horror's Reise durch die große Welt der Filme

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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Truth or Dare
(Truth or Dare)
mit Tom Kane, Liam Boyle, Jack Gordon, Florence Hall, Jennie Jacques, Alexander Vlahos, Jason Maza, Mark Underwood, David Sterne, David Oakes, Elana Di Troya, Nicky Henson
Regie: Robert Heath
Drehbuch: Matthew McGuchan
Kamera: James Friend
Musik: Richard Pryn
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2011

Auf einer Party beschließen Chris und seine Clique, dem schüchternen Außenseiter Felix übel mitzuspielen. Beim Partyspiel Wahrheit oder Pflicht wollen sie Felix vor allen bloßstellen. Als die Situation eskaliert, verlässt Felix gedemütigt und in Tränen aufgelöst die Party. Ein Jahr später erhalten Chris und seine Freunde überraschend eine Nachricht von Felix, der sie alle zu seinem Geburtstag in seinem Elternhaus auf dem Land einlädt. Am Ziel angekommen, erwartet die Gäste jedoch nicht Felix, sondern sein Bruder Justin. Weder Chris noch seine Freunde ahnen, dass es sich beim sympathisch auftretenden Justin um einen alles andere als netten Gastgeber handelt. Justin verfolgt seinen eigenen Plan, für welchen er bereit ist, über Leichen zu gehen.


Immer wieder sorgen unsere britischen Nachbarn für etliche sehenswerte Horrorfilme und auch "Truth or Dare" macht hier keine Ausnahme. Sicherlich bietet das Werk von Robert Heath keine Geschichte voller Innovation und Neuerungen, doch was hier zu Beginn noch recht vorhersehbare erscheint, erfährt doch gerade zum Ende hin eine nette Wendung, die man durchaus als überraschend bezeichnen kann. Im Grunde genommen wurden hier dezente Anlehnungen an die Saw-Reihe und bekannte Zutaten aus "Die Todesparty" miteinander vermischt, was eine äußerst stimmige-und stimmige Inszenierung garantiert, an der man als Genre-Liebhaber seine Freude haben dürfte. Die Thematik ist dabei nicht sonderlich neu, denn ähnlich gelagerte Szenarien hat man schon oft genug zu Gesicht bekommen, dennoch schafft es der Film durchgehend, einen gut aufgebauten Spannungsbogen zu präsentieren, der von einer ziemlich dichten-und bedrohlichen Grundstimmung begleitet wird. Das reicht vollkommen aus, um gut 90 Minuten kurzweilige Unterhaltung zu bieten, die zum Ende hin noch einen sehenswerten Plot-Twist beinhaltet, mit dem man nicht unbedingt rechnen konnte.

Zudem hat Robert Heath einige nette-und blutige Szenen eingebaut, die dem Ganzen ein wenig visuelle Härte verleihen, auch wenn diese sich zu keiner Zeit außerhalb eines normalen Rahmens bewegt. Ein jeder hat wohl schon einmal von dem Teenagerspiel "Wahrheit oder Pflicht" gehört und die meisten von uns werden es wohl auf diversen Partys selbst einmal gespielt haben. Die hier dadurch offensichtlich entstehenden Folgen wünscht man jedoch niemandem, dient eine ehrliche Antwort des jungen Felix doch anscheinend als Auslöser für eine menschliche Tragödie, die dem Zuschauer mit zunehmender Laufzeit näher gebracht wird. Das dabei auch noch andere Faktoren und Begleitumstände eine sehr wichtige Rolle spielen ist zunächst nicht ersichtlich, so das man sich auf ein leicht durchschaubares Geschehen einstellt, in dem man keine sonderlichen Überraschungen erwartet. Und so verläuft die gesamte Chose dann auch so das man jederzeit der Meinung ist, den finalen Showdown schon frühzeitig zu erahnen, was sich jedoch im Endeffekt als leichter Trugschluss herausstellen soll.

Das Geschehen nimmt phasenweise eine leicht klaustrophobische Note an, spielt sich doch der Großteil des Filmes in einer einsam gelegenen Waldhütte ab, in der eine Gruppe Teenager vom Bruder des jungen Felix gefangen gehalten wird. Dieser will die Umstände des scheinbaren Selbstmordes seines jüngeren Bruders aufklären, wobei ihm jedes Mittel recht ist, um die Wahrheit aus den Gefangenen heraus zu holen. So präsentieren sich die Ereignisse dann in der ersten Stunde auch wenig abwechslungsreich, beinhalten jedoch genügend Spannung, um den Betrachter bei Laune zu halten. Ab einem gewissen Zeitpunkt schlägt die Story dann einen etwas anderen Weg ein und die zuvor enthaltene Vorhersehbarkeit der Ereignisse weicht diversen Aspekten, die das Ganze in einem anderen Licht erscheinen lassen. Das wertet den Film durchaus auf und auch wenn man kein Meisterwerk an Innovation präsentiert bekommt, so beinhalten die Ereignisse doch ein wenig Kreativität, was man dem Regisseur auf jeden Fall positiv ankreiden muss.

Auch das dargebotene Schauspiel kann sich jederzeit sehen lassen, die Akteure können in ihren Rollen überzeugen und verleihen dem Szenario eine durchaus glaubwürdige Note. Natürlich sollte man das immer unter dem Aspekt betrachten, das auch hier diverse Klischees bedient werden, was für einen Film dieser Machart aber auch nicht unbedingt überraschend ist. Und so kann man letztendlich von einem Genre-Beitrag sprechen der das Rad nicht neu erfindet, aber altbewährte Zutaten mit einem Hauch Kreativität versieht und so ein unterhaltsames Filmchen darstellt, das man ohne Probleme weiterempfehlen kann.


Fazit:


Wie schnell aus einem Spiel tödlicher Ernst werden kann, wird einem in "Truth or Dare" vor Augen geführt. Robert Heath ist es sehr gut gelungen den Zuschauer mit seinen Vermutungen in Sicherheit zu wiegen, um dann im letzten Drittel der Geschichte doch noch mit einem Plot-Twist aufzuwarten, der einige Ahnungen über den Haufen wirft. Solides Schauspiel, konstante Spannung, ein paar blutige Effekte und eine dichte Atmosphäre sorgen dafür, das man eine Sichtung dieses Werkes keinesfalls bereuen wird.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Spring Break Killer
(Machine Head)
mit Sharon Hinnendael, Nicole Zeoli, Christina Corigliano, Morissa O'Mara, Alana O'Mara, Robert Adamson, Brett Howell, Blake Baskin, Alexis Archer, Barbara Jean Barrielle, Shelley Bennett, Markie Collins
Regie: Jim Valdez
Drehbuch: Joel Souza / Jim Valdez
Kamera: Nicolas Duchemin Harvard
Musik: keine Information
FSK 16
USA / 2011

Eine Ferienvilla mit Pool in der kalifornischen Wüste haben 3 Freundinnen 1 Woche ganz für sich alleine, doch auf der Fahrt dorthin werden sie von einem mysteriösen Auto mit einem maskierten Mann verfolgt. In der Villa wähnen sie sich in Sicherheit und haben ihren Verfolger schon wieder fast vergessen, als es spät nachts noch an der Tür klingelt - und ihr ungebetener Gast bereitet den jungen Frauen eine Hölle auf Erden, wie sie es in ihren schlimmsten Alpträumen nicht für möglich gehalten hätten...


