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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 21. Apr 2012, 16:55
von jogiwan
Arkadin hat geschrieben:Kenne ich gar nicht. Worum geht's denn da?
Das ist eine für den ORF produzierte Serie, von der es seit 2005 mittlerweile vier Staffeln zwischen 6 - 10 Episoden geht. Eigentlich ist es eine Krimiserie mit vier Hobby-Ermittlerinnen, wobei sich jedes Mal ein "normaler" Todesfall als Mord entpuppt. Neben der Krimihandlung und skurrilen Figuren wie trinkfeste Wirtin, resolute Bäurin, bestechlicher Politiker, GTI-vernarrter Nichtsnutz gibts auch jede Menge Dialogwitz, wobei die "Wuchtln" teils sehr österreichisch ausgefallen sind. Anfänglich als Mainstream-Serie (?) konzipiert und als Flop abgetan, hat sich die Serie aber mittlerweile eine treue Fan-Gemeinde erarbeitet und erfreut sich größter Beliebtheit, gerade weil die Serie den österreichischen Lifestyle teils bitterböse persifliert... Wie ich dich kenne und einschätze, hätte du sicher eine Freude daran... ;)

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: So 22. Apr 2012, 10:03
von jogiwan
Almodóvar-Double-Feature:

Bild Bild

10/10 und 10/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mo 23. Apr 2012, 08:14
von jogiwan
Livid

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Was kommt dabei raus, wenn man Versatzstücke vom Vampirfilm, Gothic-Horror, Mystery, Splatter, Haunted House, Seelenwanderung, Zombies und allerlei sonstigen Gruselkram miteinander verbindet? Ein seltsames und unausgegorenes Flickwerk wie "Livid", dass zwar zweifelsfrei über tolle Momente und eine schöne Optik verfügt, aber den Zuschauer letzten Endes doch etwas unbefriedigt zurücklässt. Der französische Streifen fängt vielversprechend an, wird aber mit zunehmender Laufzeit immer seltsamer und anstatt wie eingangs auf Atmosphäre zu setzten, wird wieder einmal die Gore-Keule ausgepackt. Das sich zahlreiche der angedeuteten Handlungsstänge erst gar nicht auflösen, spricht auch nicht gerade für die Qualität des Drehbuchs. Weniger wäre hier sicher mehr gewesen - vor allem, weil das Ende wirklich gelungen ist: 6/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 24. Apr 2012, 06:54
von jogiwan
Acacia

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Optisch ansprechender und eher gemächlicher Grusler von Regisseur Park Ki-Hyung, der auch den Streifen "Whispering Corridors", zu verantworten hat. "Acacia" geht eigentlich mehr in Richtung Beziehungsdrama und wird manchem Zuschauer wohl auch eine Spur zu unspektakulär ausgefallen sein, obwohl die dezent platzierten Schocks ihre Wirkung nicht verfehlen. Sicherlich einer der besseren und ungewöhnlichen Vertreter aus der J-Horror-Kiste, der den aufgeschlossenen Zuschauer, der sich auf die Geschichte einlassen kann, auch kaum enttäuschen wird. Ich mag den! 7,5/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mi 25. Apr 2012, 06:53
von jogiwan
Phase IV

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Toller, atmosphärischer Sci-Fi-Horror mit der Extraportion Apokalypse und Umweltschutz-Botschaft, der in den ersten Minuten auch eher an eine Tier-Doku erinnert und über die ganze Laufzeit sehr, sehr ungewöhnlich ausgefallen ist. Die Visual-Effects sind vielleicht im ersten Moment vielleicht nicht ganz gelungen, aber dass der Streifen bereits 1973 entstanden sein soll ist schlichtweg sensationell. Ich hätte das Entstehungsjahr auch ohne mit der Wimper zu zucken 10 - 15 Jahre später eingeschätzt. Auch wenn ich mir im Vorfeld wohl etwas anderes erwartet habe, so war ich bei der finalen Einblendung doch ganz geplättet! Wow! Gucken, alle - sofort!

Vier Frauen und ein Todesfall

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Folge #6 - Künstlerpech
Folge #7 - Mondsüchtig

:lol:

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Do 26. Apr 2012, 07:09
von jogiwan
Shiver

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Netter, wenn auch nicht gänzlich kurzweiliger Horrorstreifen aus Spanien über seltsame Kreaturen im katalanischen Unterholz und einem Einzelgänger mit Photophobie, der nach ein paar blutigen Morden ins Visier der besorgten Dorfbevölkerung kommt. Alles immer recht hübsch und systemerhaltend in Szene gesetzt und beim Cast gibts auch wieder ein paar bekannte Gesichter zu entdecken. Für eine FSK16-Freigabe ist der Streifen relativ blutig, auch wenn das Augenmerk sicherlich mehr auf eine düstere Atmosphäre gelegt wurde. Dass der Anfang in Barcelona gedreht wurde, gibt natürlich Bonuspunkte und auch ansonsten kann man dem Streifen von Isidro Ortiz auch nicht viel vorwerfen. 6,5/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Fr 27. Apr 2012, 07:41
von jogiwan
Hundstage

