, die auch bei Ascot Elite erschienen ist.


Fazit:


"I am Nancy" spiegelt kurz und knackig den Stellenwert einer tragenden Figur wieder und beinhaltet lohnenswerte Informationen, um ein Gesamtwerk zu ergänzen, das man nur als grandios bezeichnen kann. Kein echter "Nightmare-Fan" sollte diese DVD an sich vorbeiziehen lassen und mit ihr seine Sammlung vervollständigen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 70 Minuten

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 21. Dez 2012, 20:27
von horror1966
Bild




Thale - Ein dunkles Geheimnis
(Thale)
mit Silje Reinamo, Erlend Nervold, Jon Sigve Skard, Morten Andresen, Roland Astrand
Regie: Aleksander Nordaas
Drehbuch: Aleksander Nordaas
Kamera: Aleksander Nordaas
Musik: Raymond Enoksen / Geimund Simonsen
FSK 16
Norwegen / 2012

Die Tatortreiniger Leo und Elvis werden zu einer abgelegenen Waldhütte geschickt, wo sie sich um die Leiche des verstorbenen Besitzers kümmern sollen. Zufällig entdecken sie einen verborgenen Keller, vollgestopft mit seltsamen Skizzen und mysteriösen Tonbandaufnahmen. Das Stöbern findet ein abruptes Ende, als sie plötzlich von einer jungen Frau angegriffen werden, die sich hier versteckt hielt! Schnell finden die beiden heraus, dass die stumme Frau namens Thale für Jahrzehnte in diesem Keller vor der Außenwelt abgeschottet wurde! Nach und nach wird ihnen auch der Grund dafür klar. Doch jetzt steht die Kellertür weit offen, und es dauert nicht lang, bis ungebetene Gäste vor der Hütte auftauchen ...


Immer wieder kommen aus Skandinavien Filme zu uns, die zumeist gewöhnungsbedürftige Genre-Mixes darstellen und auch "Thale" macht hier keine Ausnahme. Dem Zuschauer präsentiert sich ein durchgehend mysteriöses Geschehen, das sich aus Thriller, Fantasy-und Mystery Elementen zusammensetzt und zum Ende hin auch noch dezente Horror-Anleihen erkennen lässt. Aleksander Nordaas hat bei seinem zweiten Film nicht nur die Regie geführt, gleichzeitig zeichnet er auch für Drehbuch und Kamera-Arbeit verantwortlich. Eventuell mag es an dieser Mehrfach-Belastung liegen, das sich der Film teilweise recht unentschlossen zeigt, denn die wirklich sehr guten Ansätze der Geschichte werden leider nicht konsequent ausgearbeitet. Vielmehr gestaltet sich das Szenario fast schon in der Form eines Kammerspiels, in dem zwar eine sehr gelungene Grundstimmung vorherrscht, das jedoch dafür mit einem eher durchwachsenen Spannungsaufbau daherkommt. Einzig und allein die Frage nach der Herkunft der jungen Thale sorgt dafür, das man durchgehend am Ball bleibt und das sehr ereignislose Szenario interessiert weiter verfolgt.

Es passiert nämlich nicht wirklich viel, gerade einmal die letzten Minuten sorgen für ein wenig Action, ansonsten gestaltet sich die Erzählweise sehr ruhig-und bedächtig. Das ist normalerweise auch keinesfalls negativ zu bewerten, aber in vorliegendem Fall geben sich diverse Längen zu erkennen, was bei einer Laufzeit von knapp über 70 Minuten eigentlich nicht vorkommen sollte. In Bruchstücken und durch diverse Flashbacks wird einem das mystische Rätsel um Thale etwas näher gebracht und die endgültige Lösung präsentiert sich erst wenige Minuten vor dem eher unspektakulären Ende. Man wird dabei mit einer weiteren nordischen Legende konfrontiert, die sich aber alles andere als spannend entpuppt, so das die Story im Prinzip keinerlei Überraschungsmomente parat hält, die das gewonnene Gesamtbild besonders aufwerten könnten. Der Höhepunkt des Ganzen sind eigentlich die beiden Hauptfiguren Leo und Elvis, denn hier handelt es sich ganz eindeutig um 2 Sympathieträger, die auch teilweise für einen ordentlichen Schuss Humor sorgen, der die Ereignisse dann doch ein wenig bereichert. Ansonsten ist es aber eher der normale Durchschnitt, wobei man sicherlich eine Menge mehr hätte herausholen können.

Eventuell wäre es sinnvoll gewesen, den Horror-Anteil des Geschehens ein wenig stärker hervorzuheben, denn die spärlich vorhandenen Elemente sind nicht mehr als extrem dezente Andeutungen. Stattdessen wird man aber mit manchmal endlos erscheinenden Flashbacks zugeschüttet, die sich zudem fast immer stark ähneln. Und so bleibt es leider nicht aus, das trotz einer sehr kurzen Laufzeit in manchen Passagen Langeweile auftritt, was nicht unbedingt als Qualitäts-Merkmal anzusehen ist. Dennoch ist "Thale - Ein dunkles Geheimnis" wahrlich kein schlechter Film und es wird bestimmt genügend Leute geben, die dieses Werk sogar richtig gut finden. Mir persönlich hat jedoch der echte Kick gefehlt, denn trotz der durchaus gelungenen Atmosphäre und den mystischen Anleihen will zu keiner Zeit ein wirklicher Funke überspringen und die Faszination der Geschichte bewegt sich doch in einem äußerst überschaubaren Rahmen.

Im Endeffekt wurde hier wieder einmal eine Menge an Potential verschenkt, den die Mixtur aus Mystik, Fantasy-und ein wenig Horror hätte etwas ganz Besonderes werden können. Vielleicht hat man auch etwas zu viel gewollt, was dem ganzen insgesamt gesehen aber eher geschadet hat. Zu unentschlossen und unausgegoren präsentieren sich die Geschehnisse, die zudem auch leider an fehlendem Aktionismus leiden. Trotzdem dürften viele Leute ihre Freude an dieser norwegischen Produktion haben, denn wer Filme wie "Troll Hunter" oder auch "Rare Exports" zu schätzen weiß, dürfte auch hier auf seine Kosten kommen.


Fazit:


Aleksander Nordaas hat mit "Thale" einen eher durchschnittlichen Mix auf den Weg gebracht, den man schwerlich einem bestimmten Genre zuordnen kann. Leider hat er es aber versäumt seiner Story die nötige Substanz zu verleihen, um für höhere Ansprüche zu genügen. Teilweise durchaus unterhaltsam und mit witzigem Humor versehen, entstehen aber auch immer wieder kleine Längen, die das Seh-Vergnügen deutlich beeinträchtigen.


