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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Do 8. Dez 2011, 09:40
von jogiwan
Nur über meine Leiche:

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Typisch deutsche- und dennoch (!) humorvolle Action-Fantasy-Komödie mit einem wiederkehrenden Toten, der weibliche Seelen retten muss, um wieder auf die Erde zurückzukehren. Die Story ist wirklich originell und stets temporeich und bleibt bis zum Ende überraschen. Die Rolle des Fred ist herrlich fies und auch Katja Riemann als tierliebendes Mauerblümchen macht eine gute Figur. Die Effekte sind lustig und gelungen und vor allem der Truthahn rockt ganz schön die Hütte. Hat mir in den Neunzigern schon gut gefallen und auch heute macht der Streifen auch dank Udo Kier als schwuler Auftragskiller durchaus gute Laune. 7-8/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Do 8. Dez 2011, 10:05
von jogiwan
Die teuflischen Schwestern

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Millie und Edna sind zwei reiche Schwester, doch während Edna ihr Leben in vollen Zügen genießt, liegt Millie mit der Diagnose Nymphomanie an ihr Bett gefesselt, windet ihren attraktiven Körper in Geilheitsanfällen und ist mental ziemlich derrangiert. Edna versucht, das Leid ihrer Schwester mit wahllosen Männerbesuchen zu lindern, die sie in dubiosen Bars kennenlernt, während der angesehene Psycholgoe Dr. Barnes Millies Geilheit mit Psychopharmika begegnet und auch kleine Erfolge feiert. Trotzdem droht Millie kurz vor ihrem 21. Geburtstag immer mehr in die Schizophrenie abzugleiten und als während des Aktes auch noch ein Mann in ihrem Bett tot zusammenbricht, scheint der Weg in die Irrenanstalt für die labile Millie unausweichlich...

Holla! Jess Francos Sex-Werk nach einem Drehbuch von Erwin C. Dietrich hält sich wirklich nicht mit Nebensächlichkeiten auf und präsentiert hauptsächlich seine beiden Hauptdarstellerinnen wie Gott sie schuf, bzw. nacktes Fleisch, dass sich gerade kopuliert. Die Geschichte ist recht lustig und auch wenn hauptsächlich nur gerammelt wird, ahnt man gleich, dass doch etwas mehr hinter der ganzen Sache steckt. Die Hauptdarsteller sind sowieso die meiste Zeit nackt und auch die Männer stehen dem weiblichen Darstellerinnen um wenig nach. Zwar war es für meinen Geschmack schon etwas zuviel an primärweiblichen Geschlechtsmerkmalen, aber dank flotten Soundtrack und schicken Interior (Stichwort: Pussy-Pics) lässt sich "Die teuflischen Schwestern" doch gut gucken...

Der Teufel in Miss Jonas

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Miss Jonas ist eine dralle Lady, die nichts anbrennen lässt und wohl schon mit jedem einzelnen Mann auf diesem Planeten geschlafen hat. Als sie eines Tages während einer Sex-Orgie von ihren Gespielen dem Satan geopfert wird und geradewegs in die Hölle fährt, bemerkt dieser zu seinem Entsetzen, dass Miss Jonas jedoch einen Tag zu früh abgeliefert wurde und gewährt der Dame für ein paar Stunden die Rückkehr auf die Erde. Miss Jonas freut sich und lässt ihre erotischen Fantasien Revue passieren, treibt es mit der Hausangestellten und als die Nachricht von ihrer Rückkehr die Runde macht, lassen auch die Männer nicht lange auf sich warten...