''Originelle und wilde Mischung'' (Video.de)
''Girls, Girls, sexy Girls und ein gnadenloser Highway-Killer'' (CTs Digital)
''Slasher-Freunde haben ihre Freude mit dem Teil'' (Horror News)
''Nicht neu, aber trotzdem unterhaltsam'' (Play DVD)
''Home-Invasion-Terror mit überaus attraktiven Hauptdarstellerrinnen'' (Blickpunkt: Film)



Mit solchen Schlagzeilen werden sicherlich Begehrlichkeiten beim Zuschauer geweckt, die das Low Budget Regie-Debüt von Jim Valdez jedoch nicht gänzlich erfüllen kann. Dabei enthält die hier erzählte Geschichte durchaus einige sehr interessante Ansätze, die aber nicht vollkommen zufriedenstellend herausgearbeitet werden, so das sich phasenweise ein eher zwiespältiger Eindruck über das Gesehene ergibt. Vor allem in den ersten 40 Minuten wird man dabei eher mit einer Anhäufung von belanglosen Dingen konfrontiert, bis sich danach endlich eine recht dichte-und bedrohliche Grundstimmung eröffnet, die man sicherlich als Stärke des Filmes ansehen muss. Bis dahin jedoch präsentieren sich dem Betrachter lediglich einige recht hübsch anzusehende Mädchen, die eine Woche in einem luxuriösen Anwesen verbringen wollen und sehnsüchtig auf die Ankunft ihrer Freunde warten, mit denen sie sich die Zeit vertreiben wollen. Von richtigen Thriller-Elementen ist in dieser Phase des Filmes herzlich wenig zu verspüren, denn bis auf einige kleine Indizien deutet eigentlich nichts darauf hin, das sich für die Damen der Schöpfung ein psychisches Terror-Szenario entwickeln soll, bei dem man jedoch keinesfalls auf visuelle Härten hoffen sollte.

Diese sind nämlich überhaupt nicht vorhanden und bei den wenigen Ansätzen zu körperlicher Gewalt wird diese sofort immer wieder ausgeblendet, so das sich die eventuell entstehende Brutalität des Geschehens lediglich im Kopf des Betrachters freisetzt. Das mag manch einen zu einer extrem negativen Kritik hinreißen, doch Jim Valdez ist es insbesondere in der zweiten Filmhälfte recht gut gelungen, das aufkommende Unheil im Kopf des Zuschauers zu manifestieren. Dadurch beziehen die Ereignisse auch ihre Spannung, ist der Killer doch lediglich schemenhaft zu erkennen und die drohende Gefahr wird so wunderbar im Dunkeln gehalten, was schon für einen gewissen Nervenkitzel sorgt. Trotzdem wirkt die ganze Chose an einigen Stellen doch etwas unrund-und unausgegoren, so bekommt man beispielsweise von sämtlichen Figuren nur eine sehr oberflächliche Charakter-Zeichnung geboten die nicht unbedingt dazu beiträgt, irgendwelche Symphatiewerte für diverse Personen zu entwickeln. Auch das Verhalten der Mädchen erscheint streckenweise recht unlogisch, was aber für einen Film dieser Art nicht sonderlich überrascht. Das psychische Katz-und Mausspiel zwischen Täter und Opfer hingegen entfacht schon eine gewisse Intensität, wobei man die ganze Zeit ungeduldig darauf wartet, überhaupt eine Erklärung für das Ganze zu erhalten.

Diese eröffnet sich dann lediglich in der finalen Schluss-Sequenz und sorgt auf jeden Fall für einen netten Aha-Effekt, ist andererseits aber auch so ziemlich an den Haaren herbeigezogen und wirkt dabei wenig glaubwürdig. Dennoch ist darin definitiv ein fieser Höhepunkt zu erkennen, der das gewonnene Gesamtbild auf jeden Fall ein wenig aufwertet. Wenn man einmal die bisher zu lesenden Kritiken zu diesem Film durchliest, dann hinterlässt "Spring Break Killer" ganz offensichtlich bei den meisten Leuten einen eher negativen-und enttäuschenden Eindruck und streckenweise kann ich das sogar auch nachvollziehen. Man kann dieser Low Budget Produktion aber definitiv nicht ihren Unterhaltungswert absprechen und sollte zumindest die zweite Filmhälfte lobend erwähnen, die doch recht ansehnliche Genrekost beinhaltet. Die Geschichte erfindet das Rad keinesfalls neu, bietet jedoch nette Home Invasion Terrorkost, die jedoch gänzlich ohne visuelle Härte ausgestattet ist. Dafür bekommt man jedoch einige hübsche Mädels und eine packende zweite Filmhälfte serviert, die sich durchaus sehen lassen kann.

"Spring Break Killer" ist auf jeden Fall ein Beitrag der die Meinungen ziemlich spalten wird und hätte Jim Valdez die vorhandenen guten Ansätze intensiver herausgearbeitet, hätte hier ein kleines Highlight entstehen können. So aber muss man sich mit einem Szenario begnügen, das einem zwei vollkommen verschiedene Hälften präsentiert und äußerst starke Schwankungen beinhaltet. Und trotz der nicht zu übersehenden Schwächen geht eine kaum definierbare Faszination vom Geschehen aus, die man nur sehr schwerlich beschreiben kann, was definitiv für eine Sichtung dieses Filmes spricht. Wer sich also mit einem insgesamt eher durchschnittlichen Werk zufrieden geben kann, der sollte auf jeden Fall einmal einen Blick riskieren, ist die Story doch keinesfalls so schlecht, wie manch eine Kritik es im ersten Moment vermuten lassen könnte.


Fazit:


Es wäre auf jeden Fall möglich gewesen, viel mehr aus der Geschichte heraus zu holen, als es Jim Valdez es letztendlich getan hat. Dennoch offenbart sich immer noch ein zumindest im zweiten Teil gut unterhaltendes Szenario, in dem sich Licht und Schatten die Klinke in die Hand geben. Im Endeffekt ist es dann wie immer der ganz eigene Geschmack, der über Gefallen oder Nichtgefallen entscheidet, wobei ich persönlich den Film im guten Durchschnittsbereich ansiedeln würde.


5,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Das Gesetz in meiner Hand
(A Common Man)
mit Ben Kingsley, Ben Cross, Patrick Rutnam, Frederick-James Lobato, Numaya Siriwardena, Jerome de Silva, Dushyanth Weeraman, Mohamed Adamaly, Kian O'Grady, Susan Zareena, Lucky Wickremanayake, Veena Jayakody
Regie: Chandran Rutnam
Drehbuch: Neeraj Pandey / Chandran Rutnam
Kamera: Chandana Jayasinghe
Musik: Ramesh Vinayakam
FSK 16
Sri Lanka / USA / 2012

Nachdem er mehrere Taschen mit Sprengstoff an verschiedenen öffentlichen Plätzen in Colombo in Sri Lanka deponiert und sich in seine kleine Kommandozentrale auf dem Dach eines Hauses zurückgezogen hat, informiert ein namenloser Mann die Polizei, dass er die Sprengsätze zünden wird, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden: Vier gefährliche Terroristen sollen auf freien Fuß gesetzt und in einem Privatjet ausgeflogen werden. Damit beginnt die Uhr zu ticken, ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.


Empfohlen von Moviestar, das Action - Highlight des Monats


Wenn man diesem Aufdruck auf dem deutschen DVD-Cover Glauben schenkt wird man am Ende des vorliegenden Filmes ganz sicher eine Enttäuschung erleben, denn "Das Gesetz in meiner Hand ist alles andere als eine Action - Granate. Hier handelt es sich ganz offensichtlich einmal mehr um eine geschickte Marketing - Strategie, um das Produkt besser an den Mann zu bringen. Dennoch handelt es sich auf keinen Fall um ein schlechtes Werk, denn die der Geschichte zu Grunde liegende Idee ist durchaus sehenswert und wirft beim Zuschauer auch gewisse moralische fragen auf, die man sich im Endeffekt nur selbst beantworten kann. Hauptdarsteller Ben Kingsley ist im Prinzip immer einen Blick wert und auch in vorliegendem Szenario überzeugt der Schauspieler durch eine routinierte Performance, die ihn zunächst anscheinend als wahnsinnigen Terroristen offenbart, der andere Mitstreiter freipressen will. Nun entwickelt sich das Ganze jedoch mit zunehmender Laufzeit in eine gänzlich andere Richtung, die zwar nicht sonderlich überraschend daher kommt, aber dennoch gewisse moralische Aspekte aufwirft, die einen auch selbst in einen gewissen Zwiespalt versetzen. Die Story ist dabei mit etlichen Klischees beladen, was aber nicht zwangsweise für negative Kritik Anlass gibt, vielmehr stehen menschliche Emotionen im Vordergrund, die man auch zumindest bedingt nachvollziehen kann, auch wenn sie vom rechtlichen Standpunkt aus gesehen nicht zu vertreten sind. In diesem Aspekt beinhaltet das Geschehen dann auch seinen größten Reiz, wird man doch fast durchgehend selbst mit der Frage konfrontiert, wie man selbst in der gegebenen Situation reagieren würde.

