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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mo 23. Jul 2012, 10:44
von jogiwan
Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde
Hanebüchene Jules Verne-Verfilmung aus Spanien, bei der leider nur ein Handvoll Personen in recht seltsamen Kulissen herumirren. Jack Tayler und Frank Brana dürften ja noch die bekanntesten Gesichter in dem recht durchschnittlichen Abenteuerfilmchen sein, das auf Raum und Zeit keine Rücksicht nimmt. Leider bleibt alles etwas langweilig und statt lustigen Urzeitviechern gibt es minutenlanges Herumirren durch irgendwelche Höhlen, was sich auf Dauer doch etwas auf den Unterhaltungswert auswirkt. Zwar ist die "Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde" kein schlechter Film, aber bleibt doch hinter den beiden bisher gesichteten Filmen der preisgünstigen Jules-Verne-Box zurück.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mi 25. Jul 2012, 07:06
von jogiwan
Texas Killing Fields
horror1966 hat geschrieben: Auch wenn der Film die Meinungen vielleicht etwas spalten wird, sollte jeder Thriller-Freund eine Sichtung wagen und ich wage zu behaupten, das ich nicht der einzige bin, den diese Geschichte richtiggehend begeistern wird.
So unterschiedlich können die Geschmäcker sein... für mich ist es schon ganz große Kunst, aus einer eigentlich spannenden Geschichte und den großartigen Locations einen derart unspannenden, schablonenhaften und lahmen Film zu zaubern. Die Figuren sind ja teils haarsträubend unrealistisch geraten und wirken mit ihrer Verbissenheit, Abgeklärtheit und ihrem Pathos auch eher wie Karikaturen, als menschliche Wesen aus Fleisch und Blut. Sympathieträger gibt es ebenfalls keine, "Komissar Zufall" wird überstrapaziert und ein Warum und Wieso muss sich der Zuschauer in Reißbrett-Thriller wohl ohnehin selber zusammendenken. Unterdurchschnittlich!
The Open Door
Amerikanische Mischung aus Low-Budget, B-Movie und Amateurstreifen über eine teuflische Radiosendung, die ihren Anrufern Wünsche auf recht blutige Weise erfüllt. Natürlich kompletter Mumpitz und die Darsteller agieren bis auf die Hauptdarstellerin im nervigen Bereich durch die recht unlogische Handlung, die sich nicht zwischen Horrorstreifen und ähm... Teenager-Satire entscheiden kann. Blutige Effekte gibts auch nur wenige und sowieso und überhaupt ist hier alles recht unterdurchschnittlich ausgefallen. Trotzdem ist "The Open Door" irgendwie unterhaltsam ausgefallen und so schlecht fand ich den dann trotz erhöhter Vorhersehbarkeit gar nicht. Ein unspektakulärer Film für die unspektakulären Abende des Lebens.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Do 26. Jul 2012, 07:07
von jogiwan
Being John Malkovich
Herrlich abgedrehter Streifen irgendwo zwischen Komödie, Drama, Sci-Fi und Groteske, die wirklich mit einer originellen und ungewöhnlichen Story aufwarten kann, die auch noch von Minute zu Minute ärger wird. Ein hübsches Spiel mit Identitäten und dem Wunsch jemand anderes zu sein, in dem vor allem John Malkovich herrlich selbstironisch agiert. Ich hätte ja gerne seine Gesicht gesehen, als er zum ersten Mal von der Idee zum Film erfahren hat. Die restlichen Darsteller agieren ebenfalls gelungen, wobei man so ein Frisuren-Fiasko mit Cameron Diaz normalerweise nicht machen dürfte.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Sa 28. Jul 2012, 09:43
von jogiwan
Alles was wir geben mussten
Sehr trauriger und langsam erzählter Streifen über das Leben von Organspendern, der in wundervollen Bilder erzählt wird. Die Geschichte über den Wert des Lebens ist ja eigentlich sehr deprimierend und auch die Art, wie sich die Kinder mit emotionslos mit ihrem "minderwertigen" Leben für den Wohlstand anderer Menschen abgefunden haben, hinterlässt schon ein sehr beklemmendes Gefühl. Unnötige Senitmentalitäten werden in der sehr subtilen Erzählweise vermieden und dank der grandiosen Darsteller funzt der Streifen des ehemaligen Musikvideo-Regisseurs Mark Romanek auch einfach grandios. Harter Tobak ohne hart zu sein, schöne Bilder ohne schön zu sein und sowieso genau mein Dings, auch wenn 30 Grad Raumtemperatur sicherlich nicht zu dem unterkühlten Streifen passen! Tipp!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: So 29. Jul 2012, 10:48
von jogiwan
Vier Fliegen auf grauem Samt
"Vier Fliegen" ist auch nicht mein Argento-Liebling, aber die Box von Koch Media ist wirklich eine sehr schicke VÖ geworden. Auch wenn bei wenigen Szenen Bild- und Tonmaterial von einer anderen Quelle verwendet werden musste, so sind diese noch immer wesentlich besser als bei der bisherigen Retrofilm-VÖ. Auch der Ton (eine klitzekleine Szene musste untertitelt werden) klingt meines Erachtens gut und den seltsamen Strich beim Finale hatte auch schon die Mya-Fassung. Die Story ist aber immer noch recht konstruiert und Michael Brandon wäre sicher nicht meine erste Wahl gewesen, aber ansonsten ist der Streifen technsich recht gelungen und bietet ein paar bizarre Menschen und Momente (wie die der Sarg-Ausstellung) in schönen Bildern verpackt und meine Mimsy. Die 7,5 vom Blapschi würde ich auch so unterschreiben.
