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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Sa 2. Apr 2011, 09:09
von jogiwan
Emanuelle und ihre wilden Hengste
Das erfolgreiche Topmodel Emanuelle Richmond erleidet aufgrund eines traumatischen Kriegsereignisses in Beirut einen Gedächtnisverlust und wird in einer renommierten Klinik behandelt. Doch der Psychiater Paul erkennt, dass Emanuelles Probleme weiter zurückreichen und versucht die hübsche Frau zu therapieren und vernachlässigt dabei seine eigene Frau Susan und auch seine nymphomanische Cousine, die ebenfalls hinter dem Schönling her ist. Doch der lässt nicht locker und rollt systematisch die sexuelle Vergangenheit seiner Patientin auf, bis diese keinen Ausweg mehr sieht, sich tatsächlich an alles zu erinnnern...
Haha, allein der Titel ist natürlich schon der erste Lacher, aber im Film kommts noch dicker. Klar ist der ganze Streifen total harmlos und die zahlreich-angedeuteten Fickel-Szenen bleiben fast immer jugendfrei. Doch die Story, ein paar Einfälle und die deutschen Dialoge sind schon ein ziemlicher Kracher, sodass man die ganze Zeit schmunzeln muss. Zugegeben, ein bissl Alkohol als Zugabe schadet sicher nicht, aber dann macht der Streifen auch wirklich gute Laune. Schade eigentlich, dass die hübsche Hauptdarstellerin danach in keinem weiteren Streifen mehr mitgewirkt hat. Und wie unser knuffiger Blap es formulieren würde: bitte mehr davon!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mo 4. Apr 2011, 08:03
von jogiwan
Cure - Kiyoshi Kurosawa
In Tokio häufen sich die Opfer einer mysteriösen Mordserie, in denen den scheinbar wahllosen Opfern ein X in den Hals geritzt wird. Doch die unterschiedlichen Täter werden alle wenig später in einem Zustand der Amnesie im Umkreis des Tatortes gefunden. Als Inspektor Takabe ermittelt, dass alle Täter kurz zuvor Kontakt mit einer mysteriösen Person hatten, die ebenfalls vorgibt, über kein Erinnerungsvermögen zu verfügen. Als dieser gefasst wird, beginnt ein Katz- und Mausspiel und weitere Opfer folgen.
Hui... Kurosawas mehr als eigenwilliges Krimi-Horror-Drama über abgehalfterte Menschen, erinnerungslose Mörder, Hypnosetechniken und Menschen am Rande des Burn-Outs. Wenig verwunderlich, dass mit dem sperrigen Teil wohl viele nichts anfangen können und was als Thriller beginnt, verkommt zunehemnd zu einem Psychodrama und verwirrt den Zuschauer mit seltsamen Flashbacks, Tagträumen, obskuren Begebenheiten und lückenhafter Erzählweise. Ganz hab ich die Sause auch nicht verstanden, was bei einem Streifen von Kurosawa aber auch nichts Außergewöhnliches ist. Wer im entscheidenden Moment ein wichtiges Detail verpasst und dem Film nicht seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenkt, hat am Ende halt Probleme das zeitlupenartig-gestaltete Puzzle zu lösen. Aber nichts anderes macht die Filme des Japaners ja so außergewöhnlich... 9/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Di 5. Apr 2011, 09:16
von jogiwan
Nausicaä - Aus dem Tal der Winde
Hayao Miyazakis wunderbares Werk aus dem Jahre 1984 verbindet Abenteuerfilm mit einer tieferen Botschaft über Umweltschutz und bietet erstmalig alle Trademarks, die die Filme des Ausnahme-Regisseurs so besonders machen. Technisch mag "Nausicaä" vielleicht nicht ganz so perfekt sein, aber sonst passt wieder einmal alles: 9/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mi 6. Apr 2011, 09:12
von jogiwan
Bedways
Etwas schnarchiger, deutscher Arthouse-Film mit kurzen HC-Szenen, wenig Story und peinlichen Berliner-Bands, der sich irgendwie furchtbar selbstverliebt und dennoch leider auch sehr spießig präsentiert. Mein Gott... Schwänze und Mösen kennt ja wirklich jeder und Sex und Masturbation sollte auch jedem hier halbwegs ein Begriff sein. Dennoch ist jedem Filmemacher natürlich Aufmerksamkeit garantiert wenn er "seriöse" Schauspieler, Video-Look, experimentelles Drehbuch und HC-Szenen in einem Film präsentiert. "Bedways" durfte ja dann sogar auf der Berlinale laufen und auch die üblichen Verdächtigen überschlagen sich mit Lob. Das kann ich zwar nicht umbedingt nachvollziehen, aber wer sich für diese Art von Indie-Drama interessiert, kann auch durchaus einen Blick riskieren: 4/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Fr 8. Apr 2011, 13:20