Regisseur Chandran Rutnam bedient sich hier einer sehr ruhigen Erzählweise der Ereignisse und hat seiner Inszenierung im Prinzip so gut wie keine Action beigefügt. Lediglich eine kleinere Explosion und die Verfolgung eines Verbrechers deuten darauf hin, das es sich hier um eine Szenario voller Tempo handeln könnte. Der Rest der Geschichte besteht eigentlich hauptsächlich aus Dialogen und der Frage, welche Motivation einen Mann dazu getrieben hat, 5 Bomben in einer Stadt zu verstecken, um damit 4 inhaftierte Terroristen freizupressen. Das sich hinter "The Man" (Kingsley) nämlich kein Terrorist verbirgt ist dem Betrachter relativ schnell klar und man kann auch die wahren Beweggründe sicherlich erahnen, so das sich bei diesem Punkt kein sonderlicher Überraschungseffekt einstellen kann. Dennoch baut sich mit der Zeit ein relativ konstanter Spannungsbogen auf und das Ganze wird zudem von einer teils bedrohlichen Grundstimmung begleitet.

In einigen Passagen ergeben sich eher zufällige Ähnlichkeiten mit einem Film wie "Unthinkable" wobei sich ein wirklicher Vergleich der beiden Werke aufgrund der vollkommen unterschiedlichen Intensität verbietet. "Das Gesetz in meiner Hand" legt seinen Fokus zudem extrem auf die Beweggründe des Bombenlegers, die in einem Telefonat zwischen ihm und dem verantwortlichen Polizisten äußerst gut zum Ausdruck kommen. Genau an dieser Stelle des Szenarios wird das Geschehen dann aber auch ein wenig unglaubwürdig, denn wenn man das Verhalten sämtlicher Beamter nach dem Telefonat beobachtet ergibt sich daraus eine Art Pflichtverweigerung, die man nur schwerlich nachvollziehen kann. Andererseits kommt hier jedoch das Klischee der menschlichen Emotionen gut zur Geltung, was allerdings das unglaubwürdige Verhalten der Polizisten dennoch in ein merkwürdiges Licht rückt.

Davon ist dann auch der finale Showdown betroffen in dem Kingsley auf den ermittelnden Beamten trifft, denn auch hier erfährt die Story einen kaum nachvollziehbaren Schlusspunkt, der jedoch nahezu perfekt in das gewonnene Gesamtbild hineinpasst, gleichzeitig aber auch die Klischees eindrucksvoll unterstreicht, die das Werk beinhaltet. Und so wird "Das Gesetz in meiner Hand"die Meinungen der Zuschauer berechtigterweise extrem spalten, denn für die einen präsentiert sich ein Szenario, das man kaum unglaubwürdiger hätte gestalten können, wohingegen andere den menschlichen Aspekt der Geschichte durchaus zu schätzen wissen. Wie dem aber auch sei, es handelt sich auf jeden Fall um einen Film, der einen selbst in einen moralischen Zwiespalt versetzt, so das man letztendlich immer zwischen Gesetz und emotionalem Verständnis hin-und her gerissen ist.


Fazit:


Auch wenn "Das Gesetz in meiner Hand" ganz sicher nicht der angekündigte Action-Kracher ist, hat mir persönlich der Film sehr gut gefallen. Die unzähligen Klischees haben mich dabei nicht sonderlich gestört und auch der größtenteils eher unlogische Plot stellt für mich keinen Grund dar, dieses Werk nicht weiter zu empfehlen. Man sollte halt nur von Beginn an wissen auf was man sich hier einlässt, handelt es sich doch um ein Geschehen das einen selbst in einen tiefen moralischen Zwiespalt versetzt und dabei äußerst nachdenklich stimmt.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Schatten & Lügen
(William Vincent)
mit James Franco, Julianne Nicholson, Martin Donovan, Josh Lucas, Haskell King, Zoe Lister Jones, Ty Anania, Louis Anania, Norm Golden, Gibson Frazier, Emily Tremaine, Julienne Hanzelka Kim, Vince Jolivette
Regie: Jay Anania
Drehbuch: Jay Anania
Kamera: Daniel Vecchione
Musik: John Medeski
FSK 16
USA / 2010

Der New Yorker William Vincent (James Franco), ein wortkarger Verbrecher mit geheimnisvoller Vergangenheit, begibt sich nach einigen Jahren im Exil auf eine abenteuerliche Reise zurück in seine Heimatstadt, um seine große Liebe Ann (Julianne Nicholson), eine New Yorker Prostituierte, vor Verbrechern zu retten. Doch die dunklen Schatten seiner Vergangenheit holen ihn ein und es gibt kein Mitleid - und kein Entkommen.


Es ist schon ein äußerst gewöhnungsbedürftiger Film der sich hier dem Zuschauer offenbart und man stellt sich ganz unwillkürlich die Frage, mit welcher Absicht Regisseur Jay Anania eine Erzählweise für seine Geschichte gewählt hat, die es zu keinem Zeitpunkt schafft, den Betrachter auch nur annähernd zu fesseln. Dabei beinhaltet der Film doch im Prinzip eine durchaus interessante Story, die aufgrund der Inhaltsangabe auch eine Menge Spannung verspricht, durch die seltsame Umsetzung jedoch vielmehr die absolute Langeweile aufkommen lässt. Schon nach wenigen Minuten verstärkt sich immer mehr das Gefühl, das hier mit aller Gewalt eine Art Kunstfilm entstehen sollte der etwas ganz Besonderes darstellt, doch dieses Vorhaben ist leider vollkommen in die Hose gegangen. Im Stile eines Arthousefilms soll einem das teilweise einschläfernd erscheinende Geschehen näher gebracht werden, das zu allem Überfluss auch noch keinerlei Tempo beinhaltet und größtenteils viel zu zähflüssig erscheint, als das sich hier eine gewisse Faszination entfalten könnte, die den Zuschauer auch nur annähernd fesseln könnte.

Ehrlich gesagt ist es streckenweise sogar extrem anstrengend konzentriert am Ball zu bleiben, denn das Szenario bietet leider überhaupt keine Höhepunkte und versetzt einen manchmal sogar in eine Art Dämmerzustand. Man fühlt sich richtiggehend betäubt und in Watte gepackt, wozu auch die einlullende musikalische Untermalung des Ganzen beiträgt. Auch die Darsteller tragen nicht unbedingt dazu bei den Gesamteindruck aufzuwerten, erscheint das dargebotene Schauspiel doch an etlichen Stellen ungelenk und gar künstlich aufgesetzt, in diversen Passagen überkommt einen sogar fast der Eindruck, das die Akteure selbst von der schnarchigen Erzählweise angesteckt wurden und sich in einem halb narkotisierten Zustand befinden. Jay Anania hätte seine Story wohl besser als ganz normales Thriller-Drama erzählen sollen, denn dann hätte der Film ganz sicher gezündet. Ihn aber lieber als Pseudo-Kunstwerk zu gestalten war die wohl schlechteste Idee, die der Regisseur überhaupt haben konnte. Die ganze Chose wirkt so auch größtenteils wie gewollt und nicht gekonnt und stellt sich außerdem als extrem mühsames Filmerlebnis heraus, das man nur unter größten körperlichen Anstrengungen bis zum Ende durchhalten kann.

Auch die Thematik der angeblichen großen Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren kommt so gut wie überhaupt nicht zur Geltung, denn dafür fehlt es ganz einfach an den dafür nötigen Emotionen. Betrachtet man jedoch einmal den Umgang der beiden, so scheint von echter Liebe nichts vorhanden zu sein, was sich auch in den vorhandenen Dialogen stark bemerkbar macht, die irgendwie künstlich und aufgesetzt erscheinen. Und so fragt man sich immer wieder nach dem eigentlichen Sinn dieses komischen Szenarios, das durchgehend den Eindruck einer unrunden-und keinesfalls stimmigen Geschichte hinterlässt, die sich jenseits jeglichen Mainstreams ansiedelt, aber auch für Freunde des Kunstfilms eher wie eine luftleere Blase wirken dürfte.