People who own the dark
Auch in der verbesserten Fassung ist "People who own the dark" immer noch eine hübsch obskure Mischung aus Endzeit-Drama, Sleaze, Sci-Fi, Horror und allerlei anderen Dingen, die den Streifen sicherlich zu einem der seltsamsten Werke aus der Kiste machen. Die DVD aus dem Hause Code Red bietet Klimosvskys Streifen in sehr annehmbarer Qualität, die jedoch mit vielen Laufstreifen, Tonfehlern und anderen Störungen sicherlich nichts für Qualitätsfetischisten ist. Tolle Story, tolle Darsteller und eine grandiose Schlussszene, bei der Freude und Verzweiflung nie näher lagen...
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mo 30. Jul 2012, 07:52
von jogiwan
Tauchfahrt des Schreckens
Nummer 4 der Jules Verne-Box wartet dann mit einem richtigen Kracher auf. Kevin Connor hat zwar mit den spanischen Filmchen nur begrenzt etwas zu tun, bietet aber eine liebenswerte Mischung aus Abenteuer, Monster-Madness und sonstigen Nonsens der spassigen Sorte. Jede Menge Kreaturen, Miniaturen und Matte Paintings machen die "Tauchfahrt des Schreckens" zu einer kurzweiligen Angelegenheit, die Freunde von derartigen Werken kaum enttäuschen wird. Doug Mclure ist wie immer eine Bank und kämpft tapfer gegen jede noch so absurde Bedrohung und wenn die Riesenkrake ihren zweiten Auftritt hat, bleibt ohnehin kein Auge mehr trocken! I like!
PS: Lieber Herr Amazon, gut und schön wenn die Jules Verne-Box mit Paul Naschy und Hugo Stigliz beworben wird. Aber Ersterer hat lediglich einen 30 Sekunden Auftritt und mein Hugo spielt sowieso gleich gar nicht mit!
8x45 - Das Tor zur Hölle
Auch Teil 2 der österreichischen Mystery-Serie überzeugt durch eine spannende Geschichte über eine Polizistin, die während den Ermittlungen an ihre eigenen Grenzen stößt. Die Geschichte ist recht interessant erzählt und auch wenn zahlreiche Klischees bemüht werden, ist "Das Tor zur Hölle" auch dank Marion Mitterhammer recht unterhaltsam ausgefallen. Bekannte Locations wie Donaukanal und Naschmarkt sorgen außerdem für viel Lokal-Kolorit und auch der etwas farbarme Look weiß durchaus zu gefallen. Fast verwunderlich, dass man von Regisseur Max Gruber seitdem nichts mehr gehört hat.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mi 1. Aug 2012, 17:32
von jogiwan
Vergiss mein nicht!
Gestern wieder geguckt und aufs Neue begeistert. Absolut toller Film mit ungewöhnlicher Geschichte und schräger Optik über unliebsame Erinnerung, die Liebe und zwei Menschen, die offensichtlich für einander bestimmt sind. Wer den nicht kennt, sollte das schleunigst ändern! Wie mein Arkschi schon treffend bemerkte: "Großartig!"
Train
jogiwan hat geschrieben:Holladrio - da hat jemand einen dritten Teil von "Hostel" gedreht und ich hab das gar nicht mitbekommen...

"Train" ist in der Uncut-Variante wirklich ein sehr solides Terror-Filmchen im oberen Härtebereich, der dem Zuschauer kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Die Effekte sind handgemacht, die Darsteller glaubhaft und auch die ganze Optik und Inszenierung hat mir sehr gut gefallen. Nix mit Billig-Optik, lange Herumfackeln oder etwaige Plottwists - dieser "Train" geht "straight to hell". Extrem kurzweilige 7-8/10
Auch die Zweitsichtung hat nicht enttäuscht. Flotte Sause über eine amerikanische Nachwuchs-Ringer-Truppe, die auf einer ominösen Zugfahrt russischen Organhändlern in die Hände fallen. Zwar ist das ganze nicht sonderlich logisch und auch die Figuren sind wieder einmal arg klischeelastig ausgefallen, aber dennoch macht Gideon Raffs Terrorfilmchen in der ungekürzten Variante durchaus Spaß. Der Härtegrad ist im oberen Bereich und auch hübsch über die gesamte Laufzeit aufgeteilt, sodass kaum Langweile aufkommt. Das Ende rockt ebenfalls und sowieso und überhaupt lässt sich der Streifen doch gut gucken. 7/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Do 2. Aug 2012, 08:10
von jogiwan
Ein Kind zu töten...
