Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das Ende

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Grandioser und sauspannender Thriller von John Carpenter, der hier auf sehr eindringliche Weise Gang-Kriminialität thematisiert und dabei eine klaustrophobische Stimmung aufbaut, die wirklich ihresgleichen sucht. Das Besondere an dem Streifen ist sicherlich die Tatsache, dass die Bösen nicht charakterisiert oder groß gezeigt werden, was zur Folge hat, dass ihre Taten noch unberechenbarer erscheinen und in unerwarteten Momenten auf die Zuschauer und Protagonisten hereinbrechen. Die Darsteller sind absolut top, die Musik stimmig und das magere Budget sieht man "Assault on Precinct 13" eigentlich gar nicht an. Carpenter macht hier einfach alles richtig und holt auch auch das Maximum aus seiner Geschichte heraus. Effektives, kompromißloses und dreckiges Siebzigerjahre-Kino - ein Film, genau nach meinem Geschmack!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug

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Unterhaltsame Parodie auf die "Airport"-Filme und trotzdem einer der Filme, die man trotzdem als besser in Erinnerung hat. Sicherlich sind einige Gags wirklich schenkelklopfende Kracher, aber zwischendruch gibt es genauso viele Rohrkrepierer zu sehen und statt einer runden Geschichte, gibts alle paar Sekunden einen Gag, was sich auf Dauer auch als leicht ermüdend herausstellt. Neben dem leider ziemlich uncharismatischen Hauptdarsteller-Duo Hagerty und Hayes überzeugen dann auch eher die Darsteller aus der zweiten Reihe. Dennoch ist "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" ein nettes Filmchen für Zwischendurch, dass jedoch unzeitgemäß gealtert zu sein scheint.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Romance & Cigarettes

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Illustre Darsteller, schmissige Oldies, skurrile Musical-Einlagen und die schräge Geschichte eines einfachen Mannes zwischen zwei Frauen. Auf den ersten Blick wirkt "Romance & Cigarettes" auch so, als hätte John Waters beschlossen, seine Version von "Grease" im Umfeld eines einfachen Arbeitermilieus zu machen und dennoch verkackt John Turturro letztendlich alles. Der Regisseur wollte wohl das Genre des luftig-leichten Musicals ordentlich persiflieren und bietet derbe Dialoge, versexte Figuren und lässt zu guter letzt auch alles sehr tragisch enden. Die Episoden-hafte Geschichte ist dennoch ziemlich uninteressant und nutzt zu keiner Sekunde das Potential seiner Figuren. Die Tanzsszenen und Entwicklungen wirken bemüht bis unbeholfen in die Geschichte integriert und im Grunde passt hier einfach nichts zusammen. Ich mag ja Musikfilme aller Art sehr gerne und auch die Darsteller sind top, aber "Romance & Cigarettes" ist einfach unsympathisch, langweilig und ein großer Schuss in den Ofen!

Shame

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Gutes bis sehr gutes Psychodrama über einen sexsüchtigen Yuppie, dessen Leben und tägliche Sex-Routine durch das Auftauchen seiner etwas labilen Schwester empfindlich gestört wird. Während diese offen nach körperlicher Zuneigung sucht, ist Brandon unfähig diese zu geben und sein Leben droht ihm zunehmend zu entgleiten. Der Film ist trotz der Thematik dabei eher ruhig und unaufgeregt mit stylishen Bildern erzählt, trotz vieler Freizügigkeiten eher unerotisch und lebt vor allem durch die eindringliche Darstellung von Michael Fassbender. Regisseur McQueen bietet lange Einstellungen und viele Szenen ohne Dialoge und auch wenn der Hauptdarsteller im Grunde wenig sympathisch rüberkommt, so wird dessen Seelenleben so lange entblättert, bis "Shame" dann doch sehr berührend wird. Angucken!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Klapperschlange