Im Endeffekt weiß man am Ende gar nicht so recht was man da eben eigentlich gesehen hat. In gewisser Art und Weise handelt es sich zwar schon um einen außergewöhnlichen Film, was in vorliegendem Fall aber keinesfalls positiv gemeint ist. Eigentlich schade, denn sicherlich hätte hier ein emotionales Drama mit Thriller-Einschlag entstehen können, doch leider wollte man viel eher einen krampfhaft künstlerischen Film kreieren der letztendlich als vollkommen misslungener Versuch eingestuft werden muss. Letztendlich ist man dann auch heilfroh wenn die quälend lang erscheinenden 90 Minuten vorbei sind, denn viel länger hätte man sich bestimmt nicht wach halten können und wäre vom vorherrschenden Dämmerzustand in den absoluten Tiefschlaf übergegangen.


Fazit:


"Schatten & Lügen" ist leider nicht mehr als der vollkommen untaugliche Versuch, einer im Prinzip interessanten Geschichte eine künstlerische Note zu verleihen. Sicherlich wird es auch Leute geben die diesem komischen Szenario etwas abgewinnen können, doch für den Großteil der Zuschauer dürfte sich hier ein Film offenbaren, der auf relativ wenig Begeisterung stößt, da er in allen Beziehungen vollkommen versagt.


3/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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The Colony - Hell Freezes Over
(The Colony)
mit Kevin Zegers, Laurence Fishburne, Bill Paxton, Charlotte Sullivan, Dru Viergever, Atticus Dean Mitchell, John Tench, Lisa Berry, Lucius Hoyos, Kimberly-Sue Murray, Michael Mando, Helen Taylor, Romano Orzari
Regie: Jeff Renfroe
Drehbuch: Jeff Renfroe / Patrick Tarr / Pascal Trottier
Kamera: Pierre Gill
Musik: Jeff Danna
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2013

Nach Anbruch einer neuen Eiszeit haben sich die wenigen Überlebenden in kleine Kolonien unter der Erde zurückgezogen. Auch Kolonie 7, angeführt von Briggs kämpft gegen frostige Kälte, Hunger, Isolation und durch fehlendes Tageslicht hervorgerufene Krankheiten an. Als die Vorräte schwinden und der Kontakt zur einzig bekannten anderen Kolonie abbricht, entschließt Briggs sich zu einer gefährlichen Expedition um herauszufinden, was in dieser anderen Kolonie passiert ist. Sein alter Waffenkamerad Mason äußert jedoch Bedenken und will ihn davon abhalten, dass Leben der Gruppe aufs Spiel zu setzen. Wie sich herausstellt aus gutem Grund: ihr Ziel erreichend, entdecken sie eine weitaus unmenschlichere, grausamere Bedrohung als sie sich je hätten vorstellen können…


Mit "The Colony" präsentiert sich dem geneigten SCI/FI-Horror Fan äußerst gelungene Genrekost, die von der ersten bis zur letzten Minute ein sehr atmosphärisches Szenario zeigt, das vor allem in der zweiten Filmhälfte auch einen sehenswerten Härtegrad beinhaltet. Bis es jedoch soweit ist wird man hauptsächlich mit einer äußerst beklemmenden Grundstimmung konfrontiert, denn der Schauplatz der unterirdischen Kolonie 7 und die Tatsache, das nur wenige Menschen in der neuen Eiszeit überlebt haben, verursacht beim Zuschauer schon ein wenig Unbehagen, das sich mit zunehmender Laufzeit immer weiter verstärken soll. Regisseur Jeff Renfroe kann in seiner Geschichte auf einen sehr ansehnlichen Cast zurückgreifen, so sind beispielsweise mit Laurence Fishburne und Bill Paxton 2 äußerst bekannte Darsteller am Werk, doch die eigentliche Hauptfigur Sam wird durch den jungen Kevin Zegers gespielt, der eine gute Performance an den Tag legt und zudem auch noch etliche Symphatiewerte für sich verbuchen kann. Ganz generell werden die für die Geschichte wichtigen Figuren recht schnell eingeführt, wobei man allerdings keine besonders tiefgehenden Beleuchtungen erwarten sollte. Auch die Hintergründe für die neue Eiszeit werden nicht weiter ausgeführt, so das sich die Story hauptsächlich mit der gegenwärtigen Situation befasst. Manch einem mag die Einführung in die Story ein wenig zu lang und etwas behäbig vorkommen, denn in den ersten gut 40 Minuten passiert nicht wirklich viel, doch meiner persönlichen Meinung nach ist dieser dramaturgische Spannungsaufbau sogar als äußerst gelungen anzusehen, vermittelt er einem doch nahezu das perfekte Feeling, um sich in das Szenario hineinzuversetzen.

Im Grunde genommen beinhaltet der Film etliche Anlehnungen an diverse andere Filme, so präsentiert sich eine gelungener Mix aus "The Thing", "30 Day of Night" und zum Ende hin sogar ein wenig "28 Days Later", was insgesamt gesehen für ein absolut erstklassiges Gesamtpaket sorgt, an dem man seine helle Freude hat. Während die Story zu Beginn in erster Linie von ihrer gelungenen Atmosphäre zehrt, schlagen die Ereignisse ab einem gewissen Zeitpunkt eine andere Richtung ein, denn mit dem Eintreffen des 3-Mann Hilfstrupps in Kolonie 5 vermehren sich die bedrohlichen Momente und man wartet gespannt darauf, wer für das dort veranstaltete Blutbad verantwortlich zeichnet. Die Lösung des Rätsels bietet dann absolut nichts Neues, sorgt aber auf jeden Fall dafür, das sich nun eine gelungene Temposteigerung erkennen lässt und die lang erwartete Action Einzug in das Geschehen hält. Es entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit ein gnadenloser Überlebenskampf und auch die Existenz von Kolonie 7 wird in der Folge bedroht, was für sehenswerte Kämpfe-und blutige Action-Passagen sorgt.

Zwar gestalten sich die Ereignisse durchaus vorhersehbar, was aber in keinster Weise das Szenario beeinträchtigt, denn die Kombination von altbewährten Zutaten kann als extrem gelungen angesehen werden. So offenbart sich dann im Prinzip ein Film mit zwei unterschiedlichen Filmhälften, wobei alle beide ihren Reiz haben. Im ersten Teil hauptsächlich in atmosphärischer Hinsicht mehr als nur überzeugend, werden der ganzen Chose danach auch die nötigen Mittel verliehen, um die Geschichte mit der nötigen Intensität zu versehen, die sich ganz zwangsläufig auch auf den Betrachter überträgt. Und auch wenn hier bei etlichen anderen Filmen abgekupfert wurde, so hat man dies doch auf eine gute Art und Weise getan, denn das dadurch gewonnene Gesamtbild präsentiert ein Gesamtpaket, das im Prinzip keinerlei Wünsche offen lässt. Natürlich wird manch einer das auch anders sehen und sich eventuell über mangelnde Innovation beklagen, doch mir persönlich hat dieser Genre-Flick wirklich ausnehmend gut gefallen und einen durchaus bleibenden Eindruck hinterlassen. Zudem wird auch einmal mehr der Aspekt in den Vordergrund gerückt, das der größte Feind des Menschen doch er selbst ist, denn diese Komponente wird mehr als einmal eindrucksvoll in den Vordergrund gerückt, was selbstverständlich auch durch die gegebene Situation forciert wird, in der sich Menschlichkeit und der eigene Überlebenswille nicht immer miteinander vereinbaren lassen. Besonders gut lässt sich das an den von Laurence Fishburne und Bill Paxton dargestellten Figuren beobachten, die doch in charakterlicher Hinsicht vollkommen verschieden sind.

