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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Sa 2. Nov 2013, 12:06
von horror1966
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Father's Day
(Father's Day)
mit Adam Brooks, Matthew Kennedy, Conor Sweeney, Amy Groening, Garrett Hnatiuk, Brent Neale, Kevin Anderson, Meredith Sweeney, Zsuzsi, Lloyd Kaufman, Mackenzie Murdock, Billy Sadoo, Falcon Van Der Baek
Regie: Adam Brooks / Jeremy Gillespie / Matthew Kennedy / Steven Kostanski / Conor Sweeney
Drehbuch: Adam Brooks / Jeremy Gillespie / Matthew Kennedy / Steven Kostanski / Conor Sweeney
Kamera: Astron-6
Musik: Jeremy Gillespie / Paul Joyce
ungeprüft
Kanada / USA / 2011

Nachdem Ahab einen Mann ermordet hat, den er für den Killer und Vergewaltiger seines Vaters hielt, muss er für viele Jahre ins Gefängnis. Doch die Vatertags-Mordserie geht weiter und auch der Vater eines jungen Mannes wird grausam zugerichtet, geschändet und lebendig verbrannt. Ein junger Priester versucht die schockierende Mordserie zu beenden und kann Ahab nach dessen Entlassung schließlich dazu überreden, ihm zu helfen. Zusammen mit dem Sohn des letzten Opfers bilden sie ein gnadenloses Trio, das nur noch ein Ziel kennt: den blutrünstigen Vatervergewaltiger endlich zur Hölle zu schicken. Doch genau dort fühlt sich der dämonische Killer ganz besonders wohl...


Troma goes Grindhouse


Diese Erkenntnis offenbart sich dem Zuschauer schon bei den ersten Einstellungen des Filmes, denn "Father's Day" schwimmt ganz eindeutig auf der in den letzten Jahren äußerst beliebten Grindhouse Welle. Der Retro-Look verleiht der Geschichte einen ganz eigenen Charme, weicht jedoch von den ansonsten von Troma gewohnten Szenarien erheblich ab. So sollte der Zuschauer keinesfalls eine Geschichte a la "The Toxic Avenger" oder "Terror Firmer" erwarten, denn die hier eingeschlagene Richtung weicht ein wenig von den üblichen Trash-Granaten aus der Kult-Schmiede ab. Das soll jetzt aber keinesfalls bedeuten, das man hier keine überzogene Story mit aberwitzigen Passagen serviert bekommt, denn "Father's Day" beinhaltet zumindest phasenweise auch ernste Momente, die allerdings eher selten zu erkennen sind. In erster Linie präsentiert sich ein vollkommen skurriles Szenario, in dem groteske Situationskomik, Fäkalhumor und teils eklige Szenen sich gegenseitig die Klinke in die Hand geben. Schon die Inhaltsangabe deutet an, das es hier ziemlich abgedreht und überzeichnet zur Sache gehen könnte und diese Vermutung soll sich auch relativ schnell bewahrheiten. Dabei sollte man jedoch anmerken, das der Film in der ersten Stunde verhältnismäßig "normal" verläuft, wenn man dies bei einer Troma-Produktion überhaupt so nennen kann. In den letzten gut 30 Minuten hauen die Macher dann einmal so richtig auf die Kacke und fügen dem Ganzen einen ganzen Schwall abgedrehter Ideen zu, was sich insbesondere auch visuell stark bemerkbar macht.

Als Betrachter muss man ab diesem Zeitpunkt auch erst einmal ein wenig umdenken, scheint die Chose doch mit der Ermordung des berüchtigten Fuchman beendet, doch in dieser Hinsicht hat man sich dann sehr getäuscht. War das Szenario nämlich bis hierhin schon ziemlich grotesk gestaltet, so wird man nun erst mit der richtigen Portion Trash konfrontiert, die einen streckenweise fast aus den Socken haut. Ein Besuch in der Hölle soll sich nun als absolutes Highlight eines Filmes herausstellen, in dem es von Haus aus nicht gerade an Höhepunkten mangelt und auch der bisher schon nicht gerade niedrige Härtegrad erfährt noch einmal eine enorme Steigerung, so das dem geneigten Gorehound das Herz im Leibe lacht. Ganz generell ist "Father's Day" ein Film, in dem mit Kunstblut und SFX nicht gegeizt wird, teilweise geht es wirklich extrem blutig-und derbe zur Sache. Das Schöne an der Sache ist, das die vorhandenen-und handgemachten Effekte sich größtenteils wirklich sehen lassen können und man kein in der heutigen Zeit übliches CGI-Gewitter über sich ergehen lassen muss. Diverse Szenen in der Hölle erinnern sogar manchmal an die berühmte Stop Motion Technik von Ray Harryhausen, was dem Ganzen noch einmal eine sehr liebenswerte Note verleiht.

Ansonsten jedoch beinhaltet die Geschichte aber nichts Liebenswertes, vielmehr entpuppt sich "Father's Day" als ein räudiger Bastard von einem Film, der mit seiner dreckigen-und siffigen Atmosphäre jede Menge Pluspunkte sammeln kann. Natürlich gehören bei einem Werk von Troma auch die üblichen skurrilen Charaktere dazu, die sich hier hauptsächlich in Form des Jäger-Trios zu erkennen geben, die den Vater-Vergewaltiger Fuchman zur Strecke bringen wollen. Der einäugige Ahab, ein unkonventioneller Priester und ein schwuler Stricher sind hierbei eine äußerst ungewöhnliche Zusammensetzung, aber für einen Film dieser Art bestens geeignet. Und so ergeben sich innerhalb des Trios auch so manch wahnwitzige Situationen, die mit herrlich komischen Dialogen und hanebüchener Situationskomik angereichert wurden. Obwohl sich das alles jetzt nach einer absolut typischen Troma-Produktion anhört, hebt sich der Film doch von den ansonsten üblichen Szenarien ab, denn "Father's Day" entfaltet einen ganz eigenen Reiz, den man schwerlich in Worte fassen kann. Einerseits typischer Trash, beinhalten die Ereignisse doch ungewohnte Elemente, was insgesamt gesehen für eine ganz besondere Kombination sorgt, die sicherlich auch die Meinungen der Fans spalten wird. Denn ganz sicher wird dieses Werk nicht jedem zusagen, der hier eventuell eine Geschichte in der überzeichneten Art von "The Toxic Avenger" erwartet hat. Doch gerade dieser Aspekt macht eine Sichtung absolut reizvoll und man muss sich ganz einfach selbst davon überzeugen, wie "Father's Day" auf einen selbst wirkt und welchen Eindruck er beim jeweiligen Zuschauer hinterlässt.

Letztendlich wird diese Produktion höchstwahrscheinlich auch die eingefleischten Troma-Fans in zwei verschiedene Lager spalten und ich persönlich kann das auch durchaus nachvollziehen. Dabei dürfte insbesondere das letzte Filmdrittel die Geschmäcker spalten, präsentiert sich hier doch ein wahres Feuerwerk an verrückten Ideen, die jedoch absolut gekonnt ins Bild gesetzt wurden. In dieser Phase werden ganz besonders die Freunde der harten Gangart extrem auf ihre Kosten kommen, denn obwohl sich die Geschichte auch schon vorher nicht unbedingt mit visueller Härte zurückhält, erfahren die Ereignisse an dieser Stelle noch einmal eine ganz andere Qualität. Letztendlich ist "Father's Day" definitiv eine Sichtung wert und bietet einen kruden Mix aus Grindhouse, Brutalität und Trash, wie man ihn nicht jeden Tag präsentiert bekommt. Kurzweil und beste Unterhaltung sind hier vorprogrammiert, zudem kann sich die Veröffentlichung von '84 Entertainment richtig gut sehen lassen. Das 6 Disc Digipack beinhaltet den Film auf DVD und Blue-ray, eine DVD mit der Pre-Finalen Version, sowie 2 Discs randvoll mit Bonusmaterial und einer Soundtrack-CD, so das hier jedes Sammlerherz höher schlagen dürfte.