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John Carpenters düstere Endzeit-Vision startet ja ganz vielversprechend und entwirft ein recht beeindruckendes Szenario, das man zweifelsfrei als gelungen betrachten kann und wohl wirklich Pate für sämtliche Schottergruben-Filmchen aus Italien stand. Nach dem fulminanten Auftakt gehts leider ziemlich abwärts und der Film verkommt zu einer Art Nummern-Revue mit einem Best-of Car-Chase, Manhunt, Schnitzeljagd und Gladiatorenkampf, die zwar nicht sonderlich homogen daherkommt und auch mit zunehmender Laufzeit auch schon mal öfters die Grenzen zur Lächerlichkeit überschreitet. Zwar ist der Mid-Budget-Trash "Die Klapperschlange" schon irgendwie unterhaltsam und lässt sich gut gucken, aber ein guter Film ist der Streifen abseits seiner Settings nicht geworden. Ein Männerfilm ohne viel Sinn und Verstand in dem auch Donald Pleasance wieder eindrucksvoll beweist, dass er mit Wandlungfähigkeit nicht viel am Hut hat.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff

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Das hochmoderne Raumschiff "Mayflower I" soll seine hoffnungsfrohen und zahlreichen Passagiere zu einer neuen Kolonie auf den Mond bringen. Doch schon kurz nach dem Start gibt es aufgrund eines Feuers Probleme mit der Technik und der Bordcomputer setzt nicht nur die halbe Crew außer Gefecht, sondern ändert auch die Route, die das Raumschiff nun geradewegs zur Sonne führt. Doch so einfach geben sich die Fluggäste nicht geschlagen und der neurotische Striker versucht mit allen Mitteln die hysterischen Passagiere zu retten...

Unterhaltsame, aber doch etwas flügellahme Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 1980 in dem auch gleich die Mehrzahl der Gags aus dem Vorgänger und Darsteller recycled werden. So gibt es nahezu die gleichen Figuren und Entwicklungen, die aber im direkten Vergleich nicht ganz so gelungen wirken und bei denen sich doch recht rasch einmal die ersten Ermüdungserscheinungen einstellen. Wie schon "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" reiht der Streifen Gag an Gag an Gag und bietet als Highlight dann William Shattner in einer herrlich selbstironischen Rolle. Julie Hagerty hat mir ja schon im Vorgänger nicht so recht gefallen und auch hier hat sie außer einer Wallemähne nicht viel zu bieten. Schon lustig, aber auch nicht mehr.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Vierter Sommer

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Netter, teils humorvoller, teils tiefgründiger angesiedelter No-Budget-Film aus der Steiermark über zwei Menschen, die sich in der Wildnis begegnen. Jonas ist ein orientierungsloser Mit-Zwanziger auf der Suche nach sich selbst, während Vera in der Natur zu ergründen versucht, warum ihre letzte Beziehung nicht funktioniert hat. Aus Sympathie entwickelt sich eine Freundschaft und später sogar mehr und doch laufen die Treffen der beiden nicht konfliktfrei ab. Die Film bietet von ruhig bis überdreht das ganze Spektrum und überzeugt mit tollen Bildern der steirischen Natur und einer augenzwinkernden Geschichte, die sich immer irgendwie doch einen Ticken anders entwickelt, als man sie sich eigentlich vorgestellt hat. Kroissenbrunner hat nach seinem "Licht in leeren Häusern" jedenfalls schon den zweiten Film gedreht, den es sich zu entdecken lohnt.

Cemetery Girls / Draculas Great Love

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Atmosphärischer und vollkommen pathetischer Vampir-Nonsens der besten Sorte mit meinem Lieblings-Paule in einer Doppelrolle als österreichischer (!) Arzt und Vampirgraf Dracula. Die Geschichte ist nett und bietet atmosphärische Szenen von hübschen Frauen und Trockeneisnebel in schicken Gothic-Settings. Dazwischen tauchen gruselige Vampir-Wesen auf und beissen auch immer wieder kräftig zu. Die von Creepschy empfohlene Scheibe überzeugt auch durch seine bisweilen psychedelisch wirkende Farbgebund und sorgt dafür, dass die ganze Sause gleich noch besser zur Geltung kommt. Dracula ist zwar sicher nicht meine Lieblings-Figur der klassischen Horrorliteratur, aber mit Paul Naschy macht die ganze Sache einfach großen Spass und das furiose Finale sollte man schon gesehen haben!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Rabid Grannies