6/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 21. Dez 2012, 20:28
von horror1966
Bild




Jersey Devil
(The Barrens)
mit Shawn Ashmore, Mia Kirshner, Stephen Moyer, Peter DeCunha, Erik Knudsen, Allie MacDonald, Athena Karkanis, Max Zopplin, Demore Barnes, Naomi Snieckus, J. LaRose, Chantelle Chung, David Keeley
Regie: Darren Lynn Bousman
Drehbuch: Darren Lynn Bousman
Kamera: Joseph White
Musik: Bobby Johnston
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Der "Jersey Devil": Viele Legenden ranken sich um die jahrhundertealte Kreatur, welche in den einsamen Wäldern New Jerseys ihre Opfer suchen und zerfleischen soll. Diese Märchen halten Richard allerdings nicht auf, in dieser Gegend mit seiner Familie einen Wochenend-Campingausflug zu unternehmen. Auch das Auftauchen von übel zugerichteten Tierkadavern hindert ihn nicht daran, immer tiefer in den Wald vorzudringen. Doch schon bald wird die erste Leiche geborgen, und Richard scheint mehr über die vermeintliche Sagengestalt zu wissen, als er zugeben möchte ...


Komischerweise werden die neuen Filme von Darren Lynn Bousman von vielen Leuten immer etwas unterbewertet, was sicherlich ein wenig in der Tatsache begründet ist, das der gute Mann mit seinen 3 Regie-Arbeiten innerhalb der Saw-Reihe (Saw 2-4) die Messlatte in Sachen Härte teilweise ziemlich hoch gelegt hat. Kein Wunder also das viele ganz automatisch weiterhin harte und blutige Horrorfilme erwarten und nach der Sichtung der neuen Filme in dieser Beziehung doch eher enttäuscht sind. Das war schon bei "11-11-11 - Das Tor zur Hölle" so und auch beim vorliegenden "Jersey Devil" verhält es sich anscheinend nicht anders. Zugegebenermaßen könnte man aufgrund der Inhaltsangabe eventuell sogar ein spektakuläres-und blutiges Creature-Movie erwarten, aber die Geschichte entwickelt sich vielmehr in Richtung Psycho-Drama, das mit einigen etwas blutigeren Passagen angereichert wurde. So bekommt der Zuschauer einige verendete Tierkadaver und diverse menschliche Leichen präsentiert, doch die dazugehörigen taten werden zu keiner Zeit visuell in Szene gesetzt. Nun mag sich das eventuell etwas langweilig anhören, ist es aber ganz und gar nicht. Zuerst einmal präsentiert sich die Story in einem äußerst atmosphärischen Gewand, denn der Schauplatz des unglaublich großen Waldgebietes dient hier fast schon idealerweise für Gänsehaut und unheimliche Momente, die "Jersey Devil zur Genüge beinhaltet. Bousman ist es ganz vortrefflich gelungen, trotz fehlender expliziter Gewaltdarstellungen einen durchgehend konstanten Spannungsbogen zu erzeugen, der das Geschehen jederzeit sehr interessant erscheinen lässt.

Dabei wird man zu Beginn noch hauptsächlich mit Problemen innerhalb Richard's Familie konfrontiert, die auch im weiteren Verlauf immer wieder in den Vordergrund treten und für das Szenario auch nicht unerheblich sind. So ist nicht nur das Verhältnis seiner ältesten Tochter und der Stiefmutter mehr als problematisch, auch unter den Eheleuten sind die ständig auftretenden Spannungen nicht zu übersehen. Hauptsächlich steht der Charakter von Richard im Vordergrund, der von einem sehr spielfreudigen Shawn Ashmore äußerst gut dargestellt wird. Die Figur erscheint geheimnisvoll und in etliche Sequenzen sogar regelrecht unheimlich, was dem Gesamtbild insgesamt sehr gut zu Gesicht steht. Zudem scheint der gute Mann weitaus mehr über die Legende des "Jersey Devil" zu wisse, als er letztendlich zugeben möchte. Aus diesem Aspekt bezieht die Story dann auch den Hauptteil ihrer Stärke, weiß man doch bis kurz vor dem Ende nicht wirklich, wer für die etlichen Tötungen verantwortlich zeichnet. Ist es der anscheinend halluzinierende Richard, oder verbirgt sich ein anderer Täter hinter den abscheulichen Morden? Die dritte Möglichkeit wäre dann noch, das es sich hier keinesfalls um eine Legende handelt, sondern es die sagenhafte Kreatur wirklich gibt, die vor über 400 Jahren als dreizehntes Kind einer Hexe vollkommen deformiert zur Welt gekommen sein soll.

Diese Frage wird am Ende auch beantwortet, doch bis dahin wird der Zuschauer lediglich mit Andeutungen konfrontiert, wobei der Verdacht in eine ganz bestimmte Richtung gelenkt wird. Das sorgt ganz automatisch dafür, das die Konzentration des Betrachters durchgehend aufrecht erhalten wird, und die von den Ereignissen ausgehende Faszination tut ihr Übriges, um hier für etliche Gänsehaut-Momente zu sorgen. Das sich dabei der vorhandene Härtegrad in sehr überschaubaren Grenzen bewegt, hat mich persönlich gar nicht weiter gestört, denn dieser kleine, aber sehr feine Horror-Thriller hat seine Stärken an ganz anderen Stellen. So ist man auch die ganze Zeit über hin-und her gerissen, was die Identität des Mörders angeht, denn trotz der offensichtlichen Fokussierung auf eine bestimmte Person gibt es immer wieder andere Anzeichen, die einen ins Grübeln kommen lassen. An dieser Stelle ist dann auch das wirklich gelungene Schauspiel der Haupt-Charaktere hervorzuheben, die allesamt einen äußerst überzeugenden Eindruck hinterlassen und den Zuschauer lange Zeit darüber im Unklaren lassen, was hier nun Realität oder reine Einbildung ist.

Ganz wichtig ist auch noch der Punkt, das man vorliegende DVD nicht beim Einsetzen des Abspanns schon aus dem heimischen Player holt, da die Geschichte danach noch einige Minuten weitergeht. Gleichzeitig hat Bousman dem Geschehen auch noch einen Cliffhanger beigefügt der durchaus darauf hindeuten könnte, das hier mit einer Fortsetzung zu rechnen ist. Ich selbst fühlte mich bestens unterhalten und kann die eher negativen Kritiken zu diesem Horror-Thriller nicht so ganz nachvollziehen. Sicherlich handelt es sich nicht um eine Story, die etliche Neuerungen beinhaltet, denn ähnlich gelagerte Szenarien hat man schon oft genug gesehen. Dennoch bekommt man ein spannendes-und sehr atmosphärisches Gesamtpaket präsentiert, das auf jeden Fall kurzweilige Genre-Unterhaltung bietet, die man sich jederzeit gut anschauen kann.