Fazit:


Mich persönlich hat der Film absolut überzeugt und ich hatte eine Menge Spaß an diesem kruden Szenario, das Blut, Ekel-Passagen, Härte und den beliebten Grindhouse-Look nahezu perfekt miteinander vereint. Natürlich muss sich jeder selbst ein Bild davon machen, doch eine Sichtung dieses skurrilen Werkes kann man nur wärmstens empfehlen, da man ansonsten ein äußerst kurzweiliges Film-Vergnügen verpasst.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 3. Nov 2013, 12:47
von horror1966
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Sickle
(Sickle)
mit Kane Hodder, Tiffany Shepis, Rena Riffel, Dan Higgins, Dustin Leighton, Owen Conway, Taryn Maxximillian Dafoe, Jason Spisak, James Brown, Anthony Casanova, George I. Cortright, Shane Dean, Esther Goodstein
Regie: Robert Conway
Drehbuch: Robert Conway
Kamera: Javier Gomez
Musik: Michael Wright
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

Travis und seine Bande überfallen einen von der russischen Mafia betriebenen Stripp-Club und richten dabei ein Blutbad an. Auf ihrer Flucht zur mexikanischen Grenze kommt die Gang nach Redstone, einem abgelegenen und inzestverseuchten Dorf im amerikanischen Hinterland. Dort wartet schon Sheriff Slade Sickle auf die Ganoven. Mit seiner ganz eigenen grausamen und sadistischen Art der Rechtsprechung geht er gegen Travis und seine Leute vor. Es beginnt eine lange Nacht des Sterbens!


Von der ersten Minute an versprüht "Sickle" den typischen B-Movie Charme im Grindhouse Look und lässt dabei auch durch die Eröffnungs-Sequenz keinerlei Zweifel daran, in welche Richtung das Geschehen tendieren wird. So können sich insbesondere die eingefleischten Gorehounds auf ein blutiges-und streckenweise recht derbes Splatter-Gore Spektakel einstellen, das im Prinzip jegliche Wünsche des Genre-Fans erfüllt. Mit einer ausreichenden Rahmenhandlung ausgestattet bietet der Film dabei sicherlich keine sonderliche inhaltliche Substanz, die man allerdings bei einer Geschichte dieser Art auch nicht unbedingt erwarten sollte. Dafür legt aber Regisseur Robert Conway sein Hauptaugenmerk auf Zutaten wie Tempo, Action und jede Menge blutiger Passagen, so das sich dem Zuschauer ein gelungener-und sehr unterhaltsamer Genre-Flick offenbart, an dem man jede Menge Freude hat.

In der Hauptrolle ist dabei Horror-Ikone Kane Hodder (Jason aus Freitag der 13.) zu sehen, der durch seine fast schon stoische Performance eine äußerst glaubwürdige Leistung abliefert, denn die Rolle des Sheriffs in einem Wüstenkaff scheint ihm wie auf den Leib geschneidert. Der hier dargestellte Gesetzeshüter weicht dann einmal vollkommen von der Norm ab und entpuppt sich viel eher als mordender Kannibale, was auch Travis und seine Gang leidvoll erfahren müssen, die auf der Flucht vor der Russenmafia in das kleine Örtchen Redstone verschlagen wurden. Das die Uhren hier anders ticken bemerkt man schon beim Anblick der Bewohner, präsentiert sich hier doch eine Mischung aus Hinterwäldnern Inzest-verseuchter Bevölkerung, bei deren Anblick man am liebsten das Gaspedal durchtreten möchte um nur schnellstens das Weite zu suchen. Conway hat an dieser Stelle dafür gesorgt, das einem teilweise eine Gänsehaut über den Rücken läuft, denn das Ganze hinterlässt einen sehr authentischen Eindruck und wird zudem von einer jederzeit bedrohlichen Grundstimmung begleitet, so das man das nahende Unheil förmlich spüren kann. Ganz generell ist "Sickle" gerade in atmosphärischer Hinsicht als sehr gelungen zu bezeichnen, der Film besticht durch die dreckige-und siffige Atmosphäre, die streckenweise eine beklemmende Wirkung beim Betrachter hinterlässt, der sich eigentlich durchgehend nicht sonderlich wohl in der eigenen Haut fühlt und keinesfalls mit den Protagonisten tauschen möchte.

Der Grindhouse Fan wird hier wirklich bestens bedient, beinhaltet der Film doch alle Zutaten, die diese Filmart so sehenswert erscheinen lässt. So zeigt sich visuell die gesamte Palette auf und bietet einen visuellen Hochgenuss. Das verwaschene Bild, etliche Filmfehler und auch diverse Comic-Einflüsse sind zu erkennen, so das sich insgesamt gesehen ein absolut gelungenes Gesamtpaket präsentiert, das zudem mit einem ordentlichen Anteil an Härte versehen ist. Sehr blutige Schusswunden, Verletzungen in Gesichtern und diverse recht derbe ausgefallene Passagen sorgen dabei für eine äußerst stimmige Abrundung, so das sich ein überzeugender Gesamteindruck ergibt. Außerdem beinhaltet "Sickle" an diversen Stellen sogar noch richtig schwarzen Humor, der sich entweder in teils rauer Situationskomik, oder aber in einigen Dialogen zu erkennen gibt. Exemplarisch dafür sei nur die finale Einstellung genannt, in der man einen Dialog zwischen dem Sheriff und einem Paar serviert bekommt, das gerade eine junge Frau überfahren hat.

Im Endeffekt ist "Sickle" sicherlich kein filmisches Meisterwerk, beinhaltet jedoch sämtliche Zutaten für einen unterhaltsamen B-Movie im beliebten Grindhouse Look, der durchgehend Kurzweil verbreitet. Das liegt ganz bestimmt auch an der Laufzeit des Szenarios, das mit knapp 70 Minuten Netto-Laufzeit genau richtig bemessen ist, denn rein inhaltlich hätte die Rahmenhandlung nicht mehr hergegeben. Dazu fehlt es dem Werk ganz einfach an Substanz was aber auch gar nicht weiter schlimm ist, denn der geneigte Fan wird hier ganz sicher auf seine Kosten kommen und mit einem räudigen Bastard von einem Film belohnt, den man sich auch gern mehrmals anschauen kann, ohne das Interesse an ihm zu verlieren.


Fazit:


Mit seiner zweiten Regiearbeit hat Robert Conway ein wirklich sehenswertes Filmchen kreiert das gleich zu Beginn auf den Punkt kommt und dabei keinerlei Zweifel aufkommen lässt, in welche Richtung das Geschehen abzielt. Voller Tempo, harten Passagen und mit einer grandiosen Atmosphäre ausgestattet bietet "Sickle" eine kleine, aber sehr feine Schlachte-Platte, in der ein überzeugender Kane Hodder voll in seinem Element ist.


7,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 3. Nov 2013, 15:53
von horror1966
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Gangsters, Guns & Zombies
(Gangsters, Guns & Zombies)
mit Vincent Jerome, Huggy Leaver, Fabrizio Santino, Cassandra Orhan, Frank Rizzo, Charlie Rawes, Jennie Lathan, Simon Mathews, Gurpreet Bedi, Dean Boor, Lee Hardy, Sharon Lawrence, Chris Manning-Perry
Regie: Matt Mitchell
Drehbuch: Matt Mitchell / Taliesyn Mitchell
Kamera: Jamie Burr
Musik: Simon Woodgate
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2012

Die Welt ist längst von Zombies überrannt. Was manche Menschen nicht davon abhält, Vorteile aus der angespannten Situation zu ziehen. Q zum Beispiel verdingt sich als Fluchtwagenfahrer. Wer schenkt schon Gangstern seine Aufmerksamkeit, wenn die Welt untergeht? Q und seine Gang müssen feststellen, dass sie sich verplant und nach ihrem Raubzug bald schon Polizei und Untote auf den Fersen haben. Als auch noch einer ihrer Männer zum Zombie wird, gerät die unübersichtliche Situation gänzlich außer Kontrolle.


Die blutigste Zombie-Komödie seit "Shaun of the Dead"


Mit diesem indirekten Vergleich auf dem deutschen DVD-Cover hat man sich nicht unbedingt einen Gefallen getan, wird doch so mancher Zuschauer mit vollkommen übersteigerten Erwartungen an diesen Film herangehen, die er letztendlich nicht erfüllen kann. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, wenn manch einer aus der Enttäuschung heraus eine negative Kritik abgibt, die dem Regiedebüt dann jedoch auch nicht ganz gerecht wird und die Geschichte weitaus schlechter dastehen lässt, als sie im Endeffekt ist. Gerade von einer britischen Zombie Komödie erwartet man immer wieder den typischen schwarzen Humor für den die Briten bekannt sind und ehrlich gesagt kann ich persönlich es nicht ganz nachvollziehen, das manche Kritik gerade diesen dem vorliegendem Film vollkommen abspricht. Sicher, von einem "Shaun of the Dead" ist "Gangsters, Guns & Zombies" doch eine ganze Ecke entfernt und kommt nicht mit dem herausragenden Wortwitz und Sarkasmus daher, der genannten Film in Fan-Kreisen zu einem Kultstatus verholfen hat, doch auch Matt Mitchell hat seiner Geschichte durchaus witzige Momente beigefügt, die sich allerdings manch einem erst auf den zweiten Blick offenbaren. Insbesondere zu Beginn des Geschehens erscheint das Szenario dabei phasenweise von trockenem Humor begleitet, der sich allein schon aus der gegebenen Situation heraus ergibt.

