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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 20. Aug 2011, 10:55
von jogiwan
L'Auberge espagnole - Barcelona für ein Jahr

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OMG - wie kann man aus der eigentlich tollen Idee, diesem Cast und der noch tolleren Location bloß nur so einen langweiligen Film zaubern - obwohl, Woody Allen hat es ja auch geschafft. Die französische Sommer- und Studentenkomödie "Barcelona für ein Jahr" ist weder sonderlich lustig, noch anderweitig originell und in der deutschen Fassung ist sowieso wieder einmal jegliches Sprach-Wirrwarr totsynchronisiert worden. Die etwas seltsame Machart und Erzählweise, sowie das episodenhafte und höhepunktslose Drehbuch ist jedenfalls komplett fürn Arsch und sowieso und überhaupt ist der Streifen ziemlich öde! Päh!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 20. Aug 2011, 10:56
von jogiwan
Julia's Eyes

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Julia und ihre Zwillingsschwester Sara leiden an einer degenerativen Augenerkrankung, bei der durch Stress die Sehschwäche vermindert wird, was schlussendlich zur Blindheit führt. Als die blinde Sara eines Tages im Keller Selbstmord begeht, glaubt Julia jedoch nicht, dass ihre Schwester freiwillig aus dem Leben geschieden ist und findet Hinweise, dass ihre Schwester Kontakt zu einem mysteriösen Mann gehabt hat. Doch niemand scheint sich an ihm zu erinnern und alle anderen Versuch ihn zu finden, schlagen auf seltsame Weise fehl. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und als Julia kurz vor ihrer Erblindung steht und sie nur durch eine Augenoperation gerettet werden kann, tritt ein neuer Mann in ihr Leben...

"Julia's Eyes" beginnt eigentlich sehr vielversprechend und hat auch ein paar sehr spooky Szenen zu bieten. Die Geschichte ist spannend und anfänglich weiß man wirklich nicht, in welche Richtung der spanische Streifen aus dem Jahre 2010 gehen wird. Auch die beiden spanischen Topstars Belén Rueda ("Das Waisenhaus") und Lluis Homar ("Zerissene Umarmungen") machen alles richtig. Leider schmälert dann das Drehbuch mit seiner etwas banalen Auflösung das Mystery-Vergnügen ein bisschen und "Julia's Eyes" ist bei aller Liebe mit zwei Stunden Laufzeit auch etwas zu lange ausgefallen. Ansonsten aber stimmige Bilder am laufenden Band und gepflegter Grusel mit ein, zwei Gewaltspitzen, der wirklich sehr solide ausgefallen ist. Trotz kleinerer Schönheitsfehler daher eine Wertung im oberen Bereich, die aber größtenteils den beiden Hauptdarsteller zuzuschreiben ist: 7,5/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: So 21. Aug 2011, 11:07
von jogiwan
Balada triste de trompeta

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Der Zirkusjunge Javier wird Zeuge, wie sein Vater von Soldaten des Franco-Regimes gefangen genommen wird und beschließt ein trauriger Clown zu werden. Bei seinem ersten Engagement in den Siezbigern in einem heruntergekommenen Zirkus trifft er auf die hübsche Natalia, die jedoch mit dem cholerischen und gewaltbereiten Trunkenbold Sergio verheiratet ist, der ebenfalls als Clown arbeitet Als sich Natalia für den schüchternen Javier interessiert, schlägt Sergio beide zusammen. Doch Javier will Natalia retten, zerstört mit einer Trompete das Gesicht des Nebenbuhlers, flüchtet in den Wald, wird wahnsinnig, neuerlich von Franco-Soldaten gefangengenommen und dreht dann erst so richtig auf...