Fazit:


"Jersey Devil" ist kein filmisches Meisterwerk, wird jedoch in meinen Augen zu Unrecht unterbewertet. Gute Schauspieler, sehr viel Spannung und eine herrlich dichte Grundstimmung sind vollkommen ausreichend, um an dieser Stelle von einem Genre-Vertreter zu sprechen, der sich über dem normalen Durchschnitt ansiedelt und kurzweilige Unterhaltung bietet.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Sa 22. Dez 2012, 22:28
von horror1966
Bild




Der Exterminator 2
(Exterminator 2)
mit Robert Ginty, Mario Van Peebles, Deborah Geffner, Frankie Faison, Bruce Smolanoff, Reggie Rock Bythewood, David Buntzman, Kenny Marino, Derek Evans, Irwin Keyes, Arye Gross, Janet Rotblatt
Regie: Mark Buntzman
Drehbuch: Mark Buntzman / William Sachs
Kamera: Robert M. Baldwin / Joseph Mangine
Musik: David Spear
keine Jugendfreigabe
USA / 1984

Der Exterminator ist wieder da! Als freier Mann läuft er durch die Straßen von New York und hinterlässt eine Spur aus Blut und Gewalt auf seinem Feldzug gegen Gangster und Kriminelle. Dabei trifft er auf einen alten Kumpel aus Army-Zeiten. Gemeinsam beschließen sie, New Yorks Verbrecher zur Strecke zu bringen, denn die Polizei hat schon längst aufgegeben. Doch als sie den Bruder des Gangsterbosses X erschießen, gerät Eastlands Freundin in tödliche Gefahr - der Exterminator schwört Rache und Vergeltung... mit einem Flammenwerfer!


4 Jahre nach dem ersten Teil von James Glickenhaus erschien 1984 die Fortsetzung um den gnadenlosen Rächer mit dem Flammenwerfer. Glickenhaus hatte die Rechte an Cannon verkauft und so führte Mark Buntzman nun die Regie bei dieser recht gelungenen Fortsetzung. Die Geschichte an sich bietet natürlich keinerlei neue Impulse und wurde nach dem altbewährten Strickmuster des Vorgängers gestrickt, nur das man es hier halt mit neuen Figuren zu tun hat. Dennoch präsentiert sich ein weiteres Mal ein actionreicher Rache-Thriller, der zwar insgesamt gesehen etwas schwächer ausfällt als Teil 1, aber in Sachen Action sogar mehr Passagen anbietet. Dafür muss man jedoch in Kauf nehmen, das die Story rein inhaltlich ein wenig banaler erscheint und an einigen Stellen auch etwas unrealistisch wirkt. Das dürfte jedoch bei einem Film dieser Art nicht sonderlich ins Gewicht fallen, kann sich der Genre-Fan doch auf ein wahres Spektakel einstellen, in dem zu keiner Zeit auch nur der Anflug von Langeweile aufkommt.

Natürlich ist auch hier wieder Robert Ginty in der Hauptrolle zu sehen und es fällt einem immer noch schwer, sich diesen absoluten Durchschnittstypen als gnadenlosen Rächer vorzustellen, denn vom Äußeren her hinterlässt der gute Mann einen doch eher unscheinbaren Eindruck beim Zuschauer. Nichtsdestotrotz muss er sich in vorliegender Geschichte mit einer ganzen Gang rumschlagen, die unter der Führung von X (Mario Van Peebles) die Straßen und die Bürger von New York terrorisieren. Mord und Totschlag ist die Hauptbeschäftigung der Gruppe, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um ihre Ziele zu verwirklichen. Nachdem der Exterminator auch persönlich von den Machenschaften betroffen ist, macht er zusammen mit seinem Freund Bee Gee Jagd auf die wilde Horde und es entwickelt sich ein Action-Szenario, das es phasenweise wirklich in sich hat.

Und auch wenn die Ereignisse ziemlich vorhersehbar sind, ändert das rein gar nichts am hohen Unterhaltungswert des Filmes. Schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne kann man sich denken, das wirklich alles auf einen finalen Showdown zwischen Ginty und Van Peebles hinausläuft, der in den letzten Minuten äußerst spektakulär ins Bild gesetzt wurde. Wilde Schießereien und etliche Explosionen sind an der Tagesordnung, so das der geneigte Fan hier jederzeit voll auf seine Kosten kommt. "Exterminator 2" ist eine wirklich gelungene-und absolut sehenswerte Fortsetzung, die zwar ihre Stärken nicht gerade in einer inhaltlich tief gehenden Geschichte sucht, dafür aber den Begriff Action perfekt bedient. Zudem kann sich auch das dargebrachte Schauspiel durchaus sehen lassen und ist für einen Film dieser Art absolut ausreichend. Und so entpuppt sich das Werk als ein herrliches Relikt der 80er Jahre, an dem man auch in der heutigen Zeit immer wieder seine helle Freude hat.

Dank Ascot Elite gibt es diese kleine Genre-Perle nun auch endlich in einer offiziellen Veröffentlichung zu begutachten, die insbesondere in Sachen Bildqualität eine lohnenswerte Anschaffung darstellt. Musste man sich doch bisher leider mit einem Bootleg begnügen, das mit einem Bild daher kam, das man doch als ziemlich minderwertig bezeichnen muss. Nun aber erstrahlt das Werk in neuem Glanz und es macht noch mehr Spaß, sich diese Action-Granate wieder einmal anzuschauen. Nach nunmehr fast 3 Jahrzehnten hat der Film rein gar nichts von seinem Reiz und seiner Faszination eingebüßt, so manche Produktion der Neuzeit könnte sich hier sogar noch eine dicke Scheibe abschneiden.


Fazit:


Nicht ganz so stark wie Teil 1, stellt "Exterminator 2" jedoch immer noch einen überdurchschnittlich guten Nachfolger dar, der phasenweise ein echtes Action-Feuerwerk abbrennt, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Der berühmt-berüchtigte Flammenwerfer muss einmal mehr Höchstarbeit leisten und heizt dabei so manchem Verbrecher so richtig schön ein.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0 Mono
Bild: 1,33:1
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Trailershow

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 25. Dez 2012, 16:19
von horror1966
Bild




Prometheus - Dunkle Zeichen
(Prometheus)
mit Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron, Idris Elba, Guy Pearce, Logan Marshall-Green, Sean Harris, Rafe Spall, Emun Elliott, Benedict Wong, Kate Dickie, Branwell Donaghey, Shane Steyn
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: John Spaihts / Damon Lindelof
Kamera: Dariusz Wolski
Musik: Marc Streitenfeld
FSK 16
USA / 2012

Das Jahr 2089. Verstreut über die gesamte Welt entdeckt die Forscherin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) mysteriöse Zeichen, die alle auf dasselbe Ziel im Weltraum deuten. In Begleitung des Androiden David 8 (Michael Fassbender), zwei Vertretern von Weyland Industries (Charlize Theron und Guy Pearce) und dem restlichen Team der „Prometheus“ folgt sie den Hinweisen zu den Ursprüngen des menschlichen Lebens. Ihre gefährliche Expedition führt sie in eine der dunkelsten Ecken des Universums, wo sie sich einem Kampf stellen müssen, der über die Zukunft der Menschheit entscheiden wird.