Dieser Aspekt verschwindet dann allerdings mit zunehmender Laufzeit etwas, doch gibt es durchaus genügend Einstellungen, in denen dem Zuschauer durch absurde Situationskomik diverse Lacher entlockt werden können. Exemplarisch dafür möchte ich nur die Passage erwähnen, in der die Bankräuber auf eine Horde Untote treffen, die in Ritterkostüme gekleidet sind, was einen doch herrlich absurden Eindruck hinterlässt. Was dem Geschehen ein wenig fehlt ist der bissige Wortwitz, der andere britische Produktionen immer wieder so auszeichnet, denn die hier stattfindenden Dialoge biten im Prinzip nur recht selten Anlass dafür, das man von gelungenem Wortwitz sprechen könnte. Bis auf wenige Ausnahmen kocht der Film in dieser Beziehung eher auf Sparflamme, doch insgesamt gesehen kann man den Ereignissen ihren komödiantischen Anteil auf keinen Fall absprechen. Zudem sind die dargestellten Charaktere teils sehr sympathisch gezeichnet und besonders unter den Bankräubern gibt es immerhin zwei Figuren, die etliche Pluspunkte beim Betrachter sammeln können.

Der Härtegrad der Geschichte bewegt sich in einem eher überschaubaren Rahmen, so das im Prinzip eine 16er Freigabe vollkommen ausgereicht hätte, denn durch die höhere Einstufung wird so mancher Betrachter auch bei diesem Punkt mit zu hohen Erwartungen an die ganze Chose herangehen und am Ende eine eher leichte Enttäuschung verspüren, da sich nicht das eventuell erhoffte Blut-Spektakel präsentiert. Die Geschichte an sich spielt sich zu großen Teilen in einem Van ab, mit dem die Räuber versuchen, den Horden von Zombies zu entkommen. Das mag sich im ersten Moment ein wenig langweilig anhören, doch insbesondere in diesen Passagen beinhaltet der Film meiner Meinung nach seine Stärken. Kommt es dort doch zu den meisten witzigen Wortwechseln und diversen grotesken Momenten, so das auch durch den stark eingeschränkten räumlichen Schauplatz nie wirkliche Langeweile aufkommt. Dazu trägt auch der Aspekt bei, das man zwischendurch immer wieder mit diversen Untoten konfrontiert wird die im Clinch mit Menschen zu sehen sind, denn in diesen Momenten ist doch streckenweise eine aberwitzige Situationskomik zu erkennen. Hierbei kommt es selbstverständlich auch immer auf die Erwartungshaltung des jeweiligen Betrachters ab, denn zugegebenermaßen beinhaltet "Gangsters, Guns & Zombies" nicht unbedingt die absoluten Schenkelklopfer, der Humor offenbart sich vielmehr auf eine teils knochentrockene Art und Weise und das wird auf keinen Fall jeden Geschmack treffen.

Entgegen einiger Meinungen hat mir dieser Film sehr gut gefallen, denn der Regieerstling von Matt Mitchell ist weitaus unterhaltsamer, als manch eine Kritik es eventuell vermuten lässt. Das man hier nicht an die Qualität der ganz großen Zombie Komödien heran kommt finde ich gar nicht einmal so schlimm und habe es ehrlich gesagt auch nicht unbedingt erwartet. Das Werk hat seine starken Momente und beinhaltet sehr wohl etliche witzige Szenen, trägt seinen Humor lediglich nicht so offensichtlich zur Schau, wie man es aus diversen anderen Genre-Vertretern her kennt.


Fazit:


Je nach der eigenen Erwartungshaltung kann man bei "Gangsters, Guns & Zombies" sehr wohl auf seine Kosten kommen, denn wenn man sich nicht durch die markigen Werbesprüche in die Irre führen lässt, wird man mit einer netten Komödie belohnt, die allemal eine Sichtung wert ist.


6,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 3. Nov 2013, 16:52
von horror1966
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Blutiger Sommer - Das Camp des Grauens
(Sleepaway Camp)
mit Felissa Rose, Jonathan Tiersten, Karen Fields, Christopher Collet, Mike Kellin, Katherine Kamhi, Paul DeAngelo, Thomas E. van Dell, Loris Sallahian, John E. Dunn, Willy Kuskin, Desiree Gould, Owen Hughes, Robert Earl Jones
Regie: Robert Hiltzik
Drehbuch: Robert Hiltzik
Kamera: Benjamin Davis
Musik: Edward Bilous
ungeprüft
USA / 1983

Die 4-jährigen Zwillinge Angela und Peter baden mit ihrem Vater in den Nähe des Feriencamps in einem See. Ein Mototboot, gesteuert von leichtsinnigen jungen Leuten aus dem Camp, gerät außer Kontrolle und tötet Angelas Zwillingsbruder und ihren Vater. Acht Jahre später. Angela verbringt mit ihrem Cousin Ricky die Ferien im selben Camp, in dessen Nähe der Unfall geschehen war. Durch den damals erlittenen Schock ist Angela ein scheues, verstocktes Mädchen geworden. Für die anderen Jugendlichen ein willkommenes Opfer für gehässige Scherze. Dann bricht eine mysteriöse Todesserie aus. Zuerst versucht man, sie als Unfälle zu rechtfertigen. Als aber einem Mädchen der Rücken von oben nach unten brutal aufgeschnitten wird, ist allen klar, daß ein wahnsinniger Mörder unter ihnen ist. Immer mehr Kinder müssen grauenvoll sterben...


Die goldenen 80er Jahre haben ja so manche echte Filmperle an den Tag gebracht, wobei insbesondere das Sub-Genre des Slashers eine wahre Hochkonjunktur erlebt hatte, denn im Sog von "Halloween" oder "Freitag der 13." wollten selbstverständlich unzählige Regisseure auf den Erfolgszug aufspringen und statteten ihre Filme mit ähnlich gelagerten Geschichten aus. Vorliegendes Werk von Robert Hiltzik zählt dabei zu den etlichen Vertretern mit der allseits beliebten Feriencamp-Thematik, wobei "Blutiger Sommer" längst nicht das halten kann, was dem Zuschauer in der gut klingenden Inhaltsangabe ganz offensichtlich versprochen wird. Vielmehr präsentiert sich hier nämlich ein fast gänzlich blutarmer und aus heutiger Sicht vollkommen harmloser Vertreter seiner Art, der gerade in der heutigen Zeit der immer härter werdenden Horrorfilme einen extrem biederen Eindruck hinterlässt. Und dennoch genießt der Film in diversen Kreise einen regelrechten Kultstatus, was man persönlich nach einer neuerlichen Sichtung kaum mehr nachvollziehen kann. Was einem eventuell damals noch etwas härter vorkam, ist mittlerweile an Harmlosigkeit kaum zu überbieten und trotzdem muss ich zugeben, das die Geschichte dennoch immer noch eine nicht näher zu erklärende Faszination auf einen ausstrahlt, obwohl dies ganz sicher nicht im enthaltenen Härtegrad begründet ist.

