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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Sa 31. Mär 2012, 12:56
von jogiwan
@ Blapschi... gerade die vermeintliche Anonymität im Netz verleiht viele Menschen dazu, ihren geistigen Sondermüll zu solchen Themen abzuladen. Von CMV hab ich den damaligen Schritt aus dem bisherigen Genre-Programm auszubrechen und auch solche Nischen-Filme anzubieten, auch als sehr mutig erachtet und ich hoffe, dass der Erfolg dem werten Andreas auch Recht gibt. Das da aber auch entbehrliche Kommentare kommen, ist aber wenig verwunderlich - die hat man immer zu dem Thema!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: So 1. Apr 2012, 10:00
von jogiwan
jogiwan hat geschrieben:Die Haut, in der ich wohne
Ungewöhnliche Mischung zwischen Arthouse-Drama, stylishen Psycho-Thriller und Mad-Scientist-Thematik mit schönen Bildern und verschachtelter Erzählweise über die üblichen Themen wie Begehren, Besitzen, Liebe, Abhängigkeit und dergleichen. Emotional ist "Die Haut, in der ich wohne" zwar weniger packend ausgefallen, aber auch "Zerrissene Umarmungen" hat mich erst bei den nachfolgenden Sichtungen so richtig gepackt. Derzeit gibts für den doch etwas ungewöhlichen Vertreter in dem Schaffen von Almodovar einmal 8/10 mit Steigerungsmögilchkeit nach oben und ich guck den in Bälde sowieso nochmal.
Almodóvars neuzeitliche und sehr abgründige Mischung aus Drama und Psycho-Thriller und sogar Horror inkl. Mad Scientist-Thematik ist einfach ein klasse Film, den man sich aber sicherlich in der Form nicht von ihm erwartet hätte. Und flugs muss ich dann auch schon meine Erst-Wertung um 0,5 auf 8,5 Punkte erhöhen. Ist man bei der ersten Sichtung noch etwas von der ungewöhnlichen Geschichte abgelenkt, so eröffnet sich bei der zweiten Sichtung die ganze Schönheit des hoch-ästhetischen Films. Bei Pedro Almodóvar ist ja sogar noch eine Parkgarage so stylish, dass man sofort dort einziehen möchte. Darstellerisch ist der Streifen sowieso top und Marisa Paredes wieder einmal Drama pur.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mo 2. Apr 2012, 07:00
von jogiwan
Dawn of the Dead (Argento Cut)

/ 10
zumindest kann man nicht behaupten, dass ich mich nicht bemüht hätte...
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mo 2. Apr 2012, 23:04
von dr. freudstein
jogiwan hat geschrieben:Dawn of the Dead (Argento Cut)

/ 10
zumindest kann man nicht behaupten, dass ich mich nicht bemüht hätte...
Was denn nun kaputt

Heißt das 0/10
Gefallen dir die Inneneinrichtungen nicht, guckst du lieber Heimatfilme