Wohl kaum ein anderer Film der letzten Jahre hat schon im Vorfeld eine so hohe Erwartungshaltung beim Zuschauer ausgelöst, wie es bei "Prometheus" der Fall ist. Ob der Film diese nun erfüllen konnte muss ein jeder für sich selbst entscheiden, denn die hier erzählte Vorgeschichte der Alien-Quadrilogy hinterlässt in einigen Punkten einen etwas zwiespältigen Eindruck. Selbst als eigenständiges Werk gesehen wirft das Szenario so manche Frage auf, die leider nicht zufriedenstellend beantwortet wird, was einerseits einen etwas schalen Beigeschmack hinterlässt, aber auf der anderen Seite andeutet, das Ridley Scott sich die Möglichkeit offen lässt, die Thematik in einer Fortsetzung weiter auszuarbeiten. Nach dem äußerst offenem Ende liegt diese Möglichkeit förmlich auf der Hand und man kann den Zuschauer einfach nicht mit dieser Produktion zurücklassen, die letztendlich noch ein wenig unrund erscheint. Dabei ist die Inszenierung an sich absolut gelungen, Scott lässt schon in den ersten Einstellungen wieder einmal sein Gespür für eine grandiose Optik erkennen und verwöhnt einen regelrecht mit starken Bildern. Im Bezug auf die Effekte gibt es auch keinerlei Grund zur Beanstandung, was allerdings meiner Meinung nach auch nicht zu befürchten war.

Die eigentliche Schwäche von "Prometheus" liegt vielmehr im Drehbuch begründet, das eher selten eine wirklich flüssige Erzählweise der Ereignisse zulässt. An etlichen Stellen wirkt die Story sogar regelrecht holprig und wirft zudem etliche Fragen auf, die nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Woher kommen beispielsweise die sogenannten Konstrukteure, was hat es mit den Hologrammen auf sich und wer hat die Konstrukteure erschaffen, die hier als die Schöpfer des Menschen hingestellt werden? Das sind nur einige offene Fragen, wobei man an dieser Stelle auch durchaus noch einige andere in den Raum werfen könnte. Dadurch wirken die Geschehnisse streckenweise etwas unausgegoren und lassen jede Menge Spielraum für eine weitere Verfilmung, die dann bei diesen Punkten hoffentlich erschöpfende Informationen enthält. Dennoch handelt es sich immer noch um einen überdurchschnittlich guten Film, der insbesondere optisch vollkommen überzeugen kann. Auch in darstellerischer Hinsicht kann man sich nicht beklagen, sämtliche Akteure liefern einen guten Job ab, wobei mir persönlich vor allem Michael Fassbender in der Rolle des Androiden David sehr gut gefallen hat. Ein wenig blass erscheint lediglich Charlize Theron, was jedoch auch in der Tatsache begründet sein kann, das ihre Rolle wenig Möglichkeiten bietet, sich sonderlich in den Vordergrund zu spielen.

Der vorhandene Spannungsbogen enthält leider immer wieder kleinere Einbrüche und kann sich so nicht konstant durch die ganze Geschichte ziehen. Besonders im Mittelteil des Filmes kommt es doch zu einigen Längen und die holprige Erzählweise lässt des Öfteren kleine Nebenerzählstränge zum Vorschein kommen, die sich eher mit unscheinbaren Nebensächlichkeiten beschäftigen. Man merkt also, das "Prometheus" sicherlich nicht so perfekt ist, wie viele Leute es erwartet haben. Vielleicht wurden aber auch ganz bewusst etliche Andeutungen und Rätsel in die Geschehnisse eingebaut, um die Vorfreude beim Betrachter auf eine mögliche Fortsetzung zu schüren, wobei dieser Schachzug aber ein zweischneidiges Schwert wäre da zuerst einmal ein wenig Ernüchterung einkehrt. Nun sollte man den Film aber auch nicht schlechter mach als er in Wirklichkeit ist, beinhaltet er doch in erster Linie einige visuelle Highlights, die für so manch anderes Manko entschädigen. Stellvertretend dafür sei nur die Passage erwähnt, in der die Hauptfigur Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) eine Operation an sich selbst vornimmt, um ein Alien aus ihrem Bauch zu entfernen. Auch das gewählte Ende ist streckenweise recht spektakulär ausgefallen und schlägt dann förmlich mit der letzten Einstellung die endgültige Brücke zur Alien-Saga, die man sich meiner Meinung nach auch gleich nach diesem Werk noch einmal anschauen sollte.

Letztendlich kann "Prometheus - Dunkle Zeichen" die in ihn gesetzten Erwartungen keinesfalls gänzlich erfüllen, ist aber dennoch ein überdurchschnittlich guter Film und für jeden Alien-Fan absolutes Pflichtprogramm. Man kann nur hoffen, das Ridley Scott die hier aufgeworfenen Fragen in einer Fortsetzung der Geschichte erschöpfend beantwortet, denn nur so würde sich dann auch ein rundes Gesamtbild ergeben, das man zu diesem Zeitpunkt aber noch längst nicht erkennen kann. Mit der richtigen Erwartungshaltung kommt man hier jedenfalls auf seine Kosten, jedoch sollten die eigenen Ansprüche nicht zu hoch angesiedelt werden, da man ansonsten durchaus eine kleine Enttäuschung erleben könnte.


Fazit:


Den allgemein verbreiteten Hype um diesen Film kann ich nicht ganz nachvollziehen, bleiben doch zu viele offene Baustellen die erst noch geschlossen werden müssen. Als eigenständiges Werk gesehen würde "Prometheus" eventuell etwas besser wegkommen, aber es ist einfach unvermeidlich, den Bezug zu den Alien-Filmen außer acht zu lassen. Doch selbst wenn man das ausschalten könnte, würden immer noch zu viele Fragezeichen im raum stehen, als das man von einem perfekten SCI/FI Abenteuer sprechen könnte.


7,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 25. Dez 2012, 17:58
von horror1966
Bild




Captain America
Captain America)
mit Matt Salinger, Ronny Cox, Ned Beatty, Darren McGavin, Michael Nouri, Scott Paulin, Kim Gillingham, Melinda Dillon, Bill Mumy, Francesca Neri, Carla Cassola, Wayde Preston, Norbert Weisser,
Regie: Albert Pyun
Drehbuch: Joe Simon / Jack Kirby
Kamera: Philip Alan Waters
Musik: Barry Goldberg
FSK 16
USA / 1990

Es ist 1944. Steve Rogers ist verzweifelt,er hat den physichen Test zur Aufnahme in die Army nicht bestanden. Aus Verzweiflung meldet sich Steve freiwillig für das Experiment "Operation Re-Birth". Durch ein Serum werden seine Kräfte verhundertfacht. "CAPTAIN AMERICA" ist geboren! Er springt im Einsatz mit dem Fallschirm ins feindliche Gebiet ab. Sein Auftrag lautet die "tödlichen Raketen" zu zerstören. Doch womit er nicht gerechnet hat, ist sein Widersacher "The Red Skull".