Kompromissloses Horror-Drama von Regisseur Narciso Ibáñez Serrador, der mit zunehmender Laufzeit eine beklemmende Stimmung sondergleichen erzielt und mit seiner Geschichte über mordende Kinder sicherlich für kontroverse Reaktionen gesorgt hat und auch heutzutage seine Wirkung nicht verfehlt. Schon der siebenminütigen und seinerzeit geschnittene Prolog sorgt für erhöhtes Unbehagen beim Zuseher und dieses setzt sich bis zum bitteren Finale fort. Technisch und darstellerisch gibt es nix zu meckern und die hübschen und sommerlichen Locationa inklusive grellem Sonnenlicht steht eigentlich im ständigen Widerspruch zu der düsteren Handlung. Keine leichte Kost, aber einer der ungewöhnlichsten Filme seiner Zeit.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Fr 3. Aug 2012, 09:07
von jogiwan
C2 - Killerinsect
Zuerst behäbiger, dann doch recht flotter Film über mutierte Zecken und einer Gruppe von Jugendlichen auf Gruppentherapie, dessen 16er-Freigabe wohl im FSK-Lotte ermittelt wurde. Die Effekte sind teils wirklich sehr grausig, was aber wohl auch daran liegt, dass Zecken wohl generell eingeschränkte Sympathiewerte besitzen. "C2 - Killerinsect" ist jedenfalls ein sympathischer Tier-Horror-Streifen für zwischendurch, der nicht umsonst etwas an "Alien" erinnernt und in der richtigen Runde auch durchaus die Bude rockt. Einziger Minuspunkt sind die - imho - etwas zu großen Viecher und die Hintergrundgeschichte, die irgendwie nicht so prickelnd ausgefallen ist. Ansonsten ist die Sause doch recht lustig. 6-7/10
8x45 - Raunacht
Etwas schwächerer, dritter Teil der Mystery-Serie über einen Arzt in Wien, der durch einen Telefonanruf an ein Ereignis aus der Kindheit erinnert wird und danach mit seiner Freundin eine schicksalshafte Reise in sein Heimatdorf in Salzburg antritt. Die winterlichen Locations sind ganz schick und mit Krampus und Co bedient sich der Streifen auch an österreichischen Traditionen bzw. Mythologie. Darstellerisch gibts auch nicht viel zu meckern, auch wenn die Geschichte nicht sonderlich aufregenden daherkommt. Für ein paar visuelle Effekte hat es dann auch noch gereicht und insgesamt kann man "Raunacht" schon gut gucken. Für den vielen Schnee gibts außerdem Extrapunkte!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Sa 4. Aug 2012, 16:27
von jogiwan
Der fantastische Mr. Fox
Fünft- oder Sechstsichtung dieses grandiosen Streifens, der wirklich mit jedem Mal schauen wächst. Die vielen liebevollen Details, die subtile und tiefgründige Geschichte, der trockene Humor, die oldskoolige Optik, der coole Soundtrack - alles genau mein Dingens. Und das schreib ich nicht nur, weils bei mir am Kopf auch etwas fuchselt. Ist auch bei jedem Besucher noch immer bestens angekommen und den Fuchs-Konsensfilm für Große und Kleine würde ich wohl auch jederzeit in meiner Top20-Liste platzieren.
Freitag der 13.
Hmmm... die ganzen Lobeshymnen kann ich ja nicht nachvollziehen und mit jeder Sichtung finde ich "Freitag der 13." eigentlich noch langweiliger und noch unsinspirierter - auch wenn der die langlebigste Horror-Serie initiiert hat. Eine Story ist nicht existent, die Figuren bleiben oberflächlich und abgesehen von den blutigen Effekte und dem - zugegeben sehr effektiven - Schlussgag bleibt ja nicht wirklich viel zurück. Kevin Bacon mochte ich auch noch nie und als großer Giallo-Fan finde ich diese Diskont-Teenie-Slasher im Fahrwasser des um Lichtjahre besseren "Halloween" sowieso nicht so prickelnd.
8x45 - Die Katze
Die ersten drei Episoden von "8x45" punkten ja mit einer halbwegs originellen Geschichte mit österreichischer Mythologie und viel Lokalkolorit, während "Die Katze" leider nur einen unispirierten Aufguss der eh schon sattsam bekannten Geschichte von Edgar Allen Poe, die man als Genre-Freund auch schon hundertfach in besserer Ausführung gesehen hat. Die Darsteller sind blass bis unsympathisch und was zum Teufel soll das mit der Polizistin, die sich ständig in Chinesiologie versucht. Franzobel schreibt ja normalerweise ganz amüsant, aber mit dem Drehbuch zu "Die Katze" hat er doch ordentlich ins Klo gegriffen. Aber das hat er zumindest mit Casting-Firma, Darsteller, Locations und Regisseur Lukas Sturm gemeinsam. Leider mies!