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Die erste Hitzewelle droht und welcher Film eignet sich da besser als der österreichische Film schlechthin. "Hundstage" ist eigentlich noch immer schwer verdaulich und lässt einem den Atem stocken, auch wenn der Film über die Jahre doch etwas verloren hat. Im Jahre 2001 war das im Kino ein wirklich heftiges Erlebnis - mittlerweile hat man diesen geskripten Dokumstyle inklusive Laienspieltruppe ja schon im Vorabendprogramm inklusive ausgiebigem Fremdschämen. Trotzdem ist der Film noch immer super und ist im österreichischen Bewusstsein tief verankert! In diesem Sinne: sing "la cucaracha" - du Sau!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: So 29. Apr 2012, 11:57
von jogiwan
Eckhart Schmid-Double Feature:

Loft

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Teils (bewusst) etwas anstrengend zu konsumierendes Werk von Eckhart Schmidt mit sehr nerviger Musik- und Geräusch-Untermalung, das irgendwo an der Schnittstelle zwischen Terrorkino und unterkühlten Arthouse-Drama liegt. Jedenfalls geht es imho irgendwie um den Kampf zwischen Underground und Mainstream und obwohl die Fronten anfänglich geklärt sind, entwickelt sich alles ein wenig anders, wie man es sich eigentlich erwartet. Überraschend ist die Brutalität, mit der zu Tage gegangen wird (zwei Szenen mussten ursprünglich gekürzt werden) und trotzdem funzte der Streifen bei mir nur bedingt, da die Charaktere leider allesamt sehr, aber auch wirklich sehr unsympathisch ausgefallen sind.

Technisch gibt es nicht viel zu bemänglen und wer sich an dem Achtziger-Jahre-NDW-Look nicht stört, kann auf jeden Fall einen Blick riskieren. Warum man das Ganze jedoch in einem Postapokalyptischen Ambiente veranstalten musste, liegt wohl daran, dass mit andauernden Bombengeräuschen und Maschinengewehr-Salven und Ohrkrebs-Synthie-Chords der Zuschauer zusätzlich an die Grenzen des Erträglichen geführt werden soll. Das funzt dann auch recht gut und nach dem ruppigen Start Schauspielerisch ist "Loft" auch okay und das strange Ende hat mir ebenfalls gefallen. Trotzdem ist "Loft" kein Partyfilm und der Streifen macht es einem sicher nicht einfach, ihn zu mögen und ist daher auch kein Film, der so schnell wieder in meinem Player landen wird.
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Wie treu ist Nik?

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Der erfolgreiche Superstar Nik hat eine riesige Fanschar, die sich laut Statistik zu 99,9 % aus Frauen zusammenstellt. Als er in einem Interview mit dem Sender "Okay", verlautbaren lässt, dass er sich unsterblich in die introvertierte Sarah verliebt hat und gedenkt, diese zu ehelichen, laufen seine Fans Amok und belagern den Superstar in seinem Hotel, während Sarah als geldgeile Schlampe beschimpft wird. Auch Niks Management ist alamiert und nötigt den Frauenschwarm dazu, seinen Vertrag zu erfüllen, der auch die Teilnahme an einem "Triff deinen Star"-Wettbewerb vorsieht, den Anja (die Anständige), Manja (die Manische) und Tanja (die Tollwütige) gewonnen haben. Die Drei setzten alles daran, den Superstar zu verführen und schon bald stellt sich die Frage, wie treu Nik seiner Sarah wirklich ist.

Du meine Güte! Was für eine gequirlte Scheisse. Die Abgründe der Popkultur in Form eines 80minütigen Weichzeichner-Irgendwas, durch das sich ein lustloser Sal Paradise quält, der in zwei Tagen durch den englischen Garten in München wankt und sich aufdringlicher Fans und bösartiger Berichterstattung erwehren muss. Dazwischen werden immer wieder die gleichen Songs angespielt und allerlei Entwicklungen präsentiert, die einem die Gehirnwindungen kräuseln lassen. "Wie treu ist Nik?" ist inklusive Happy-End nicht nur der absolute Gegenentwurf zu "Der Fan", sondern ein Verbrechen am Zuschauer und dessen Zurechnungsfähigkeit.

Die Geschichte über Star-Sein in den Achtzigern inklusive der Sache mit dem Auto geht ja mal gar nicht und die Nebendarsteller (u.a. eine junge Ursula Karven) übertrumpfen sich in Over-Acting, während Sal Paradise und seine Sarah nur apathisch agieren und alles scheinbar willenlos über sich ergehen lassen. Sybille Rauch als Reporterin im Madonna-Outfit ist ebenfalls eher nervig und wurde - wohl wegen ihrem tiefbayrischen Akzent - nachträglich synchronisiert... Es fällt mir jedenfalls schwer, nach meiner gestrigen Sichtung auch nur irgendetwas Positives an dem Film zu finden und selbst als geeichter Trashologe stellt sich die Frage, ob "Wie treu ist Nik" nicht vielleicht wirklich der schlechteste Film aller Zeiten ist. Ein Anwärter ist er allemal... So schlecht - das sollte man schon gesehen haben. ;)

