Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Die Wildkatzen von St. Pauli:

Stimmige und schön gemacht Hommage an die Zeiten des Bahnhofkinos mit bösen Jungs, toughen Mädels, Koffern, bekannten Gesichtern und etwas Gore! I like! :thup: / 10

Fascination

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Jean Rollins zugänglichstes Werk dank Foren-Unterstützung nun endlich auch in Deutsch gesehen. Ich mag diese wunderbar entrückte Atmosphäre des ganzen Films, der trotzdem überraschend geradlinig ist. Tolle Location, stimmige Stimmung und eine Ode an die transparente Kleidung. 8 und 9 hatten wir schon, ich erhöhe daher auf 9,5/10, da mir der Film mit jeder Sichtung noch mehr ans Herz wächst!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

The Sadist with the Red Teeth

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Nach einem schweren Autounfall ist der Werbefachmann Daniel trotz psychiatrischer Behandlung überzeugt, zu einem Vampir mutiert zu sein. Trotzdem wird er Monate danach als geheilt entlassen und sorgt danach mit seinem seltsamen Verhalten in seinem Umfeld für einige Aufregung. Während er wildfremde Menschen anfällt und immer wieder seltsame Visionen hat, beginnt er sich zum Mißfallen seiner hübschen Freundin Jane auch zunehmend wie ein Vampir zu verhalten. Daniel steht aber weiter unter ständiger Beobachtung der Ärzte und als es die erste Leiche gibt, wird auch die Polizei auf den seltsamen Mann aufmerksam...

Sehr seltsamer Film des belgischen Filmemachers Jean-Louis van Belle, der in den 60/70ern wohl eine Handvoll seltsamer Filme gedreht hat, die bisher von der breiten Masse ignoriert wurden. "The Sadist with the Red Teeth" ist aber trotz kostengünstiger Machart sehr interessant ausgefallen und bietet eine seltsame Geschichte, die in teils sehr strangen Bildern eingefallen ist. Auch die Erzählweise ist mitunter ungewöhnlich und bietet farbverfremdete und rückwärts laufende Bilder, sowie S/W-Inserts, die das Seelenleben des Protagonisten beschreiben. Erinnert etwas an Jean Rollin mit weniger Nudity, ist aber ansonsten weniger zurückhaltend und aufgeschlossenen Zuschauern hiermit auch empfohlen: 7/10

Forbidden Paris

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Mondo-Shockumentary über die wilden Zustände in Paris, die mal doof, mal lustig und dann wieder grausig daherkommen und wohl auch größtenteils inszeniert sein dürften. Bei seiner Aufführung auch geradewegs wieder verboten und nicht mal in der OFDB eingetragen, zeichnet Jean-Louis van Belle auch ein sehr seltsames Bild der französischen Landsleute (nicht, dass uns das überraschen würde...). So gibt es Menschen, die mit der Explosion der Atombombe rechnen, eine Fakir-Schule für Frauen, Striptease-Unterricht für Frauen, Nazi-Kult im Undergrund, einen echten Vampir (diese Szenen wurden dann auch für "The Sadist with the Red Teeth" verwendet), sowie eine grausige Szene, in der ein totes Hündchen ausgestopft wird. Ich bin ja sowieso nicht so der Freund von Mondo-Filmen und "Forbidden Paris" macht auch nicht wirklich Spaß. Freunde von obskuren Streifen kommen zwar voll auf ihre Kosten, aber mich konnten die seltsamen Kulte und Riten in der französischen Millionenmetropole nicht wirklich begeistern. 4/10
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Denkt bloß nicht, daß wir heulen

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Die sechs Jugendlichen Cotton, Teft, Shecker, Goonenow und die beiden rivalisierenden Brüder Lally 1 & 2 haben eines gemeinsam. Sie sind von ihren überforderten Eltern in ein Sommer-Camp gesteckt worden, dass aus den rebellischen Teenagern echte Männer machen soll. Als die Jugendlichen jedoch eines Tages Zeuge werden, wie bei einer Jagd-Veranstaltung friedliche Büffel abgeschossen werden, flüchten sie ein paar Tage vor Ende des Sommers aus dem Camp um die Tiere in einer nächtlichen Aktion zu befreien. Die gemeinsame Reise und das gemeinschaftliche Ziel schweißt die unterschiedlichen Außenseiter zusammen, doch als sie am Ziel ihrer Reise sind, lösen sie indirekt eine Katastrophe aus, bei der einer der Jugendlichen sein Leben lassen muss...

Toller und kontroverser "Coming-of-Age"-Streifen und Drama mit gesellschaftskritischen Untertönen, der wirklich sehr gelungen ist. Die sechs Jugendliche sind klassische Außenseiter, wurden von ihren Eltern abgeschoben und finden unter Gleichaltrigen ebenfalls keinen Anschluss. Doch ein gemeinschaftliches Ziel schweißt die unterschiedlichen Jungs zumsannen und lässt alle über sich hinauswachsen. Es entsteht eine Freundschaft, die am Ende durch ein tragisches Unglück jedoch jäh zerissen wird. "Bless the Beasts & Children" ist dann auch sehr gelungen und bietet neben einem Titellied der "Carpenters" auch solide Darsteller und eine Story, die zum Nachdenken anregt. Die Art und Weise, wie die Geschichte in Rückblenden erzählt wird, ist ebenfalls gelungen und die literarische Vorlagen ist wohl auch dieselbe wie bei Rob Reiners "Stand by me". Ich fand "Denkt bloß nicht, daß wir heulen" mit seiner Außenseiter- und Anti-Waffen-Thematik jedenfalls mehr als gelungen: 8-9/10
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Le Viol du Vampire