Dieser tendiert nämlich ehrlich gesagt gegen null, zwar weisen die diversen Kills zumindest einen gewissen Einfallsreichtum auf, denn der ominöse Killer lässt sich immer wieder neue Tötungsarten einfallen. Das Problem an der ganzen Sache ist lediglich, das man die Tötungen eigentlich gar nicht im Bild sieht, sondern die Kamera immer erst auf die Opfer schwenkt, wenn diese schon längst ermordet wurden. So kann man es also durchaus nachvollziehen, wenn viele Leute in diesem Fall von einem eher sehr unspektakulären Slasher sprechen, dessen Nachfolger weitaus interessanter gestaltet wurden, doch andererseits geht vom Geschehen dieser typische Charme der damaligen Zeit aus, der das Ganze wiederum einigermaßen aufwertet. In atmosphärischer Hinsicht weiß die Geschichte auch durchaus überzeugen, doch leider vergeudet man auch zu viel Zeit mit eher belanglosen Nebensächlichkeiten, so das an einigen Stellen einige kleinere Längen auftreten. Am störendsten aber erscheint einem jedoch das teils pubertäre Gehabe der Teenies, das an etlichen Stellen zu intensiv in den Vordergrund gerückt wird und den Ereignissen eine streckenweise ziemlich naive Note verleiht. Zudem merkt man "Blutiger Sommer" jederzeit seinen B-Movie Charakter an, was im Grunde genommen ja oftmals als Kompliment aufgefasst werden kann, in vorliegendem Fall allerdings des Öfteren negativ auffällt. Besonders tritt dies zumeist beim dargebotenen Schauspiel in den Vordergrund, denn um Kosten zu sparen wurden nicht nur Statistenrollen sondern auch diverse Sprechrollen mit Laien-Darstellern besetzt, was sich in manchen Fällen eher negativ bemerkbar macht. So bekommt man mehr als nur einmal eher hölzernes Schauspiel geboten und das Geschehen erscheint an der einen-oder anderen Stelle schon fast unfreiwillig komisch.

Vielleicht sind es aber auch gerade diese kleinen Randnotizen, die den Film irgendwie liebenswert machen und unverkennbar mit einem gewissen Charme ausstatten. Zudem muss man Regisseur Robert Hiltzik auf jeden Fall zu gute halten das er hier den Versuch unternommen hat, keinen wahllos mordenden Killer zu erschaffen, sondern vielmehr probiert, sich von der psychologischen Seite her den Beweggründen des Killers zu nähern. Leider ist dies aber nur teilweise gelungen, denn die erst zum Ende hin erfolgten Erklärungsversuche für die Motive fallen definitiv recht spärlich aus und eine etwas tiefer gehende Beleuchtung hätte das Szenario doch um Einiges aufgewertet. Der absolute Höhepunkt dieses eher sehr unspektakulären Genre-Vertreters ist ganz eindeutig in der abschließenden Schluss-Sequenz zu erkennen, die gerade bei der ersten Sichtung des Filmes einen zumindest kleinen Aha-Effekt für den Zuschauer beinhaltet. Dadurch sieht man die Ereignisse dann auch aus einer etwas anderen Sichtweise und die psychologische Komponente des Szenarios erhält zumindest noch einmal eine kleinere Gewichtung, als es zuvor der Fall war. Gleichzeitig deutet die letzte Szene auch schon ganz augenscheinlich darauf hin, das die Thematik mit diesem einen Film noch längst nicht erledigt ist und es nur eine Frage der Zeit war, wann man den ersten Nachfolger präsentieren würde.

Insgesamt gesehen zählt wohl die gesamte und mittlerweile 4 Filme umfassende "Sleepaway Camp Reihe" nicht zu den stärksten des Genres und gerade dieser erste Teil ist nicht als filmisches Highlight anzusehen. Dennoch werden gerade die Freunde des Oldschool-Slashers ihre Freude an diesem unblutigen Filmchen haben, das trotz etlicher Unzulänglichkeiten und diversen Längen seinen ganz eigenen Charme beinhaltet. Für mich persönlich handelt es sich um einen durchaus atmosphärischen Vertreter, der auch ohne visuelle Härte absolut sehenswert erscheint und in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.


Fazit:


"Blutiger Sommer - Das Camp des Grauens" kann keinesfalls das halten, was einem der Filmtitel sowie die Inhaltsangabe versprechen. Wer blutige Metzeleien und viel Härte erwartet ist hier definitiv an der falschen Adresse, denn gerade nach heutigen Maßstäben entpuppt sich der Film in dieser Beziehung als biedere-und harmlose Hausmannskost. Dennoch kann man dem Werk seinen Unterhaltungswert nicht absprechen und lässt sich immer wieder gern in "Das Camp des Grauens" entführen.


6/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 4. Nov 2013, 11:24
von horror1966
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No One Lives
(No One Lives)
mit Luke Evans, Adelaide Clemens, Lee Tergesen, Derek Magyar, America Olivo, Beau Knapp, Lindsey Shaw, George Murdoch, Laura Ramsey, Gary Grubbs, Andrea Frankle, Rob Steinberg, Jake Austin Walker, Dalton E. Gray
Regie: Ryûhei Kitamura
Drehbuch: David Cohen
Kamera: Daniel Pearl
Musik: Jerome Dillon
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Ein attraktives Paar wird bei der Reise durchs Land während eines Besuchs in einem Diner von dem ansässigen Psycho Flynn und seinen Schergen drangsaliert und beim Verlassen des Restaurants überwältigt. In eine einsame Hütte verschleppt, greift das Mädchen zu dem drastischen Schritt, sich das Leben zu nehmen. Das ist nicht die einzige Überraschung für die Hillbillys: Denn der entführte Mann, der sich einfach nur Driver nennt, gibt sich seinerseits als mit allen Wassern gewaschener Serienmöder zu erkennen und dreht den Spieß um.


Nachdem Regisseur Ryûhei Kitamura 2008 mit seinem "The Midnight Meat Train" einen knallharten Horrorfilm präsentierte, konnte man nun sehr gespannt auf sein neuestes Werk "No One Lives" schauen, das beim Zuschauer ganz sicher schon im Vorfeld eine gewisse Erwartungshaltung aufsteigen ließ. Und ehrlich gesagt ist hier wieder ein äußerst intensives und hartes Filmchen entstanden, das von der ersten Minute an vor allem durch seine extrem dichte Grundstimmung auf sich aufmerksam macht. Die Geschichte an sich bietet dabei bestimmt nichts sonderlich Innovatives, denn ähnlich gelagerte Szenarien hat man doch schon oft genug gesehen, doch die sehr intensive Umsetzung des Ganzen trägt jederzeit Sorge dafür, das der Betrachter nur zu gern die Geschehnisse verfolgt, die von einem ansehnlichen Härtegrad durchzogen sind. Dabei sollte man jedoch anmerken, das die deutsche DVD-Veröffentlichung leider der Schere zum Opfer fiel und um gut 95 Sekunden erleichtert wurde. Dennoch bietet selbst diese Version noch einige blutige Passagen und offeriert einen erstklassigen Horror-Thriller, an dem man durchgehend seine Freude haben kann. Um in den Genuss der ungeschnittenen Version zu gelangen, muss man jedoch einmal mehr tiefer in die Tasche greifen und das über Österreich erscheinende Mediabook erwerben, was dem geneigten Fan wieder einmal ein Dorn im Auge ist.

Die in der Inhaltsangabe erwähnte Gang legt sich in dieser Story mit genau dem Falschen an, entpuppt sich doch der junge Driver (Luke Evans) als ausgewachsener Psycho und Serienmörder, was den einheimischen Gangstern überhaupt nicht bekommt. Driver macht nämlich keine Gefangenen, vielmehr legt der gute man eine Eiseskälte an den Tag und befördert einen nach dem anderen ins Jenseits. In einem Nebenerzählstrang wird gleichzeitig auch die Beziehung zwischen ihm und einem Entführungsopfer thematisiert, wobei Kitamura hier die psychologische Tiefe der Beziehung leider nur sehr oberflächlich ankratzt und durch einige kleinere Flashbacks unterlegt. An dieser Stelle kann man eigentlich die einzige Schwäche dieses Filmes ausmachen, denn dieser Part der Ereignisse hätte doch einen weitaus größeren Raum einnehmen sollen und hätte das Szenario noch einmal zusätzlich aufgewertet.

Doch trotz dieser Schwäche eröffnet sich eine Story, die in erster Linie von ihrer bedrohlichen Atmosphäre und der erstklassigen Performance ihres Hauptdarstellers zehrt. Luke Evans macht in der Figur des Psychopathen nämlich einen erstklassigen Eindruck, seine fast schon stoische Mimik und die gesamte körperliche Präsenz verleiht der Person etwas sehr unheimliches und man möchte diesem Menschen auf keinen Fall im Dunkeln begegnen. Anscheinend vollkommen emotionslos lässt er keinerlei Skrupel erkennen und die Ermordung seiner Gegner erscheint wie das normalste auf der Welt. An Stelle von Blut scheint ihm Eiswasser durch die Adern zu fließen und dieser Eindruck löst auch beim Betrachter eine ganze Menge Unbehagen aus, so das man sich durchgehend nicht unbedingt wohl in der eigenen Haut fühlt. Wenn man sich einmal den vorliegenden Schnittbericht anschaut dann sieht man, das der Film in der ungeschnittenen Version durch diverse explizite Gewaltdarstellungen noch um einiges härter wirkt, als es schon bei der deutschen DVD der Fall ist. Kitamura hat hier meiner Meinung nach genau die richtige Mischung aus Gewalt-und atmosphärischem Horror-Thriller gefunden, was schon fast automatisch für ein äußerst intensives und lohnenswertes Filmerlebnis sorgt, das man sich keinesfalls durch die Lappen gehen lassen sollte.