Im Bezug auf die Figur des "Captain America" stellte diese Verfilmung eine absolute Premiere dar, denn bisher kannte ich weder die alten-noch die neue Verfilmung um den patriotischen Superhelden, der seine Abenteuer in einem Anzug bestreitet, der die Nationalfarben der US-Flagge aufweist. Und ehrlich gesagt hätte ich mir doch etwas mehr von diesem Werk erwartet, als es dann letztendlich anbietet. Sicherlich ist es wie immer Geschmackssache und es liegt im Auge des jeweiligen Betrachters, doch die hier erzählte Geschichte beinhaltet doch recht wenige Dinge, die man positiv hervorheben könnte. Das man bei einer Produktion aus dem Jahr 1990 nicht die heutigen Maßstäbe anlegen darf ist dabei vollkommen klar, man sollte also keinerlei tolle Effekte erwarten, doch hier entpuppt sich das Szenario als vollkommen unspektakulär und hinterlässt größtenteils sogar einen recht langweiligen Eindruck beim Zuschauer. Zuerst einmal präsentiert sich eine äußerst langatmige Story in der man viel zu wenig Informationen über die Haupfigur erhält, die dann auch noch von einem recht hölzern agierenden Matt Salinger dargestellt wird. Offenbaren sich ansonsten die Superhelden in etlichen Filmen zumeist als absolute Sympathieträger, so kann man das in vorliegendem Fall nicht unbedingt behaupten.

Es entwickelt sich eigentlich überhaupt kein Bezug zum Haupt-Charakter, was aber auch auf sämtliche anderen Figuren umzumünzen wäre. Das liegt hauptsächlich wohl in der Tatsache begründet, das die Ereignisse seltsam belanglos-und banal vor sich hin plätschern, ohne das sich dabei ein konstanter Spannungsaufbau erkennen lassen würde. Wenn nicht wenigstens ab und zu der kostümierte Protagonist auf der Bühne erscheinen würde, hätte man überhaupt nicht das Gefühl, sich in einem Superhelden-Film zu befinden. Doch selbst diese Auftritte sind ziemlich rar gesät, größtenteils erscheint Steve Rogers als ganz normaler Mensch, dessen Kräfte zudem auch alles andere als super sind. Dies kommt in den selten vorhandenen Action-Passagen äußerst eindrucksvoll zum Vorschein, denn bis auf einen kleinen Kampf am Anfang des Filmes und einem ebenso kleinen Handgemenge am Ende wird einem nicht sonderlich viel geboten. Sein Gegenspieler "Red Skull" ist dabei auch keineswegs das Gelbe vom Ei, doch hinterlässt diese Figur zumindest einen leicht bedrohlichen Eindruck, der jedoch auch viel zu selten zum Vorschein kommt. Die Story hält sich viel zu sehr mit Belanglosigkeiten auf, wobei insbesondere die romantische Ader von Rogers ständig im Mittelpunkt steht. Das zerfasert die von haus aus schon sehr dünne Story-Line nur noch mehr und wertet das Ganze auch nicht unbedingt auf.

Wenn man in der Inhaltsangabe liest, das sich die Kräfte des Mannes durch das Experiment verhundertfacht haben, so ist davon leider herzlich wenig zu sehen. Im Nahkampf mit seinem Gegner scheinbar hoffnungslos unterlegen scheint seine einzige Fähigkeit darin zu bestehen, seinen Schild einige Male zu schleudern, um so einige Gegner außer Gefecht zu setzen. Da man diese Szenen schon durchaus als Höhepunkt bezeichnen kann, mag man sich ziemlich deutlich auszumalen, das diese Produktion nicht gerade mit etlichen Highlights ausgestattet ist. Das ist sogar noch diplomatisch ausgedrückt, denn im Grunde genommen ist "Captain America" für mich persönlich die mit Abstand schwächste Comic-Verfilmung, die ich bisher gesehen habe. Regisseur Albert Pyun hat hier einen Film auf die Beine gestellt der im Prinzip alles das vermissen lässt, was man von einer Superhelden-Verfilmung eigentlich erwartet.

Im Endeffekt muss man diese Produktion nicht wirklich gesehen haben, obwohl sie ja anscheinend für einige Leute eine Art Kultstatus besitzt, der sich mir aber in keiner einzigen Szene offenbaren konnte. Es ist viel eher sehr mühsam, hier durchgehend am Ball zu bleiben und die DVD nicht frühzeitig aus dem Player zu holen. Der einzige Grund warum man es nicht macht ist die Hoffnung auf eine gewisse Steigerung des Unterhaltungswertes, die aber bis zum Ende nicht eintritt. Lediglich Leute mit Schlafstörungen dürften voll auf ihre Kosten kommen, denn wer bei so viel Langeweile nicht wohlig dahin dämmert, dem helfen auch keine Schlaftabletten, die hier in filmischer Form verabreicht werden.


Fazit:


Selbst wenn man mit ziemlich niedrigen Erwartungen an diesen Film herangeht, werden diese am Ende immer noch unterboten. Wunderdinge hatte ich sowieso nicht erwartet, aber doch immerhin eine Geschichte, die zumindest kurzweilig unterhalten kann und einige sehenswerte Kämpfe bietet. Bekommen habe ich ein Szenario, das ich mir auch jederzeit hätte sparen können und das phasenweise sogar für starke Ermüdungserscheinungen sorgt.


2/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 30. Dez 2012, 15:45
von horror1966
Bild




Deserter
(Simon: An English Legionnaire)
mit Paul Fox, Tom Hardy, Kate Maberly, Aitor Merino, Felicite Du Jeu, Yorick van Wageningen, Bruno Munoz-Rojas, Javier Alcina, Christian Mulot, Dugald Bruce Lockhart, Enzo Cilenti, Bruno Lastra
Regie: Martin Huberty
Drehbuch: Simon Murray / Axel Aylwen
Kamera: Dino Parks
Musik: Debbie Wiseman
FSK 16
Großbritannien / 2002

Staub und Hitze, die brutale Ausbildung und noch brutalere Kämpfe mit algerischen Freischärlern haben aus dem jungen, naiven Simon Murray schnell einen Mann gemacht. Die romantischen Vorstellungen und Ideale sind nach seiner Verpflichtung zur französischen Fremdenlegion allerdings schnell auf der Strecke geblieben. Dafür hat er echte Kameradschaft und Freundschaft gefunden. Als Frankreich schließlich Algerien in die Unabhängigkeit entlassen will, geht ein tiefer Riss durch die Legion, der auch Simon und seinen besten Freund trennt. Denn Pacal unterstützt heimlich die Untergrundorganisation der Algerienfranzosen, die die Freiheit des Landes mit allen Mitteln verhindern will. Plötzlich stehen die Freunde auf verschiedenen Seiten …


Schon vor 10 Jahren erschien dieser auf den Tagebüchern von Simon Murray basierende Film, der sich weniger mit großartigen Kampfhandlungen als vielmehr mit den Gedanken eines jungen Mannes beschäftigt, der aus recht naiven Beweggründen der französischen Fremdenlegion beigetreten ist. Herausragende Kampf-Passagen sollte der Zuschauer nicht erwarten, dafür bekommt er jedoch einen ziemlich guten Eindruck über das karge-und extrem harte Leben in der berühmten Legion, um die sich ja schon immer etliche Legenden rankten. Schon nach wenigen Minuten wird dabei klar, das sich die neuen Rekruten einem fast unmenschlichen Drill unterziehen müssen den nur die Härtesten durchstehen können. Dabei müssen sie die größten Demütigungen und Schikanen über sich ergehen lassen, was fast zwangsläufig dafür sorgt, das die Männer schon nach kurzer Zeit vollkommen desillusioniert sind.