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Naja, so richtige Begeisterung wollte sich ja bei mir nicht wirklich einstellen. Die Idee mit den zwei Monster-Omis, die es ihren geldgierigen Nachkommen mal so richtig zeigen, ist zwar lustig, aber im Grunde könnte der Streifen genausogut "Dämonen 3" heißen. Die Effekte sind recht gut gemacht, aber für das Prädikat Fun-Splatter ist mir die Sache trotz einiger schwarzhumoriger Momente doch auf Dauer zu wenig lustig und die Charaktere größtenteils zu nervig. Die erste halbe Stunde ist eher öd und auch das anschließende Katz-und-Maus-Spiel hat man in anderen Filmen schon besser gesehen. Kann man als Monsterfilm schon gucken, aber ein Party-Highlight ist der belgische Streifen imho dann eher nicht. Zumindest wohl auf keiner Party, die ich veranstalten würde. 5/10

The Devil's Kiss

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Gibt es eigentlich einen Preis für das beste Drehbuch aller Zeiten? "The Devil's Kiss" wäre ja vorne dabei. Was als Party mit Advantgarde-Fashion-Show beginnt, entwickelt sich zum subtilen Rachedrama, in dem ein Medium, ein verrückter und telepathischer Wissenschaftler, ein stummer geiler Zwerg und eine obskure Frankenstein-Kreation eine große Rolle spielen. Zwischendrin ist immer Platz für sleazige Szenen mit den Hausangestellten und am Ende wendet sich die Schöpfung dann wie üblich gegen seine Erschaffer. Alles immer hübsch neben der Spur, erinnert der trashige Streifen stark an "Frankstein 80", auch wenn er nicht ganz so gut ausgefallen ist. Ein paar Längen hat der Streifen schon aufzuweisen, aber irgendwie macht dieser billige Spain-Trash dank einer eindrucksvollen Silvia Solar auch wieder großen Spass! Doof, billig, lustig!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Stunde wenn Dracula kommt

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Grandioser Gothic-Horror der Regisseur Mario Bava und seine Hauptdarstellerin Barbara Steele schlagartig berühmt gemacht hat. Während andere Filmemacher zu der Zeit noch romantische Heimatfilme drehten, lässt Herr Bava das Blut spritzen, Frauen brandmarkten und die Leichenwürmer krabbeln. Dabei ist alles stets sehr hochästhethisch gefilmt und versprüht dank grandioser Darsteller und Kulissen wunderbaren Charme und wohligen Grusel. Barbara Steele wirkt wie nicht von dieser Welt und auch der sehr junge John Richardson macht seine Sache sehr gut. Und auch wenn sich titelgebende Herr gar nicht blicken lässt, so ist "Die Stunde wenn Dracula kommt" ein absolut unverzichtbares Werk für alle Horrorfans und einer der besten Horrorfilme überhaupt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Blutige Seide

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"Natürlich Nicole, das eiskalte Stück..."

Über Bavas bunten, grausamen und abgründigen Gesellschaftsreigen im Umfeld eines Modehauses muss man wohl keine großen Worte mehr verlieren. Ein illustres Panoptikum an heruntergekommenen Figuren in einem kaleidoskopartigen Farbenrausch, bei dem schon Auftakt absolut gelungen ist und den Zuschauer auf etwas ganz Besonderes vorbereitet. Der Zuschauer wird stets geschickt auf die falsche Fährte gelockt und am Ende kommt es sowieso fast ganz anders, als man denkt! Noch immer subjektive 11/10. Mindestens!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die toten Augen des Dr. Dracula

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"Operazione paura" ist Mario Bavas erdfarbener Trip in die Welt des klassischen Grusels mit viel Nebel, Spinnweben und einem heldenhaften Giacomo Rossi-Stuart, der in einem abgelegenen Ort einem düsteren Fluch auf die Pelle rückt. Die recht flotte Geschichte orientiert sich an den Geschichten eines Edgar Allen Poe und auch die Inszenierung wirkt auf die sympathischste Weise altbacken und ist trotzdem überraschend effektiv ausgefallen. Die Darsteller inklusive Erica Blanc spielen sich die Seele aus dem Leib, die Settings sind wunderbar stimmig und am Ende bietet "Die toten Augen des Dr. Dracula" ja gleich ein paar beeindruckende Momente, bei denen Bava sein Regie-Talent auch voll ausspielen kann. Spontan würde mich auch gar nichts einfallen, was ich an diesem absolut empfehlenswerten Streifen bemängeln könnte und besser gehts in Punkto Gothic Horror dann eigentlich gar nicht!
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