Als einziges Manko ist also wie schon kurz erwähnt die fehlende psychologische Tiefe zu nennen, denn eine tiefer gehende Beleuchtung der Beziehung zwischen Driver und seinem Entführungsopfer wäre absolut wünschenswert gewesen, hätte die Geschichte dadurch doch auch rein inhaltlich noch einmal einen aufwertenden Schub erhalten. Aber auch so ist "No One Lives" definitiv eine Sichtung wert, nur leider ist der Spaß schon nach knapp 74 Minuten Netto Laufzeit zu Ende. Da hätte es sich doch förmlich angeboten, dem Ganzen noch einige zusätzliche Minuten zu verpassen, in denen der psychologische Aspekt des Szenarios dann den Raum erhalten hätte der ihm eigentlich zusteht.


Fazit:


"No One Lives" ist ein kleiner und sehr fieser horror-Thriller, den man sich selbst in der deutschen Version recht gut anschauen kann. Fans werden aber sicherlich auf das ungeschnittene Mediabook zurückgreifen, das die ganze Szenerie durch zusätzliche Gewaltszenen noch einmal ungemein härter machen. Wie dem aber auch sei, auf jeden Fall lohnt sich eine Sichtung dieses Werkes, in dem Kitamura einmal mehr sein Gespür für den intensiven Horror unter Beweis gestellt hat.


6,5/10 für die geschnittene Version

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 5. Nov 2013, 11:54
von horror1966
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Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben
(A Good Day to Die Hard)
mit Bruce Willis, Jai Courtney, Sebastian Koch, Mary Elizabeth Winstead, Yuliya Snigir, Radivoje Bukvic, Cole Hauser, Amaury Nolasco, Sergei Kolesnikov, Roman Luknár, Zolee Ganxsta, Péter Takátsy, Pasha D. Lychnikoff
Regie: John Moore
Drehbuch: Skip Woods / Roderick Thorp
Kamera: Jonathan Sela
Musik: Marco Beltrami
FSK 16
USA / 2013

Weil sein entfremdeter Sohn Jack in Moskau hinter Gittern sitzt, reist US-Cop John McClane in die russische Metropole, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Doch bereits kurz nach der Ankunft kollidieren die Pläne des Vaters mit denen des Sohns, der tatsächlich für die CIA arbeitet und einen Geheimnisträger samt einer brisanten Akte außer Landes bringen soll. Nach anfänglichen Reibereien wächst das Vater-Sohn-Duo zusammen, zeigt den Gegnern, dass Widerstandsgeist und Zerstörungskompetenz in der Familie liegen.


Die "Stirb langsam" Reihe zählt wohl bisher zum Besten und Beliebtesten, was das Action-Genre in den letzten Jahren geliefert hat. Konnte sich der Zuschauer doch immer auf sehenswerte Action, coole Sprüche und einen extrem sympatischen Haupt-Charakter freuen, den man gern bei seinen fast aussichtslosen Szenarien begleitet hat, die dann am Ende doch immer wieder gut ausgingen. Zudem waren die erzählten Geschichten jederzeit innovativ und haben auch rein inhaltlich für einen Actionfilm eine ganze Menge zu bieten gehabt. Selbst der von vielen Leuten nicht so geliebte vierte Teil konnte in dieser Beziehung noch durchaus überzeugen, wohingegen der nun vorliegende Film fast alle diese Elemente vermissen lässt. OK, Action satt bekommt man immer noch geboten, jedoch entwickelt sich das Szenario von Anfang an zu einem völlig überladenen Spektakel ohne Sinn und Verstand, das sich jenseits jeglicher Glaubwürdigkeit ansiedelt. Ziemlich schnell erkennt man dabei, das diverse offensichtliche Schwächen damit übertüncht werden sollen, womit wohl hauptsächlich die inhaltliche Leere des Geschehens am stärksten ins Auge fällt. Der Qualitätsverlust entpuppt sich dabei streckenweise als äußerst frappierend, handelt es sich hier doch ganz eindeutig um den mit Abstand schwächsten Teil der beliebten Reihe., die an dieser Stelle nun endlich ein Ende finden sollte, damit man den Eindruck von John McLane nicht vollkommen zerstört. Teilweise findet aber schon eine gewisse Demontierung der Hauptfigur statt, denn fast gar nichts mehr ist zu spüren von den einst herausragenden Eigenschaften des charmanten Bullen, der den Ärger fast magisch anzieht.

So agiert Bruce Willis in seiner Paraderolle extrem lustlos und erscheint einem phasenweise schon wie ein Fremdkörper in diesem Film, der zudem auch die große Chance vergeben hat, aus der im Mittelpunkt stehenden Beziehung zwischen Vater und Sohn wirklich Kapital zu schlagen. Das angespannte Verhältnis wird nämlich nur oberflächlich beleuchtet und einige eher flache Dialoge sollen dabei ein wenig Witz-und Charme versprühen was letztendlich jedoch nur teilweise gelingt. Zu sehr sind die Ereignisse mit total überzeugender Action durchzogen, als das sich genügend Freiraum für die restlichen Zutaten ergeben würde, die man bisher so sehr in dieser Filmreihe zu schätzen wusste. Und so plätschert dann auch die eher belanglose Story so vor sich hin und kann dabei mit keinerlei Überraschungsmomenten aufwarten, die allerdings dringend nötig gewesen wären, um dem Ganzen den nötigen Schliff zu verleihen. Stattdessen hat sich aber Regisseur John Moore darauf konzentriert, dem Zuschauer ein unrealistisches Action-Feuerwerk zu präsentieren das dazu auch nur stellenweise Kurzweil verbreitet, denn irgendwie erscheint einem die gesamte Chose viel zu monoton als das man ihr viel Positives abgewinnen könnte.

Wenn es einem lediglich um ein sinnfreies Action-Spektakel geht, dann wird man bei "Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben" wirklich ganz ausgezeichnet versorgt, wer aber einen typischen John McLane erwartet der wird eine ziemliche Enttäuschung erleben. Ist doch so gut wie nichts mehr vorhanden, was den sympatischen Cop bisher immer so ausgezeichnet hat, an diversen Stellen erscheint der gute Bruce Willis sogar ein wenig müde und gerät außerdem in dem hier offerierten Effekt-Gewitter fast völlig in den Hintergrund. Im Prinzip kann man sehr wohlwollend feststellen, das zumindest der Titel des Filmes nahezu perfekt gewählt ist, zumindest gelangt man zu der Überzeugung, das hier der perfekte Zeitpunkt gefunden wurde, um die "Die Hard" Reihe sterben zu lassen, bevor man den tollen Gesamteindruck durch weitere seelenlose Nachfolger künstlich am Leben erhält. Der einstige Charme ist gänzlich verflogen und Teil 5 reiht sich in den Tiefen des stinknormalen Durchschnitts-Bereich an, was sicherlich alles andere als ein positives Qualitäts-Merkmal darstellt.

Die Zeiten des strahlenden Helden wurden hier endgültig zu den Akten gelegt und ein ausgelaugt auftretender Bruce Willis deutet mit seiner lustlosen Darstellung an, das John McLane seine besten Tage längst hinter sich hat. Echten Fans dürfte es in der Seele weh tun, den einstigen Sympathie-Träger in diesem maximal durchschnittlichen Actionfilm zu sehen. Im Endeffekt bleibt lediglich die Action, der Rest der ansonsten gewohnten Zutaten ist kaum mehr zu verspüren. Zudem sind die Ereignisse so dermaßen realitätsfremd das es schon gar keinen richtigen Spaß macht, die inhaltsleere Story über sich ergehen zu lassen.


Fazit:


Man sollte sich schon im Vorfeld von dem Gedanjen verabschieden, das es sich hier um einen waschechten "Die Hard" Teil handelt, denn es ist nur noch sehr wenig von dem grandiosen Charme zu spüren, der die bisherigen Teile immer wieder so ausgezeichnet hat. Mit vorliegendem Film ist man nun im absoluten Durchschnittsbereich angekommen und hat einen einst strahlenden Helden zu Grabe getragen, in dem er hoffentlich auch liegen bleibt.