Hui.. nochmal Fickificki, dieses Mal aber von Erwin C. Dietrich, der seine Hauptdarstellerin Marinne Dupont in dem Sex-Klopper mit minimalistischer Handlung auch gleich die meiste Zeit nackt über die Leindwand wandeln lässt. Die Dialoge sind recht unterhaltsam und stammen geradewegs aus der Blütezeit deutscher Sychronisationen. Eigentlich wäre der Streifen ja ganz lustig, hätte Miss Jonas nicht einen noch schlechteren Männergeschmack als meine Wenigkeit. Die männlichen Darsteller sind mit Ausnahme von Herbert Fux ja eher etwas unterdurchschnittlich und trotz psychedelischen Einschlag macht sich trotz kurzer Laufzeit im letzten Drittel doch etwas Langeweile breit. Trotzdem danke dem edlen Spender, der mir diesen doch etwas seltsamen Filmabend ermöglicht hat!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Fr 9. Dez 2011, 11:10
von jogiwan
Tropfen auf heiße Steine

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Der alternde Vertreter Leopold spricht auf der Straße den jungen Franz an und nimmt ihn mit nach Hause. Danach beginnen die beiden eine Beziehung, deren Liebe nach einem halben Jahr bereits dem tristen Alltag gewichen ist. Franz und Leopold streiten sich immer öfter und als mit Anna die Ex-Verlobte von Franz auftaucht, will dieser die Beziehung beenden. Als jedoch auch Anna dem Charme des Vertreters erliegt und mit Vera auch noch dessen geheimnisvolle Ex-Freundin auftaucht, steuert alles einem tragischen Höhepunkt entgegen...

Hübsch in Szene gesetzte Fassbinder-Verfilmung, die jedoch etwas darunter leidet, dass sie doch etwas träge und schleppend erzählt wird. Dennoch ist Francois Ozon ein schöner und vielschichtiger Film gelungen, der leise Töne anschlägt und viel der Interpretation des Zuschauers überlässt. Das Siebziger-Ambiente ist wie die Schlager-Musik von Francois Hardy und Toni Holiday recht ungewöhnlich gewählt und auch die Darsteller überzeugen in einen Film, den man sich wohl dennoch am Besten an einem verregneten Nachmittag anschauen sollte. 7/10

Geständnisse

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Nochmal mit dem Gatten geguckt, der nach dem ungewöhnlichen Start auch ganz angetan war. Natürlich hat der Streifen bei der zweiten Sichtung und wenn man das Ende bereits kennt, nicht mehr dieselbe verstörende Kraft wie beim ersten Mal, aber er ist so grandios gemacht, dass das gar nicht weiter ins Gewicht fällt. Toller Film, tolle, Story, tolle Darsteller, tolle Bilder - alles super! 9/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 10. Dez 2011, 10:15
von jogiwan
La Pistola

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Als durch rivalisierende Bandenkriege die Vertrauten des schinesischen Gangsterbosses Frankie auf brutale Weise dezimiert werden und sich auch noch sein ehemaliger Weggefährte dem ärgsten Feind verkauft, kehrt Frankie persönlich nach Italien zurück um dort nach dem rechten zu sehen und wird sogleich verhaftet. Zur gleichen Zeit versucht der eher erfolglose Kleinganove Tony die Aufmerksamkeit des Schinesen zu erlangen und als die beiden im gleichen Gefängnis landen, sieht Tony seine Chance gekommen, dem großen Idol seine Loyalität zu erweisen und als er den Schinesen von einem Anschlag rettet, scheint seine große Stunde gekommen...

Eigentlich ganz netter Gangsterfilm, der durchaus seine brutale und bohrenden Momente hat, die aber immer wieder von seltsamen und humorvollen Sequenzen und in Form des etwas nervigen Nachwuchs-Gangsters Tonys unterbrochen sind. Das passt dann zwar irgendwie so überhaupt nicht zum ernsten Rest des Films, ist aber mit fortschreitender Laufzeit doch irgendwie sympathisch. der temporeiche "La Pistola" ist jedenfalls gut zu gucken und überzeugt vor allem durch seinen schinesischen Hauptdarsteller, lustigen Ideen, einem hohen Bodycount mit fiesen Einfällen und zahlreichen bekannten Gesichtern. Macht Spass und gerne mehr davon! 7/10

Treffpunkt Los Angeles

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4-5/10 - dazu mehr in Kürze im entsprechenden Fred

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: So 11. Dez 2011, 11:23
von jogiwan
The Howl

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Die rebellische Studentin Anita wird bei einer Demonstration von der Polizei verhaftet und nach ihrer Freilassung von ihrem spießigen Verlobten zur Hochzeit gedrängt. Während der Zeremonie sieht sie aber einen anderen Mann, lächelt ihn an und flüchtet mit ihn auf eine bizarre Reise zu surrealistischen Plätzen...