von jogiwan
Das Schloss im Himmel
Als Laputa-Groupie: 9/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Sa 9. Apr 2011, 09:04
von jogiwan
Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Wahnwitziges Action-Music-Teenie-Komödie des Regisseurs Edgar Wright, der ja schon in seinen beiden Filmen "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz" bewiesen hat, wie gutes Timing und handfeste Action ordentlich gemacht werden muss. "Scott Pilgrim" ist eine komplett überdrehte Comic-Verfilmung mit liebenswerten Nerds und das sieht man dem Streifen auf jede Minute an. Das Tempo ist im obersten Bereich und auch wenn der Film etwas episodenhaft ist, so kommt man kaum zum Durchatmen. Für Videogame-Fans ist der Film dann sicher noch ein größerer Spass, aber auch ich wurde bestens unterhalten: 8/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: So 10. Apr 2011, 10:41
von jogiwan
Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott
Der Loser und ewige Student Horsti lebt mit seinem besten Freund Toni in der Wohnung seiner verstorbenen Großmutter in Graz. Als diese ihren vermeintlichen 95. Geburtstag feiert und der Bezirksvorsteher samt Fotograf vor der Türe steht, hat Horsti ein Problem, da er seit zwei Jahren die Pension der werten Dame weiterkassiert hat. Flugs wird daher im nahen Krankenhaus eine alte Dame "ausgeborgt", die sich jedoch als Kammerschauspielerin Elfriede Ott entpuppt. Und ehe sich die beiden versehen ist die Polizei, die Medien und der gewaltbereite Neffe der Schauspielerin hinter den Entführern her...
Haha, genial-witziger Film mit Grazer Lokal-Kolorit von Andreas Prochaska über zwei liebenswerte Loser, die "unabsichtlich" eine bekannte Theater-Schauspielerin entführen. Die Story rockt, die Darsteller sind top und auch die zahlreichen Gags unter der Gürtellinie zünden fast alle. Weiß nicht, wann ich das letzte Mal so gelacht habe... Unglaubliches Filmchen´, bei dem es mich nicht wundern würde, wenn davon mal ein Remake kommen sollte. Untotschi sollte sowieso gleich zugreifen und sowieso und überhaupt ist "Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott" eine verdammt runde Sache: 11/10
Piranha 3D
Menno, was für ein Käse. Piranha hätte ja ein großer Spass werden können, aber das absolut miese Drehbuch, die nicht vorhandene Geschichte und vor allem die inflationär eingesetzten und billigen CGI-Effekte rauben dem Film ja jeglichen Unterhaltungswert. Pubertärer US-Big-Budget-Trash, der alles verkörpert, was ich an modernen Horrorfilmen nicht mag. In 3D mag der ja vielleicht noch von der technischen Seite interessant sein, aber in 2D ist der einfach nur furchtbar und mitsamt das schlechteste, dass ich in letzter Zeit gesehen habe: 3/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mo 11. Apr 2011, 08:29
von jogiwan
Der letzte Exorzismus:
Nette und gut-funzende Mockumentary über einen smarten Prediger und einem Exorzismus, der irgendwie anders läuft, als geplant. Ist jedenfalls ganz gut gelungen und der Zuschauer wird durch die Stückchenweise Aufdeckung der dramatischen Begebenheiten im Umfeld des Mädels auch stets bei Laune gehalten. Der bereits im Vorfeld im Netz gehypte Streifen startet recht humorvoll und driftet zunehmend ins dramatische und scheinbar Übernatürliche ab. Sicherlich kein Highlight, aber solide Genre-Unterhaltung a la "[Rec]", "Paranormal Activity" und natürlich "Blair Witch Projekt". Ich mag sowas: 7/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Do 14. Apr 2011, 07:23
von jogiwan
Fessle mich!