5,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 5. Nov 2013, 17:15
von horror1966
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Zombie Nightmare
(Zombie Nightmare)
mit Adam West, Jon Mikl Thor, Tia Carrere, Manuska Rigaud, Frank Dietz, Linda Singer, Tony Blauer, Mark Kulik, John Fasano, Francesca Bonacorsa, Jesse D'Angelo, Tracy Biddle, Alan Fisler, Hamish McEwan, Manon E. Turbide
Regie: Jack Bravman
Drehbuch: David Wellington
Kamera: Roger Racine
Musik: Jon Mikl Thor
FSK 18
Kanada / 1986

Der junge Tony Washington verhindert einen Überfall auf ein Lebensmittelgeschäft und wird anschließend von den Tätern, einer brutalen Gruppe von Jugendlichen, überfahren und stirbt. Seine trauernde Mutter bittet ihre Freundin und Voodoo-Priesterin Molly Mokembe ihren geliebten Sohn wieder zu beleben. Nach einer dunklen Zeremonie kehrt Tony aus dem Reich der Toten zurück, um als grauenvoller Rächer seine Mörder ins Jenseits zu befördern…


Normalerweise gelten ja insbesondere die 80er Jahre als eine wahre Fundgrube für echte Horror-Perlen, doch ab und zu trifft man auch immer wieder auf diverse Filme, die nicht unbedingt die große Begeisterung beim Zuschauer auslösen. Rein filmisch gesehen zählt "Zombie Nightmare" ganz sicher zu dieser Gruppe, beinhaltet die Geschichte doch im Prinzip schon keinerlei Substanz und ist zudem auch noch ziemlich dröge umgesetzt worden. Gerade aus diesen eigentlich negativen Aspekten bezieht das Werk von Jack Bravman jedoch seinen ganz eigenen Reiz, der sich in erster Linie durch die eher unfreiwillige Komik zu erkennen gibt. Phasenweise entpuppt sich das Szenario nämlich als äußerst trashig, was ganz besonders für die Liebhaber des schlechten Geschmacks eine gute Nachricht sein dürfte, denn die größtenteils hanebüchenen Abläufe wurden dermaßen skurril ins Bild gesetzt, das man des Öfteren so richtig ablachen kann.

Wer nun aber einen Zombiefilm im eigentlichen Sinne erwartet, sollte diese Hoffnung schon im Vorfeld gleich wieder verwerfen, bekommt man es doch mit lediglich einem Untoten zu tun, der durch die Voodoo-Magie einer Priesterin wieder ins Leben zurückgerufen wird, um sich an den Verantwortlichen für seinen Tod rächen zu können. Nun bietet das Szenario dabei keinerlei wirkliche Höhepunkte, wenn man einmal von dem ungelenk-und hölzern agierenden Zombie absieht. Mit staksigen-und unsicheren Schritten macht dieser sich nämlich auf die Jagd nach den 5 Jugendlichen die ihn überfahren haben und im Prinzip müsste es für die Kids ein Leichtes sein, dem langsam schlurfenden Untoten zu entkommen. Stattdessen aber wird hier so unlogisch und dämlich agiert, das eine Flucht so gut wie unmöglich ist und genau dieser Punkt sorgt hier doch für einen akuten Angriff auf die Lachmuskeln des Betrachters.

Das Schauspiel sämtlicher Akteure ist nämlich mindestens genau so ungelenk wie die Bewegungen des Zombies und man kann sich denken, das der Film dadurch in Sachen Qualität ganz bestimmt nicht aufgewertet wird. Ehrlich gesagt handelt es sich aus rein filmischer Sicht sogar um eine echte Gurke, hat David Wellington doch so gut wie alles falsch gemacht, was man auch nur falsch machen kann. Die dumme Geschichte, schlechte Darsteller, keinerlei Spannung und so gut wie überhaupt kein Blut sind dabei nicht die Atribute, die man sich bei einem Film dieser Art erhofft. Das "Zombie Nightmare" erst jetzt zu einer ungeschnittenen DVD-Veröffentlichung gekommen ist und zuvor auf Video gekürzt war erscheint einem absolut unverständlich, beinhaltet das Geschehen doch nun wirklich keine Passagen, die diesen Umstand auch nur annähernd logisch erscheinen lassen würden. Auch das Mitwirken von Adam West und Tia Carrere kann also den Gesamteindruck des Filmes nicht sonderlich aufwerten und echten Cineasten werden hier wohl eher die Haare zu Berge stehen.

Hingegen dürften zumindest die Trash-Liebhaber auf ihre Kosten kommen, denn durch die unzähligen Defizite der Geschichte ergibt sich letztendlich ein streckenweise unfreiwillig komisches Werk, das auf jeden Fall kurzweilige, wenn auch nicht hochklassige Filmkost anbietet. Man sollte dabei aber schon eine starke Vorliebe für den eher schrägen Horrorfilm haben, denn ansonsten wird man mit "Zombie Nightmare" nicht sehr viel anfangen können. Lediglich der skurrile Charme des Szenarios bewahrt die Story vor einem echten Rohrkrepierer und die hohe Alterseinstufung erscheint einem nach der Sichtung wie ein mittelschwerer Witz, denn bis auf ein paar Tropfen Blut wird einem im Bezug auf Härte überhaupt nichts geboten.


Fazit:


Eigentlich ist "Zombie Nightmare" ein wirklich schlechter Genre-Vertreter, der seinen ganzen Reiz ausschließlich aus dem vorhandenen Trash-Faktor zieht. Ansonsten bietet das Werk nichts wirklich Sehenswertes und dürfte für den Großteil der Genre-Fans eher nicht zu empfehlen sein. Ich persönlich jedoch mag das groteske Treiben und habe auch bei der Ansicht des teils grottenschlechten Schauspiels der Akteure so manche Träne verdrücken müssen, die einem zwangsläufig in die Augen schießt.


als Horrorfilm 2/10

als purer Trash 7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 6. Nov 2013, 18:57
von horror1966
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Nightmare on Elm Street 4
(A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master)
mit Lisa Wilcox, Andras Jones, Danny Hassel, Rodney Eastman, Tuesday Knight, Ken Sagoes, Brooke Bundy, Nicholas Mele, Toy Newkirk, Brooke Theiss, Robert Englund, Jacquelyn Masche, Hope Marie Carlton
Regie: Renny Harlin
Drehbuch: Wes Craven / Brian Helgeland / William Kotzwinkle
Kamera: Steven Fierberg
Musik: Craig Safan
FSK 18
USA / 1988

Freddy Krüger wird nach seinem Ableben in Teil 3 schon bald wieder aus seinem Traumgrab erweckt und macht sich daran, die überlebenden Traumkämpfer auszulöschen. Währenddessen erzählt Kristen ihrer Freundin Alice von ihren speziellen Kräften, andere Leute in ihre Träume mitnehmen zu können. Bald schon ahnt Alice, daß Freddy sich diese Fähigkeit zunutze macht, um Opfer zu finden...


Das Freddy nicht so leicht tot zu kriegen ist, müssen auch Kincade, Joey und Kristin, die 3 überlebenden Jugendlichen des dritten Teils schnell feststellen. Freddy ist zurück und das böser und gemeiner als je zuvor. So kommt es, wie es kommen muss und die 3 werden mit einem sehr zeitigen Ableben gesegnet. Leider wurde der Charakter der Kristin in diesem Teil nicht mehr von der damals noch blutjungen Patricia Arquette, sondern von der sehr blass wirkenden Tuesday Knight gespielt, die meiner Meinung nach nicht so richtig in der Rolle überzeugen konnte. Dazu wirkte ihre Darstellung irgendwie viel zu ausdruckslos und ohne richtige Hingabe, so das man schon irgendwie froh war, als sie das Zeitliche gesegnet hat. Damit ist dann auch das erste Drittel dieses mittlerweile vierten Teiles erzählt, der danach mit der jungen Alice eine neue Hauptfigur in den Vordergrund rückt, die als Freundin von Kristin nach deren Tod überraschenderweise ihre Fähigkeiten übernimmt und somit auch sofort in den Fokus von Freddy gerät.