Letztendlich ist "The Colony" ein absolut sehenswerter Mix aus Science/Fiction-und Horrorfilm, der sich gewisser Anleihen von anderen Filmen bedient und dennoch auch als eigenständiges Werk überzeugen kann. Eine dichte-und sehr beklemmende Grundstimmung, solides Schauspiel, viel Spannung und sehenswerte Action sorgen für ein rundum sorglos Paket, das definitiv kurzweilige Unterhaltung bietet. Freunde von "The Thing" oder "30 Days of Night" sollten auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen und mit einem Szenario bedient werden, das 82 Minuten absolute Kurzweil verbreitet und gleichzeitig auch die unterschiedliche Natur des Menschen in den Vordergrund stellt, was einen selbst teilweise durchaus nachdenklich stimmen kann.


Fazit:


Im Prinzip bietet das Werk von Jeff Renfroe nichts was man nicht in dieser oder zumindest ähnlicher Form schon einmal gesehen hätte und dennoch zieht "The Colony" den Zuschauer ganz automatisch in seinen Bann. Das postapokalyptische Szenario erscheint dabei erschreckend trostlos-und glaubwürdig, was für ein Gefühl extremster Beklemmung beim Betrachter sorgt. Freunde dieser Filmart sollten hier unbedingt zugreifen, denn eine Sichtung das Filmes erscheint allemal äußerst lohnenswert.


8/10
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horror1966
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Errors of the Human Body
(Errors of the Human Body)
mit Michael Eklund, Karoline Herfurth, Tómas Lemarquis, Rik Mayall, Caroline Gerdolle, Yusuke Yamazaki, Ulrich Meinecke, Iván González, Usha Rani, Vincent De Ville, Christian Mock, Sienna Farall, Dina Welch
Regie: Eron Sheean
Drehbuch: Shane Danielsen / Eron Sheean
Kamera: Anna Howard
Musik: Anthony Pateras
FSK 16
Deutschland / USA / 2012

Seitdem sein Sohn an einem mysteriösen Gen-Defekt starb, ist Starforscher Geoff Burton (Michael Eklund) besessen davon, eine Heilung für diese Krankheit zu finden. Als er an das Institut für Genetik in Dresden berufen wird, sieht er eine Chance, seine in den USA umstrittene Forschung fortzuführen. Hier trifft er auf seine ehemalige Assistentin und Geliebte Rebekka (Karoline Herfurth), die vor einer bahnbrechenden Entdeckung steht: Ein Regenerations-Gen, welches die Menschheit von Krankheit und Altern befreien könnte. Doch ihre Forschung stockt, noch ist das Gen tödlich. Burton befürchtet, dass ihr skrupelloser Kollege Jarek (Tómas Lemarquis) Rebekkas Ergebnisse gestohlen hat, um ihr Werk auf illegale und höchst gefährliche Weise zu vollenden. Burton versinkt immer tiefer in einem Sumpf aus Paranoia und Intrigen und ist nicht sicher, ob er selbst längst zum Versuchsobjekt geworden ist


Gleich mit seinem Regie-Erstling bringt Eron Sheean einen Thriller an den Start, der allein schon durch seine äußerst interessante Thematik auf sich aufmerksam macht. Die Genforschung und Wissenschaftler, die eventuell auch über die erlaubten Grenzen hinaus gehen sind immer wieder Stoff für eine spannende Geschichte und genau eine solche bekommt der Zuschauer bei "Errors of the Human Body" dann auch offeriert. Dabei mag die Story an diversen Stellen eventuell leicht utopisch erscheinen, ist jedoch gleichzeitig gar nicht einmal so weit weg von der Realität und entfacht durch diesen Aspekt eine unglaubliche Faszination, die der Betrachter durchgehend verspürt. Dabei bedient sich Sheean einer sehr ruhigen-und bedächtigen Erzählweise, was an etlichen Stellen für ein Höchstmaß an Intensität sorgt, die ganz besonders im letzten Drittel des Filmes extrem gut zur Geltung kommt.

Gleichzeitig wird die Geschichte in dieser Phase zudem auch mit Passagen angereichert, in denen man schwerlich zwischen Realität-und Fiktion unterscheiden kann und erst ganz am Ende des Geschehens wieder den klaren Durchblick erhält. Hier liegen neben der spannenden Thematik ganz eindeutig die größten Stärken dieses Filmes, wird doch die Fantasie des Zuschauers durch surreal erscheinende Momente ganz erheblich in Gang gebracht. Doch auch bis zu diesem Zeitpunkt ist das Szenario keineswegs uninteressant, beinhaltet es doch einen äußerst gelungenen Spannungsaufbau, der im Prinzip keinerlei Einbrüche erkennen lässt. Wenn überhaupt, dann stört lediglich die Thematisierung der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren ein wenig, wird sie doch manchmal ein wenig zu sehr in den Vordergrund gerückt, was jedoch insgesamt gesehen der einzige kleinere Kritikpunkt in einem ansonsten sehr stimmigen Film ist.

Zum gelungenen Gesamteindruck trägt sicherlich auch die gut agierende Darsteller-Riege bei, denn sämtliche Akteure können hier durch gelungene Performances auf sich aufmerksam machen. Außerdem hat Sheean dem Ganzen auch noch eine geheimnisvolle Note beigemischt die sich hauptsächlich durch die Figur des Jarek Novak immer wieder erkennen lässt. Gleich mit der Einführung dieses Charakters wird einem nämlich bewusst, das man es hier mit einer schwer zu durchschauenden Person zu tun hat, die ganz augenscheinlich diverse Geheimnisse mit sich trägt und einen fast schon zwielichtigen Eindruck hinterlässt. Man sieht also, das hier etliche Zutaten für einen gelungenen Thriller vorhanden sind die man zudem auch äußerst gut miteinander vermischt hat. Manch einem mag dabei der ruhige Stil der Erzählung etwas behäbig erscheinen, doch gerade dieser Aspekt sorgt dafür, das die Story ihre ganze Kraft-und Faszination erst richtig entfalten kann und so auch ihre volle Wirkung beim Betrachter hinterlässt.


Letztendlich ist "Errors of the Human Body" nicht nur ein mehr als interessanter Wissenschafts-Thriller, das Geschehen regt auch durchaus zum Nachdenken an und führt einen an das Thema Grenzüberschreitung in der Forschung heran. Moralische Bedenken und die Notwendigkeit von Experimenten stehen im ständigen Kampf zueinander, was hier an diversen Stellen sehr gut zur Geltung kommt. Erstklassig agierende Darsteller, ein atmosphärisch stimmiges Szenario und eine spannend umgesetzte Thematik garantieren hier für gut 95 Minuten erstklassige Unterhaltung, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.


Fazit:


Eine manchmal etwas zu sehr in den Vordergrund gestellte Beziehung zweier Menschen ist der einzige kleine Kritikpunkt in einem ansonsten gänzlich überzeugenden Film, der mit einer unglaublich interessanten Thematik daher kommt. Ruhig, bedächtig, aber sehr intensiv gestaltet sich eine Story die nachdenklich stimmt und der fast durchgehend eine mysteriöse Note anhaftet, die den gewonnenen Gesamteindruck noch einmal zusätzlich aufwertet.


8/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Strippers vs. Werewolves
(Strippers vs. Werewolves)
mit Adele Silva, Martin Compston, Billy Murray, Ali Bastian, Barbara Nedeljakova, Sarah Douglas, Simon Phillips, Martin Kemp, Alan Ford, Charlie Bond, Nick Nevern, Rita Ramnani, Steven Berkoff, Robert Englund, Lysette Anthony
Regie: Jonathan Glendening
Drehbuch: Pat Higgins / Phillip Barron
Kamera: David Meadows
Musik: Neil Chaney
FSK 16
Großbritannien / 2012

Als Stripperin Justice dem aggressiven Kunden in Notwehr einen silbernen Kugelschreiber durchs Auge jagt, ahnt sie noch nicht, dass sie soeben das Oberhaupt einer Werwolfgang erlegt hat. Schwer genug, den Kadaver verschwinden zu lassen. Die Werwölfe durchsuchen derweil ganz London nach ihrem Chef und seinen Mördern. Es dauert nicht lange, bis sie die richtige Fährte aufnehmen. Den Stripperinnen bleibt nur wenig Zeit, den Widerstand zu organisieren. Zum Glück datet eine von ihnen einen nebenberuflichen Okkultisten.