Im Vordergrund steht dabei die Figur des Engländers Simon Murray, aus dessen Sichtweise die Geschichte erzählt wird und man bekommt es hier mit einem jungen Mann zu tun, der nicht lediglich ein Befehlsempfänger sein will, sondern auch die Handlungen und politischen Hintergründe der französischen Politik zu dieser Zeit hinterfragt. Während seine Kameraden durch den vorherrschenden Drill ziemlich schnell wie abgestumpfte Kampfmaschinen erscheinen, meldet sich bei Simon immer wieder sein Gewissen, wodurch er emotional sehr belastet erscheint und sich als einziger wirklich Gedanken darüber macht, ob die stattfindenden Kampfeinsätze in Algerien überhaupt einen echten Sinn ergeben. Dadurch steigt er im Prinzip auch zum einzigen Sympathieträger der Story auf, zu dem man eine wirkliche Beziehung herstellen kann. Loyalität, Freundschaft, aber auch blinder Gehorsam sind in der Folgezeit die vordergründigen Aspekte, die von Regisseur Martin Huberty sehr gut ins Bild gesetzt wurden. Man kann sich einen ungefähren Eindruck über das Leben der Legionäre machen und findet dabei eigentlich keinerlei Anhaltspunkte dafür, das sich ein solches Leben als lohnenswert herausstellt.

Die Action-Passagen des Films bewegen sich in einem sehr überschaubaren Rahmen, bis auf wenige kleinere Scharmützel bekommt man in dieser Hinsicht nicht sonderlich viel geboten. Meiner Meinung nach ist das jedoch keinesfalls ein negativer Kritikpunkt, denn "Deserter" kann auch ohne ein echtes Action-Feuerwerk gänzlich überzeugen. Dennoch hätte man aus der vorhandenen Thematik noch weitaus mehr herausholen können, denn das vorhandene Potential wurde leider nicht gänzlich ausgeschöpft. Noch mehr inhaltliche Tiefe, intensivere Charakter-Beleuchtungen und eine noch stärkere Fokussierung auf den Algerien-Krieg hätten aus einem guten einen herausragenden Film machen können und eine etwas längere Laufzeit des Ganzen wäre mit Sicherheit hilfreich gewesen, um sich einen viel besseren Eindruck über die vorherrschende Situation zu machen.

Hier handelt es sich aber um Kritik auf hohem Niveau und manch einer mag das auch vollkommen anders empfinden. Prinzipiell handelt es sich auf jeden Fall um einen äußerst sehenswerten Beitrag, der von Anfang bis zum Ende jederzeit spannend ist und zudem eine erstklassige Grundstimmung beinhaltet. Ein weiterer Pluspunkt ist das glaubwürdige Schauspiel der Akteure, wobei ganz besonders die Leistungen der beiden Hauptdarsteller Paul Fox und Tom Hardy hervorzuheben sind. "Deserter" ist ein wirklich gelungener Film, dessen Darstellung einer sehr interessanten Thematik aber leider nicht ganz so ausführlich ausfällt, wie man es sich gewünscht hätte. Dennoch beinhaltet das Szenario seine ganz eigene Faszination und bietet jederzeit erstklassige Unterhaltung, auf die man nicht verzichten sollte. Die oft heldenhaft dargestellten Legenden über die Fremdenlegion erscheinen hier in einem vollkommen anderen Licht und es sind vielmehr die desillusionierenden Momente, die einen zum nachdenken anregen.


Fazit:


Sicherlich nicht perfekt, aber jederzeit intensiv und äußerst sehenswert präsentiert sich mit "Deserter" ein Werk, das einen durchaus nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen kann. Eine spannende Geschichte, gut agierende Darsteller und viele nachdenklich stimmende Momente ergeben ein sehr gutes Gesamtbild, das jedoch bei näherer Betrachtung noch weitaus besser hätte ausfallen können.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 3. Jan 2013, 19:34
von horror1966
Bild




The Riffs - Die Gewalt sind wir
(1990 i guerrieri del Bronx)
mit Mark Gregory, Stefania Girolami, Fred Williamson, Vic Morrow, John Sinclair, Christopher Connelly, George Eastman, Ennio Girolami, Massimo Vanni, Betty Dessy, Angelo Ragusa
Regie: Enzo G.Castellari
Drehbuch: Elisa Briganti / Enzo G. Castellari
Kamera: Sergio Salvati
Musik: Walter Rizzati
FSK 18
Italien / 1982

Die Bronx, eine höllische Steinwüste mitten in New York. Hier regiert das Gesetz der Strasse. Die Banden der Riffs, Scavengers und Tigers kontrollieren das Stadtgebiet. Die Polizei ist machtlos und hat das gesamte Viertel zum Sperrgebiet erklärt. Ann, die Tochter des Präsidenten der Manhattan Cooperation, hat das Leben in der High Society satt und sucht Unterschlupf bei Trash, dem Anführer der Riffs. Schließlich kommt es zwischen den Gangs zum Krieg um das Mädchen. Das New Yorker Police-Departement hat zudem seinen besten Mann, Hammer, entsandt, um Anne aus der Bronx zurückzuholen...


Nun könnte man es sich recht leicht machen und das Werk von Enzo G. Castellari lediglich als trashige Italo-Variante eines Bandenfilms abstempeln, doch mit dieser Einschätzung würde man "The Riffs - Die Gewalt sind wir" nicht annähernd gerecht werden. Dieser billig erscheinende B-Movie bietet nämlich eine herrliche Kombination aus Action, Endzeit-und SCI/FI Feeling, die streckenweise an einen Film wie "Die Klapperschlange" erinnert, was sich jedoch keinesfalls auf die Geschichte an sich bezieht. Diese fällt dann im Prinzip auch ziemlich spärlich aus, was aber überhaupt nichts am sehr hoch angesiedelten Unterhaltungswert der Ereignisse ändert. Schauplatz des Ganzen ist die New Yorker Bronx die ausschließlich von verschiedenen Banden regiert wird und die sich rein visuell wie eine echte Trümmerlandschaft darstellt. Während des gesamten Geschehens bekommt man eigentlich nicht ein intaktes Haus zu Gesicht, sondern lediglich Ruinen, die nur noch auf die berühmte Abrissbirne warten.

Und so spielt sich das Bandenleben auch hauptsächlich unter der Erde ab, denn hier haben die verschiedensten Gangs ihren Unterschlupf gefunden und alle fallen hauptsächlich durch herrliche Kostüme auf, von denen manche schon etwas fast futuristisches an sich haben. Dieser Eindruck bezieht sich aber auch auf die Sturmtruppen der Manhattan Cooperation, die in teils skurrilen Outfits die Tochter ihres Präsidenten zurückholen wollen, die sich in den baufälligen Stadtteil begeben hat, um Abstand zu den dubiosen Machenschaften ihres Vaters zu bekommen. Nach schon relativ kurzer Zeit entwickelt sich eine waghalsige Jagd durch die unterirdischen Katakomben, die zudem auch noch herrlich actionreich in Szene gesetzt wurde. Wilde Schießereien, etliche Explosionen und einige Nahkämpfe sorgen an dieser Stelle für genügend Abwechslung und steigern den Unterhaltungswert des Ganzen in ungeahnte Höhen.