Lisa Wilcox kann in der Rolle der jungen Alice durchaus überzeugen und bringt dem Zuschauer das eher schüchterne und in sich gekehrte Mädchen glaubhaft näher, so das man auch sofort jede Menge Sympathie für sie entwickelt. Mit der Zeit entfaltet die junge Frau dann auch ungeahnte Stärke und es ist kaum noch etwas von dem biederen Mauerblümchen zu sehen, das sich einem in der ersten Filmhälfte vor allem rein optisch präsentiert. Es vollzieht sich fast ein regelrechter Wechsel zur Kamp-Amazone und Alice setzt wirklich alles daran, sich selbst und ihre Freunde vor dem Zugriff Freddy's zu schützen. Das Ganze ist dann wie üblich recht hübsch verpackt, wobei "The Dream Master" keinesfalls die Intensität und Klasse seines Vorgängers erreicht. Dennoch präsentiert sich einmal mehr ein sehenswertes Szenario, das wieder konstant Spannung aufbauen kann und mit einigen blutigen Passagen angereichert wurde.

Allerdings sind meiner persönlichen Meinung nach dennoch einige Defizite bei der aufkommenden Grundstimmung zu verspüren, die sich nicht mehr so dicht-und bedrohlich wie in den Vorgängern aufzeigt. Dafür bekommt der Freddy-Fan jedoch eine Menge schwarzen Humor geboten und dieses Mal enthält das Geschehen sogar einige echt skurrile Momente, die ganz erheblich die Lachmuskeln attackieren. Ein Feuer pinkelnder Hund sowie diverse andere Passagen unterstreichen das sehr eindrucksvoll und manchmal wird man den Eindruck nicht los, das die ganze Chose schon etwas zu sehr in die Richtung einer Horror-Komödie tendiert. Das mag sicherlich jeder anders sehen, doch mir war es in Sachen Humor schon etwas zu viel, ich hätte mir stattdessen mehr düstere Momente gewünscht, in denen man die typische Gänsehaut verspürt, doch in dieser Beziehung kocht der vierte Teil ein wenig auf Sparflamme.

Trotzdem handelt es sich bei "The Dream Master" immer noch um einen der besseren Filme der Nightmare Reihe, in dem sich Regisseur Renny Harlin allerdings zu sehr auf die humorige Seite konzentriert hat und dabei die Horror-Elemente an diversen Stellen etwas vernachlässigt hat. Dadurch ergibt sich im Endeffekt eine etwas ungewohnte Kombination, die sich ein wenig von den bisherigen Teilen der Reihe abhebt. Viele sehen gerade diesen Aspekt als etwas sehr Positives, doch ich selbt bevorzuge die ernsthafteren Filme, in denen Freddy ganz einfach nur böse-und fies zur Sache geht und die Ereignisse nicht diesen fast schon zu komischen Anstrich beinhalten. Dadurch nimmt sich die Geschichte auch ein wenig von ihrer vorhandenen Stärke und mutiert streckenweise zu einem leicht überzogenen Schabernack, der ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen wird. Dennoch handelt es sich für echte Nightmare-Fans selbstverständlich auch hier um einen unverzichtbaren Baustein der Reihe, den man aber auch gern etwas ernsthafter hätte gestalten können.


Fazit:


Es liegt wie immer im Auge des Betrachters, doch ein gewisser Qualitatsverlust ist hier definitiv zu erkennen. Vielleicht ist dies auch in der Vielzahl von neuen Charakteren begründet, zu denen man hier mit Ausnahme von Alice nie eine richtige Bindung herstellen kann, da sie einfach nicht so sympatisch erscheinen wie die Helden des Vorgängers, die man auch gern in diesem Abenteuer gesehen hätte.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 6. Nov 2013, 18:58
von horror1966
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Nightmare 3 - Freddy Krueger lebt
(A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors)
mit Heather Langenkamp, Craig Wasson, Patricia Arquette, Robert Englund, Ken Sagoes, Rodney Eastman, Jennifer Rubin, Bradley Gregg, Ira Heiden, Laurence Fishburne, Penelope Sudrow, John Saxon, Priscilla Pointer
Regie: Chuck Russell
Drehbuch: Wes Craven / Bruce Wagner
Kamera: Roy H. Wagner
Musik: Angelo Badalamenti
FSK 18
USA / 1987

Nancy ist inzwischen erwachsen und führt eine Therapiegruppe für schlafgestörte Kinder und Teenager. Wie sich herausstellt, haben alle Angehörigen der Gruppe Alpträume von Freddy Krüger. Eine von ihnen, Kristen, hat sogar die Fähigkeit andere mit in ihre Träume hineinzunehmen. Nancy bringt die Kinder dazu, ihre Traumfähigkeiten zum Kampf gegen Krüger zu nutzen, doch als der einen Teenager entführt, müssen sie eine Rettungsexpedition in die Traumwelt unternehmen. Ein tödlicher Trip...


Freddy Krueger lebt!


Dieser Tatsache muss sich im dritten Teil der Nightmare-Reihe eine Gruppe von Jugendlichen stellen, die aufgrund ihrer Albträume und anderer Störungen in einer psychatrischen Anstalt untergebracht sind. Im Mittelpunkt steht dabei die junge Kristen, die hier von der noch blutjungen Patricia Arquette grandios dargestellt wird und bei den Anfängen ihrer Schauspiel-Karriere zu beobachten ist. Regisseur Chuck Russell hat mit seiner Geschichte nach dem von vielen Leuten ungeliebten Vorgänger die Fan-Gemeinde wieder vereint, denn die Kritikern zu vorliegendem Film sind im Prinzip durchgehend positiv. Ich möchte sogar so weit gehen und behaupten, das hier nach dem genialen Erstling der beste Teil der Reihe entstanden ist, der auch jede Menge innovative Ideen beinhaltet, die dem Ganzen herrlich erfrischende Impulse verleiht. Schon der Aspekt, das die Teenager in ihren Träumen übernatürliche Fähigkeiten besitzen, verleiht der Story ein sehr belebendes Element und macht es dem guten Freddy nicht unbedingt leichter, seine Opfer über den Jordan zu schicken. Dennoch überlebt natürlich nicht jeder die Konfrontation mit dem berüchtigten Traum-Killer, der hier auch einmal mehr auf die Heldin des Originals trifft.

Nancy ist mittlerweile zur Frau geworden und soll die behandelnden Ärzte in der Klinik bei der Behandlung der jungen Leute unterstützen. Ziemlich schnell erkennt sie die Anzeichen und weiß genau, das ihr größter Feind zurückgekommen ist. Bis sie jedoch den zuständigen Arzt davon überzeugen kann das es sich bei den Albträumen um ein übernatürliches Phänomen handelt, müssen einige der Teenager ihr Leben lassen. In der Folge entwickelt sich dann ein unerbittlicher Kampf um das nackte Überleben, den die Gruppe nur durch einen starken Zusammenhalt gewinnen kann. Das Geschehen ist wirklich in allen Belangen sehr gut umgesetzt worden und beinhaltet dabei einen gelungenen dramaturgischen Spannungsaufbau. Atmosphärisch gibt es am Szenario sowieso nichts auszusetzen, denn sowohl die Passagen in der Klinik als auch die düsteren Sequenzen in der Traumwelt sind absolut erstklassig gelungen und sorgen nicht nur einmal für eine angenehme Gänsehaut beim Zuschauer. Dabei entfalten die Ereignisse genügend bedrohliche Momente und das Ganze wird noch zusätzlich durch den Aspekt intensiviert, das Freddy hier wirklich zur absoluten Hochform aufläuft und sich auch bei der Wahl der Tötungsmethoden sehr einfallsreich gibt.

Zudem bekommt der Betrachter in diesem Teil auch die ersten zarten Einblicke in die Vergangenheit des Killers, wobei diese noch nicht wie in späteren Teilen in visueller Form dargestellt werden. Man wird jedoch mit der Mutter von Freddy konfrontiert, die dem behandelnden Arzt in Form einer Geisterscheinung wertvolle Informationen liefert, um ihren ungeliebten Sohn endgültig und für immer zu vernichten. Das tut der Reihe insgesamt sehr gut, wurde damit doch auch der Grundstein für die weiteren Nachfolger gelegt, in denen ja noch intensiver und ausführlicher auf das Vorleben des Mörders eingegangen wird. Nun zählen die Nightmare-Filme ja sicherlich nicht zu den härtesten des Horror-Genres, dennoch beinhaltet die Geschichte einige ziemlich blutige Momente die allerdings längst nicht das Wichtigste sind, um einen insgesamt erstklassigen Gesamteindruck entstehen zu lassen. Es ist vielmehr die einmal mehr äußerst gelungene Mixtur aus Horror, etwas Härte und erstklassigem schwarzen Humor, die auch "Nightmare 3-Freddy Krueger lebt" so besonders auszeichnet.