"To break, broke, broken...." Nicht immer einfach zu guckender, aber eigentlich sensationeller Streifen von Tinto Brass, der weder über eine eigentliche Handlung, noch sonstiger Logik verfügt und hauptsächlich komplett gegen den Strich bzw. normale Sehgewohnheiten gebürstet ist. Anita und ihr Freund reisen durch surrealistische Plätze, die mal sexuell stilisiert, dann wieder politisch motiviert sind. Tinto Brass präsentiert optische Spielereien, Farbfilter und Original-Aufnahmen von Exekutionen und montiert Kriegsreden über brutale Bilder und lässt sämtliche Erklärungsversuche am Ende in Leere laufen. "The Howl" ist jedenfalls ziemlich strange, anstrengend, absolut wirr und natürlich muss man die Art von Film mögen: 8-9/10

Flucht von Galaxy 3 / Star Crash II

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Der dunkle Herrscher Oraklon macht Stunk im Weltall und greift eines Tages den Planeten von Prinzessin Bella Star an, dessen Bewohner aufgrund der friedlichen Einstellung auch keine Chance gegen den finsteren Tyrannen haben. Als der Planet zerstört wird, flüchtet Bella Star mit ihrem treuen Gefährten Lithan mit einem kleinen Raumschiff und landet durch ein Graviationsfeld auf der Erde. Dort entdecken die Beiden nicht nur die Freuden von fleischlichen Genüssen, sondern rüsten sich auch zum alles entscheidenden Kampf um Oraklon ein für alle mal sein teuflisches Handwerk zu legen...

Lustiger und auch sehr trashiger Sci-Fi-Streifen mit dem Herz am rechten Fleck, der vor allem zu Beginn auch gleich eine Handvoll Szenen aus Cozzis "Star Crash" verwendet und deswegen wohl hierzulande als Sequel vermarktet wurde. Die absolut schrecklichen Kostüme aus Albertinis Film erinnern an eine Eis-Revue und auch die Geschichte ist natürlich ziemlicher Quarks. Allerdings hat der Streifen auch einen unglaublichen Soundtrack und eine choreografierte Tanzszene in der Mitte, der den Geist der Space-Disco beschwört und für offene Münder sorgt. "Flucht von Galaxy 3" macht trotz drögem Start und absolut ruppigen Schnellschuss-Finale jedenfalls ziemlich Spass, auch wenn man vielleicht schon etwas betrunken sein sollte. Zwar nicht so toll und kurzweilig wie "Star Crash" aber defintiv "guilty Pleasure" mitsamt der vollen Punktzahl auf dem Trash-o-meter!

PS: für den Soundtrack würde ich wohl töten... :jogi:

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Fr 16. Dez 2011, 16:20
von jogiwan
Caged Men

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Der junge Studien-Abbrecher Elliot ist als Fahrer bei einem Banküberfall dabei und wird aus dem Auto geschmissen, kurz bevor die restliche Bande von der Polizei auf der Flucht erschossen werden und der Wagen in den Fluten eines Flusses landet. Da jedoch die Beute nicht gefunden wird, vermutet Elliots Freudin Sherri das Geld bei ihrem Lover, der zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wird und bald die rauen Sitten des Gefangenenalltags kennenlernen muss. Denn dort steht nicht nur Gewalt und Korruption an der Tagesordnung, sondern der junge Elliot ist mit seinen knackigen Körper auch die Attraktion unter den restlichen Insassen, die schon bald um seine körperliche Liebe buhlen...