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8/10 - siehe hier: http://deliria-italiano.org/phpbb/post53179.html#p53179
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Inferno

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Irgendwie stand "Inferno" bislang bei mir immer etwas im Schatten von "Suspiria" und während der erste Teil der "Mütter"-Trilogie immer wieder mal im Player landet, hab ich "Inferno" bislang doch etwas vernachlässigt. Vor einiger Zeit hab ich auch mal geschrieben, dass der Film zwar über ein paar eindrucksvolle Szenen verfügt, aber diese imho doch zu lose miteinander verbunden sind. Das ist natürlich absoluter Bullshit und wird dem tollen Streifen auch gar nicht gerecht. "Inferno" ist einfach ein Fest für sämtliche Sinne, das mit der neuen VÖ aus dem Hause Koch Media/Camera Obskura als schier unglaublicher Farbenrausch endlich auch so richtig zur Geltung kommt. Die VÖ ist einfach nur wunderbar!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Die nackten Vampire

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7-8/10 und demnächst mehr im entsprechenden Fred


Mother of Tears

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Naja, wieder einmal! Dem Gatten gefällt der seltsamer Weise ganz gut (Trennungsgrund?), ich bin natürlich zwiegespalten. Als aktueller Horrorfilm ja noch irgendwie okay - als Abschluss der Trilogie einfach nur daneben. Alle Trademarks aus "Suspiria" und "Inferno" werden gnadenlos über Bord geworden und statt artifizieller Ausleuchtung und schwelgerischen Kamerafahrten gibts hysterische Punk-Hexen, eine apokalyptische Stimmung und CGI vom Diskonter, Logiklöcher und meine spezielle Freundin Asia Argento. Aber dazu ist ja schon alles gesagt worden... sogar mehrfach! 5-6/10
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

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Systemerhaltende Grusel-Kost von James Wan mit einer Geschichte über die Gefahren des Astral-Tourismus, die einem gleich mehrfach sehr bekannt vorkommt. Irgendwie fängt die Sache ganz vielverspechend an, aber ab einen gewissen Punkt gibts dann irgendwie nur noch Jump-Scares am laufenden Band, die der Stimmung nicht so wirklich zuträglich sind. Wie die ganze Sache ausgeht war mir in der zweiten Hälfte dann auch schon zu offensichtlich, als dass mich das Finale hätte überraschen können. Irgendwie schade, dass man aus der Sache nicht irgendwie etwas Eigenständigeres gezaubert hat und im Vergleich mit dem Vorbildern ist "Insidious" dann einfach zu wenig atmosphärisch. McHorror von der Stange, das stimmungsvoll sein möchte, aber doch eher für die breite Masse gezimmert wurde. 5/10
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Le Frisson de Vampire

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7/10 und demnächst mehr im dazugehörigen Fred

Electroma

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Tolles, reduziertes und melancholisches Roadmovie mit tollen Bildern und einer Geschichte, die auch keiner Dialoge bedarf. Großartig!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Videodrome

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"Videodrome" ist nicht einfach nur ein saugut-verworrener Horrorfilm, sondern ein absolut visionäres und abgründiges Meisterwerk über eine Medien-Gesellschaft mit "schneller-höher-weiter"-Mentalität. Ich war bei der ersten Sichtung der Ami-DVD schon vollkommen geplättet und jetzt bei der ersten Sichtung in Deutsch (Dank an den lieben Kollegen aus dem Forum) war das nun ebenfalls der Fall. Unglaublich, dass der Streifen bereits 1983 entstanden ist und hätte Cronenberg wie auch ein paar User hier nicht aufs falsche Medium gesetzt - "Videodrome" hätte schon längst den Status, der er eigentlich verdienen würde. Auch wenn es gegen Ende dann doch für viele wohl etwas zu "over the top" wird, muss ich hier einfach den Zehner zücken: 10/10
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

The Torturer

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Die hübsche Schauspielerin Ginette lernt bei einem Vorsprechen in einem Theater den smarten Regisseur Alex und dessen Produzenten Moscale kennen. Aus dem Vorsprechen entwickelt sicheine Affäre und obwohl Alex immer wieder seltsame Anwandlungen hat, ist Ginette von dem hübschen Mann fasziniert. Zur gleichen Zeit macht aber auch ein Sadist die Gegend unsicher und quält junge Mädchen grausam vor der Kamera. Als auch die Freundin von Ginette seit Tagen vermisst wird und Ginette deren verlorenen Ohrschmuck und weitere sonderbare Dinge in der Villa des Regisseurs entdeckt, ahnt sie noch nicht, dass sie dem Grauen schon sehr nahe gekommen ist...

Naja, was hat man nicht schon alles Schlechte über dieses Werk von Lamberto Bava gelesen. Auf der OFDB verissen, auf der IMDB kommt der Streifen auch nicht besser weg und der große Wurf ist dieser Torture-Porn-Thriller auch sicher nicht geworden. Die Geschichte über einen brutalen Sadisten im Theater-Umfeld ist auch nicht sonderlich spannend und mangels Verdächtiger ist der Ausgang der Sache ja auch bald einmal zu erahnen. Dennoch sind Bava jr. auch ein paar netten Momente gelungen und in den besten Momenten erinnert "The Torturer" an seine Giallo-Werke aus den Achtzigern. Technisch gibt es dem Streifen abgesehen von dem hektischen Schnittgewitter in den Torture-Szenen und der etwas zu langen Laufzeit nicht viel vorzuwerfen. Kann man gucken, muss man aber nicht: 4,5/10
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