Letztendlich kann man Chuck Russell nur zu diesem extrem gelungenen Beitrag gratulieren, der altbewährte Zutaten mit innovativen-und belebenden Elementen vereint. Spannend, sehr atmosphärisch und bitter-böse eröffnet sich ein Szenario, in dem Freddy wieder einmal aus dem Vollen schöpft und einigen Teenagern das Leben zur Hölle macht. Das Wiedersehen mit Heather Langenkamp und John Saxon ist ein weiterer Pluspunkt für einen Film, der mit Höhepunkten nicht geizt und definitiv zu den besten Beiträgen der gesamten Reihe zu zählen ist. Selbst in der heutigen Zeit lässt sich das Werk immer wieder gut anschauen und hat rein gar nichts von seinem Charme und Reiz verloren, so das eine neuerliche Sichtung immer wieder lohnenswert erscheint.


Fazit:


Eine tolle Geschichte, neue Ideen, gute Darsteller und ein Freddy Krueger in Höchstform, da lacht dem geneigten Nightmare-Fan das Herz im Leib. Neben dem Erstling handelt es sich hier meiner Meinung nach um die beste Verfilmung der Thematik, zudem wird definitiv der inhaltliche Grundstein für weitere Nachfolger gelegt. So kann man insgesamt von einem in allen Belangen überzeugendem Sequel sprechen, das ein unverzichtbarer Baustein im Freddy Universum ist.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 7. Nov 2013, 12:27
von horror1966
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Freddy's FRinale - Nightmare on Elm Street 6
(Freddy's Dead: The Final Nightmare)
mit Robert Englund, Lisa Zane, Shon Greenblatt, Lezlie Deane, Ricky Dean Logan, Breckin Meyer, Yaphet Kotto, Tom Arnold, Roseanne Barr, Elinor Donahue, Johnny Depp, Cassandra Rachel Friel, David Dunard, Marilyn Rockafellow
Regie: Rachel Talalay
Drehbuch: Wes Craven / Rachel Talalay
Kamera: Declan Quinn
Musik: Brian May
FSK 18
USA / 1991

Jahre gingen ins Land, es herrscht Ruhe und Frieden in Springwood. FREDDY KRUEGER - (Robert Englund) ist tot...denkste ! Völlig falsch. Das narbengesichtige Schlapphut-Monster mit seinen Rasiermesserklauen beschert erneut "mörderische Träume". Immer wieder erwacht die gutaussehende Kinderpsychologin MAGGIE (Lisa Zane) aus demselben Alptraum, dessen Bedeutung sie nicht versteht. Erst als sie im Heim für schwer erziehbare Jugendliche auf John (Shon Greenblatt) trifft, den letzten Überlebenden der Elm Street, kommt sie Stück für Stück näher an die erschreckende Wahrheit heran: FREDDY hatte nicht nur einen Sohn, er hatte auch eine Tochter. MAGGIE wagt, was Generationen von Teenagern nicht geschafft haben... FREDDY für immer ins Jenseits zu befördern.


Nachdem die Nightmare Reihe schon mit dem vierten und fünften Teil ein wenig an Qualität eingebüßt hat wurde mit vorliegendem Film der absolute Tiefpunkt in der Freddy-Saga erreicht. Mit wirklichem Horror-und einem herrlichen Gruselerlebnis hat das vorliegende Szenario nämlich nur noch herzlich wenig zu tun und spätestens hier mutiert der einst so bitter-böse Albtraum-Killer zu einer regelrechten Witzfigur. Vielleicht mag das nicht jeder so sehen, doch "Freddy's Finale" versprüht nur noch sehr wenig von den einstigen Stärken, die diese Film-Reihe so sehr ausgezeichnet haben. So wird man beispielsweise den Eindruck nicht los, das der gute Herr Krueger ganz eindeutig seinen Biss verloren hat und in dieser Geschichte auch merklich in den Hintergrund gerät. Stattdessen wird der Zuschauer mit ziemlich blassen Charakteren konfrontiert, die im Prinzip durch die Bank eher lustlos agieren und zudem in teils absolut hanebüchenen Passagen zu sehen sind, die kaum noch etwas mit dem ansonsten gewohnten schwarzen Humor zu tun haben. Teil 6 mutiert phasenweise eher zu einem vollkommen überzogenen Klamauk, was nicht nur diesen einzelnen Film, sondern auch den Gesamteindruck der kompletten Reihe ein wenig ins Lächerliche zieht.

Als Beispiel dafür soll nur die Sequenz dienen, in der eines der Opfer als Marionette in einem von Freddy dirigierten Videospiel herhalten muss, was in der Realität für einige schon als absurd zu bezeichnende Szenen sorgt, bei denen man nun wirklich nicht lachen kann. Das Ganze erscheint vielmehr hoffnungslos albern und nimmt der Geschichte eigentlich auch jegliche Intensität, so das man den gesamten Film kaum ernst nehmen kann. In der Hauptsache mag das auch daran liegen, das den Machern letztendlich auch die Ideen ausgegangen sind, denn es macht sich doch mehr als stark bemerkbar, das die Thematik um Freddy Krueger so ziemlich ausgelutscht erscheint. Was ehemals innovativ und herrlich erfrischend daher kam, wirkte mittlerweile fast schon langweilig und monoton. Einzig und allein die Tatsache, das man hier noch einmal diverse Informationen aus der Vergangenheit des Killers erfährt, bewahrt diesen Film vor einem totalen Rohrkrepierer, denn der Umstand das Freddy ein Kind hatte, sorgt zumindest phasenweise für ein wenig Spannung.

Ansonsten hat dieses Werk von Rachel Talalay allerdings herzlich wenig zu bieten, die Tötungen erscheinen recht einfallslos und die gesamten Ereignisse wirken irgendwie lieblos und ohne jegliche Fantasie dahin geklatscht. Man spürt durchgehend, das hier einfach ein einigermaßen gelungener Abschluss gefunden werden sollte, was letztendlich jedoch eher misslungen ist. "Freddy's Finale" mutiert vielmehr zu einer obskuren Komödie, die zudem noch nicht einmal den nötigen Witz enthält, um diese Bezeichnung auch wirklich zu verdienen. Gerade aus heutiger Sicht präsentiert sich der Film dabei als mit Abstand schwächster Teil einer Reihe, die einem zwar insgesamt gesehen sehr viel Freude bereitet hat, aber meiner persönlichen Meinung nach einen weitaus würdigeren Abschluss verdient hätte. Und so wird dann auch der von vielen Leuten eher ungeliebte Nachfolger "Freddy's New Nightmare" stark aufgewertet, in dem Wes Craven noch einmal wirklich innovative Ideen hat einfließen lassen, was eigentlich nie so richtig von den Fans gewürdigt wurde.

Im Endeffekt liegt hier nicht mehr als ein maximal mittelmäßiges Werk vor, in dem die notwendigen Horror-Elemente nur noch spärlich vorhanden sind. Kaum Härte, eine leicht vorhersehbare Rahmenhandlung, kaum Spannung und erst recht nicht das typische Nightmare-Feeling sind keine Atribute, um zu einem überzeugenden Gesamteindruck zu gelangen. Aus dem einst fiesen Albtraum-Killer ist ein biederes Schoßhündchen geworden, das eher lächerlich daher kommt als das es Bedrohlichkeit und Furcht verbreiten würde. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das mit diesem Film das Ende stattfinden sollte, das der gute Schöpfer von Freddy Krueger aber Gott sei Dank noch einmal berichtigt hat, damit der Horror-Ikone zumindest ein würdiger Abgang verliehen wurde.


Fazit:


Im Grunde genommen hätte man sich diesen Teil auch gänzlich sparen können, der keinerlei wirklich sehenswerte Elemente beinhaltet. Lieblos und ohne jegliche Innovation offenbart sich ein Szenario, das an diversen Stellen schon einen leicht peinlichen Eindruck hinterlässt. Man vermisst fast sämtliche Zutaten, die Herrn Krueger zu einer der beliebtesten Figuren des Genres gemacht haben und gibt ihn sogar in etlichen Szenen der Lächerlichkeit preis. Selbst mit einem Bonus als eingefleischter Fan der Reihe kann man so nur zu einem höchst mittelmäßigen Eindruck gelangen.


5/10