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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mi 22. Jun 2011, 22:20
von jogiwan
Sitcom

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Eine französische Familie, wie aus dem Bilderbuch. Der Vater erfolgreicher Geschäftsmann, die Mutter biedere Hausfrau und die Kinder brav und artig. Doch das ändert sich schlagartig, als der Sohn seine Homosexualität gesteht und die vernachlässigte Tochter einen Selbstmordversuch begeht. Diese ist daraufhin an den Rollstuhl gefesselt und entdeckt Sado-Maso, während der geoutete Sohn Gruppensexorgien im Haus organisiert und sich die Hausangestellte an den Freund der Tochter heranmacht. Während die Mutter versucht, die Familie zusammen zu halten, bricht diese nicht nur immer weiter auseinander, sondern nebenher auch noch weitere Tabus...

Herrlich! Francois Ozons Breitseite gegen die Spießigkeit in der technischen Form einer Sitcom. Die Geschichte ist natürlich hübsch extrem und scheut auch vor diversen Geschmacklosigkeiten nicht zurück. Nach dem biederen Anfang tun sich auf einmal Abgründe auf, dass man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt und das Ende ist sowieso over the top! Könnte irgendwie auch von Pedro Almodovar sein, obwohl man schon merkt, dass hier noch ein junger Regisseur am Werk ist, der Spass daran hat, verschiedenste Dinge auszuprobieren und anzutesten. Herausgekommen ist eine bitterbös-schwarze Komödie, die sicherlich nicht jeden gefallen wird. Spaßig!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Do 23. Jun 2011, 09:41
von jogiwan
Alien die Saat des Grauens kehrt zurück

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"Nichts ist so langweilig wie die Logik" hat Alfred Hitchcock mag gesagt - dann ist "Alien 2" wohl der interessanteste Film, der jemals gedreht wurde. Denn logisch ist da ja überhaupt nicht. Dilletantisches Filmchen eines Regisseurs, der wohl so überhaupt kein Gespür für Spannung und dergleichen hat. Aber hey, warum auch, wenn der Film sonst die Sympathien stests auf seiner Seite hat. Die Hauptdarsteller sind sympathisch, die Dialoge doof, die Effekte blutig und das Ende sogar noch beinahe apokalyptisch. Macht irgendwie großen Spass, auch wenn der Film natürlich doof ist und auch zahlreiche Längen hat. Diskont-Trash für Erwachsene - ich mag sowas!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Fr 24. Jun 2011, 09:29
von jogiwan
Verblendung:

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Gestern ist endlich die Extended-Fassung im Player gelandet und ich bin noch immer hellauf begeistert. "Verblendung" ist ein grandioser Euro-Thriller mit toller Optik, sperrigen Charakteren und einer ziemlich heftigen und düsteren Story. Ein atmosphärischer Streifen, genau so wie ich ihn mag und vor allem Noomi Rapace ist sensationell - Hammer-Film und ich freu mich schon auf die nächsten beiden Teile.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 25. Jun 2011, 09:57
von jogiwan
Triangle:

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Eigentlich würde ich "Triangle" aus dem Jahre 2009 ja richtig gut finden, gäbe es mit "Timecrimes" von Nacho Vigalondo aus dem Jahre 2007 nicht bereits einen Film, der mit der haargenau gleichen Grundidee und auch noch mit gleichen Story-Elementen aufwartet. Vigalondo geht es in seinem Streifen zwar wesentlich ruhiger, aber nicht minder effektiv an und hat daher meine Sympathien auf seiner Seite. "Triangle" ist sicherlich interessant, aber der Witz der Idee wird im Verlauf des Streifens ohne näherer Erklärung imho dann doch etwas überstrapaziert und auch der ein oder andere visuelle Effekt ist nicht ganz gelungen. Trotzdem kann man den Streifen gut gucken und für den kurzweiligen Abend reicht es allemal. 7/10

HellBent:

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In West-Hollywood geht ein mysteriöse Mörder mit einer Teufelsmaske umher, der es auf Homosexuelle abgesehen hat. Als Eddie und seine drei Freunde auf dem Weg zu einem Homo-Straßenfest den Killer unwissentlich provozieren, geraten die vier lebenslustigen Männer bald selbst in das Visier des psychopathischen und unbarmherzigen Killers, der den Jungs für sein Vorhaben sogar in die finstersten Darkrooms folgt...

