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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mi 14. Mär 2012, 17:30
von jogiwan
Gandu

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Interessanter und experimenteller, aber nicht gänzlich geglückter und auch etwas zu sehr auf Aufmerksamkeit gebürstetes Arthouse-Drama aus Indien, dass in seinem Heimatland trotz großer Fangemeinde im Underground niemals eine kommerzielle Auswertung finden wird. Schuld daran ist nicht nur die Geschichte des wütenden Jugendlichen mit seiner Fuck-You-Attitüde, der sich den gesellschaftlichen Missständen seines Landes verweigert und den derben Rapsongs, sondern vor allem wegen de, offen gezeigten Drogenkonsum und pornografischen, aber zu keiner Zeit plakativen Szenen, die zur Zensurmentalität des Landes nicht widersprüchlicher sein könnten. „Gandu“ kombiniert jugendliche Wut und Pessimismus, zitiert ausgiebig popkulturelle Elemente und auch seine wütenden Regie-Vorbilder aus dem Westen, erreicht aber dabei nicht die verstörende Intensität eines Gaspar Noe oder Mladen Djrdjevic. Der Soundtrack hat leider auch so überhaupt nicht meinen Geschmack getroffen hat und auch der ständige Gebrauch von Schimpfworten fand ich ermüdend. Aber das sind persönliche Befindlichkeiten und für einen indischen Film abseits verklärter Bollywood-Romantik ist "Gandu" ja trotzdem sensationell: 7/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Do 15. Mär 2012, 07:01
von jogiwan
Die schönen Morde des Eric Binford

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Netter, aber über weite Teilen auch recht unspektakulärer Streifen über einen Filmfan mit Leib und Seele, der langsam aber sicher den Verstand verliert und in der Optik von Dracula, Mumie und Cowboy Jagd auf unliebsame Mitmenschen macht. Die ganze Sache mit den Filmen klingt dann aber leider etwas besser, als das letztendliche Resultat geworden ist. Der ganze Film wirkt recht zäh, die Morde sind ebenfalls recht unspektakulär und die Darsteller sind mit Ausnahme des sehr jungen und Botox- und Operationsfreien Mickey Rourke auch eher nicht so der Burner. Auch die DVD ist nicht das Gelbe von Ei und erinnert etwas zu sehr an selige VHS-Zeiten. Irgendwie nicht Fisch und auch nicht Fleisch.4-5/10 Tofus!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Fr 16. Mär 2012, 08:02
von jogiwan
Spurlos - die Entführung der Alice Creed

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Eigentlich sehr, sehr gelungener Entführungsstreifen mit drei (!) Darstellern und einem Drehbuch, bei dem man sich nie sicher sein kann, was als nächstes kommt. Fängt jedenfalls ganz handelsüblich an und entwickelt sich von Minute zu Minute zu einem klaustrophobischen Meisterstück, das den Zuschauer wirklich bis zur letzten Minute fesselt. Trotz überraschender Entwicklungen bleibt die ganze Sache aber schon glaubwürdig, was auch an den tollen Darstellern liegt. "Spurlos" ist jedenfalls wesentlich besser, als das nichtssagende Cover der DVD und kann hier dann auch nur empfohlen werden. Euro-Thrill at its best, der aus seinen begrenzten Möglichkeiten (3 Personen, 1 Wohnung) dann auch das Maximum rausholt. Bravo! 8,5/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 17. Mär 2012, 10:29
von jogiwan
Somniac

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Sehr nette und kurzweilige Mischung aus Sci-Fi- und Mad-Scientist-Thriller, der wie schon "Fausto 5.0" und "Shiver" auch sehr hübsch und stylish in Szene gesetzt wurde und mit sympathischen Darstellern aufwarten kann. Ich mag ja solche Filme, die es schaffen, irgendwie sehr technisch daher zu kommen und den unbedarften Zuschauer trotzdem nicht zu langweilen. Die Schocks nehmen sich dezent zurück und die ganze Sache bleibt auch aufgrund zahlreicher Wendungen stehts spannend. Wie auch unser horrortschi kann ich dann auch nur eine Empfehlung ausprechen. Wer Euro-Grusel mag ist mit dem Werk von Isidro Ortiz auch sicher gut bedient. 7-8/10

I'll never die alone

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Ich bin ja schon Rape´n Revenge-Fan am im Falle von der Low-Budget-Produktion "I'll never die alone" ist weder der Rape, noch der Revenge gut gemacht und ein-, oder zwei Effekte am Ende können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ganze Geschichte über die vier entführten Mädels einfach totaller Schrott. ist. Dialoge sind nahezu nicht vorhanden und alles im Verlauf des Films wirkt so dermaßen willkürlich, dass man die Existenz eines Drehbuches bezweifeln mag. Authentizität ist ja das Um und Auf eines solchen Streifens, aber das einzig halbwegs Interessante an "I'll never die alone" ist der Abspann, den man sich schon relativ rasch sehnlichst herbeiwünscht! Vorher passiert ja nicht viel und warum für die deutsche Fassung im Vergleich zur Ösi-Uncut-Variante dann auch noch minutenlang Material gekürzt werden musste, sorgt bei dem eigentlich harmlosen Werk auch eher für Stirnrunzeln. Doof! 3-4/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: So 18. Mär 2012, 11:27
von jogiwan
Leichen pflastern seinen Weg

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Es gibt ja böse Zunge, die behaupten, dass es Western-Fans am liebsten einfach gestrickt mögen und ich muss ja ehrlich gestehen, dass meine bisherigen sieben Sichtungen in diesem Genre ja nicht gerade von Vielschichtigkeit geprägt waren. Auch im Falle von "Leichen pflastern seinen Weg" ist die Charakterisierung von Gut und Böse teils so überzeichnet und dennoch eng gesteckt, dass dazwischen wohl nicht einmal mehr ein Blatt Papier Platz hat. "Silence" ist durch und durch gut und hilft Leuten, denen Unrecht widerfahren ist, während bei "Loco" der Name Programm ist und er durch und durch niederträchtig agieren darf. Frauen tauchen zwar auch ab und an auf und sind dann aber maximal Opfer oder schmückende Beigabe in einem Streifen, der auch zu 100 % auf ein männliches Publikum zugeschnitten ist.