In den letzten Jahren ist es ja schon zur Normalität geworden, das irgendwelche Gruppen gegeneinander kämpfen um dem geneigten Trash-Liebhaber kurzweilige Unterhaltung anzubieten. Ganz egal ob Zombies, Werwölfe, Vampire oder auch die immer wieder beliebten Stripperinnen, sie alle gehen unter dem Deckmantel des Horror-Genres aufeinander los und sorgen so für mehr oder minder skurrile-und blutige Unterhaltung. Auch Regisseur Jonathan Glendening bedient sich nun der allseits beliebten Thematik und lässt in vorliegendem Fall einige Stripperinnen und Werwölfe aufeinander los, was zumindest streckenweise für recht nette Unterhaltung beim Zuschauer sorgt. Leider erscheint die Geschichte dabei nicht gänzlich überzeugend, verwickelt sich das Szenario doch etwas zu oft in diverse Neben-Erzählstränge, was den Ereignissen doch etwas an Kraft nimmt und eher belanglose Dinge in den Vordergrund rückt.

Dennoch beinhaltet "Strippers vs. Werewolves" durchaus seine starken Momente, die sich hauptsächlich in teils schwarzhumorigem Wortwitz und manchmal aberwitziger Situationskomik zu erkennen geben. So lässt sich dann phasenweise auch der typisch britische Humor erkennen, wobei in diversen Passagen jedoch auch eher platter-und abgedroschener Humor zu erkennen ist. Wer hier ein mit viel Blut und Härte angereichertes Szenario erwartet sollte die eigenen Erwartungen gleich zu Beginn auf ein Minimum beschränken, denn sehr viel visuelle Härte bietet die Geschichte nicht gerade. Aufgrund der 16er Freigabe konnte man das aber auch nicht unbedingt erwarten, so das sich die eventuelle Enttäuschung mancher Leute im Rahmen halten dürfte.

Die größte Ernüchterung dürfte sich hingegen bei denjenigen einstellen, die sich den Film aufgrund des Mitwirkens von Robert Englund beschafft haben, denn die Rolle des beliebten Darstellers beschränkt sich lediglich auf einen Kurzauftritt von knapp 4 Minuten, wobei dieser auch erst nach gut einer Stunde zu sehen ist. Doch ehrlich gesagt hat mich "Strippers vs. Werewolves" trotz einiger offensichtlicher Schwächen recht gut-und kurzweilig unterhalten, auch wenn es sicherlich einige ähnlich gelagerte Filme gibt, die als Gesamtpaket weitaus überzeugender daher kommen. Man muss dabei selbstverständlich eine gewisse Vorliebe für äußerst trashige Szenarien haben, denn ansonsten wird man mit diesem Werk nicht sehr viel anfangen können.

Im Endeffekt beinhaltet das Werk von Jonathan Glendening genügend Zutaten für einen witzigen Party-Film den man keinesfalls ernst nehmen sollte. Gewöhnungsbedürftig dürfte für manch einen die manchmal schon zu oft eingesetzte Split Screen Technik erscheinen, denn hier hat es Glendening etwas zu gut gemeint und konfrontiert den Betrachter fast schon inflationär mit dem geteilten Bild, was des Öfteren etwas störend erscheint. Doch trotz der diversen Mankos handelt es sich auf jeden Fall für Freunde des Trash-Filmes um einen sehenswerten Film, aus dem man aber auch ohne Weiteres mehr hätte herausholen können.


Fazit:


"Strippers vs. Werewolves" ist definitiv ein Film, in dem sich Licht und Schatten abwechseln. Etliche durchaus starke Momente werden mit manchmal eher belanglosen Passagen vereint, so das man im Endeffekt zu einem eher durchschnittlichen Gesamteindruck gelangt, was aber selbstverständlich wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters liegt.


6/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Macho Man
(Macho Man)
mit René Weller, Bea Fiedler, Peter Althof, Jacqueline Elber, Michael Messing, Horst Schreiner, Thomas Wening, Hans Vogel, Horst Ulrich, Jürgen Dietrich, Wolfgang Sauerhammer, Günther Althof, Peter Zuber
Regie: Alexander Titus Benda
Drehbuch: Alexander Titus Benda
Kamera: Adi Gürtner / Klaus Werner
Musik: Michael Landau
FSK 16
Deutschland / 1985

Drei skrupellose Heroin-Dealer, die die attraktive Sandra in ihrer Gewalt haben und mit einem Gratis-Schuss gefügig machen wollen, haben die Rechnung ohne Dany Wagner gemacht. Der Boxer mit der knallharten Faust nimmt sie ohne lange zu fackeln gehörig in die Mangel. Als eine Bank überfallen wird, zeigt Dany wieder, dass er ein eiskalter Profi ist. Zusammen mit seinem Freund Andreas, einem durchtrainierten Karate-Kämpfer, bringt er die Gangster eiskalt zur Strecke.Doch die ehrliche Freundschaft bekommt einen empfindlichen Knacks, als Dany merkt, dass auch Andreas auf Sandra steht. In seiner Wut fordert er Andreas zu einem harten Kampf: Boxen gegen Karate!Andreas Interesse an Sandra erlahmt, als das Sexy Girl Lisa auftaucht und ihm total den Kopf verdreht. Es kommt jedoch gar nicht zu einem Kampf, denn plötzlich kommt ein Freund mit der Nachricht, dass die Heroin-Dealer wieder am Werk sind und die beiden Mädchen, Sandra und Lisa, in ihrer Gewalt haben...


Es ist manchmal wirklich erstaunlich das gerade die übelsten Machwerke mit einem Kultstatus versehen sind, den man vom reinen filmischen Standpunkt her überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ganz eindeutig fällt auch die deutsche Produktion "Macho Man" in diese Kategorie, in der man den ehemaligen deutschen Box - Europameister Rene Weller begutachten kann, wie er krampfhaft versucht nicht vorhandenes schauspielerisches Talent an den Tag zu legen. Das kann man jedoch ganz generell auf die gesamte Darsteller-Riege anwenden, denn das sogenannte Schauspiel erweist sich doch vielmehr als eine ziemlich reichhaltige Ansammlung von Peinlichkeiten, die diesen Begriff nun wirklich nicht verdienen. Doch gerade aus diesem Aspekt bezieht die hanebüchene-und vollkommen unglaubwürdig ins Bild gesetzte Geschichte ihren Reiz, macht es doch erstaunlicherweise wirklich Spaß, den dümmlichen-und teils grotesken Ereignissen beizuwohnen, die sich hier vor den Augen des Zuschauers präsentieren. Man sollte dabei allerdings nicht die ansonsten üblichen Maßstäbe für einen Film anlegen, denn "Macho Man" kann-und darf man nur aus der Sicht eines Trash-Liebhabers begutachten, da dieses Werk ansonsten eher als filmischer Offenbarungseid anzusehen ist. Und das ist längst nicht nur im dilettantischen Schauspiel der Akteure begründet, die durchgehend durch dämliche Dialoge und ungelenke Darstellungen ins Auge fallen, was aber auf der anderen Seite für eine extreme Kurzweil sorgt.

Zudem ist mit dem ehemaligen Sex-Sternchen Bea Fiedler zumindest ein optischer Leckerbissen vorhanden, denn zur damaligen Zeit war die gute Frau nun wirklich ein wahrer Augenschmaus. Über die Geschichte an sich muss man keine großen Worte verlieren, denn das der Szenerie überhaupt ein Drehbuch zu Grunde gelegen hat, ist mehr als nur spärlich zu erkennen. Vielmehr muss man dem obskuren Treiben zu Gute halten, das hier nahezu die perfekte 80er Jahre Atmosphäre eingefangen wurde, was sich beispielsweise bei der Musik und insbesondere den Kleidungs-Verirrungen zu erkennen gibt. Und hier bekommt man nun wirklich die schlimmsten Modesünden der damaligen Ära offeriert und kann sich dabei als älteres Semester kaum noch vorstellen, selbst einmal diverse dieser Kleidungsstücke getragen zu haben. Doch auch in Hinsicht auf die Frisuren ist "Macho Man" ganz weit vorn anzusiedeln, so das man phasenweise aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kommt.