Darauf hat die Welt gewartet: ein :jogi: Slasher mit einem sexy Killer mit Teufelsmaske, der Jagd auf vergnügungsfreudige Männer macht. Die Story des Low-Budget-Movies ist zwar ziemlich doof, trotzdem ist das Endprodukt mit Budget-Einschränkungen recht gut gelungen, was größtenteils an den eigentlich recht sympathischen Darstellern und der soliden Inszenierung liegt. Nebenher gibts auch noch ein paar blutige Szenen und Metal-Queercore-Mucke zu bewundern, was sicherlich für einen Film aus der Homo-Kiste doch eine Besonderheit darstellt. Hätte man ein bissl mehr ins Drehbuch investiert, "HellBent" hätte durchaus etwas Größeres werden können - so gibts halt nur 6/10 Punkte.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: So 26. Jun 2011, 11:02
von jogiwan
Drawn together:

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Holla, ist die Serie arg. Zwar sind manche Gags schon grenzwertig, aber die Art und Weise wie im Big-Brother-Style vollkommen überzeichnet mit Stereotypen, Vorurteilen, Serien-Formaten und Klischees vorgegangen wird, ist schon ziemlich spaßig. Vielen, vielen Dank nochmal an den edlen Spender! :prost:

Beetlejuice:

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Tim Burtons spaßige Gruselkomödie über zwei "kürzlich Verstorbene" vom Lande, die sich auf einmal mit neureichen Yuppies im eigenen Haus auseinandersetzen müssen und dabei auf die Dienste eines Bio-Exorzisten zurückgreifen. Ich mag den sympathischen Streifen schon seit Jugendtagen, auch wenn "Beetlejuice" für heutige Verhältnisse (bewusst) etwas altbacken wirkt. Die Geschichte und die Stop-Motion-Effekte sind nett und bieten auch immer wieder Möglichkeiten für ein paar skurrile Momente und Seitenhiebe. Vor allem das Wartezimmer mit den Neuzugängen im Totenreich ist der Kracher. Klarer Fall für die Alltime-Favourite-Liste!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 28. Jun 2011, 07:14
von jogiwan
The Mother of Tears

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Diabolik! hat geschrieben:Man weiß MOTHER OF TEARS erst zu schätzen, wenn man diese unfassbare Gurke GIALLO gesehen hat... :roll:
Fragt mich nicht warum, aber ich hatte gestern einfach Lust, mir "Mother of Tears" nochmal zu geben, nachdem ich den ja bisher immer eher negativ beurteilt habe. Liegt es an - wie von Diabolik geschrieben - am miesen Nachfolger? Hat mich der Sommer oder mein Alter milde gestimmt? Oder liegt es einfach an der Vielzahl von miesen, aktuellen Horrorfilmen, die ich in der letzten Zeit gesehen hab....? Keine Ahnung, aber so schlimm fand ich den gestern gar nicht mehr. Sicherlich gibt es einige Momente, bei denen man sich an den Kopf greifen möchte und Asia und ich werden keine Freunde mehr - andererseits hat "Mother of Tears" auch durchaus seine guten Momente und langweilig wird es auch nie. Mid-Budget-Trash, der doch irgendwie holprig aber irgendwie sympathisch daherkommt. 6-7/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mi 29. Jun 2011, 06:48
von jogiwan
Island of Death

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Sleazy, trashy, cheap - also ich find den super! Das Filmchen, dass Nico Mastorakis für 30.000 Dollar gezimmert hat, ist für sein Entstehungsjahr und auch heute noch ein heftiges Stück Film und bietet so ziemlich alles, das auf irgendeine Weise anecken könnte. Inzest, Sodomie, Homosexualität (1975 immerhin noch strafbar), Kreuzigungen, Vergewaltigungen - Holla! Und das ganze noch mit der Extraportion Griechenland- und Seventy-Flair. Sicherlich hat der Film seine Längen und mancher Darsteller ist auch etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch muss man Mastorakis neidlos zugestehen, dass er wirklich einen der abgeschmacktesten Filme der europäischen Filmgeschichte verbrochen hat, der auch heute (mit ein paar Einschränkungen) noch grandios funktioniert und nebenher auch noch den ein anderen Ohrwurm ("Destination - understanding...") zu bieten hat. Die Geschichte über das moralische Reinigungsteam ist zwar 10 Minuten zu lang, ansonsten aber der Kracher und der Zuseher bekommt die Kinnlade nach den ersten paar Minuten kaum noch hoch! Hammer!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Do 30. Jun 2011, 10:07
von jogiwan
Kleinhoff Hotel

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Die französische Architekten-Gattin Pascale verpasst in Berlin den letzten Flug nach Paris und entschließt sich, gezwungenermassen die Nacht in dem Hotel Kleinhoff zu verbringen, welches sie noch aus ihrer Studentenzeit kennt. Als sie aus der Verbindungstür zum Nachbarzimmer seltsame Stimmen hört, beginnt sie sich, dafür zu interessieren und beobachtet einen seltsamen Mann, der wohl ein Terrorist zu sein scheint. Sie beginnt ihn auszuspionieren, verfolgt ihn und stürzt sich wenig später in eine fatale Affäre mit dem unbekannten Mann...