Auch die Geschichte von Corbuccis Western ist wieder einmal relativ einfach gehalten, mittelprächtig inszeniert und wirkt imho doch etwas zu sehr auf 100 Minuten gestreckt. Verwunderlich ist für mich das düstere Ende (wovon es wohl auch ein Alternatives gibt, wie ich auf Schnittberichte gesehen hab) und der relativ hohe Gewaltpegel, der auch hübsch präsentiert wird. Abgesehen von vielen Schnee und der wunderbaren Musik von Onkel Ennio gibt es ansonsten aber nicht viel Neues in Westernhausen und die eindimensionalen Charaktere fand ich auf Dauer doch etwas zu eindimensional gestrickt und auch das ganze Pathos/Ehre-Gehabe ist doch eher etwas lächerlich. Am Ende kommt die Sache dann aber doch noch etwas mehr in Fahrt und das gelungene Finale ist dann total gegen die allgemeine Zuschauererwartung gebürstet. Schön... sowas! 6/10

Scar

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Joan kehrt nach vielen Jahren in ihre Heimatstadt zurück, in der sie in jungen Jahren in die Hand des psychopathischen Killers Bishop geriet und mitansehen musste, wie ihre beste Freundin von diesem zu Tode gefoltert wurde. Nun will sie ihren Bruder und dessen Tochter unterstützen und sich ihren Ängsten stellen. Doch schon kurze Zeit später verschwinden wieder Teenager und als diese grausam verstümmelt aufgefunden werden, deutet alles darauf hin, dass Bishop sein Werk wieder aufgenommen hat...

Durchschnittliche Mischung aus Slasher und Torture-Porn-Teenage-Flick mit Angela Bettis ("The Woman") bei dem in der deutschen Fassung schon wieder einmal alles rausgeschnitten wurde, was dem Film Schauwerte verleiht. Die Story selbst ist nicht sonderlich prickeln und auch die Torture-Szenen reißen den aufgeschlossenen Zuschauer sicher nicht vom Hocker. Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, war die Farbgebung des Streifens, der wieder einmal mehr an ein S/W-Werk erinnert. Eine Genre-Film für Zwischendurch mit Schauspielern aus der zweiten Reihe, die ihre Sache ganz gut machen, Gore im mittleren Bereich und ein nettes Finale, welches man übermorgen schon wieder vergessen hat. 5/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mo 19. Mär 2012, 08:11
von jogiwan
Uncertain Guest

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Eigentlich sensationeller Paranoia-Grusel-Was-weiß-ich-Thriller des spanischen Regisseurs Guillem Morales ("Julia's Eyes"), der gleich auf mehreren Ebenen überraschend ausgefallen ist. Die Optik ist wunderbar, die Darsteller ebenfalls und die Story ist fesselnd und verwirrend zugleich. Über den Inhalt wird ja nicht viel verraten, aber die Vorstellung, dass sich ein Unbekannter im Haus befindet, ist ja nur der Aufakt für einen der ungewöhnlichsten Filme, die ich in letzter Zeit vor die Linse bekommen hab. Absoluter Tipp!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mo 19. Mär 2012, 16:15
von Vinz Clortho
Gepflasterter Laich 6/10?!? Was zum ... :shock: Ich komm' gleich mal rüber, mein Freund! :basi:

Hauptdarsteller ist hier ganz klar die tiefverschneite Winterlandschaft. Das allein reicht schon mal locker für 11/10. Im dünn gestreuten Subgenre des Schneewesterns wirst Du weit und breit nichts Vergleichbares finden. :mrgreen: Darüber hinaus haben Trintignant und Kinski ihre kühlen Köpfe in lumpige Lappen (wahlweise lappige Lumpen) gehüllt, damit ihnen bei der Eiseskälte nicht die Löffel abfrieren. Stark! Dazu am besten DURANGO Band 1 lesen und alles noch mal Bild für Bild nacherleben:

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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mo 19. Mär 2012, 16:19
von jogiwan
Au contraire Monsieur Vinzschi - der Schnee-lastige "Todesmarsch der Bestien" hat mir ungleich besser gefallen :P

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mo 19. Mär 2012, 16:28
von Vinz Clortho
jogiwan hat geschrieben:Au contraire Monsieur Vinzschi - der Schnee-lastige "Todesmarsch der Bestien" hat mir ungleich besser gefallen :P
Ach was. Ist das der Alternativtitel zu "Serengeti darf nicht sterben"? :?

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 20. Mär 2012, 08:08
von jogiwan
X-Men

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Ich bin ja eigentlich kein Comic- und Blockbuster-Fan, aber "X-Men" find ich ja ganz unterhaltsam. Im Gegensatz zu anderen Werken aus der Kiste ist ja alles eher kurz und knapp und auch die Geschichte über das "Anders sein" find ich ganz gelungen. Langer Rede - kurzer Sinn: Popcorn-Kino wie es sein soll!