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Di 3. Apr 2012, 07:08
von jogiwan
@ freudschi: das heißt eher, dass ich den ganzen Enthusiasmus, den hier viele auf diesen Film projizieren nicht nachvollziehen kann.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mi 4. Apr 2012, 07:32
von jogiwan
Easy Money - Spür die Angst
Der charismatische und eloquente BWL-Stundent Joe lebt ein schickes Leben an der Seite seiner reichen Freunde, stammt aber aus ärmlichen Verhältnissen und hat keine Krone am Konto. Sein Leben finanziert er sich mit Taxifahren und erhält wenig später ein verlockendes Angebot von seinem Boss. Er soll einen Mann verfolgen, der ins Visier der serbischen Mafia gekommen ist und rettet ihn dabei mit einem Trick vor einem Auftragskiller. Als Joe wenig später in einen großen Drogendeal eingeweiht wird, und dabei auch eine clevere Idee hat, wie man das Drogengeld weißwaschen kann, scheint Joe am Ziel seiner Träume...
Mittelprächtig gelungenes und wohl als Dreiteiler konzipiertes Gangster-Epos über "Rise and Fall of a BWL-Student", der unvermutet in Drogengeschäfte involviert hat und rasch in die Schusslinie rivalisierender Gangster kommt. Die Optik ist sehr gelungen und auch die Darsteller sind top. Allerdings verzettelt sich der Streifen etwas zu sehr in seinen zahlreichen Handlungssträngen und da noch zwei Teile folgen, werden auch nicht alle im Erstling aufgelöst. Außerdem wirkt "Easy Money" mit 120 Minuten Laufzeit auch etwas zu lange und kann nach einem recht brutalen Start seine Spannungskurve auch nicht ganz halten. 6/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Fr 6. Apr 2012, 07:48
von jogiwan
Eine offene Rechnung
Im Jahre 1966 trifft die junge Agentin Rachel im Osten von Berlin auf zwei ihrer Kollegen um einen Kriegsverbrecher ausfindig zu machen und in einer illegalen Aktion nach Israel zu bringen, wo dieser vor Gericht gestellt werden soll. Obwohl der Gesuchte rasch gefunden wird, scheitert die Aktion und nach einem Fluchtversuch erschießt die verletzte Rachel den Nazi. Jahrzehnte später treffen die drei, die in ihrer Heimat als Helden gefeiert werden, wieder aufeinander und als einer überraschend Selbstmord begeht, finden die beiden anderen eine Nachricht, die auch die Ereignisse im Jahre 1966 in neuem Licht erstrahlen lassen...
Spannendes US-Remake eines israelischen Films über einen mißglückten Agenten-Einsatz, einer Lüge, die Jahrzehnte überdauert und einem Auftrag, der erst spät zu Ende gebracht wird. Die Erzählweise mit langen Rückblenden ist sehr gefunden und die Geschichte ist mit seiner Kammerspiel-artigen Inszenierung auch stets sehr spannend ausgefallen. Helen Mirren ist sowieso wieder einmal grandios - der Rest aber auch und sowieso und überhaupt kann dieser gelungene und auch sehr fesselnde Agenten-Thriller mit Polit-Komponente nur jedem empfohlen werden. 8/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Fr 6. Apr 2012, 07:48
von jogiwan
Naked Lunch
hmmm... die Mischung aus Geisterbahnfahrt und Drogentrip hat gestern nicht meinen Geschmack getroffen, was wohl daran liegt, dass ich Drogengeschichten sowieso nicht so mag und mich auch der farblose Cast nicht unbedingt zu Freudensprüngen animiert und Peter Weller als Chuck Norris ist ja einfach nur grottenschlecht! Sicherlich ist die Geschichte und Optik hochgradig bizarr und ziemlich neben der Spur, aber Begeisterung sieht wohl anders aus. Eine Bewertung ist dann auch unmöglich - ich glaub, ich muss "Naked Lunch" einfach mal an einem anderen Tag antesten - der wird jedoch nicht so bald kommen...
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Sa 7. Apr 2012, 09:39
von jogiwan
Tenebre
Argentos greller Tageslicht-Giallo, mit krassen Morden und etwas wirrer Story, der dennoch grandiose Momente bietet, bei denen man gern die eine oder andere Unglaubwürdigkeit vergisst. Der Cast ist ein Traum und sogar die Berlusconi-Ex gibt sich die Ehre - was will man mehr! Schon so oft gesehen und der wird wohl auch immer wieder im Player landen. 9/10
The Ring (Remake)
Ich hab ja seinerzeit das Remake vor dem Original gesehen und mochte die Optik des Remakes und vor allem Naomi Watts. Über die Jahre hat der Streifen aber doch etwas verloren, was vor allem daran liegt, dass einfach zu viele Filme dieselbe Schiene gefahren sind. Und was ist nochmal eine VHS? Trotzdem ist "The Ring" doch recht gelungen und seinerzeit im Kino hat die Szene mit dem Pferd und Samaras finaler Auftritt ja ordentlich die Pulsfrequenzen nach oben rattern lassen. 7-8/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: So 8. Apr 2012, 11:08
von jogiwan
Jagdszenen in Niederbayern
Der junge Mechaniker Abram kommt nach längerer Abwesenheit wieder in sein Heimatdorf in Niederbayern zurück, wo die meisten der einfachen Leute gerade mit der Ernte beschäftigt sind. Obwohl die Fähigkeiten des schweigsamen Mannes gefragt sind, kommen bald in Gerüchte in Umlauf, die sich vor allem mit seiner Abwesenheit und sexuellen Neigung beschäftigen. Den Abram ist angeblich „ein warmer Bruder“, der wegen seiner“ Abartigkeit“ im Gefängnis gesessen ist und Schande über seine Mutter und das gesamte Dorf bringt.
Schwer zu ertragender Film von Peter Fleischmann über einen Mann, der sich den Zorn der ach so anständigen Zorn eines kleinen Dorfes zuzieht und auf den nach anfänglichen Hänseleien auch körperlich losgegangen wird. Wirkt auf den ersten Blick auch dank seiner traditionellen Musik wie ein Heimatfilm und entlarvt die vermeintliche Idylle als feindseeliger Ort, in dem systematisch und im Kollektiv auf alles Andersartige oder moralisch Verwerfliche vorgegangen wird. Interessanter als der eigentliche Film ist aber auch der Sturm der Entrüstung, den der Film seinerzeit in konservativen Kreisen ausgelöst hat. 8/10
The Girl in Room 2A
Die junge und irrtümlich wegen Drogenhandels verurteile Margaret wird aus dem Gefängnis entlassen und landet mit Hilfe ihrer Bewährungshelferin im Haus von Mrs. Grant. Bald hat das junge Mädchen in ihrem Zimmer seltsame Träume und trifft wenig später auf den jungen Jack, dessen Schwester ebenfalls das Zimmer bewohnt hat und auf mysteriöse Weise Selbstmord begangen hat. Die beiden finden heraus, dass schon mehrere junge Frauen verschwunden sind und als auch Margaret von Männern entführt wird, versucht dieser mit seinen Freunden das Mädchen zu retten.
Kurzweiliger und eigentlich sehr gelungene Mischung aus Thriller, Drama und Mystery-Streifen, der gar nicht mal so trashig wie erwartet daherkommt. Dank seinem tollen Cast inklusive den bezaubernden Daniela Giordano, Karin Schubert und Rosalba Neri macht der Streifen von Ramiro Oliviero auch großen Spass und die DVD von Mondo Macabro ist ebenfalls sehr gelungen. Die Story ist stimmig, der Cast perfekt gewählt und das Ende wartet auch mit einer kleinen Überraschung auf. Hat mir gut gefallen: 8/10
Muttertag
Nur so viel: der beste österreichische Film, den es jemals gab und geben wird! 10/10