Hehe, wer braucht schon Frauengefängnis-Filme, wenn es das haargenau gleiche auch mit Männern gibt. In "Caged Men" gibts zwar keine expliziten Szenen, wie in vergleichbaren Frauenknast-Filmen, aber sonst ist alles drinnen, was man sich bei einem Film aus der Knast-Schiene erwartet. Die Gefangenen sind natürlich alles gewaltbereite Perverse und wer nicht spurt, dem wird in der Wäscherei in den... oops! Die Story ist dabei dennoch etwas bieder und auch die Umsetzung nicht immer geschmackssicher, dennoch macht "Caged Men" eigentlich großen Spass und sollte auch in keiner Gefängnisfilm-Sammlung fehlen. 7/10

Spirits of Dead

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Gestern wieder geguckt und sowohl die Episoden von Vadim und Fellini sind einfach nur noch geil. Vadim macht ein seltsames Kostüm-Epos in dem hauptsächlich Jane Fonda wie eine Göttin aussieht und Fellini ist in seiner italienischen Episonde, die Bava zitiert einfach nur over-the-top. Vermutlich ist im deutschen wieder einmal alles gnadenlos synchronisiert worden, daher das Teil bitte unbedingt im Original, am besten mit der englischen Blu-Ray aus dem Hause Arrow gucken. Die ist wirklich grandios. Ich bleibe trotz etwas schwächerer Malle-Episode bei 10/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 17. Dez 2011, 13:26
von jogiwan
Trick ' r Treat

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Solider und hübsch-verschachtelter Episoden-Horror mit Halloween-Thematik, der aber auch um die Weihnachtszeit recht gut funktioniert. Technisch und darstellerisch gibts nichts zu meckern, allerdings fand ich den Start etwas lahm und nicht jede der Geschichten so gelungen, was jedoch angesichts des Gesamtwerks nur ein kleinerer Schönheitsfehler ist. Über die Freigabe ließe sich ebenfalls streiten und ist mit 18 auch imho zu hoch angsetzt. "Trick 'r Treat" lässt sich jedenfalls gut gucken und bietet gelungenes Gruselvergnügen, dass man schon nicht verpassen sollte. 7/10

A Serbian Film

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Dieses mal nicht am PC, sondern mittels ungeklärter VÖ auf dem TV-Gerät. Man kann von den Inhalten halten was man will, aber Srdjan Spasojevic hat wohl den "großen" neuzeitlichen Skandal-Genre-Film abseits der Arthouse-Schiene gedreht. Brutaler Sex, herbe Gewalt und teils surrealistische Szenen in einem handwerklich solide gemachten Film. Wer die Reaktionen liest, kann sich ungefähr vorstellen, wie die Leutchen seinerzeit auf "I spit on your grave", "Cannibal Holocaust" und "Man-Eater" reagiert haben müssen. Der Ruf nach Zensur ist natürlich völlig daneben, da es sich ja auch immer noch um einen Film und Fiktion handelt und auch die behandelnden Themen wohl selbst beim geeichten Publikum kaum Anklang finden werden. Abgesehen von den ganzen (bewusst inszenierten) Kontroversen ist der Film ziemlich düster, gut gemacht und verfehlt seine Wirkung nicht. Ob man das gut oder schlecht findet, ist dann wohl jedem selber überlassen. Billig ist nur die deutsche Synchro! 6-7/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: So 18. Dez 2011, 09:32
von jogiwan
Der Autovampir

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Bei einem Rettungs-Einsatz wird die Aufmerksamkeit von dem Arzt Marek und seiner Chaffeurin Mima auf die Rennfahrerin Luisa gelenkt, die mit einem Prototypen eines neuen Autos unterwegs ist. Luisa klagt über seltsame Schmerzen und als sie wenig später tödlich verunglückt und spurlos verschwindet, wird Marek von einem Kollegen aufgesucht, der behauptet, dass der Sportwagen mit menschlichen Blut angetrieben wird. Als sich die seltsamen Vorfälle häufen und Mima das Angebot bekommt, den Wagen anstelle von Luisa zu lenken, forscht Marek weiter und entdeckt tatsächlich Hinweise, dass es bei der entwickelnden Firma nicht mit rechten Dingen zugeht.