Angereichert mit einer Menge Tempo und etlichen Action-Passagen erfüllt das Werk aber zumindest den Anspruch eines äußerst kurzweiligen Film-Vergnügens, auch wenn echte Cineasten diesen Punkt sicherlich bestreiten werden. Doch es ist wirklich eine wahre Gaudi, den Helden der Story bei ihren künstlich-und aufgesetzt erscheinenden Kämpfen zuzuschauen, da in dieser Beziehung wirklich kein Auge trocken bleibt und die entsprechenden Szenen in Hülle und Fülle vorhanden sind. Man merkt also, das man das Werk von Alexander Titus Benda keinesfalls ernst nehmen sollte, den nur unter dieser Voraussetzung kann man den Kultstatus der diesen Film umgibt, auch nur ansatzweise nachvollziehen. Wenn man sich nämlich einmal diverse Kritiken und Bewertungen anschaut glaubt man, das man es mit einem filmischen Meisterwerk zu tun hat, was natürlich keineswegs der Fall ist. "Macho Man" ist vielmehr ein Hochgenuss für Freunde des schlechten Geschmackes und dieser kommt in fast jeder einzelnen Einstellung mehr als eindrucksvoll zum Vorschein.

Wer also einmal den "schönen Rene" bei zarten-und misslungenen Gehversuchen im Schauspiel-Genre begutachten möchte und auch ansonsten auf jegliche filmische Qualität verzichten kann, der kommt an dieser grotesken deutschen Produktion keinesfalls vorbei. Hier wird nämlich so gut wie alles geboten, was man unter normalen Umständen negativ bewerten würde, in diesem speziellen Fall jedoch den absoluten Reiz einer Geschichte ausmacht, die durchgehend erstklassig unterhält und zudem auch noch einen Großangriff auf die Lachmuskeln des Zuschauers darstellt, der seine helle Freude an dem obskuren Treiben haben dürfte.


Fazit:


Keinerlei inhaltliche Substanz, peinliches Schauspiel und eine Menge aufgesetzter Action wären normalerweise ein Grund dafür diesen Film definitiv zu boykottieren. Hier entpuppen sich diese Mankos allerdings als absolute Stärken eines Werkes, das nur dadurch seinen Kultstatus erreichen konnte, der es seit Jahren umgibt.


7/10 fliegende Trash-Granaten
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Bis das Blut gefriert
(The Haunting)
mit Julie Harris, Claire Bloom, Richard Johnson, Russ Tamblyn, Fay Compton, Rosalie Crutchley, Lois Maxwell, Valentine Dyall, Diane Clare, Ronald Adam, Pamela Buckley, Amy Dalby
Regie: Robert Wise
Drehbuch: Nelson Gidding / Shirley Jackson
Kamera: Davis Boulton
Musik: Humphrey Searle
FSK 16
Großbritannien / 1963

In der alten Villa "Hill House" soll es nicht mit rechten Dingen zugehen: Das Haus sei verflucht und durch und durch böse, heißt es. Nachdem es zu mysteriösen Todesfällen gekommen ist, wollen vier Menschen, darunter ein Professor, die übernatürlichen Phänomene des Spukschlosses untersuchen. Niemand wohnt dort angeblich...


Es gibt unzählige Filme die sich mit der Spukhaus-Thematik beschäftigen und "Bis das Blut gefriert" dürfte wohl ganz eindeutig zu den absoluten Klassikern dieser Rubrik zählen. Gleichzeitig handelt es sich aber auch um einen der besten Gruselfilme überhaupt, in dem Regisseur Robert Wise zur damaligen Zeit mit den einfachsten Mitteln die maximale Wirkung erzielte. So wird die Geschichte von Beginn an von ihrer einzigartigen Atmosphäre getragen, die von der s/w Optik noch zusätzlich unterstützt wird. Dabei stellt sich beim Zuschauer sofort die nötige Gruselstimmung ein um diesen grandiosen Klassiker auch wirklich genießen zu können und auch die kurze Vorgeschichte zu "Hill House" trägt dazu bei, sich vom ersten Moment an mit dem Geschehen auseinander zu setzen. Allein der Anblick des alten Gemäuers sorgt für eine angenehme Gänsehaut, wie eine bedrohliche Trutzburg ragt das Gebäude vor einem auf und man möchte für kein Geld der Welt auch nur einen Fuß in die finstere Villa setzen. Streckenweise vermag man sogar das Böse regelrecht zu spüren, das sich ganz offensichtlich innerhalb der Mauern befindet und nur darauf wartet aktiv zu werden.

Im Mittelpunkt des Ganzen steht die junge Eleanor (Julie Harris), die zu einer kleinen Gruppe von Personen zählt, die den übernatürlichen Vorkommnissen in "Hill House" auf den Grund gehen wollen. Ranken sich doch die unglaublichsten Geschichten um das alte Herrenhaus, für die es aber letztendlich keinerlei Beweise gibt. Von der ersten Minute an entwickelt sich dabei eine ganz eigenwillige Beziehung zwischen der jungen Frau und dem Gebäude, das auch schon kurz darauf ein extrem gespenstisches Eigenleben entwickelt. Ist zu Beginn noch nicht so recht klar worauf das Ganze im Endeffekt hinausläuft, so kristallisiert sich immer mehr heraus, das die sensible Julie Dreh-und Angelpunkt der übernatürlichen Ereignisse ist, die sich innerhalb des weitläufigen Gemäuers abspielen. An dieser Stelle sollte man ganz besonders das herausragende Schauspiel von Julie Harris erwähnen, die in der Rolle der Julie eine unglaublich intensive und spielfreudige Performance an den Tag legt, die den Film fast schon im Alleingang trägt. Zwar agieren auch die restlichen Akteure sehr gekonnt, verblassen jedoch ein wenig in der Omnipräsenz der brillanten Hauptdarstellerin, die den Betrachter durch ihre Leistung förmlich in ihren Bann zieht.

Manch einer mag dieses Werk aus heutiger Sicht höchstwahrscheinlich als etwas altbacken und angestaubt ansehen, zudem gab es zur damaligen Zeit ja auch noch nicht die mittlerweile üblichen Effekt-Gewitter, die man beispielsweise auch im 1999 erschienenen Remake "Das Geisterschloss" begutachten konnte, das dennoch nicht einmal annähernd an die Klasse des vorliegenden Originals herankommt. Hier bekommt man lediglich eine perfekte Geräuschkulisse und einige Effekte zu sehen die einen aus der heutigen Zeit sicherlich nicht vom Hocker hauen, aber für die steigende Intensität der Geschehnisse nahezu perfekt sind. So ergibt sich dann auch ein wirklich in allen Belangen stimmiges Gesamtpaket, an dem insbesondere die Liebhaber des klassischen Gruselfilms ihre helle Freude haben dürften. Mit einem nahezu minimalistischen Aufwand hat Robert Wise die maximale Wirkung erzielt und mit "The Haunting" einen absolut zeitlosen Klassiker geschaffen, den man sich auch nach nunmehr einem halben Jahrhundert immer wieder gern ansieht, um die grandiose Grundstimmung in sich aufzusaugen die hier von den Ereignissen ausgeht.

Für mich persönlich ist "Bis das Blut gefriert" ein absoluter Meilenstein im Bereich des Haunted House Horrors und gleichzeitig auch der beste Beitrag zu dieser Thematik. Eine sehr gute Geschichte wird hier in einer eher ruhig-bedächtigen Erzählweise präsentiert, wodurch das unsichtbare Böse sich absolut perfekt manifestieren kann. Die Dramaturgie der Geschehnisse sorgt dafür, das bis zur letzten Minute ein äußerst konstanter Spannungsbogen beinhaltet ist, der zu keiner Zeit auch nur den kleinsten Einbruch erkennen lässt.Dieser Film ist ganz einfach das absolute Paradebeispiel dafür, das man nicht immer grandiose Effekte braucht, um einem Gruselfilm die nötige Intensität zu verleihen, denn in den meisten Fällen reichen die normalsten Zutaten vollkommen aus, um den Zuschauer in die richtige Stimmung zu versetzen. Das ist hier ganz eindeutig der Fall und man kann sich eigentlich vor diesem Meisterwerk nur ehrfurchtsvoll verneigen, das einem bei jeder neuerlichen Sichtung mit einer wohligen Gänsehaut überzieht.