Hmm... ich wollte den gestern gucken und hab nach einer Stunde wegen akuter Langeweile abgebrochen. Seltsames, dafür freizügiges Drama über eine reiche Frau, die kurze Zeit ihrem Luxusleben entflieht und sich in die Arme eines Terroristen stürzt. Über weite Strecken ist das Teil leider ziemlich lahm und irgendwie hat der überhaupt nicht meinen Nerv getroffen. Naja... ob der nochmal im Player landet... wohl eher kaum!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Fr 1. Jul 2011, 07:02
von jogiwan
Alles über meine Mutter

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Was soll ich über meinen absoluten Lieblings-Film und meine erklärte Nummer 1 nach der obligatorischen Quartals-Sichtung noch großartig schreiben...

11/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Sa 2. Jul 2011, 11:07
von jogiwan
Gestern hatt ich doch einen doch etwas seltsamen Film-Abend. Normalerweise schau ich mir ja die Filme an und am nächsten Tag wird ein bissl gegoogelt, was die Leutchen dann noch so alles gemacht haben bzw. wie andere Leute über das Teil denken. Gestern waren aber unbewusst gleich zwei höchst unterschiedliche Filme im Player, die dennoch eines gemeinsam haben, nämlich die Tatsache, dass beide Hauptdarsteller während oder nach den Dreharbeiten verstorben sind. Der Hauptdarsteller von "I love Vienna" wurde Opfer eines politischen Attentats und der Hauptdarsteller aus "Golden Eagle" verstarb bei den Dreharbeiten der Abschlusszene.

I Love Vienna

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Mäßig unterhaltsame Multi-Kulti-Komödie aus Österreich von Regisseur Houchang Allahyari über einen persischen Deutschlehrer, der samt Schwester und Sohn nach Wien kommt und bemerken muss, dass die Stadt mit Sissi-Klischee nicht viel gemeinsam hat. Natürlich landet man in einer miesen Absteige und verliebt sich trotzdem in eine westliche Frau, die mit persischen Tradtitionen nicht viel am Hut hat. Das führt natürlich zu allerlei Problemen und schon bald ist im Leben des gläubigen Mannes nichts mehr so, wie es einmal war. Am Ende gibts zwar sowas wie ein (offenes) Happy-End, zwischendurch schlägt der Film aber eher dramatische Töne an und es gibt Marisa Mell in ihrer letzten Rolle als etwas skurrile Figur der Selina, die sich als Bauchtänzerin wacker und entrückt durch die Handlung tanzt. Insgesamt zwar okay, aber schon irgendwie viel zu durchschnittlich.

Hauptdarsteller Freydoun Farokhzad wurde im Jahr 1992 in seinem politischen Exil in Bonn mit seinem Sohn, der ebenfalls in "I love Vienna" mitspielt Opfer eines grausigen Attentats. Der Regime-kritische Sänger, Poet und Schauspieler, der sich noch immer größter Beliebtheit erfreut und sich nach seiner Flucht öffentlich gegen das iranische Regimme wandte wurde im Auftrag der fanatischen Regierung erstochen und grausam zugerichtet.

Golden Eagle / Insee thong

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Rome ist ein Undercover-Agent der als mysteriöser "Red Eagle" gegen das Böse kämpft und im wahren Leben seine geheime Existenz als Trunkenbold vertuscht. Als ein Bösewicht der "Red-Bamboo-Gang" unter seinem Alter-Ego jedoch Straftaten begeht, verändert Rome sein Konzept und tritt als "Golden Eagle" gegen die Gang und seinem schier übermächtigen Boss an, der auch mit magischen Kräften und Hypnose seine Opfer tötet. Er bricht in das Hauptquartier der Bande ein, rettet Entführungsoper und dreht am Ende so richtig auf.

Sehr obskurer und furchtbar trashiger Action-Film aus Thailand, der irgendwie nicht von dieser Welt ist. Keine Ahnung, ob es sich dabei um eine Art Serie handelt, jedenfalls bekommt der Zuschauer keine Erklärung für das teilweise schon sehr absonderliche Geschehen. Die Story ist wild, die Actioneinalgen diletantisch, aber das Ganze nicht uncharmant. Tragische Berühmtheit erlangte der Film jedoch aufgrund der Tatsache, dass Hauptdarsteller und Regisseur Mitr Chaibancha beim gedrehten Stunt für das Finale tödlich verunglückte. Das Drehbuch sah vor, dass sich "golden Eagle" auf die Strickleiter eines Hubschraubers springt und dann von einem Hubschrauber davon fliegt. Der Hubschrauber flog jedoch zu hoch und Mitr verlor wohl den Halt und stürzt in den Tod. Die Szene ist sogar - jeodch ohne Absturz - am Ende zu sehen...