Interessanter und sehr stranger Film mit einer doch recht bizarren Geschichte über Vampir-Autos, der hauptsächlich als böser Kommentar zur zunehmenden Auto-Vernarrtheit der Bevölkerung zu sehen ist, die im Osten ja noch einen Tick ausgeprägter ist. Der Film von Juraj Herz ("Der Leichenverbrenner") ist recht flott inszeniert und überzeugt neben seinem fiepsigen Elektronik-Soundtrack auch durch nette Darsteller und haufenweise absurde Ideen und unterschwellige Kritik, die manchmal blutig, dann wieder lustig ausgefallen sind. Erinnert imho mit seiner organischen Maschinen-Thematik auch stark an die frühen Cronenbergs und ist für den aufgeschlossenen Freund von seltsamen Filmen auch schwer empfehlenswert. 7/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 20. Dez 2011, 15:52
von jogiwan
Lucia und der Sex

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Toller Film mit dämlichen Titel, der nicht nur im besten doppelbödigen Almodovar-Style, sondern auch überraschend freizügig daherkommt. Mit Paz Vega ("Sprich mit ihr"), Nawja Nimri ("Fausto 5.0") und Elena Anaya ("Die Haut, in der ich wohne" gibts ja gleich drei bezaubernde Darstellerinnen, die alles präsentieren und auch die Art und Weise, wie die mitunter tragische Geschichte erzählt wird, ist nach einem etwas gewöhnungsbedürftigen Start sehr gelungen. Mit viel "natürlichem" Sex, hübschen Menschen, einer sommerlichen Kulisse und versöhnlichen Ende bringt der Streifen auch die ideale Abwechslung in die ansonsten doch recht triste Winterzeit. Hat mir jedenfalls sehr gut gefallen und auch wenn "Lucia und der Sex" doch eher die Arthouse-Fraktion ansprechen dürfte, sollten sich Euro-Fans diesen tollen Leckerbissen keinesfalls entgehen lassen: 8/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Fr 23. Dez 2011, 18:16
von jogiwan
Nerosubianco

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Die attraktive Barbara wird von ihrem Partner Paolo am Rande eines Parks in London abgesetzt und ein späteres Abholen vereinbart. Die junge Frau schlendert durch die Wiesen, beobachtet dabei Mensch und Tier und fährt etwas später mit der U-Bahn in die Stadt. Dort trifft sie erstmals einen schwarzen Mann, der ihr Interesse weckt und es entwickelt sich zwischen den Beiden ein sexuelles Katz- und Mausspiel. Barbara flüchtet durch die Strassen und trifft auf politische Aktivisten , Fashion-Victims, Studenten, Lifestyle-Geschäfte und Museen und erlebt aufregende Dinge im Spannungsfeld von Sex, Politik und Gewalt...

Schlichtweg sensationeller Film von Tinto Brass, irgendwo zwischen erotischem Film, Experimental-Film, Mondo und politischem Statement. Der Regisseur schickt seine beiden Hauptdarsteller durch das "swingin London" und montiert Bilder von liebenden Menschen und Kriegsaufnahmen zur Musik der Band "Freedom", die zu "Nerosubianco" auch einen exzellenten Soundtrack abgeliefert haben. Der ganze Streifen ist einfach der Hammer und bietet nahezu in jeder Szene großartige Bilder, die zum Nachdenken anregen und obwohl Tinto im Grunde keine Geschichte erzählt, lässt "Nerosubianco" den aufgeschlossenen Zuschauer dennoch entzückt, nachdenklich und absolut fasziniert zurück. Schade, dass so etwas heutzutage nicht mehr gedreht wird. 10/10!