Ricky lebt in einem Irrenhaus und kümmert sich dort um das seelsiche und auch körperliche Wohl seiner Mit-Patienten und Betreuer. Als er eines Tages von einem Richter für zurechnungsfähig erklärt wird, macht er sich auf, um seinem großen Schwarm, die Ex-Pornodarstellerin Marina zu treffen, zu heiraten und mit ihr Kinder zu bekommen. Doch die weiß gar nichts von dessen Existenz - geschweige denn seinen Plänen und ist auch gerade eher mit Dreharbeiten zu einem Horrorfilm und ihrer Drogensucht beschäftigt. Als Ricky mit gestohlenen Schlüsseln bei Marina einbricht, ist diese natürlich wenig erfreut und versucht zu fliehen, doch der eigentlich herzensgute Ricky ist für die Durchsetzung seines Planes zu allem bereit...
Wieder einmal ein wunderbarer Almodovar aus dem Jahre 1990, der sich dieses Mal tief vor dem Genre des Horrorfilms verneigt. Nicht nur, dass der Film im Film natürlich ein Genrefilm ist, die Abschlussszene dessen erinnert mit rotem Telefon gar etwas an "Blutige Seide" und selbst "Night of the living Dead" hat einen kurzen Einsatz. Die ungewöhnliche (Liebes-)Geschichte über die Pornodarstellerin und ihrem Stalker ist jedenfalls sehr schräg, grellbunt erzählt und wird vermutlich nicht jedem gefallen. Ich hingegen mag "Fessle mich!" auch aufgrund der detailreichen Inszenierung total gern und auch der Soundtrack von Ennio Morricone gefälllt natürlich sehr!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Fr 15. Apr 2011, 07:39
von jogiwan
Womit hab ich das verdient?
Hausfrau Gloria ist nicht nur medikamentensüchtig, sondern muss sich auch noch mit allerlei anderen Problemem herumschlagen. Der eine Sohn dealt mit harten Drogen, der andere ist homosexuell und steigt mit den Väter seiner Schulfreunde ins Bett. Ihr Mann behandelt sie schlecht und ist immer noch in eine deutsche Schlagersängerin verliebt und auch die Schwiegermutter nervt mit ihrem geizigen Verhalten und ständiger Kritik. Eines Tages verkauft sie ihren Sohn an einen pädophilen Zahnarzt und tötet ihren Mann im Affekt - doch da fangen die Probleme erst richtig an...
Pedro Almodovars vierter Film aus dem Jahre 1984 ist herrlich undergroundiges Kino voller schräger Charaktere und das überdrehte Portrait einer disfunktionalen Familie in einem Arbeiterviertel von Madrid. Neben Süchtigen, Alkoholikern, Kriminellen, Huren und Schwulen tummeln sich ja auch noch jede Menge anderer skurriler Personen durch die episodenhafte Handlung. Das Tempo ist durchgehend hoch, die Dialoge sind zum Schreien und auch wenn "Womit hab ich das verdient" am Ende doch etwas ins Dramatische kippt, so ist er doch immer schwer unterhaltsam. Ich mag sowas!