Absolut unglaublicher Film, bei dem man nicht weiß, ob man jetzt lachen oder weinen soll. Álex de la Iglesia startet ja so richtig durch und gönnt seinem Publikum keine Atempause und startet im Finale so richtig durch. Die Geschichte ist ja so irr, wie sie sich anhört und im Trailer angedeutet ist, aber eigentlich noch viel wilder! Ein brachialer Mix aus Drama und ziemlich schwarzer Komödie, dass Anleihen bei der politischen Geschichte des Landes nimmt und auch in punkto Gewalt nicht gerade zimperlich ist. Eine Mischung genau nach meinen Geschmack, an der es eigentlich nur zu bemängeln gibt, dass der Film gegen Ende die politische Komponente der Geschichte etwas abflachen lässt und die Kamerafahrten des Finales einen Tick zu CGI-lastig ausgefallen ist. Dennoch absoluter Tipp für alle Foren-Mitglieder hier. "Balada triste de trompeta" wird wohl vielen nicht gefallen - ich hingegen war bei meiner Sichtung einfach nur vollkommen geplättet: 9-10/10

Blutmesse für den Teufel

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Hach, mit meinem Paule halt - und dann auch gleich noch in einer Mehrfach-Rolle! Und Helga Liné auch noch. Da stört dann gar nicht, dass der Streifen auch ein paar Längen und unlogische Momente hat... Immer wieder gern gesehen!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mi 24. Aug 2011, 09:01
von jogiwan
Pappa ante portas

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Beste deutsche Komödie ever! 10/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Do 25. Aug 2011, 09:56
von jogiwan
Allein unter Nachbarn

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"La Comunidad" ist einfach ein herrlicher Film! Sehr eindeutig von Pedro Almodóvar inspiriert, aber mit bitterbösem Humor, comichaft überzeichneten Charakteren und moderater Gewalt versetzt, die eindeutig die Handschrift und Trademarks des knuddeligen und sympathischen Regisseurs zeigen. Die Geschichte über die menschliche Gier ist einfach zum Schreien und auch das Tempo passt weitgehend bis zum skurrilen Finale über den Dächern von Madrid. Für mich ein kleines Genre-Juwel mit einem tollen Cast, die sich auch ordentlich gegenseitig an die Gurgel geht und den ich auch immer wieder genre schaue: 8/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Fr 26. Aug 2011, 08:59
von jogiwan
Ein ferpektes Verbrechen

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Álex de la Iglesia Teil III: Hübsche und skurrile Komödie über menschliche Oberflächlichkeiten, abgründige Seelen und den Niedergang eines eigentlich unsympathischen Opportunisten im Umfeld eines Madrider Großkaufhauses. Die Geschichte ist hübsch übertrieben, steckt voller liebenswerter Ideen und hat nach anfänglichen Startschwierigkeiten auch ein sehr hohes Tempo. Zwar nicht wirklich eine Komödie, sondern eher ein humorvoller Thriller, der ziemlich augenzwinkernd daherkommt. Auch wenn man einiges besser machen hätte können, so ist der Streifen doch sehr spassig und sollte auch in keiner gepflegten Sammlung fehlen! 7-8/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 27. Aug 2011, 09:18
von jogiwan
Bubba Ho-Tep

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Diesen Personenkult um Bruce Campbell hab ich ja noch nie so richtig verstanden und seit gestern noch weniger. Der Film Bubba Ho-Tep - der es immerhin bei unserer Wahl der besten Horrorfilme der Nullerjahre auf Platz 5 geschafft hat - ist ja so eine lahme Krücke, die den Protagonisten im Film um nichts nachsteht. "Bubba Ho-Tep" ist über weite Strecken derart langweilig und doof und auch die inneren Monologe und Elvis-Gestiken sind auf Dauer eher ernüchternd. Eine sozialkritische Komponente konnte ich ja beim besten Willen auch nicht wirklich vernehmen und die Sache mit der Mumie ist einfach nur doof. Was sich in der Inhaltsangabe ja noch als halbwegs skurril anhört, wird von der biederen Inszenierung ja dann vollends in Sand gesetzt. Sicher einer der langweiligsten FIlme, die ich/wir in letzer Zeit gesehen hab: 03/10

Human Centipede

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Holla, da wollte wohl einer ein komplett krankes Filmchen zaubern und das ist auch irgendwie gelungen. Die Geschichte von Ami-Touristinnen, die in Deutschland an einen größenwahnsinnigen Chirurgen geraten, würde ja jetzt nicht unbedingt irgendwelche Innovationspreise gewinnen, doch was danach folgt, ist schon irgendwie unglaublich. Trotzdem funzt die Mär vom menschlichen Tausendfüssler nur begrenzt und irgendwie verhalten sich auch die Protagonisten wieder einmal so, wie sie es eigentlich nicht tun sollten, was gegen Ende schon etwas den Sehgenuß schmälert. Die Inszenierung ist auch nicht die flotteste und auch von den Effekten her, ist man aus anderen Filmen schon wesentlich Ärgeres gewöhnt. Die Grundgeschichte ist aber dennoch ziemlich abgefahren und daher kann man das Teil auch durchaus gucken. 6-7/10 inklusive einem Extrapunkt für die Sache mit den "siamese triplets" :kicher:

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: So 28. Aug 2011, 09:36
von jogiwan
When Alice broke the mirror

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Manchmal gibt es Filme, an die hat man gar keine großen Erwartungen und daher fällt es auch gar nicht sonderlich ins Gewicht, wenn sie dann nicht einmal diese erfüllen. Fulcis Spätwerk "When Alice broke the mirror" ist ja sicherlich kein Highlight, irgendwie auch weder Fisch noch Fleisch und auch ansonsten in allen Belangen eher durchschnittlich. Manchmal etwas böse, streckenweise derb, aber irgendwie ist der Streifen trotz bekannter Gesichter wie Al Cliver und Zora Kerova dann doch nicht so der Bringer. Brett Halsey hat mir zum Beispiel nicht sonderlich gefallen und er stapft auch recht unmotiviert durch die seltsame Geschichte des spielsüchtigen Gigolos, der sein Budgetdefizit mit alternden Witwen stopft. Gegen Ende kommt dann auch noch ein Hauch existenzielles Mystery-Feeling auf, dass den Streifen aber auch nicht vor der Mittelmäßigkeit bewahren kann. Kann man gucken - muss man aber nicht: 4-5/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mo 29. Aug 2011, 07:06
von jogiwan
Fragile - a ghost story

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Toller und vor allem wirklich gruseliger Film von Jaume Balaguero mit einer spannenden Geschichte, die sehr eindeutig von "The Ring" und Konsorten inspiriert ist. Dennoch wirkt der Streifen nicht wie ein billiger Abklatsch, sondern ist wirklich sehr gelungen. Das Ambiente ist gut gewählt, die Sache mit den Knochenbrüchen fies, die Optik ist trist aber passend und auch die Schauspieler sind größtenteils sehr passend gewählt, obwohl ich mir ehrlich gesagt schon eine andere Hauptdarstellerin als Calista Flockhart gewünscht hätte, die abgemagert mit ihrer Botox-Fratze, veroperierten Nase und aufgespritzten Wangenknochen ja fast noch gruseliger ist, als die Gruselgestalt selber. Dennoch hat mir der Streifen ausnehmend gut gefallen und der würde auch in meiner Top20 der Nuller-Jahre wandern. Das ist genau die Art von Gruselfilm, die ich mag und der auch auf die richtige Weise den Spagat zwischen Oldskool-Grusel und aktuellen Produktionen findet: 8,5/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 30. Aug 2011, 07:34
von jogiwan
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Herrliche Abenteuer-Sci-Fi-Horror-Gurke von Sergio Martino über Schiffbrüchige auf einer einsamen Insel, die neben Voodoo-praktizierenden Eingeborenen auch von einem verrückten Wissenschaftler, dessen hübscher Tochter und einem durchgeknallten Besitzer mit Allmachtsfantasien bevölkert ist. Die Geschichte ist natürlich ziemlicher Müll, steigert sich aber bis zum spektakulären Finale, in dem auch die putzig gemachten Fischmonster so richtig aufdrehen. Die Inszenierung ist solide, die Ausstattung aus der Diskont-Ethno-Abteilung des örtlichen Möbelhauses und irgendwie wollte auch aufgrund der zahlreichen Birkenwälder keine richtige Südseestimmung aufkommen. Aber dank zahlreicher bekannter Gesichter wie der zu früh verunglückte Claudio Cassinelli, Richard Johnson, Barbara Bach und Beryl Cunningham macht "Die Insel der neuen Monster" dennoch gute Laune und der Streifen ist wohl ideal für einen verregneten Nachmittag. Trashiges Abenteuer-Spektakel der sympathischen Sorte und somit die perfekte Unterhaltung für große Kinder und Kindsköppe: 6/10