Fazit:


Sicherlich mag nicht jeder meine Meinung teilen, doch "Bis das Blut gefriert" ist für mich das ultimative Film-Erlebnis, wenn es um den Bereich der Spukhäuser geht. Von einer absolut einzigartigen Atmosphäre getragen und mit einer überragenden Julie Harris in der Hauptrolle bekommt man eine Story offeriert, die einen jedes Mal wieder in ihren Bann zieht und im Laufe der Jahrzehnte rein gar nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat.


10/10
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Blutiger Valentinstag
(My Bloody Valentine)
mit Paul Kelman, Lori Hallier, Neil Affleck, Keith Knight, Alf Humphreys, Cynthia Dale, Helene Udy, Rob Stein, Thomas Kovacs, Terry Waterland, Carl Marotte, Jim Murchison, Gina Dick, Peter Cowper, Don Francks
Regie: George Mihalka
Drehbuch: Stephen A. Miller / John Beaird
Kamera: Rodney Gibbons
Musik: Paul Zaza
ungeprüft
Kanada / 1981

Am Valentinstag werden im Bergarbeiterkaff Valentine Bluffs durch eine Gasexplosion fünf Männer in einem Stollen verschüttet, da das zuständige Aufsichtspersonal sich lieber auf dem traditionellen Valentinstags-Ball amüsiert. Im darauffolgenden Jahr rächt sich der einzige Überlebende des Unglücks, Harry Warden (Peter Cowper), auf grausame Weise an den Verantwortlichen. Außerdem hinterlässt er die Warnung, ein weiteres Massaker anzurichten, sollte der Ball jemals wieder veranstaltet werden. Nach zwanzig Jahren sind die Ereignisse weitestgehend in Vergessenheit geraten und unter dem Druck des feierwütigen Jungvolks um T.J. (Paul Kelman), dessen Ex-Freundin Sarah (Lori Hallier) und deren jetzigen Freund Axel (Neil Affleck) will man die einstige Ball-Tradition wieder aufleben lassen.


Unter den unzähligen Slashern der 80er Jahre gibt es immer wieder Vertreter, die vollkommen zu Unrecht eher nur nebensächlich aufgezählt werden. Auch vorliegender Beitrag von George Mihalka hat die ganzen Jahre über eher ein Schattendasein gefristet und ist eigentlich erst durch das 2009 erschienene Remake "My Bloody Valentine" von Patrick Lussier etwas mehr in den Vordergrund geraten, da sich etliche Fans nun einmal auch das Original anschauen wollten. Zugegebenermaßen hatten es viele Filme im Sog von "Halloween" und "Freitag der 13." auch nicht unbedingt leicht die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen, war doch die Beliebtheit der beiden genannten Reihen zu überwältigend. Dabei bietet "Blutiger Valentinstag" nun wirklich absolut sehenswerte Genrekost und insbesondere das ungeschnittene Bootleg mit einer Langfassung beinhaltet einige mehr als sehenswerte Effekte, die einen äußerst ansehnlichen Härtegrad erkennen lassen. Doch es sind längst nicht nur die härteren Passagen die dieses Werk auszeichnen, liegt ihm doch zudem eine sehr spannend umgesetzte Geschichte zu Grunde, deren dramaturgischer Spannungsaufbau sich jederzeit sehen lassen kann.

Außerdem wird das Geschehen von einer erstklassigen Grundstimmung begleitet, die sich mit zunehmender Laufzeit immer stärker verdichtet und extrem bedrohliche Züge erkennen lässt. Besonders gut lässt sich dies an den Stellen erkennen die sich unterhalb der Erde in den Stollen der alten Mine abspielen, in der sich die Männer aus Valentine Bluffs ihren Lebensunterhalt verdienen, herrscht dort doch eine geradezu düstere-und beklemmende Atmosphäre vor, die einen selbst wie eine zweite Haut einhüllt und so die immense Intensität der Ereignisse körperlich spüren lässt. Mihalka ist es gerade an diesen Stellen herausragend gelungen den Betrachter mit einer grausamen Faszination der Ereignisse zu konfrontieren, die durch den klaustrophobischen Anstrich durch den Schauplatz noch zusätzlich intensiviert wird. Zudem fällt hier sehr wohlwollend auf, das die Geschichte im Gegensatz zu vielen anderen fast vollkommen ohne unpassenden Humor auskommt und auch die ansonsten in Filmen dieser Art üblichen nicht nachvollziehbaren Handlungen der Akteure sind so gut wie gar nicht zu beobachten. Ich möchte an dieser Stelle sogar so weit gehen und behaupten, das es sich bei "Blutiger Valentinstag" um einen der ernsthaftesten Vertreter seiner Art handelt, der ziemlich hart-und absolut kompromisslos daher kommt. Die Geschichte beinhaltet nichts Unglaubwürdiges-oder gar Übernatürliches und kann so als äußerst ernsthafter Genre-Vertreter angesehen werden.

Neben der immensen Spannung und der grandiosen Grundstimmung sind es sicherlich die teils sehr harten-und blutigen Effekte, die man hier als Highlight ausmachen kann. An dieser Stelle gibt es dann auch erhebliche Unterschiede zwischen der offiziellen Veröffentlichung von Paramount und dem hier vorgestellten Bootleg, das einige derbe Szenen mehr beinhaltet. Dennoch bewegt sich der Härtegrad in einem annehmbaren Rahmen, da das Geschehen zu keiner Zeit in eine sinnlose und vollkommen überzogene Schlachteplatte ausartet. Sämtliche Zutaten wurden absolut perfekt miteinander vermischt und ergeben letztendlich ein Gesamtpaket, das sich auch keinesfalls hinter den absoluten Größen des Sub-Genres verstecken braucht. Auch die Identität des Valentins-Killers bleibt bis kurz vor dem Ende im Dunkeln, zwar wird der Zuschauer die ganze Zeit über mit dem Verdacht konfrontiert, das es sich bei diesem um den berüchtigten Harry Warden handelt der etliche Jahre zuvor der einzige Überlebende einer Katastrophe war, doch das dieser Verdacht sich nicht bestätigen wird, dürfte für Kenner des Genres keine wirkliche Überraschung sein. Durch die Erzählweise der Abläufe wird einem jedoch auch keinerlei Anhaltspunkt serviert der in eine andere Richtung deuten würde, so das auch bei diesem Punkt bis zum Ende atemlose Spannung vorherrscht.

Bei "Blutiger Valentinstag" handelt es sich meiner persönlichen Meinung nach um einen Film, der mit den Jahren immer besser zu werden scheint. Und gerade im Zeitalter der manchmal vollkommen unglaubwürdig-und vollkommen überzeichneten Horrorfilmen ist es immer wieder herrlich, auf einen solch ernst gestalteten Vertreter zu stoßen der einen extrem stimmigen Gesamteindruck hinterlässt. Ehrlich gesagt handelt es sich hier sogar um ein kleines aber sehr feines Juwel der 80er Jahre, das eigentlich nie die Beachtung erlangt hat, die ihm aufgrund der vorhandenen Klasse auf jeden Fall zu teil werden müsste. Wem also das wirklich gelungene Remake zugesagt hat, der sollte definitiv auch einmal das Original sichten, handelt es sich doch sicher nicht um vergeudete Lebenszeit. Und manch einer wird vielleicht sogar erkennen, das es sich hier um einen jederzeit sehenswerten und hochwertigen Slasher handelt, der viel zu oft eher stiefmütterlich behandelt wird und viel besser geraten ist, als manch eine Kritik es eventuell vermuten lässt.


Fazit:


Im Schatten der Genregrößen wie "Halloween" oder "Freitag der 13." hat Regisseur George Mihalka mit "Blutiger Valentinstag" einen erstklassigen Vertreter geschaffen, der durch seine harte-und kompromisslose Inszenierung zu den ernsthaftesten Vertretern seiner Art zu zählen ist. Sehr viel Spannung, eine grandios dichte Grundstimmung und mehrere richtig derbe Effekte machen dieses Werk zu einem wahren Fest für jeden Genre-Fan.


8,5/10
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