Auch die Leistungen der Schauspieler sind eine absolute Augenweide, wobei sich dieser Aspekt aber nicht unbedingt durch herausragendes Schauspiel zu erkennen gibt. Vielmehr sind es die phasenweise theatralisch wirkenden Momente, die den geneigten Fan in wahre Verzückung geraten lassen und stellvertretend steht hier der Name Mark Gregory, der in der Rolle des Anführers Trash eine größtenteils unfreiwillig komische Note einführt. Trotz seiner anschaulichen Figur erscheint der gute Mann immer ein wenig tuntig auf mich und ich kann seinen Charakter nie so richtig ernst nehmen. Hier handelt es sich nun aber keinesfalls um negative Kritik, denn gerade sein manchmal schon künstliches Auftreten ist meiner Meinung nach ein absoluter Höhepunkt dieses Filmes. Mit Vic Morrow hat man ihm dann auch den idealen Gegenpart verpasst, denn in der Rolle von Hammer liefert der Mann eine absolut überzeugende Performance ab und ist an Fiesheit-und Verschlagenheit kaum zu überbieten.

Alles zusammengenommen stellt "The Riffs - Die Gewalt sind wir" ein wunderbares Relikt der 80er Jahre dar und hat in Fan-Kreisen schon längst seinen wohlverdienten Kultstatus erreicht. Was sich für manche Leute vielleicht als billiges Filmchen darstellt, ist in Wahrheit eine skurrile Perle des italienischen Genrekinos, die in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.


Fazit:

Enzo G. Castellari hat hier wirklich einen Film geschaffen, der auch nach nunmehr über 3 Jahrzehnten rein gar nichts von seinem Liebreiz-und Charme verloren hat. Eine neuerliche Sichtung ist immer wieder lohnenswert, denn beste Unterhaltung ist definitiv vorprogrammiert, auch wenn es sich um kein filmisches Meisterwerk handelt.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 3. Jan 2013, 19:36
von horror1966
Bild




The Raven - Prophet des Teufels
(The Raven)
mit John Chusack, Luke Evans, Alice Eve, Brendan Gleeson, Kevin McNally, Oliver Jackson-Cohen, Jimmy Yull, Sam Hazeldine, Pam Ferris, Brendan Coyle, Adrian Rawlins, Aidan Feore, Dave Legeno
Regie: James McTeigue
Drehbuch: Ben Livingston / Hannah Shakespeare
Kamera: Danny Ruhlmann
Musik: Lucas Vidal
FSK 16
Spanien / USA / Ungarn / 2012

Baltimore, 1849. Eine brutale Mordserie erschüttert die Stadt und rückt einen ihrer bekanntesten Bürger wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Edgar Allan Poe (John Cusack), einstmals gefeierter Autor düsterer und verstörender Erzählungen, ist gesellschaftlich in Ungnade gefallen und muss sich als Literaturkritiker durchschlagen. Bis Emmett Field (Luke Evans), Detective bei der Polizei von Baltimore, eine unheimliche Entdeckung macht, die Poe aus der Vergessenheit und in den Fokus seiner Ermittlungen holt: Ein psychopathischer Serienkiller benutzt Poes Werke als Inspiration für seine grausamen Morde, fordert den Schriftsteller und seinen brillanten Verstand zu einem teuflischen Spiel um Leben und Tod heraus. Jetzt muss Poe mit Detective Field zusammenarbeiten und wie seine berühmteste literarische Schöpfung, der analytisch ermittelnde Amateurdetektiv C. Auguste Dupin, Logik und Kombinationsfähigkeit einsetzen. Nur so kann er weitere Morde verhindern und den Killer fassen, dessen nächster Zug Poe an seiner empfindlichsten Stelle, seiner Liebe zur bezaubernden Emily (Alice Eve), trifft...


Mit dieser Verfilmung bietet Regisseur James McTeigue (V wie Vendetta) eine mögliche, aber dennoch fiktive Variante über die letzten Tage im Leben des berühmt-berüchtigten Schriftstellers Edgar Allen Poe und präsentiert dabei einen herrlichen Horror-Thriller. Allein die Kulissen des 19. Jahrhunderts versetzen den Zuschauer dabei in die genau richtige Stimmung für ein größtenteils schön düsteres Szenario, denn die Schauplätze hinterlassen einen äußerst authentischen Eindruck, um einem die damalige Zeit glaubhaft näher zu bringen. Von einer dichten Atmosphäre begleitet eröffnet sich ein Szenario das zwar in weiten Teilen sehr dialoglastig erscheint und seine Stärken nicht unbedingt in expliziten Gewaltdarstellungen sucht, dafür aber fast durchgehend für das nahezu perfekte Gänsehaut-Feeling beim Betrachter sorgt. Dennoch sind auch einige Passagen enthalten in denen man ein wenig Kunstblut serviert bekommt, wobei sich jedoch der vorhandene Härtegrad immer in einem überschaubaren Rahmen bewegt.

Nun bietet die Story zwar keine weltbewegenden Neuerungen, denn irgendwie hat man eine wie hier dargestellte Serienkiller-Story schon unzählige Male gesehen, aber dennoch entwickelt sich mit zunehmender Laufzeit eine konstant ansteigende Spannungskurve, die aber leider nicht auf einen absoluten Höhepunkt zusteuert. Zwar wird die Identität des Mörders bis kurz vor dem Ende weitesgehend im Dunkeln gehalten, aber ein echter Überraschungsmoment entsteht durch dessen Entlarvung eher nicht. So könnte man die vorliegende Geschichte dann auch durchaus als solide aber keinesfalls überdurchschnittlich abstempeln, wenn da nicht die sehr gelungene Darstellung eines John Chusack wäre. Der gute Mann liefert in der Rolle von Poe eine richtig starke Leistung ab und lässt sämtliche anderen Akteure vielmehr ein Schattendasein fristen. Zu omnipräsent erscheint die Figur des Schriftstellers, als das sich irgendein anderer Charakter wirklich entfalten könnte. So bleiben dann die anderen Figuren auch eher ein wenig blass, wobei das dargebotene Schauspiel aber immer noch recht ansehnlich ist. Manch einem mag das eventuell nicht gänzlich genügen, aber man kann sich wirklich an einem äußerst spielfreudigem Hauptdarsteller erfreuen, der einmal mehr eine gelungene Kostprobe seines Könnens abliefert.