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mo 30. Apr 2012, 10:59
von jogiwan
Madagascar

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Netter und unterhaltsamer Culture-Clash-Spass für die ganze Familie, der niemanden weh tut, aber mich auch nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Der Animationsstreifen ist zwar nett, aber bis die illustre Runde von egozentrischen Löwen, abenteuerlustigen Zebra, bemutternden Nashorn und hypochondrischer Giraffe auf der Insel strandet und der Film in Fahrt kommt, vergeht auch etwas zu viel Zeit. Die Geschichte ist auch okay, aber weniger "putzig" und mehr "witzig" hätte sicherlich auch nicht geschadet. 6/10

Rango

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Das Chamäleon Rango landet durch einen Unfall und dem Rat eines überfahrenen Gürteltiers in einem Westerkaff names "Dreck" in dem das Wasser knapp ist und die verarmten Bewohner wenig zu lachen haben. Auch ansonsten entpuppt sich der Ort als durchaus gefährlich und Fremde haben mit einer verkürzten Lebenserwartung zu rechnen. Als Rango jedoch durch eine mutige Aktion das Vertrauen der Einheimischen erlangt, wird er kurzerhand zum Sheriff ernannt und stellt schon bald fest, dass in "Dreck" einiges nicht mit rechten Dingen zugeht und kommt mit Hilfe der jungen Echsenfrau Bohne bald einer großen Verschwörung auf die Spur...

Technisch perfekter Animationsfilm... und das wars dann auch schon. Selten so einen schlechten Animationsfilm gesehen, was wohl daran liegt, dass der ganze Streifen wie ein Western daherkommt, in dem sich ein neurotisches Chamäleon verirrt hat. Die Figuren sind alle sehr seltsam und gruselig gezeichnet und die düstere Atmosphäre ist für Kinder auch wohl eher weniger geeignet. Die Geschichte über niederträchtige Spekulanten hat mir auch nicht gefallen und mit knapp zwei Stunden Laufzeit ist der Streifen auch viel zu lange. "Rango", der Animations-Django ist dann auch eher für große Kinder, die nichts gegen ausgiebige Western-Atmosphäre haben und selbst die zahlreichen Verweise auf andere Filme reißen da nicht groß mehr etwas heraus. Ich war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht und hätte mir angesichts des Lobeshymnen im Vorfeld nicht nur etwas gänzliche anderes, sonder auch viel, viel mehr erwartet. Optisch hui - inhaltlich pfui! 3-4/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 1. Mai 2012, 08:48
von jogiwan
Eckhart Schmidt Double-Feature Pt. II

Das Wunder

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"Ooooh Maria hilf...." Eckhart Schmidt und ich werden wohl keine Freunde mehr. Auch "Das Wunder" ist wieder einmal ein etwas zwiespältiges Vergnügen, in dem sich neuerlich offenbart, dass Eckhart Schmidt kein Händchen für Emotionen und dem passenden Einsatz von (elektronischer) Musik hat. Anja Schüte stolpert durch eine seltsame Geschichte, die wohl Kritik am Materialismus und Kapitalismus darstellen soll. Danach wirds spirituell, teils surrealistisch und am Ende gipfelt nach mehreren Selbstmordversucehn alles in einer Marienerscheinung und einem fraglichen Happy-End. Warum? Das weiß wohl nur Eckhart Schmidt selbst, der seine Geschichte auf eine wahre Begebenheit zurückführt. Dank dem beherzten Einsatz Dagmar Lassander und Raimund Harmstorf sicherlich ein Kuriosum deutscher Filmgeschichte, dass einem die Stirn runzeln lässt - aber das wars dann auch schon.

Alpha City

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Eckhart Schmidt und ich werden wohl keine Freunde mehr Pt. II. Ein Berlin-Film, der keiner sein möchte und ein unterkühltes Drama, dass trotz interessanter Ideen seltsam beliebig bleibt. Junge verliebt sich in Mädchen, Junge will Mädchen, doch die macht lieber Party in Sodom&Gomorrah, in dem drei mysteriöse Kerle an der Partygesellschaft blutige Rache üben. Jede Menge Blechschäden und am Ende geht die Sonne auf - Ende! Ach ja, Dan van Husen gibts auch noch und abermals beweist Schmidt keinerlei Gefühl für seine Charaktere und auch der Musikeinsatz ist wieder einmal haarsträubend willkürlich. Als Ausgleich für die kuriose Geschichte gibt es schöne Bilder des nächtlichen Berlins, nackte Haut und ein hübsch-höhepunktsloses Finale im Stadion.

Und hier das Fazit meiner kleinen Eckhart Schmidt-Retrospektive in der Zusammenfassung:

Der Fan Bild /10
Loft :angst: /10
Wie treu ist Nik? :bang: /10
Das Wunder :doof: /10
Alpha City :roll: /10

...to be continued... ;)