Auch wenn "The Raven - Prophet des Teufels" ganz sicher kein Überflieger ist, weiß das Werk doch größtenteils einen überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. Für Freunde des atmosphärischen Horror-Thrillers ist der Film jederzeit sehenswert, auch wenn sich das Geschehen nicht unbedingt als innovativ präsentiert. Dafür eröffnet sich ein insbesondere in visueller Hinsicht tolles Filmerlebnis, das durch seine teils kühle Optik an Filme wie "Sleepy Hollow" oder auch "From Hell" erinnert. Eine flüssige Erzählweise der Abläufe verhindert etwaige Längen und ein stark auftrumpfender John Chusack interpretiert durch erstklassige Mimik und Gestik absolut grandios die Person des Edgar Allen Poe. Es ist eine absolute Augenweide dem Mann bei seinem Schauspiel zuzusehen, das in keiner einzelnen Passage Schwächen erkennen lässt und so schon für sich allein genommen eine Sichtung des Werkes rechtfertigt.

Insgesamt gesehen hat McTeigue hier einen Film auf den Weg gebracht, den man ohne Übertreibung als gelungenen Genre-Beitrag ansehen kann. Auch ohne größere Überraschungsmomente und eine eher etwas unspektakuläre Umsetzung sind die Abläufe jederzeit interessant und lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Und so würde ich "The Raven - Prophet des Teufels" letztendlich als einen Film einstufen, der sich etwas über dem normalen Durchschnitt ansiedelt und den man ohne Weiteres für eine Sichtung empfehlen kann.


Fazit:


Sicherlich kein Meisterwerk aber ein grundsolider Mix aus Horror-und Thriller, so präsentiert sich dieses Werk, das in erster Linie durch seine visuelle Stärke und eine herrlich dichte Grundstimmung ins Auge fällt. Mangelnde Innovation wird durch tolles Schauspiel des Hauptdarstellers ausgeglichen, so das es sich hier keinesfalls um verschwendete Lebenszeit handelt, das Anschauen lohn sich allemal.


6,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 3. Jan 2013, 21:09
von horror1966
Bild




The Riffs II - Flucht aus der Bronx
(Fuga dal Bronx)
mit Mark Gregory, Henry Silva, Valeria D'Obici, Giancarlo Prete, Paolo Malco, Ennio Girolami, Antonio Sabato, Andrea Coppola, Massimo Vanni, Moana Pozzi, Maurizio Fardo
Regie: Enzo G.Castellari
Drehbuch: Tito Carpi
Kamera: Blasco Giurato
Musik: Francesco De Masi
FSK 18
Italien / 1982

Bronx 1990: Hier herrscht das Chaos. Im Kampf um die Vorherrschaft auf den Strassen gibt es kein Erbarmen. Dem Stadtgouvaneur ist das gesetzlose Treiben schon lange ein Dorn im Auge. Aus gutem Grund: Er ist Teilhaber einer Baufirma, die in der Bronx ein modernes Geschäftsviertel plant. Doch dafür müssen zunächst fast alle alten Gebäude abgerissen werden. Das ruft die Riffs auf den Plan. Sie wollen mit aller Macht verhindern, dass die Bronx zum Freizeitzentrum der Reichen wird, und erklären dem Baukonzern und der Stadt den Kampf.


Mit dieser Fortsetzung schlägt Enzo G. Castellari die gleiche Richtung ein, die er schon in "The Riffs - Die Gewalt sind wir" vorgegeben hat. Im Prinzip wurden lediglich einige Figuren die in Teil 1 ihr Leben verloren haben durch neue ersetzt, doch ansonsten handelt es sich fast um die gleiche Geschichte, die sich mit diversen kleinen Änderungen wiederholt. Dieses Mal soll die gesamte Bronx abgerissen werden, um der Stadt New York ein luxuriöseres Gesicht zu verpassen, wobei auf die Bewohner des heruntergekommenen Stadtteils keinerlei Rücksicht genommen wird. Offiziell werden die Menschen umgesiedelt und dieser Begriff hatte schon zu Zeiten der Nazis in Deutschland einen mehr als faden Beigeschmack. Auch hier wird vielmehr mit Flammenwerfern gearbeitet als das man ernsthaft versuchen würde, den Bewohnern eine neue Heimat zukommen zu lassen. Das ruft dann unweigerlich die Verbliebenen der ehemals starken Gangs auf den Plan, die durch die Entführung des Präsidenten der Manhattan Cooperation ein Umdenken erzwingen wollen.

Das die skrupellosen Geschäftemacher sich aber nicht einschüchtern lassen sondern zu ihren ganz eigenen Mitteln greifen um die Situation zu bereinigen, müssen die zahlenmäßig stark unterlegenen Rebellen sehr bald feststellen. Die ungleiche Jagd in den unterirdischen Katakomben der baufälligen Bronx gestaltet sich dabei äußerst tempo-und actionreich, es wird geballert was das Zeug hält und unzählige Explosionen werten das stattfindende Spektakel noch zusätzlich auf. Einige Szenen entbehren dabei nicht einer gewissen und unfreiwilligen Komik, denn es ist schon amüsant anzuschauen, wenn eine Handgranate eine weitaus größere Wirkung erzielt als eine Panzerfaust. Doch sind es insbesondere diese nicht ganz logisch erscheinenden Momentaufnahmen, die diesem Film seinen ganz eigenen Charme verleihen, dem man sich beim besten Willen nicht entziehen kann.

So ist es auch einmal mehr Mark Gregory, der irgendwie steif und gekünstelt agiert, dem Geschehen aber dadurch seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Die imaginären Rasierklingen in den Achselhöhlen lassen immer wieder den Eindruck entstehen, das der gute Mann vor Kraft kaum noch gehen kann. In seinen Kampfeinsätzen stellt er sich dann aber eher stoffelig an und kann sich nur mit viel Glück aus brenzligen Situationen befreien. Ganz generell ist beim dargebrachten Schauspiel eine gewisse Theatralik schwerlich zu übersehen, was jedoch im Gegensatz zu anderen Filmen keinesfalls eine negative Kritik darstellt. Es sind doch in der Hauptsache die vielen kleinen Unzulänglichkeiten, die diesen Teil wie auch den Vorgänger bei den Fans so dermaßen beliebt machen. Für einen verhältnismäßige billigen B-Movie beinhaltet nämlich auch "The Riffs II - Flucht aus der Bronx diese einzigartig unterhaltsame Mischung aus Action, ein Wenig SCI/FI und Endzeitfilm, die man sich immer wieder sehr gut anschauen kann.

Zwar muss man hier leider auf Vic Morrow verzichten, doch mit Henry Silva hat man einen erstklassigen Ersatz für die Rolle des unsympathischen Bösewichtes gefunden, eine Rolle die der tolle Schauspieler ja schon oft genug gespielt hat. Und so gibt es einmal mehr einen harten und verzweifelten Kampf für Trash und seine Mitstreiter, der etliche Menschenleben fordert und dem Zuschauer ein wahres Action-Feuerwerk offenbart, an dem man seine helle Freude hat.


Fazit:


Meiner persönlichen Meinung nach steht dieser zweite Teil seinem Vorgänger in nichts nach und bietet einmal mehr herrlich trashiges Genrekino aus Italien, das ganzzeitig erstklassige-und extrem kurzweilige Unterhaltung bietet. Viele kleine Mankos die man in anderen Werken wohl eher negativ beurteilen würde, verleihen diesem Film ungeahnte Stärken und lassen den Betrachter in Verzückung geraten.


8/10